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Neulich gespielt (2018)

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Mitspieler » 24. September 2018, 20:40

ErichZann hat geschrieben:jedes Wargame hat königsmacher Effekte[..]
Es ist halt kein Eurogame wo ich meine Strategie fahre und solitair vor mich hin spiele.
Naja, sogar bei einem Eurogame kann durch sehr unbedachtes Mitspielerverhalten ein anderer Spieler "unverdient" gewinnen. Und soo solitär sind auch die meisten Euros nicht (zum Glück :) ).
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Vielversprechende Neuheiten 2019:
Alubari: A Nice Cup Of Tea / Back to Caylus / Foothills / Glen More II: Chronicles / Maracaibo

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 24. September 2018, 21:28

Ich denke das ist ein "Problem" bei dieser Art von Spiel,
Ja, ich denke auch, dass ich solche Arten von Spielen nicht so sehr mag. Bei „Vast“ hat es sich ggf. nicht so stark niedergeschlagen, da die Verzahnung der Siegbedingung stärker in die Charaktere verwoben war. Bei „Root“ (oder eben z.B. „Meeple Wars“) kam dies aber stärker zum Tragen. Aber immerhin: Ich würde Root gerne noch einmal als Waschbär spielen. So schlecht hat es mir also auch nicht gefallen. ;)

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 24. September 2018, 21:39

Riverboat zu zweit: Eine der Neuheiten der Messe 2017, kurz vor der Messe 2018 gespielt. :) Ich gebe zu, dass ich nicht viel erwartet habe. Der Aktionswahlmechanismus funktioniert wie in anderen, bekannten Spielen á la „Puerto Rico“ oder „Ohne Furcht und Adel“: Insgesamt gibt es fünf Aktionen, die auf alle Fälle alle der Reihe nach gespielt werden. Nur dürfen sich die Spieler die Aktionen nacheinander zuerst auswählen und beginnen dann die jeweilige Aktion mit einem Bonus. Die anderen Spieler können die Aktion auch nutzen, müssen aber auf den Bonus verzichten. Zu zweit macht es das bereits spannend, weil man schon darauf achtet, welche Aktion dem Gegenüber als Erstes ggf. viel bringt. Danach platziert man Arbeiter auf seinem Feld (ein bisschen wie die Häuser bei Kingdom Builder), pflanzt dann Gemüse an, wo Arbeiter stehen, und kann dies ernten und verschiffen. Das Thema ist dabei eher zweitrangig und kann komplett ignoriert werden. Die Mechanik macht aber sehr viel Spaß, was ich nicht gedacht hätte. Sehr gut hat mir der Siegpunktmechanismus für die Aufträge gefallen. Denn zuerst muss man Auftragskarte, Brunnen oder Haus erhalten und dann zusätzlich noch einen „Förster“ (Es waren keine Förster, aber ich weiß nicht mehr, wie die grünen Arbeiter heißen.), ehe man die Wertung einleiten kann. So muss man immer abwegen, ob man sich grüne Arbeiter holt, die alleine für sich aber auch nichts bringen, oder eben andere Wertungen. Riverboat war eine der Neuheiten neben Nusfjord, nur das Nusfjord die nicht gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte - im Gegensatz zu Riverboat. ;) Hätten wir nicht so viele andere, sehr gute Arbeitereinsetz-/Aktionswahlspiele, wäre Riverboat sicherlich einer der Kandidaten, die ich öfters spielen würde. So kommt es vermutlich sehr selten oder nie wieder zu einer weiteren Partie. (Wertung: 7,5)

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Hero Realms zu zweit: Wie „Star Realms“ nur mit Helden wäre die Kurzerklärform. In der Langversion: In dem Deckbauspiel kauft man aus der Auslage Karten mit Ausrüstung, Aktionen oder Champions. Die spielt man dann später aus und kann sich dafür heilen, Sachen kaufen oder den Gegner angreifen. Man kann sich durch Champions als Wächter schützen, die zuerst angegriffen werden müssen. Durch eine Spezialfähigkeit eines eigenen Anführers fährt jeder Spieler ein leicht andere Strategie. Naja, eigentlich nicht, denn am Ende muss man einfach nur auf den Gegner draufhauen. Ich konnte mich mit meinem Kleriker sehr gut jede Runde heilen und hatte nach sechs Runden Champions kaufen und Ausdünnen auch genügend Power, meinen Gegner zu schlagen. Es spielt sich schon sehr ähnlich zu Star Realms. Aber richtig umgehauen hat es mich nicht. Ich glaube, als Angriffsdeckbuilder bevorzuge ich „Kanzume Goddess“ oder “Nightfall”, welches durch die Ketteneffekte noch einen gewissen Kniff mehr reinbringen. (Wertung: 7)

Crazy Race zu viert: Wir spannen alle ein Tier vor unseren Wagen und rennen damit los. Je nach Tier kann man so unterschiedlich weit rennen. Denn, wie weit man kommen will, bestimmt man selbst. Doch für jedes farbige Feld muss man einen Würfel nehmen und würfeln. Ist die Summe größer als die Reichweite des Tieres, darf man nur ein Feld ziehen. Der Push-your-Luck-Effekt ist also auf alle Fälle da. Einige Tiere hebeln die Regeln etwas aus und bringen mehr Zufall rein. Und so gewann ich das Spiel auch ebenso zufällig. Aber es ist eben auch kein hoch-strategisches Spiel und so gefällt es mir sogar etwas besser als Camel Up – was ich aber zugegeben nicht sonderlich mag. Vermutlich würde ich eine weitere Partie mitspielen – wenn es gerade nichts Besseres zu tun gibt. (Wertung: 6,5)

Pile-up Rush zu viert: Zum Auflockern vorm Strategiekracher noch etwas Fingerübung. In zwei Teams war ich leider etwas zu übermüdig (oder übermütig?) und brachte den Turm immer wieder zum Einstürzen. Kurz, spaßig, gut. (Wertung: 7)

Clans of Caledonia zu viert: Was soll ich zu diesem großartigen Spiel noch sagen? :) Ähnlich zu Marco Polo versuche ich jedes Spiel mit einem anderen Clan zu spielen, um alle einmal auszuloten. Dieses Mal nahm ich den „ungeliebten“ Clan, der bei den meisten Spielen irgendwie immer aussortiert wird: den Fischer-Clan. Zusätzlich zu Wald- und Bergarbeitern kann man seine Männchen auch auf dem See fischen schicken, wo sie dann fröhlich mit dem Boot umherschippern. Der Vorteil? Dadurch kann man die Reichweite sehr gut erhöhen (wenn es auf dem Spiel große Seen gibt). Der Nachteil? Man bekommt nur 4 Einkommen pro Arbeiter und kann dies auch nicht verbessern. Geld ist also knapp, dennoch klappte es ganz gut. Versaut habe ich mir die letzte Runde. Ich hatte in der vorletzten Runde einen Auftrag mit 4 Whiskey genommen. Aus Geldmangel konnte ich dann nur ein Fass produzieren. Und in der letzten Runde konnte ich, egal wie ich es drehte oder wendete, nicht auf vier Whiskey kommen, weil alle Optionen (direkt kaufen, verbilligt kaufen etc.) aufgrund Geldmangel nicht machbar waren. Ich wurde am Ende zwar zweiter mit 136 Punkten, aber die Nummer eins zog mit ca. 189 Punkten mit Abstand davon – und hatte dabei gar keinen so besonderen Clan, sondern den, der am Anfang nur außen einsetzen darf, dafür aber gleich drei Arbeiter. Wenn das Spiel nicht immer so lange dauern würden, käme es sicherlich öfters auf den Tisch. (Wertung: 9,5)

