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Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Allgemeine Spiele-Themen
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Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon zuspieler » 18. Februar 2018, 09:28

Ich habe auf Amazon Brettspiele und Strategiespiele für Hunde und andere Tiere entdeckt. Die Spiele funktionieren immer nach einem ähnlichen Muster. Es gibt ein "Spielbrett" mit Vertiefungen. Diese werden mit Futter gefüllt und der Hund muss das Futter finden, siehe zum Beispiel https://www.amazon.de/Trixie-Activity-B ... 209&sr=8-1.

Nun habe ich mich gefragt, ob diese "Spiele" wirklich Brettspiele/Gesellschaftsspiele/Strategiespiele sind. Eine alte Definition von Spiel stammt bekanntlich von Johan Huizinga. Er sagte.
Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.

Das Suchen nach Futter auf dem Spielbrett wäre eine freiwillige Handlung (wenn wir unterstellen, dass das Tier auch sonst gefüttert wird). Es gibt bindende Regeln (wenn Du die Klappe öffnest, bekommst Du eine Belohnung) und ich vermute, dass die Handlung für das Tier begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude. Fraglich wäre nur das Bewusstsein des "Andersseins" als das gewöhnliche Leben. Das die Spiele für Hunde und andere Tiere nicht wirklich komplex sind, ist für mich kein Ausschlusskriterium. Das Angelspiel für Menschen ist ebenfalls sehr simpel. Wenn man die Definition von Jesse Schell zugrunde legt, wäre es auf jeden Fall ein Spiel. Er sagt.
A game is a problem-solving activity, approached with a playful attitude.

Deswegen die Frage in die Runde. Kann es Brettspiele und Strategiespiele (so bewerben einige Hersteller die Produkte) für Tiere geben?

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peer
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon peer » 18. Februar 2018, 09:55

Nein.
Es muss allerdings zwischen "freiem Spiel" und "Regelspiel" unterschieden werden.
Tiere spielen frei, also beschäftigen sich zur Unterhaltung, ohne konkretes Ziel.

Für ein Regelspiel (und darum soll es hier ja anscheinend gehen) muss es aber ein klares Regelwerk geben und ein Ziel, dass die Spieler (gemeinsam oder einzelnd) erreichen müssen, in dem sie sich der Regeln bedienen. Das Suchen nach Futter ist in diesem Fall für die Tiere die Primärhandlung, nicht das Erreichen des eigentlichen Zieles. Außerdem dient auf diese Weise das Spiel einen konkreten Zweck, nämlich der Nahrungsaufnahme. Das Kriterium der "Sinnfreien Beschäftigung" entfällt also.
Natürlich kann man mit den Grauzonen spielen: Man kann Tieren beibringen bestimmte Handlungsabläufe durchziführen - etwa einen Würfel zu werfen und entsprechend vorzusetzen, aber das ist dann eher Dressur, denn auch hier will das Tier ja das Ziel nicht erreichen, sondern die gestellte Aufgabe erfüllen.
Wenn das Ziel das Finden der Nahrung ist, so wie ich die Spiele verstehe, dann sind diese "Spiele" eher Rätsel, da es nur einen festgelegten "Spielablauf" gibt. Der Unterschied zwischen einem "Rätsel" und einem "Regelspiel" ist, dass bei letztterem das Ziel auf unterschiedliche Arten erreicht werden kann (das schließt auch z.B. einfach unterrschiedliche Würfelverläufe ein) - Escape Roomspiele sind nach der Definition also auch keine Spiele, sondern Rätsel (was ja auch ganz gut hinkommt).

Alles in allem kann man natürlich die Definitionen so wählen, dass man auf jede beliebige Antwort kommt. Und es gibt auch verschiedene Ansätze in der Literatur - aber ich glaube im Kern würde ich die von dir beschriebenen Spiele nicht als "Regelespiele" im eigentlichen sinne betrachten - denn es ist schon ein ziemlich anderes Spielen, als dass was wir normalerweise darunter verstehen. Wenn ich herausfinden muss, in welcher Klappe Geld steckt, ist das für mich vielleicht eine interessante Aufgabe, aber sicher kein Spiel ;-)

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon zuspieler » 18. Februar 2018, 10:36

peer hat geschrieben:Tiere spielen frei, also beschäftigen sich zur Unterhaltung, ohne konkretes Ziel.

