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Verspielte Zitate, Sprüche und Gedichte

Allgemeine Spiele-Themen
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Verspielte Zitate, Sprüche und Gedichte

Beitragvon zuspieler » 25. Januar 2016, 02:40

Diese verspielte Zitate-Sammlung beruht auf der ehemaligen "Gut gesagt"-Seite auf spielbox-online. Danke an alle, die die Sprüche damals gesammelt haben. Ob die Sprüche und Zitate echt sind, weiß ich nicht.

Wenn ich Zeit und Lust habe, werde ich Quellenangaben recherchieren und nachtragen. Ihr kennt Quellen oder Zitate und Sprüche, die in dieser Sammlung fehlen. Dann veröffentlicht eine Antwort auf diesen Beitrag und ich ergänze die Liste.

Zitate/Sprüche über Spiele und Religion

  • Gott schuf den Menschen, auf daß er sich der Spiele erfreue, denn Spielen erhebt und vertreibt die Grillen.
    (Alfons der Weise, König von Kastilien und León, 1221 - 1284)

  • Gott würfelt nicht. Eigentlich: I cannot believe that God plays dice with the cosmos.
    (Albert Einstein, Physiker, 1879 - 1955)

  • Einstein, hör auf Gott zu sagen, was er mit seinen Würfeln machen soll!
    (Niels Bohr, Physiker, 1885 - 1962)

  • ... not only does God play dice, He sometimes throws them where they cannot be seen. Wird zitiert als: Gott würfelt nicht nur, er bescheißt auch noch.
    (Steven Hawking, Physiker, 1942)


Zitate/Sprüche über Spiele und Kinder

  • Atome spalten ist ein Kinderspiel, verglichen mit einem Kinderspiel.
    (Albert Einstein, Physiker, 1879 - 1955)

  • Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt, in der sie leben.
    (Maxim Gorki, Schriftsteller, 1868 - 1936)

  • Um wirklich zu spielen, muß der Mensch, solange er spielt, wieder Kind sein.
    (Johan Huizinga, Kulturhistoriker, 1872 - 1945)

  • Der Gegensatz des Spiels zum Ernst des Lebens kann nur Erwachsenen zum Bewusstsein kommen, denn Kinder spielen eigentlich immer; bei ihnen ist Spiel und Leben eins.
    (Ricarda Huch, Schriftstellerin und Philosophin, 1864 - 1947)

  • Aus der Art, wie das Kind spielt, kann man erahnen, wie er als Erwachsener seine Lebensaufgabe ergreifen wird.
    (Rudolf Steiner, Publizist und Esoteriker, 1861 - 1925)

  • Im echten Manne ist ein Kind versteckt: Das will spielen.
    (Friedrich Nietzsche, Schriftsteller und Philosoph, 1844 - 1900)


Zitate/Sprüche über Spiele und Lernen

  • Die hintergründige Dialektik des Spiels zeigt sich darin, daß es trotz seines scheinbar zweckfreien Charakters der Entwicklung der Lebensfunktionen dient und zwar umso nachhaltiger, je weniger es zielgebunden oder entwicklungsorientiert abläuft.
    (Hermann Röhrs, Pädagoge, 1915 - 2012)

  • Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.
    (Platon, Philosoph, 428/27 - 348/47 vor Christus)

  • Der wahrhaft Weise muss ab und zu die gespannte Schärfe seines Geistes lockern - und eben das geschieht durch spielerisches Tun und Denken.
    (Thomas von Aquin, Philosoph und Theologe, 1225 - 1274)

  • Die Entwicklung der Intelligenz braucht das Spiel wegen der unendlichen Vielfalt der Optionen.
    (Max Jürgen Kobbert, Spieleautor und Professor für Wahrnehmungspsychologie, 1944)

  • Spielen ist die einzige Art, richtig verstehen zu lernen.
    (Frederic Vester, Biochemiker und Systemforscher, 1925 - 2003)

