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[Strategie] Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Taktiken und Winkelzüge: Wie gewinne ich Spiel XY?
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Mixo

[Strategie] Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Mixo » 17. Januar 2015, 23:39

Hoi,

ich hatte heute auf Boite a jeux ein wenig schönes Spiel DEUS. Mein Mitspieler hat am Anfang nicht anderes gemacht, als Ressourcen zu kaufen nach folgendem Schema:

1. Alle Karten opfern, um 10 neue zu ziehen
2. Alle zehn Karten komplett gegen Ressourcen eintauschen, 5 neue ziehen
3. Wieder alle 5 Karten opfern, um 10 neue zu ziehen
usw.

Für mich war das Spiel eher doof, weil er auf sie Weise die Ressourcen verknappt hat und ich nicht so richtig ins Spiel kommen konnte, weil ich nie viele Ressourcn nehmen konnte.

Er hat das Spiel am Ende dann 74:71 gewonnen, wobei er nur acht (!) Gebäude (inkl Tempel) auf dem Brett hatte. Die meiste Zeit hat er damit verbracht, immer wieder alle Karten abzuwerfen, um Ressourcen oder Geld zu nehmen. Seine Siegpunkte generierte er über die Enwertung 10 SP für die Ressourcen, 24 SP über Tempel, die für bestimmte Ressourcen Punkte geben. Auf der Karte hat er kaum Punkte gemacht, die Estpunkte kamen im Wesentlichen über getauschte Ressourcen mittels der Schiffkarten.

Hat jemand von euch schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ist die Strategie ein "Gamebreaker"?

Ich fand die Partie auf jeden Fall ziemlich öde und die Spielweise ätzend, weil sie für mich am "Geist" des Civ-Spiels vorbeigeht.
Zuletzt geändert von SpieLama am 13. Februar 2015, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Sascha 36

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Sascha 36 » 18. Januar 2015, 03:11

Ich wars nicht :)
Die Spielweise ist blöd, aber das Ergebnis 71:74 ist für mich jetzt auch nicht klar gewonnen, hatte schon öfter solche Gegenspieler die sich auf eine Taktik beruhen und die stumpf runterspielen, mich langweilt so etwas.

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widow_s_cruse
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon widow_s_cruse » 18. Januar 2015, 08:26

Hallo Michael,

alle Karten opfern, habe ich auch schon wiederholt gemacht, wenn auf der ersten Hand keine brauchbare Maschine zu erkennen war.

Aber so wie Du es beschreibst, bin ich auch der Meinung, dass es das eigentliche Spielen aushebelt.

Etabliert sich diese Spielweise, werden nur "Hausregeln" dem Spiel DEUS helfen, wie das Limitieren auf eine kleinere Anzahl der Opferkarten - bei einem Draft der Karten zu Spielbeginn.
Oder die Baustoffe werden zu Beginn komplett verteilt. Was aber wiederum das spannende Mangelempfinden unterläuft.

Ist diese Spielweise eigentlich nur ein Problem der Zweierpartie? Bei mehr Mitspielern wird er sich mit der Verknappung hart tun und in diese Spielweise viel Energie investieren.
Liebe Grüße
Nils
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Mixo

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Mixo » 18. Januar 2015, 09:35

widow_s_cruse hat geschrieben:Etabliert sich diese Spielweise, werden nur "Hausregeln" dem Spiel DEUS helfen, wie das Limitieren auf eine kleinere Anzahl der Opferkarten - bei einem Draft der Karten zu Spielbeginn.
Oder die Baustoffe werden zu Beginn komplett verteilt. Was aber wiederum das spannende Mangelempfinden unterläuft.

Ist diese Spielweise eigentlich nur ein Problem der Zweierpartie? Bei mehr Mitspielern wird er sich mit der Verknappung hart tun und in diese Spielweise viel Energie investieren.


Ja, es war eine Zweispielerpartie, ich weiß nicht, wie das in einer 3+ Spieler Parkte wirkt. SOLLTE as Ganze wirklich ein Problem sein, werden wir in unseren Gruppen keine "Hausregeln" benötigen, da wir solche Extremstrategien in unseren Gruppen nicht Spielen. Manch einem macht das ja richtig Spaß Löcher zu finden und Spiele "kaputt zu spielen". Ich finde das eher anstrengend.

