Skat-Palast.de & Co. – das Erfolgskonzept von Ruben Gerlach

Wer sich mit dem deutschen Markt für Online-Spiele und Spiele-Apps beschäftigt, wird früher oder später auch auf den Entwickler Ruben Gerlach stoßen. Mit seiner Spiele-Palast GmbH zählt er zu den 25 erfolgreichsten App-Entwicklern Deutschlands und sein Erfolgskonzept ist so genial wie simpel: Klassische Kartenspiele mit bekannten Regeln, perfekt aufbereitet fürs Social Gaming.

Im Spiele-Palast sind mittlerweile mehr als 300.000 Spieler aktiv und die Skat-Palast-App hat es immerhin auf Platz 4 der Topgrossing Kartenspiele im Google Play Store geschafft!

Herz, Karo, Pik & Kreuz statt 3D-Games

Klar, wer als junger Mensch von der eigenen Videospiel-Firma träumt, denkt dabei nicht unbedingt an klassische Kartenspiele. Auch Ruben Gerlach, der seine ersten Code-Zeilen schon als Teenager schrieb, dachte natürlich eher an coole 3D-Roleplay-Games als an Skat & Co. Das übersteigt natürlich die Kapazitäten eines einzelnen Entwicklers bei weitem!

So war es auch eher Zufall, dass er 2008 ein erstes Kartenspiel programmierte: ein Auftragsjob für einen unabhängigen Publisher. Das Projekt wurde letztlich nicht realisiert, machte Gerlach aber klar, dass hier eine Chance lag: In diesem Bereich ließ sich mit relativ wenig Aufwand ein Spiel entwickeln!

Auch der Zeitpunkt war günstig: Für Skat & Co. gab noch nicht besonders viele Anbieter auf dem Markt und wenn, dann handelte es sich um klassische Single-Player-Varianten. Gerlach jedoch erkannte Social Gaming als wichtigen Trend – und wichtige Chance angesichts der rasant steigenden Zahl von Smartphone-Nutzern!

Kartenspiele – die Urform des Social Gaming

Mit dem Begriff des ‚Social Gaming‘ werden Spiele bezeichnet, die man nicht allein spielt, sondern gemeinsam mit anderen Spielpartnern – oder vielmehr gegen andere Mitspieler. Dies geschieht entweder daheim am PC oder auch unterwegs mit Tablet oder Smartphone. Die jeweilige Plattform fungiert dabei als virtueller Spieltisch, an dem sich die Mitspieler zusammenfinden.

Der Gedanke, dass alleine spielen zwar gut und schön ist, das gemeinsame Spielen aber viel mehr Spaß macht, ist nun bei Weitem nichts Neues: Kartenspiele sind ja quasi die Urform des Social Gaming. Zwar kann man natürlich auch allein im stillen Kämmerlein Patiencen legen, doch das Spiel gegeneinander – Mann gegen Mann, in Zweier-Allianz gegen einen Dritten oder ein anderes Zweier-Team – ja, das macht halt einfach mehr Spaß!

Genau so ist es auch beim virtuellen Kartenspiel: Das Spiel gegen die künstliche Intelligenz bietet zwar ein gutes Training für den Wiedereinstieg oder das Üben von Strategien, macht aber letztlich einfach nicht so viel Spaß wie das Zocken gegen echte Gegner.

Das gilt insbesondere für Spiele wie Skat, Doppelkopf, Schafkopf und Rommé, wo neben dem sprichwörtlichen Spielerglück durchaus auch Strategie und Erfahrung zählen. Aber auch für ein vergleichsweise einfaches Spiel wie Mau-Mau hat sich diese Maxime ebenfalls bestätigt.

Vom Stammtisch zum virtuellen Spieltisch

Eben das gemeinsame Spielen hat im ‚realen Leben‘ allerdings auch das Problem, dass sich alle Mitspieler gleichzeitig an einem Ort einfinden müssen. Ein Treff zu zweit ist noch gut zu organisieren, aber spätestens bei drei oder vier Mitspielern wird es schwierig, wenn die Kalender einfach nicht miteinander harmonieren wollen.

