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Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Allgemeine Spiele-Themen
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franjos-FJH
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon franjos-FJH » 8. November 2015, 09:12

Ich habe gute Erfahrungen mit KIPP X gemacht. Selbst wenn wenig deutsch und englisch Kenntnisse vorhanden sind, lässt sich das Spiel gut vermitteln. Mit CAN´T STOP hatte ich bei den gleichen Mitspielern schon wesentlich mehr Probleme.
TSURO und LAS VEGAS haben sich ebenfalls bewährt. Wenn die Spielgruppen gemischt sind, ist meiner Ansicht nach die Vermittlung der Spiele einfacher. Hier war auch schon ABLUXXEN möglich.

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widow_s_cruse
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 8. November 2015, 09:55

Hallo Franz-Josef,

franjos-FJH hat geschrieben:Ich habe gute Erfahrungen mit KIPP X gemacht. ... Wenn die Spielgruppen gemischt sind, ist meiner Ansicht nach die Vermittlung der Spiele einfacher. Hier war auch schon ABLUXXEN möglich.

danke für die Hinweise.

Bei KIPP X kann ich mir gut vorstellen, dass die Aufgabe visuell leicht zu erfasse ist
Das gute alte TSURO werde ich mal wieder ausgraben oder auf das INDIGO zurückgreifen.

ABLUXXEN - echt?
Keine Frage - das Spiel ist in unserem Kreis ausgesprochen beliebt.
Aber mir gruselt inzwischen immer vor einer neuen Einweisung. Der Titel kommt so ungewohnt abstrakt daher, dass ich inzwischen von meinem üblichen kompletten Erklären vorab abweiche; sondern es nur noch kurz überreiße, was vorliegt, und die Neuen es während der Partie lernen müssen. (Mir ist aufgefallen, dass sich insbesondere Lehrer bei dem Spiel begriffsstutzig anstellen. Ist natürlich ein Vorurteil! Ist aber so... :cool: )
Liebe Grüße
Nils
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 13. November 2015, 15:24

Hallo,

ich weiß nicht, ob ich Kathrin Nos hier vorweg greife. Aber gerade habe ich ihren Bericht gelesen, den sie über die Teilnahme an einem Migranten-Spieltag verfasste.

Cooles Veranstaltungslogo! :)
Backgammon ist schon schön symbollastig für Integration

Bild

Gestern keine Migranten auf dem eigenen Spieletreff. Die Eritreer-Gruppe vom letzten Mal hatten Freizeitstress mit einer Einladung zum Baskettball-Schnuppertrainig. Heute nehme ich an einer Besprechung mit den Paten teil, um dort über die Brettspielgruppe und die Möglichkeiten zu informieren.
Liebe Grüße
Nils
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 14. November 2015, 19:08

Gestern – während des Attentats in Paris – befand ich mich in Sicherheit, im Kreis einer Gruppe Paten, in einem Speiseraum des örtlichen Containerdorfs, bewohnt mit ca. 150 Flüchtlingen und Migranten.

Der Anlass war ein Patentreffen des Hilfevereins. Ich bin kein Pate. Mein Anliegen war, die Paten mit ihren Migranten in die Brettspielgruppe einzuladen; ihnen unsere Verhältnisse und die Möglichkeiten zu erläutern. Welchen Weg ich für eine Integration in unserer Mitte anzubieten habe.

Es war wohl das erste Treffen der Paten und es ging um den Erfahrungsaustausch der vergangenen Tage. Das Spektrum des Erlebten reichte von gemeinsamen Bergwanderungen bis zu Polizeieinsätzen auf Grund von Eskalationen, von Faschingsauftakt-Veranstaltungen bis zu begegneter Sprachlosigkeit, von entstandenen Sport-Freundschaften bis zur trotzigen Frustration bedingt durch die Perspektivlosigkeit eines Aufenthalts in Deutschland. Dort traf ich auf reichlich Emotionen – bei gleichzeitig wiederholter Aufforderung diese Emotionalität nicht über ein angemessenes Verhältnis hinauswachsen zu lassen, weil sich daraus auch Probleme ergeben könnten. Wie vernünftig …
Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, den Paten und dem Helferkreis meinen Respekt auszudrücken. Sie lösen real auftretende Probleme anstatt welche im Nirwana des Netzes zu inszenieren. Sie geben mehr als ihre Freizeit anstatt um ihren Ansprüche, ihre Sicherheit und Zukunft besorgt zu sein.

Michael möchte heute spielen. Mir ist jetzt nicht danach. Eigentlich möchte ich im Moment sprachlos sein und kann dem doch nicht nachgeben. Facebook fordert gerade wieder zu endlosen Solidaritätsbekundungen auf. Macht es, wenn es euch persönlich gut tut. Aber bitte vergesst dabei nicht, dass dieser rein emotionale Klick absolut keine realen Probleme löst.