  • Wer in der Schule nicht spielen lernt, lernt nicht lernen.
    (Wolfgang Menzel, Germanist und Pädagoge, 1935)

  • Brot und Spiel braucht der Mensch. Brot, um zu wachsen und zu existieren, Spiel, um diese Existenz zu erleben.
    (Frederik Jacobus Johannes Buytend, Biologe und Anthropologe, 1887 - 1974)

  • It is paradoxical that many educators and parents still differentiate between a time for learning and a time for play without seeing the vital connection between them.
    (Felice Leonardo Buscaglia, Schriftsteller, 1924 - 1998)

  • Wer spielt, der denkt, und wer denkt, kommt erfolgreicher durchs Leben
    (Manfred)

  • Wer spielt, der lernt! Wer lernt, der lebt! Wer lebt, der spielt!
    (Jörg Roggensack)


Zitate/Sprüche über Spiele und Arbeit

  • Nur Arbeit und kein Spiel macht dumm.
    (Karl Marx, Philosoph und Ökonom, 1818 - 1883)

  • Obwohl man die Arbeit als einen Fluch betrachtete, wurde sie heilig gesprochen und das Spiel regelrecht diffamiert.
    (Ruth Dirx, Schriftstellerin, 1913 - 1944)

  • Wollte der Mensch immer nur ernst und fleißig sein und nicht auch dem Spiel sein Recht geben, so würde er ohne es zu merken entweder von Sinnen kommen oder ganz schlaff und müde werden!
    (Aramis, König, 570 - 526 vor Christus)

  • Spiele, damit du ernst sein kannst. Denn das Spiel ist ein Ausruhen, und die Menschen bedürfen, da sie nicht immer tätig sein können, des Ausruhens.
    (Aristoteles, Philosoph, 384 - 322 vor Christus)

  • Spiel ist die Würze aller Arbeit.
    (Plutarch, Schriftsteller, 45 - 125)

  • So wenig wie möglich arbeiten, so viel wie möglich spielen.
    (Alex Randolph, Spieleautor, 1922 - 2004)

  • Gerade um wertvolle Arbeit zu tun, muß man spielen, daß heißt basteln, versuchen, experimentieren.
    (Emanuel Lasker, Schachspieler und Philosoph, 1868 - 1941)


Zitate/Sprüche über Spiele, Liebe und Freundschaft

  • Nicht dauernder als Schnee in Feuers Glut ist Liebesschwur und den der Spieler tut.
    (Lope de Vega, Dichter, 1562 - 1635)

  • Nuda per lusus pectora nostra patent. Durch das Spiel liegen unsere Herzen offen dar.
    (Publius Ovidius Naso, Dichter, 43 vor Christus - 17)

  • Spielen ist ein Stück Freude mit jemandem anderen zu teilen.
    (Manfred Reindl, Spieleautor, 1965)

  • Der schönste Gewinn beim Spiel ist der einer Freundschaft.


Gedichte über Spiele

  • Das Leben ist ein Gänsespiel...

    Das Leben ist ein Gänsespiel:
    Je mehr man vorwärts gehet,
    Je früher kommt man an das Ziel,
    Wo Niemand gerne stehet.

    Man sagt, die Gänse wären dumm,
    O glaubt mir nicht den Leuten:
    Denn Eine sieht einmal sich rum,
    Mich rückwärts zu bedeuten.

    Ganz anders ist's in dieser Welt.
    Wo alles vorwärts drücket,
    Wenn einer stolpert oder fällt,
    Keine Seele rückwärts blicket.

    (Johann Wolfgang von Goethe, Schriftsteller und Dichter, 1749 - 1832, Quelle)


Unsortierte Zitate/Sprüche über Spiele

Liste wird nach und nach bearbeitet.

