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[RF] Polis: Belagerung/Schlacht

Regelfragen und Varianten: Wie geht Spiel XY?
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Christian Weiss
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[RF] Polis: Belagerung/Schlacht

Beitragvon Christian Weiss » 8. Oktober 2012, 10:20

Hat schon jemand Polis(-prototyp) gespielt oder ist regelfest?

Verstehe Belagerung/Schlacht nicht.
Zum einen dürfen nicht mehr Einheiten in einem Gebiet sein als Belagerungsstärke oder bezieht sich das nur auf das Durchziehen von (eigenen) Einheiten?

Bei Schlachten müssen 8 oder mehr Einheiten in einem Gebiet sein.

Belagerung mit Würfelglück, Schlachten mit Karten. Wann macht man was?

Wer kanns mir erklären?

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Dumon
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Re: [RF] Polis: Belagerung/Schlacht

Beitragvon Dumon » 8. Oktober 2012, 14:10

Bin grade auf diesen Thread aufmerksam gemacht worden.
Also, mal schauen...

Zunächst mal zum Konzept von "Maximaler Anzahl Einheiten pro Feld". In jedem Feld dürfen sich ja nur so viele Deiner Einheiten befinden, wie das Rundenfeld angibt (in Runde 1 also 3, in Runde 2 also 4, und in Runde 3 und 4 sind es 5).
Das bezieht sich auf jeden beliebigen Zeitpunkt in der Runde. Sind also 3 Deiner Einheiten in einem Gebiet, in dem sich 4 befinden dürfen, darfst Du 1 Einheit dazuziehen. Oder auch 1 Einheit durchziehen, SOFERN das Gebiet nicht vom Gegner bereits mit 4 Einheiten kontrolliert wird. Kontrolliert wird ein Gebiet, wenn sich dort MEHR Einheiten eines Spielers befinden, als solche seines Gegners vorhanden sind.

Befinden sich bereits so viele Einheiten im Gebiet, wie das Maximum angibt, kannst Du weder dazuziehen NOCH durchziehen!

Einzige Ausnahme:
Wenn Du mit einem Hopliten übers Meer ziehst, darfst Du auch Gebiete durchschreiten, in denen bereits das Maximum an Galeeren liegt!

Das Gebietsmaximum hat aber nichts mit dem Befestigungs-Wert zu tun. Allerdings MÜSSEN mindestens genau so viele Deiner Einheiten in einem Gebiet sein, wie der Befestigungs-Wert angibt, WENN Du die Polis belagern willst. Zusätzlich musst Du dort MEHR Einheiten haben als Dein Gegner (Du musst das Gebiet kontrollieren), um die Polis zu belagern!

Willst Du die Polis belagern, wählst Du die entsprechende Aktion (und gibst 1 Prestige ab). Dann würfelst Du. Ist das Ergebnis größer oder gleich der Befestigungs-Stärke, hat es geklappt, und Du nimmst Dir die Polis (das Plättchen) - entweder aus der neutralen Auslage, oder vom Gegner.
Hat es nicht geklappt, verlierst Du eine Einheit in dem Gebiet.
Und war die Polis dem Gegner, so verliert auch er ein Bevölkerungs-Klötzchen aus der Polis.
Merke: ist es das letzte in der Polis, dann verliert er diese, und sie wird neutral!

In einem Gebiet können sich immer nur so viele Einheiten EINES SPielers befinden, wie das Rundenfeld angibt (3, 4 oder 5). Eine Schlacht findet dann statt, wenn sich von BEIDEN Spielern mindestens 8 Einheiten in einem Feld befinden. Aber erst am Ende eines Spielzuges, also nicht währenddessen (während der Aktion oder des Zuges einer Einheit).
Befinden sich dann 8 oder mehr Einheiten in dem Feld, dann kommt es dort zur Schlacht. Dafür werden NUR die Kampfkarten gebraucht.

In der Unterscheidung zwischen Schlachten und Belagerungen stellt sich die Frage "Wann macht man was" meist nicht so sehr. Belagerungen sind gezielte Aktionen, während Schlachten automatisch am Ende des Zuges ausgeführt werden, sofern die Bedingung dazu erfüllt ist. Allerdings kann (und wird) eine Schlacht natürlich schon gezielt herbeigeführt werden.