Vorhin bin ich über einen Vortrag von Dr. Michael Lüders gestolpert. Für das Video nahm ich mir die eine Stunde Zeit. Der Vortrag Wer den Wind sät… erklärt die jüngeren historischen Verhältnisse im Nahen Osten. Ob ich nun der Dämonisierung von einigen Personen der Vereinigten Staaten und deren Schatten folgen soll, weiß ich nicht. Aber mir leuchtet nun ein, dass man nicht unverschuldet von der Flüchtlingswelle betroffen ist; dass der hier doppelt vorherrschende Wohlstand den Verhältnissen im Nahen Osten geschuldet ist. In gewisser Weise tritt der Blowback verdienter Maßen ein.

Und ein Verständnis für die Verhältnisse macht einen Schritt für Toleranz oder gar Hilfsbereitschaft etwas leichter…
Zuletzt geändert von widow_s_cruse am 15. November 2015, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Nils
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Sascha 36 » 15. November 2015, 13:39

Schade das man erst sowas lesen muss wie den Herrn Lüders, das man begreift das unsere westliche Welt nur auf dem Leid von anderen basiert und existieren kann.
Ich befürworte in keinster Weise das was in Paris geschehen ist, aber das der ein oder andere durchdreht und nicht mehr mit ansehen kann das Menschen in deren Ländern durch vom Westen gelieferte Waffen verstrahlt werden und ihrer Existenz beraubt werden ist dann nicht unwahrscheinlich.
Wäre das ganze im Kosovo oder sonstwo passiert würde es keinen jucken, aber Paris das ist natürlich etwas besonderes.
Für mich sind das alles Menschen, egal welcher Herkunft und welchen Bildungsstands und das sollte uns einfach mal klar werden.
Viel mehr hab ich Angst davor wie Parteien wie die AFD sowas für sich nutzen oder was ein Seehofer und Orban daraus machen .

Die Frage ob heute oder morgen jemand spielt, ist glaub ich anhand der Ereignisse einfach unwichtig und ich sehe es weder als als ein positives noch als negatives Zeichen ob man spielt oder nicht. Denke da nehmen wir uns und unser Hobby einfach zu wichtig.

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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 16. November 2015, 13:56

Hallo,

uns Guido berichtet aus aktuellem Anlass ebenfalls vom Spieletag im Cafe Mondial. Er lässt an den Spielerfahrungen mit THE GAME und TSURO teilhaben.

Bild Bildquelle Guido

Selbst bin ich gerade seit einer Stunde mit einer Idee für eine Aktion am nächsten Familien-Spieletag schwanger. Der ist am 6. Januar angesetzt und vielleicht beteilige ich die "Drei Weisen aus dem Morgenland" :D an einem Exkurs über die Thematik Orient in Gesellschaftsspielen; stelle diese Fantasiewelt in einen Dialog mit einer realistischen Betrachtungsweise - bei Spielen wie z.B. ASSYRIA, CAMEL UP und JENSEITS VON THEBEN - Ich denke, das kann für alle Beteiligte recht spannend und aufschlussreich werden. Mal sehen, ob der Hilfeverein die Aktion mittragen mag und mir zu den erforderlichen Kontakten verhilft. Ein ägyptischer Spieleautor ist mir auch noch einen Gefallen schuldig. :dodgy:
Liebe Grüße
Nils
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 26. November 2015, 14:02

Hallo,

schrieb ich letztens noch davon, dass ich mich in dem Containerdorf in Sicherheit befand?

Gestern war ein Artikel in der Zeitung, dass sich dort vier Pakistani gegenseitig massakriert haben.
Sie haben auf einen Landsmann eingetreten und eingeschlagen. Der ist nun im Krankenhaus.
Er wurde mit einem Messer im Gesicht gezeichnet. Zwei Beteiligte sind inhaftiert.
:huh:

Gestern Abend war aber auch von den Helfern ein Spielabend im Containerdorf angesetzt worden.
Ich erfuhr eher beiläufig davon. Eine Helferin erkundigte sich bei mir um die Teilnahme an einem Spielabend in der Ghersburg.

Spontan habe ich mich selbst für den Abend ins Containerdorf eingeladen. Es ist nicht meine Priorität, dort die Spielabende auszurichten, weil ich zwecks einer Integration bessere Möglichkeiten auf dem Spielabend in der Ghersburg sehe. Aber es könne nicht schaden, Kontakte zu knüpfen und vielleicht auch das eine oder andere Spiel für die Ghersburg schon vorab zu lehren.

