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Neulich gespielt (2019)

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Tibi
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Tibi » 1. Oktober 2019, 07:44

Sehr toller Bericht Tibi und tolle Spiele dabei. Der Freitag schien mir ja richtig lang gewesen zu sein. So einen Spielemarathon hätte ich auch mal wieder Lust drauf. Im Moment sind unsere Abende eher kurz, dass wir eher nur ein langes und ein kurzes, wenn überhaupt schaffen.

Aber gerne mehr so Berichte. :)


Hallo,
ja, der Freitag war sehr lang, aber er kam uns nicht lang vor. :-) Ich dachte ja aber auch, dass ich den Samstag ruhig angehen lassen kann... Aber es kommt immer anders als gedacht. :-D
Mir macht es auch Spaß, solche Berichte zu schreiben. Ich muss nur versuchen, nicht so ausschweifend zu schreiben. Das mache ich schon manchmal. :-D

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hgzwopjp
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 4. Oktober 2019, 01:15

Okay, vermutlich langweile ich euch, aber... derzeit ist Freitag Barrage-Tag.

barrage1.jpg
barrage1.jpg (235.48 KiB) 2263 mal betrachtet


Die Startspieler-App wollte mich zuerst aussuchen lassen (entweder das ist da wirklich anders bei Barrage geregelt als bei anderen Spielen, oder ich bin wieder zu blond gewesen zum Regel-Lesen, jedenfalls habe ich das so gelesen, daß der Startspieler zuerst Firma und XO aussucht, dafür aber die letzte Aktion in der ersten Runde hat), aber ich wollte den weniger erfahrenen Mitspielern den Vortritt lassen, und so entschied sich die Dame links von mir für weiß, während mir zum Schluß die Wahl zwischen orange und rosa blieb. Nachdem Dee orange so underpowert fand, wollte ich das einfach mal probieren.

Letztlich kloppte ich mich mit türkis um den neutralen Damm im Tal, baute ein Kraftwerk an seine Pipeline, daß ich nie einsetzte, bis ich ihm irgendwann mit einem eigenen Damm das Wasser abdrehen konnte. Da türkis aber den gelben Arbeiter hatte, konnte er mir in der ersten Runde das Wasser wegnehmen. Auch die zweite Runde war die Energieproduktion von mir ein Satz mit X. Dann ging's dann aber gut, mit Damm + 3er-Pipeline + Kraftwerk im Tal. Was mir auch keiner richtig streitig machte. Und genug Wasser von den dann gebauten Gebäuden (2. Damm und 4. Erhöhung helfen beim Wasser) gab's auch. Zum Ende hin noch die passende 5er-Pipeline plus Damm plus Kraftwerk, aber die nationalen Aufträge gingen größtenteils an türkis, der seine 4er-Pipeline-Kombo einfach eine Runde eher fertig hatte. Trotzdem gab's noch einige punkteträchtige Aufträge zum Schluß, und da ich mir das Wasser selber durchreichen konnte, klappte dann die Energieproduktion bestens. Die Gebäude gingen allerdings alle an mir vorbei, auch die Fähigkeit vom dritten Kraftwerk konnte ich kein einziges mal sinnvoll nutzen. Insgesamt reichte es zu 117:109:78:54. Für Barrage ein extrem knapper Sieg.

Als Absacker gab es das auch von mir auf Deutsch gebackte Reich des Sandes:

sand.jpg
sand.jpg (183.5 KiB) 2263 mal betrachtet


Diesmal zu dritt, mit mir als Letztspieler. Mich irritiert etwas, daß bei n Spielern von jeder Farbe n Elemetargeister da sein sollen für n < 4, aber bei n=4 alle, was ungefähr doppelt so viele sind. Ist das so richtig? Jedenfalls sind die dann so knapp, daß man schwerlich mehrere einer Farbe bekommt, was aber extrem hilfreich ist, um effizient die einfarbigen Gebäude legen zu können. Am Ende kann der zweite Spieler 10 Sanduhren vollbekommen, aber auch ich kann noch ein Gebäude fertig bekommen und damit Punktegleichheit herstellen.

Aber hey, es waren zwei Wochen... da war noch ein Barrage:

barrage2.jpg
barrage2.jpg (201.93 KiB) 2263 mal betrachtet


Die Startspieler-App bestand auch beim zweiten Anlauf darauf, daß ich zuerst aussuche. Eigentlich fand ich schwarz (doppelte Produktionsaktion) mit dem Duplikator-Technologieteil sehr stark, wollte aber den anderen auch eine Chance lassen. Da noch nie damit gespielt, nahm ich türkis (extra Energie nach Produktion... die wahren Stärken liegen woanders), mit dem XO, der Pipelines mit Betonmischern bauen kann. Rosa an zweiter Stelle (XO hab ich schon vergessen, sorry), dann weiß mit dem gelben Arbeiter (der aber immer wieder vergessen wird, verwendet zu werden...), und erst zuletzt schwarz.

Schwarz liest das Spielfeld richtig und setzt sein erstes Kraftwerk an die Stelle im Tal, wo es Pipelines zu zwei neutralen Dämmen gibt, rosa zieht nach, und kann mit der Pipeline von schwarz produzieren. Die Pipeline vom neutralen Damm in den Hügeln wird aber nie gebaut... Weiß hängt sich mit der zweier-Pipeline an selbigen dran, bekommt aber irgendwann von schwarz den Wasserhahn zugedreht, und sieht dann kein Land mehr. Meine erste Runde dauert einige Züge, bis ich mit dem Bauen anfange: Da ich außer den Damm-Basen alles mit Betonmischern bauen kann, brauche ich mehr Maschinen. Der Startauftrag hilft, und der erste Zug ist, erstmal einen weiteren Auftrag mit Maschinen als Belohnung zu nehmen. Dann versickert mein Start-Geld für die Technologie, die Geld beim Pipeline-Bauen bringt. Ich liebäugle mit dem Bergbassin am neutralen Damm. 5 Bagger für den privaten Damm, 4 Betonmischer für die Pipeline, 2 Betonmischer für das Kraftwerk, macht 6 von 4 Betonmischern. Ups. Aber nach 4 Betonmischern für die Pipeline, macht 8 Geld, kann ich Betonmischer+Bagger einkaufen, damit dann 1 Betonmischer für die Pipeline im Tal im Nirwana, damit bekomme ich einen wieder als Einkommen (und habe das Rad weitergedreht), und dann noch eine Auftragsarbeit mit 1 Betonmischer und 1 Bagger für das Kraftwerk. Dann sind alle Maschinen weg, aber dann erst geht produzieren... Komisch, daß das Einkommen unter der zweiten Pipeline immer ein Betonmischer ist und nie ein Bagger :cool: Ein weiterer (nutzloser) Damm landet per Auftrag im Tal, schaltet aber das Geldeinkommen frei, den Trick mit großer Pipeline (mit Geldbonus) und Mini-Pipeline (um das zweite Einkommen freizuschalten) kann ich mangels Ingenieuren leider nicht rechtzeitig (und damit gar nicht) umsetzen, aber es reicht für die 4er-Pipeline, und für genug Dammerhöhungen, um wenigstens einen 3er-Damm zu haben. Ich sprenkle aber noch fleißig Dämme in die Gegend, weil da gute Siegpunkte drunter sind (den 4. Damm in der 4. Runde). Am Ende des Spiels kann ich die 3Geld-Felder-Mehrheitenwertung mit 6:2:... mit Abstand für mich entscheiden (die ?-Technologie, die einem die 3 Geld auch noch erspart, hat auch geholfen), habe als einziger einen nationalen Auftrag erfüllt, und liege endlos weit vorne. Rosa nutzt ihre Flußlaufkraftwerke nur am Rande, bekommt aber durch ihre vielen Gebäude einen riesigen Haufen Punkte. Ihre Energie bezieht sie nahezu ausschließlich aus den beiden Gebäuden gegen Geld - der 3er-Damm im Tal ist irgendwie ziemlich trockengefallen gewesen. Weiß kommt nie zu einer Kombination mit einer nennenswert großen Pipeline - die 2er taugt nur für den Anfang - und erfüllt deshalb immer nur kleine Aufträge. Schwarz bekommt keine Produktionskette hin und benutzt die Verdoppler-Technologie kein einziges mal (weil er nach zwei, dreimal bauen immer am Rad dreht, bis alles wieder draußen ist). Am Ende steht es 144:89:72:50, was exakt die Spielerfahrung 6:3:2:1 Spiele widerspiegelt, und (mit der Stückelung 1,2,3 für die drei verschiedenen Größen an Maschinen) bleiben am Ende des Spiels noch genau zwei Betonmischer übrig.