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20180923_coc.jpg (70.44 KiB) 2377 mal betrachtet

Tybor der Baumeister zu zweit: Zum Abschluss noch was Kurzes. Die Anleitung überflogen wir – und das Spiel erschloss sich nicht wirklich. Nach dem detaillierten Lesen wurde es klarer, aber so richtig begeistert waren wir nicht. Karten draften, damit analog zu „Ruhm für Rom“ als drei unterschiedliche Eigenschaften einsetzen (Arbeiter, Baumeister oder Bürger), dann Häuser bauen und das vier Runden lang. Am Ende kriegt man Siegpunkte für Häuser und gleiche Symbole auf den Bürgerkarten. Das zündete bei uns gar nicht und spielt sich auch so relativ egal. Andere Spiele haben ähnliche Mechanismen, sind dafür aber wesentlich besser und nehmen einen mehr mit. Das kommt also nicht mehr auf den Tisch. (Wertung: 4)

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Florian-SpieLama » 26. September 2018, 02:02

Heute hatten wir einen Spiele-Abend zu dritt bei mir und es gab

Xenoshyft Onslaught

Xenoshyft ist ein kooperativer Deckbuilder, den ich als eine Art Tower-Defense-Spiel bezeichnen würde.
Thematisch sind wir ein Minen-Konzern, der auf einem fremden Planet Xenosathem abbauen will und dabei werden wir vom "Schwarm", mutierte Insektoiden, angegriffen. Wir steuern die Privatarmee des Konzerns und müssen 9 Runden die Basis verteidigen, dann wurde genug abgebaut und wir können abhauen.
Spielerisch heißt das, dass wir unser Deck, wie in jedem anderen Deckspiel, ausbauen, indem wir mit Ressourcenkarten andere neue Karten kaufen. Hier sind das vor allen neue Einheiten und Waffen und Ausrüstung für diese, aber auch Aktionskarten, wie Bomben oder Sani-Shuttles, die von der Hand gespielt werden.
Denn da kommt der Unterschied. Die Einheiten behalte ich nicht in der Hand, sondern spiele sie in die Verteidigungsreihen, von dem jeder Spieler eine hat. Auch die Ausrüstung lege ich sofort an die Einheiten dran.
Dabei kann jeder Spieler in jede Reihe Einheiten platzieren und auch die Ausrüstung an Einheiten anderer Spieler anlegen.
In der Kampfphase muss sich jeder Spieler nacheinander mit jeweils 4 Monstern auseinander setzen. Es kämpft immer das vorderste Monster gegen die vorderste Einheit.
Auch hier können die Spieler ihre Handkarten beliebigen in den Kämpfen der anderen Spieler als Hilfe ausspielen.
Ist am Ende die Monsterreihe leer ist alles gut. Sind alle Einheiten der Reihe weg, machen alle übrigen Feinde ihren Schaden auf die Basis. Sinkt die Basis auf 0 haben die Spieler das Spiel verloren.

Was soll ich sagen. Das Spiel kriegt mich mit seinem Charme vom Thema her, hat aber Mängel, dass es nicht oft auf den Tisch kommt.
Von 5 Partien habe ich 3 gewonnen (heute mit eingeschlossen). Das ist mir etwas zu viel, könnte aber auch an "uns" liegen. Da knüpft sich nämlich der zweite Mangel an. Die Regel sind sehr schwammig und lassen viele fragen offen. Vor allem gibt es kein Karten-Glossar, was Effekte auf den Karten nochmal genauer erläutert. Wir hatten von 45 Punkten am Ende 24 Lebenspunkte auf der Basis über. Da hat man schon das Gefühl, man hat etwas falsch gespielt. Aber ich habe die Regeln heute vor der Partie extra nochmal komplett gelesen und konkret gegen die Regeln haben wir meines Erachtens nach nicht gespielt. Höchstens zu unserem Vorteil interpretiert.
Dann sind für die letzten Runden viel zu wenig Marker drin. Die Karten habe gute Qualität und sind cool illustriert. Aber die Marker sind recht billig und gerade in den letzten Runden reichen sie bei weitem nicht aus.
Der vorletzte Mangel ist die Spielzeit. Ich weiß nicht, hatte aber nicht das Gefühl, ob wir es tot-diskutiert haben. Aber statt den angegebenen 90 Minuten haben wir geschmeidige 4-4 1/2h gespielt. Kommt einen nicht solange vor, weil es macht schon Spaß. Also ich oder meine Mitspieler haben sich nicht gelangweilt. Aber trotzdem ist das schon krass, weil die Angabe auf der Schachtel und wie es vom Material wirkt passt gar nicht zu unserer tatsächlichen Spielzeit.
Der letzte Mangel ist auch der Grund, warum Xenoshyft jetzt wieder eine ganze Weile im Regal stehen wird. Es gibt kaum Abwechslung. Wir haben jetzt quasi alles gesehen und es gibt nichts mehr zu entdecken. Es kommen alle Monster bei einer 3er Partie ins Spiel, es sind immer alle Einheiten im Spiel und es kommen fast alle Ausrüstungsgegenstände ins Spiel.
Die Spielzeit, der Sieg und die fehlende Abwechslung haben den Bedarf jetzt lange gesättigt.

Dennoch will ich zusammenfassend sagen, dass mir das Spiel gefällt und nicht böse darum bin, es in der Sammlung zu haben.
Erstens (und der wichtigste Punkt) hat es die ganze Zeit über Spaß gemacht und sich nicht langatmig angefühlt (und das ging bisher jedem Mitspieler in jeder Partie so).
Zweitens hat die Thematik einen Coolness-Faktor, die einen schön eintauchen lässt, sofern man auf diesen Sci-Fi-Splatter steht. Es ist ein schönes Mash-Up mit Hauptbestandteil Starship Troopers. Aber auch Command&Conquer (Xenosathem=Tiberium), Alien oder StarCraft kann man erkennen.

Also ich behalte es. Ich werde es zwar selten spielen, aber wenn, dann wird es Spaß machen.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon ErichZann » 26. September 2018, 09:12

Von 5 Spielen 3 gewonnen, bei Xenoshyft, úber 4 Stunden? Wtf?
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Florian-SpieLama » 26. September 2018, 11:43

Ja. Frag irgendwas, was wir falsch machen könnten. Dann kriegen wir es vielleicht aufgeklärt. ^^ So kann ich nur sagen es war so.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon ErichZann » 26. September 2018, 14:03

Also ich spiele es öfter über die App und empfinde es als eines der schwersten Coop Spiele auf dem Markt...zusammen mit Ghost Stories, kann jetzt aber Regeltechnisch nicht so in die Tiefe gehen um etwaige Fehler aufzuklären, vielleicht dauern meine Partien auch nur so kurz weil ich spätestens in Runde 3 tot bin :-D
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Florian-SpieLama » 26. September 2018, 14:44

Das klingt schon nach einem krassen Unterschied. Eine App ist ja immer sehr viel schneller, weil die alles an Verwaltungsaufwand übernimmt und alleine fällt auch diskutieren weg.

Was mir nur einfiel ist, ob wenn ich 3er oder 6er Xenosathem nutze, ob ich dann mehrere Sachen kaufen kann, oder wenn ich etwas mit Kosten 2 kaufe, dass der Rest verfällt. Am Ende einer Runde haben wir alles verfallen lassen. Also wir haben kein Geld mit in andere Runden genommen. Aber wir haben schon mit einer 6er Karte zwei 3er Objekte gekauft. Ähnlich wie Star Realms. Alle Geldkarten ausspielen und dann aus dem "Geldpool" ausgeben.