Auf BGG hat jemand (in deutsch) seine persönlichen Turnier-Hausregeln gepostet. Die haben da ganz schön an den Kartenverwendung gedreht (bspw. max. Hand size 3). Ich habe die mal gefragt, warum sie ihre Regeln so angepasst haben.

https://www.boardgamegeek.com/thread/12 ... hausrregel


Sascha 36 hat geschrieben:Die Spielweise ist blöd, aber das Ergebnis 71:74 ist für mich jetzt auch nicht klar gewonnen, hatte schon öfter solche Gegenspieler die sich auf eine Taktik beruhen und die stumpf runterspielen, mich langweilt so etwas.


Ne, klar gewonnen ist es nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass diese Strategie häufiger zum Sieg führt als ein "normales" Spielen. Damit ist sie für Leute, die Ihrer Wertung bei Boite hinterherhecheln natürlich ziemlich wichtig. Wenn mir das öfters passiert, werde ich bei Boite keine Zweierpartien gegen Fremde spielen - nicht weil ich ein Problem mit dem Verlieren habe - mir sind die Wertungspunkte der Spiele völlig egal, sondern weil mich diese Spielweise nervt.
Zuletzt geändert von Mixo am 18. Januar 2015, 09:38, insgesamt 1-mal geändert.

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pp74
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon pp74 » 18. Januar 2015, 10:31

Hallo Zusammen,

nach über 40 Partien auf Boite a jeux kann ich keine Tendenz zu dieser extremen Strategie feststellen.
Ich finde es eher als eine Bereicherung wenn Mitspieler auch mal einen extremen Weg versuchen und man gegebenfalls sein Spiel
dagegen anpassen muss.
Ich habe gegen die Nummer 1 und 2 auf Boite a jeux gespielt habe und kann sagen, dass sie diese Strategie nicht verwendet haben.
In nur 2 Spielen hat mein Gegner wirklich extrem gespielt und sie gingen knapp in beide Richtungen aus (54-60 und 76-71).

Aber Du hast schon recht, Gegner die häufig online spielen passen sich natürlich mit der Zeit an eine optimale Stratgie an, wenn es die
für das Spiel gibt (z.B. Tzolkin auf BGA, dort spielen die erfahrenen Spieler fast alle die gleiche Eröffnung). Dies finde ich auch ermüdent,
aber bei DEUS habe ich noch nicht das Gefühl, dass es die Standard-Eröffnung gibt, da durch den variablen Spielaufbau und der Kartenhand
jeweils die Strategie etwas angepasst werden muss.

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Vanitas
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Vanitas » 7. Februar 2015, 15:23

Mal eine prinzipielle Frage zu DEUS: Das Spiel wird ja ziemlich gehypt, wobei ich hin und her gerissen bin, ob ich es kaufen soll.

Ist es nur Workerplacement und wie ist die Interaktion mit den anderen Spielern?
Meine Spielrunde und ich finden es immer frustig, wenn jeder Spieler nur so für sich vor sich hin baut, aber sonst kaum mit den anderen Mitspielern interagiert. Wie ist das bei DEUS?

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Mixo

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Mixo » 7. Februar 2015, 15:55

Es ist definitiv KEIN workerplacement. Ich würde den Interaktionsgrad als "medium" bezeichnen, du baust dein Imperium vor dich hin ud kannst Gegner nicht direkt angreifen, ABER dadurch, dass du deine Militäreinheiten bewegen kannst, kannst du deine Gegner schon blocken und musst schon ein bisschen hinsehen, was die anderen so machen, insbesondere bei erfahreneren Spielern. Wenn für euch "vor sich hinbauen" ein echtes Problem ist, würde ich von Deus eher abraten.

Auf Boite de jeux kann man es online ausprobieren - vielleicht probierst du es dort erst einmal aus?