Genug gelabert - hoffentlich habe ich morgen wieder Gegner und nicht Opfer :D :D :D

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 4. Oktober 2019, 11:00

jedenfalls habe ich das so gelesen, daß der Startspieler zuerst Firma und XO aussucht, dafür aber die letzte Aktion in der ersten Runde hat
Richtig gelesen. Wir spielen es abers leicht anders: Wir losen den Startspieler aus und legen dann reihum im Uhrzeigersinn die Startpositionen per Marker entsprechend fest. Danach wählt der letzte Spieler zuerst sein Tableau, danach der vorletzte und der Startspieler zuletzt.

Aber ich merke, dass es doch einen Unterschied macht:

Original:
Tableauauswahl (im Uhrzeigersinn): D, S, V, P
Zugreihenfolge (gegen Uhrzeigersinn): P, V, S, D

Geändert:
Tableauauswahl (gegen Uhrzeigersinn) : D, P, V, S
Zugreihenfolge (im Uhrzeigersinn): S, V, P, D

In beiden Fällen wählt zwar D zuerst das Tableau und spielt zuletzt, aber der Rest dazwischen ändert sich. Und ich frage mich, wie groß der Einfluss auf die geänderte Spielerreihenfolge in der ersten Runde ist. Ich glaube, beim nächsten Mal spielen wir es im Original.

Mich irritiert etwas, daß bei n Spielern von jeder Farbe n Elemetargeister da sein sollen für n < 4, aber bei n=4 alle, was ungefähr doppelt so viele sind. Ist das so richtig?
So steht es in der Anleitung, macht mich aber auch stutzig. Die Antwort ist hier: https://boardgamegeek.com/thread/228431 ... al-spirits Das ist ein ein echt heftiger Druckfehler, weil er das Spiel fast unspielbar macht.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 4. Oktober 2019, 12:46

Barrage zu viert: Auch wenn wir nicht so oft zum Spielen kommen, wie ich gerne würde, ist Barrage aktuell immer gesetzt. Ich durfte dieses Mal zuerst auswählen, war dafür aber als letztes am Zug in der ersten Runde. Ich wählte die Kombination, wo ich meine Pumpen mit 1x Zementmischer bauen kann anstatt 2x Bagger pro Energie, die die Pumpe leistet. Auf Basis dessen habe ich mir auch immer Aufträge geholt, die mir Zementmischer als Ressourcen geben. Passend dazu hatte ich auch noch das Tableau, wo ich als Bonus Zementmischer erhalte, wenn ich genügend Pumpen gebaut habe. Die Strategie ging sehr gut auf.

Es half aber auch, dass ein Mitspieler, mit dem ich mir einen neutralen Damm teilte sowohl in der ersten als auch zweiten Runde das Wasser aus dem neutralen Damm nicht abgepumpt hat, obwohl er es hätte können. Das verschaffte mir einen gewissen Vorsprung bei der Energieproduktion. Später baute ich eine weitere Rohrleitung zu einem anderen Kraftwerk und pumpte auf die Art das Wasser weg, wenn welches da war.

Insgesamt hatte mich mich recht gut aufgestellt auf dem Plan. Ich konnte aus allen drei Flussläufen immer irgendwo Wasser stauen und irgendwie verwerten. Ich habe auch auf die Ziele geachtet und in der vierten Runde durch alle gebauten Pumpen und genug Energie-Produktion nochmal 20 Punkte mitnehmen. Dafür lief die letzte Runde bescheiden mit nur 9 Energieproduktion. Zusätzlich verkalkulierte ich mich und griff mir einen 10er-Auftrag und einer 2er-Auftrag und konnte mit 9 Energie dann nur den mickrigen 2er erfüllen. Dennoch gewann ich am Ende mit knapp unter 100 Punkten.

Für zwei andere Mitspieler war das Spiel neu, sie fanden es etwas zu verkopft. Das stimmt vermutlich, was den Wasserlauf angeht. Die Aktionen finde ich bei Barrage dafür sehr leicht zu verstehen. Aber wie man sinnvoll jetzt wo Dämme und Kraftwerke hinbaut ist für mich auch nach dem vierten Spiel immer noch ein bisschen „Versuch und Irrtum”. (Wertung: 10)
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DSC00254_barrage.JPG (106.7 KiB) 2214 mal betrachtet


Draftosaurus zu viert: Das Spiel stand auf meiner Essen-Preview-Liste und ich hatte die Chance, es schon vorab zu spielen. Eigentlich gehört es ein bisschen in die Kategorie „Roll and Write“, wobei es mehr „Draft and Place“ war. Jeder Spielr zieht 6 farbige Dinosaurier geheim aus eine Beutel, wählt sich einen aus, platziert diesem auf seinem Tableau, gibt die restlichen 5 Dinos geheim weiter, wählt einen aus etc. Das machen die Spieler zwei Runde, sodass am Ende zwölf Dinos auf dem Tableau stehen. Das Tableau enthält unterschiedliche Gehege mit unterschiedlichen Bedingungen. Zum Beispiel nur gleiche Dinos dürfen platziert werden oder nur unterschiedliche. Die Dinos darf man natürlich auch nicht ganz willkürlich hinstellen, sondern ein Würfel gibt bestimmte Einschränkungen vor, ob die Dinos eher in einem Gehege links oder rechts oder oben oder unten oder zum Beispiel nur in ein Gehege ohne Dino gestellt werden dürfen.

„Draftosaurus“ spielt sich sehr schnell (wir brauchten pro Partie 10 Minuten zu viert) und sehr einfach. Wie gesagt erinnert es an ein „Roll und Write“-Spiel, dann aber eines der einfachen Kategorie, was auch für Jüngere geeignet ist. „Welcome to“ beispielsweise ist da wesentlich komplexer. Auf der Rückseite des Tableaus findet sich eine Winter-Variante mit anderen Bedingungen. Das bringt ein bisschen Varianz, ändert den Schwierigkeitsgrad aber nicht sehr. Ich selbst fand beide Partien ganz nett und würde vermutlich auch wieder mitspielen, vor allem wenn Jüngere dabei sind. Aber ich muss es definitiv nicht in meiner Sammlung haben. (Wertung: 7,5)
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DSC00258_draftosaurus.JPG (94.2 KiB) 2214 mal betrachtet


Underwater Cities zu viert: Noch ein Spiel, dass ich unbedingt spielen wollte und endlich konnte. Jeder Spieler baut für sich eine große Unterwasserstadt. An die einzelnen Stadtbereiche können Farmen, Labore und Entsalzungsanlagen angebaut werden. Natürlich müssen die Stadtbereiche noch durch Unterwasserstraßen verbunden werden, damit man auch von A nach B kommt. Insgesamt spielt man 10 Runden lang und hat da jeweils drei Aktionen. Die Aktionswahl ist sehr gut, da man auf dem Spielfeld ca. 15 Aktionen zur Verfügung hat, aufgeteilt in drei farbige Bereiche (grün, rot, gelb). Neben der Aktion muss man nämlich noch eine Handkarte ausspielen. Passt deren Farbe zur Aktion, darf man auch den Kartentext ausführen.

Mir hat „Underwater Cities“ ziemlich gut gefallen. Die Aktionswahl war innovativ, auch wenn ich Arbeiter anstatt Plättchen zum hinlegen bevorzugt hätte. Zusätzlich ist die Idee mit der passenden Kartenfarbe zur Aktion nett, aber natürlich spielt man dann hauptsächlich so, dass man immer auch die Kartenaktion nutzen kann. Es kam ganz selten vor, dass jemand eine Aktion mit einer nicht-passenden Karte gewählt hat, weil ihm die Aktion so wichtig war. Der gut fand ich auch das Handkartenlimit von drei Karten. So musste ich sehr oft, wenn ich mehr Karten bekam, echt entscheiden, welche ich behalte und nutzen will. Drei war da wirklich die perfekte Balance zwischen „Ich muss echt etwas entscheiden.“ und „Ich habe noch eine valide Auswahl, was ich mit den Karten tue.”

Das Material hat mir sehr gut gefallen (bis auf die eher langweiligen Aktionsplättchen), die Basen sind schlicht aber genau richtig. Und die Gebäude wirklich vor allem aufgewertet auch sehr gut. Schade ist natürlich, dass das eigene Tableau keine Ausstanzung hat, sodass man die Gebäude und Städte darin sicher fixieren kann. Auf der anderen Seite macht man nicht so oft etwas mit dem eigenen Tableau, dass die Gefahr eines Verrutschens nicht so groß ist.