Da die App ja wohl feste Regeln hat, scheinen wir tatsächlich es so leicht wegen Regelfehler zu haben. Würde ich uns aber nicht wirklich ankreiden wollen. Wenn zum Beispiel bei einer Karte konkret "in deiner Reihe" steht, muss ich davon ausgehen, dass wenn es nicht da steht, ich es auch für andere Reihen verwenden kann. Sowas ist halt nicht genauer erläutert.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 26. September 2018, 21:37

@Florian-SpieLama
Also ehrlich gesagt klingt es nach einem schlechten Spiel, wenn die angegebene Dauer so gar nicht passt und es dann doch so "einfach" zu schaffen ist. Ich finde aber, dass die Regeln von einem Spiel wirklich sehr viel ausmachen. Selbst bei dem besten Spiel aller Zeiten kann eine schlechte Anleitung alles ruinieren und so Ungenauigkeiten sind wirklich nervig.

Wir haben leider kaum Zeit momentan und haben ehrlich gesagt nur kleine Würfelspiele wie Rolling America, Noch mal, Qwinto und Co. spielen können und selbst das nur sehr selten.
Aber ein neues Spiel musste immerhin getestet werden, sodass ich wenigstens von einer Partie erzählen kann.

Und zwar wollte ich, seit dem ich das Spiel gesehen habe, Villainous unbedingt haben!
Villainous-Collage.jpg
Villainous-Collage.jpg (720.49 KiB) 2174 mal betrachtet

Villainous ist ein Disney Spiel, bei dem man in die Rolle von 6 verschiedenen Bösewichten schlüpfen kann, um es an ihrer Stelle zu versuchen und die Helden zu besiegen. Das Artwork ist für Fans absolut himmlisch und auch das Material ist an sich für das Preis-Leistungs-Verhältnis echt gut.
Jeder Bösewicht hat seine eigenen Orte, sein eigenes Deck an Verbündeten, Gegenständen, Effekten und Voraussetzungen und wie man es aus den Filmen kennt, hat jeder auch sein eigenes Ziel. Dieses muss geschafft werden, damit man das Spiel gewinnt. Es spielt aber nicht jeder für sich, sondern man kann den anderen Spielern Helden schicken, die besiegt werden müssen und wirklich nerven! Das ist positiv gemeint, denn ich habe vorher gehört, dass jeder für sich spielt und das ist unserer Meinung nach überhaupt nicht so. Man hat die Lage des anderen genau im Blick und man greift wirklich gut in das Spiel der anderen ein.
Prinzipiell ist das Spiel auch wirklich simpel. In jedem Zug bewegt man seine Figur auf seinem Tableau zu einem anderen Ort und kann dort alle möglichen, sichtbaren Aktionen machen. Die Aktionen sind meistens Karten spielen, aktivieren, Energie bekommen, Angreifen, Gegner ärgern und Karten zu einem anderen Ort bewegen. Liegen Helden aus, verdecken sie die Hälfte der möglichen Aktionen, sodass man diese wirklich beseitigen möchte. Dies geht auch über Karteneffekte oder durch das Angreifen von Verbündeten, denn der richtige Bösewicht macht ja nichts selber :D
Wir haben bislang nur eine Partie spielen können und dabei habe ich Jafar gespielt und mein Mann hat Hook gespielt. Mein Ziel war z.B., dass ich die Höhle entdecke (freischalte durch eine besondere Karte), die Wunderlampe finde (auch ausspiele) und dadurch den Dschinni entdecke. Dieser muss von mir hypnotisiert werden und gleichzeitig möchte ich die Wunderlampe an einem bestimmten Ort haben. Erst dann habe ich gewonnen. Hook wollte dagegen Peter Pan an einem bestimmten Ort endlich besiegen. Geendet hat es sehr knapp, sodass man bei diesen Charakteren von einer Ausgeglichenheit sprechen kann. Es hat aber so oder so einfach mega Spaß gemacht, denn jedes Deck war wirklich für seinen Charakter angelegt und einzigartig im Gameplay. Freue mich schon sehr darauf, die anderen Bösewichte zu spielen!

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Florian-SpieLama » 26. September 2018, 22:58

@ Maery: wie gesagt, es hat seine Mängel, macht aber trotzdem Spaß und zieht mit dem Thema. Also ich kann verstehen, wenn man es schlecht findet, aber mir gefällt es schon.

Hast du Villainous aus Amerika? Ich glaube es wäre was für meine Freundin, aber nicht auf englisch.
An alle: Weiß da wer was von einer deutschen Version?

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 27. September 2018, 06:15

@Maery: Ich hatte das Letsplay bei Game the Game gesehen und fand das Spiel auch interessant. Nur das im Vergleich schwierige Ziel für Jafar stach da etwas negativ hervor. Ansonsten würde ich mal nen Blick drauf werfen.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 27. September 2018, 06:30

Also Jafars Ziel war gar nicht so schwer, habe ja sogar gewonnen.. Man muss eben nur anders spielen.
Und wir haben es auf Englisch, da wir nicht von einer deutschen Vermarktung aufgegangen sind und so auch eher kommende Erweiterungen kriegen. Aber wir haben es ganz einfach bei Amazon.de gekauft, da gibt es das ja für ca. 35€.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Florian-SpieLama » 27. September 2018, 07:40

Danke für die Info!

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 30. September 2018, 17:00

Alien Frontiers (Outer Belt und Agendas) zu sechst: Alien Frontiers habe ich auf der SPIEL 14 auf Deutsch kennen gelernt und es das Jahr drauf auch für 25 Euro kaufen können. Nach zwei Spielen habe ich es wieder verkauft, weil einfach nichts dahinter steckte. In dem Würfeleinsetzspiel würfelt man seine Würfel und setzt diese nach Augenzahl für verschiedene Aktionen ein. Dadurch erhält man hauptsächlich Energie und Erz, welches man benötigt, um eine kleine Basis auf einen Planeten zu setzen, was Siegpunkte gibt. Das ist alles ...

Gestern hatte jemand die Alient Frontiers Big Box dabei, die für abstruse 200-300 Euro bei Ebay und Amazon angeboten wird. Es ist nicht so viel Material, das den Preis rechtfertigen könnte – und es ist auch nicht so viel mehr Spiel, auch wenn alle Erweiterungen enthalten sind.

Wir spielten mit den Agendas aus der Faction-Erweiterung, welche Siegbedingungen vorgibt, die man im Laufe oder am Ende des Spiels erfüllt kann. Die haben mir ganz gut gefallen, bis auf dass einige Bedingungen so gut wie unlösbar waren, wenn nicht bestimmte Factions mitspielen würden. (Und wir spielten ohne.)

Dann spielten wir mit „Outer Belt“. Auf diesem rotiert (über einem Würfel zufällig gesteuert mit 2/3 Wahrscheinlichkeit) jede Runde eine neue Technologie-Karte durch, welche man mit Würfeln kaufen kann. Diese Karten bringen Boni. Das ist ganz nett gegenüber den normalen Technologie-Karten, aber die Rotation ist viel zu schnell. Es gibt nur vier Karten in der Auslage. Bei sechs Spielern bedeutet das, dass eine Karte ggf. schneller durchrotiert und gar nicht alle Spieler die Chance gehabt haben, diese zu nutzen. Zusätzlich enthalten die Karten viel Text, bei jedem Zug eines Spielers eine neue Karte durchlesen zu müssen, ist schon nervig.