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Harry2017
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Harry2017 » 7. Februar 2015, 16:01

Würde es mit wenig Interaktion beschreiben (Bei einer möglichen Ausprägung von Keine/Wenig/Mittel/Viel Interaktion) - den Großteil der Zeit baut man wirklich "vor sich her" und die Züge der anderen finde ich zudem recht uninteressant für mich selbst...man überlegt halt in der Zeit was man selbst mit seinen Karten anfängt, wenn man wieder am Zug ist. Ich werds wieder abgeben.

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Vanitas
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Vanitas » 7. Februar 2015, 16:16

Ok, danke euch. Dann ist es auch definitiv nichts für uns...

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Sascha 36

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Sascha 36 » 7. Februar 2015, 16:48

Frag mich gerade ob hier alle von dem gleichen Deus reden ??
Ich finde es ist ein hervorragendes Taktikspiel, wie mache ich das beste aus meiner Situation, wer auf Karten wartet verliert bei diesem Spiel, ich muss flexibel sein, schnell umdenken. Als zweier Spiel finde ich es grossartig, ist innerhalb von 45 Minuten gespielt und trotzdem immer wieder abwechslungsreich

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Mixo

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Mixo » 7. Februar 2015, 17:02

Sascha 36 hat geschrieben:Frag mich gerade ob hier alle von dem gleichen Deus reden ??
Ich finde es ist ein hervorragendes Taktikspiel, wie mache ich das beste aus meiner Situation, wer auf Karten wartet verliert bei diesem Spiel, ich muss flexibel sein, schnell umdenken. Als zweier Spiel finde ich es grossartig, ist innerhalb von 45 Minuten gespielt und trotzdem immer wieder abwechslungsreich


Ich finde das Spiel auch hervorragend, für mich definitiv eins der besten Spiele aus 2014, ich gebe dir auch in all' deinen genannten Punkten völlig recht, wenn aber jemand an einem "engine-building" (was zumeist nicht soooo viel Interaktion beinhaltet) keinen Spaß hat, dann ist DEUS auch nichts für ihn

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Sascha 36

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Sascha 36 » 7. Februar 2015, 17:23

Das ist ja der Punkt Mixo, ich habe am Anfang immer ewig auf Karten gewartet was aber nur zum Verlieren führt, wie du ja in unseren Partien gesehen hast, Ich möchte auch niemanden überreden ein Spiel zu mögen, das bringt meist eh nichts. Ich kann Deus nur immer wieder empfehlen, allerdings glaube ich das viele in dieses Spiel mehr Anspruch und Strategie hineininterpretieren als wirklich vorhanden ist. Von Pearl Games finde ich es eher eines der leichtesten, kommt aber weitaus öfter auf den Tisch als so ein Strategieknaller wie Troyes was ich immer noch für das beste Pearl Game halte.

Thygra
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Thygra » 7. Februar 2015, 18:22

Sascha 36 hat geschrieben:Ich kann Deus nur immer wieder empfehlen, allerdings glaube ich das viele in dieses Spiel mehr Anspruch und Strategie hineininterpretieren als wirklich vorhanden ist.

Warum glaubst du das? Gefragt wurde oben nach der Menge an Interaktion. Und diese würde auch ich als gering bezeichnen. Aber das hat doch nichts damit zu tun, wie gut mir das Spiel gefällt oder ob ich Anspruch oder Strategie hineininterpretiere. Das eine schließt das andere nicht aus.
André Zottmann (geb. Bronswijk)
Thygra Spiele
(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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domidomi
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon domidomi » 7. Februar 2015, 18:34

Hallo,

ich habe DEUS in über 60 Partien mitprotokolliert ( Spielerverhalten, Karten, Spielende etc )..
DEUS ist ein tolles Spiel, aber verständlicherweise durch den Verlag massentauglich komponiert
Anschliessend habe ich eine Hausregel erstellt. Diese funtioniert ohne Kartenoverkill. Auch wurde
die wertvollste Resource GOLD aufgewertet und knapper gestaltet. Ich habe mein Spielexemplar
mit meiner Regel schon zu diversen Spielgruppen, die skeptisch waren mitgebracht. Einmal bin ich
glatt 200 km gefahren. Meist wurde meine Hausregel nach einem Spiel sehr positiv aufgenommen.
Bei Interesse poste ich diese gerne. Auch kann ich diese Interessierten zumailen.