Ein wichtiger Punkt ist noch die Produktion: Dreimal im Spiel (nach Runde 4, 7 und 10) produzieren die Gebäude Nahrung, Wissen, Plastikstahl, Geld oder Siegpunkte. Dadurch fühlte sich die Dynamik des Spiels sehr seltsam an. Die ersten vier Runden holt man sich über Aktionen Ressourcen und baut seine Stadt erst einmal grob auf. Bei der ersten Produktionsphase fällt dafür aber eher wenig ab, was irgendwie enttäuscht. Gefühlt hatte ich kaum etwas erreicht. In Runde 5-7 wurde meine Stadt kaum größer, dafür verwaltete ich hauptsächlich die Produktionsanlagen und baute diese auf. Ich freute mich regelrecht auf die Produktion und es wurde wirklich sehr viel produziert. Mit der Masse an Ressourcen konnte ich dann in den letzten drei Runden zwar noch ein paar Aktionen ausführen und meine Stadt wieder vergrößern, aber irgendwie war die Zeit viel zu schnell vorbei. Und zusätzlich war recht klar, was ich wie tun musste. Die letzte Produktion war dann auch wieder befriedigend, auch wenn ich die Ressourcen nur noch für Siegpunkte brauchte. Jedenfalls war Phase 1 irgendwie etwas langatmig, Phase 2 super spannend und interessant und Phase 3 dann eher zu kurz und nicht so abwechslungsreich.

Gewonnen hatte ich mit Abstand nicht. Hauptgrund war, dass es sehr viel mehr Siegpunkte gibt, wenn man alle drei unterschiedliche Gebäude an eine Stadt baut anstatt sich auf eine Art zu konzentrieren. Das hatte ich so während des Spiels nicht mehr im Kopf, würde ich beim nächsten Mal aber besser machen. Beim nächsten Mal dann ggf. nicht mehr zu viert aufgrund der Spielzeit. Pro Spieler brauchten wie ca. 30 Minuten plus noch etwa 30 Minuten Verwaltungszeit für das Spiel selbst. Glücklicherweise merkt man aber nicht, dass man 3/4 des Spiels nichts tut, denn man ist mit planen und denken so stark beschäftigt. Die gefühlte Downtime ist also sehr niedrig, dennoch ist es ein eher langes Spiel. (Wertung: 9,0)
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DSC00265_underwatercities.JPG (118.2 KiB) 2214 mal betrachtet


Das Streben nach Glück zu zweit: Irgendwie kam bei mir nicht der übliche Spielspaß auf oder zumindest ergab sich bei mir keine kohärente Geschichte. Ich spielte eher auf Symbole statt thematisch. Ansonsten lief es ganz gut.

Als junger Erwachsener suchte ich mir schnell eine Freundin und festigte die Beziehung – aber auch nur weil mein Gegenspieler das gleiche tat. Und zwar nur, weil er das Ziel „Gründe zuerst eine Familie“ haben wollte. Kaum hatte er das erreicht, verstieß er seine Frau und die möglichen Kinder. Ich hielt bis ans Lebensende an meiner Beziehung fest, auch wenn ich erst in den mittleren Jahren (und vermutlich zu spät) der Schritt der Familiengründung wagte. Im Job lief es okay, ich war ein unterbezahlter Drehbuchautor. Das brachte nicht viel Geld ein, aber genug, um damit ab zu einer Freizeitaktivität nachzugehen. Es boten sich aber auch nie Möglichkeiten, in der Branche aufzusteigen und wechseln wollte ich nicht. Vor allem, da ich dann noch mehr Zeit hätte opfern müssen. Da ich früh mit Yoga begann, konnte ich den Lebensabend länger genießen, auch wenn ich in der letzten Runde mit Job und Familie so viel zu tun hatte, dass gerade noch eine einzige Sanduhr für mich hatte.

Am Ende verlor ich ganz knapp mit drei Punkten Unterschied. Dafür hatte ich aber auch ein reines Gewissen, dass ich meine Familie immer gut behandelt habe. (Wertung: 8,0)
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DSC00267_pursuitofhappiness.JPG (133.77 KiB) 2214 mal betrachtet

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hgzwopjp
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 5. Oktober 2019, 10:10

Dee hat geschrieben:
jedenfalls habe ich das so gelesen, daß der Startspieler zuerst Firma und XO aussucht, dafür aber die letzte Aktion in der ersten Runde hat
Richtig gelesen. Wir spielen es abers leicht anders: Wir losen den Startspieler aus und legen dann reihum im Uhrzeigersinn die Startpositionen per Marker entsprechend fest. Danach wählt der letzte Spieler zuerst sein Tableau, danach der vorletzte und der Startspieler zuletzt.

Aber ich merke, dass es doch einen Unterschied macht:

Original:
Tableauauswahl (im Uhrzeigersinn): D, S, V, P
Zugreihenfolge (gegen Uhrzeigersinn): P, V, S, D

Geändert:
Tableauauswahl (gegen Uhrzeigersinn) : D, P, V, S
Zugreihenfolge (im Uhrzeigersinn): S, V, P, D

In beiden Fällen wählt zwar D zuerst das Tableau und spielt zuletzt, aber der Rest dazwischen ändert sich. Und ich frage mich, wie groß der Einfluss auf die geänderte Spielerreihenfolge in der ersten Runde ist. Ich glaube, beim nächsten Mal spielen wir es im Original.


Ich seh's grad nicht, wo der Unterschied sein soll. Mathematisch ist es gleich, wenn die Sitzordnung zufällig ist. (Wofür steht P, V, S?) Denn letztlich ändert es nur, wer in Relation zum Startspieler der 2. bzw 4. ist.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 5. Oktober 2019, 10:13

Dee hat geschrieben:
Mich irritiert etwas, daß bei n Spielern von jeder Farbe n Elemetargeister da sein sollen für n < 4, aber bei n=4 alle, was ungefähr doppelt so viele sind. Ist das so richtig?
So steht es in der Anleitung, macht mich aber auch stutzig. Die Antwort ist hier: https://boardgamegeek.com/thread/228431 ... al-spirits Das ist ein ein echt heftiger Druckfehler, weil er das Spiel fast unspielbar macht.


Autsch! Gleich mal in der Anleitung drübergepinselt. Sonst schau ich ja gerne bei BGG, aber irgendwie hab ich das hierbei verpeilt. Danke!!

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 5. Oktober 2019, 10:16

Dee hat geschrieben:Barrage zu viert: Auch wenn wir nicht so oft zum Spielen kommen, wie ich gerne würde, ist Barrage aktuell immer gesetzt. Ich durfte dieses Mal zuerst auswählen, war dafür aber als letztes am Zug in der ersten Runde. Ich wählte die Kombination, wo ich meine Pumpen mit 1x Zementmischer bauen kann anstatt 2x Bagger pro Energie, die die Pumpe leistet. Auf Basis dessen habe ich mir auch immer Aufträge geholt, die mir Zementmischer als Ressourcen geben. Passend dazu hatte ich auch noch das Tableau, wo ich als Bonus Zementmischer erhalte, wenn ich genügend Pumpen gebaut habe. Die Strategie ging sehr gut auf.


.... Also genau die gleiche Kombination wie ich im letzten Spiel.... :D :D :D

(Leider gestern weder Gegner noch Opfer gefunden... Dafür einmal Vindication.)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon ErichZann » 5. Oktober 2019, 22:34

Wie schafft man es eigentlich als Erwachsener Mensch soviel Freizeit zum spielen zu haben UND auch noch soviel Muse und Zeit zu haben solche Spielberichte zu schreiben!? Frage für einen Freund :-P
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 6. Oktober 2019, 08:31

Mathematisch ist es gleich, wenn die Sitzordnung zufällig ist. (Wofür steht P, V, S?)
Ja, ich glaub, Du hast recht. Es macht doch keinen Unterschied. PVSD waren Kürzel für Spielernamen. Der größte Unterschied ist wohl, dass S nach D drankam. Und D mit seinen Zügen immer die von S kaputt machte, was den tierisch ärgerte. ;)

Ein interessantes Detail von Barrage: Außer mir konnte in der ersten Runde niemand Energie produzieren. Ich glaube, das hat alle anderen auch noch einmal zurück geworfen.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 6. Oktober 2019, 08:34

@Erich: So viel Zeit ist es oft gar nicht. Aber ein Abend pro Woche fürs Hobby sollte drin sein. :) Und ich diskutier gern über Spiele und ggf. kann ja jemand mit meinen Erfahrungen ja was anfangen. Zumindest gelesen wird es hier ja von mindestens zwei Leuten. ;)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon ErichZann » 6. Oktober 2019, 09:25

Ist ja auch super...ich hab auch einen Abend aber wie lange sind den deine Abende, wir schaffen max. ein längeres Spiel, das wars, alle müssen arbeiten und früh raus oder haben Kinder die um 6 wach werden :-D
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 6. Oktober 2019, 10:04

Oben das war ein Spieletag zum 3. Oktober von 15 bis 0 Uhr. :) Ansonsten spielen wir meist von 17 bis 23 Uhr, wenn ein Wochentag ist. In 6 Stunden kriegt man viel unter. Und 5h Schlaf reichen manchmal auch. ;)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon ErichZann » 6. Oktober 2019, 10:39

Ja 17 Uhr ist bei uns leider völlig unrealistisch wegen Kinder...der kleine ist halt um 17 uhr noch nicht im Bett ;-) wir schaffen im höchstfall 19:30 und was essen muss man ja auch noch. Spieletage fallen ganz raus...hach...naja ich bin trotzdem zufrieden :-D
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Emirio » 7. Oktober 2019, 21:34

Meine Frau spielt mittlerweile leider nicht mehr mit, sie hat dann meisst die Kids am Hals... Die sind aber auch schon 6 und 7 Jahre alt und damit alt genug um sich selbst die Zähne zu putzen und dann nur noch zum gute Nacht sagen kommen, bzw. ich mal für 10 min zum Gute Nacht sagen vom Tisch muss.