Wie bei Würfelspielen üblich hängt vieles davon ab, was man würfelt. So erhält man neue Würfel nur, wenn man einen Pasch einsetzt. Am Anfang hat man drei Würfel ... und ja, man kann damit auch 5 Runden lang keine Paschs würfeln. Die Würfel lassen sich nur durch Technologie-Karten modifizieren, die man erst einmal zufälligerweise haben muss. Und dann noch die Ressourcen, um die Modifikation durchzuführen. Zu deutsch, fünf Runden lang krebste ich mit drei Würfeln herum, bis mir endlich ein Pasch gelang. Danach ist es mit mehr Würfeln logischerweise einfacher, Paschs zu würfeln. Aber die Anfangsphase zog sich bei allen wie Kaugummi. Andere Würfeleinsetzspiele wie Marco Polo oder Euphoria machen das wesentlich besser. Fast unabhängig vom Wert kann man immer etwas mit den Würfeln machen und erhält relativ einfach neue Würfel. Alien Frontiers ist da sehr gnadenlos.

Und der größte Knackpunkt: Wer auf die Idee kam, das Spiel für 6 Spieler anzubieten, gehört geschlagen. Alien Frontiers ist leider sehr denklastig, weil man nicht vorplanen kann. In seinem Zug nimmt man alle Würfel, würfelt und schaut, was man an den ca. 10 Aktionsfeldern damit machen kann. Und dies dauert – vor allem, wenn jemand alle seine 6 Würfel freigeschalten hat. Ich habe eine Standard-Runde gestoppt. Nach meinem Zug bis ich wieder drankam vergingen ca. 18 Minuten. In der Zeit baut man "Escape" auf, spielt es durch und packt es wieder ein. Grob hochgerechnet dauert also eine Runde zu sechst ca. 20 Minuten. Man benötigt, wenn man blöd würfelt, ca. 2 1/2 Runde um eine Basis zu setzen. Bei 6 Basen sind das also 15 Runde. Und das sind dann 300 Minuten ... Jetzt könnte man der Milchmädchenrechnung Einiges ankreiden. Aber bei uns hatte nach 150 Minuten jeder Spieler maximal 2 von 6 Basen auf dem Spielfeld. Wir haben dort auch abgebrochen, weil wir alle nicht mehr wollten.

Alles in allem weiß ich wieder, wieso ich das Spiel verkauft habe. Neben dem fehlenden Spielreiz ist es zu sechst einfach unspielbar - außer man spielt nebenbei wirklich eine Runde "Escape". Inzwischen ist es ein Spiel, wo ich mich tatsächlich weigern werde, noch einmal mitzuspielen. (Wertung: 3)

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Lehni » 30. September 2018, 17:02

Great Western Trail Erweiterung Endlich wieder mal GWT, diesmal mit Erweiterung. Fügt sich sehr gut ein, es kommt nur eine Hilfsaktion dazu und die bringt die ganze Erweiterung ins Spiel: Als Hilfsaktion kann man eine Zweigstelle setzen. Dafür muß man eine 2er Kuh abwerfen. Über Zweigstellen kann man neue Städte beliefern, Bahnhöfe setzen oder eine Sonderaktion machen, z.B. 2 Karten auf einmal entsorgen - sehr cool.
Ich habe eher planlos drauf los gespielt, meine letzte Partie ist schon länger her. Wir haben eher langsam wieder reingefunden, sind schon einige Details mit den Aufträgen oder den Zügen. Aber ging dann schon.
Die Erweiterung ist sehr gut und passt perfekt zum Spiel: Noch mehr Möglichkeiten, noch mehr Gebäude usw. Gut hat mir Denver gefallen, wo man mit 8 Viehpunkten schon eine schwarze Scheibe setzen kann. Da gibt es auch ein kleines Wettrennen hinauf, weil die 1.Zweigstelle die günstigste ist. Es gab noch viele weitere Orte, die ich gerne ausprobieren würde.
Für mich ist GWT das beste Eurogame, das ich kenne. Muss aber auch für mich feststellen, dass ich kein so großer Eurogame Fan mehr bin, aber GWT ist deshalb gut, weil es nicht zu abstrakt wirkt. 9/10

Mama Mia: Ein altes Spiel wieder ausgepackt. Genau wie damals lustig und gut. In einer Liga wie 6 Nimmt, also viel Zufall, abe lustig. Wir spielen Zutaten und Pizzen in einen gemeinsamen Stapel und werten denn dann aus. Man muss also abschätzen, ob genug Zutaten für die eigene Pizza drin sind, bzw. wieviele die Mitspieler übrig lassen. Da man Zutaten auch von der Hand dazu spielen kann in der Wertung, wird es nicht zum reinen Memoryspiel. 8/10

Tybor der Baumeister: Spielen wire immer wieder gerne, bringt in 30 Minuten sehr viel Entscheidungen rein und spitzt sich wunderbar gegen Ende hin zu. Schaffe ich noch den 4.Händler? Riskiere ich ihn weiterzugeben, weil ich nochmals einen abbekomme? Baut mir das Gebäude jemand weg? Die unterschiedlichen Kapitel bringen Wiederspielreiz. Da habe ich glaube ich mittlerweile die meisten durch. 8/10

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 30. September 2018, 17:17

Krosmaster Arena zu zweit: Ewigkeiten nicht mehr gespielt und deshalb wieder vorgeholt. Wir spielten mit den Season 1 Figuren plus ein paar Sondercharaktere, da ich nicht mehr mehr besitze ... War das korrekt? Also ich besaß mal Seasons 2 und einen Teil von 3, der aber nur im Regel verstaubte und daher wieder veräußert wurde ... Egal, jedenfalls entschieden wir uns für eine Draft-Variante. Jeder bekam zufällig 8 Karten, suchte sich eine aus, gibt die Karten weiter, sucht eine aus etc. Von den 8 finalen Karten durfte man sich dann Krosmaster im Wert von 12 aussuchen.

Ich spiele mit einem Teil der Bruderschaft der Tofus (Yago, Ruel Stroud, Amaya, Tristamax). mein Gegner setzte er auf Hit, Run and Heal (Angelya, Adamai, Oskar Nepp, Ulke G. Verhätschel). Leider war das auch die bessere Strategie. Es sah zwischen durch ziemlich gut für mich aus, da ich seine Figuren gut dezimieren konnte. Dummerweise hatten die zwei übrigen Heilzauber. Was ich an Schaden machte, konnte er wieder heilen. Wenn ich einmal nicht so viel Schaden machte, schlug er auf mich drauf. Auf die Art schwanden meine Lebenspunkte und ich konnte nie den einen finalen Schlag ausführen. :( Und so verlor ich dann auch das Spiel.

Es hat wieder viel Spaß gemacht. Das Problem ist das Klein klein an Regeln. Jeder Krosmaster hat irgendwas Besonderes. Das Regelbuch hilft auch oft nicht weiter, weil alle Informationen quer verstreut sind. Eine Übersichtsseite mit den Aktionskosten, Regeln und Begriffen wäre echt klasse. (Wertung: 8)

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Russian Railroads zu zweit: Kommt auch viel zu selten auf den Tisch. Sechs Runden lang Arbeiter einsetzen, Schienen vorwärts schieben, Loks bauen, Boni erhalten, Siegpunkte zählen und von vorn. Klingt öde, macht aber tierisch viel Spaß. Es gibt unterschiedliche Strategien. Ich habe mich dieses Mal darauf konzentriert, sehr schnell an die braunen Gleise zu kommen und zusätzlich die Siegpunkt-Strecke auszubauen. Zusätzlich habe ich mich noch auf Ingenieure gestürzt. Mein Gegner baute dagegen die Boni-Strecke und die Fabriken aus und konnte damit massig Punkten. Am Ende konnte ich nur durch die Mehrheit der Ingenieure ganz knapp mit 7 Punkten Vorsprung gewinnen - bei 291 zu 284.

