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[RF] Janus: Blockierte Spieler
Verfasst: 25. August 2004, 11:38
von Immanuel
Hallo zusammen,
wir haben gestern abend Janus gespielt (zu zweit, alte Spear-Version), und dabei ist in beiden Partien, wie schon bei meinem ersten Versuch vor einigen Wochen, der Effekt aufgetreten, dass ein Spieler irgendwann ziemlich blockiert in der Gegend rumhängt, während der andere im Zickzack den Spielplan leerräumt und auch noch "Miete" kassiert.

ad:
Erste Frage: Geht das anderen SpielerInnen auch so oder bin bloß ich so ungeschickt oder ist das ein Phänomen des Zweierspiels :???:
Zweite Frage: Lässt sich das Problem evtl. lösen, indem man beim Zweierspiel pro Person mit zwei Farben spielt :???:
Dritte Frage: Ist die Janus-Spielregel bei der späteren Perlhuhn(?)-Ausgabe unverändert geblieben, oder gab es da irgendwelche Veränderungen :???: Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass man ein beliebiges Plättchen um 90 Grad drehen darf, wenn man dafür einen Zug aussetzt.
Auf erhellende Auskünfte bin ich gespannt.
Grüßle,
Immanuel
RE: [RF?] Janus
Verfasst: 25. August 2004, 12:01
von Hartmut
"Immanuel" hat am 25.08.2004 geschrieben:
> Hallo zusammen,
>
> wir haben gestern abend Janus gespielt (zu zweit, alte
> Spear-Version), ...
Hallo Immanuel,
Zufall oder nicht? Ich auch. Habe das Spiel zuvor lange nicht angefasst, aber gestern war es endlich mal wieder auf dem Tisch, auch zu zweit. Auch früher habe ich es oft zu zweit gespielt.
> Erste Frage: Geht das anderen SpielerInnen auch so ...
Nein, eigentlich nicht. Ich habe gestern meiner Tochter, die das Spiel das erste Mal spielte, gleich alle wichtigen Tricks verraten (schließlich soll auch das erste Spiel schon Spaß machen, wozu sollen neue Mitspieler erst "Lehrgeld" zahlen und erst einmal untergehen?) und hatte am Ende nach Punkten verloren. Dass nicht ich die "dicken Brocken" abbekam, war halt Pech und unzureichender eigener Analyse der Situation zuzuschreiben.
>oder bin bloß ich so ungeschickt...
Vielleicht. Dazu gleich mehr.
> oder ist das ein Phänomen des Zweierspiels :???:
Nein, denke ich nicht. Das kann dann auch mit 3 oder 4 Spielern dem einen oder anderen passieren.
> Zweite Frage: Lässt sich das Problem evtl. lösen, indem man
> beim Zweierspiel pro Person mit zwei Farben spielt :???:
Habe ich noch nie gemacht. Dann sind m.E. auch zuviele Chips im Spiel, als dass es ein sinnvolles Ende findet.
> Dritte Frage: Ist die Janus-Spielregel bei der späteren
> Perlhuhn(?)-Ausgabe unverändert geblieben, oder gab es da
> irgendwelche Veränderungen :???:
M.W. ja, bin mir aber nicht sicher. Ich habe beide Ausgaben zuhause, bin aber zu faul für einen haarkleinen Vergleich ;-)
> Ich könnte mir zum
> Beispiel vorstellen, dass man ein beliebiges Plättchen um
> 90 Grad drehen darf, wenn man dafür einen Zug aussetzt.
Sowas hat es definitiv in keiner Regel je gegeben.
Nun aber zu den vermuteten Ursachen Deiner Spielerfahrung. Natürlich sind früh eingesammelte Janusköpfe ein enormer Vorteil, der im Extremfall zu der von Dir beschriebenen Situation führen kann. Da sollte man sich von seinem Mitspieler nicht abhängen lassen, ihm ggf. in die Quere zu kommen versuchen und selber früh die Köpfe einsammeln.
Ich habe die Regel nicht zur Hand (und gestern auch nicht reingesehen), aber wir spielen das zu zweit so, dass der Mitspieler die genaue Startposition innerhalb von 3x3 Feldern in der Ecke seines Gegenübers bestimmt. Das tut man natürlich so, dass der andere nicht gleich offensichtlich den erstbesten Kopf kassiert sondern dafür wenn überhaupt eher lange braucht.
