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Neulich gespielt (2019)

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Tibi
Spielkind
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Tibi » 5. August 2019, 06:02

So viel in einer Woche habe ich noch nie gespielt. Normalerweise spielen wir nur zweimal pro Woche in der Mittagspause, und vielleicht mal alle 2 bis 3 findet ein Spieleabend mit Andrej und Lukas statt. Deshalb habe ich auch eine Spielgruppe gesucht. Tja, und dann gab es in KW 31 u. a. spontane Spieleabende. Da kam einiges zusammen. :-)

Montag: Spiele-Mittagspause
Vorwort: Wir haben nur eine halbe Stunde Mittagspause. Deshalb spielen wir meist Karten- oder Würfelspiele, die schnell erklärt und schnell gespielt sind.
Mitgespielt hat: Jutta (50), urlaubsbedingt sind wir heute in Minimal-Besetzung. Am Donnerstag fällt es sogar komplett aus.
Spiel 1: Skyjo
Das Spiel ist uns beiden bekannt. Also können wir direkt loslegen. Für unsere Mittagspause ist es ideal, weil es so schnell gespielt ist.
Wir spielen mit der Hausregel „12-er-Bonus“. Wer eine 12er-Reihe vervollständigen kann, darf zusätzlich zum Abwerfen entweder eine eigene Karte mit der eines Mitspielers tauschen oder eine beliebige Karte eines Mitspielers abwerfen. Der- oder diejenige muss dann eine Karte vom verdeckten Stapel nachziehen.
Es macht uns beiden sehr viel Spaß, und wir müssen die ganze Zeit über lachen. Ich habe heute wieder viel Glück mit den Karten und kann sogar eine 12-Reihe bilden. Ich schnappe mir die -2 von Jutta und tausche sie gegen meine letzte verdeckte Karte, die eine 11 ist.
Spiel 2: No Prob-Lama
Das Spiel ist Skyjo sehr ähnlich. Die Abweichungen sind schnell erklärt. Es wird keine Karte aufgedeckt, wenn die Karte vom Nachziehstapel wieder abgeworfen wird. Dadurch kann sich eine Runde manchmal etwas ziehen. Außerdem gibt es Sonder-Karten: das Drama- und das Karma-Lama, die einem beliebigen Mitspieler geschenkt werden und für drei Plus- oder Minuspunkte sammeln.
Ich schaue mir zwei Karten an, ohne sie aufzudecken. Darunter ist eine -5. Jetzt will ich natürlich versuchen, die Runde nicht als Erste zu beenden. Dadurch, dass eine Drillings-Reihe den einfachen Zahlenwert als Minuspunkte gibt, sammeln wir auch eher die höheren Werte.
Auch dieses Spiel hat uns gut gefallen. Ich könnte nicht sagen, welche Version mir besser gefällt. Beide Spiele haben etwas. Ich habe aber schon immer gerne Golf mit Rommé-Karten gespielt (Hausregel: 6 Runde, jede Runde mehr Karten) und deshalb war ich auch froh, als ich diese Varianten entdeckt habe.

Dienstag: Spontaner „Senioren“-Spieleabend
Vorwort: Ich wollte eigentlich nur das Päckchen bei meiner Nachbarin abholen. Mit ihren Freunden hat sie gerade einen Spieleabend gemacht und mich spontan dazu eingeladen.
Mitgespielt haben: Brigitte (73), Ernst (75), Hanne (72) und Werner (84)
Spiel 1: Tadsch Mahal
Das Spiel habe ich sogar selbst, aber schon ein paar Jahre nicht mehr gespielt. Nach einer kurzen Erklärung bin ich wieder im Spiel, und es kann losgehen. Uns hat es viel Spaß gemacht, um die Macht in den Provinzen „zu streiten“. Das Spiel konnte Hanne knapp für sich entscheiden. Ich muss wirklich mal suchen, wo ich mein Spiel verstaut habe. Ich würde es gerne nochmal spielen.
Spiel 2: Gier
Das Spiel habe ich vorher noch nicht gekannt, aber es ist schnell und einfach erklärt. Auch die Spieldauer ist sehr kurz. Lachen können wir, wenn Werner mal wieder zu gierig war und eine Farbe doppelt zieht. Er spielt gerne nach dem Motto „Alles oder nichts“. Ich habe mir den Spieltitel aufgeschrieben. Das Kartenspiel wäre ideal für unsere Spiele-Mittagspause.
Spiel 3: Stiche ansagen
Zum Schluss holt Brigitte ein ganz normales Rommé-Blatt hervor. Das Spiel habe ich früher immer mit meinen Großeltern gespielt. Ich weiß nur nicht mehr, welcher der rechte und welcher der linke Bauer ist. Aber das ist schnell erklärt, und wir können loslegen. Es macht mir Spaß, dieses Stichspiel nach so langer Zeit nochmal zu spielen.

Mittwoch: Monatlicher Treff des Leseclubs, heute wieder mit einem Brettspiel
Vorwort: Natürlich geht es bei unserem Treffen hauptsächlich um Bücher. Aber ab und zu spielen wir ein Spiel, zu dem es eine Romanvorlage gibt.
Mitgespielt haben: Luisa (22), Inga (26), Natasha (23), Johannes (29), Andrej (23)
Spiel: Der Name der Rose
Es war abzusehen, dass es dieses Spiel wird, weil wir beim letzten Mal die „Aufgabe“ hatten, Der Name der Rose zu lesen. Wenn wir einen Roman bis zum nächsten Treffen möglichst lesen sollen, wird dann meist ein Spiel dazu getestet.
Ich habe das Spiel vorher noch nicht gekannt. Es hat mich etwas an Heimlich & Co erinnert, das ich gerne mit meinem Neffen spiele. Dieses Brettspiel hat mir ganz gut gefallen. Ich mag es, wenn ich bluffen darf. Da zahlen sich die vielen Poker-Abende mit meinen Großeltern aus. :-)
Wenn es eine orangene Figur spielt, spiele ich immer mit dieser, weil die Farbe irgendwie sonst keiner mag. Als ich also sehe, dass die Farbe hier vertreten ist, sage ich zum Scherz: „Also, es ist euch ja klar, dass ich Orange spiele.“ Das Lustige: Ich ziehe dann tatsächlich die Farbe. Das hat bei der Auflösung für einige Lacher gesorgt, weil kaum jemand wirklich damit gerechnet hat, und ich so das Spiel gewonnen habe.
Die Aufgabe bis zum nächsten Mal ist übrigens, selbst ein Spiel zu einem Lieblingsroman zu basteln. Alle diese Spiele sollen dann in vier Wochen getestet werden. *Ironie an* Ich bin ja auch das Bastel-Talent und hatte nicht mal Schwierigkeiten, das Lesezeichen im Februar zu basteln. *Ironie aus*

Freitag: Wöchentlicher Treff der Spielegruppe
Vorwort: Nach dem nicht so schönen Vorfall bei meinem ersten Besuch eines Spieletreffs, habe ich dieses Mal vorher nachgefragt, ob ich überhaupt willkommen bin und was es zu beachten gibt. Beim Eintreffen gibt es dann wieder direkt eine Überraschung, dieses Mal aber positiv: Ich sehe meine Mitschülerin Emma nach ein paar Jahren wieder.
Mitgespielt haben: Nicole (21), Stefan (25), Heike (34), Emma (23), Dominik (31)
Spiel 1: Tabu
Oh je, mit Tabu verbinde ich keine schönen Erinnerungen. Ich habe es bisher nur in der Schule gespielt, immer am letzten Tag vor den Ferien. Wer erklärt hat, musste nach vorne und sich vor die Tafel stellen. Das war für mich immer, als würde ich ein Referat halten. Dann war ich so nervös, dass ich kaum richtig erklären konnte. Ein Wunder, dass Emma sich nicht weigert, mit mir in einem Team zu spielen. :-)
Dieses Mal ist aber alles anders. Es gibt keine Schul-Atmosphäre, und ich bin ganz entspannt. Als Nicole das Wort Guillotine erklärt, ist das Eis endgültig gebrochen. Sie beginnt: „Eine Art, jemanden zu töten.“ Ich lege sofort los: „Vergiften, erstechen, erschießen, erwürgen,…“ „Nein, im Mittelalter.“ „Rädern, ertränken, erhängen…“ „Nein, nein.“ Emma: „Ach, dieses Dingsda.“ Ich dann: „Ach so, die Guillotine.“ Okay, wir haben Zeit verloren, aber alle haben viel gemacht, weil ich so viele Begriffe zu diesem Thema rausgehauen habe. Zur Erklärung: Ich lese viel, u. a. eben auch Thriller und historische Romane.
Spiel 2: Caverna
Ich bin die Einzige, die das Spiel noch nicht kennt, aber es wird mir gut erklärt. Weil ich mir manchmal doch unsicher bin, muss ich ab und zu nachfragen. Damit halte ich natürlich auf, und das Spiel zieht sich etwas. Ich weiß nicht, wie lange diese Partie dauert. Aber es sind sicher drei Stunden. Danach bin ich erst einmal erschlagen. Ich bin ja keine Expertin, aber vielleicht wäre es in kleinerer Runde einfacher, es fürs erste Mal mit mir zu spielen. Ich brauche erst mal eine kurze Pause.
Heike verlässt für heute die Runde. Wir spielen zu fünft weiter.
Spiel 3: Crazy Race
Es geht wieder lockerer zu. Ich habe schon überlegt, das Spiel zu kaufen, falls mich meine Neffen mal besuchen. Deshalb finde ich es toll, es hier einmal zu testen. Zockerspiele mag ich sehr, und die Regeln sind auch wirklich einfach.
Die Idee mit dem Tierwechsel nach jeder ersten Etappe gefällt mir. Sie haben unterschiedliche Fähigkeiten und Limits. Da gilt es zu überlegen, wie viele Würfel ich einsetzen werde. Auch der variable Spielplan kann bei mir punkten. Das Spiel gefällt mir gut und wandert auf meine Wunschliste. Das könnte auch meinen Neffen gefallen.
Spiel 4: Yu-Ca-Tan
Es ist schon spät. Aber die Gruppe hat noch Lust auf ein ganz schnelles Spiel. Ich habe Yu-Ca-Tan dabei, bei dem die Spieler auch zocken. Alle sind damit einverstanden. Das Spiel ist wirklich schnell erklärt. Wer an der Reihe ist, entscheidet sich z. B. für die Farbe Blau. Es muss min. 1 Würfel passen. Dann darf man weiterzocken, muss aber auf ein anderes Feld, z. B. auf die Farbe Rot oder auf ungerade Zahlen tippen. Wer rechtzeitig aufhört, bekommt die Punkte. Wer sich verzockt, verliert alle Punkte der aktuellen Runde.