Super Spiel und ich sollte unbedingt mal die Erweiterung testen. Beim nächsten Spiel spielen wir dann ohne 1er-Fabrik, welche die Ingenieure wertet und mir ständig zig Siegpunkte bringt. Mal schauen, ob ich auch mit einer anderen Strategie gewinnen kann. ;) (Wertung: 10)

Patchwork zu zweit: Tetris liegt mir einfach nicht. Dieses Mal starteten wir aus Jux beide in der Mitte unseres Flickenteppichs, was echt eine Herausforderung ist, da sinnvoll am Ende abzuschließen – was mir auch komplett misslang. Im Gegensatz zu meinem Gegner, der zum einen seinen Zug immer wieder auf mir landete und somit doppelt spielen konnte. Der fünf der sechs Flicken bekam und am Ende nur 4 leere Felder hatte (im Gegensatz zu meinen 16). Ging also komplett an mir vorbei und hat dennoch Spaß gemacht. (Wertung: 8)
Zuletzt geändert von Dee am 5. Oktober 2018, 07:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Fang » 30. September 2018, 17:33

Dee hat geschrieben:Gestern hatte jemand die Alient Frontiers Big Box dabei, die für abstruse 200-300 Euro bei Ebay und Amazon angeboten wird. Es ist nicht so viel Material, das den Preis rechtfertigen könnte – und es ist auch nicht so viel mehr Spiel, auch wenn alle Erweiterungen enthalten sind.

Das hat wenig mit dem Material zu tun. Die deutsche Big Box existiert nur höchstens 271-mal. Und da entstehen dann so lächerliche Preise. Bin ebenfalls ein Besitzer, aber möchte lieber nicht sagen was ich bezahlt habe.

Ansonsten harte Kritik an einem meiner Lieblingsspiele. Zunächst einmal würde ich es niemals zu sechst spielen und auf keinen Fall die Factions weglassen. Außerdem gehören alle Agendakarten raussortiert die sich auf nicht im Spiel befindliches Material beziehen bzw. ohne das nicht zu erreichen sind. Aber es lassen sich ja auch neue ziehen.

Und was die zusätzlichen Schiffe betrifft, gibt es doch durch den Outer-Belt weitere Möglichkeiten sie zu bekommen. Am Anfang sollte man sich schon Alien-Tech Karten kaufen die den Würfelwurf modifizieren. Und das ist ja nicht so schwierig da man am Artefakt ja für jeden Würfel 3 neue aufdecken kann.
Zu wenige Schiffe waren jedenfalls in meinen Runden noch nie ein Problem.
Die Downtime ist mit erfahrenen Spielern ebenfalls sehr gering.

Mir gefällt es jedenfalls gut. Es hat viel Interaktion wodurch es ja auch möglich ist führende auszubremsen und selbst aufzuholen. Es ist sehr thematisch und der Würfeleinsetz-Mechanismus funktioniert für mich tadellos. Zusätzlich ist grafische Gestaltung toll und die Namen der Gebiete eine nette Verbeugung vor klassischen Science-Fiction Autoren.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 30. September 2018, 21:15

Wir haben inzwischen alle Decks von Villainous spielen können.
Maleficent und Queen of Hearts sind, wenn man zu zweit spielt, übermächtig. Alle anderen sind aber relativ gleichschwer und dennoch individuell zu spielen. Queen of Hearts ist aber sogar noch extremer, als Maleficent, sodass nicht einmal die beiden zusammen gehen.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 5. Oktober 2018, 07:09

Räuber der Nordsee mit Erweiterungen zu dritt: Räuber der Nordsee spielt sich immer wieder gut. Der Arbeitereinsetz- und -wegnehm-Mechanismus ist einfach klasse. Grafisch sieht es topp aus und die Downtime ist nicht so hoch.

Wir spielten dieses Mal mit den zwei Erweiterungen. In der Halle der Helden kann man neue Helden offen auf die Hand anheuern. Zusätzlich gibt es Met, den man bei einem Kampf einmalig als Stärkebonus einsetzen kann. Geplünderte Städte erhalten einen Bonusauftrag, den man für das Abwerfen von Handkarten (als Stärke) erhalten kann. Ich konzentrierte mich auf dieses neue Modul, was aber im Vergleich zu schwach war. Es gibt zwar noch einmal viele Siegpunkte, aber nach der Endabrechnung lag ich dennoch weit hinter denen, die lieber kräftig auf Plünderungen gingen.

Die Erweiterung Felder des Ruhms führt einen neuen Ort, den Weiler, zum Plündern ein. Zusätzlich gibt es Jarle als "Beute". Wenn man einen Ort mit Jarl plündert muss man sich diesem stellen und ihn besiegen, unterwerfen/anheuern oder fliehen, wenn gar nichts mehr geht. Die Erweiterung ist ganz nett, aber man kommt auch ohne aus, wie ich finde.

Insgesamt ist Räuber der Nordsee ein großartiges Spiel. Beide Erweiterungen braucht es nicht unbedingt. Das gezielte Anheuern in der Festhalle fand ich noch am Praktischsten, aber notwendig ist es nicht. Mir reicht das Grundspiel. (Wertung für diese Partie: 7,5)

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Sabotage als Print&Play zu viert: Ein neues Tim-Fowers-Spiel verheißt normalerweise Gutes. In dem Spiel wollen die zwei Bösewichte auf einer Insel die Weltuntergangsapparate ans Laufen bekommen. Die zwei Spione landen auf der Insel und versuchen die Apparaturen zu vernichten. Mit Sichtschirm werden die Parteien voneinander getrennt und laufen somit unsichtbar voneinander auf der Insel umher. Mit gewissen Aktionen können sie aber bestimmte Bereiche erkunden und herausfinden, wer sich dort befindet - oft aber auch nur, um ihre eigene Position preiszugeben.

Ich spielte als Spion und es war sehr schwer. Das lag ggf. auch an dem Regelfehler, dass man außer Laufen jede Aktion nur einmal machen darf. So hätten die Bösewichte nicht wild durch die Gegend schießen dürfen. Ansonsten hatten wir aber keine Chance. Mit jeder Bewegung mussten wir einen Scanvorgang auslösen, der unsere Position in etwa verriet. Und eine Runde später wurden wir "erschossen" bzw. von der Insel verwiesen und verloren alle Aktionen.

Von der Idee her fand ich es gut, ggf. wird es mit richtigen Regeln etwas besser. Aber so richtig überzeugt hat es mich nicht. (Wertung: 6,5)

Roll to the Top zu fünft: Das Spiel erscheint in Essen und die Online-Version macht alleine Spaß, sodass wir uns vorab fünf Würfel schnappten und mit freien Regeln loslegten. In dem Spiel werden bis zu fünf Würfel (W4, W6, W8, W12, W20) geworfen. Jeder Spieler kann dann auf seinem Plan die Würfelwerte eintragen, die dabei auch frei summiert werden dürfen. Also bei 1, 3, 4, 8 kann man auch eine 3, 5, 8 eintragen. Oder 4, 12 oder 16 ... Das Ausfüllen des Plans geht so, dass Zahl an Zahl grenzen muss. Und wenn man über eine Zahl etwas schreibt, muss der Wert größer gleich als die darunterliegende Zahl sein. Es gibt verschiedene Pläne wie die Pyramide, wo sich die Werte der untersten Stufe bis oben hin ziehen und das Ganze schwierig machen. Gewonnen hat, wer zuerst alle Felder ausfüllt.