Hat es denn in Deiner Partie gestern ein entsprechendes Ungleichgewicht gegeben? Also einer sammelt wesentlich früher 2-3 Köpfe ein als der andere und sticht ihn damit aus? Wenn es nicht an einer unglücklichen Startkonstellation lag (dazu mein Vorschlag oben), dann mag allerdings auch fehlende Übersicht des unterlegenen Spielers während des Spiels zu diesem Ausgang geführt haben. Das ist dann "ungeschickt", aber nächstes Mal läuft es dann schon viel besser :-)
Ansonsten ist JANUS eines der wenigen Spiele der frühen Franckh-Kosmos-Spiele, die ich immer wieder mal auf den Tisch bringe. Zum Spielen eignen sich durchsichtige Pöppel (aus Scotland Yard) aber besser als die dicken Holztürme, die die Pfeile der Wegweiserplättchen verdecken.
Hartmut
Danke [RF?] Janus
Verfasst: 25. August 2004, 13:21
von Immanuel
Hallo Hartmut,
vielen Dank für Deine Hinweise.
Hartmut schrieb:
> >oder bin bloß ich so ungeschickt...
> Vielleicht.
Das hatte ich schon befürchtet. :seufz:
> > Dritte Frage: Ist die Janus-Spielregel bei der späteren
> > Perlhuhn(?)-Ausgabe unverändert geblieben, oder gab es da
> > irgendwelche Veränderungen :???:
> M.W. ja, bin mir aber nicht sicher. Ich habe beide Ausgaben
> zuhause, bin aber zu faul für einen haarkleinen Vergleich ;-)
Na ja , wird wohl nichts Gravierendes geändert worden sein.
> Ich habe die Regel nicht zur Hand (und gestern auch nicht
> reingesehen), aber wir spielen das zu zweit so, dass der
> Mitspieler die genaue Startposition innerhalb von 3x3 Feldern
> in der Ecke seines Gegenübers bestimmt. Das tut man natürlich
> so, dass der andere nicht gleich offensichtlich den
> erstbesten Kopf kassiert sondern dafür wenn überhaupt eher
> lange braucht.
Das finde ich eine ziemlich gute Regelergänzung. Wie wichtig der frühe Gewinn von Janusköpfen ist - und am besten von beiden der gleichen Farbe - haben wir auch schon festgestellt.
Dabei war noch die Überlegung meines Mitspielers, ob man evtl. den zweiten Kopf der gleichen Farbe liegen lassen könnte, wenn man über dieses Feld wegzieht, so dass der Mitspieler noch eine Chance darauf hat.
> Hat es denn in Deiner Partie gestern ein entsprechendes
> Ungleichgewicht gegeben? Also einer sammelt wesentlich früher
> 2-3 Köpfe ein als der andere und sticht ihn damit aus? Wenn
> es nicht an einer unglücklichen Startkonstellation lag (dazu
> mein Vorschlag oben), dann mag allerdings auch fehlende
> Übersicht des unterlegenen Spielers während des Spiels zu
> diesem Ausgang geführt haben. Das ist dann "ungeschickt",
> aber nächstes Mal läuft es dann schon viel besser :-)
So gesehen hat mir wohl tatsächlich die Übersicht gefehlt. :???:
> Ansonsten ist JANUS eines der wenigen Spiele der frühen
> Franckh-Kosmos-Spiele, die ich immer wieder mal auf den Tisch
> bringe. Zum Spielen eignen sich durchsichtige Pöppel (aus
> Scotland Yard) aber besser als die dicken Holztürme, die die
> Pfeile der Wegweiserplättchen verdecken.
Nochmal ein guter Tipp. :-)
Besten Dank,
Immanuel
(der es kaum erwarten kann, Janus jetzt mal mit der Startaufstellungs-Modifikation zu spielen.)
Re: [RF?] Janus
Verfasst: 25. August 2004, 13:33
von Thorsten Gimmler
Hallo Immanuel!