Das Treffen fand im frei zugänglichen Speiseraum statt. Sechs Helfer und drei Migranten haben sich daran beteiligt - zwei Afrikaner (?Somalier?) und ein Pakistani. Sie waren bereits angefangen, Jenga und Vier gewinnt (nach Hausregeln - alles komplett voll machen und die Anzahl der Siegbedingungen zählen)

Ich fragte, ob ein Interesse an meiner Spieleauswahl besteht. Die Helfer ließen sich darauf ein - die Migranten hatten keine Wahl. :cool:

Ich legte ein Can´t Stop auf. Wegen der Regelerklärung war ich bei der Übersetzung ins Französische auf eine Helferin angewiesen. Die ältere Frau könnte fließend Französisch und Englisch. Aber nach zwei Sätzen Regelerklärung wurde ich von ihr unterbrochen. Das würde jetzt reichen - so viele Regeln - wir sollten doch endlich zu spielen anfangen! :s
Kommunikation kann so unendliche viele Hürden aufweisen. Als meine Hürde erwiesen sich nun wohl eher die Helfer.
Also umgeschwenkt und mehr durch den beispielhaften Zug die Regeln erläutert.
Der teilnehmender Somalier tat sich überhaupt nicht schwer, blickte trotz "Nicht-Spieler-Übersetzung " recht bald das Wesen des Spiels und gewann auch die Partie.
Danach wollte ein Helfer lieber mit den Migranten Fußball schauen und der Migranten-Mitspieler zog es vor, die Deutsch-Hausi zu machen - fleißiger Bursche. :rolleyes:

Ich machte einen weiteren Vorschlag mit Riff-Raff. Der Migrant wurde gegen einen anderen ausgetauscht. Dieses Spiel zog dann und es folgte sogar eine weitere. Meine Übersetzerin sträubte sich auch nicht mehr so sehr bei den Regeln. Wir hatten unseren Spaß. Es wurde richtig herumgeschäkert.

Das Schiff machte Eindruck. Weitere Migranten schauten sich das Treiben an. Ein Pakistani ließ sich spontan zu einer Partie Jenga verleiten. Aber das war es auch - mit der freien Beteiligung.

Eine Helferin will heute Abend auf unserem Treff in der Ghersburg das Terrains sondieren und in vierzehn Tagen mit einer Handvoll Migranten teilnehmen. Ich werde versuchen, mir wieder am nächsten Mittwoch den Spielabend in dem Containerdorf terminlich einzurichten.

6.JanDdWadM.jpg
6.JanDdWadM.jpg (189.19 KiB) 3176 mal betrachtet

Mein Vorschlag und meine Bitte um Kontakte für die Veranstaltung "Die drei Weisen aus dem Morgenland" fand nach einer Woche noch keine Resonanz (oder überhaupt eine Unterstützung) im Helferkreis - ist vielleicht für Gesellschaftsspiele ein nicht zugestandenes Kulturbestreben. ;)
Zuletzt geändert von widow_s_cruse am 29. November 2015, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Nils
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 28. November 2015, 22:37

Hallo,

vielleicht für den einen oder anderen ein interessantes Projekt auf betterplace.org.

Bild
"Give me FIVE!“ Ist ein ambitioniertes Projekt des Steffen Spiele Verlags in Kooperation mit dem BDP Rheinland Pfalz. Eine Spielsammlung wurde entwickelt, die speziell auf die Situation der Menschen in Flüchtlingsunterkünften zugeschnitten ist. FIVE! soll in einer hohen Auflage produziert und bundesweit kostenlos in Unterkünften, Begegnungszentren und anderen Einrichtungen verteilt werden.

Give me FIVE! Ein Hilfsprojekt von „Bund Deutscher PfadfinderInnen Rheinland-Pfalz e.V“



An unserem letzten Spielabend nahmen überraschend drei der Eritreer teil. Dieses Mal haben wir den Clan getrennt und an verschiedene Tische gesetzt. Ich bin gespannt, ob ihnen das geschmeckt hat. Aber ich hatte schon den Eindruck, dass sie gleich eingebunden waren. Es wurde Las Vegas und Can´t Stop gespielt.
Sie brachen aber schon früh auf. Inzwischen dürfen sie sehr früh aufstehen (6 Uhr), weil sie in Rosenheim in den Unterricht gehen.
Zuletzt geändert von widow_s_cruse am 29. November 2015, 09:25, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Nils
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Sascha 36

Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Sascha 36 » 28. November 2015, 22:50

Entschuldige bitte meine Frage und ich möchte auch damit eure Aktion nicht abwerten :

Dürfen die Teilnehmer auch selber Spiele wählen oder wird alles vorgegeben ?
Für mich wäre das ein Grund nicht mehr zu kommen.

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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 29. November 2015, 09:01

Hallo Sascha,

bist DU es nicht gewesen, der mich höchst persönlich dafür barsch kritisierte, dass ich vorschlug, die Titelwahl sollte sich an denen der Migranten bekannten Spiele orientieren? :dodgy:

Du hattest zu recht kritisiert!