Genau dieses Problem wird durch den Spiele-Palast als virtuellen Spieltisch gelöst: Hier müssen sich die Mitspieler nur online einfinden – egal wo sie sich gerade befinden! Gespielt wird also ortsunabhängig – eine schnelle Runde beim Morgenkaffee, zwei oder drei Partien auf dem Pendelweg im RE, gern auch ein Match in der Mittagspause und natürlich auch zuhause nach Feierabend, am Wochenende, im Urlaub.

Der Zugang über Browser bzw. Mobilgerät macht es einfach wie nie, eine Spielerunde zusammen zu bekommen. Die Größe der Community sorgt dafür, dass man zu fast jeder Tages- und Nachtzeit Mitspieler findet. Aber natürlich kann man sich auch virtuell fest verabreden, bspw. zu Vereins- und Ligaspielen.

Ruben Gerlach setzte mit Skat & Doppelkopf anfangs auf StudiVZ, dass damals noch eine große Nummer war und sich gerade für Spiele geöffnet hatte. Mittlerweile ist der Spiele-Palast auf nahezu allen Kanälen erreichbar: über Browser, als App für iPhone und Android, via Facebook & MeinVZ, im Amazon Kindle & Blackberry und sogar als Windows-Software.

Casual Gaming mit bekannten Regeln & strategischem Reiz

Ein weiterer Erfolgsfaktor der virtuellen Kartenspiele ist ihr vergleichsweise einfaches Spielkonzept: Anders als bei ausgefeilten Adventures dauern die Partien nicht allzu lange. Nicht nur der zeitliche, sondern auch der geistige Aufwand ist überschaubar: Man muss nicht völlig in die Spielewelt eintauchen, sondern kann auch einfach mal eine Zwischendurch-Partie spielen. Zudem sind die Regeln relativ einfach und den meisten ohnehin bekannt – sie bieten sowohl Spaß für Einsteiger wie auch Steigerungsmöglichkeiten für Fortgeschrittene!

Ein gutes Beispiel ist Skat: Die Grundregeln sind schnell aufgefrischt oder erlernt. Den Teil der Anleitungen, wie und in welcher Reihenfolge gemischt, abgehoben und ausgeteilt wird, kann man guten Gewissens überspringen – das übernimmt das Programm. Zudem achtet das Programm auf die Einhaltung der Regeln: Wer falsch bedient, wird also gewarnt und kann seinen Fehler korrigieren. Mitspielen kann man also mit absolutem Basis-Wissen und mit etwas Glück gewinnt man auch mal.

Wer sich allerdings etwas mehr einfuchsen mag, kann durch ein gutes Gedächtnis und strategisches Denken durchaus systematisch auf den Gewinn hinarbeiten. Dies beginnt mit dem Reizen – hier gilt es abzuwägen, mit welchem Blatt welche Ansagen realistisch sind. Dazu kommt die Strategie beim Ablegen der Karten – sowohl beim Ausspielen wie auch beim Bedienen. Wer sich noch dazu noch merken kann, welche Karten schon gespielt wurden, kann natürlich gegen Ende des Spiels gut abschätzen, welche Karten die Mitspieler auf der Hand haben. Und wenn man mit Strategen ähnlichen Kalibers spielt, macht das gegenseitige Belauern und Abwägen und Hinterfrage der gegnerischen Strategie natürlich doppelt Spaß!

Ähnlich ist es auch beim Doppelkopf: Hier wird in Zweier-Teams gegeneinander gespielt und die erste Herausforderung besteht darin, herauszufinden, mit wem der drei anderen man zusammenspielt. Anschließend gilt es, sich gegenseitig die Bälle zuzuspielen – bzw. natürlich eben geeignete Karten, um möglichst viele Stiche Richtung Sieg einzufahren. Könner haben auch viel Spaß an der Stillen Hochzeit und lassen die Mitspieler rätseln, während sie mit beiden Kreuzdamen auf der Hand allein gegen drei spielen.

Na, wie wär’s – ist es nicht mal wieder an der Zeit, eine zünftige Runde Skat oder Doppelkopf zu kloppen?