Gruesse an alle

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Sascha 36

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Sascha 36 » 7. Februar 2015, 18:53

Das ist oft der Fall wenn Vielspieler etwas von Strategie oder Zivilisationsspielen hören und Meinungen schreiben, dadurch gibt es dann Meinungen wie das Imperial Settlers oder Deus einfach keine guten Strategie Spiele sind. Sollen sie ruhig meinen und die Interaktionskarte ist für mich eh vollkommen egal. Für mich ist die Interaktion ausreichend bei einem Spiel wenn ich dabei nicht alleine am Tisch sitze. Sollte Interaktion immer das Mass der Dinge sein, so erkläre mir doch mal den Erfolg von Dominion ?
Aber das schweift vom Thema ab, Deus hat für mich Interaktion, allein wenn man sich aufmerksam damit befasst was der andere für Karten spielt kann man sich über seine Taktik Gedanken machen. Man kann es natürlcih auch so spielen das jeder vor sich hin spielt, dann hat es wenig Interaktion, aber dann liegt es nicht am Spiel sondern am Spieler. Mir ist egal ob jemand Deus mag oder nicht, trotzdem finde ich sollte man ein Spiel nicht so bewerten wie Harry es getan hat.
Was domidomi da schreibt halte ich eher für Zeitverschwendung, kann man machen , muss man aber nicht, da dieses Spiel für mich weder Broken ist noch ein Problem hat.

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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon widow_s_cruse » 7. Februar 2015, 19:31

Hallo,

neben dem Militär biete der Landschaftsaufbau eine Steigerung für die Interaktion. Baut man eine längliche Insel mit den Landschaftsplättchen gewinnt der Run auf bestimmte Gebiete an Bedeutung. Landschaften werden knapper. Es gibt mehr zu spekulieren, welche Absichten die Mitspieler verfolgen. Militär wird wegen der Mobilität noch wichtiger - durch fremde Gebiete ziehen.
Liebe Grüße
Nils
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Harry2017
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Harry2017 » 7. Februar 2015, 20:33

Klar spielt bei meiner Bewertung natürlich auch meine Präferenz für Interaktion mit rein - wer diese nicht so benötigt, kann mit dem Spiel durchaus auch glücklich werden. Aber die Frage war, ob es Interaktion bietet & da ist es jetzt nicht unbedingt weit vorne mit dabei....nichtmals im Mittelfeld. Wir sind uns doch hoffentlich einig: Will man wirklich ein Spiel mit deutlicher Interaktion, dann ist man hier falsch.

Es ist ja nicht schlecht, wenn man auf so etwas steht sogar recht ausgeklügelt und gut verzahnt - trotzdem springt der Funke bei mir einfach nicht wirklich über & ich hatte mehr erwartet...ein umgekehrtes Abyss sozusagen, von dem ich mir wenig erhofft & viel bekommen habe :)

Übrigens der Eindruck wurde bei allen 3 Mitspielern bestätigt (wohlgemerkt nach einer Partie, aber springt der Funke so gar nicht über, dann kommen bei mir die Spiele weg - habe zuviele gute Spiele und zuwenig Zeit). Es ist für mich einfach nichts besonderes - Schade, denn das Spielmaterial ist spitze...

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Sascha 36

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Sascha 36 » 7. Februar 2015, 21:07

Absoluter Konsens Harry,
Trotzdem wollte ich einmal sagen inwieweit das Spiel inkl Interaktion auf mich gewirkt hat.

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domidomi
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon domidomi » 8. Februar 2015, 11:30

So sehr ich DEUS auch mag, da sind 3 Regeln die ich nicht gut finde.

Man darf Barbarendörfer und Felder von Mitspielern durchqueren.

Ich geh jetzt her und blockiere eine Engstelle um mir ein Gebiet oder mehrere zu sichern. Ein legitimer taktischer Zug. Nur....welchen Sinn macht das, wenn Mitspieler einfach durch mich hindurch ( oder über mich hinweg ) ziehen..??????? Diese Regel haben wir in unserer Runde gestrichen.