Normalerweise ja. Aber ist das auch der Fall, wenn Tiere das Ziel haben, Futter zu finden oder einen Ball zu fangen und zurückzubringen?

peer hat geschrieben:Für ein Regelspiel (und darum soll es hier ja anscheinend gehen) muss es aber ein klares Regelwerk geben und ein Ziel, dass die Spieler (gemeinsam oder einzelnd) erreichen müssen, in dem sie sich der Regeln bedienen. Das Suchen nach Futter ist in diesem Fall für die Tiere die Primärhandlung, nicht das Erreichen des eigentlichen Zieles.

Damit ich das richtig verstehe. Das Ziel für Tiere ist Deiner Meinung nach nicht, die Klappe zu öffnen, sondern die Suche an und für sich. Der Weg ist also das Ziel?

peer hat geschrieben:Wenn das Ziel das Finden der Nahrung ist, so wie ich die Spiele verstehe, dann sind diese "Spiele" eher Rätsel, da es nur einen festgelegten "Spielablauf" gibt. Der Unterschied zwischen einem "Rätsel" und einem "Regelspiel" ist, dass bei letztterem das Ziel auf unterschiedliche Arten erreicht werden kann (das schließt auch z.B. einfach unterrschiedliche Würfelverläufe ein) - Escape Roomspiele sind nach der Definition also auch keine Spiele, sondern Rätsel (was ja auch ganz gut hinkommt).

Darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Ich zitiere mich dazu selbst aus diesem Thread, viewtopic.php?f=7&t=390715#p427510.

zuspieler hat geschrieben:Jesse Schell schreibt dazu in seinem Buch "The Art of Game Design: A Book of Lenses" sinngemäß: Puzzle sind Brettspiele mit einer dominanten Siegstrategie. Die dominante Siegstrategie ist die Lösung des Puzzles. Das Ziel des Spiels ist es, die dominante Siegstrategie zu finden. Wenn man die dominante Siegstrategie kennt, ist das Puzzle/Rätsel-Spiel - wie alle Spielen, bei denen man eine dominante Siegstrategie kennt - langweilig.

Schell unterscheidet in seinem Buch bewusst zwischen Puzzles und Rätseln. Puzzle geben den Spielern seiner Meinung nach eine Rückmeldung, ob sie sich der Lösung nähern, Rätsel nicht. Er meint mit Puzzles nicht nur klassische Puzzles (aus X Teilen), sondern auch Puzzles wie "kombiniere X mit Y", "setze X in Y ein" und so weiter und so fort.

peer hat geschrieben:Wenn ich herausfinden muss, in welcher Klappe Geld steckt, ist das für mich vielleicht eine interessante Aufgabe, aber sicher kein Spiel ;-)

Sind dann simple Kinderspiele wie zum Beispiel das Angelspiel für Dich auch keine Spiele?

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon widow_s_cruse » 18. Februar 2018, 11:03

Hallo,

ich halte es auch eher für eine Beschäftigung der Tiere, als dass ich es mit "unserem Spielen" gleichsetzen möchte. (Artgerechter, möchte ich betonen, ist die Möglichkeit des Freilaufs der Hunde und sind die Sozialkontakte unter Artgenossen.)

Es gibt Sachbücher, die sich mit der Intelligenz von Hunden auseinandersetzen. Wo es darum geht, welche Rassen über die größeren Fähigkeiten verfügen, Probleme zu lösen (Hindernisse zu umgehen). Oder wo mittels der Zucht eingegriffen wurde, die Intelligenz zu reduzieren. (=Reduzierung von Angst / Rattenjagd/ Jack Russel).

Vergleicht man die Intelligenz von Mensch/Tier, liegen Meinungen vor, dass die Hunde den gleichen Level vom drei- bis vierjährigen Menschen erreichen. Blickt man dort auf die Spielsachen, lassen sich ähnliche Gerätschaften feststellen. Aber in dem Sinne sind da weniger Brettspiele zu finden.

