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Shark: Fragen zur Sieben-Häuser-Variante
Verfasst: 11. Mai 2005, 20:42
von Felix
Wie spielt Ihr (unter Anwendung der 7-Häuser-Variante) folgenden Fall bei SHARK:
Die gelbe Firma habe z.B. zwei Ketten, eine mit 5 Häusern, die andere mit 6. Ihr Wert steht demnach bei 11.
Nun setzt ein Spieler ein gleichfarbiges Verindungshaus zwischen die beiden, sodaß es eine große Kette wird. Klar, der Wert fällt auf 7, ABER:
- Wie hoch ist die Erfolgsprovision für den setzenden Spieler? 1000 FT oder der neue Wert (7000 FT)? Die Meinungen gehen hierüber auseinander.
- Und muss der setzende Spieler den Verlust des Unternehmens mittragen oder ist er hiervon ausgenommen, wie bei den normalen Übernahmen. Auch hier gibt es unterschiedliche Auffassungen.
Über logische Erklärungen und fundierte Aufklärung würde sich freuen:
Felix, der (noch) Zwerghai
P.S. Wir haben die ´91er Ravensburger Ausgabe
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 11. Mai 2005, 23:40
von ferdinand köther
Felix schrieb:
>
> Wie spielt Ihr (unter Anwendung der 7-Häuser-Variante)
> folgenden Fall bei SHARK:
>
> Die gelbe Firma habe z.B. zwei Ketten, eine mit 5 Häusern,
> die andere mit 6. Ihr Wert steht demnach bei 11.
> Nun setzt ein Spieler ein gleichfarbiges Verindungshaus
> zwischen die beiden, sodaß es eine große Kette wird. Klar,
> der Wert fällt auf 7, ABER:
>
> - Wie hoch ist die Erfolgsprovision für den setzenden
> Spieler? 1000 FT oder der neue Wert (7000 FT)? Die Meinungen
> gehen hierüber auseinander.
Provision = 0
Die Regeln sind in diesem Falle klar und meiner Meinung nach eindeutig:
s. "Variante I, 2. ...Dadurch entfallen bei einer Verlängerung dieser Kette auch alle Auszahlungen von Erfolgsprovisionen und Kursgewinnen."
Das ist eine klare Aussage, die keine verschiedenen Meinungen zuläßt. Beim Zusammenwachsen der Ketten wird jede einzelne Kette verlängert, und zwar über den "zulässigen" sprich provisionsträchtigen Wert hinaus.
>
> - Und muss der setzende Spieler den Verlust des Unternehmens
> mittragen oder ist er hiervon ausgenommen, wie bei den
> normalen Übernahmen. Auch hier gibt es unterschiedliche
> Auffassungen.
Auch hier hilft die Regel eindeutig weiter: "3. .... Jetzt finden auch hier alle Regeln für die Wertminderung, wie auf Seite 12/13 beschrieben, ihre Anwendung."
Un dort steht geschrieben: "Bei jeder Wertminderung ... bleibt der Spieler, der sie verursacht hat, ... unbeteiligt."
Auch das läßt keine unterschiedlichen Meinungen zu - der verursachende Spieler trägt den Verlust NIE mit, auch nicht bei dieser Variante I (7er-Kette).
>
> Über logische Erklärungen und fundierte Aufklärung würde sich
> freuen:
>
Ich hoffe, jetzt freust du dich ;-) und wirst bald zum weißen Reisenhai!
> Felix, der (noch) Zwerghai
>
> P.S. Wir haben die ´91er Ravensburger Ausgabe
Tschüß
Ferdi
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 12. Mai 2005, 00:33
von Felix
Hallo Ferdi,
danke für Dein Nachschlagen - die erwähnten Regelstellen habe ich natürlich gelesen, konnte mich aber nicht wirklich damit anfreunden, da die Regel an anderer Stelle auch Fehler enthält und es mir einfach komisch vorkommt, daß man zwar für jedes beliebige Gebäude, das man setzt, mindestens 1000 FT erhält (bei Einzelhäusern, bei Ketten entsprechend mehr), dieser Bonus aber ausgerechnet dann entfallen soll, wenn man das 8+ Haus an einer Kette anbaut.
Bei Boardgamegeek gibt es eine Spielübersicht (http://www.bggfiles.com/viewfile.php3?fileid=7207), die das Spiel deutlich präziser erklärt als das deutsche Original, und dabei ausdrücklich darauf hinweist, daß der fusionierende Spieler auch im erwähnten Fall Provision erhält und *nicht* von den Kursverlusten ausgenommen ist.