Jetzt das darauf folgende "Einklemmargument". Dies ist ja nur durch die seltsame Startregel akut. Wir haben uns auf folgende fairere Regel geeignet :
Bei 4 Spielern und Feldern wie in der Regel ausgelegt, umfasst das Spielfeld am Rand 24 Felder. Der Startspieler wählt ein Feld, der nächste Spieler startet auf einem Feld 6 Felder weit ( plus/minus 1 wegen Wasser oder Barbaren) entfernt usw. Durch die fast gleichen Abstände passiert es fast nie, dass ein Spieler zwischen 2 anderen eingeklemmt/blockiert wird.

Die Regel gegen 3 Siegpunkte an einem neuen Standort einsetzen zu können, macht auf mich den Eindruck sie sei nachträglich angeflanscht worden. Nach dem Motto : Oh, da kann ja jemand eingeklemmt werden..was machen wir da jetzt..? Idee, er startet gg Siegpunkte woanders. Im Kontext des Spieles ( Antike) macht das auch wenig Sinn. Wenn wir hier ein Spiel aus dem Star Trek Genre hätten, wär es je normal mal kurz eine Einheit über den Kontinent zu "beamen", aber, Hey Leute..
das ist die Antike...

Bitte versteht mich nicht falsch. Das Spiel ist für mich das Beste in 2014.
Wir zocken das dauernd. Aber die 3 Dinge finde ich schon seltsam.


Interaktion ist ja immer auch Definition. Mancher will halt die Mitspieler ständig auf "die Mütze klopfen", manchen rechts wenn aus einer Kartenauslage ihm ne Karte vor der Nase weggeschnappt wird.
DEUS ist gut ausgelegt. Man baut auf und "plötzlich" sind da andere und das Ausbreitungsrennen beginnt. Besonders in 2 er Besetzung finde ich das interessant, da es ja keine Ausweichmöglichkeit gibt. Die Interaktion startet halt meistens erst so nach der Hälfte des Spiels. Übrigens habe ich festgestellt, dass diese Art der Interaktion das Spiel auch sehr "Frauenkompatibel" macht.
Zuletzt geändert von domidomi am 8. Februar 2015, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Ideenlos
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Ideenlos » 8. Februar 2015, 11:53

domidomi hat geschrieben:
Jetzt das darauf folgende "Einklemmargument". Dies ist ja nur durch die seltsame Startregel akut. Wir haben uns auf folgende fairere Regel geeignet :
Bei 4 Spielern und Feldern wie in der Regel ausgelegt, umfasst das Spielfeld am Rand 24 Felder. Der Startspieler wählt ein Feld, der nächste Spieler startet auf einem Feld 6 Felder weit ( plus/minus 1 wegen Wasser oder Barbaren) entfernt usw. Durch die fast gleichen Abstände passiert es fast nie, dass ein Spieler zwischen 2 anderen eingeklemmt/blockiert wird.


Auch wenn ich den Kritikpunkt durchaus verstehe, dass es dich stört, dass die Militäreinheiten durch fremde Landschaften und Barbarendörfer laufen dürfen, diese Startregel würde ich niemals anwenden wollen. Wenn der Startspieler quasi komplett bestimmt, wo die weiteren Spieler sich platzieren dürfen und der letzte dann sogar kaum noch eine Wahl hätte, wo er startet, hätte ich schon keine Lust mehr. Ich will zumindest halbwegs bestimmen wo ich starte und nicht komplett eingeschränkt sein und das ist mit der normalen Regel deutlich besser.

Plädiere insgesamt auch eher für einen länglichen Aufbau des Spielplans, der das ganze für mich auch interessanter macht (allerdings habe ich auch erst eine Partie so gespielt).

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Sascha 36

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Sascha 36 » 8. Februar 2015, 12:42

@ Danke für die Ausführung deiner Punkte beim ersten Post dachte ich erst da hätte ein Bot das Posting betrieben. So wird es aber sehr viel verständlicher.

