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Neulich gespielt (2019)

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Yeti MZ
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 12. Juli 2019, 11:22

War gestern in Hamburg in einem Brettspiel - Cafe in Hamburg, Würfel&Zucker, cooles Konzept, Bedienung & Inhaberin fungieren auch als Erklärbären. Für mich neu war Skull - King, ein flotter Crossover von 8 rauf 8 runter (oder Wizard) mit Würfel - Zockerei. Jede Würfelfarbe hat eine andere Verteilung von Zahlen oder Trumpf - Symbolen, man zieht welche aus einem Sack und muß einschätzen wieviele Stiche man damit erzielen wird.
Zuletzt geändert von Yeti MZ am 29. Juli 2019, 11:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 12. Juli 2019, 11:27

Bei Tribe von Itten kommt es neben der Geschicklichkeit auf die taktische Auswahl von Farben, Formen & Positionierung an (ähnlich TokioHighway vom gleichen Verlag). 5 Holzgestalten stehen bereit, um mit bunten Bauteilen verschiedener Formen behängt zu werden. Zum Beispiel für das 3. (bzw. 5.) Teil der gleichen Form oder Farbe bekommt man 1 (bzw. 2) Punkte, ebenso für die 3. neue Form / Farbe. Und auch wenn durch den Zug die 3. (oder 5.) Figur mit einer bestimmten Form (oder Farbe) ausgestattet wurde, gibt es die entsprechenden Punkte.
Wichtig ist es zu erkennen, mit welchem Teil an welcher Gestalt die meisten Punkte zu holen sind. Es könnte vorkommen, daß man mit einem kniffligen Balanceakt einen Punkt erzielt, und dabei übersieht, daß eine andere Figur die einzige ist, die noch kein grünes Teil trägt, und auch als einzige keinen Stab hat. Mit dem grünen Stab wären dann dort 2+2 Punkte erreichbar gewesen. Da der Stab oft schwierig zu platzieren ist, könnte es sogar sinnvoll sein, das riskante Baumanöver den Mitspielern zu überlassen. Aber wenn man nicht entdeckt hat, daß man für das problemlose Aufhängen eines Ringes mehr Punkte bekommen hätte, ist das ärgerlich.
Die Auswahl des zu verbauenden Teiles wird durch einen Würfelwurf eingeschränkt, es könnte beispielsweise sein, daß man weder die gleiche Form, noch die gleiche Farbe wie der Vorgänger verwenden darf. Sowohl das Erkennen der Möglichkeiten Punkte zu ernten, als auch das Bauen werden im Spielverlauf schwieriger, man wächst an den Aufgaben. Leider ist einer der Mitspieler da gestern schneller gewachsen.
Zuletzt geändert von Yeti MZ am 29. Juli 2019, 11:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 13. Juli 2019, 20:27

Nette Berichte! Bin gespannt, wann ich mal zu einer Clans of Caledonia Partie komme.

Zu unseren Partien: Eigentlich hätte ich ja lieber das neuere Blackout HongKong gespielt, aber es wurde dann doch ein klassisches Great Western Trail: Warum nur spiele ich das so selten. Man ist so darin gefesselt, einfach nur super. Wir haben mit der Erweiterung gespielt und ich konnte mit großem Abstand gewinnen. Ich mag die Erweiterung sehr, aber ich finde sie zwingt dich sie auch zu benützen. Ich weiß nicht ob mir nicht lieber gewesen wäre, wenn man auch ohne Hausbau gut mithalten kann. Andererseits, wenn man eine Erweiterung hat, dann sollte man sie auch benutzen, insofern ist das schon ok. Aber Hausbau ist eine starke Aktion, die macht man sehr gerne.
Tolle Partie! 10/10

Gaia Project ist ebenfalls ein tolles Vielspielerspiel. So ein riesen Fan von den unterschiedlichen Rassen bin ich aber nicht. Sie zwingt dir eine Spielweise auf und am Schluß weiß man nicht warum man nicht gewonnen hat obwohl alles gut gelaufen ist. Also man ist sich einfach unsicher, ob das an der eigenen Spielweise liegt oder einfach die andere Rasse stärker ist. Bis auf diesen einen Punkt - den manche sicher anders sehen - ein ganz tolles Spiel. Ich liebe einfach Aufbauspiele.