  • Alle vereinzelten Abgrenzungen, alle scheinbaren Gegensätze zum Spiel bilden immer nur vereinzelte Teilansichten und liefern bestenfalls "Bei-Spiele". (Gerhard von Xujawa)

  • Also ist der bloß Ernste in dem Sinne ohne Tugend, als er das Spiel verachtet, das doch so notwendig ist für das menschliche Leben wie das Ausruhen. (Thomas von Aquin)

  • Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen. (Arthur Schopenhauer)

  • Das Spiel ist das einzige, was Männer wirklich ernst nehmen. Deshalb sind Spielregeln älter als alle Gesetze der Welt. (Peter Bamm)

  • Poetischer Schein ist Spiel der Vorstellungen, und Spiel ist Schein von Handlungen.
    (Friedrich von Schlegel, Kulturphilosoph und Schriftsteller, 1772 - 1829)

  • Das Spiel ist die erste Poesie des Menschen. Essen und Trinken sind seine Prosa. (Jean Paul)

  • Das Spiel ist die höchste Form der Forschung. (Albert Einstein)

  • Das Spiel ist so notwendig für das menschliche Leben wie das Ausruhen. (Thomas von Aquin)

  • Das Spiel zeigt den Charakter. (Sprichwörtliche Redensart)

  • Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. (Friedrich Schiller, 1795, Quelle)


  • Der Spieler ist ein Mensch, der Hoffnung am Notwendigsten hat, weil er an der Furcht am stärksten leidet. Er ist stets ein Desperado. (Otto Weininger)

  • Die guten Gedanken über das Spiel sind rar, was damit zusammenhängt, dass der theoretische Mensch nicht geneigt ist, das Spiel ernst zu nehmen. Er pflegt sich selbst ernst zu nehmen, und indem er dies tut, entzieht er dem Spiel jeden Ernst. (F. G. Jünger)

  • Die Quelle alles Guten liegt im Spiel. (Friedrich Wilhelm August Fröbel, 1782-1852)

  • Ein Spielzeug gibt zuerst Genuss durch seine Erscheinung, und dann Heiterkeit durch seinen Gebrauch. (Jean Paul Levana)

  • Er bezeichnet das Kartenspiel als Glücksspiel. Kann er nicht richtig mischen? (Werner Mitsch, *1936, deutscher Aphoristiker)

  • Es geht nicht um siegen oder verlieren - es geht darum, den Gegner zu demütigen! (Hägar)

  • Es ist das Spiel und nur das Spiel, das den Menschen vollständig macht. (Schiller)

  • Es ist, als ob unsere Zivilisation den Anblick des Spielenden nicht mehr ertragen könne, weil sie in seinem zweckfreien Tun eine Form der Freiheit wittert, die ihr Konzept stört. (Friedrich Sieburg)

  • Etwas Gescheiteres kann einer doch nicht treiben in dieser schönen Welt als zu spielen. Mir kommt das ganze Leben vor wie ein Spiel. (Henrik Ibsen, 1828-1906, norwegischer Dramatiker)

  • Ich bin zu alt, um nur zu spielen, und zu jung, um ohne Wunsch zu sein. (Goethe )

  • If you want creative workers, give them enough time to play. (John Cleese, comic actor *1939)

  • Im Leben werden Partien nie so unstrittig gewonnen wie im Spiel; das Spiel gibt uns Genugtuungen, die das Leben versagt. (Emanuel Lasker, von 1894 bis 1921 Schachweltmeister)

  • Im Spiel verraten wir, wes Geistes Kind wir sind. (Ovid 43 v.Chr.-17 n.Chr., eigentlich Publius Ovidius Naso, römischer Epiker)

  • Je besser man die Spielregeln kennt, umso mehr Spaß macht es, sie zu umgehen. (Werner Mitsch, *1936, deutscher Aphoristiker)
    Leute hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen! (Oliver Wendell Holmes, 1809-1894)