Solo macht das Ganze Spaß, aber zu viert war es ein Vier-Spieler-Solospiel. Man schaut ein bisschen, was die anderen machen, da man entscheiden kann, welche Würfel beim eigenen Wurf genutzt werden sollen, aber extrem spielentscheidend ist das auch nicht. Und so würfelt einer, alle tragen vor sich hin brummend etwas ein und so geht das bis zum Ende. Immerhin brauch ich mir das Spiel auf der Messe nicht mehr anschauen. (Wertung: 6)

Flamme Rouge mit Peloton-Erweiterung zu viert und fünft: Im ersten Spiel lief alles super für mich. In der zweiten Hälfte konnte ich zufällig genau richtig nach vorne spurten und eine wichtige Lücke füllen, die mich dann weiter nach vorne brachte und ich siegen konnte. Im zweiten Spiel lief das schlechter. Ich verausgabte mich zu früh und konnte so nicht einmal das Ziel erreichen.

Die Peloton-Erweiterung ist toll. In der Fanmeile ist jeder Wert mindestens 4 wert und man kann hier sehr gut die schlechten 2er-Karten loswerden. Auf Kopfsteinpflaster gibt es dafür viele enge Passagen und es gibt keinen Windschatten, weil ... ja, weil das auf Kopfsteinpflaster halt so ist. Dadurch spielt man noch taktischer und muss genau abwiegen, wann man wie vorspurtet. Die zweite Strecke hat mir dagegen nicht gefallen mit den Steigungen, weil das Ziel an einer Steigung lag. So konnten wir bereits vor der letzten Runde exakt ausrechnen, wer mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen wird und das nahm irgendwie die Spannung heraus.

Großartig finde ich die Variante, dass man am Anfang um die vordersten Plätze bieten kann. Zwei Fahrer setzen sich dann ab. Damit gibt es automatisch zwei Pulke anstatt einen großen. Die zwei Vorderen sind aber auch umso erschöpfter, da sie ständig den Wind abbekommen. Das macht jedenfalls viel Spaß, die beiden Vorderen jagen. :)

Interessant ist, dass ich das erste Flamme Rouge zu zweit eher langweilig fand. Im zweiten Spiel zu sechst war es dann viel zu voll. Zu viert und fünft spielt es sich aber großartig. Und wir konnten sogar eine Siebenjährige mitspielen lassen. Sicherlich nicht hochtaktisch, aber auch nicht abgeschlagen am Ende. Sehr gut! (Wertung: 8,5)

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Riverboat zu viert: Nach dem Spiel zu zweit jetzt noch einmal zu viert. Eigentlich lief es ganz gut und trotzdem wurde ich letzter. Zu viert ist die Wertung über die Schiffe noch unwichtiger bzw. haben sich drei Leute auf die Schiffe und Hafenmeister gestürzt. Aber nur der vorderste erhält die volle Punktzahl seiner Schiffe, die anderen nur die Hälfte. Und so hat man sehr viel investiert für wenig Punkte. Der vierte Spieler Schiffe und Hafenmeister ignoriert und dafür vor allem durch Siegpunktkarten mächtig Punkte gemacht und mit weitem Abstand vor mir gewonnen. Dennoch ein gutes Spiel – was nun vermutlich veräußert wird, weil wir andere noch bessere haben. ;) (Wertung: 7,5)

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Pile up Rush zu viert in zwei Teams: Ich habe keine Ahnung, wieso das Spiel nicht schon längst in Deutschland erschienen ist. Jedenfalls macht das Baugeschicklichkeitsspiel mächtig viel Spaß. Sehr abstruse Konstruktionen halten einmal und dafür fällt bei zwei Teilen alles schon zusammen. Mächtig viel Spaß für relativ wenig Aufwand. (Wertung: 8,5)

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 5. Oktober 2018, 07:17

@Fang: Ich finde, wenn ein Verlag eine Bigbox für sechs Spieler herausbringt, dass das Spiel dann auch für sechs Spieler geeignet ist. Selbst mit erfahreneren Spielern hängen die Entscheidungen vom Würfelergebnis ab. Auch die werden 2 Minuten Zeit brauchen, ihren Zug zu planen. das passt einfach nicht. Die Alientech-Karten haben wir ggf. zu sehr vernachlässigt, aber in anderen Spielen wie Euphoria kommt man auf „natürliche“ Art und Weise an neue Würfel. Bei Alien Frontiers mit dem Pasch erscheint es mir zu schwierig/umständlich. Aber wie gesagt bietet mir das Spiel eben nichts, woran ich Spaß hätte. Es plätschert eben vor sich hin. Für mich gibt es daher definitiv wesentlich bessere Spiele.

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Lehni » 14. Oktober 2018, 17:23

Great Western Trail + Erweiterung zum zweiten mal. Hat den positiven Eindruck bestätigt. Fügt sich super ins Grundspiel ein, ist recht wenig zusätzliche Regeln und soviele neue Möglichkeiten. Nach der 2.Partie weiß ich schon mehr worauf ich schauen muss. Ich denke die Zweigstellen sind stark und man sollte die auch benutzen.
Wie lief es ab bei mir: Ich liebe es mit einem strategisch gut platzierten Gebäude zu beginnen. Das tat ich auch diesmal und konnte öfters mal was kassieren. Das zusätzliche Geld hilft. Meine Lieferung in Kansas waren dann 5 Vieh und konnte an die 5er Stadt liefern - Memphis? Ich habe schnell auf Freischalten der zweiten Zweigstellen-Erweiterung gesetzt. Damit konnte ich leicht 2 Zweigstellen auf einmal bauen und das hat gut geklappt. Ich kam schnell nach Denver um dann mit 8 eine schwarze Scheibe zu setzen. Ich hatte einen guten Start. Ein Mitspieler kannte die Basisversion und wollte wieder 2x nach Kansas City setzen um viel Geld zu erhalten. Ich dachte mir schon, dass -16 Punkte entscheidend sein würde. Ja, er wurde letzter.
Alle waren begeistert und am liebsten hätten wir gleich noch eine Partie gespielt.

Port Royal - Das Abenteuer geht weiter: 4. Kapitel Coole neue Karte dabei, die Wirtin. Die ist richtig stark und macht Laune. Bekommt ein Krone und viel Geld wenn 4 Personen offen liegen. Wir haben es im 2.Durchlauf mit 3 Extrageld geschafft und gewonnen. Dann kam das 5.Kapitel, welches wir FAST im 1.Durchgang geschafft hätten. Wir hatten Glück, wir mußten Steuern zahlen und haben das knapp geschafft. Vieles ist sich knapp ausgegangen, ich schätze, da müssen wir noch ein paar Partien spielen, bis wir genug Geld zusammen haben um das 5.Kapitel endgültig zu schaffen.

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Maery
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 16. Oktober 2018, 15:09

Lange Zeit kamen wir leider gar nicht mehr zum Spielen und daher bin ich umso erfreuter, von der letzten Woche sehr viel berichten zu können!

