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Agricola: Taktik-Tipps gesucht

Taktiken und Winkelzüge: Wie gewinne ich Spiel XY?
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Michael K

Agricola: Taktik-Tipps gesucht

Beitragvon Michael K » 4. April 2012, 18:31

Hallo,

habt ihr eine Taktik bei Agricola oder richtet ihr diese ausschließlich nach euren Ausbildungs- und Anschaffungskarten aus?

Michael

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ravn

Re: Taktik bei Agricola

Beitragvon ravn » 4. April 2012, 18:55

Michael K schrieb:

> habt ihr eine Taktik bei Agricola oder richtet ihr diese
> ausschließlich nach euren Ausbildungs- und Anschaffungskarten
> aus?

Auf die Grundzüge des Spiels konzentrieren: Schnell vermehren, um schnell mehr Aktionen zu bekommen und zeitgleich die Ernährung automatisieren.

Wenn die eigenen Handkarten dabei unterstützen, dann umso besser. Aber nicht in die Falle tappen, zu viele Karten ausspielen zu wollen, die ihren Effekt erst noch entwickeln müssen, weil das kostet zu viele Aktionen und das Spiel ist vorbei, bevor man überhaupt irgendwas auf dem Plan hat.

Auf die Möglichkeiten der Mitspieler achten und erkennen oder erahnen, welche Aktionen umkämpft sind und welche nicht. Zudem nicht erst in der letzten Runde vor der Ernährungsphase damit anfangen, irgendwie Nahrung zusammen zu suchen. Das kann übel nach hinten losgehen, wenn das alle machen wollen.

Meiner Meinung nach entscheiden ab einem gewissen Erfahrungsgrad die Handkarten, ob man damit eine Chance auf den Sieg hat oder eher mit guten Spiel im Mittelfeld landet. Weil wenn Handkarten fehlen, die irgendwie bei der Ernährung helfen, oder passende kleine Anschaffungen fehlen, die man als Nebenaktion mitausspielen kann, dann kann das schon ein Nachteil sein.

Deshalb versuche ich bei Agricola nicht zwingend zu gewinnen, sondern das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten zu machen. Wenn die Partie zudem noch Spaß macht und herausfordernd ist, dann perfekt!

Cu / Ralf

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Fluxx
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Re: Taktik bei Agricola

Beitragvon Fluxx » 4. April 2012, 22:43

Stimme ravn in Allem zu.
Ergänzend würde ich evtl. sagen - Runde 1-7 ist das Ziel 1 Nachwuchs zu bekommen und entweder Schafe oder Getreide soweit auszubauen, dass die Ernährung (weitgehend) darüber gesichert ist - ab Runde 8 sollte man dann daran denken, dass man bei der Punktewertung ja in jeder Kategorie was vorweisen können sollte.
Und wie ravn schon sagte - Handkarten im Auge behalten, wenn eine Karte die eigene Strategie gut unterstützt sollte man sie spielen aber man sollte nicht versuchen auf jeden Fall alle guten Karten auszuspielen - dann verfranst man sich schnell und hat super-Karten aber keine Aktionen mehr um davon zu profitieren.
Auch sollte man darauf achten, dass bei Familiennachwuchs/Renovierung/Startspielerwechsel die Anschaffung auch genutzt wird, das ist eine kostenlose Aktion, die fast immer Sinn macht mitzunehmen.
Ansonsten hängt es auch von der Spieleranzahl ab bei 2 Spielern kann man oft recht gut abschätzen, was der andere vorhat und gut planen. Evtl auch mal abwägen ob es besser ist destruktiv zu spielen und dem Anderen was wegzunehmen, was er dringend braucht. Desto mehr Spieler dabei sind desto weniger macht es Sinn destruktiv zu spielen und desto mehr muss man von der Hand in den Mund leben und spontan auf das reagieren, was da vor einem liegt.

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Axel Bungart

Re: Taktik bei Agricola

Beitragvon Axel Bungart » 5. April 2012, 08:54

Fluxx schrieb:
> Ergänzend würde ich evtl. sagen - Runde 1-7 ist das Ziel 1
> Nachwuchs zu bekommen

Hallo Fluxx,

also, ich hab' jetzt nicht mehr alles so exakt im Kopf, aber ist der Familienzuwachs nicht erst frühestens ab der 5. Runde möglich? Wie kannst Du ab der ersten Runde für Nachwuchs sorgen wollen?

Gruß
Axel

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Der Einsiedler
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Re: Taktik bei Agricola

Beitragvon Der Einsiedler » 5. April 2012, 08:57

Axel Bungart schrieb:
> also, ich hab' jetzt nicht mehr alles so exakt im Kopf, aber
> ist der Familienzuwachs nicht erst frühestens ab der 5. Runde
> möglich? Wie kannst Du ab der ersten Runde für Nachwuchs
> sorgen wollen?

Ja stimmt schon. Aber er will nicht jede Runde 1 Kind bekommen sondern 1 bis Runde 7!
Dazu muss er schon ab Runde 1 sich darum kümmern rechtzeitig seine Hütte erweitert zu haben um dann bis Runde 7 einmal das Vergnügen gehabt zu haben...

Der Einsiedler

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Der Einsiedler
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Re: Taktik bei Agricola

Beitragvon Der Einsiedler » 5. April 2012, 08:57

ravn hat ja schon viel geschrieben.