Du schreibst, dass "ein Spieler den Spielplan im Zick Zack leeräumt...". Wie spielst Du das Spiel? Wenn ein Spieler Janusköpfe in allen vier Farben besitzt, darf er dann beliebig oft weiterlaufen (bis er auf ein leeres Feld kommt)? Dann ist für mich der Reiz des Spieles nicht gegeben.
In der Regel steht in etwa: "Hat man einen Januskopf, so darf man, wenn man ein Feld in der Farbe des Januakopfes betritt, nochmal ziehen." Es steht aber nicht genau beschrieben, dass man für jede Farbe nochmal (und evtl. unbegrenzt) ziehen darf. Wir spielen es immer so, dass man noch genau! einmal ziehen darf. Hat man also Köpfe in allen vier Farben, so darf man noch einmal ziehen. Aber insgesamt eben nur einmal!
Vielleicht hast Du dies ja anders gespielt. Versuch es einfach mal so. Janus ist ein tolles Spiel. Wenn Du es so gespielt hast, dann vergiss meinen Beitrag.
Verspielte Grüße
Thorsten
RE: [RF?] Janus
Verfasst: 25. August 2004, 13:48
von Hartmut
"Thorsten Gimmler" hat am 25.08.2004 geschrieben:
> Hallo Immanuel!
>
> Du schreibst, dass "ein Spieler den Spielplan im Zick Zack
> leeräumt...". Wie spielst Du das Spiel? Wenn ein Spieler
> Janusköpfe in allen vier Farben besitzt, darf er dann
> beliebig oft weiterlaufen (bis er auf ein leeres Feld
> kommt)? Dann ist für mich der Reiz des Spieles nicht
> gegeben.
>
> In der Regel steht in etwa: "Hat man einen Januskopf, so
> darf man, wenn man ein Feld in der Farbe des Januakopfes
> betritt, nochmal ziehen." Es steht aber nicht genau
> beschrieben, dass man für jede Farbe nochmal (und evtl.
> unbegrenzt) ziehen darf. Wir spielen es immer so, dass man
> noch genau! einmal ziehen darf. Hat man also Köpfe in allen
> vier Farben, so darf man noch einmal ziehen. Aber insgesamt
> eben nur einmal!
>
> Vielleicht hast Du dies ja anders gespielt. Versuch es
> einfach mal so. Janus ist ein tolles Spiel. Wenn Du es so
> gespielt hast, dann vergiss meinen Beitrag.
>
>
> Verspielte Grüße
>
> Thorsten
Hallo Thorsten,
auch wenn Du nicht mich ansprichst, so möchte ich doch antworten, da Du das Spiel offenabr anders kennst als ich (und vermutlich auch Immanuel). in der Tat habe ich die Regel immer so verstanden (und mit Freude gespielt!), dass das wiederholte Zugrecht nicht *einmalig* sondern für *jedes* Plättchen im Zug gilt, zu dem man einen (oder beide) gleichfarbigen Januskopf besitzt. Hat man alle vier Köpfe, so endet der Zug in der Tat erst auf einem freien Feld oder nur dann vorzeitig, wenn der Spieler dies so will (es ist ja ein *Recht* nochmal zu ziehen, keine *Pflicht*).
Ich werde heute abend nochmal die Regeln (Franckh und Spear) anschauen, ob man das missverstehen konnte, aber so und nur so kenne ich das Spiel. Ansonsten wäre der Reiz des Spiels geringer, da die Züge der Mitspieler leichter ausrechenbar werden, die Köpfe dann auch nur arg begrenzte Vorteile gewähren.
Hartmut
PS: Als Kap-Hoorn-Autor bist Du sicher von Janus oder auch Trippples inspiriert worden, oder?
RE: [RF?] Janus
Verfasst: 25. August 2004, 14:14
von Thorsten Gimmler
Hallo Hartmut!
> auch wenn Du nicht mich ansprichst, so möchte ich doch
> antworten, da Du das Spiel offenabr anders kennst als ich
> (und vermutlich auch Immanuel). in der Tat habe ich die Regel
> immer so verstanden (und mit Freude gespielt!), dass das
> wiederholte Zugrecht nicht *einmalig* sondern für *jedes*
> Plättchen im Zug gilt, zu dem man einen (oder beide)
> gleichfarbigen Januskopf besitzt. Hat man alle vier Köpfe, so
> endet der Zug in der Tat erst auf einem freien Feld oder nur
> dann vorzeitig, wenn der Spieler dies so will (es ist ja ein
> *Recht* nochmal zu ziehen, keine *Pflicht*).