Samstag: Spontaner Spiele(nachmit)tag
Vorwort: Andrej und Lukas haben mich gefragt, ob ich bereit für die Revanche wäre. Ich habe spontan zugesagt. Zu dieser Zeit ahne ich noch nicht, wie lange unser Spiele(nachmit)tag dauern wird.
Mitgespielt haben: Andrej (23), Lukas (24)
Spiel 1: Im Wandel der Zeiten
Lukas hat es sich in den Kopf gesetzt, dass ich dieses Spiel eines Tages „beherrsche“. Gut, er ist ja Marathonläufer. Da hat er sicher genug Ausdauer. :-D
Wir haben es bisher zwei Mal gespielt. Beim dritten Anlauf läuft es schon etwas besser. Ich muss immer noch nachfragen, aber es wird langsam. Lukas spielt „absichtlich schlecht“, damit wir überhaupt eine Chance haben. Er gewinnt trotzdem, aber mein Ehrgeiz ist geweckt. Wir vereinbaren, das Spiel beim nächsten Treffen nochmal zu spielen. Ich brauche eine 5-Minuten-Pause, bevor wir zum nächsten Spiel greifen.
Spiel 2: Kronen für den König
Das Spiel habe ich mal geschenkt bekommen, aber ich bin nie dazu gekommen, es zu spielen. Lukas entdeckt es durch Zufall im Regal und will es ausprobieren. Da er derjenige ist, der immer so viel spielt, muss er sich die Anleitung durchlesen. Das Spiel ist einfach und schnell erklärt. Wir spielen los, aber keinen von uns packt es so richtig. Es macht keinen großen Spaß, die „Arbeit der Handwerker in Anspruch zu nehmen“ und dadurch Juwelen und Kronen zu sammeln. Das Spiel wird nach der ersten und vermutlich auch letzten Partie zusammengepackt und landet wieder im Regal.
Spiel 3: Das Streben nach Glück
Das Spiel hat auch Lukas mitgebracht. Ich habe mir immer ein Brettspiel zu Die Sims gewünscht, also rennt er mit dem Thema, einen Charakter ein ganzes Leben zu begleiten, offene Türen bei mir ein. Das Spiel habe ich vorher nicht gekannt. Ich versuche einfach mal eine Strategie aus. Ob sie aufgehen wird, sehe ich dann. Ich konzentriere mich auf Gegenstände und Aktivitäten und gehe mit Bob zum Date, der scheinbar eine reiche Frau sucht. Um weitere Schritte in der Beziehung zu gehen, verlangt er, dass ich min. 5 bzw. 8 Geldeinheiten besitze. Oh ja, das sieht nach wahrer Liebe aus. ;-) Als Job nehme ich die Stelle der Webdesignerin an, damit ich mir auch den ganzen Luxus leisten kann.
Das Spiel hat mir wirklich gut gefallen. Ich würde es gerne wieder spielen und einen anderen Weg einschlagen. Auch die Solo-Variante würde mich reizen. Das Spiel ist gleich mal auf meine Wunschliste gewandert.
Spiel 4: Vienna
Für Spiel Nr. 4 einigen wir uns auf Vienna, das meine Mitspieler noch nicht kennen. Ich habe es schon ein paar Mal gespielt. Es ist nicht schwierig. 1 - 2 Würfel werden (dem Straßenlauf folgend) auf ein freies Feld gelegt, das der Summe der Würfel entspricht. Die Wertung folgt, sobald alle Spieler ihre Würfel gelegt haben.
Mir gefällt es gut, und auch Andrej findet es gut. Sogar Lukas, der anfangs noch skeptisch war, ist positiv überrascht. Er gewinnt mit 1 Punkt Vorsprung vor mir.
Spiel 5: Artus
Das Spiel, das Andrej mitgebracht hat, kenne ich nicht, aber das Thema finde ich interessant. Wir spielen mit den Wertungskarten. Das Spiel ist schön einfach. Andrej und mir macht das Versetzen der Figuren Spaß. Lukas teilt nicht unsere Begeisterung. Er mag es nicht so, weil er nicht richtig planen kann. (Vielleicht ist er auch einfach sauer, weil er mal verloren hat. :-D)
Spiel 6: Tembo
Es ist schon spät. Wir wollen noch ein Spiel spielen, aber es soll nicht zu lange dauern. Das Spiel habe ich schon oft gespielt. Aber die erste Partie heute verläuft ganz anders als sonst. Ich will dieses Spiel gegen Lukas gewinnen. Wir zwei spielen bewusst gegeneinander und lassen Andrej dabei außer Acht. Und wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, der in dem Fall Andrej ist, in Seelenruhe zwei Wasserstellen mit seinen Tieren ausbaut, und die Partie haushoch gewinnt.
Wir entscheiden uns, dieses Mal richtig zu spielen. Mein Freund, der selbsternannte Spielemuffel, trifft ein, und Lukas kann ihn dazu überreden, einmal gegen uns zu spielen. Dieses Mal konzentriere ich mich nicht auf Lukas, sondern spiele wie immer. Und dieses Mal läuft es besser. Und ich gewinne sogar. :-)
Das Spiel macht mir viel Spaß, und ich finde die Zeichnungen der Tiere sehr schön. Ich habe es auch mal für die Spiele-Mittagspause mitgebracht. Es war innerhalb der 30 Minuten erklärt und gespielt.
Spiel 7: Tutto
Okay, noch ein Spiel. Lukas hasst Spiele mit Glücksanteil, aber nachdem ich seine mitgebrachten Spiele mitgespielt habe, erklärt er sich bereit, eine Partie Tutto mit uns zu spielen. Das Spiel ist sehr einfach, und wir können zocken. Dieses Mal hat mein Freund Würfelglück ohne Ende. Er hat oft drei 1er in einem Wurf und damit 1.000 Punkte. Ich spiele es sehr gerne. Gerade nach den längeren Spielen heute finde ich es ideal. Fabian und Andrej gefällt es gut. Und ich glaube, auch Lukas hat Spaß. Er will es nur nicht zugeben. ;-)

Das war eine Zusammenfassung meiner Spielewoche. Länger, als ich geplant habe…

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 5. August 2019, 20:46

Über lange Zeit nicht auf den Tisch gekommen (weil von den Päderbörnern verschmäht wie nahezu alles, wo Key draufsteht), bedeutet anderer Ort, größeres Publikum auch, daß ich es in letzter Zeit mehrfach spielen konnte.
Ich habe partout nicht herauslesen können, was dieses „es“ ist. Vielleicht ist es ein Ratespiel? Ich rate mal „Keythedral“?

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 5. August 2019, 20:51

Natürlich geht es bei unserem Treffen hauptsächlich um Bücher. Aber ab und zu spielen wir ein Spiel, zu dem es eine Romanvorlage gibt.
Finde ich eine klasse Idee. Und es gibt da ja noch wesentlich mehr, was man lesen und spielen kann. Vor allem die Diskussionen, wie stark man das Buch im Spiel wiederfindet, stelle ich mir spannend vor.

Spiel 3: Das Streben nach Glück […] Das Spiel hat mir wirklich gut gefallen. Ich würde es gerne wieder spielen und einen anderen Weg einschlagen. Auch die Solo-Variante würde mich reizen. Das Spiel ist gleich mal auf meine Wunschliste gewandert.
Schön, wenn es noch jemanden gefällt. Ich spiel es auch sehr gern, nur die Viererbesetzung letztens dauerte mir zu lang. Solo muss ich noch ausprobieren, wenn man mehr Zeit ist.

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hgzwopjp
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 5. August 2019, 22:37

Dee hat geschrieben:
Über lange Zeit nicht auf den Tisch gekommen (weil von den Päderbörnern verschmäht wie nahezu alles, wo Key draufsteht), bedeutet anderer Ort, größeres Publikum auch, daß ich es in letzter Zeit mehrfach spielen konnte.
Ich habe partout nicht herauslesen können, was dieses „es“ ist. Vielleicht ist es ein Ratespiel? Ich rate mal „Keythedral“?


Es ist kein Ratespiel. Ich hatte meinen Beitrag beim Schreiben verknüpft, und nicht gemerkt, daß jeder Klick auf "Vorschau" (edit: bei neuen Beiträgen) diese Verknüpfung wieder wegwirft. Die Rede war von Key Market. Da das ja damit verknüft war, hab ich es wohl nicht mehr explizit erwähnt. Edit: Ich hab's jetzt wieder verknüpft und auf BGG verlinkt, die Verlinkung zur Spiele-Offensive ist ja komplett für den Popo...

Keythedral ist übrigens totlangweilig, weil repetetiv ohne Spannungsbogen. Dafür bezahlt auch niemand Beträge, die größer sind als was heutzutage neue Spiele kosten.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 6. August 2019, 06:30

Danke fürs Verlinken. Von den Key-Spielen habe ich bisher nur Keyflower gespielt. Das hat mir recht gut gefallen, auch wenn ich aufgrund Unwissenheit einen eklatanten Spielfehler begonnen hatte.