Noch ein paar weitere Überlegungen:

Familienzuwachs:
- man muss nicht erster sein, der das macht. Was aber nicht passieren darf, dass irgendjemand 2 Kinder bekommt bevor Du dein erstes hast oder dass der Zuwachs aus Platzgründen einmal gar nicht genommen wird. Passiert das hat/haben der/die Spieler mit den ersten Kindern einen sehr starken Vorteil.
- Spiele so (insbesondere bzgl. Startspieler), dass Du am Ende 5 Familienmitglieder hast!


Ausbildungen/Anschaffungen:
- Bau dein Spiel so auf, dass die Zusatzaktion "... und/oder eine Anschaffung" auch immer sinnvoll genutzt werden kann!

- Nutze wenige Ausbildungen/Anschaffungen - die dafür intensiv! Viele A/A sind Unsinn, wenn sie nur ein mal genutzt werden (man braucht ja einen Zug um sie zu spielen und beim 2. Zug kommen sie erst +-0 raus)!
Ausnahme: A/A-Ketten die sich stark gegenseitig unterstützen.

- Versuche Züge zu sparen indem Du "Doppenzüge" machst. Beispiel: 2 Räume auf einmal bauen oder 10 statt 2 * 5 Zäune bauen.

- Meide solche Karten wie: "Jedes mal wenn Du Zäune baust..." -> Weil man will eigentlich möglichst selten Zäune bauen!

- Meide die Felder, die Dir statisch Nahrung verschaffen (wie Taglöhner/Angler). Versuch stattdessen Deine Nahrungsversorgung früh so aufzubauen, dass sie sich selbst trägt und Du nicht auf diese zusätzlichen Notfelder angewiesen bist.


Und ja - bei gleichem Spielniveau hängt viel von den Karten ab. Aber: man kann auch ein sehr gutes Ergebnis erzielen, wenn man mittelmäßige Karten extra ignoriert und dafür das "normale" Spiel intensiv führt (am besten gegen die Ressourcen der Leute, die erst Karten aufbauen spielen).

Wir spielen oft mit der Variante, dass man am Anfang mehr Karten bekommt und sich für das Spiel einen Teil davon aussucht. Das dauert zwar länger am Start, gleicht ungleiche Karten aber oft ein wenig aus.

Der Einsiedler

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Ralf Arnemann
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Re: Taktik bei Agricola

Beitragvon Ralf Arnemann » 5. April 2012, 11:56

> Was aber nicht passieren darf, dass irgendjemand
> 2 Kinder bekommt bevor Du dein erstes hast ...
Wenns einem "einfach so passiert", wäre es wahrscheinlich ein schlechtes Zeichen. Aber es kann auch sinnvoll sein, gegen eine Expansionsstrategie der Mitspieler eine Qualitätsstrategie zu setzen.
Vermehrung ist ziemlich teuer, geht oft auf Kosten des Ausbaus der Nahrungsmittelversorgung - und dann sind die zusätzlichen Personen vielleicht nur damit beschäftigt, selber satt zu werden.

> - Spiele so (insbesondere bzgl. Startspieler), dass
> Du am Ende 5 Familienmitglieder hast!
Wenns klappt, ist das schön. Aber wir reden hier "nur" über 6 Siegpunkte (3 Familienmitglieder halte ich für normal bzw. Minimum). 6 Punkte sind nicht wenig, aber die sind auch über andere Wege zu holen.

> - Bau dein Spiel so auf, dass die Zusatzaktion "...
> und/oder eine Anschaffung" auch immer sinnvoll
> genutzt werden kann!
Absolute Zustimmung!
Hier sehe ich auch den ärgerlichsten Glücksfaktor bei Agricola. Wenn man uninteressante Ausbildungen zugelost bekommt - kein Problem. Ich gewinne oft ohne auch nur eine einzige Ausbildung gespielt zu haben.
Aber es ist extrem schwer zu gewinnen, wenn man bei den Handkarten nicht zwei/drei halbwegs brauchbare Anschaffungen bekommt, die man nebenbei als Zusatzaktion nutzen kann.

> Viele A/A sind Unsinn, wenn sie nur ein mal
> genutzt werden ...
Sehr richtig. Wobei eine gute Anschaffung sich trotzdem lohnen kann - weil man für sie keine explizite Aktion aufbraucht und vielleicht noch Punkte bekommt.

> - Meide die Felder, die Dir statisch Nahrung
> verschaffen (wie Taglöhner/Angler).
Richtig, aber ab 4/5 Nährwerten kann man schon mal schwach werden ;-)
Ein gutes Polster an Nährwerten ist immens viel wert, weil man dadurch mehr Handlungsfreiheit hat (weil man nicht zwangsweise z. B. zu einer Backaktion gezwungen wird, weil man sonst die nächste Ernährungsphase nicht übersteht).


Eine generelle Beobachtung: Man muß versuchen möglichst schnell zu sehen, wo die Ressourcen-Engpässe sein werden. Viele ausgespielte A/As verändern ja den Rohstoff-Nachschub. Wenn ein Spieler "private" Lehm-/Holz-/Schilf-Quellen oder Boni hat, wird spürbar mehr davon für die Mitspieler zur Verfügung stehen. Rechtzeitig zu sehen, daß sich von einer bestimmten Ressource Mengen ansammeln werden, weil die Mitspieler gerade Dringenderes zu tun haben - das spart entscheidende Aktionen.


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