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lanzi
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon lanzi » 14. Juli 2019, 12:09

Am letzten Wochenende (alles zu zweit):

Himalaya/Tilsit
alt, aber spielt sich weiterhin schön - auch zu zweit geht das u.E., obwohl ja eigentlich erst ab drei Spielern!

Puerto Rico
Noch ein "eigentlich erst ab drei Spielern"-Spiel zu zweit - durch die Modifikation "Angst des Aufsehers" der 2Spieler-Variante absolut spielbar, fein, fein.

Railroad Ink blau
schönes "Zwischendurchspiel", ich würde mir nur einen Block statt der Wegwischerei wünschen (auch wenn man dann seinen aktuellen Zug kaum korrigieren kann).


Dieses WE (ebenso zu zweit):

2x Orleans-Invasion
beide Male diese interessante, kooperative Variante äußerst knapp gegen die Angreifer verloren.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon SpieLama » 14. Juli 2019, 12:15

lanzi hat geschrieben:Puerto Rico
Noch ein "eigentlich erst ab drei Spielern"-Spiel zu zweit - durch die Modifikation "Angst des Aufsehers" der 2Spieler-Variante absolut spielbar, fein, fein.

Diese Variante kenne ich noch gar nicht. Wie funktioniert die? Hast du eventuell einen Link für mich?

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lanzi
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon lanzi » 14. Juli 2019, 17:14

http://www.spielefreun.de/puertorico/PuertoRico.pdf

Hierbei wählt der Gouverneur, ähnlich San Juan, eine Rolle mehr aus, drei also.
In der offiziell abgesegneten 2er-Variante wählen beide drei Rollen....außerdem sind, glaube ich, Kolonisten/Siegpunkte leicht anders.


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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 21. Juli 2019, 19:45

TIME Stories: Bruderschaft der Küste zu viert/fünft: Der vorletzte Fall der Zeitagenten in dieser Reihe. Der letzte TIME Stories-Fall lag leider schon Ewigkeiten zurück. Ich hatte keine Ahnung mehr, um was es im Minivorgänger „Santo Tomas de Aquino“ ging. Glücklicherweise konnte uns ein Mitspieler aufklären. Zum Fall spoilere ich nichts. Das Setting fand ich interessant, nur leider zu groß. Sprich, wir haben nur einen Bruchteil der Story erkundet, weil wir per Zufall über das Ende gestolpert sind. Ganz TIME Stories-typisch waren wir uns wieder nicht einig, was uns nun wie wann genau Zeit kostet. Und wieder gab es eine Stelle, wo uns ganz knapp vor dem Erfolg die Zeit ausging und wir einen gewissen Weg erneut abarbeiten mussten. Das ist das, was mir an TIME Stories auch nicht gefällt. Die Hintergrundgeschichte ging weiter, bringt mir aber gar nichts, da ich keine Ahnung mehr hatte, wie die Geschichte in den vorherigen Teilen ausging bzw. zu welchen Entscheidungen wir uns durchgerungen hatten. Wenn zwischen ersten und letzten Teil aber ach 4 Jahre liegen, ist das kein Wunder, dass man sich das nicht merkt. Ich bin noch unsicher, ob ich „TIME Stories Revolution” spielen/mitspielen werde. Es fühlt sich etwas ausgereizt und aufgrund der immer gleichen Regeldiskussionen anstrengend an. (Wertung: 8,0)

K2 zu dritt: Die Winterseite mit Sommerplättchen spielt sich etwas langweilig. Wir kamen zwar gegen Ende hin schon etwas in Bedrängnis, aber irgendwie scheint zu viel Sonne. Für mich zählt als Sieg, dass keiner meiner Bergsteiger erfroren ist, auch wenn ich punktemäßig letzter geworden bin. (Wertung: 7,0)