Mein Vorschlag entbehrte einer praktischen Erfahrung. Das Maß der Wahl sind nicht die Fähigkeiten der Migranten - die Fähigkeiten der Helfer sind das Maß. Also - ich kann kein arabisch oder französisch noch ist mein Englisch so kompetent, einem Orientalen komplexe Gesellschaftsspiele vermitteln zu können - falls das das Wesen deiner Kritik sein sollte.

Und welche Wahl können die Migranten überhaupt treffen, wenn sie vor einhundert ihnen unbekannte Gesellschaftsspiele stehen? Unsere Kommunikationsmöglichkeit gewährt leider kein Philosophieren über das Wesen der einzelnen Titel.

Du siehst, ich muss mich mit dem Möglichkeiten der Helfer/Paten begnügen - und die wurden von mir weiter oben beschrieben. Ich habe schon Migranten ausgemacht, die einen recht intelligenten Eindruck machten. Da stellt sich eher die Frage, ob diese überhaupt ein Interesse an dieser Art Beschäftigung haben und ob die überhaupt von uns betreut werden brauchen. Das soll die Zukunft zeigen.

Dürfen die Teilnehmer auch selber Spiele wählen oder wird alles vorgegeben ?
Für mich wäre das ein Grund nicht mehr zu kommen.

Auch wenn mir Zweifel vorliegen, dass es dir um die Sache geht. :rolleyes:

Mir ist noch kein einziger Flüchtling/Migrant untergekommen, der aus ganz freien Stücken an einer Spieleveranstaltung teilgenommen hat - um dort "unserem" Bedürfnis einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Den mir bekannten Migranten stehen Paten zur Seite, die ihnen bei grundliegenden Bedürfnissen, auf Amtswegen helfen und die Integration ermöglichen.
Verstehst du, dass der gemeinsam genutzte Tisch wichtiger sein könnte als das Spiel, das auf den Tisch liegt?

Nein - die "Migranten" haben keine Wahl und werden von den "Helfern" komplett verplant. Unsere Gesellschaft hat viel zu große Befürchtungen, dass diese jungen, vor Energie trotzenden Männer ihre großzügig bemessene Freizeit vielleicht nicht in unserem Interesse nutzen könnten. ;)

Befinde bitte für dich selbst darüber, ob du das für gut hältst oder nicht. :dodgy:
Wenn du konstruktive Kritik hast, bin ich ganz Ohr.
Liebe Grüße
Nils
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Sascha 36

Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Sascha 36 » 29. November 2015, 11:40

Ich kritisiere das Projekt nicht, aber du beschreibst das du in einen Raum kamst und dort bereits gespielt wurde.
Das finde ich als Ansatz doch schon perfekt, wenn man sich dazu setzt und mitspielt.
Bei unseren Kindern die momentan eingegliedert werden haben wir es so gemacht, das wir Ihnen in einen Raum Spiele aufgebaut haben und geschaut haben wie sie reagieren. Unter anderem waren Jenga, 4 gewinnt auch dabei ziemlich beliebt, der Renner des Tages war dann aber Angry Birds. Für mich ein Spiel was mir nicht gefällt, aber da die Jungs und Mädels Spaß hatten war es mir egal was es noch alles für tolle Spiele gibt.
Mittlerweile findet man die Kinder öfter im Spieleraum und Angry Birds wurde von Rumms oder Crazy Coconuts abgelöst, der Spaß ist aber immer noch da und das ist mir wichtig.
In deinem Bericht lese ich von Spaß eher wenig.

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baschtlwaschtl
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon baschtlwaschtl » 29. November 2015, 14:38

Hallo,

erstmal danke für die vielen Erfahrungsberichte!

Ich denke, man muss sich unbedingt im klaren sein, dass die deutsche Spielelandschaft sehr umfangreich ist. Nicht wie in den Staaten, wo *quasi nur* Monoploy und Risiko immer wieder neu aufgelegt werden. Insofern ist es nicht unerwartet, dass es mitunter schwierig ist, die unterschiedlichen Spielkonzepte zu vermitteln.
Backgammon und Schach sind deswegen *einfach*, weil sie international bekannt sind, und auch viele der Flüchtlinge die Regeln kennen.

Wir haben's mit Phase 10 probiert und sind völlig an den Erklärungen gescheitert. Da sind zwar die Spielphasen auch auf Englisch dabei, aber die Kartenkombinationen zu erklären, das Anlegen, dass nicht jeder gleichzeitig die gleichen Phasen spielt. Wir hatten leider keine Übersetzer und nicht ausreichendes Englisch...