>
> Ich werde heute abend nochmal die Regeln (Franckh und Spear)
> anschauen, ob man das missverstehen konnte, aber so und nur
> so kenne ich das Spiel. Ansonsten wäre der Reiz des Spiels
> geringer, da die Züge der Mitspieler leichter ausrechenbar
> werden, die Köpfe dann auch nur arg begrenzte Vorteile
> gewähren.
So ist ja das Spielziel: Sammel alle Janusköpfe und dann kannst Du ja auch noch nach Punkten schauen. Die Janusköpfe sind schon wichtig und schön, aber man muß sicherlich auch ohne sie eine Chance haben. Hat man alle vier (was bei vier Spielern natürlich schon schwer ist) so kann man halt auf alle Farben gehen und noch (genau) einmal ziehen.
Ich kenne auch Spieler, die es nach "Deiner" Regel spielen. In unserer Montags-Spielerunde bestand die aber auch die einhellige Meinung, dass meine regelauslegung richtig ist und das Spiel sonst keinen Spass machen würde bzw. nicht richtig funktioniert. Probier es einfach mal so aus.
> Hartmut
>
> PS: Als Kap-Hoorn-Autor bist Du sicher von Janus oder auch
> Trippples inspiriert worden, oder?
Tripples kenn ich nicht. Inspiriert kann schon sein. Man weiß ja nie so richtig, wie man auf die Idee gekommen ist. Allerdings mag ich auch solche Spiele, wo man in eine bestimmte Richtung entsprechend weit ziehen kann wie z.B. auch "Der fliegende Teppich" oder "Rosenkönig". Sowas spiele ich schon gerne. Man entwickelt ja überwiegend Spiele, die man selbst auch mag. Und irgendwie muß man sich ja auf einem Meer auch orientieren bzw. vorankommen. :-)
Verspielte Grüße
Thorsten
Re: [RF?] Janus
Verfasst: 25. August 2004, 17:03
von Bernd Geiges
Thorsten Gimmler schrieb:
>
> Hallo Immanuel!
>
> Du schreibst, dass "ein Spieler den Spielplan im Zick Zack
> leeräumt...". Wie spielst Du das Spiel? Wenn ein Spieler
> Janusköpfe in allen vier Farben besitzt, darf er dann
> beliebig oft weiterlaufen (bis er auf ein leeres Feld kommt)?
> Dann ist für mich der Reiz des Spieles nicht gegeben.
>
> In der Regel steht in etwa: "Hat man einen Januskopf, so darf
> man, wenn man ein Feld in der Farbe des Januakopfes betritt,
> nochmal ziehen." Es steht aber nicht genau beschrieben, dass
> man für jede Farbe nochmal (und evtl. unbegrenzt) ziehen
> darf. Wir spielen es immer so, dass man noch genau! einmal
> ziehen darf. Hat man also Köpfe in allen vier Farben, so darf
> man noch einmal ziehen. Aber insgesamt eben nur einmal!
>
> Vielleicht hast Du dies ja anders gespielt. Versuch es
> einfach mal so. Janus ist ein tolles Spiel. Wenn Du es so
> gespielt hast, dann vergiss meinen Beitrag.
>
>
> Verspielte Grüße
>
> Thorsten
Hi Thorsten,
wir (also Immanuel und ich) haben uns gestern auch gefragt, wie die Regel in diesem Punkt zu interpretieren ist und uns dann tatsächlich für die "Unbegrenzt weiterziehen"- Variante entschieden. Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt, dass auf der Schachtel ein Pöppel zu sehen ist, der augenscheinlich einen Zick-Zack-Zug über mehrere dunkelgrüne Felder läuft. Aber wenn das Spiel mit Deiner Variante besser funktioniert, dann nehme ich mal an, dass wir das natürlich übernehmen, unabhängig davon was die ursprüngliche Regel-Idee war,
vielen Dank,
Gruss, Bernd
RE: [RF?] Janus
Verfasst: 25. August 2004, 19:45
von Hartmut
Hallo Thorsten, Immanuel & Bernd,
so, ich habe eben meine Hausaufgaben gemacht
"Thorsten Gimmler" hat am 25.08.2004 geschrieben:
...