Roket Raket zu zweit: Sehr schöne, einfache Badminton-Simulation. Wir werden aber Hausregeln einführen, die nach einem gewonnenen Satz alle Karte neu mischt. Denn wenn ich einen Satz gewinne, weil mein Gegner auf der linken Seite nicht mehr abwehren kann, ist es nicht logisch, dass ich nur weiter nach links spielen muss, weil ich weiß, dass er da schlecht dasteht. Durch das neue Verteilen der Karten wird es zwar etwas länger, aber in meinen Augen auch ausgeglichener. (Wertung: 7,5)

Adventure Games Monochrome AG zu viert: Zu Adventure Games schreibe ich ggf. noch mal einen eigenen Artikel im Vergleich zu anderen Escape-Spielen. Und auch wenn die Reihe nicht zwingend dazu zählt, ist es doch ein Escape-Spiel, auch wenn der Fokus eher auf der Erkundung und dem Abenteuer liegt. Jeder Spieler steuert eine Spielfigur, welche in „Die Monochrome AG“ in eben genannte AG einbrechen und etwas stehlen will. Mehr verrate ich nicht. Die Erkundung der Räume und das Kombinieren von Gegenständen fühlt sich wie in einem Point&Click-Adventure der 90er an, was durchaus positiv zu verstehen ist. Die Story ist nicht immer ganz logisch, aber nicht anders, als bei anderen Einbrecher-Filmen auch. Sehr gut gefallen mir die atmosphärischen Texte im Abenteuerbuch, die gelesen werden, wenn man einen Ort erkundet oder dort die richtige Aktion durchführt. Empfehlenswert ist aber die App zum Vorlesen. Zum einen ist das noch stimmiger, zum anderen muss man dann nicht ständig blättern und die richtige Zahl zum Vorlesen suchen. (Vorab-Wertung: 9,0)

Hinweis: Wir spielten nur das erste Kapitel der „Monochrome AG“. Der Rest folgt in zwei Wochen. :)

Werwörter zu viert: Zum Abschluss noch einmal Wörter raten. Ich bin gespannt, ob das Spiel morgen den roten Pöppel gewinnen wird.

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Yeti MZ
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 21. Juli 2019, 21:49

Ich habe diese Woche auch Werwörter gespielt, und finde die Idee super, in einem Ratespiel jemanden zu haben, der versucht die anderen auf die falsche Spur zu bringen. So entsteht ein einzigartiges Crossover aus social deduction und sprachlichem Ratespiel. Die App ist gut gemacht, aber ich fände es besser, wenn die Auszeichnung an ein Spiel ginge, was ohne Smartfon auskommt, sonst bekommen in einigen Jahren vielleicht nur noch online Spiele den Preis.
Just one ist in seiner Einfachheit auch ziemlich genial. Es ist so simpel, daß man sich fragt warum diese Idee nicht schon vor Jahrzehnten jemand hatte, quasi ein Crossover aus Hanabi & Stadt-Land-Fluß, kooperativ. Jemand muß ein Wort von einer Karte erraten, die anderen schreiben andere Wörter als Hinweise auf, was mehrfach aufgeschrieben wurde bekommt der ratende Spieler nicht zu sehen. Lässt sich vermutlich mit jedem Spiel, was Begriffe auf Karten hat plus Notizzetteln improvisieren (z.B. Concept).
Zuletzt geändert von Yeti MZ am 29. Juli 2019, 11:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 28. Juli 2019, 22:46

Dee hat geschrieben:Hm, außer mir scheint niemand mehr in dem Forum zu spielen. Oder zumindest nicht darüber schreiben zu wollen ...


Es tut mir sehr leid, dass ich so lange nichts geschrieben habe. Habe aber alle eure Berichte fleißig gelesen und fand sie alle sehr interessant! Hat sogar auch zum Kauf von einigen Spielen beigetragen.

Da ich schon länger nicht mehr geschrieben habe, schreibe ich einfach mal nur etwas zu unseren Neuanschaffungen bzw. zu Spielrunden, die mir im Kopf geblieben sind.