Aber es ist schon möglich, Hunden erstaunliche Handlungen abzuverlangen. Das geschieht jedoch selten über freie Aktivitäten, sondern beruht in der Regel auf Konditionierung z.B. Clickertraining
https://youtu.be/Fu_rLIq7-5o
Ich finde so was schon eher gruselig, was man/Frau für das persönliche Wohlbefinden den Hunden so einfach an Handlungsfreiheit nimmt. :cool:
Liebe Grüße
Nils
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Günter Cornett
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon Günter Cornett » 18. Februar 2018, 19:55

Wenn es um s Futter geht, stellt sich natürlich die Frage, ob die Handlungen Spiel sind oder Notwendigkeit.
Allerdings fordern Hunde durchaus Menschen zum Spiel auf, indem sie ihm einen Stock oder Ball vor die Füße legen.

Insofern geht es auch um die Frage, was unter einem Brett- oder Strategiespiel zu verstehen ist.

Es gibt aber offensichtlich Spiele-Apps für Tiere:
https://www.schlimmerkater.de/katzen/ka ... p-android/
Im alten spielbox-Forum über mehrere Jahre gesperrt wegen Ankündigung eines Links auf https://boardgamegeek.com/thread/701349 ... rong-cover

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon zuspieler » 18. Februar 2018, 20:23

Günter Cornett hat geschrieben:Insofern geht es auch um die Frage, was unter einem Brett- oder Strategiespiel zu verstehen ist.

Meines Erachtens ist es sehr kompliziert, diese zwei Fragen zu beantworten. Wir schreiben in unserer FAQ unter https://gesellschaftsspiele.spielen.de/ ... brettspiel.

Was ist ein Brettspiel
Brettspiele spielt ihr auf einem Brett. Da ein leeres Brett ziemlich langweilig ist, benötigt ihr ihr meist weitere Komponenten, zum Beispiel Figuren, Karten oder Würfel. Eure Hauptaktionen finden jedoch immer auf dem Brett statt. Manchmal ist das Brett bei jeder Partie identisch wie bei Schach, manchmal verändert es sich von Partie zu Partie wie bei Catan: Das Spiel. Bekannte Brettspiele sind Mensch ärgere Dich nicht!, Monopoly und Zug um Zug. Im englischen heißen Brettspiele "board games".

In der Praxis gibt es jedoch immer wieder Fälle, bei denen es nicht eindeutig ist, ob die Hauptaktionen auf dem Brett stattfinden. Strategiespiel finde ich einen noch schwierigeren Begriff. Strategie steht ja bekanntlich (im Gegensatz zu Taktik) für einen längerfristigen Plan. Wikpedia schreibt dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Strategiespiel Folgendes.

Wikipedia hat geschrieben:Ein Strategiespiel ist ein Spiel, in dem eine langfristige Planung des Vorgehens im Spiel entscheidend ist. Häufig enthalten Strategiespiele dabei keine oder nur sehr geringe Glücks- oder Zufallselemente.

Man kann natürlich wunderbar darüber streigen, ab wann ein Spiel nur sehr geringe Zufallselemente besitzt. Für Amazon sind unter anderem Risiko, Die Werwölfe und Catan Strategiespiele, siehe https://www.amazon.de/s/ref=lp_36046903 ... =360469031.

Bei Dog Activity Chess gibt es übrigens kein Zufallselement, siehe https://www.amazon.de/Trixie-Dog-Activi ... 741&sr=8-2.
Dieses Strategiespiel Dog Activity Chess mit dem Schwierigkeitslevel 3 ist für spielerfahrene Hunde jeglichen Alters geeignet. Es kombiniert Spielspaß mit Nahrungsergänzung und schult die Geschicklichkeit. Chess ist ein Brettspiel mit Kegeln und Vertiefungen. Dort werden kleine Leckerlies versteckt, die Ihr Hund versucht aufzuspüren. Nach einer gewissen Übungszeit gelingt es ihm, die Kunststoffkegel anzuheben, die Fächer mit seiner Nase oder seinen Pfoten zu öffnen und sich die Belohnung zu erobern.