> In der Regel steht in etwa: "Hat man einen Januskopf, so
> darf man, wenn man ein Feld in der Farbe des Januakopfes
> betritt, nochmal ziehen." Es steht aber nicht genau
> beschrieben, dass man für jede Farbe nochmal (und evtl.
> unbegrenzt) ziehen darf. Wir spielen es immer so, dass man
> noch genau! einmal ziehen darf. Hat man also Köpfe in allen
> vier Farben, so darf man noch einmal ziehen. Aber insgesamt
> eben nur einmal!
Nun, das wäre selbst in dem von Dir aus der Erinnerung geschriebenen Satz eine Regelergänzung, denn wenn man "nochmal ziehen" darf, so ist das Verbot dieses Rechts im Fall der Wiederholung doch etwas, das ausdrücklich geregelt gehört. Da hast Du was hineininterpretiert, was nicht geschrieben steht und somit auch nicht implizit gilt. Wer hat nicht schon mal irgendein Spiel mit Würfelmotor gespielt und musste einen Mitspieler davon überzeugen, dass er nach einer 6 nicht noch einmal dran ist, nur weil er das so von Mädn gewohnt ist?
Aber zu den Fakten. Ich zitiere die Regeln:
Spear: "Nach jedem Zug wird das Plättchen beiseite gelegt, auf dem die Spielfigur zuletzt gestanden hat. Ist das Plättchen ein Janus-Kopf, so legt man es offen vor sich hin. Sooft die eigene Spielfigur danach ein Plättchen der Farbe dieses Janus-Kopfes erreicht, darf nochmal gezogen werden."
Die Franckh-Kosmos-Regel verwendet diese Sätze wortwörtlich genauso und ergänzt dann: "Es kommt also darauf an, möglichst viele verschiedene Janus-Köpfe zu sammeln. Selbstverständlich kann ein Spieler die Janus-Köpfe einer Farbe allein besitzen."
Die Redewendung "Sooft die Figur ... darf nochmal ..." bestätigt m.E. die mir bekannte Kettenzugregel. Da gibt es doch nicht viel zu deuteln, oder?
Ferner habe ich
www.spielefindex.de und mein Zeitschriftenarchiv bemüht.
Der Artikel von Bernward Thole in SPIEL Ausgabe 3/1980 (die letzte Ausgabe dieser Zeitschrift) ist nicht erhellend, verrät nichts zu diesem Detail der Spielregel.
In PÖPPELREVUE 3/1988 schreibt Peter Neugebauer ("pen") nur von "Bonuszügen", ebenfalls ohne ins für uns wichtige Detail zu dringen.
Sven Kübler in SPIELBOX 2/1988 schreibt: "Der Janus hat einen Joker-Charakter. Jedes Mal, wenn ich auf einem Plättchen meiner Janus-Farbe lande, darf ich sofort weiterspielen. Gelingt es mir gar, die Janusplättchen der 4 verschiedenen Farben zu ergattern, dann kann ich fast endlos spielen! Also, die Janus-Plättchen sind eminent wichtig, aber überhaupt keine Garantie für den Sieg."
Aha, wenigstens ein Spiele-Experte hat es zweifelsfrei genauso verstanden. Internet gab's da noch nicht, aber auch in den folgenden Spielbox-Ausgaben hat es dazu keine "Richtigstellung" gegeben, sonst hätte spielefindex.de auch diese Quelle verzeichnet.
Thorsten, gib dem Spiel noch eine Chance nach diesen, vermutlich im Sinn von Rudi Hoffmann "richtigen" Regeln. Wenn's nach Hausregel auch Spaß macht, umso besser.
Viele Grüße
Hartmut
RE: [RF?] Janus - noch eine Hausregel-Idee
Verfasst: 26. August 2004, 12:09
von Hartmut
"Bernd Geiges" hat am 25.08.2004 geschrieben:
> Thorsten Gimmler schrieb:
>>
>> Hallo Immanuel!