  • Leute, die sich die Finger verbrennen, verstehen nichts vom Spiel mit dem Feuer. (Oscar Wilde, 1854-1900, eigentlich Oscar Fingal O'Flahertie Wills, irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor)

  • Life consists not in holding good cards but in playing those you hold well. (Josh Billings, columnist and humorist, 1818-1885)

  • Man sollte immer ehrlich spielen, wenn man die Trümpfe in der Hand hat. (Oscar Wilde, 1854-1900, eigentlich Oscar Fingal O'Flahertie Wills, irischer Lyriker,Dramatiker und Bühnenautor)

  • Menschen spielen mit allem, das sie umgibt, mit Worten, mit der Macht, mit der Liebe, der Musik. (Bernward Thole)

  • Mit einem Menschen, der nur Trümpfe hat, kann man nicht Karten spielen. (Friedrich Hebbel)

  • Nirgends hat der Mensch mehr Scharfsinn an den Tag gelegt als in seinen Spielen. (Leibnitz)

  • Seit langer Zeit hat sich bei mir die Überzeugung in wachsendem Masse befestigt, dass menschliche Kultur im Spiel - als Spiel - aufkommt und sich entfaltet. Es handelt sich für mich nicht darum, welchen Platz das Spielen mitten unter den übrigen Kulturerscheinungen einnimmt, sondern inwieweit die Kultur selbst Spielcharakter hat. (Johan Huizinga)

  • Solange der Mensch spielt, ist er frei. (Friedrich Sieburg)

  • Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von dem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des Andersseins als das gewöhnliche Leben. (Johan Huizinga)

  • Spiel ist notwendig zur Führung eines menschlichen Lebens. (Thomas von Aquin)

  • Spiel: eine Beschäftigung, die für sich selbst angenehm ist. (Immanuel Kant, 1724-1804, deutscher Philosoph)

  • Spiele entwickeln ist das schönste Spiel (Reinhold Wittig im Katalog des ersten Spieleautoren-Treffens 1983)

  • Spiele sind Bücher, die man spielt (Hubertus Porada, Edition Perlhuhn 1976)

  • Spiele sind Fragen zu Antworten (Reinhold Wittig 2003)

  • Spielen ist dem Menschen innewohnendes Prinzip. (Edmund Burke 1729-1797, irisch-englischer Staatsmann und romantischer Denker)

  • Spielen ist eine Sache der Kultur (Reinhold Wittig im Katalog des ersten Spieleautoren-Treffens 1983)

  • Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann. (Jacques-Yves Cousteau)

  • Spielen ist Experimentieren mit dem Zufall. (Novalis, 1772-1801, eigtl. Friedrich von Hardenberg, dt. Dichter)

  • Spielen ist Jonglieren mit der Wirklichkeit. (Dr. Bernward Thole, Leiter des Deutschen Spiele-Archivs in Marburg)

  • Spielen ist Menschenrecht (Walter "Kosilo" Kosar)

  • Spieler sind Menschen, die dem Glück eine Chance geben. (Werner Mitsch, *1936, deutscher Aphoristiker)

  • Statussymbole sind das Spielzeug der Erwachsenen. (Lothar Schmidt)

  • The game never ends when your whole world depends on the turn of a friendly card (Alan Parsons Project; The turn of a friendly card)

  • Wenn man alles mit dem Maßstab der Wirklichkeit mißt, gibt es kein Spiel mehr. Wenn es kein Spiel mehr gibt, was bleibt dann noch? (Leo Tolstoi, zitiert von Andreas Mutschke am 30.11. 2003)

  • Wer älter wird, der wird nicht aufhören zu spielen. Aber wer aufhört zu spielen, der wird älter. (G.B. Shaw)

  • Wer beim Spiel böse wird, der soll sich nicht beteiligen. (Aus Finnland)

  • Wer das Spiel nicht durchschaut, steckt vielleicht zu tief drin. (Manfred Hinrich *1926, Dr.phil., deutscher Philosoph, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor,Aphoristiker und Schriftsteller)

  • Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

  • Wer nicht verlieren will, der spiele nicht. (deutsches Sprichwort)

  • Wie in einem Theaterstück kommt es im Leben nicht darauf an, wie lange es dauert, sondern wie gut es gespielt wird. (Lucius Annaeus Seneca)

  • Wir spielen alle, wer es weiß, ist klug. (Arthur Schnitzler, 1862-1931, österreichischer Dramatiker und Erzähler)

  • Das Spiel sieht für jedes Alter anders aus. Für das Kind besteht es in der Darstellung des Lebens; für den Heranwachsenden im Erträumen des Lebens; für den jungen Mann in der Aktivierung des Lebens; für den Reifen im Sichablenken vom Leben.
    Sully de Prudhomme

  • Das Leben hat nur einen wirklichen Charme: Das Spiel. Aber wenn es einem gleichgültig ist, zu verlieren oder zu gewinnen?
    Charles Baudelaire

  • Geht und spielt!
    lateinisches Sprichwort

  • Das Spiel lehrt Contenance zu halten, indem man zum schlechten Spiel eine heitere Miene aufsetzt.
    Arthur Schopenhauer

  • Spielen bedeutet, experimentieren mit dem Zufall. (Novalis, deutscher Lyriker und Prosadichter)

  • Wenn du verlierst, verlier nicht, was du daraus lernst.
    Lerne die Regeln, dann weißt du wie man sie bricht.
    (Gebot 2 und 5 der 19 Gebote des Dalai Lama)

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Re: Verspielte Zitate, Sprüche und Gedichte - zuspieler.de-Artikel

Beitragvon zuspieler » 27. Mai 2017, 11:52

Hinweis: Der folgende Artikel von mir wurde 2012 erstmalig auf zuspieler.de veröffentlicht. Mehr dazu unter viewtopic.php?f=63&t=390396.

Bei der Fußball-Europameisterschaft wird um die Wette gespielt, alles auf eine Karte gesetzt und am Ende sind die Würfel gefallen. Jürgen Ehrenmüller weiß, woher solche Metaphern kommen. Er untersuchte in seiner Diplomarbeit „Spielerische WortSchätze“ wie sich die Spielleidenschaft der Menschen in der Alltagssprache niederschlägt. Die Diplomarbeit ist am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz im Rahmen des sprachpädagogischen Projektes „Deutsche Wortschätze“entstanden.

Exakt 279 Belege spielerischer Wortschätze – vom Ass im Ärmel, über das Bauernopfer, den Dominoeffekt, das Kinderspiel bis hin zum Politpoker, dem Spiel mit der Macht, dem großen Wurf und dem Zugzwang – hat Ehrenmüller mit kurzen Beschreibungen versehen in die Projektdatenbank eingetragen. „Menschen greifen immer wieder auf Metaphern zurück, um die Welt zu strukturieren. Das Spiel bietet sich für eine Analyse an, weil es eine demokratische Grunderfahrung und jedem zugänglich ist“, sagt Ehrenmüller. Das Spiel sei eine Aktivität, die vor allem zum Vorschein komme, wenn überschüssige Zeit zur Verfügung stehe. „Ich habe versucht herauszufinden, welche Begriffe für Spielmetaphern gebraucht werden. Zentral dabei war die Zuordnung der Wörter zum Bereich Spiel. Bei Zeitnot war das schwierig. Es stellte sich aber heraus, dass es ein Fachbegriff aus dem Schach ist“, sagt Ehrenmüller. Oder Zwickmühle: Hiermit ist das Moment einer Lage gemeint, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint.