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 9. August 2019, 18:17

Lama gab es bei uns ein paar mal. Kommt weiterhin gut an, besonders bei den Wenigspielern. Mir machts auch noch halbwegs Spaß, passt also. Trotzdem bin ich froh, dass es nicht SdJ geworden ist.

Magister Navis zu viert. Wieder mal ein Oldie, der aber ordentlich Spaß gemacht hat. Allerdings gibt es schon ein paar Gebäude, die dir eine Extraaktion bringen und die enorm wichtig sind. Wenn du die nicht bekommst, hast fast keine Chance. Man kommt super rein, auch nach Jahren wieder. Tolles Spiel!

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 11. August 2019, 21:25

Adventure Games: Die Monochrome AG zu viert: Rückblick: Beim letzten Mal steckten wir fest (im wahrsten Sinne des Wortes steckte ein Mitspieler fest und durfte nicht mehr richtig mitspielen), was uns das Spiel etwas verleidete. Damit wir nicht wieder mit Frust anfangen mussten und der Mitspieler nicht weiterhin nur zum Zuschauen verdammt war, prüfte ich vor der Partie, ob meine Idee für die richtige Lösung stimmte. Und dank des beigelegten Abenteuerbuches konnte ich es leicht prüfen: Wir hatten eigentlich alles richtig gemacht, nur haben wir uns von einem Beschreibungstext in die Irre führen lassen und das richtige Objekt am falschen Ort kombiniert. So einigten wir uns zum Partieanfang darauf, dass wir das bereits beim letzten Mal richtig gemacht hatten, setzen den Alarm zurück und starteten in Teil 3.

Unsere Abkürzungen behielten wir weiterhin bei. Das heißt, die Fahrstühle ignorierten wir und liefen von einem Gebäudeteil zum anderen, weil uns das sonst nur nur unnötig aufhielt. Wir setzten sie sogar kreativ – und realistisch – ein: Als ich zu einem Stockwerk mit einem Fahrstuhl fuhr, legte ich beim Aussteigen noch einen Gegenstand in ihm ab und drückte den Knopf für eine andere Etage. Dort konnte dann im nächsten Spielzug mein Mitspieler den Gegenstand aus dem Fahrstuhl aufnehmen und sofort weitermachen. Kritiker könnten nun sagen, dass wir gegen die Spielregeln verstoßen haben. Und ich kann nur antworten: „Ja, und?“ Das Spiel machte so wesentlich mehr Spaß und spielte sich flotter.

Das Ende war ganz interessant, auch wenn wir auch hier nur teilweise eine Wahl hatten. Wir konnten uns zwar für bestimmte Optionen entscheiden, aber diese gingen dann aufgrund der Konstellation anders aus als gedacht. Und natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, auch die anderen Enden „durchzuspielen“. Sprich, die letzten paar Entscheidungen änderten wir theoretisch ab und trugen dies in der App ein. So konnten wir etwas besser einschätzen, ob unser Ausgang denn der „beste“ von allen war. Und ja, wir hatten gut gewählt … :) Das Abenteuerbuch half danach noch herauszufinden, wozu wir bestimmte Gegenstände brauchten, weil wir es einfach nicht wussten. Einiges war dabei schon etwas realitätsfern, wo wir nie drauf gekommen wären. Anderes hätten wir sicherlich durch noch mehr Ausprobieren herausfinden können, aber das Spiel ging ja schon lang genug.

Die angegebene Spieldauer mit dreimal 90 Minuten lag etwas unter unseren. Wir grasten aber auch jeden Raum bis ins Kleinste ab und kombinierten auf Teufel komm raus. Die Sitzungen dauerten ungefähr 90, 180 und 120 Minuten. Wenn ich dann noch überlege, dass wir regelkonform gespielt hätten, wären das locker nochmal 30 Minuten mehr gewesen. So gesehen bekommt man aber viel Spielzeit für sein Geld, vor allem wenn man mit anderen Escape/Exit-Spielen vergleicht, die es auf dem Markt gibt. Uns hat die Reihe jedenfalls gefallen und wir starten irgendwann demnächst mit „Das Verlies“. (Wertung: 8,0)

Panamax zu dritt: Ich frage mich, wie es ein Spiel, in dem man nur 12 Aktionen hat, zu einer Spielzeit von 150 Minuten führen kann. Etwas Statistik: Jede der drei Runden dauert also ca. 50 Minuten. Jeder der drei Spieler brauchte demnach in Schnitt ca. 50 Minuten mit eigenen Zügen (das stimmt nicht ganz, weil es am Ende jeder Runde eine Gemeinschaftsphase gibt, wo gewisse Aktionen ausgelöst werden). Das heißt aber dennoch, dass pro Aktion ein Spieler ca. 4,5 Minuten brauchte. Und das Interessante an der Sache: Zu (fast) keiner Zeit spürte ich die Downtime. Das macht ein gutes Spiel aus!

In „Panamax“ steuern die Spieler Schiffe durch den Panama-Kanal, verladen dazu Fracht oder Passagiere und bekommen für das Verschiffen Geld und andere Boni. Jeder Spieler hat dabei ein Privatvermögen und ein Firmenvermögen, was strikt getrennt werden muss. So kauft ein Spieler privat Aktien von einer Firma (auch der eigenen) und der Spieler muss am Rundenende Dividenden aus der Firmenkasse an die Spieler ausgeben, welche Aktien besitzen. Das ist teils etwas kompliziert, sodass es auf BGG extra Übersichten für den Geldkreislauf gibt. Auch die Aktionen des Spiels sind recht schnell erklärt (Auftrag nehmen und Fracht verladen oder Schiffe bewegen, mehr gibt es ist), aber der Zusammenhang ist teils nicht einfach zu verstehen. Für mich spielt Panamax vom Gewicht daher irgendwo zwischen „Kanban“ und „Clans of Caledonia“.

Das Gewicht ist auch der Grund, wieso ich das Spiel das letzte Mal vor zwei Jahren gespielt habe. Es kommt einfach viel zu selten auf den Tisch, weil es nicht jedem gefällt oder zu kompliziert ist. Dabei sollten wir es gerade deswegen öfters herausholen, damit man die Regeln nicht ständig von vorne erklären/nachschauen muss. Mir gefällt es jedenfalls nach wie vor sehr gut. (Wertung: 9,5)
20190807_panamax.jpg
20190807_panamax.jpg (81.91 KiB) 1122 mal betrachtet

Las Vegas zu dritt: Ein leichtes Würfelspiel als Abschluss. Natürlich ist viel Zufall dabei, aber es macht einfach tierisch Spaß, wenn man genau das Richtige würfelt, um den Gegner den einen 90.000-Dollar-Schein streitig zu machen. Dabei gilt immer: Wenn ich es nicht haben kann, soll es keiner haben. Und so macht dieses kleine Würfelspiel mächtig viel Spaß. (Wertung: 8,5)
Zuletzt geändert von Dee am 22. August 2019, 21:30, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 13. August 2019, 00:53

Dee hat geschrieben:Danke fürs Verlinken. Von den Key-Spielen habe ich bisher nur Keyflower gespielt. Das hat mir recht gut gefallen, auch wenn ich aufgrund Unwissenheit einen eklatanten Spielfehler begonnen hatte.


Das ist auch das bekannteste und verbreitetste. Grundsätzlich ist bei der Key-Serie der Gedanke, daß man was konstruktiv aufbaut (oft Rosenberg-ähnlich was landwirtschaftliches), sich nichts gegenseitig kaputt macht (also keine direkte, negative Spielerinteraktion) und genügend Zugoptionen zur Auswahl hat (d.h. insbesondere, nicht gespielt wird). Das gefällt mir schonmal ganz gut. Ebenso wie die Graphik.

Das älteste aus der Reihe, was ich besitze, ist tatsächlich Keythedral. Aber es ist mehr Sammlung als irgendetwas anderes. Man sammelt halt Ressourcen ein und baut damit die Kathedrale (soweit, so gewöhnlich), wenn's dumm läuft, kann man die Ressourcen gar nicht mehr einsetzen, weil die Ressourcen auf den Plättchen, die noch zu bauen sind, gar nicht mehr vorkommen (oder nicht so viele). Wie gesagt, ich fand es repetetiv.

Es gab noch ein paar davor, mit noch deutlich geringerer Auflage, die wirken auch nicht ganz so professionell. Und das BGG-Rating ist auch bei allen unter 7: Keywood, Keydom (was wohl Morgenland mit anderem Thema ist), Keytown. Also spielerisch hat man wohl nicht viel verpaßt. Historisch wohl schon, denn Keydom gilt als das erste Arbeitereinsatz-Spiel.

Key Harvest war das nächste. Man ergattert Sechseckfelder, die man auf seinem Spielplan positioniert. Dummerweise haben alle Spieler einen Spielplan von demselben Gebiet, dh jedes Feld gibt es nur einmal als Plättchen. Da den Überblick zu behalten, welche Felder noch zu haben sind, und damit zu planen, ist hart. Ich muß es aber noch mit ernsthaften Gegnern spielen.

Dann Key Market. Wie geschrieben, ich spiele es gern. Auch wenn man hin und wieder die Holzressourcen neu zusammenleimen muß, weil das Sperrholz auseinanderfällt... die Ärgernisse mit der Produktion waren auch der Grund, warum Richard Breese keinen Bock auf eine zweite Auflage hatte. Irgendwann hat er sich breitquengeln lassen, eine zu machen, wenn sich 500 Leute dafür finden. Es wurden 1644.