>>
>> Du schreibst, dass "ein Spieler den Spielplan im Zick Zack
>> leeräumt...". Wie spielst Du das Spiel? Wenn ein Spieler
>> Janusköpfe in allen vier Farben besitzt, darf er dann
>> beliebig oft weiterlaufen (bis er auf ein leeres Feld kommt)?
>> Dann ist für mich der Reiz des Spieles nicht gegeben.
>>
>> In der Regel steht in etwa: "Hat man einen Januskopf, so darf
>> man, wenn man ein Feld in der Farbe des Januakopfes betritt,
>> nochmal ziehen." Es steht aber nicht genau beschrieben, dass
>> man für jede Farbe nochmal (und evtl. unbegrenzt) ziehen
>> darf. Wir spielen es immer so, dass man noch genau! einmal
>> ziehen darf. Hat man also Köpfe in allen vier Farben, so darf
>> man noch einmal ziehen. Aber insgesamt eben nur einmal!
>>
>> Vielleicht hast Du dies ja anders gespielt. Versuch es
>> einfach mal so. Janus ist ein tolles Spiel. Wenn Du es so
>> gespielt hast, dann vergiss meinen Beitrag.
>>
>>
>> Verspielte Grüße
>>
>> Thorsten
>
> Hi Thorsten,
> wir (also Immanuel und ich) haben uns gestern auch gefragt,
> wie die Regel in diesem Punkt zu interpretieren ist und uns
> dann tatsächlich für die "Unbegrenzt weiterziehen"-
> Variante entschieden. Ausschlaggebend dafür war nicht
> zuletzt, dass auf der Schachtel ein Pöppel zu sehen ist,
> der augenscheinlich einen Zick-Zack-Zug über mehrere
> dunkelgrüne Felder läuft. Aber wenn das Spiel mit Deiner
> Variante besser funktioniert, dann nehme ich mal an, dass
> wir das natürlich übernehmen, unabhängig davon was die
> ursprüngliche Regel-Idee war,
> vielen Dank,
> Gruss, Bernd
Hallo nochmal,
wie ich gestern abend hier schrieb, ist die "Kettenregel" sehr wahrscheinlich die "offizielle". Noch bin ich nicht dazu gekommen, Thorsten's Hausregel zu erproben (nur ein Bonuszug und dann Ende), habe aber Bedenken, dass die Dynamik darunter doch allzusehr leidet, da ich es mit den Kettenzügen sehr schätze.
Wie wär's denn mit folgender zu erprobender "Hausregel 2": Jedesmal, wenn man an der Reihe ist, darf man pro Janus-Kopf in Besitz von einem Plättchen gleicher Farbe weiterziehen.
Genauer: Habe ich vier Janus-Köpfe in vier Farben, so darf ich bis zu 4 Bonuszüge machen, vorausgesetzt, ich treffe auch 4 verschiedenfarbige Plättchen. Komme ich z.B. das zweite Mal auf Blau, endet mein Zug. So macht auch der Besitz beider Köpfe einer Farbe Sinn, kann ich auf dieser Farbe dann zwei Bonuszüge machen. Theoretisch sind also immer bis zu soviele Bonuszüge möglich, wie man Kopfplättchen besitzt. Während des Zuges kann man diese ja kurz umdrehen oder beiseite schieben, um zu verdeutlichen, dass man sie in Anspruch genommen hat. Somit gewinnen die Köpfe gegenüber Thorstens Hausregel an Bedeutung, ohne aber "endlose" (sind sie ja nicht) Kettenzüge zu erlauben.
Hartmut
Beeindruckend
Verfasst: 27. August 2004, 09:52
von Immanuel
Hallo Hartmut,
vielen Dank für Deine Recherche.
Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich manche Forumsteilnehmer auskennen oder im Zweifelsfall kundig machen, wenn es um die Problemchen anderer geht.
Was die ursprüngliche Intention von Rudi Hoffmann angeht, würde ich Dir nach Deinen genannten Argumenten und dem auf der Spear-Schachtel abgebildeten Kettenzug absolut zustimmen.
Auf jeden Fall denke ich, dass die Reihe von Modifikationen (sowohl von Dir als auch von Thorsten), die sich hier jetzt angesammelt hat, auch mal ein Anspielen wert ist.
Grüßle,
Immanuel