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon widow_s_cruse » 18. Februar 2018, 21:01

Hallo Günther,
Günter Cornett hat geschrieben:Wenn es um s Futter geht, stellt sich natürlich die Frage, ob die Handlungen Spiel sind oder Notwendigkeit.

Hab' jetzt keine Ahnung wie deine Erfahrungen sind. Aber ich kenne nur wenige Hunde, die trotz Fütterung einen "Nachschlag" ausschlagen. :D Insofern kann ich bei diesen Hunde-"Spielen" auch keinen Motivationstrieb aus der Notwendigkeit erkennen. Es ist eine genau so "nicht notwendige" Beschäftigung wie unser eigenes Spielen. Und ja - natürlich macht Spielen Sinn. Aber weniger um das Grundbedürfnis des Hungers zu stillen. Ein Hund hätte ja auch andere Möglichkeiten diesen Futterspender zu "behandeln" - aber insofern hält er schon Regeln ein und "spielt" mit.

Diese Spielsachen dienen eigentlich der (geistigen) Beschäftigung/Auslastung - manchmal als Ersatz für eine ausgiebige Gassirunde.

Günter Cornett hat geschrieben:Allerdings fordern Hunde durchaus Menschen zum Spiel auf, indem sie ihm einen Stock oder Ball vor die Füße legen.

Viele Hunde spielen sehr gerne. Aber genauso gibt es da auch die Muffel. Die Hundewesen weisen da ein reiches Spektrum aus. Und nicht dringend ist der Mensch dafür erforderlich.
https://www.facebook.com/NilsKruseBadAibling/videos/921813104602984/?l=2417090496998886062
Wenn der Hund dir den Stock vor die Füsse wirft - wer legt da eigentlich gerade die Spielregeln fest? Wer dressiert da gerade wen? :cool:
Unser vorheriger Hund brauchte am Seeufern nur wenige Augenblicke, einem fremden Kind zu erklären, dass im Moment das angesagte Spiel "Steine in den See werfen" war - ohne auch nur einen Stein vor dessen Füsse zu werfen.

Aber das hat alles eigentlich nichts mit Strategiespiele zu tun. Die Motivation für diesen Spieltrieb vermutete ich eher in der Ausschüttung einer Dosis ?Serotonin? - manche sind vermutlich süchtig danach. ;)
Zuletzt geändert von widow_s_cruse am 19. Februar 2018, 17:15, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe Grüße
Nils
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon Günter Cornett » 18. Februar 2018, 23:12

Zu Strategiespielen:
Die Wikipediadefiniton finde ich (wie auch beim "Autorenspiel" :) ) nicht wirklich gelungen: "keine oder nur sehr geringe Glücks- oder Zufallselemente." Gerade langfristige Planung muss sich eher darauf einstellen, dass es Zufallsereignisse gibt.

Raubtiere gehen bei der Jagd strategisch und taktisch vor. Dennoch haben sie oft kein Jagdglück.
Ob sie deswegen auch Strategiespiele spielen, ist eine ganz andere Frage.

Brett- und Strategiespiele miteinander zu kombinieren, ist entweder etwas ungeschickt oder mein "strategische Brettspiele. Das spielen Tiere sicherlich nicht.

Ich selbst würde Brettspiele eher als Spiele mit einer zentralen klar umrissenen Spielfläche definieren, um die herum die Spieler (meist) sitzen. Ansonsten wären die meisten Brettspiele keine Brettspiele, da Bretter aus Holz sind (oder Schnee). Darunter fallen dann auch viele Kartenspiele, insbesondere wenn Karten als Spielbrett dienen.