Das S oben steht für Sven, der sich tatsächlich oft geärgert hat, dass D ihm etwas weggenommen hat. Was bei Arbeiter Einsetz Spielen aber von der Sitzordung egal ist, denn D kann S auch was weg nehmen, wenn er 2-3 Züge vorher dran kommt.
Bei Draftspielen macht eine Sitzordnung aber durchaus viel aus. Wenn ich nach einem "Neuling" im Spiel am Zug bin, bringt mir das ggf. viele Vorteile, da dieser mir vermutlich keine guten Karten aus dem Draft nimmt, zumindest nicht mit dem Hintergrund mir absichtlich was wegzunehmen.


Mitlesen tu ich hier immer. Früher hab ich auch viel geschrieben für das eigene Forum, das hat leider die letzten Wochen gelitten, da ich mich gerade stark auf eine Beförderung konzentriere. Spielen 1x die Woche sollte aber drin sein, auch wenn das gerade leider auch nicht so klappt...

Und zum Thema schlafen: das hol ich auf dem Friedhof nach, wenn ich mal Steinalt bin :D
Essen kann man parallel :), denn Spiele sind zum benutzen da. Früher hab ich viel Wert darauf gelegt, dass alles Spielmaterial sauber bleibt. Mittlerweile, nach ein paar Unfällen mit Wasser und Cola bin ich deutlich entspannter geworden. Man lebt nur einmal.. und entspannt lebt sichs besser.

Mehr Offtopic solls von mir nicht sein :)
Sven

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 17. Oktober 2019, 20:43

Also ich lese weiterhin mit, habe aufgrund beruflicher Änderungen in den letzten Monaten wirklich keine Zeit zum Schreiben gehabt (und auch fast nicht zum Spielen).

Aber die letzten Wochen haben wir dann schon einiges nachholen können, auch wenn die Brettspielleidenschaft noch nicht ganz wiedergekommen ist, da immer noch viel ansteht..
Gespielt haben wir:
Everdell - Pearlbrook
Tja, wie kann man ein Spiel komplett ruinieren? Oh, mit einer Erweiterung, die das komplette Spielgefühl ruiniert.. Durch diese Erweiterung wurde das wirklich gute am Spiel, das Aufbauen einer Stadt, komplett ruiniert. Denn man muss nun eine gewisse Strategie verfolgen, wenn die anderen Spieler diese auch verfolgen und dann hat man leider zu wenig Ressourcen, um noch eine schöne Stadt aufzubauen.
Zum Verständnis. Es wurden durch die Erweiterung kleine Prämien ausgetauscht, die 4 Siegpunkte gebracht haben. Und die neuen Prämien bringen nun 25 - 20 - 15 - 10 Siegpunkte, was bei Everdell teilweise die Hälfte oder ein Drittel aller Siegpunkte ausmacht und einfach super schwer aufzuholen ist. Und wie kriegt man die Prämien? Indem man Perlen und andere Ressourcen sammelt, wobei Perlen wirklich super schwer zu bekommen sind. Auch dafür muss man teilweise Ressourcen oder Handkarten abgeben und diese sind bei Everdell nicht gerade einfach zu bekommen.
Normalerweise haben wir in jeder Partie ca. 10-15 (oder manchmal durch Effekte auch mehr als 15) Karten ausgespielt und so eine Stadt gebildet, durch die Erweiterung (zu zweit und zu dritt gespielt) haben wir aber teilweise nur noch 4 Karten ausspielen können! Und es hat auch keinen Spaß gemacht.
Durch die Erweiterung haben wir dann das komplette Spiel hinterfragt und beides verkauft. Und ich bereue es nicht, denn die Erweiterung hat für uns das Spiel wirklich ruiniert und auch ohne hatten wir dann keinen Spaß mehr.

Treasure Island
Haben es zu viert gespielt und ich war Silver. Und ehrlich gesagt hatten die Leute keine Chance. Alle haben zwar mitgefiebert, aber mich dann hinterher auch noch einmal überprüfen wollen, ob ich denn wirklich richtig gespielt habe. Und das habe ich! Aber leider kommt das Gefühl schnell auf, denn vieles hinkt bei dem Spiel.
1. Gibt der Spielleiter sowieso nur teilweise nützliche Tipps, denn viele sind so aufgebaut, dass man z.B. einen Spieler sagen soll, der ganz nah dran ist und dann eben noch einen weiteren. D.h. im Endeffekt weiß man dann höchstens bei mehr als zwei weiteren Spielern, dass der dritte nicht genannte ganz falsch ist. Mehr aber nicht. Zusätzlich darf ich noch 2mal lügen und das ist bei 7 Hinweisen wirklich viel. So kam bei unseren Spielern (und eben auch in der Partie vor einem halben Jahr bei mir und den anderen Spielern) einfach nur schlechte Laune auf, denn dann bringen die Hinweise nichts.
2. Auch die individuellen Hinweise bringen teilweise gar nichts! Z.B. sind Kompasshinweise sooo ungenau, weil manchmal aufgrund der Entfernung der Schatzort genau in der Mitte liegt. Und dann ist es Interpretationssache. Ich habe z.B. den Schatz nicht mehr in Süden, sondern in Südwesten eingeordnet, doch mein Mann hat dann den Ort des Schatzes in den Süden (aber wirklich an der Linie, hat er danach auch gesagt) hineininterpretiert und so den Schatz auch nie finden können. Das ärgert dann wirklich ungemein.
3. Die Charakterfähigkeiten sind so extrem asymmetrisch, dass wirklich großer Neid und Hass auf einen Spieler entstanden ist.
Weil das Spiel ein Geschenk war (bzw. Geschenkgutschein und von uns ausgewählt wurde), überlegen wir wirklich mit Hausregeln, ob das Spiel erstmal bleibt. Aber wenn es kein Geschenk wäre, würde ich es direkt verkaufen wollen.
Denn neben all den unausgewogenen Regeln dauert es auch zu viert einfach zu lange. Wir saßen da über 2 Stunden für ein Fungame dran und in der Zeit hätten wir wirklich spannendere Spiele spielen können.
Wobei ich auch nicht unerwähnt lassen will, dass wir als Mathematiklehrer auch aufgrund der Materialien etwas anderes erwartet haben, nämlich eine LOGISCHE Schatzsuche. Und das ist es leider kaum.

Detective - L.A. Crimes
Das Detective Spiel gehörte zu unseren Lieblingserfahrungen. Natürlich mussten wir auch beide Erweiterungen haben. Suburbia sollte nur zu Beginn als Einstieg gespielt werden, weil der Fall viel zu einfach ist. L.A. Crimes sollte nur von 80er Jahre Fans gespielt werden. Denn der richtig tolle Clou des Spiels ist die Datenbank und das Nutzen des Internets zur Recherche und das ist bei der Erweiterung wirklich mies. Die Datenbank ist sehr hässlich und nicht mehr so schön in der Benutzung und das Recherchieren ist nur oberflächlich, denn z.B. bei Straßen kann man kaum wissen, ob die zu der Zeit schon so waren.
Dazu war der Fall für uns zu einfach und vorhersehbar. Insgesamt war die Erfahrung okay, aber ich würde die Erweiterung dennoch keinem empfehlen. Wir haben uns am Ende nur noch durchgequält, denn wir wussten kaum, was wir jetzt überhaupt noch mit der Zeit machen sollen.

Underwater Cities
Nach all den Reinfällen noch einmal ein tolles Spiel, was zu zweit auch schnell gespielt ist. Uns gefällt es immer noch und wir mögen das Gefühl, etwas aufzubauen. Nur die Siegpunktauswertung ist bisschen zäh und bislang überhaupt nicht überraschend.