Gleiches steht auch hier (http://www.boardgamegeek.com/geekforum.php3?action=viewthread&threadid=25903), daher schrieb ich von "unterschiedlichen Auffasungen" :-)
Was steht denn in der 2001er Regel? Diese liegt mir leider nicht vor.
Grüße, Felix
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 12. Mai 2005, 12:32
von ferdinand köther
Hallo Felix,
es gibt natürlich (leider?!) immer diverse Regelfassungen - von daher dann auch verschiedene Auffassungen, das ist richtig.
Ich habe mich auf die 91er Ravensburger Auflage berufen, die du ja auch hast, und die regelt hlat diese Fragen eindeutig so.
Es spricht ja nix dagegen, eigene "Hausregeln" einzuführen, und warum nicht unter Berufung auf andere Regelfassungen. Hauptsache alle Spieler einigen sich darauf.
Die originale Flying Turtle Regel habe ich leider nicht, vermutlich war die ziemlich unklar. Ich schau mir mal die BGG Artikel an, und schicke dir meine Kurzregel, die sich auf die 91er Ravensburger Ausgabe bezieht.
Tschüß
Ferdi
RE: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 12. Mai 2005, 14:17
von Wolfgang Ziemer
"ferdinand köther" hat am 12.05.2005 geschrieben:
> Hallo Felix,
>
> Die originale Flying Turtle Regel habe ich leider nicht,
Hallo Ferdi!
Du hast mir ja auch schon oft weitergeholfen.
Also wenn du an der Original Flying Turtle Regel interessiert bist, so könnte ich sie mal einscannen und dir zumailen.
Gruß Wolfgang
RE: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 12. Mai 2005, 14:23
von ferdinand köther
Hi Wolfgang,
danke für dein Angebot, das ich gerne annehme.
Dann laß mal rüberwachsen ;-) wenn du Zeit dafür findest.
Danke und tschüß
Ferdi
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 12. Mai 2005, 21:13
von Felix
Hab jetzt mal Deine Kurzregel überflogen - sie liegt auch bei H@ll, oder?
Nochmal zur Klarstellung: die Regel ist mir nicht unklar, sondern ich zweifel nur, ob alles so beabsichtigt ist, wie es Ravensburger gedruckt hat (s. meine Postings bzgl. Provision). Hast du inzwischen mal bei BGG reingeschaut?
Felix
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 12. Mai 2005, 23:10
von ferdinand köther
Genau, die Kurzregel gibt's auch bei H@ll.
Tja, wenn man immer so wüßte, wie's "eigentlich" gemeint war ... Fertige Spielregeln sind nicht immer genau so, wie der Autor sie ursprünglich konzipiert hat, dafür gibt es genügend Beispiele. Kürzlich noch z. B. bei Australia.
Bin leider noch nicht dazu gekommen, bei BGG reinzuschauen. Wolfgang hat mir dankenswerterweise die Originalregeln geschickt, auf deutsch und englisch, werde ich mal unter die Lupe nehmen.
Das kann ein paar Tage dauern, ich melde mich aber bald wieder entweder hier oder schicke dir direkt 'ne mail.
Bis dann
Ferdi
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 13. Mai 2005, 00:18
von ferdinand köther
Oooops, da bin ich schon wieder, von wegen ein paar Tage, das ließ mir doch keine Ruhe.
Bei BGG war ich noch nicht, aber die Originalregeln (deutsch und englisch) sind dermaßen kurz und, oh Wunder, eindeutig, daß die Fragen schon geklärt sind, und zwar so, wie bereits vorher gesagt. Was ich bisher auch nicht wußte ist, daß die "7er Variante" keine solche ist, sondern die ursprüngliche Spielregel. Ich habe fast alle FT Spiele, aber Shark ist mir damals irgendwie durch die Lappen gegangen, die Ravensburger Ausgabe 91 ist ja auch viel hübscher ...
Kurze Zusammenfassung:
1. Wird eine 7er-Kette verlängert, erhält der Spieler dafür keine Provision.
2. Werden zwei (oder mehr) Ketten einer Farbe miteinander verbunden und die Gesamtlänge dieser Kette übersteigt dann sieben, erhält der Spieler dafür keine Provision.