Jamaica (zu 2., 3)
Dieses Spiel haben wir erst seit kurzem und es bisher zu zweit mehrfach und zu dritt einmal gespielt.
In dem Spiel spielt jeder ein Piratenschiff, welches an einem Wettrennen teilnimmt und die meiste Beute erwirtschaften möchte. Dabei ist das Spielprinzip eigentlich super einfach, aber originell. Es gibt jede Runde zwei Würfel, die Tag und Nacht angeben und damit auf den Karten unterschiedliche Aktionen ermöglichen. So kann man dennoch strategisch arbeiten, auch wenn das Würfelglück natürlich entscheidend ist.
Es ist ein typisches Familienspiel und sehr glückslastig, aber es macht wirklich sehr viel Spaß und das Thema und Spielerleben ist wirklich super! Wir haben das Spiel allerdings für 12 € bekommen und daher ist das Preis-Leistungs-Verhältnis natürlich auch gut.

Sherlock - Criminal Cabinet: 1. Fall (zu 2.)
Dann haben wir schon seit längerer Zeit Sherlock (und seit kurzem auch Chronicles of Crime) bei uns rumliegen, doch leider hatten wir für solche abendfüllenden Spiele erst recht keine Zeit! Jetzt haben wir erst einmal Sherlock angetestet, da dies Spiel ja wirklich gehypted wird. Wir haben ein Magnet-Whiteboard überm Spieletisch, sodass wir dort für solche Events super Notizen machen können, Karten anpinnen können und Verbindungen ziehen können. Gesagt, getan. Leider hat uns der erste Fall überhaupt nicht gefallen, was aber am Spielprinzip liegt.
Denn wir erhofften einen spannenden Fall und viel Eigenarbeit, bei dem man auch querdenken muss. Als wir dann anfingen, hatten wir direkt Ideen, doch beim Nachverfolgen sind wir anscheinend rückwärts gegangen, denn jedes Mal erfuhren wir Dinge, die wir noch gar nicht wissen konnten. So wollten wir jemanden aufsuchen wegen einer Affäre, haben stattdessen aber nicht mit der Frau sondern dem Ehemann geredet, der direkt über geschäftliche Dinge geredet hat, die wir noch nicht wussten und die wir ihm aber anscheinend gefragt haben. Und leider kann man nicht in irgendeiner Form dann nachfragen oder eben die andere Person ansprechen. So lief das mehrmals und wir haben uns wirklich aufgeregt, denn wenn es so vorgegeben ist, kann man auch ein Buch lesen. Wir haben dann mittendrin abgebrochen und hatten wirklich keine Lust mehr. Wir versuchen den Fall ein anderes Mal und gehen dann linearer, vielleicht klappt das dann besser. Die Frage ist dann nur, wo die eigene Denkleistung liegt und wo der Unterschied zu einem Buch ist. Also bisher eben kompletter Reinfall.

Everdell (zu 2.)
Everdell ist weiterhin ein wunderschönes und tolles Spiel, was mich nach wie vor an Terraforming Mars erinnert. Dieses Mal haben wir mit der Collecters Erweiterung gespielt, also mit je einer speziellen Person und einem Ort auf der Hand, die man nur so bekommen kann und individuelle Vorteile beim Ausspielen bringen und auch etwas anders ausgespielt werden können. Sind ganz süß, wenn auch unterschiedlich stark. Was man aber immer mehr beim generellen Spielen bemerkt, ist, dass man am Anfang landwirtschaftliche Karten spielen sollte (was aber durch Kartenglück nicht jedem möglich ist), damit man im späteren Verlauf gut spielen kann. Wer am Anfang Pech hat, ist daher eindeutig im Nachteil, was leider unschön ist. Dieses Mal hat es mich getroffen und ich hab im Vergleich zu meinem Mann wirklich kaum Materialien gehabt und damit kaum etwas ausspielen können, während er ohne Ende hatte und nicht wusste, wohin damit. Dennoch hat mir die Partie gefallen und ich hätte eine neue Runde starten wollen, ist aber dennoch ein wenig unmotivierend.

Fungi (zu 2.)
Immer noch ein sehr schönes 2-Personen-Spiel. Ähnlich wie Targi, schöner Mechanismus der wirklich nur zu zweit gut funktioniert. Und Preis-Leistungs-Verhältnis bei solchen Spielen ist super!

Klong (zu 3., 4.)
Endlich konnten wir uns auch zu diesem Spiel eine Meinung bilden, da wir es woanders spielen konnten. Durch den Hype hat man ja schon eine gewisse Erwartungshaltung und leider konnte die nicht gehalten werden. Das Spiel hat Spaß gemacht und ist auch in jeder Kombination interessant gewesen, aber ich fand es jetzt nicht extrem besonders und bräuchte es nicht selber. Wir haben mit beiden Seiten gespielt und mir hat die schwere besser gefallen. Ich würde auch mitspielen, wenn andere es vorschlagen und die Erweiterungen würde ich auch gerne kennen lernen, aber dennoch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in meinen Augen furchtbar.

Arkham Horror (zu 3.)
Auch dieses Spiel konnten wir woanders kennen lernen und haben dann zu dritt die Kampagne durchgespielt. Im Vergleich zu Klong hatten wir die gleiche Erwartungshaltung, wurden aber noch extremer enttäuscht. Bei Klong würde ich ja noch sehr gerne mitspielen und hätte nichts gegen weitere Partien, aber hier würde ich nicht noch einmal mitspielen! Wir hatten aber auch wirklich Pech mit dem Kartenglück und haben jedes Szenario aufgeben müssen und versagt. Wir haben ja schon andere kooperative Spiele gespielt und hatten z.B. Maus und Mystik und Robinson Crusoe, welche wir beide viel zu glückslastig und daher zu schwer fanden. Bei den beiden Spielen ist es noch extremer, da man so neu starten muss, was bei AH nicht so ist. Dennoch ist Aufgeben nicht gut, denn man startet zwar nicht neu, hat aber extreme Nachteile, die es noch schwerer machen, sodass es zu einem Teufelskreislauf wird. Dazu kommt noch, dass man im Starterpack keinen Bezug zu seinem Deck hat, da man es einfach so bekommt und keine Wahl hat. Ich war absolut unzufrieden mit den gezogenen Karten und mir hat auch das Spielen kein Spaß gemacht. Ging aber nicht nur mir so.

Great Western Trail (zu 4.)
Hatte ja schon von unserer ersten Partie zu 2. erzählt und da war ich schon sehr begeistert. Nun hatten wir unsere 2. Partie (dieses Mal zu 4.) und es hat immer noch super viel Spaß gemacht! Es gibt so viele Möglichkeiten, man hat das Gefühl, etwas aufzubauen, es vereint tolle Spielmechanismen und ist irgendwie flüssig, obwohl es zu 4. locker 2 Stunden gedauert hat. Dennoch hat mir dieses Spiel zu 4. sogar Spaß gemacht, was ich von anderen Spielen nicht erzählen kann, die dann immer eine sehr lange Downtime hatten. Wirklich sehr sehr tolles Spiel und super Preis-Leistungs-Verhältnis, da sehr viel geboten wird!
Wir benötigen aber bislang nicht die Erweiterung, dazu haben wir es eindeutig noch zu wenig gespielt ;)

Bluff (zu 3., 4.)
Zwischendurch gab es dann öfter mal Bluff, ein älteres aber spaßiges Spiel. Macht immer wieder Spaß!