Underwater Cities
Da wir sehr auf Engine Building stehen, hat mich dieses Spiel schon seit Erscheinung interessiert. Allerdings fand mein Mann das Spiel potthässlich und er fand es absolut uninteressant. Daher ist es dann von der Bildfläche verschwunden, wobei ich immer gerne etwas dazu gelesen habe. Da ich mich dann immer mehr in das Spiel verliebt habe, musste ich nun doch überzeugen bzw. dafür gerade stehen, wenn wir es kaufen :D Naja, haben es dann eben doch gekauft und es hat direkt eingeschlagen! Wir haben es gespielt und schon in der 2. Phase haben wir uns angeguckt und es war klar, dass wir eine erneute Perle gefunden haben. Wir haben uns auch direkt die Verbesserungen von bgexpansions geholt, da das wirklich noch verbesserungswürdig war. Wer auf die Idee kam, die "Spielermarker", die man ständig in der Hand hat, als solche Plättchen zu designen, hat nicht darüber nachgedacht, wie nervig man diese wieder vom Board nimmt, wie schwer man diese erkennen kann usw.
Naja, inzwischen ist dieses Spiel sogar bei uns beiden auf Platz 3 und damit wirklich in der gleichen Liga wie Terraforming Mars, GWT und Everdell <3
Tolles, tolles Spiel!
Aber am liebsten zu zweit. Haben es bisher nur zu dritt mit einem Spieler gespielt, der eigentlich auch Terraforming Mars und Scythe spielt (die beiden zumindest hat), aber er war absolut überfordert und die Parte hat 3,5 Stunden gedauert. Das war mir wirklich zu viel und ich hätte am liebsten abgebrochen, da man in der Downtime auch nichts planen kann und es daher nicht so schön wie Terraforming Mars mit mehreren ist.

Clans of Caledonia
Wir haben bislang noch nichts in der Richtung gespielt und kennen auch Terra Mystica und Gaia Projekt nicht bzw. haben es noch nicht gespielt. Clans of Caledonia wurde oft damit verglichen, soll aber wohl viel einfacher sein, was wir aber nicht schlimm fanden, da es dann ja auch wenig kleine Regeln gibt, die man schnell vergisst. Und da uns von den dreien dieses Design und Thema am besten gefallen hat, mussten wir bei einem Angebot (ca. 30 €) einfach zuschlagen. Und das Spiel ist auch der hammer! Keine Ahnung, in welcher Position es bei uns ist, da wir es erst seit einigen Tagen haben, aber sicherlich in der Top 10. Es macht wirklich riesig Spaß, ist von der Zeit absolut passend, schön angenehm und es ist wirklich kein Ärgerspiel, was einfach mal toll ist. Top!

Menara
Ich mag keine Geschicklichkeitsspiele, bzw. zumindest bisher noch nicht. Gespielt habe ich schon einige und oft fand ich die Spiele absolut ungerecht (z.B. JunkArt mit den Karten). Hier spielt man cooperativ und daher ist der ungerechte Faktor schon weg. Dazu kommt noch die einfach simple Art, die erst langweilig wirkte, aber immer mehr fesselt. Wir haben das Spiel schon mit vielen verschiedenen Leuten gespielt, oft zu viert und manchmal auch zu zweit und es hat immer eingeschlagen. Zu Beginn waren aber alle erst nicht so begeistert, da es zu einfach und langweilig wirkte, aber mit der Zeit wurde an den Fingernägeln gekauft, Videos gemacht, Bilder gepostet und jede Bewegung am Tisch musste abgesegnet werden ^^ Für das Preis-Leistungs-Verhältnis echt zu empfehlen.

idVenture - Feuer in Adlerstein
Bei diesem Rätselspiel bekommt man einfach nur ganz viel Material und muss den Fall aufklären, ohne weitere Unterstützung. Etwas ganz neues für uns. Wir haben uns drangesetzt und saßen ca. 2 Stunden dran, außerdem haben wir den Fall ohne Probleme komplett richtig gelöst. Dennoch hat uns der Fall nur gemischt gefallen. Das Prinzip mochte ich, mein Mann nicht so sehr. Den Fall dagegen fanden wir beide langweilig und vorhersehbar, sowie die "Kniffe" auch nicht sonderlich überraschend. Mein Mann hat schon in den ersten 10 Minuten die Lösung geraten und diese stimmte dann eben auch. Und obwohl wir alles richtig hatten, was es trotzdem teilweise sehr knifflig, weil Rätsel sehr blöd formuliert wurden. So ging es um eine Rezepteinnahme und wir haben wirklich lange drangesessen, um einfach das Prinzip der Einnahme zu verstehen. Und was man damit machte, war uns klar, uns ging es wirklich um die absolut uneindeutige Formulierung. Also Prinzip war gut (zumindest für mich), hat auch 2 Stunden unterhalten, ist aber verbesserungswürdig und bitte mit einem spannenderen Fall.