Ich möchte an dieser Stelle kurz darauf hinweisen, dass Schlachten zwar ein probates und mächtiges Mittel darstellen können, aber keinesfalls einen gesonderten Eigenzweck haben. Schlachten dienen genau 3 Zwecken:
- Ein blockiertes Feld (kontrolliert vom Gegner) zu "unblockieren" (dabei muss es nicht zwingend zur Schlacht kommen)
- Dem Gegner Einheiten-Verluste zuzufügen.
- Prestige-Punkte zu sammeln.
Von diesen ist die mittlere Möglichkeit die Häufigste. Einheiten sind teuer. Sie kosten 1 Aktion pro Stadt, 1 Resource pro Einheit, und brauchen zwingend die benötigte Bevölkerung. Bevölkerung ist aber endlich, und wenn sie in den Städten nicht mehr vorhanden ist, können keine Einheiten gebaut werden. Entsprechend kann eine Schlacht dazu genutzt werden, um die generelle Stärke des Gegners, und dadurch seine Handlungsmöglichkeiten (denn darauf kommt es an) zu dezimieren.
Prestige-Sammeln ist sehr unzuverlässig im Kampf. Daher wird es wohl häufig nur als letzte Möglichkeit zum Erwerb solcher Punkte (falls sie dringend nötig sind) genutzt werden...
Und da man sich bereits vor einem Kampf zurückziehen kann, muss es im o.g. ersten Fall nicht mal zur Kampfhandlung kommen.

Eine Belagerung wiederum führt man durch
1. um eine neue Polis zu bekommen - und damit mehr Bevölkerung (Punkte, sowie potentiell zukünftige Einheiten), Prestige-Punkte (fürs Erobern) und Möglichkeiten für Tribut-Eintreibung zu bekommen.
2. Um dem Gegner eine Polis entweder abzunehmen, oder sie ihn wenigstens verlieren zu lassen (wenn sie neutral wird)!

Es ist manchmal daher auch sinnvoll, eine Polis am Ende der Runde durch Hunger rebellieren zu lassen (man verliert sie), um sie später wieder zu erobern, da dies erneut Bevölkerung und Prestigepunkte bringt.

Vielleicht hilft das erstmal weiter.
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung...
;)

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Re: [RF] Polis: Belagerung/Schlacht

Beitragvon Christian Weiss » 10. Oktober 2012, 13:38

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung! Nun ist mir einiges klarer geworden.

Eine Frage habe ich noch: wie wirkt sich das Würfeln aufs Spielgefühl aus?

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Re: [RF] Polis: Belagerung/Schlacht

Beitragvon Dumon » 10. Oktober 2012, 14:49

Das Würfeln ist einer von zwei Glücksfaktoren im Spiel. Der andere ist das Kartenziehen im Kampf. Das wird allerdings durch andere Aspekte (wie etwa der Verlust an Kartenauswahl bei Einheitenverlust, die Möglichkeit zum Rückzug etc.) etwas eingeschränkt, wenn auch nicht ausgeschaltet.

Der Glücksfaktor des Würfelns KANN einen ziemlich deutlichen Einschnitt ins Spielgefühl bedeuten. Allerdings gibt er eben wieder, dass besser befestigte Städte nicht nur schwerer einzunehmen sind, sondern dass bei so etwas eben auch das "Schlachtenglück" eine gewisse Rolle spielt.

Es kann aber schon ein bisschen frustrieren, wenn man überhaupt kein Glück hat beim Würfeln. Dann nützt es auch nichts, wenn man sonst versucht, durch variierte Spieltaktik die meisten Belagerungen zu umgehen. Denn irgendwann muss es unweigerlich dazu kommen - das Silber ist einfach zu knapp.

Trotzdem will ich nochmal drauf hinweisen - es gibt ja auch immer die Möglichkeit, eine Polis stattdessen mit dem Proxenos zu übernehmen (durch Bestechung). Das ist immer ne taktische Überlegung.

Zudem kann auch eine misslungene Belagerung taktische Vorteile bringen. Zum Beispiel, wenn dadurch die Bevölkerung der Polis eines Gegners so weit geschmälert wird, dass er Gefahr läuft, sie in die Neutralität zu verlieren.

Schlußendlich läuft es aber darauf hinaus, dass der Würfel das stärkste Glückselement des Spiels ist. Und als solcher ist er manchem vielleicht etwas zu stark.
Ich gehöre auch zu der Fraktion, denen der unmodifizierte Würfelwurf nicht gefällt.
Aber dem kann man mit einer ganz winzigen Hausregel etwas beikommen, und dann ist das nicht mehr soo ein großes Problem.

Ich mache es zum Beispiel so, dass ein Spieler bei Nicht-Glücken einer Belagerung einen weiteren Wurf machen kann. Allerdings verliert er pro Misserfolg eine Einheit (grade so, als ob er danach aufgehört hätte). Und er kann auch nur so lange weitermachen, wie er genug Einheiten im Feld hat, um die Belagerungs-Bedingung zu erfüllen.

Wie gesagt, das ist Geschmackssache, und war eine ganz bewusste Entscheidung des Autoren, den WÜrfelwurf so drinnen zu lassen. Und, wie gesagt, wenn mans nicht mag, ist dem recht einfach etwas beizukommen, und man kann das Spiel dann umfassend genießen...
;)

Grütze,
Dumon


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