Bis auf Underwater Cities hat uns leider auch keine Spielerfahrung wirklich Spaß gemacht und es hat sich für uns leider nicht wirklich gelohnt, in dem Stress die neuen Spiele zu spielen. Daher bleiben wir wohl erstmal nur bei alten Spielen, damit wir nicht die Lust am Brettspiel verlieren und uns auch wirklich belohnen.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon ErichZann » 18. Oktober 2019, 00:18

Maery hat geschrieben:Also ich lese weiterhin mit, habe aufgrund beruflicher Änderungen in den letzten Monaten wirklich keine Zeit zum Schreiben gehabt (und auch fast nicht zum Spielen).

Aber die letzten Wochen haben wir dann schon einiges nachholen können, auch wenn die Brettspielleidenschaft noch nicht ganz wiedergekommen ist, da immer noch viel ansteht..
Gespielt haben wir:
Everdell - Pearlbrook

Durch die Erweiterung haben wir dann das komplette Spiel hinterfragt und beides verkauft. Und ich bereue es nicht, denn die Erweiterung hat für uns das Spiel wirklich ruiniert und auch ohne hatten wir dann keinen Spaß mehr.



Das versteh ich jetzt nicht...wenn ihr Everdell so toll fandet warum dann nicht die Erweiterung verkaufen und ohne spielen?
Nazi Punks Fuck Off!!

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Maery
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 18. Oktober 2019, 10:35

Weil sich das Grundspiel schon ausgespielt hat, da wir nur noch auf das gleiche gegangen sind. Die Erweiterung sollte neuen Wind reinbringen und die hat es eben nicht geschafft und das Spiel wirklich ätzend gemacht. Und dadurch hatten wir gar kein Bedürfnis mehr, das Spiel zu spielen.
Gibt genug andere gute Spiele mit guten Erweiterungen.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 19. Oktober 2019, 08:50

The Cave zu dritt: Einer meiner Lieblingsspiele. Als Höhlenforscher erforschen die Spieler gemeinsam eine Höhle. Dennoch gewinnt nur, wer zuerst die tollsten Fotos geschossen hat, die engsten Stellen durchquert hat oder im tiefsten See getaucht ist. Die Erforschung geschieht durch das Aufdecken von Plättchen. Je nach Plättchenart wird ein Token darauf gelegt, das die Spieler einsammeln können, wenn sie entweder mehr Aktionspunkte ausgeben oder eine bestimmte Ausrüstung bei sich haben (z.B. Kamera zum Fotografieren oder Sauerstoffflasche zum Tauchen). Kritisch wird das Ganze, weil man am Zuganfang Nahrung ausgeben muss. Und der eigene Rucksack ist nicht unendlich groß. Früher oder später muss man die Erkundung abbrechen und zum Lager zurückkehren.

Auch das Wettrennen gefällt mir. Deckt ein Spieler ein Plättchen auf, kann ich versuchen schnell hinterherzulaufen und ihm ggf. einen Bonus abzuluchsen. In der Regel sucht sich aber jeder Spieler in der ersten Hälfte des Spiels seinen eigenen Weg. Erst zum Ende sind die Möglichkeiten begrenzt und man betritt bereits erkundete Pfade, wo aber vielleicht noch etwas zu holen ist.

Ein Mitspieler hatte sehr viel Pech. Zum einen zog er beim Entdecken oft Plättchen, die sich nicht mehr regulär an den Weg anlegen ließen. Die Höhle stürzte ein und versperrte ihm den Weg. Zusätzlich verkalkulierte er sich und schaffte es am Rundenende gerade so nicht mehr ins Basislager zurück, sodass er ein Feld vor dem Ziel ausschied. Das war ärgerlich, aber auch sehr witzig (für alle anderen), wenn man es sich real vorstellt. Vor allem war es deswegen witzig, weil er damit aus der Endwertung, bei der die Mehrheiten der einzelnen Tokens gewertet werden, herausgefallen ist. Dadurch konnte ich noch mehr Punkte bekommen, sodass ich die eigentlich Führende doch noch einholen bzw. mit ihr gleichziehen konnte. Mein Mitspieler opferte sich also nur, um mir zu einem Teilsieg zu verhelfen. Sehr nobel! :D (Wertung: 9,0)
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Flügelschlag zu fünft: Es war meine zweite Partie seit Juli und ich brauchte ein kleines Regelupdate, danach konnte ich schnell wieder mitspielen. Vogel ansiedeln, Nahrung sammeln, Eier legen oder Vogelkarten nachziehen. Das sind alle Aktionen und dennoch hat das Spiel einen gewissen Tiefgang. Wie baue ich eine gute Engine auf, sodass ich immer genügend Nahrung (zum Ausspielen der Vogelkarten) und genügend Eier (ebenfalls zum Ausspielen von Vogelkarten) und genügend Handkarten (logischerweise zum Ausspielen von Vogelkarten) habe? Konzentriere ich mich auf die Rundenwertung (Punkte für Eier in bestimmten Nestarten oder für bestimmte Vögel) oder siedle ich lieber punkteträchtige Vögel mit guten Fähigkeiten an.

Für Eurogame-Vielspieler spielt sich "Flügelschlag" manchmal etwas unthematisch. So bauten wir Vögel und produzierten Eier. Ansonsten gefällt mir das Thema aber immer noch sehr. Mit der Erweiterung "Europäische Vögel", die zur SPIEL 19 herauskommt, kommt auch noch einmal mehr Varianz ins Spiel. Interaktion gibt es ein bisschen. Vor allem Karten, die mir Punkte, Eier oder Nahrung bringen, wenn ein Mitspieler eine bestimmte Aktion ausführt, können sich lohnen. Wenn man den Aasgeier besitzt und die anderen Spieler ganz viele Raubvögel haben und aktivieren, fällt fast bei jeder Runde ein weiterer Punkt an. Und das rechnet sich. Davon abgesehen spielt und denkt aber jeder für sich. Dadurch dass es unterschiedliche Strategien für Siegpunkte gibt, kommt man sich dabei wenig in die Quere. Eine direkte Beeinflussung des Gegners gibt es gar nicht. Aber das ist in meinen Augen okay, da der Aufbau des eigenen Vogelparks Spaß genug macht.

Etwas negativ ist die Downtime. Wenn kein Mitspieler dazwischenfunkt und einem bestimmte Nahrung zufälligerweise wegnimmt, kann man mit seinen Handkarten gut fünf Züge im Voraus planen. Das können aber nicht immer alle, weil eben manchmal doch die richtige Nahrung fehlt oder man gar keine Karten hat. Wenn dann jemand etwas überlegt, zieht sich das Warten hin. Die gefühlte Downtime ist bei "Flügelschlag" vor allem zu fünft sehr hoch, auch wenn real gar nicht so viel Zeit zwischen den Zügen vergeht. Dennoch hat mir die Partie gefallen. Beim nächsten Mal würde ich aber wohl nur noch zu zweit oder dritt spielen wollen. Die Downtime ist dann geringer und wegen der fehlenden Interaktion ändert sich nicht viel am Spielgefühl. (Wertung: 7,5)
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Skyjo zu sechst: Der Spielreiz dieses Spiels hat sich mir einfach nicht erschlossen. Im Spiel gibt es Karten mit den Werten von -2 bis +12. Vor jedem Spieler liegen verdeckt 12 Karten in einem 3x4-Gitter. Wenn ein Spieler dran ist, zieht er eine Karte vom offenen Ablagestapel oder verdeckt eine vom Nachziehstapel. Dann muss er entscheiden, ob er A) eine offene Karte aus seiner Auslage ersetzt, B) eine verdeckte Karte aus seiner Auslage ersetzt, oder C) die gezogene Karte abwirft und eine verdeckte Karte aus seiner Auslage aufdeckt. Wenn ein Spieler drei gleiche Karten in einer Spalte hat, darf er sie abwerfen. Wenn ein Spieler alle Karten aufgedeckt hat, ist das Spiel aus. Gewonnen hat, wer die kleinste Punktzahl in seiner Auslage hat.

Das Spiel wird dominiert von Zufall und Nicht-Interaktion. Was meine Mitspieler machen, ist völlig egal. Da ich es auch nicht beeinflussen kann, interessiert es mich noch weniger. Vorteil ist, dass man so jederzeit aus dem Spiel aussteigen kann, ohne dass es den anderen Spielern auffällt. Und der Zufall ist natürlich extrem. Nicht nur, dass man zufällige Karten verdeckt vor sich liegen hat. Es ist auch noch Zufall, was ich ziehe, wenn mir mein Vorgänger nicht gerade eine gute Karte auf den Ablagestapel legt. Und so passiert es, dass ein Spieler ständig niedrige Karten zieht oder umdreht, während ein anderer nur hohe zieht oder aufdeckt. Ich fühlte mich von Skyjo eher gespielt und hatte wenig Einfluss auf das, was ich tue.