3. Der verursachende Spieler trägt nie den Wertverlust einer Kette mit.
Bei all dem ist klar, daß ein isoliert gesetztes Hotel nicht den Wert einer Kette erhöht (außer dem allerersten, der Wert steigt von 0 auf 1), aber immer 1000 Geld Provision bringt. Wenn aber durch ein Hotel zwei (ode rmehr) Ketten verbunden werden (>7) ist es nicht isoliert, daher entfällt dann jegliche Provision.
Da meines Wissens Jean Vanaise bei Big Bad Wolf (die Firma hinter dem Label Flying Turtle Games) direkt involviert war, kann man mal vorsichtig annehmen, daß dies auch die "eigentliche" Regel ist, an die sich die Ravensburger "Variante" hält.
Die spätere Ravensburger Ausgabe (2001?) soll ziemlich üble Regeln haben, keine Ahnung, kenne ich nicht.
Jetzt muß ich noch bei BGG reinschauen, wieso es da verschiedene Auffassungen geben kann, aber das kann nun wirklich etwas dauern, jetzt geht's ab in die Furzkapsel ...
Sharkige Grüße
Ferdi
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 13. Mai 2005, 13:45
von Felix
Interessant, interessant... Offenbar lassen sich beide Auslegungen gut spielen, denn die BGGs sind happy mit Ihrer Deutung.
Eine Frage haben wir bisher noch nicht gestreift: Du schreibst in der Kurzregel, "Selbstmord" sei möglich, was sich aus der Ravensburger-Regel auch so rauslesen läßt ("Mehrheit *einer* Farbe" statt "Mehrheit *dieser* Farbe").
In vielen Übersetzungen & Rezensionen (ich glaube sogar auch H@LL !!!) heißt es, das gesetzte Haus muss zur stärkeren Kette gehören, sonst darf es nicht gesetzt werden.
Läuft wahrscheinlich darauf hinaus, daß man sich auch hier vorher einigen muß.
So gesehen bietet Shark unheimlich viel Abwechslung, wenn man alle Kombinationen an Regelauslegung probiert :-)
Finnige Grüße, Felix
Re: [RF] Shark - 7er Variante
Verfasst: 13. Mai 2005, 18:39
von ferdinand köther
Hallo Felix,
tja, überraschenderweise habe ich heute mehr Zeit als gedacht, und die Haie haben mich am Schlafittchen.
Also zu BGG - aha, daher die verschiedenen "Auffassungen". Die dort geschilderte Spielweise ist eine selbstgestrickte Hausregel (ist ja durchaus in Ordnung), aber keine andere Regelauffassung. Wie der Autor des Artikels selbst sagt, kennt er nicht die Original FT-Regel, sondern hat vom Hörensagen her Kenntnis von einer "7er-Variante", wozu er sich dann nach seinen ihm logisch scheinenden Vorstellungen die Regeln gebastelt hat. Wie gesagt, Hausregeln kann natürlich jeder machen und halten, wie er will, aber das ist keine andere "Auffassung" sprich Regelinterpretation.
Die Regel selbst ist absolut eindeutig, und regelgerecht zu spielen heißt, wie vorher gesagt, keine Provision (>7) und kein Nachteil für den verursachenden Spieler.
Nun zum "Selbstmord" - daß das gesetzte Hotel zur stärkeren Kette gehören muß ist nicht richtig, steht auch nirgendwo, zumindest in keiner Regel, und würde ja gerade der Selbstmordtaktik wiedersprechen.
Selbstmord heißt, s. a. meine Kurzregel: Ich steigere den Wert einer Kette und kassiere dafür die Provision, z. B. eine 5er- wird zur 6er-Kette, ich kriege 6000 Schleifen. Da diese neue 6er-Kette aber durch das Setzen des Hotels an eine 7er-Kette angrenzt, wird sie anschließend "geschluckt" - hähä, alle anderen müssen kräftig blechen (sofern sie Aktien dieser Kette haben, aber nur dann macht man auch diesen Selbstmord, soll sich ja lohnen, sprich die anderen bluten lassen), ich aber nicht, habe sogar 'ne fette Provision kassiert.
Mit anderen Worten: Selbstmord ist der bewußte Ausbau einer Kette so, daß sie anschließend verschwindet. Effekt: ich kassiere, die anderen zahlen!
Selbstmord funktioniert mit jeder "Variante".
Jetzt aber die Zähne gewetzt und Gegner zerfetzt ;-)
Ferdi