Keyflower ist tatsächlich das bekannteste, und ich spekuliere mal, das mit der höchsten Gesamtauflage. Das Ersteigern der Sechseckplättchen mit den farbigen Meeples ist schon eine geniale Idee. Und war so erfolgreich, daß es mehrere Erweiterungen gab. Da die Zahl der Plättchen, die insgesamt ins Spiel kommen, aber gleich bleibt, egal wieviele Plättchen aus den Erweiterungen man dazukippt, ist noch weniger absehbar, welche davon überhaupt ins Spiel kommen. Das hat mich irgendwann mal ziemlich genervt, als ein Spiel etwas, sagen wir, ungewöhnlich verlief.

Irgendwann wurde es mal als Key to the City: London mit einem anderen Thema versehen. Und komplett anderem Graphik-Stil (weil Juliet Breese nicht mehr zeichnen wollte). Ohne mich.

Wieder richtig Key (weil sich wer gefunden hat, der den Graphik-Stil weiterführt) war erst wieder Keyper. USP: die klappbaren Spielbretter. Der Haken: man hätte auch einfach n verschiedene Spielbretter zur Auswahl nehmen können, um auf den gleichen Effekt zu kommen, mit dem Vorteil, daß man dann auch alle möglichen erklappbaren Felder auch findet. Bei dem nervt mich vor allem, daß es so extrem viel Plättchen gibt, die möglicherweise (aber nicht notwendigerweise) ins Spiel kommen, daß man sich gar nicht so recht eine Strategie ausdenken kann. Gefühlt kann man sich auch nicht soo viel aufbauen. Es kann auch etwas ungleich werden, wenn jemand deutlich mehr Arbeiter ansammeln kann als andere Spieler.

Letztes Jahr gab es mit Key Flow noch eine Kartenversion von Keyflower. Da habe ich aber noch keine substanzielle Meinung zu.

Was es dieses Jahr gibt, habe ich ja schon angedeutet. (Also neben dem jährlichen 2€-Promo-Plättchen für Keyflower.)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 13. August 2019, 05:29

Danke für die Erklärung der Key-Reihe. Ich hatte vor Keyflower nur Key to the City: London auf der Spiel 17 gesehen. Zum einen grafisch nicht sehr hübsch. Und zum anderen stand ich 3 Minuten daneben und nichts passierte. Alle dachten glaube ich nur. Hab alsi nix verpasst.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 15. August 2019, 00:27

Nur weil ich nicht schreibe, heißt es dennoch nicht, dass ich nicht mitlese!
Sehr interessante Berichte!
Zur Key-Reihe. Mich persönlich spricht ja Key Flow richtig an, von der Grafik und dem Spieleprinzip. Leider gibt es so wenig Berichte dazu und es ist schon relativ teuer, sodass ich mir noch unsicher bin.

Besonders, da wir wirklich sehr viele Neuanschaffungen haben und alle so gut sind, dass sie wohl in der Sammlung bleiben., :sleepy:
Fangen wir mit Kartenspiele an, schon lange keine mehr gehabt und der Mindestbestellwert wurde sehr gut erreicht:
Tippi Toppi
Tolles süßes kooperatives Spiel, was sehr gut nebenbei geht. Haben wir schon öfter, auch mal beim TV gucken gespielt. Man versucht bestimmte Aufträge zu erfüllen, ist dabei aber natürlich auch abhängig vom Kartenziehglück. Da es aber dennoch interessant fordert und schnell geht, verzeiht man das und spielt sofort noch eine Runde.
6 nimmt
Kannten wir nicht, hat aber schon einen gewissen Ruf. Funktioniert auch gut zu zweit und hat wirklich interessante Momente, wenn man die falsche Karte gewählt hat und Minuspunkte aufnehmen muss. Und taktischer, als man denkt. Haben die Jubiläumsedition mit den Sonderkarten (war billiger), aber die sind ja Müll.. Spielen ohne die. Schade, denn z.B. bei Wizzard würde ich die Jubiläumsedition mit den Sonderkarten gar nicht missen wollen.
Bohnanza + Marco Bohno (2-Spieler-Variante)
Auch ein "Klassiker", welches wir beide nicht kannten, aber mal ausprobieren wollten. Es gibt ja zwei 2-Spieler-Varianten, eine als Einzelspiel (das Duell) und einmal die Variante in Marco Bohno. Bei Marco Bohno braucht man ein Grundspiel, kann dann aber alles auch mit weiteren spielen und hat tolle Auftragskarten, die wir eh gerne mögen. Und ehrlich gesagt, ist das Spiel wirklich klasse! Es macht echt Spaß und hat uns wirklich überrascht.

So, dann gab es noch eine wirkliche Neuheit:
Draftosaurus
Wir haben es schon in vielen Berichten gesehen und gehört und für 18€ mussten wir zuschlagen, da es einfach simpel aber genial klang. Und das ist es auch. Ein simples Draft-Spiel haben wir auch nicht, da wir mal Sushi Go Party ausprobiert haben und mir und auch einigen Freunden gar nicht gefallen hat. Irgendwie haben wir auch nicht verstanden, was das Ziel ist bzw. wir fanden es einfach absolut uninteressant. Bei Draftosaurus ist es wirklich total einfach und auch motivierend, denn man möchte einfach sein Zoo mit coolen Dinos füllen. Das geht auch wirklich einfach, denn man muss keine Effekte verstehen und überlegen, sondern wirklich nur die Gehege füllen und sich dabei an gewisse Prinzipien halten. Am liebsten mag ich es, die Sommer- und Winterseite hintereinander zu spielen, so hat das Spiel die perfekte Spiellänge. Mega!

Und naja, eine Neuheit aus dem letzten Jahr:
Detective (Basiskampagne und Suburbia)
Klasse Erfahrung. Möchte gar nicht mehr dazu sagen, nur dass es von uns durchgesuchtet wurde und wir auch schon die Erweiterung bestellt haben und uns darauf freuen. Wunderbare Erfahrung, allerdings schon zurecht nicht zum Kennerspiel gekürt, denn es ist vermutlich zu komplex und man muss es einfach ohne Unterbrechung spielen. Eine der besten und besonderen Spielerfahrungen seit langem und dagegen stinken alle vorherigen Detektiv- und Escape-Spiele an.

Und zum Schluss ein paar alte Spiele:
Istanbul und Wettlauf nach El Dorado
Beide Spiele haben wir zu Beginn unserer Brettspielzeit einmal ausleihen können und zu der damaligen Zeit hat es nicht gefunkt. Istanbul war mir damals noch zu Eurolastig, also zu viel nachdenken für zu wenig Spaß (bzw. ich hab noch nicht so den Sinn darin gesehen). Doch seit langem denke ich immer wieder dran und durch das Würfelspiel wurde ich auch daran erinnert. Inzwischen wissen wir Eurospiele auch zu schätzen und das ist ja wirklich mal ein einfaches Spiel, das für uns noch zu den Familienspielen gehört und einfach eine nette Unterhaltung für zwischendurch bietet.
Auch Wettlauf nach El Dorado hatten wir ausgeliehen, allerdings hat uns das schon sehr gefallen. Haben es direkt mehrfach gespielt, doch zu der Zeit hatten wir Dominion und das war zu der Zeit noch spannender. Da wir aber einfach kein weiteres gutes Deck-Building haben (HP und GWT ausgenommen) und Dominion zu selten auf dem Tisch kommt, haben wir dem Spiel eine neue Chance gegeben. Das gute ist auch wirklich, dass es viel einfacher zu erklären ist. Dominion überzeugt zwar immer, aber zu Beginn verstehen neue Spieler das Spiel nie und gucken total verwirrt. Wettlauf nach El Dorado ist auch einfacher aufgebaut und wirklich thematischer.

Marco Polo
Marco Polo haben wir nun auch spielen können. Im Prinzip ein wirklich einfaches Spiel, denn eigentlich gibt es nur wenige Hauptaktionen. Daher ist das Spiel auch wirklich schnell gespielt. Schon mal super. Leider muss ich gestehen, dass es von all den neuen Erfahrungen am wenigsten überzeugt hat. Liegt vermutlich daran, dass ich da mehr erwartet habe. Außerdem muss ich zugeben, dass das Reisen wirklich sehr teuer ist und man dementsprechend eher die Aufträge erfüllt. Und dafür ist das Spiel drumherum dann zu viel, sodass man nur für Aufträge erfüllen auch anderes spielen kann. Natürlich weiß ich, dass die Charaktere noch mehr ausmachen werden, aber das ist eben mein Ersteindruck. Bin aber gespannt, wie es sich dann eben mit dem asymmetrischen Leuten spielt, da einige ja wirklich tolle Reisefähigkeiten haben. Also bin ich gespannt auf neue Runden, aber noch nicht komplett begeistert.

Discoveries Würfelspiel
Dagegen habe ich von dem Spiel weniger erwartet. Als wir es gekauft haben, haben wir uns natürlich informiert und waren vom Spielprinzip begeistert, aber da es eher weniger bekannt ist (zumindest habe ich sonst nie davon gehört), dachte ich, dass es eben okay ist. Aber lustigerweise hat es mir schon einmal viel besser als Marco Polo gefallen. Das Spiel ist auch ein Würfeleinsetzspiel, aber sehr thematisch, interessant und irgendwie innovativ. Man versucht Gebiete zu erkunden, muss sich dafür mit Indianern anfreunden um besser reisen zu können, sammelt Gegenstände und Tiere, schreibt Tagebuch und versucht Verbündete zu bekommen. Irgendwie ein tolles Rundumpaket.
Qwirkle
Und zuletzt noch Qwirkle, ein Spiel, was wir nie auf dem Schirm hatten. Ehrlich gesagt hat uns die Grafik auch eher abgeschreckt, denn wir können die Steine nicht wirklich auseinanderhalten. Haben dann aber die Simpsons-Version sehr billig bekommen und so dachten wir, hey, warum nicht, immerhin mal etwas anderes fürs Auge.
Und auch das war eine super Entscheidung, denn das Spiel erinnert uns sehr an Azul (was wir immer noch lieben und sehr gerne spielen), ist aber dennoch anders genug, dass man es auch gerne spielt. Haben uns aber direkt eine Siegpunktleiste gebastelt, denn das Aufschreiben war richtig nervtötend. Aber sonst macht es wirklich sehr viel Spaß, ist kognitiv richtig schön herausfordernd, aber zackig gespielt und auch wirklich zackig aufgebaut.