Zum Vorschlagen der Spiele: Natürlich muss man das. Ob Flüchtling oder Deutscher - wenn man gemeinsam vor dem Spielestapel steht, macht eine einen Vorschlag. Wie soll den jemand machen, die keines der Spiele kennt?

Außerdem habe ich das Gefühl, dass es für passionierte Brettspieler besonders schwierig sein kann, wenn die Spielregeln nicht vermittelt werden können oder auch bewusst missachtet werden. Ich habe früher auch ganz viel beschissen ;)
Wenn man die Mitspieler erstmal angefixt hat, wächst auch die Bereitschaft, die Regeln zu lernen (und zu beachten). Und so ganz von ungefähr ist die Schublade der "deutschen Gründlichkeit" und "Regeltreue" ja auch nicht.

Kurz noch offtopic zu dem AFD-Zitat:
Eine EU-feindliche Partei reklamiert den Verfall der "deutschen" Kultur und symbolisiert diese mit...
Französischen Spielkarten!
Na wenn das nicht ein Schuss in's Knie ist...?

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widow_s_cruse
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 29. November 2015, 18:55

Hallo Sascha,

Sascha 36 hat geschrieben:In deinem Bericht lese ich von Spaß eher wenig.

Das liegt weniger an meinen Berichten, sondern eher an dir - beflissen alles auszublenden, was in deinem Weltbild keinen Platz findet. :dodgy:
Ja - Spiele wie Can´t Stop. Las Vegas und Riff Raff machen Spaß . Ist das sonderlich hervorhebens wert?

Sascha 36 hat geschrieben:Ich kritisiere das Projekt nicht, aber du beschreibst das du in einen Raum kamst und dort bereits gespielt wurde. Das finde ich als Ansatz doch schon perfekt, wenn man sich dazu setzt und mitspielt.

Du meinst, Vier gewinnt, MäDn und Yenga bedarf meiner Unterstützung? Persönlich habe ich mit diesen Spielen kein Problem.
Aber Gruppen, die ausschließlich diesem Genre Möglichkeiten einräumen, entsage ich mich. Was tu ich dort? Ich habe für mich beschlossen, dass ich mich dort nicht einbringen brauche.
In dem Seniorenheim stieß ich auf dieses Problem. Der Gruppe habe ich aber ganz fix ein Dutzend Vorschüler auf den Hals gehetzt. Seit vier Jahren spiele die mit Freude alles, was auf den Tisch kommt. :pirate:
ArtikelSeniorenspielgruppe01.jpg
ArtikelSeniorenspielgruppe01.jpg (226.81 KiB) 3060 mal betrachtet

Sascha 36 hat geschrieben:Bei unseren Kindern die momentan eingegliedert werden haben wir es so gemacht, das wir Ihnen in einen Raum Spiele aufgebaut haben und geschaut haben wie sie reagieren. Unter anderem waren Jenga, 4 gewinnt auch dabei ziemlich beliebt, der Renner des Tages war dann aber Angry Birds. Für mich ein Spiel was mir nicht gefällt, aber da die Jungs und Mädels Spaß hatten war es mir egal was es noch alles für tolle Spiele gibt.
Mittlerweile findet man die Kinder öfter im Spieleraum und Angry Birds wurde von Rumms oder Crazy Coconuts abgelöst...

Danke für das Teilhaben lassen an deiner Erfahrung.
Die jungen Männer möchte ich im nächsten Schritt zu so etwas wie Crokinole, Piratenbillard, Safranito und La Bocca führen.
Liebe Grüße
Nils
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 3. Dezember 2015, 11:20

Hallo,

...die Katastrophe von gestern?

Voll geladen den Wagen schöner Spiele hinter mir herziehend - ich - verspätet den Speiseraum im Containerdorf betretend - keine Mitspieler vorfindend! :s
Keine weiteren Helfer - wie vereinbart - und schon gar keine spiel-beorderte Migranten. :huh:

Ich war schon wieder auf dem Rückzug - als die wilde Hilde und ihr Schatten, der bekrückte Iphraim, von den anderen Container kommend - mich gerade noch aufhalten. Sie klärt umgehend, dass die Treff-Organisatorin wegen eines Todesfall in ihrem Bekanntenkreis nicht kommen könnte.

Um zum Thema zu kommen: Die beiden wollen das ihnen bekannte Riff Raff spielen - ausgehändigt. Derweil - eine andere unbekannte Helferin - mit einer Spielesammlung unter dem Arm - einen Blick ins Ofenrohr der Küche riskierte. Der - gleich ein Bein gestellt und darauf verwiesen, dass ein Spielabend im Speiseraum stattfindet. Deren Migrant - auf Nachfrage - sich etwas ziert - weil er ja die Mitspieler nicht kennt - und sich dann doch erbarmt hat, sich im Speiseraum einzufinden.