Das mit der Interaktion bei Frauen würde ich nicht so verallgemeinern, kann dir aber aus meiner Sicht voll zustimmen. Dieses auf die Mütze hauen und sich messen ist schon meist männlich geprägt. Ich bin da Freund von gelegentlicher Aktion und das sonst jeder seinen Aufbau betreiben kann. Schlimm finde ich spiele wo es hauptsächlich darum geht die anderen Mitspieler zu zerstören oder kampfunfähig zu machen wie Civilization, Game of Thrones zb. Aber dem kann man ja gut aus dem Weg gehen wenn man sie einfach nicht mitspielt oder vorher fragt was auf den Tisch kommt und bei genannten Spielen dann eher daheim bleibt.

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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon domidomi » 8. Februar 2015, 13:09

Ja, wenn es zu destruktiv wird, macht es mir auch keinen Spass. Vor allem Elimination macht für mich den Gedanken des gemeinsamen Spielens kaputt.
Wobei ich nichts gegen solche Spiele gesagt haben will.

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Sascha 36

RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Sascha 36 » 8. Februar 2015, 13:55

Gelegentliches Ärgern oder Aktionen vereiteln find ich super, aber ich versteh den Sinn nicht jemanden komplett spielunfähig zu machen und ihm dann beim rumkrebsen zuzugucken.
Deus oder Imperial Settlers macht das für mich sehr schön, man greift den anderen mal an oder verbaut etwas aber schwächt den anderen nicht enorm.
Ich empfehle dir mal " the golden Ages " von Quined Games oder Innovation von Iello , beides Spiele die es gut verstehen das Thema Zivilisation gut darzustellen und trotzdem nicht destruktiv wirken.

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Winston
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RE: Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon Winston » 10. Februar 2015, 10:38

Ich seh das auch ungefähr so. Wenn man bei einem Spieler irgendwas abreissen kann, macht mir das nichts, solange man das nicht andauernd machen kann oder es die Grundressourcen eines Spielers angreift. Gute Beispiele: Fürsten von Catan. Es gibt Karten die Ausbauten eines Spielers entfernen. Das ist eine einmalige Aktion die nicht die ressourcenproduzierenden Landschaftsfelder angreift oder die Miliz in Dominion.
Gegen Spielerelimination hab ich nichts, solange das Spiel nicht zu lange dauert. King of Tokyo geht aber Risiko oder Monopoly - nein danke.

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RE: [Strategie] Spielbrechende Strategie bei DEUS?

Beitragvon domidomi » 14. Februar 2015, 10:32

Wir haben in unserer Brettspielrunde einen Mitspieler der prinzipiell folgende Strategie spielt. Gleich zu Beginn alle Karten mit Gelb ablegen. Die dann erhaltenen 10 Karten komplett mit Blau ablegen und 20 Gold kassieren.
Dann legt er 5 Karten wieder mit Gelb ab und mit den 10 Karten die er dann hat, legt er alle mit Grün ab und nimmt 10 Stück eines Rohstoffes den er nicht spielt sondern bunkert und im weiteren Verlauf komplett aufkauft. Dann nimmt er eigentlich erst am Spiel am Brett teil. Er hat dann aufgrund von Gold erst mal keine Probleme auf dem Brett zu expandieren. Die Folge der Verknappung einer Resource war, dass wenn er am Brett saß alle Spieler Ihre Spielweise darauf hin änderten und Ihrerseits versuchten sich einen Rohstoff möglichst exclusiv zu sichern. Ich weiss nicht ob Dujardin diese Extreme durch die grosse Menge an möglichen Handkarten nicht sah oder ob er es bewusst gemacht hat um den Schwierigkeitsgrad von DEUS niedrig zu halten ? Ich will auch die Spielweise nicht verurteilen. Wenn Spieler die Mechanik versuchen zu Ihrem Zweck auszuhebeln ist das legitim.
Er gewann auch nicht immer. Aber es entstanden schräge Spiele in denen 3 Spieler zeitweise komplette Kontrolle jeweils über einen Rohstoff hatten und der Vierte am Tisch der nicht das nötige Kartenglück hatte, war meist zu Untätigkeit verdammt. Das scheint mir nicht so gedacht im Spiel. Aber die grosse Menge an erreichbaren Handkarten macht eine solche Strategie natürlich möglich. Das ist nebenbei bemerkt auch ein Grund für meine Alternativregel gewesen.


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