Unlock Box 5 und 6
Generell hatten wir Lust auf einige spannende Abende und haben zusätzlich zu idVenture (und Detective, aber das haben wir noch nicht gespielt), Unlock die fehlenden Boxen als Schnäppchen geholt. Wir waren mal Riesenfans, haben aber nach Box 4 nicht mehr kaufen wollen, da wir immer enttäuschter wurden. Und leider wäre das auch berechtigt gewesen, denn uns hat von den 6 Fällen nur einer überzeugt. Zum Glück kann man solche Spiele gut wieder verkaufen, sodass wir kaum Verlust gemacht haben. Aber dennoch war es zeitweise wirklich enttäuschend und eine Zeitverschwendung. Zur Info, der eine Fall der uns gefallen hat, war der Sherlock Fall.

Space Base
Oh man, irgendwie habe ich mit wirklich klasse Spielen angefangen und lande dann immer mehr bei Flops. So auch hier. Space Base wird als das bessere, modernere Machi Koro für Vielspieler bezeichnet, was bei vielen Youtubern gut ankam. Daher haben wir uns echt auf das Spiel gefreut und es auch vorbestellt. Machi Koro mit Erweiterung mochten wir nämlich vom Prinzip, nur leider gab es ja dennoch nur relativ wenig Karten, sodass man mit der Zeit immer die gleiche Strategie abgehandelt hat und es von uns leider nicht mehr gespielt wurde. Daher haben wir Machi Koro verkauft und uns auf Space Base gefreut. Doch leider ist es bei uns komplett gefloppt (aber nur 2-Spieler-Erfahrung, mit mehreren ist es vielleicht besser).
Das Spiel unterscheidet sich von MK dadurch, dass man immer mit 2 Würfeln würfelt uns jeder entscheiden darf, ob er die einzelnen Ziffern oder die Summe wertet. Außerdem gibt es nur einzigartige Karten, die auch mit unterschiedlichen Namen extra benannt werden (aber absolut unwichtig). Gekaufte Karten kommen zu dem jeweiligen Zahlenslot und wenn dieser erneut überdeckt wird, landet die Karte umgedreht dahinter. So bekommt man unterschiedliche Fähigkeiten, denn nur die umgedrehten Karten haben Effekte bei den anderen Spielern. Eigentlich ziemlich cool, denn so sucht man nach tollen Effekten und muss so eben immer überlegen, ob man es überdeckt und den passiven Effekt haben möchte oder eben lieber den aktiven Effekt.
Beim Kaufen von neuen Raumschiffen verliert man auch alle Ressorcen, sodass man nichts ansammeln kann.
Uns hat an dem Spiel gestört, dass man im Vergleich zu Machi Koro überhaupt nicht überlegen muss, wie viele Würfel man würfelt und was man werten möchte. Hier erübrigt sich das immer, denn man erkennt immer auf einem Blick, was eben gerade sinnvoll ist und muss auch nicht im Vorfeld überlegen, sondern eben nur reagieren. Das man alles verliert, ist auch blöd, denn so kauft man einfach immer nur. Die Effekte der einzigartigen Raumschiffe sind auch relativ ähnlich und absolut langweilig. Bei Machi Koro waren viele coole thematische Karten, wie dass man bei Gärten von Blumenfeldern profitiert usw. Sowas gab es hier gar nicht. Eigentlich bestehen die Raumschiffe nur aus dem Bekommen von Ressourcen oder eben gewissen Fähigkeiten, die man aber nur durch das vorherige Sammeln von Cubes aktivieren kann. Doch dazu muss man diese Karten dann auch auf den Platz lassen und mehrfach aktivieren und dazu waren die Karteneffekte oft nicht gut genug, sodass man lieber direkt Ressourcen gesammelt hat. Außerdem war das Spiel sehr schnell vorbei.
Naja, also für uns nicht nur nicht besser als Machi Koro, sondern wirklich ein Flop und absoluter Fehlkauf. Es hat überhaupt keinen Spaß gemacht, hat nicht gefordert und war auch nicht spannend.