Ich - g´schwindt ein Piratenbillard aufgebaut - die Schlagstöcke blind an Herumstehende austeilend - eine Schnell-Einweisung. Am anderen Tisch schafften sie es nicht, das Riff-Raff-Schiff zusammen zu bauen - auch nicht mit der Verstärkung, die Iphrarim herbei geordert hatte - also ein schneller Stapellauf am inzwischen vollen Tisch.

..und am nächsten Tisch das Safranito aufbauen - wie sich herausstellen sollte, es sich als ein Regelbrocken erweis. Eine weitere tatenlose Helferin, die sich eigentlich nur für die köstlich aussehende Küchenzubereitungen der Migranten interessierte, wurde zum Mitspielen aufgefordert. Einige ?Pakistani? zeigen Interesse mitzuspielen. Beäugten das Spielmaterial - Wurfscheiben, Geld, Gewürze - und lassen sich darauf ein. Die Regeldetails zu vermitteln war mühselig. Die Möglichkeiten und das Spielziel wurde nicht richtig umfassend verstanden. Aber das Scheiben-Werfen hat allen großen Spaß gemacht. Ich hoffe mal, dass in einer Folgepartie dann auf "Gewinnen wollen" gespielt wird.

Inzwischen war der Spielabend "gesund". Vier Helfer und fast zehn unbeorderte Migranten waren aktiv. Drei bis vier Tische waren aktiv. Schach wurde verlangt. Las Vegas machte mal wieder überhaupt kein Problem. Pentago reizte wirklich; so was kommt wohl deren Spielkultur entgegen.

(Sascha! Die Teilnehmer hatten Spaß!)

So weit war alles normal. Aber mein persönliches Erlebnis war - dass ich unter den Migranten einen "richtigen" Spieler ausgemacht habe; der nicht im Schlepptau des Helfers/Paten zwecks eines Zeitvertriebs teilnimmt - sondern, der sich für die Spiele wirklich interessierte - Mechaniken hinterfragte, Aktionen der Mitspieler verfolgte, ums Gewinnen agierte und nicht nur "Würfelknecht" war.

Die Konversation lief leider viel über englisch und händisch. Von den Helfern erfuhr ich, dass es eine Zwei-Klassen Deutschschulung gibt. Migranten mit geringeren Asyl-Aussichten erhalten davon sehr viel weniger.

Weitere Spiele, die ich mir für diese Spielabende ins Blickfeld gelegt habe - Talo, Avalam

Nach zwei Stunden waren die Jungs sichtlich erschöpft und hatten genug.
Muss ich noch betonen, dass mir solche Abende besonders gut gefallen. :pirate:
Liebe Grüße
Nils
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Re: Migranten-Spielrunden - Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 9. Dezember 2015, 11:27

Hallo,

da sage noch einer, dass sich das Spielen für die Migranten nicht vorteilhaft auswirken könne.

Ravensburger bringt Flüchtlinge in Halle unter

Vielleicht solltet ihr eure Spielewahl noch mal überdenken. :D

Von meiner Aktion "Die drei Weisen aus dem Morgenland" verabschiede ich mich gerade gedanklich.
Der Helferkreis hat mir einen relevanten Kontakt unter Migranten genannt. Ich habe über eine Stunde mit ihm das Projekt besprochen. Er war sehr freundlich, auch umsichtig und um Verständnis bemüht. Er spricht gut deutsch und befindet sich hier bereits in einer Ausbildung.
Aber ich habe die Einsicht gewonnen, mein Anliegen tangiert ihn noch nicht mal. Und ich bin weit davon entfernt, Migranten vorzuführen. Meine Absicht war anhand von aktuellen Gesellschaftsspielen unsere Kopfwelt vom Orient einer realistischen Beschreibung von Betroffenen gegenüberzustellen. Das sollte im Rahmen der Historie, dem Lifestyle, und dem Verhältnis zu den Kolonialmächten erfolgen.
Aber mein Kontakt-Migrant kommt aus einem kleinen afghanischen Dorf. Ist noch recht jung und schon ein paar Jahre auf Achse. Es ist nicht so, dass er von meinen Themen nichts wüsste. Aber mir scheint es so, dass es für ihn ohne Bedeutung ist, dass keine Betroffenheit vorliegt. Russen und Taliban sind ein Thema. Aber nicht das, was ich in den Fokus stellen wollte.
Zu Gesellschaftsspielen fehlt ihm auch jeder Bezug. Er weiß zwar von Schach, Backgammon und Domino. Kennt aber keine Regeln dieser Spiele.

Heute Abend steht erst mal der Spielabend im Migrantendorf an.
Liebe Grüße
Nils
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Artikel: Café der Begegnung - Beim Kartenspiel kennenlernen

Beitragvon SpieLama » 31. Dezember 2015, 08:34

Im Höchster Kreisblatt entdeckt, siehe http://www.kreisblatt.de/lokales/main-t ... 76,1774984.