So, also viele alte Spiele nachgeholt. Zum Glück, denn das waren alles tolle Erfahrungen und keine Fehlkäufe. Bereue nichts und freue mich direkt, weiterzuspielen!

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 15. August 2019, 07:09

Habt Ihr Marco Polo ohne Charaktere gespielt? Gerade die sind das Salz in der Suppe, weil sie sich alle sehr anders spielen.

Aber schön, dass Ihr sonst nur gute Erfahrungen gemacht habt.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 15. August 2019, 09:21

Nein, deswegen bin ich ja auch schon auf eine Partie mit gespannt.
Die Partie hat sich auch eher spontan ergeben, denn eigentlich mussten wir weg, haben aber vorher die Regeln gelesen und das Spiel einmal aufgebaut. Und da wir noch 20 min hatten, dachten wir, wir spielen einfach mal eine Kennlernrunde, damit man vor dem Spielen mehr mit den ganzen Aktionen anfangen kann. Aber das muss man ja wirklich loben, in 20 min hatten wir es dann komplett durchgespielt :D

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 15. August 2019, 11:14

Maery hat geschrieben:Zur Key-Reihe. Mich persönlich spricht ja Key Flow richtig an, von der Grafik und dem Spieleprinzip. Leider gibt es so wenig Berichte dazu und es ist schon relativ teuer, sodass ich mir noch unsicher bin.


Ich schau mal, ob ich was dazu geschrieben bekome, wenn ich es ein paar mal gespielt habe. Ansonsten mußt Du halt zum Probespielen in die Nähe Deiner alten Heimat kommen :P

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 15. August 2019, 12:10

Oh ja, das wäre klasse :D
Und danke für das Angebot, aber bis ich da mal wieder bin wird laaange dauern :D

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon AndreasB78 » 15. August 2019, 20:30

Maery hat geschrieben:. Liegt vermutlich daran, dass ich da mehr erwartet habe. Außerdem muss ich zugeben, dass das Reisen wirklich sehr teuer ist und man dementsprechend eher die Aufträge erfüllt.


Das ist eine Ersteinschätzung, die nicht zutreffend ist, die aber vor allem bei Anfängern verbreitet ist. Reisen ist nicht so einfach, das stimmt, aber Reisen ist extrem wichtig :-)
Außerdem ist Marco Polo ohne die Charaktäre schlicht ein anderes Spiel :-)

Viele Grüße,
Andreas.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 16. August 2019, 16:56

So, wir haben jetzt zum ersten Mall Marco Polo mit Charakteren gespielt. Ich hatte den Typen, der mit einem Schritt von Oase zu Oase reisen kann und jede Runde 3 Geld bekommt und mein Mann hatte den Typen, der bei dem hinteren Ort anfängt. Wir sind dieses Mal auch viel gereist. In dieser Runde habe ich auch mit riesen Abstand gewonnen (habe meinen Mann fast überrundet).
Dennoch muss ich sagen, dass ich Marco Polo okay finde, aber jetzt nicht so mega und im Vergleich zu den zuletzt gespielten und gekauften Spielen ist es am ehesten eine Enttäuschung. Also mein Mann mag es noch mehr als ich, ich persönlich finde es aber dennoch nicht so pralle. Ich kann auch nicht ganz erklären warum, finde aber z.B. Clans of Caledonia mit den verschiedenen Startbedingungen weniger unausgewogen bzw. stört es mich da weniger, da man einfach vor sich hin werkelt. Hier ist es ja so, dass es im Endeffekt zwei Wettkämpfe gibt (zuerst irgendwohin reisen und die meisten Aufträge erfüllen) und man eben nur im Wettkampfmodus ist und da die asymmetrischen Bedingungen mehr stören (mich zumindest). Auch die Aktionen sind für mich weniger spannend als z.B. Coimbra, welches für mich echt stimmig ist.
Also nicht falsch verstehen, das Spiel ist okay und wir behalten es zumindest erstmals in der Sammlung, aber ich persönlich finde andere ähnliche Spiele besser und da es nur ein Euro ist (ohne cooles Thema), macht die Mechanik viel aus, die für mich nicht so perfekt wirkt. Mal gucken, wie oft wir es spielen, denn ich werde eben eher andere vorschlagen und spiele es nur für meinen Mann weiterhin mit.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 17. August 2019, 10:30

Maery hat geschrieben:So, wir haben jetzt zum ersten Mall Marco Polo mit Charakteren gespielt. Ich hatte den Typen, der mit einem Schritt von Oase zu Oase reisen kann und jede Runde 3 Geld bekommt und mein Mann hatte den Typen, der bei dem hinteren Ort anfängt.


Also ich würde MP nur sehr ungern zu zweit spielen. Ihr habt euch auch noch die beiden Charaktere ausgesucht, die ich für die schwächsten halte. In Peking anfangen hat einen kleinen Punktevorteil (idR drei Punkte bei zwei Spielern), lohnt sich aber sonst nur, wenn um Peking herum viele sehr gute Boni herumliegen. Von Oase zu Oase reisen bringt sehr wenig, denn weil das auch ein Schritt ist, ist das Reisen nicht nur teurer, sondern braucht auch höhere Würfel. Und viele Städte sind gar nicht direkt an einer Oase. Und da man die Zielkarten erst nach den Charakteren zur Auswahl bekommt, kann man auch nicht danach entscheiden.
Hattet ihr mit zufälligem Aufbau gespielt?

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 17. August 2019, 10:42

Also nicht falsch verstehen, das Spiel ist okay
Ich finde, Du musst gar nicht so zögerlich mit Deiner Meinung sein. Es gibt so viele verschiedene Geschmäcker und noch mehr verschiedenen Spiele. Da finden sich immer Kombinationen, die nicht zueinander passen. Ich glaube, das einzig „Komische“ ist nur, dass aufgrund der anderen Spiele, die Dir gefallen (wie z.B. „Clans of Caledonia“) fast jeder Dir auch „Marco Polo“ zum Testen ans Herz gelegt hätte. :D Aber Ihr könnt ja mal „Russian Railroads“ versuchen. Das funktioniert zu zweit sehr gut, finde ich. (Auch wenn Du vermutlich gar keinen neuen Spiele suchst. :) )

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Mitspieler » 17. August 2019, 12:37

Dee hat geschrieben:Aber Ihr könnt ja mal „Russian Railroads“ versuchen. Das funktioniert zu zweit sehr gut, finde ich.)

Aber RR(r) ist im Gegensatz zu MP (wo ja zumindest die schöne, detaillierte Landkarte, die Holzkameeples und die Charakterkarten Atmosphäre vermitteln) doch extrem unathmosphärisch-trocken, oder?
(Hab RR deshalb noch nie gespielt, weil es für mich ein abstraktes Spiel zu sein scheint.. MP dagegen gefällt mir ziemlich gut .)



Dee hat geschrieben:..aufgrund der anderen Spiele, die Dir gefallen (wie z.B. „Clans of Caledonia“)..

..könnte ich Dir, Maery, noch die folgenden Spiele vorschlagen:

Habt Ihr schonmal
> "Agricola",
> "Ora et Labora" oder
> "Kohle"/"Brass Lancashire" ausprobiert?
Das sind für Euros ziemlich thematische Spiele
und sie fühlen sich nicht wie reine Optimiererei an.
Sind aber relativ komplexe Spiele:
Agricola ist ein tolles, thematisches Aufbauspiel, fast schon eine atmosphärische Landleben-Simulation (erst recht mit den Moorbauern),
und Kohle ist ein strategisches, nicht trockenes, sondern sehr spannendes Wirtschaftsspiel.
Bei Ora et Labora spürt man von den genannten Spielen den Optimieraspekt am meisten, und es hat "leider" durchaus abstrakte Aspekte (wie das Rohstoffrondell), aber es bietet darüber hinaus einige interessante, knifflige Aufgabenstellungen (z.B. die Positionierung der Gebäudekarten), die einen speziellen Reiz ausüben.

Und wenn Ihr ein interessantes "Reise"-(bzw. Ausbreitungs-)Eurogame mit einem gewissen Wettbewerbs-Aspekt sucht, probiert doch mal
> "Hansa Teutonica" aus. Es ist allerdings nicht sehr atmoshärisch.

Sind alle vier schon etwas ältere Spiele (und die meisten davon wohl eher für 3-4 Spieler ideal),
aber ich finde sie ziemlich reizvoll und daher einen Vorschlag wert. :)
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Mitspieler » 17. August 2019, 13:27

Tibi hat geschrieben:

[u]
Mitgespielt haben: Nicole (21), Stefan (25), Heike (34), Emma (23), Dominik (31)
Spiel 2: Caverna
Ich bin die Einzige, die das Spiel noch nicht kennt, aber es wird mir gut erklärt. Weil ich mir manchmal doch unsicher bin, muss ich ab und zu nachfragen. Damit halte ich natürlich auf, und das Spiel zieht sich etwas. Ich weiß nicht, wie lange diese Partie dauert. Aber es sind sicher drei Stunden. Danach bin ich erst einmal erschlagen. Ich bin ja keine Expertin, aber vielleicht wäre es in kleinerer Runde einfacher, es fürs erste Mal mit mir zu spielen. Ich brauche erst mal eine kurze Pause.
Heike verlässt für heute die Runde. Wir spielen zu fünft weiter.