Es gibt Tiere, die strategisch denken.
Tiere spielen, aber eher frei, denn Regelspiele.
Als Mensch kann man manchen Tieren sicherlich bestimmte Regelspiele beibringen.
Wenn es unbedingt ein Brett sein muss, auf dem gespielt wird, geht das eher nicht auf ein Bedürfnis des Tieres zurück.
Die wichtigste Spielregel, die Tiere den Menschen beibringen können, scheint mir zu sein:
Siegpunkte müssen nicht zählbar sondern eßbar sein.
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon Der bumsfidele Bergdoktor » 18. Februar 2018, 23:24

zuspieler hat geschrieben:Deswegen die Frage in die Runde. Kann es Brettspiele und Strategiespiele (so bewerben einige Hersteller die Produkte) für Tiere geben?

Tautologische Frage, tautologische Antwort: Wenn sie existieren, muss es sie ja wohl geben.

Außerdem wird andersherum eher ein Schuh aus dieser mal wieder sehr akademischen Diskussion: Die Frage ist nicht, ob solche Tierbespaßungsgimmicks Spiele sind; die Frage ist viel mehr, ob dogmatische Definitionen wie die oben aufgeführten sinnvoll bzw. zutreffend sind.
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon Actaion » 18. Februar 2018, 23:27

Ich habe auch einen Hund und solche "Strategiespiele" zu Hause.
Ich würde sagen, dass diese Spiele vergleichbar sind mit Exit/Escape -Spielen, solo gespielt.
Das ist tasächlich in etwas das gleiche, nur halt einfacher. Als eher ein Rätselspiel als ein Strategispiel.

Wobei andererseits gibt es event, bei manchen Hundespielen mehrere Vorgehensweisen, die zum Erfolg führen können, insofern könnte doch auch der Begriff Strategiespiel zutreffend sein.

In jedem Fall sind des halt keine "Gesellschaftsspiele" da sie ja Solo gepielt werden, gilt aber natürlich für Menschen-Brettspiele in Solo-Varianten auch.

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon Netrunner » 19. Februar 2018, 00:21

Ich habe mit meinem Hund Bert (Dackel) bis vor Kurzem Monopoly gespielt aber er bescheißt leider immer bei der Geldauszahlung. Deshalb hab ich keine Lust mehr.
Zuletzt geändert von Netrunner am 19. Februar 2018, 20:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon peer » 19. Februar 2018, 14:14

4
peer hat geschrieben:Wenn ich herausfinden muss, in welcher Klappe Geld steckt, ist das für mich vielleicht eine interessante Aufgabe, aber sicher kein Spiel ;-)

Sind dann simple Kinderspiele wie zum Beispiel das Angelspiel für Dich auch keine Spiele?[/quote]

Beim Angelspiel gibt es einen Sieger (*): Man versucht ja eigentlich die meisten Punkte zu erfischen - Das ist ein konkretes Ziel, dass ich im Rahmen des Regelwerkes versuche zu erreichen. Dergenaue Spielverlauf ist nicht festgelegt: Wer von uns zwei den Stiefel und wer den Barsch fischt ist ja nicht geskriptet.

ciao
peer
(*) Wenn wir ohne Punkte einfach irgendwas fischen und es -wie es ja eigentlich meist gespielt wird - es gar nicht darauf ankommt, was man genau eigentliuch schafft oder auch nicht, dann ist es in der Tat "freies Spiele mit Spielzeug". (Ohne Wertung)

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon peer » 19. Februar 2018, 14:20

Günter Cornett hat geschrieben:Tiere spielen, aber eher frei, denn Regelspiele.
Als Mensch kann man manchen Tieren sicherlich bestimmte Regelspiele beibringen.


Ich denke, dass in jedem Fall der Wettstreit fehlt, der gezieltes Brettspielen auszeichnet (auch bei kooperativen Spielen gibt es Wettstreit gegen sich selbst quasii -man möchte es schaffen, sich selbst verbessern). Wenn Tiere spielen, dann aus "Spaß" oder weil sie gerne Nahrung haben oder Kontakt wollen. Nicht, weil sie sich messen wollen - da gibt es im Tierreich andere Mechanismen. Selbst wenn man einem Affen "SChere, Stein, Papier" beibringt, wird er es nicht spielen, weil er den Wettstreit sucht.