Es gibt auch kaum taktische oder gar strategische Entscheidungen. Wenn ich eine Karte ziehe, ist es meist offensichtlich, ob ich diese behalten will oder nicht. Einzig das Ersetzen von offenen Karten birgt etwas Taktik, sonst regiert der Zufall. Für mich ist das Spiel damit komplett durchgefallen. (Wertung: 2,5)
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PS: Es gab im Übrigen kein Barrage, da sich kein Mitspieler fand, der sich das Schwergewicht zutrauen wollte. :(

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Tibi
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Tibi » 21. Oktober 2019, 10:56

Solopartie: Palm Island
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Das Spiel habe ich mir für unterwegs geholt und wollte es zuhause mal ausprobieren. Mir gefällt es gut. Das Spielen in einer Hand klappt bei mir nicht ganz so gut, weil ich eher Grobmotorikerin bin. :-) Mir sind dann auch beim Zurückklappen sämtliche Karten aus der Hand gefallen. Also Neustart. Dieses Mal passe ich besser auf. Ich erreiche 26 Punkte, was als „respektabel“ honoriert wird. Ich bin für die erste Partie zufrieden damit und will mich bei weiteren Partien steigern. Das Spiel wird auf jeden Fall in die Tasche gesteckt.

Quiz zu zweit: Scene it?
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Das Spiel hat meine Schwester aussortiert und mir gegeben. Ich habe mir für die Partie Miriam mit ins Boot genommen. Sie spielt zwar eigentlich überhaupt nicht, aber sie ist der totale Film-Freak. Da denke ich, dass dieses Quiz bei ihr besser aufgehoben ist.
Los geht es. Film-Freak gegen Leseratte bei einem Kino-Quiz. Wer da wohl gewinnen wird? ;-)
Ich kann höchstens bei Buchverfilmungen punkten, und vielleicht bei Disney. Aber falls nach dem Regisseur oder dem Statisten, der an Tisch Nr. 2 sitzt, gefragt wird, muss ich passen.
Wir würfeln mit zwei Würfeln, einmal für die Bewegung, einmal für die Kategorie. Am Ende gibt es eine Art Stoppschild. Kann man dann die allerletzte Frage beantworten, hat man sofort gewonnen. Ansonsten gibt es drei Ringe für die Schlussklappe. Damit kann ich also vergessen, einfach auf hohe Würfelzahlen zu hoffen, und so ins Ziel zu marschieren. Spätestens an der Schlussklappe holt mich Miriam sicher ein. :-)
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Zum Glück gibt es auch Fragen, die man durch Beobachten der Szene beantworten kann, etwa: „Wie viele Männer trugen einen Bart?“ Ich habe also doch eine Chance und wähle beim Joker immer die Kategorie „Allein spielen“. Leider habe ich überhaupt kein Würfelglück. Eine 1 nach der anderen. Bei Tutto hätte ich jetzt schon längst gewonnen, da sind die 1er ja am wertvollsten. :-D
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Miriam zieht mit 4ern, 5ern und 6ern und vieler richtig beantworteter Fragen von dannen und gewinnt haushoch. Ihr gefällt das Spiel sehr gut. Sie hat es direkt mitgenommen. Ich glaube kaum, dass ich es noch einmal spielen würde. Ich bin eben kein Film-Freak. :-)

Spieletag „Die spielenden Leseratten“
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Es ist Samstag. Es ist Buchmesse. Und was machen wir Leseratten da? Einen Spieletag zuhause. :-D (Luisa hat letztes Jahr zweieinhalb Stunden für eine Signatur angestanden. Kurz, bevor sie an der Reihe war, wurde die Signierstunde beendet. Aus Protest wollte sie dieses Jahr nicht auf die Messe, und wir anderen sind solidarisch auch ferngeblieben. :-))
Und wie so üblich, wenn wir vier zusammen sind, wird es ein langer Spieltag.

1. Spiel: Die Crew
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Wir spielen zwei weitere Missionen. Uns allen gefällt das Spiel sehr gut. Für Stichspiele bin ich ja sowieso immer zu haben. Bis jetzt habe ich aber nur immer gegeneinander gespielt. Dass wir hier miteinander spielen, ist für mich jedenfalls neu, und hat bei mir direkt einen Nerv getroffen. Ich finde es wirklich toll. Wir wollen alle Missionen durchspielen. An diesem Tag sind Nr. 20 und 21 an der Reihe.
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2. Spiel: Chronicles of Crime
Szenario: Blut am weißen Kragen
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Das wird ein kleiner Wettstreit zwischen den Leseratten und der Spielgruppe um Lukas, Marco, Tarek und Daniel. Wer löst den Fall am besten? Hinterher sollen Screenshots von der Bewertung ausgetauscht werden. Der Schwierigkeitsgrad bei diesem Szenario ist „mittel“. Nachdem wir das ebenfalls mittlere „Keine Rose ohne Dornen“ letzte Woche so bravourös gemeistert haben, sind wir voller Hoffnung, auch hier erfolgreich abzuschließen. Andrej, Luisa und ich lesen sehr viele Thriller, Mara viele Profiler-Romane.
Wir teilen uns die Aufgaben auf: Mara wird Einsatzleiterin, bekommt das Handy und liest alles vor. Andrej und Luisa suchen Orte, Charaktere und Gegenstände und behalten das im Überblick. Ich protokolliere alles. Letztes Mal hat das super funktioniert. Letztes Mal…
Wir diskutieren viel und stellen Theorien auf. Beim Täter sind wir uns noch uneinig und schwanken zwischen zwei. Der Anruf der ungeduldigen Kommissarin veranlasst uns, nach Scotland Yard zurückzukehren und den Fall aufzulösen. Das war ein Fehler. Wir verdächtigen den Falschen. 30/100 Punkten. Die Auflösung schauen wir uns nicht an. Wir wollen es nächste Woche nochmal versuchen. Wir gestehen unsere Niederlage ein und wollen das Ergebnis der Spielgruppe gar nicht sehen. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit Lukas und Co. Dann kann ich mir sicher anhören, dass wir Leseratten nicht mal einfache Spiele hinbekommen und bei unseren Büchern bleiben sollen. Ach, wird das schön. :-D

3. Spiel: Otys
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Das Spiel hat Mara mitgebracht. Bisher haben wir es erst einmal gespielt.
Mara hat für jeden Spieler alles vorbereitet in Tütchen zusammengestellt. Das spart schon mal Zeit. Andrej hat es anfangs noch belächelt. Inzwischen ist er froh darüber.
Wir schicken unsere Taucher also auf Mission. Nach gut einer Stunde kann Luisa die Partie knapp für sich entscheiden.
Uns gefällt das Spiel gut. Es ist an sich einfach, aber es gilt doch, nicht unüberlegt zu handeln.

4. Spiel: Flash Point
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Das Spiel habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen, aber bisher noch nicht ausprobiert. Irgendwann ist immer das erste Mal. Kurz vor der rettenden Haustür verliere ich die Katze durch das Feuer. Und das nicht, weil ich kein Katzenmensch bin. Die Würfel sind einfach gegen mich. :-)
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Wir schaffen es dann doch, nach und nach Personen und den Hund zu retten. Mara muss nur noch den Mann retten. Sie sieht schon die Tür. Das Feuer überrascht sie. Es breitet sich immer weiter aus. Wir retten noch eine Frau. Knapp, aber geschafft! Wir haben die erforderlichen 7 Personen gerettet. Dass es die Anfängerstufe ist, lassen wir einfach mal unter den Tisch fallen. :-)
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5. Spiel: Flügelschlag
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Die 2. Partie. Wir spielen dieses Mal die „freundliche“ Variante mit der blauen Seite. Ich entscheide mich für die Bonus-Karte „Vögel mit Joker-Futter“. Eine passende Karte habe ich bereits auf der Hand. Leider bleibt es dabei. In den weiteren Runden ziehe ichkeinen entsprechenden Vogel mehr. Falls mal eine passende Karte in der Vogeltränke liegt, schnappt sie mir jemand anderes vor der Nase weg.
Die 2. Bonuskarte, die ich später ergattern kann, bezieht sich auf die Spannweite. Damit habe ich mehr Glück, und ganz am Schluss bekomme ich dann doch noch wenigstens einen „Joker-Futter“-Vogel.
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Das Spiel kam bei uns gut an. Vor allem bei Mara, die sich sehr für Ornithologie interessiert, konnte es punkten.

6. Spiel: Broom Service
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Die allererste Partie. Das Spiel macht uns Spaß, vor allem, weil Andrej sich immer so schön ärgert. Er spielt grundsätzlich die mutige Version und bekommt sie immer weggeschnappt. Dann versucht er, einmal feige zu sein, und keiner hat eine passende Karte. Das bringt ihn so richtig auf die Palme. Danach beruhigt er sich aber wieder und gibt zu, dass ihm das Spiel gut gefällt. :-) Ich finde es auch interessant und bin bei einer weiteren Partie dabei.