Der Fundus, aus dem Ehrenmüller schöpft, ist groß: Es finden sich Beispiele aus der Antike wie „Die Würfel sind gefallen“ bis hin zu Modeworten wie etwa „Toyboy“. Aber auch Österreich bezogene, regionale Sprachschätze finden sich in der Auswertung: „Alles was mit dem Kartenspiel Schnapsen zu tun hat: ,das Bummerl haben’ oder ,aus dem Schneider sein’.“

„Spielerische WortSchätze“ ist Teil des Großprojektes „Deutsche WortSchätze“, das seit dem Jahr 2004 laufend Diplomarbeiten zu unterschiedlichen Bereichen wie Ernährung, Musik oder Religion ermöglicht hat. Initiator Wernfried Hofmeister sieht in diesem Projekt die Möglichkeit, die Gesellschaft in Hinblick auf die korrekte Sprachbild-Verwendung zu sensibilisieren: „Sprachbilder werden oft zu selbstverständlich gebraucht und das Bewusstsein von vor zehn Jahren ist verloren gegangen. Wir liefern mit unserer WortSchätze-Datenbank das Material zum Nachdenken für die offene Gesellschaft.“ In den folgenden Absätzen veröffentlicht zuspieler.de. ausgewählte Spielemetaphern. Die vollständige Erklärung für alle Ausdrücke finden Interessierte in der WortSchätze-Datenbank, https://wortschaetze.uni-graz.at/.

Bauernopfer
Umschreibung: Person, die als vermeintlich niederrangigere zum Vorteil einer oder mehrer höherer Ziele preisgegeben wurde, etwas vermeintlich Niederrangiges, das zur Erreichung eines oder mehrer höherer Ziele fallen gelassen wurde

Historische Analyse: Im Schach wird das absichtliche Schlagenlassen eines Bauerns, durch das eine angestrebte Position auf dem Schachbrett erreicht werden soll, als Bauernopfer bezeichnet. Durch die geringe Wertigkeit dieser Spielfigur ist sein Verlust für einen Spieler leicht verschmerzbar. Motivierend wirkte hier daher das Moment des in Kauf genommenen Verlusts.

Blinde Kuh
Umschreibung: 1. bewusste Irreführung. 2. etwas nicht wahrnehmen oder wahrnehmen wollen.

Historische Analyse: Die erste übertragene Bedeutungsvariante bezieht sich auf die Zurufe der Spieler: Mit "heiß" oder "kalt" lotsen sie den, der als Blinde Kuh spielt und somit nichts sehen kann, in die richtige oder mit böser Absicht in die falsche Richtung. Sie können den herumtapsenden Spieler, der selbst nicht beurteilen kann, ob er sich dem Ziel nähert oder nicht, bewusst in die Irre führen: Dieses Moment der bewussten Irreführung wirkte hier motivierend, bei der zweiten übertragenen Bedeutung das der absichtlich verdeckten Augen.

Bei jemandem einen Stein im Brett haben
Umschreibung: jemandes besondere Gunst genießen, bei jemandem (große) Sympathien genießen, gut bei ihm angeschrieben sein, sein Wohlwollen genießen, bevorzugt werden, bei jemandem viel gelten

Historische Analyse: Der Phraseologismus bezieht sich auf das Tricktrackspiel, bei dem es darauf ankommt, die Spielsteine gut auf dem Brett zu platzieren. Die übertragene Bedeutung ergibt sich durch den Effekt, den man so beim Gegner erreicht: Anerkennung durch einen geschickten Spielzug. Das Moment des Ansehens wirkte daher hier motivierend. Entstehungszeit: erster Beleg 1529 bei Joh. Agricola, seit dem 16. Jarhhundert

Dominoeffekt
Umschreibung: durch ein Ereignis ausgelöste Folge von weiteren gleichartigen oder ähnlichen Ereignissen

Historische Analyse: Der metaphorische Ausdruck bezieht sich auf das Fallen von Dominosteinen: Sind diese in einer Reihe hintereinander aufgestellt und wird der erste angestoßen, so bewirkt er das Fallen der übrigen. Das Moment der Kettenreaktion motivierte daher die übertragene Bedeutung.