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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon Günter Cornett » 19. Februar 2018, 16:16

Ich kann mir schon vorstellen, dass Affen "Schere, Stein, Papier" lernen können und - wenn sie wissen worauf es ankommt - dabei dann auch am Wettstreit selbst gefallen finden.

Generell halte ich es für schwer, das Verhalten von Mensch und Tier anhand klarer Kriterien zu trennen. Man findet immer wieder Beispiele, dass ein bestimmtes Verhalten in rudimentärer Form bei Tieren doch vorkommt, aber meist eben nur in rudimentärer Form.
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon widow_s_cruse » 19. Februar 2018, 17:01

Hallo Peer,
peer hat geschrieben:Wenn Tiere spielen, dann aus "Spaß" oder weil sie gerne Nahrung haben oder Kontakt wollen. Nicht, weil sie sich messen wollen - da gibt es im Tierreich andere Mechanismen.

Also - ich möchte das Spiele der Tiere nicht ganz vom Wettbewerb freisprechen - insbesondere im Rudelverhalten. Da wird schon festgehalten, wer sich in den verschiedenen Disziplinen als Bester hervorgetan hat - um sich notfalls eben an diesem zu orientieren - und somit Nutzen daraus zu ziehen.
Liebe Grüße
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon widow_s_cruse » 19. Februar 2018, 17:45

Ich bin auch der Meinung, dass Tiere strategisch vorgehen können. Z.B. braucht es sicher eine langfristige Planung solche Konstrukte herzustellen.
Bild
Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Weberv%C3%B6gel

Oder der Biber errichtet seinen Damm mit bestimmten Zielen. Das sind komplexe Vorgänge, die am Anfang der Aktivitäten ein konkretes Ziel im Auge haben und dieses über viele Schritte erreicht.

Bei dem oben aufgeführten Hunde-"Strategie"-Spielen kann ich aber nichts von einer langfristigen Strategie erkennen. (In den Amazon-Rezensionen sind sogar Videos zu sehen). Der Hund lernt die Futter-Depots zu öffnen und wendet das Gelernte ohne irgend eine andere Varianz immer wieder an. Das ist nicht viel mehr als eine simple Beschäftigung. Dabei sind Tiere zu viel höheren Leistungen fähig. Wer mal einen erschöpften Hund sehen möchte, begleitet einen Hundeführer auf einer Fährtenlesen-Aktion.
Liebe Grüße
Nils
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon peer » 20. Februar 2018, 09:06

widow_s_cruse hat geschrieben:Hallo Peer,
peer hat geschrieben:Wenn Tiere spielen, dann aus "Spaß" oder weil sie gerne Nahrung haben oder Kontakt wollen. Nicht, weil sie sich messen wollen - da gibt es im Tierreich andere Mechanismen.

Also - ich möchte das Spiele der Tiere nicht ganz vom Wettbewerb freisprechen - insbesondere im Rudelverhalten. Da wird schon festgehalten, wer sich in den verschiedenen Disziplinen als Bester hervorgetan hat - um sich notfalls eben an diesem zu orientieren - und somit Nutzen daraus zu ziehen.


Das meinte ich mit "anderen Mechanismen" - Sie werden sich nicht in einem Brettspiel messen, das wird die Rudelkämpfe (etc.) nicht ersetzen.
ciao
peer

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Jens Busse
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon Jens Busse » 17. März 2018, 21:08

Ich habe meinem Hund einen extra großen Schachcomputer gekauft. Da er es mit der Feinmotorik nicht so hat .
Ich spiele bei 1800 Elo, so gut ist Benjamin bei weitem nicht aber er macht Fortschritte .

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-G-
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Re: Gibt es Brettspiele und Strategiespiele für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Beitragvon -G- » 18. März 2018, 01:01

Nein, gibt es bisher nicht. Und der Link zu Amazon ist im Sinne von auf Intelligenz basiertem Brett-/Strategiespiel ganz großer Quatsch.

Bei Menschenaffen hat man noch etwas anderes für Brett- und Strategiespiele essentielles herausgefunden: Die Fähigkeit zu antizipieren - Theory of Mind:. Z.B. https://www.dasgehirn.info/denken/im-ko ... sen-schach


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