Der Bericht ist wieder länger als geplant geworden... Tut mir leid. :-)

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 1. November 2019, 00:16

5211 hat ein sehr einfaches Spielprinzip. Basiert darauf den anderen richtig einzuschätzen, ohne dass man es eigentlich wirklich kann. Der Beitrag oberhalb führt als letztes Spiel Broom Service an. Haben wir auch viel gespielt und war super, eben weil man eine Basis für die Einschätzung hat. Bei 5211 ist es nur. Nehmen wir jetzt beide grün? Oder denkt er, dass ich grün nehme, deshalb nimmt er es nicht? Andererseits, es dauert nicht lange.
Ich fands ok, hat mir Spaß gemacht. Herausragend war es aber nicht. 6/10

Ecos eine Augustus Variante. Ich fande Augustus ok und finde Ecos aber besser, aber nicht weltbewegend. Material ist sehr gut, mir gefällt auch, dass sich da eine Welt vor uns entwickelt. Nur ist halt der Mechanismus dahinter nicht soo toll. Jemand zieht Steine aus dem Sack und alle legen ein Würfelchen auf eine Karte mit diesem Symbol. Hat jemand eine Karte voll abgedeckt, schreit er Bingo - sorry - Eco und handelt den Effekt ab. Im Zuge des Effekts kann man oft weitere Steine platzieren und dadurch kann im gleichen Zug noch eine Karte aktiviert werden. Da kann ein Zug schon länger gehen und die anderen schauen dann halt zu.
Emotional war das Ziehen der Steine wenig, denn ziehe ich die Sonne jetzt nicht, bekomme ich sie halt später. Ganz so stimmt es nicht, denn man hat nur begrenzt Steine, d.h. wenn die eng werden, wirds eine Spur emotionaler. Aber wer nichts schreiben kann, bekommt einen Trost und der ist auch ok.
Wenn das Spiel jetzt wenigstens strategisch gewesen wäre, aber auch das war es nicht. Die Hautpentscheidung ist, welche Karte man spielt. Da hat man am Anfang einige Handkarten, die man alle durchlesen muss. Und bekommt gar nicht soviele Karten nach.
Fazit für mich: Ja, war ok, aber weder besonders lustig/mitfiebernd noch besonders strategisch/herausfordernd. ABER: Ich glaube, dass wenn man es kennt und sich mehr mit den Karteneffekten mehr beschäftigt, man eventuell doch eine Strategie überlegen kann. Aktuell nur 6/10, aber wenn evtl. doch mehr Strategie drin ist, kann der Wert steigen. Was ich auch nicht gut finde ist der Preis 50 Euro. Vom Material her gerechtfertigt, aber das interessiert mich weniger, sondern wieviel Spielspaß erhalte ich. Für 10 weniger gibt es ein Flügelschlag. Für 10,- mehr bekomme ich ein Maracaibo oder Cooper Island.

Carnival of Monsters: Die Grafik ist sehr schön. Alles 1A. Spielerisch bietet es mir aber zu wenig. Sicher, will es vielleicht gar nicht sein. Aber mir macht ein 7 Wonders oder Tybor der Baumeister einfach 10x mehr Spaß also Carnival. Im Wesentlich Land aufbauen um darauf hoffen zu können damit starke Monster zu besiegen. Das Reservieren ist gut und darin sehe ich schon Potenzial doch noch an einige guten Monster ranzukommen. Das Problem halt ist: Wenn ich ein Draftingspiel wie Carnival of Monsters will, greife ich lieber zu 7 Wonders, Tybor der Baumeister oder Sushi Go zurück. Trotzdem, für mich ein solides Spiel: 7/10.

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 5. November 2019, 13:49

Amul ist ein einfaches Spiel basierend auf Abhängigkeiten zwischen Karten, z.B. Mit Öl sind Lampen mehr wert. Insofern sammelt man Karten und Sets. Die Regeln sind nicht sonderlich koompliziert und alles geht in diese Überlegungen auf: Diese Karte würde mir 3 Punkte bringen. Aber wenn noch so eine bekomme, bekomme ich schon 5. Beim Kamel liegen schon 3 aus, da ist jedes Kamel X wert. Wenn ich auch eine runterlege, fällt der Wert auf Y. Lohnt sich das? Man sieht, Punkte hier und Punkte da. Wenig Aufbau. Nicht so meine Art von Spiel, weil zu abstrakt. Es macht dann aber doch erstaunlich Spaß. Aber brauchen tue ich das nicht.

Underwater City gefällt mir weiterhin ok. Überdurchschnittlich, aber nicht perfekt für mich. Wenn mir die Karten zu unthematisch werden, fällt es bei mir schon ordentlich ab. Ich möchte das Thema stärker erleben.

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lanzi
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon lanzi » 11. November 2019, 13:03

The Crew - zu viert, eigentlich nicht meine Art Spiel, aber es gefiel mir doch ganz gut.
Krasse Kacke - zwei Erwachsene, zwei Kinder, ist halt Fun.
mehrfach Flügelschlag - jeweils zu zweit, trotz (oder wegen?) deutlicher Glückskomponente ein Wohlfühlspiel
Stone Age - zu zweit,, wir spielen immer wider gerne mal diesen Klassiker.
Qwinto - 2x zu zweit, okay, aber Qwixx finde ich besser.
Arler Erde - 2x zu zweit, top, top
Pandemie - 1x zu zweit, siehe Stone Age.
Ganz schön clever - 1x zu zweit, schön für zwischendurch
Res Arcana - 1x zu viert, weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Okay bestimmt, aber mehr?
Kingdomino - 1x zu viert, anfangs/früher stand ich dem Spiel sehr skeptisch gegenüber, und, obwohl ich den Bogen nicht raus habe, finde ich es inzwischen perfekt, wenn es mal schnell gehen soll.
Abraca...What? - 1x zu fünft, spaßig, nichts Dolles, aber mitspielen würde ich wieder.
Zuletzt geändert von lanzi am 17. November 2019, 11:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 16. November 2019, 21:36

7 Wonders Duel zu zweit: Nach anderthalb Jahren mal wieder eine Partie bis der dritte Spielpartner vorbeikam. Bei mir startete es nicht schlecht, aber auch nicht gut. Irgendwie passten die Ressourcen nicht zu meinen Weltwundern, sodass ich langfristig zu viele Ressourcen kaufen musste. Und mein Mitspieler hatte schon vier Wissenschaftssymbole bei sich liegen. In einer Verzweiflungstat baute ich mit all meinem Geld mein zweites Weltwunder, das mir ein Wissenschaftsplättchen bescherte. Ich entschied mich für die militärische Stärke. Glücklicherweise überließ mir mein Gegner auch das Feld bzw. die Militärkarten. Irgendwann hatte er keine Wahl mehr und ich erhielt die letzte, wichtige Karte und fuhr damit am Ende des zweiten Zeitalters den militärischen Sieg heim.

Oft spielt sich „7 Wonders Duel“ etwas ... hm, nicht langweilig, aber eben auch nicht super spannend. Beide Spieler sammeln Karten und bauen und am Ende gibt's für alles Mögliche Siegpunkte und einer gewinnt. Da fand ich diese Partie wesentlich spannender. Der eine setzte auf Wissenschaft. Und als Konter konzentrierte sich der andere auf Militär. Die Partie hätte auch anders ausgehen können, wobei Wissenschaft in meinen Augen schwerer zu erreichen ist, da man mindestens mit zum dritten Zeitalter warten muss.

Wir haben im Übrigen wieder mit unserer Hausvariante gespielt und auf jede verdeckte Karte eine 1er-Münze gelegt. Wer eine Karte aufdeckt, bekommt das Geld. Dafür bekommt der Mitspieler als erstes Zugriff auf die Karte. Diesen Gegenervorteil und vor allem -zufall wollten wir etwas abschwächen und es hat sich sehr gut in all unseren Partien bewehrt. (Wertung: 10)
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20191113_7wondersduel.jpg (62.14 KiB) 761 mal betrachtet

Maracaibo zu dritt: Ich gebe zu, dass ich einige von Alexander Pfisters Spielen nicht so toll finde. Sehr gut gefallen mir „Isle of Skye“ (ohne Wanderer-Erweiterung) und „Blackout: Hong Kong“. Weniger gut gefallen mir „Great Western Trail“, „Mombasa“ und „Isle of Skye: Wanderer“. Wieso? Eigentlich mag ich komplexe Spiele: „Barrage“, „Kanban“, „Panamax“ und „Clans of Caledonia“ zählen zu meinen Lieblingsspielen. Sie haben aber alle eines gemeinsam: Sie sind zwar komplex, aber nicht kompliziert. Es gibt übersichtlich viele Regeln oder Aktionen, die Symbolik ist selbsterklärend und man findet schnell ins Spiel. Komplizierte Spiele dagegen haben eine Masse an unterschiedlichen Symbolen, die ich mir nicht merken kann. Und es gibt häufig zu viele Möglichkeiten und Aktionen, die teilweise auch noch extrem ineinandergreifen. Hier verliere ich einfach zu leicht den Überblick. Wozu zählt nun „Maracaibo“?