Keinen Blumentopf gewinnen
Umschreibung: mit etwas hat man keinen Erfolg, kann man nichts erreichen

Historische Analyse: In vollständiger Form lautet der aus Berlin stammende Phraseologismus "Damit kannste bei mir keen Blumentopp gewinnen und wenn du 19 truddelst ("würfeln")". Der Bezug zum Würfeln ist so klar ersichtlich: An Jahrmarktbuden konnten bei Würfelspielen Blumentöpfe gewonnen werden. Es unwahrscheinlich, dass die Wendung vom Renommierblumenstrauß, der zum Beispiel Künstlern auf der Bühne überreicht wird, herrührt

Abgekartet Spiel
Umschreibung: etwas wurde zum Nachteil eines Dritten heimlich verabredet

Historische Analyse: Bei "abgekartet" handelt es sich um das Partizip II von "abkarten", das "zum Nachteil eines anderen verabreden" bedeutet. Es wird als attributives Adjektiv gebraucht, um etwas als "in betrügerischer Weise abgesprochen" zu kennzeichnen. Die ursprüngliche Semantik des Verbs umfasst nur das Einsehen der Karten nach heimlicher Verabredung beziehungsweise das betrügerische Mischen zum Schaden eines Mitspielers (wobei auch hier der Aspekt der Absprache mitschwingt): Das Moment der Absprache zum Nachteil eines Dritten motivierte die übertragene Bedeutung. Entstehungszeit: 18. Jahrhundert

Eine ruhige Kugel schieben
Umschreibung: sich bei der Arbeit nicht sehr anstrengen, keine anstrengende Arbeit haben; sich (bei der Arbeit) nicht sonderlich anstrengen müssen; sich nicht sonderlich anstrengen müssen, leichte Arbeit zu verrichten haben, sorglos leben; bequemen Dienst haben, sich nicht anzustrengen brauchen, sorglos leben können

Historische Analyse: Der Ursprung des Phraseologismus liegt im Kegelspiel. Motivierend wirkte das Moment der Mühelosigkeit: Auf den glatten Kegelbahnen kann eine Kugel leicht ins Rollen gebracht werden. Entstehungszeit: 1920

Jemandem Paroli bieten
Umschreibung: jemandem, einer Sache gleich Starkes entgegenzusetzen haben und damit Einhalt gebieten, wirksam Widerstand leisten; jemandem, einer Sache wirksam entgegentreten; ihm in überbietender Weise entgegentreten, es ihm mit derberer Münze heimzahlen; sich zur Wehr setzen

Historische Analyse: Frz. "Paroli" bedeutet eigentlich ‚das Doppelte des ersten Einsatzes im Kartenspiel‘. Die übertragene Bedeutung wurde durch das Moment des Entgegen- bzw. Mithaltens (im konkreten Falle im Spiel mit dem verdoppelten Einsatz) motiviert. Abseits dieses Phraseologismus kommt das Wort nicht vor. Entstehungszeit: Anfang des 19. Jahrhunderts.

Global Player
Umschreibung: global agierende/r Konzern/Organisation, Multi

Historische Analyse: Der Phraseologismus stammt ursprünglich aus dem Englischen und meint dort ebenfalls Unternehmen, die am weltweiten Wettbewerb teilnehmen, oder Organisationen, die global agieren. Motivierend für diese übertragene Bedeutung von Global Player wirkte das Moment der Beteiligung (im konkreten Fall an einem Spiel): Wie ein Spieler an einem Spiel teilnimmt, so ist ein "Global Player" am Weltmarkt beteiligt: Dieser Aspekt wird durch das attributive Adjektiv "global" ausgedrückt.