Höchster Kreisblatt hat geschrieben:Im Gemeindehaus der Talkirchengemeinde kommen Flüchtlinge und Eppsteiner zu lockeren Gesprächen bei einer Tasse Kaffee und einer kleinen Spielrunde zusammen.

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Re: Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Beitragvon Alexey » 31. Dezember 2015, 10:43

Danke für den Link, so ein Café würde ich hier auch gerne einrichten. Mal schauen wie/ wann sichs realisieren lässt und wie es angenommen wird. Wenn sonst jemand Erfahrungen hat nur her damit.

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Deutsche Schachjugend: Flüchtlinge werden Freunde

Beitragvon SpieLama » 4. Januar 2016, 02:03

Siehe zu dem Thema auch die "Flüchtlinge werden Freunde"-Initiative der Deutschen Schachjugend.

Deutsche Schachjugend hat geschrieben:Mit dieser Initiative wollen wir die Vereine unterstützen, die gerne helfen möchten:

  • Tauschbörse für Spielmaterial: Vereine können überzähliges Spielmaterial anbieten oder Suchanfragen für Spielmaterial in Flüchtlingsheimen stellen
  • Best Practice: Hier veröffentlichen wir kurze Berichte von Vereinen, die bereits aktiv sind. Nicht jeder Verein soll das Rad neu erfinden müssen. Gerne veröffentlichen wir auch euren Bericht. Mailt ihn einfach an willkommen@deutsche-schachjugend.de
  • Regelplakat: In Kürze werden wir ein Regelplakat zur Verfügung stellen, mit dem durch bloße und einfache Diagramme die Schachregeln erklärt werden.

Mehr Informationen und Erfahrungsberichte gibt es unter http://www.deutsche-schachjugend.de/dsj ... en-freunde.

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Re: Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Beitragvon widow_s_cruse » 21. Januar 2016, 17:49

Hallo,

es ist mal wieder ein Zwischenbericht angebracht.

Seit November bin ich bemüht, die örtlichen Migranten in Sachen Gesellschaftsspiele zu bespaßen. :cool:
Mein ursprünglicher Ansatz, dass die Migranten in Begleitung der Paten auf unserem öffentlichen Treffen teilnehmen und auf dem Weg ein Beitrag zur Integration geleistet wird, geht so langsam den Bach runter. Es mangelt bei den Migranten an einem Interesse an Gesellschaftsspielen und öffentlichen Treffen. Und die Paten dürften inzwischen etwas müde sein, die Migranten überall hinzuschleifen. Das beruht teilweise an der Höflichkeit der Migranten zu Allem und Jedem Amen zu sagen und dann die Paten leider schlichtweg terminlich zu versetzen, wenn´s nicht wirklich spannend ist. C'est la vie

Status ist - dass wir jeden Mittwochabend im Migranten-Dorf einen Spiele-Treff ausrichten. Wir sind drei Paten und meiner einer mit dem notwendigen Material. Es ist nun leider nicht so, dass die Migranten sich diesen Termin für die Teilnahme vornehmen. Sondern so, wenn wir im Aufenthaltsraum entdeckt werden und gerade die richtigen Spiele auflegen haben, spontan teilgenommen wird. Oder auch mitten in der Partie aufgestanden wird und der Tisch ohne ein Wort der Verabschiedung verlassen wird.
Gestern war das Verhältnis drei Betreuer und ca. zehn Migranten. Spaß machten uns zwei jugendliche Syrer, die zum Ende hin teilnahmen, das Gesellschaftsspiel wohl entdeckten und gar nicht genug bekommen konnten.
An neuen Spielen haben sich die letzten Male bewährt: Packeis am Pol, La Bocca, Tsuro, Can´t Stop und im Besonderen Carabande.

Problematisch ist natürlich neben der Sprachhürde ein starkes Leistungsgefälle unter den Teilnehmer - insbesondere wenn ein solches Gefälle an einem Tisch sitzt. Da ist der eine schnell überfordert und dem anderen gleich fad. Ich tät für die Richtigen schon gerne etwas mit Schmackes auftischen. Aber es gilt wie immer der kleinste Nenner (oder IQ) als Maßstab für die Spielewahl. Dann - sind auch die arroganten Schachspieler nicht einfach - die setzen sich ja nie des Spielenswillens mit an den Tisch. ;)