Zentrales Spielelement bei „Maracaibo“ sind die eigenen Handkarten, welchen drei Bedeutungen zukommt. Ich kann durch Abwerfen der Karte in einer Stadt eine Ware liefern. Oder ich kann an einem Dorf durch Abwerfen einen Auftrag erfüllen. Oder ich kann die Karte kaufen und vor mir ablegen und sie gibt mir dann einen Einmal- oder Dauerbonus. Viele Karten interagieren auch mit anderen, in dem sie beispielsweise mehr Bonus bringen, wenn man bestimmte andere Karten/Symbole bereits ausliegen hat oder später dazu bekommt.

Zweites Spielelement ist das Spielbrett, wo die Spieler mit ihren Schiffen auf einer festgelegten Router einmal im Kreis durch die Karabik fahren und wie oben erwähnt an Städten und Dörfern Halt machen können. In beiden sind unterschiedliche Aktionen möglich, sodass man sich genau überlegen muss, wo man genau hält. Bei einem Dorf ist noch wichtig, dass man mehr Aktionen bekommt, je weiter man fährt, dadurch aber natürlich auch zeitgleich Felder überspringen muss. Eingebaut wurde auch noch ein Rennelement, denn prinzipiell kann man in drei Zügen mit maximaler Schrittweite das Rundenende einläuten. Und egal, wo die anderen Spieler gerade sind, sie erhalten nur noch einen weiteren Zug. Manche Karten von oben haben noch eine weitere Funktion, da man über sie Arbeiter auf bestimmte Dörfer stellen darf. Und wenn das eigene Schiff später dort hält, darf man die Eigenschaft der Karte nutzen.

Als drittes Element gibt es noch eine Länderwertung. An bestimmten Stellen kann man einen Kampf auslösen und sich an die Seite einer von drei Nationen (Spanien, England, Frankreich) stellen. Hierdurch steigt man in der Gunst der Nation und darf einen Nationenmarker auf das Spielbrett legen. Je mehr Marker auf dem Feld liegen und je weiter man in der Gunst gestiegen ist, gibt das am Ende eine Menge Siegpunkte.

Spielelement Nummer 4 ist das eigene Tableau, auf der massig kleine Scheibe liegen. Diese kann ich beim Liefern einer Ware auf die Stadt legen oder manchmal auf andere Art und Weise loswerden. Wenn ich je zwei Scheiben losgeworden bin, erhalte ich den abgedruckten Bonus des Tableaus. Das geht von bessere Aktionen über mehr Handkarten bis hin zu Einmalboni wie Geld oder Siegpunkten.

Ein fünftes Element ist die Forschungsleiste, auf der man voran schreiten kann, um wieder Boni oder Siegpunkte zu erhalten. Glücklicherweise geht das jetzt nicht immer so weiter (auch wenn die Arbeiter zum Einsetzen und Bezahlen mancher Aufträge noch nicht wirklich erwähnt habe, die man sich beschaffen muss), aber Ihr seht, dass es einfach sehr viele Elemente gibt, die zum Spiel gehören. Und die Frage ist: War das notwendig? Denn dadurch, dass es so viele unterschiedliche Bereiche gibt, häufen sich auch die möglichen Aktionen. Manche sind etwas sinnvoller als andere, aber dennoch bleibt eine große Menge übrig, was ich in meinem Zug tun kann. Mir erschien das zu viel des Guten und unübersichtlich.

Ein großes Manko war auch mal wieder der Wiederholungseffekt. Das Spiel geht über vier Runden, in denen man viermal exakt die gleiche Strecke mit seinem Schiff abfährt. Dadurch, dass sich das Brett etwas ändert (neue Aufträge, neue Landeplätze für Arbeiter), spielt es sich geringfügig anders, aber dennoch sehr wiederholend. Was mir dagegen sehr gut gefallen hat, war die gegenseitige Beeinflussung der Karten. Wenn ich Karte X habe, dann gibt mir Karte Y mehr Boni. Also schaue ich natürlich, dass ich damit eine gute Engine und stark aufeinander abgestimmte Karten aufbauen kann. Aber auch dabei war die Luft schnell raus, da fast jeder in Runde 3 oder spätestens 4 von jeder bestimmten Kartenart eine hatte und somit die Voraussetzungen aller anderen Karten erfüllte. Es gab also kein limitierendes Element mehr, das Spannung erzeugen könnte.

Und so reiht sich „Maracaibo“ in die Reihe anderer Pfister-Spiele bei mir ein: Zu viele Spielelemente vereint und dadurch zu kompliziert. Andere komplexe Spiele machen das einfach besser. (Wertung: 7,0)
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20191113_maracaibo.jpg (103.41 KiB) 761 mal betrachtet

Isle of Skye zu dritt: „Isle of Skye“ spiele ich sehr gerne. Es geht recht schnell, die Einschätzung der Mitspieler über die Preise macht mir viel Spaß und auch als Hintenliegender habe ich gefühlt immer noch eine Chance, auch wenn diese von Runde zu Runde kleiner werden.

Wir spielten wieder mit Druiden-Erweiterung. Dort ließ ich aber die Steintafeln raus, weil mir diese teilweise zu unfair erschienen. Da war es einfach nur Zufall, wer diese abbekam und dadurch einen enormen Spielvorteil hatte. Somit ergibt sich nach der Kaufaktion einfach nur eine weitere Möglichkeit, ein weiteres Plättchen zu kaufen. So kann man mit seinem massig Geld noch etwas Sinnvolles anfangen, aber es macht das Spiel nicht wesentlich komplizierter.

Ich fand's super und finde es immer noch besser als „Carcassonne“, was ich mag, mir aber zu zufällig ist (wenn ich immer nur Straßen ziehe, kann ich keinen Stadt bauen). In „Isle of Skye“ habe ich da mehr Einfluss auf das, was ich bauen will. Die „Wanderer“-Erweiterung habe ich im Übrigen verbannt. Aus dem schönen und schnellem Spiel wird ein Moloch, der mir zu unübersichtlich und kompliziert vorkam. Daher lieber nur Grundspiel plus eingeschränkter Druiden-Erweiterung. (Wertung: 9,0)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Mitspieler » 17. November 2019, 00:17

Danke für die wieder mal sehr informativen Spieleindrücke und Deine Mühe, das alles anschaulich zu beschreiben!




Schade, dass "Maracaibo" nicht so gut bei Dir wegkommt; ich hatte gehofft, dass das Spiel mit seinem thematischen Spielmaterial und seinen vielseitigen Mechanismen mehr Spielerlebnis bereithalten würde.
Aber vielleicht bekomme ich ja einen anderen Eindruck vom Spiel als Du.. habe es noch nicht spielen können. :)




Mich interessiert aber auch Dein Eindruck zum "7 Wonders Duel", da das Spiel ja in der Vergangenheit auf den verschiedenen Reziseiten oft sehr gegensätzliche Bewertungen erhalten hat und im Gegensatz zum Originalspiel nicht immer ganz rund ("glücksmäßig fair") zu laufen scheint.

Du schreibst hinsichtlich Deiner Erfahrungen
Dee hat geschrieben:"Oft spielt sich „7 Wonders Duel“ etwas ... hm, nicht langweilig, aber eben auch nicht super spannend."
Da wirkt der Sprung auf die 10er-Wertung ein wenig überraschend, trotz der Erläuterung
Dee hat geschrieben:"Wir haben im Übrigen wieder mit unserer Hausvariante gespielt (Wertung: 10)"

Daher meine kleine Nachfrage:
Bezieht sich "Wertung: 10"
a) auf das Spiel an sich (wohl kaum, da Du ja zunächst das Spielgefühl nicht so sehr lobst),
b) auf alle Partien mit Eurer Hausvariante (das vermute ich zwar, aber mich überrascht es ein wenig, dass diese kleine Änderung das ganze Spielgefühl tatsächlich von etwa einer 7 auf eine 10 anheben kann),
c) nur speziell auf Eure letzte Partie (da könnte ich mir eine 10 vorstellen)?

Und: Hab man denn beim "Duel" nicht viel stärker das Gefühl, nur ein "mechanisches Optimierspiel" zu spielen, als beim Original?
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Mitspieler » 17. November 2019, 00:31

Dee hat geschrieben:„Barrage“ zählt zu meinen Lieblingsspielen.

Bild




:P :P ;)
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