Ihr habt Caverna zu sechst gespielt, mit Dir als Caverna-Neuling? Puh... dass sich das zieht, ist naheliegend.. ;)
..ich persönlich spiele so ein recht komplexes, grübellastiges Spiel eher zu dritt oder zu viert, nicht nur beim ersten Mal.
Sonst dauert die Downtime (die Zeit, bis man wieder an der Reihe ist) zu lange.
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 17. August 2019, 14:41

hgzwopjp hat geschrieben:Also ich würde MP nur sehr ungern zu zweit spielen. Ihr habt euch auch noch die beiden Charaktere ausgesucht, die ich für die schwächsten halte. In Peking anfangen hat einen kleinen Punktevorteil (idR drei Punkte bei zwei Spielern), lohnt sich aber sonst nur, wenn um Peking herum viele sehr gute Boni herumliegen. Von Oase zu Oase reisen bringt sehr wenig, denn weil das auch ein Schritt ist, ist das Reisen nicht nur teurer, sondern braucht auch höhere Würfel. Und viele Städte sind gar nicht direkt an einer Oase. Und da man die Zielkarten erst nach den Charakteren zur Auswahl bekommt, kann man auch nicht danach entscheiden.
Hattet ihr mit zufälligem Aufbau gespielt?


Ja, wir haben mit variablen Aufbau gespielt und naja, dafür dass beide schwach waren, war der eine eben viel stärker als der andere.. Und naja, wir spielen eben oft nur zu zweit.

Dee hat geschrieben:
Also nicht falsch verstehen, das Spiel ist okay
Ich finde, Du musst gar nicht so zögerlich mit Deiner Meinung sein. Es gibt so viele verschiedene Geschmäcker und noch mehr verschiedenen Spiele. Da finden sich immer Kombinationen, die nicht zueinander passen. Ich glaube, das einzig „Komische“ ist nur, dass aufgrund der anderen Spiele, die Dir gefallen (wie z.B. „Clans of Caledonia“) fast jeder Dir auch „Marco Polo“ zum Testen ans Herz gelegt hätte. :D Aber Ihr könnt ja mal „Russian Railroads“ versuchen. Das funktioniert zu zweit sehr gut, finde ich. (Auch wenn Du vermutlich gar keinen neuen Spiele suchst. :) )


Danke ^^ Und ja, deswegen haben wir es eben ausprobiert, und weil es so gehyptet wird. Russian Railroads hat uns noch nie angesprochen...

Mitspieler hat geschrieben:Habt Ihr schonmal
> "Agricola",
> "Ora et Labora" oder
> "Kohle"/"Brass Lancashire" ausprobiert?
Das sind für Euros ziemlich thematische Spiele
und sie fühlen sich nicht wie reine Optimiererei an.
Sind aber relativ komplexe Spiele:
Agricola ist ein tolles, thematisches Aufbauspiel, fast schon eine atmosphärische Landleben-Simulation (erst recht mit den Moorbauern),
und Kohle ist ein strategisches, nicht trockenes, sondern sehr spannendes Wirtschaftsspiel.
Bei Ora et Labora spürt man von den genannten Spielen den Optimieraspekt am meisten, und es hat "leider" durchaus abstrakte Aspekte (wie das Rohstoffrondell), aber es bietet darüber hinaus einige interessante, knifflige Aufgabenstellungen (z.B. die Positionierung der Gebäudekarten), die einen speziellen Reiz ausüben.

Und wenn Ihr ein interessantes "Reise"-(bzw. Ausbreitungs-)Eurogame mit einem gewissen Wettbewerbs-Aspekt sucht, probiert doch mal
> "Hansa Teutonica" aus. Es ist allerdings nicht sehr atmoshärisch.

Sind alle vier schon etwas ältere Spiele (und die meisten davon wohl eher für 3-4 Spieler ideal),
aber ich finde sie ziemlich reizvoll und daher einen Vorschlag wert. :)


Also danke dafür, aber wir haben schon sehr viele andere grübellastigere Brettspiele und brauchen nicht zwingend neue, haben Marco Polo einfach nur ausprobieren wollen. Und da wir oft zu zweit spielen, sehe ich kein Anreiz, ein Spiel auszuprobieren, was eher für 3-4 Spieler ist. Agricola z.B. hat uns nie angesprochen, hatten aber mal Caverna (inzwischen wieder verkauft und die 2-Spieler-Variante geholt).

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Mitspieler » 17. August 2019, 22:04

Maery hat geschrieben:Also danke dafür, aber wir haben schon sehr viele andere grübellastigere Brettspiele und brauchen nicht zwingend neue,

Kein Problem, zumal Du ja gar nicht um Vorschläge gebeten hattest. :cool:
LG
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 18. August 2019, 17:59

Run, Fight or Die zu zweit: Wer „King of Tokyo“ kennt, weiß in etwa, wie die Mechanik von „Run, Fight or Die“ funktioniert: Die Spieler werfen Würfel mit besonderen Symbolen. Man legt die Würfel raus, die man behalten will, den Rest wirft man erneut, dann noch einmal und mit dem Endergebnis muss man leben und die Effekte anwenden. Thematisch eingebettet ist das Ganze in ein Zombie-Apokalypse-Szenario. Die Spieler gehen in eine noch bevölkerte Stadt, um sich dort eine neue Gruppe an Personen zusammenzustellen. Dabei strömen aber Horden von Zombies auf einen ein. Und unter den Umständen ist das Auffinden von Personen nicht ganz so leicht.

Wir haben nur das Grundspiel gespielt, was mich nicht umgehauen hat. Zum einen ist man schon sehr stark Würfelglück abhängig. Wenn man in den ersten zwei Runden keine Waffe (Baseballschläger oder Pistole) würfelt, kann man die Zombies nicht abwehren und man stirbt auf alle Fälle. Und das nur durch pures Würfelunglück. Hier wirkt mir der Zufall zu stark auf das Spiel ein. Da man Zombies abwehren muss, hat man selten Ruhe und muss so zwingend auch immer ein Waffensymbol herausnehmen. Dadurch kommen die besonderen Effekte der anderen Symbole wie „Buch“ und „Suchen“ nicht zwingend dran. Dabei gibt es davon zahlreiche, denn je nach Anzahl an herausgelegten Würfeln gibt es unterschiedliche Aktionen. Gut, dass eine Übersicht beiliegt, weil sich das niemand merken kann. Schade, dass es nur zwei Übersichten gibt.

Die gefundenen, neuen Gruppenmitglieder bringen auch Effekte mit, was ich ganz gut finde, auch wenn ich bei so etwas immer leicht die Übersicht verliere. Mitglieder mit hoher Punktezahl haben dabei eher einen Malus, der einen behindert. Andere mit weniger Punkten bringen dafür zusätzlich Fähigkeiten ein. Aber auch hier regiert der Zufall, welche Karten man bekommen. Das Spiel kann enden, sobald ein Spieler fünf neue Leute gefunden hat. Da jeder noch eine Runde hat, kann es sein, dass ein Mitspieler dann noch zufällig einen ganz hochwertigen Charakter findet (die Negativeffekte interessieren am Ende ja nicht mehr) und so das Spiel vor dem Spieler, der das Spielende eingeläutet hat, gewinnt.

Wie Ihr seht, war es nicht mein Spiel. Es kann sicherlich recht lustig sein in passender Runde, aber „King of Tokyo“ gefällt mir besser. Zum einen hat man mehr Interaktionen (bei „Run, Fight or Die“ spielt im Grundspiel jeder für sich), zum anderen hat der Zufall einen nicht ganz so starken Effekt auf das Spielgeschehen. (Wertung: 5,0)

Cryptid zu fünft: „Cryptid“ ist ein abstraktes Kombinierspiel, sozusagen ein komplexeres Soduko. Auf dem variablen Spielbrett mit mehreren Landschaften, verschiedenfarbigen Säulen und Tiergebieten versteckt sich ein Fabeltier, dass wir als Kryptozoologen suchen. Jeder Spieler erhält zum Spielstart jeweils einen anderen geheimen Hinweis (z.B. dass sich das Wesen auf Sumpf oder Wüste befindet, oder in Reichweite 3 zu einer weißen Säule etc). Mit allen Hinweisen zusammen gibt es ein eindeutiges Feld auf dem Spielplan, wo das Wesen steckt. Und so fragt man reihum seine Mitspieler ab, ob sich das Wesen auf einem Feld verstecken könnte oder nicht und findet so die Hinweise der Mitspieler heraus. Durch einen kleinen, farbigen Würfel werden Fehltreffer markiert und durch eine Scheibe mögliche Positionen, sodass man diese gut unterscheiden kann. Und so kann man irgendwann versuchen, das Rätsel zu lösen.

Ich spielte Cryptid bereits im April mehrere Male. Und dennoch verstand ich die Erklärung wieder nicht. Noch schlimmer: Gleich meine ersten zwei Hinweise waren falsch und wir mussten die Partie abbrechen. Das Gute daran war, dass jeder diese Proberunde nutzen konnte, um ins Spiel reinzukommen, denn ich war nicht der Einzige, der Probleme mit dem Spielverständnis hatte. Die zweite Partie lief dann besser/normal und machte auch wieder Spaß.