Unter dem Aspekt Kölner Vorfälle ist die Stimmung allgemein schon getrübter wie vor dem Jahreswechsel. Wo ich persönlich das im Wesentlichen als organisierte Diebstähle verbuchte und das Antanzen (die sexuelle Belästigung) eine bewährte Diebstahlmethode ist. Was es nicht beschönigen und schon gar nicht generalisieren soll.
Aber ich erwähne es auf Grund der heute gemachten Erfahrung. Gestern wurde mir von den Betreuern beim Zusammenräumen geholfen. Ich hatte neben einen Fernseher meine Herrentasche (Geld, Handy, Papiere) abgelegt. Dort hat eine Betreuerin die Sachen in die Kisten geräumt. Ich nahm an, dass sie meine Tasche ebenfalls in die Kiste legte. Wie ich in der Früh beim Aufräumen daheim mit leichtem Entsetzen feststellte, war dem nicht so.
Vor Jahren war mir eine solche Tasche schon mal ziemlich dreist gestohlen worden. Wie per Video aufgezeichnet worden war, brauchte ein einheimischer "Volksfestgänger" wohl noch etwas Bares, um seine Kumpel zum Freibier einladen zu können. Er bediente sich dafür einfach meiner Herrentasche.
Ich fahre also mit leichter Panik und geringer Hoffnung zum Migranten-Dorf - wo ich bereits erwartet wurde, um mir die Tasche auszuhändigen. Ein mir völlig unbekannter Migrant hatte sie in Verwahrung genommen und mich wohl an Hand des Ausweisbilds erkannt. Da werden ich mir wohl noch etwas wegen dem Finderlohn einfallen lassen müssen. :)

Aber an diesem Beispiel kann man vielleicht nachvollziehen, dass alle Verhältnisse auch differenzierter zu betrachten sind.
Liebe Grüße
Nils
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Thygra
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Re: Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Beitragvon Thygra » 21. Januar 2016, 18:07

widow_s_cruse hat geschrieben:Aber an diesem Beispiel kann man vielleicht nachvollziehen, dass alle Verhältnisse auch differenzierter zu betrachten sind.

Das ist für mich eigentlich selbstverständlich. Natürlich gibt es unter den Einwanderern auch Menschen mit einem Hang zu ungesetzlichen Taten. Aber das ist eben nur ein kleiner Prozentsatz, so wie auch ein kleiner Prozentsatz der Deutschen einen Hang zu ungesetzlichen Taten hat. Ob nun dieser Prozentsatz unter den Einwanderern größer oder kleiner ist als unter den Deutschen, dazu dürfte es noch keine belastbaren Zahlen geben.

Im Allgemeinen gehe ich jedenfalls davon aus, dass fast jeder Einwanderer eine ehrliche Haut ist. Und man sollte nicht von ein paar schwarzen Schafen auf die Allgemeinheit schließen.
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Re: Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Beitragvon Harry2017 » 21. Januar 2016, 19:16

Thygra hat geschrieben:
widow_s_cruse hat geschrieben:Aber an diesem Beispiel kann man vielleicht nachvollziehen, dass alle Verhältnisse auch differenzierter zu betrachten sind.

...Natürlich gibt es unter den Einwanderern auch Menschen mit einem Hang zu ungesetzlichen Taten. Aber das ist eben nur ein kleiner Prozentsatz...


Und woher weisst Du das? Ist das eine Annahme oder eine fundierte Aussage?

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Re: Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mingo » 21. Januar 2016, 22:15

Harry2017 hat geschrieben:
Thygra hat geschrieben:
widow_s_cruse hat geschrieben:Aber an diesem Beispiel kann man vielleicht nachvollziehen, dass alle Verhältnisse auch differenzierter zu betrachten sind.

...Natürlich gibt es unter den Einwanderern auch Menschen mit einem Hang zu ungesetzlichen Taten. Aber das ist eben nur ein kleiner Prozentsatz...


Und woher weisst Du das? Ist das eine Annahme oder eine fundierte Aussage?


Diese Annahme nennt sich "Unschuldsvermutung" und darf so lange als fundierte Aussage gelten, bis sie widerlegt wurde.
Genauso gehe ich übrigens davon aus, dass du eine ehrliche Haut bist. Oder soll ich lieber erst mal vom Gegenteil ausgehen?

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Re: Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Beitragvon Harry2017 » 22. Januar 2016, 07:17

Wenn von Prozentsätzen gesprochen wird, gehe ich davon aus das es irgenwo nun bereits eine statistische Erhebung gibt, die mir unbekannt ist und die ich gerne gesehen/gelesen hätte - Nicht von einer Vermutung.

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Re: Spielrunden mit Migranten und Flüchtlingen: Erfahrungsaustausch

Beitragvon Thygra » 22. Januar 2016, 15:30

Wovon du ausgehst, ist natürlich deine Sache. Wenn du mal etwas genauer hinsiehst, wirst du aber erkennen, dass ich auch geschrieben habe, dass es wohl noch keine belastbaren Zahlen gibt.

Alles andere sollte sich aus gesundem Menschenverstand und etwas Logik von selbst ergeben.
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