Aus dem Schneider sein
Umschreibung: eine schwierige Situation überwunden haben; das Schlimmste überstanden haben

Historische Analyse: Der Phraseologismus bezieht sich auf Kartenspiele: Beim Schnapsen ist ein Spieler dann "aus dem Schneider", wenn er mindestens eine der Partien gewonnen hat, beim Skat dann, wenn er über 30, also mindestens 31 Punkte erreicht hat. Nach Röhrich könnte der Phraseologismus seinen Ursprung aber auch in einem alten studentischen Trinkspiel („Lustig, meine Sieben“) haben: Wer unter 30 Punkten blieb, auf dessen Platz wurde eine Schere gemalt und er musste als Strafe die doppelte Menge Bier trinken. Erreichte man allerdings einundreißig, so war man „aus dem Schneider“. In beiden Fällen motivierte die übertragene Bedeutung das Moment der Überwindung einer schwierigen Situation. Ursprünglich bezog sich der Phraseologismus darauf, dass früher gespottet wurde, ein Schneider wiege nicht mehr als dreißig Lot (525 Gramm nach dem österreichischen Lot [17,5 Gramm]). Angespielt wurde auf deren schlechte soziale Lage.

Die Würfel sind gefallen
Umschreibung: die Entscheidung ist gefallen; eine Entscheidung wurde getroffen (jetzt gibt es kein Zurück mehr); der Entschluß [sic!] ist gefaßt [sic!], die Entscheidung ist endgültig.

Historische Analyse: Die Überschreitung des Rubikons, der die Grenze zwischen der Provinz Gallia Cisalpina und Italien (das zu dieser Zeit noch keine Provinz war) darstellte, die Caesar am 10./11.1.49 vor Christus. Mit bewaffneten Truppen, die er trotz Aufforderung durch den Senat nicht entlassen wollte, unternahm, läutete den Bürgerkrieg gegen Pompeius ein. Bei der Überquerung des Flusses soll Caesar – wie Plutarch berichtet – Menander zitiert haben – als gebildeter Römer natürlich in griechischer Sprache: anerriphtho kybos (ἀνερρίφθω κύβος). Die deutsche Übersetzung "Der Würfel ist gefallen" (bzw. die geläufigere, die aus einem Würfel mehrere macht: "Die Würfel sind gefallen") entspricht weder der historischen Situation noch dem griechischen Text: Caesar wollte den Augenblick des Wagnisses bezeichnen und griff deshalb auf Menander zurück. Bei ἀνερρίφθω handelt es sich um eine Imperativform, die richtige Übersetzung wäre daher: "Der Würfel sei hochgeworfen [und das Wagnis beginne]". Die lateinische Variante der Zitats findet sich zuerst bei Sueton, der sie mit alea iacta est übersetzte und somit eine Imperativform durch eine Partizipialkonstruktion austauschte, womit er die eigentlich – bezogen auf den griechischen Urtext – falsche Tradierung des Zitats in Gang setzte. Caesar selbst erwähnt diese Episode in seinem Bellum civile übrigens nicht. Menander benützte das Bild des Würfels, der hochgeworfen wird und bei dem noch offen ist, welche Augenzahl obenauf sein wird, um auszudrücken, dass etwas in Gang gesetzt werden würde, dessen Ergebnis nicht vorhersehbar sein werde: Daher bediente sich Caesar wohl dieses Zitats, um seine – aus Sicht des Senats ungeheuerliche – Tat zu beschreiben. Suetons Variante und deren deutsche Übersetzung (ob nun fälschlicherweise im Plural oder nicht) zielen auf eine andere Semantik: Der Würfel ist gefallen, eine Augenzahl ist obenauf und nicht mehr zu ändern. Im übertragenen Sinne wird so ausgedrückt, dass etwas begonnen wurde, das nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, da der point of no return bereits erreicht wurde.

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Florio
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Re: Verspielte Zitate, Sprüche und Gedichte

Beitragvon Florio » 19. April 2018, 14:52

Welches Zitat mir auch gefällt:

"Zeit ist überhaupt nicht kostbar, denn sie ist eine Illusion. Was dir so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft, desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt."

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