Im April schrieb ich noch, dass ich nicht weiß, wer nur durch bloßes Starren auf das Brett sich alle Infos merken bzw. zusammenführen kann. Genau das taten ein Mitspieler und ich aber in der zweiten Partie. Der Grund war einfach, dass die Downtime durch das Ankreuzen der Antworten auf einem Block extrem steigt. Von der Spielzeit brauchte die ohne Blöcke für ihre Züge ca. 10 Sekunden. Danach kritzelten die anderen zwei Minuten auf ihrem Block herum, ehe das Spiel weiterging. Vor allem nimmt man dem Spiel irgendwie den Spaß, wenn man alles absolut wissend aufschreibt. Viel interessanter ist es, mit den Informationen auf dem Brett auszukommen. Was interessanterweise gut funktioniert. In der zweiten Partie wollte ich lösen, lag aber leider durch einen fehlende Info ein Feld daneben. Aber selbst ohne Aufschrieb konnte ich es so gut eingrenzen. (Wertung: 7,0)

1500 m zu fünft: „1500 m“ ist ein Lauf-Rennspiel. Durch Karten wählt jeder Spieler geheim, wie viel Energie in dieser Etappe ausgeben will. Der mit dem höchsten Wert fängt an und wählt eine Aktion wie z.B. Beschleunigen, weiter laufen, Energie sammeln oder Angreifen. Fies ist, dass der Spieler, der die wenigste Energie eingesetzt hat, keine Aktion bekommt. Danach fängt der vorne liegende Spieler an zu laufen. Und zwar soweit, wie er geheim mit einer zweiten Karte gewählt hat. Plus ggf. eine extra weite durch die Aktion. Nach Platzierung folgen die anderen Spieler. Und danach muss jeder Spieler entscheiden, ob er beschleunigen will, was zwar Energie kostet, aber einen noch weiter voranbringt. Und so läuft man bis jemand zuerst die 1500 Meter geschafft hat ohne all seine Energie zu verlieren.

Im Prinzip klingt „1500 m“ sehr gut. Die geheime Auswahl der Energiekarten funktioniert auch super. Nur kann man die Mitspieler schwer einschätzen, finde ich. Daher habe ich mich auf mich konzentriert, wie viel Energie ich gerade ausgeben will ohne dabei Letzter zu sein. Ebenso klasse war der Endspurt, wo die Energiereserve der Spieler langsam zu Ende geht und man echt haushalten muss, um noch ins Ziel zu kommen. Ich war am Ende so erschöpft, dass ich 1 Meter vor der Ziellinie zusammengebrochen bin. Während andere noch locker einmal 1000 m hätten laufen können. Leider ist der Weg zum Endspurt eher unspannend. Es passiert eher wenig und wiederholt sich jede Runde. Meine Empfehlung wäre daher, immer die kürze 800-m-Strecke zu spielen.

Im Vergleich zu DEM Rennspiel „Flamme Rouge“ fällt „1500 m“ aber deutlich ab. Das Renncharakter kommt beim Fahrradrennen wesentlich besser rüber. Durch die variablen Strecken ist das auch interessanter als immer nur im Kreis zu laufen. (Wertung: 6,0)
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20190816_1500m.jpg (66.18 KiB) 1128 mal betrachtet

Werwörter zu viert und fünft: Dazu muss ich wenig sagen. Es hat wieder extrem viel Spaß gemacht. Und manchmal gewann der Werwolf, manchmal die Dorfbewohner. Es war sehr ausgeglichen, was für das Spiel spricht. (Wertung: 9,5)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 22. August 2019, 23:03

Panamax zu zweit: Wir hatten das Spiel diesen Monat bereits schon einmal gespielt. Da wir die Regeln einmal drin hatten und das Spiel sonst zu selten auf den Tisch kommt, spielten wir es diese Woche erneut. Sicherheitshalber: Es war kein Pflichtspiel, sondern ich freute mich wirklich darauf. Dieses Mal lief auch alles wesentlich flotter und vor allem runder. Obwohl wir beide unsere Firma in der ersten Runde pleite wirtschafteten (ich investierte in alle meine Schiffe, die ich aber zwingend haben wollte), lief es danach extrem rund. Vor allem der Vier-Länder-Bonus, dass man Würfel für 0 Dollar verschieben darf, ist enorm wichtig. Wir brauchten auch die Übersicht, wo welches Geld hinwandert, kaum noch, da alles intuitiv funktionierte. Am Ende lag ich mit recht weitem Vorsprung an der Spitze. Vor allem konnte ich meine eigene Aktie in der letzten Runde noch einmal enorm nach oben pushen (und vor allem auch die Dividende zahlen), was mir den Sieg sicherte. (Wertung: 10)

Noch etwas Statistik (als Fortsetzung vom letzten Mal): Wir brauchten zu zweit nur 1:17 h, wobei 17 Minuten für Verwaltungsaufgaben am Rundenende draufgingen. Reine Spielzeit lag ca. bei 30 Minuten pro Spieler, was ich für einen guten Wert für so ein komplexes Optimierspiel halte.
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20190821_panamax.jpg (87.73 KiB) 995 mal betrachtet

60 Seconds to Save the World zu zweit: 60 Sekunden, um die Welt zu retten? Ein extrem schnelles Echtzeit-Koop? Nein! Koop stimmt zwar, aber keine Ahnung, was das Spiel mit 60 Sekunden zu tun hat. Die Welt sollen wir aber wirklich retten. Mehrere Szenarien stehen zur Auswahl: Alien-Invasion, Zombies, Supergrippe, Atomkrieg etc. Um die Gefahr abzuwehren, müssen die Spieler einen Plan erfüllen. Dafür spielen sie Karten in ihre Auslage aus, welche bestimmte Symbole enthalten. Passen die Symbole, kann man den Plan ausführen.

Bei mir ist das Spiel komplett durchgefallen. Die Anleitung ist echt chaotisch und nicht verständlich. So machte das Erlernen des Spiels schon keinen Spaß. Der Spielaufbau ist nicht sonderlich variationsreich. Es ist zwar immer ein anderes Thema, aber vom Prinzip her macht man immer das Gleiche und sucht passende Symbole zum Problem. Wir haben nicht herausgefunden, wieso man die Aktion „Karten tauschen“ oder „Karten zeigen“ (man darf nicht über die eigenen Karten sprechen) ausführen sollte. Wir spielten beide vor uns hin und irgendwie ergab sich der Sieg dann. Zumindest in der zweiten Partie. In der ersten verloren wir wegen Kartenpech, was extrem schlecht für so ein Spiel ist. Wir mussten bestimmte Symbole sammeln, die vom verdeckten Kartenstapel aber dummerweise immer wieder zufällig abgeworfen werden mussten. So hatten wir irgendwann keine Chance mehr auf den Sieg, weil die Symbole ausgingen. Ich finde leider echt nichts Positives an dem Spiel. (Wertung: 2,5)
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Space X zu dritt: Schnippsspiel, bei dem man wie beim Pool farbige Scheiben einlochen muss. Ich mag das Spiel sehr (und habe es vorgeschlagen), auch wenn ich normalerweise nicht so gut im Schnippsen bin. Diesmal war mir das Glück hold und ich gewann in der dritten Runde durch gezieltes Einlochen. (Wertung: 8,0)
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Majesty zu viert: Ein sehr schnelles Karten-Drafting-Spiel. Aus der Auslage nimmt man sich eine der sechs Karten und legt diese passend an eines seiner sieben Gebäude. Dafür gibt es dann Geld (je nach Beruf) und ggf. noch eine Spezialaktion, mit der man zum Beispiel Gegner ärgern und deren Karten angreifen/umdrehen kann. Nach zwölf Zügen ist das Spiel vorbei, es findet noch eine Mehrheitenwertung statt und dann gewinnt jemand.

Das Spiel tut genau das, was es verspricht. Die Spieltiefe ist eher gering, dafür kann man es zu viert auch in 30 Minuten runterspielen. Die Grafik und vor allem die Jeton-Münzen sind sehr schön, aber das macht das Spiel nicht interessanter. (Wertung: 6,0)
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Barrage zu viert: Der Hammer des Abends! Auf der SPIEL 18 hatten wir es angespielt und ich war so begeistert, dass ich es bei Kickstarter mitfinanziert hatte. Auslieferungstermin war mal April 2019, immerhin vier Monate später kam das Spiel letzte Woche auch an. Ich habe die Standard-Version. Mein Spielpartner hat die KS-Exlusive Box mit allerlei Gimmicks, die man aber nicht braucht ;), mit der wir aber dennoch spielten.

„Barrage“ ist ein schwergewichtiges, aber dennoch thematisches Optimierspiel. Alle Spieler stauen Wasser in den Alpen, um daraus Strom zu gewinnen, was Siegpunkte bringt. Dafür müssen sie natürlich Dämme bauen, aber auch Kraftwerke und Pumpen, die das Wasser umleiten. Von der Mechanik her ist es ein Arbeitereinsetzspiel, wie viele andere auch. Grundsätzlich hat man von allem zu wenig und die Mitspieler schnappen einem ständig die besten Aktionen weg – was die Mitspieler wiederum natürlich bei den eigenen Zügen ebenso monieren. Besonderheit ist das Bauaktionsrad. Hier setzt man ein Plättchen ein, welches Objekt man bauen will (Dammbasis, Dammwand, Kraftwerk, Pumpe) und legt die entsprechenden Ressourcen dazu (Bagger und Zementmischer). Diese Bauaktion ist damit geblockt, ebenso wie die Ressourcen. Erst durch mehr Bauen bzw. Drehen des Rades wandert das Bauplättchen und die Ressourcen irgendwann einmal im Kreis und werden so wieder freigespielt. Die Ressourcen kann man dann wieder benutzen. Es geht also gar nicht drum, massig Ressourcen zu horten (das schafft man eh nicht), sondern die wenigen Ressourcen so einzusetzen, dass man kontinuierlich bauen kann …

… was mir definitiv nicht gelungen ist. In der ersten Runde ging das Bauen noch, danach blockierte es bei mir aber. Ich konzentrierte mich lieber auf die Stromproduktion, was zwar Punkte einbrachte, aber ab Runde 3 bestrafte mich das Spiel, weil ich nicht mehr Elemente auf dem Brett platzieren konnte, während meiner Mitspieler sich immer mehr ausbreiteten. Wer das nämlich geschickt macht und das Wasser aus seinem Damm zu seinem Kraftwerk pumpt, wo es danach in den nächsten eigenen Damm fließt, hat das Spiel verstanden. Und auch das habe ich nicht hinbekommen. Nicht nur, dass ich zu wenig bauen konnte, ich baute auch noch an den falschen Stellen. Durch das wenige Bauen schaltete ich auch keine Einkommensboni frei und auch meine Spezialfähigkeit konnte ich erst sehr spät freischalten.