Villainous (zu 3., 4.)
Auch von Villainous hatte ich schon berichtet und da gab es zu 2. einige Decks, die nur mit anderen funktionieren und nicht mit allen. Zu 3. und zu 4. war dies aber nicht so, denn auch vorher leicht eingestufte Decks haben mit der größeren Personenanzahl weniger gut funktioniert und man konnte wirklich super gegensteuern. So haben wir uns immer gegenseitig blockiert und waren am Ende alle 4 ungefährlich ähnlich fertig, aber eine Person wurde dann doch früher fertig und hat gewonnen. Kam einem aber nicht ungerecht vor. Das Spiel ist also zu 4. noch besser als zu 2., wobei man zu 2. dann eben die Decks besser auswählen muss und dann macht das auch Spaß. Man darf aber keinesfalls das Spiel als bloßes Kartenspiel einstufen, denn dann wird man von der Zeit überrascht sein. Wir haben zu 4. vermutlich 1,5 Stunden gespielt, genau kann ich das nicht sagen.

Kleopatra und die Baumeister (zu 3., 4.)
Ein optisch eindrucksvolles Spiel, was leicht erklärt ist und durch die Korruption wirklich Spaß macht, denn dieser Faktor ist derjenige, der mitfiebern lässt. Gefällt mir sehr gut als einfaches Familienspiel!

Ist einfach wieder schön, von Spieletagen berichten zu können. Habe das Spielen vermisst =)

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Lehni » 16. Oktober 2018, 16:28

Schöner Mix aus neuen und alten Spielen. Ist Villainous ein Deckbuilder oder wie muss man sich das mit dem Deck vorstellen?

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Maery
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 16. Oktober 2018, 16:52

Lehni hat geschrieben:Schöner Mix aus neuen und alten Spielen. Ist Villainous ein Deckbuilder oder wie muss man sich das mit dem Deck vorstellen?


Auf dieser Seite ca. der 9. Beitrag habe ich das Spiel länger erklärt (mit Bild). Ich versuche es aber noch einmal verständlicher zu erklären.
Jeder spielt einen anderen Bösewicht und hat zwei individuelle Decks, welche aber vorgefertigt sind. Ein Deck besteht aus "Helden", d.h. Gegner für seinen Bösewicht und dieses Deck ist demnach vor allem nervig für einen selber. Die anderen Spieler können von diesem Deck durch eine Aktion Karten ziehen und diese für einen spielen und sich somit gegenseitig aufhalten. Beispiel Ursula: In dem "Helden"-Deck befindet sich Arielle, Triton, Sebastian, usw. In den anderen Bösewichte-Decks sind dementsprechend die jeweils passenden Helden.
Dann gibt es noch das eigentliche Deck, in dem man individuelle Verbündete, Gegenstände, Effekte und je nachdem Flüche, Verträge usw. hat. Je nach individuellem Ziel muss man das Deck nutzen, um Helden zu besiegen, Orte freizuschalten, Gegenstände zu finden oder Power zu erlangen. Prinzipiell ist jedes Deck aber relativ einfach aufgebaut, denn es gibt einige Karten öfter, einige Zielkarten nur einmal und sonst relativ ähnliche unterschiedliche Karten. Jeder Spieler hat aber auch ein kleines Mini-Erklärheft, in dem die besonderen Karten im Vorfeld erklärt werden und das Ziel + Strategie erklärt wird. Somit können auch neue Spieler sich nach Erklärung des Spiels das Heft kurz durchlesen und wissen das schon grob, wie ihr Deck aufgebaut wird.
Das Deck ist aber auch so fertig, man baut da nichts und es bleibt immer so.

Und ja, ich bin mit der Spielauswahl auch zufrieden :D Haben uns im Vorfeld auch überlegt, welche Spiele wir mitnehmen zum Besuch und wollten eine angenehme Auswahl mit viel Varianz.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 16. Oktober 2018, 21:40

Pile-Up Rush zu viert in zwei Teams: Als Einstiegsspiel, um die Wartezeit zu vertreiben, immer wieder großartig. Unförmige Klötzchen auf Zeit stapeln macht einfach Spaß. Ich würde gerne nur mal gewinnen... Liegt ggf. am immer gleichen Spielpartner???

Flamme Rouge zu fünft: Das beste Spiel, weil der Startspieler danach bestimmt wird, wer zuletzt auf dem Rad saß und ich in der Regel mit dem Rad zu besagten Spieleabenden rolle. Davon abgesehen bringt mir das nichts, weil ich wieder verlor. Die Ausreißervariante ist aber echt klasse, auch wenn dieses Mal das Feld schneller schloss. Mein Sprinter hatte leider mit dem Berg zu kämpfen und wurde dort vom Mittelfeld abgehängt. Ich kam am Ende zwar durch nen echt guten Sprint noch ran und rutsche gerade so über die Ziellinie, aber gewinnen konnte ich damit nicht mehr.

Mutabo zu fünft: Nur eine Runde gespielt, aber viel Spaß gehabt – so wie es das Spiel versprach. Jeder Spieler sucht sich aus zwei Karten einen lustigen Satz und schreibt den auf. Dann gibt er den Zettel weiter. Dann muss man den Satz, den man vor sich hat, malen. Das gibt man weiter. Der nächste muss zu der Zeichnung einen Satz aufschreiben usw. Am Ende faltet man das Ergebnis auf und sieht sowohl die sprachliche als auch zeichnerische Evolution. Und so wird aus „Ein Maulwurf mit Schaufel und Besen sattelt die Hühner.“ ein „Der coole Mafia-Maulwurf ist sauer auf die sich liebenden Enten.“ :D

K2: Broad Peak zu fünft: Leider ist es nicht mein Spiel. Normalerweise versucht man in K2 ja so hoch wie möglich auf den Berg zu klettern und zu überleben. Bei Broad Peak dagegen müssen wir über einen Berg wandern, der sehr breit (Ja, „broad“ eben!) gestreckt ist. Dadurch kamen wir uns nicht wirklich in die Quere, was den eigentlichen Reiz des Spiels ausmacht. Von Adam Kałuża bevorzuge ich dann doch lieber die andere Richtung mit The Cave. Das spielt sich irgendwie interessanter. Und als Rennspiel im Eis bevorzuge ich Snowblind, da hier auch noch ein Push-Your-Luck-Element dazu kommt. Gemein fand ich, dass ich das Bonusplättchen für die andere Bergseite nicht bekommen habe, nur weil ich über das Basislager auf der anderen Seite hochgekrabbelt bin. Aber oben über den Berg war es einfach viel zu stürmisch …

Roboter Randale zu zweit: Wo, ein Titel, der nicht in der BGG-Datenbank steht. Dabei wird das Spiel von moses vertrieben. Sehr simpel versuchen die beiden Spieler ihre eigenen Spielsteine mithilfe eines Gummis durch ein winzig kleines Loch auf die gegnerische Seite zu schnippsen. Beide Spieler spielen gleichzeitig und es fühlt sich extrem hektisch an. Immerhin tut der Finger nicht weg, weil man mit einem Gummiseil schnippst. ;)

Clans of Caledonia zu zweit: Als Fassbrauer könnte das Leben so schön sein. Vor allem wenn der gegnerische Clan zwar prinzipiell immer zwei Aufträge halten und erfüllen könnte, aber sich lieber um andere Dinge kümmert – wie zum Beispiel die Rundenwertungen und damit massig Siegpunkte holt. :( Ich hab leider wieder viel zu wenig darauf geachtet und in den letzten zwei Runden nur 13 Siegpunkte geholt – und mein Mitspieler 34. Zusätzlich hat das mit dem ausbreiten wieder nicht so funktioniert, wie es sollte und ich hatte auch hier das Nachsehen. Am Ende waren es dann 27 entscheidende Punkte, die ich zurücklag. Beim nächsten Mal wird alles besser. Zu zweit spielt es sich jedenfalls echt klasse und kurzweilig!


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