Mit diesen zahlreichen Fehlentscheidungen landete ich am Ende auf einem stolzen, letzten Platz. Immerhin hatte der Vorletzte „nur“ doppelt so viele Punkte wie ich. Und der erste hatte dann fast dreimal so viele Punkte. Aber dennoch: Mir hat das Spiel sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auf die nächsten Partien, da ich mein eigenes Verbesserungspotential sehe und natürlich auch mehr erreichen will. Ich möchte auch wissen, wie das Spiel skaliert und sich mit anderen Charakteren spielt. Mit ca. 2,5-3 h Stunden Spielzeit ohne merkbare Downtime spielt es sich auch sehr angenehm. (Wertung: 10)

Noch etwas anderes: Die Anleitung ist super geschrieben, wir mussten ab und zu etwas nachschauen, fanden aber alles immer sofort. Negativ zu bewerten ist dagegen das Material bzw. ein Teil davon. Wer das Spiel mitfinanziert hat, hat die Probleme bei Kickstarter mitbekommen. Die Wassertropfen, die in den Dämmen gesammelt werden, wurden von ursprünglichen Holztropfen auf Plastiktropfen mit Silberbeschichtung geändert. Angeblich, weil es hübscher aussieht. Die Tropfen lassen sich aber jetzt schlechter aufheben und sind schlechter sichtbar. Zusätzlich brechen sie mit dem Stil des restlichen Spiels, bei dem alles aus Holz ist. Auch die Bauaktionsräder sind nicht gut. Die meisten Räder kommen verbogen bei den Käufern an. Das führt dazu, dass beim Drehen die Bauplättchen verkannten und gar nicht mitgeschoben werden. Im Kickstarter-Spiel wurde bereits etwas nachgeholfen, indem dickere Bauplättchen beigelegt wurden, aber das hilft dennoch nicht immer. Beides will der Hersteller immerhin nachbessern, sodass das Spiel spielbarer wird. Auch ein bisschen negativ ist die restliche Qualität: Einige Boards sind zerkratzt angekommen, manche haben Druckstellen. Das 3-D-Spielbrett der Exclusive-Version passt nicht richtig zusammen, sodass ich froh bin, nur das normale klappbare Brett zu haben. All das tut dem eigentlichen Spiel aber nicht weh, weswegen ich auch bei der hohen Wertung bleibe.
20190821_barrage.jpg
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DGT Cube: Kein Spiel, aber dennoch neu in meiner Sammlung. Ich habe mir einen Zeitmesswürfel gekauft, weil meine Mitspieler mich ständig damit aufziehen, dass ich so lange für meine Züge brauche.

In „Panamax“ oben war es einigermaßen ausgeglichen. Ich brauchte 7 Minuten länger als mein Mitspieler. Bei „Barrage” dagegen verbrauchte ich die wenigste Zeit von allen. Ha! Okay, ich verlor auch mit Abstand! :( Drei Spieler waren mit ca. 24-29 Minuten auch sehr ähnlich von der Spielzeit her. Einer (nicht der Gewinner) fiel mit 59 Minuten Denkzeit etwas aus dem Rahmen.

Jedenfalls ließ sich der Würfel ganz gut einsetzen und ich werde – wenn es meine Mitspieler erlauben – zumindest meine Zeit weiterhin mitstoppen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Zeit ich relativ zum Gesamtspiel verbrauche. Ich denke nicht, dass ich den Countdown für Züge oder gar das ganze Spiel nutzen werde. Wir wollen ja Spaß haben und uns nicht unter Druck gesetzt fühlen.

Die einzige zwei Mankos am Würfel: Die Farben sind fix, wobei die sechs Standardfarben meist irgendwie den Spielern zugeordnet werden können. Und die Anleitung schweigt sich darüber aus, wie man die Zeit stoppt. Es ist nämlich nur der Countdown erklärt. Des Rätsels Lösung (dank BGG): Man muss den Countdown-Timer auf 00:00 stellen, dann wird die Zeit hochgezählt. (Wertung: 8,0)

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hgzwopjp
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 25. August 2019, 02:34

Dee hat geschrieben:Barrage zu viert: Der Hammer des Abends!


Menno, jetzt warst Du schneller als ich....

Ich hatte es zwar nicht letzes Jahr in Essen gesehen, bin aber trotzdem auf den Kickstarter gestoßen und habe gleich mal alles mitgenommen wo gab. Die KSE "braucht" man tatsächlich nicht, aber die Metallmünzen sind super (die Pappmarker im normalen Spiel sind gleich mal für die Tonne), die Vertiefungen im Spielbrett sind praktisch, und das "3D"-Brett ist ganz nett (auch wenn der Magnet-Verriegelungsmechanismus komplett unbrauchbar ist - der hält entweder gar nicht, oder an der flaschen Tselle). Auch wenn der Kickstarter (und das Interview mit dem CEO) von Cranio ein ziemliches Armutszeugnis für selbige ist, ist immerhin was spielbares hier angekommen. (In den USA ist jede der drei Boxen separat verschickt worden, und viele Boxen sind unterwegs zerfetzt worden, weil der Versender an der Verpackung gespart hatte. Das war hier nicht das Problem.) Beschädigungen hatte ich nur die üblichen (Druckmarker der Aktionsräder überall und ein paar leichte Knicke). Und nein, auch mein Brett paßt nicht richtig in die Box. Die Wassermarker habe ich gleich mal durch andere Holzteile ersetzt, und die Aktionsräder durch Drunterkleben der überflüssigen dünneren Plättchen halbwegs plan gemacht. Ach ja, die Essen-Vorbestellung gibt's jetzt für weniger Geld als in der Kickstarter-Kampagne mit Versand. Kein Wunder, daß einige backer etwas.... ungehalten sind.

Aber kommen wir vom unerfreulichen zum eigentlichen Spiel. Das meiste generelle hattest Du ja schon gesagt (die "conduits" sind laut Leo übrigens keine Pumpen, sondern Rohrleitungen).

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Leider war meine Regel-Lese-Vorbereitung nur mittelprächtig (d.h. erst zu 90% durch, bevor wir angefangen hatten), deshalb haben wir ein paar "Kleinigkeiten" falsch gespielt (einige Unklarheiten muß ich noch recherchieren). Insbesondere darf man beim Energie-Produzieren nur die neu erzeugte Energie für Verträge (Singular) verwenden kann und nicht alle - ich hatte mich davon verwirren lassen, weil ich erst gedacht hatte, man müsse die Energie da wieder abgeben. Das hat die Fähigkeit meiner Company etwas entwertet (Verträge mit weniger Energie erfüllen). Aber die Regel ist tatsächlich geschickt aufgebaut, wenn sie auch bisher nur auf Englisch, aber nicht auf Deutsch existiert. Gewöhnungsbedürftig ist nur, daß der Startspieler nicht startet (nur mit dem Aussuchen, die eigentlichen Aktionen sind dann andersherum - alle anderen Spiele definieren den Startspieler anders....).

Bei uns verlief die erste Runde so, daß alle Kraftwerke und Dämme gebaut haben, aber fast keiner Rohrleitungen. Damit wurde auch eher wenig Energie produziert in der ersten Runde. Ich mit weiß hatte nach einigem Studium der Karte beschlossen, ein Kraftwerk passend zum Hügel-Neutralen-Damm zu bauen (in der vergeblichen Hoffnung, jemand würde eine Rohrleitung setzen), und prompt setzt mir schwarz einen Damm ins Gebirge, wo ich hinwollte. Aber zum Glück (für mich - sein Kardinalfehler) auf das billigere Feld. So konnt ich mir das teurere holen (es gab eine Endwertung, die auf teure Felder abzielte), und ihm damit das Wasser wegnehmen. In den ersten Runden konnte er sich zusätzliches Wasser über meinen mickerigen Damm schwappen lassen, aber als ich den dann aufstockte, saß er auf dem Trockenen und wurde mit Abstand letzter. Da halfen dann auch die Siegpunkte nicht, die er bekam, weil ich seine Rohrleitung benutzte - und er hatte "immer" Geld und ich "nie". Ich schaffte dann noch einen weiteren Damm am Auslaß meines ersten Kraftwerks an und hatte damit so eine Kette für das Wasser. Erst in der letzten Runde baute ich dann die Rohrleitung vom oberen Damm nach ganz unten, und konnte so mit 3*3 und 3*5 Energie in der letzten Runde die meiste Energie gewinnen. Hilfreich waren auch viele Verträge mit reichlich Siegpunkten drauf. Für die Rundenboni hat es meist nicht wirklich gereicht.

Gewonnen hat allerdings mit Abstand (okay, ich konnte zum Schluß noch recht gut aufholen, ua über das Objective) rot. Der hatte die Company, deren Kraftwerke auch Durchlauferhitzer äh Flußlaufkraftwerke sind. Er hatte dann drei in Reihe im Fluß ohne Dämme, und hat sich oben immer reichlich weiteres Wasser hingesetzt. Das floß dann komplett durch (plus was andere Spieler durch Produktion dazugekippt haben), und er hatte fast immer die meiste erzeugte Energie. Erst in den letzten beiden Runden haben die anderen Spieler dann Dämme in den Weg gelegt, aber da war er punktemäßig längst auf und davon. Leicht irritiert hat mich, daß es auch im späteren Spiel noch recht viele Produktionen mit nur einem Wasser gab. Das ist natürlich ineffizient...

Ich kann mich Dee nur anschließen: ich freue mich auf die nächste Runde. Eine spontane Partie im Ort, der nach 25 Jahren Nicht-Existenz doch wieder existieren will, war dann "heute" doch etwas zu spontan, so muß die nächste Runde wohl leider wieder bis Freitag warten...


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