So, dass waren einige Eindrücke, dabei haben wir noch viel mehr gespielt. Aber diese Spiele sind mir in Erinnerung geblieben.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 28. Juli 2019, 23:38

Habe diese Woche Call to Adventure von Brotherwise Games gespielt, auf den ersten Blick wirkt es wie ein an Fantasy - Rollenspiele angelehntes Brettspiel, weil es 6 Basiseigenschaften gibt (Intelligenz, Charisma, Geschicklichkeit, ...). Ich finde, daß es eher den Werdegang einer Hauptfigur aus einem Fantasyfilm oder -roman nachspielt.
Man beginnt mit 2 offenliegenden Karten für die Vorbildung & die Motivation der Figur, die verschaffen jedem die ersten Boni auf 2 der Eigenschaften (z.B. beim Scout Weisheit & Konstitution) plus 2 besondere Fähigkeiten (z.B. Rerolls in bestimmten Situationen, ...).
In der Mitte liegen 3x3 Karten für mögliche Kapitel der Lebensgeschichte, nach Schwierigkeitsgrad in 3 Phasen aufgeteilt. Wer am Zug ist wählt eine Karte, die er mit den vorhandenen Boni möglichst gut bewältigen kann, und die bei Erfolg interessante Belohnungen bietet (z.B. neue oder oft weitere der vorhandenen Boni), oder zumindest eines von beidem. Wir waren alle der Meinung, daß es effektiver sei in einer Eigenschaft 3 Boni zu haben, als in 3 verschiedenen je einen, ich würde aber gerne mal ausprobieren, erst universell zu entwickeln, bevor es an eine Spezialisierung geht. Dann käme es seltener vor, daß keine Karte ausliegt, auf denen man Boni verwenden kann.
Um die Karte zu bekommen, muß man mit mehreren zweiseitigen Würfeln eine bestimmte Punktzahl erreichen, wieviele und welche man verwendet hängt hauptsächlich von den Anforderungen der Karte und den eigenen Boni ab. Was mir sehr gut gefällt ist, daß man grundsätzlich 2 Wege zur Wahl hat (z.B. Kampf oder Verhandlung, Hunger aushalten oder Essen stehlen, ...), davon hängt dann z.B. auch ab, welche Boni dadurch besser werden (Stärke / Charisma, Konstitution / Geschicklichkeit).
Viele Karten verleihen der Lebensgeschichte Symbole für Themenbereiche wie Natur, Religion, ..., diese Symbole sind eine der wesentlichen Quellen für die Siegpunkte. Wenn man beim Würfeln scheitert, lernt man aus seinen Mißerfolgen und bekommt Erfahrungspunkte, die dienen als regeltechnische Universalwährung, und wenn man sie nicht ausgibt sind es am Ende auch Siegpunkte. So weit ein grober Überblick, da fehlen noch einige Elemente, aber kompliziert ist es nicht. Die regeltechnischen Symbole sind relativ klar, so daß man es auch mit mäßigen Englischkenntnissen gut spielen kann.
Die Illustrationen der Karten sind hervorragend. Die Herausforderungen auf den Karten werden regeltechnisch eher abstrakt abgehandelt, man spielt einen Kampf nicht Runde für Runde aus, ein einziger Wurf der flachen Runensteine entscheidet. Design und Spielmechanik setzen das Thema mit stimmungsvoller Atmosphäre um, die Regeln sind nicht primitiv, aber da die wichtigen Karten offen liegen wäre es meines Erachtens auch für Familien und mit Gelegenheitsspielern geeignet.
Zuletzt geändert von Yeti MZ am 1. August 2019, 19:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 29. Juli 2019, 20:21

Danke Maery, für die Eindrücke. Bei „Underwater Cities“ hat mich bisher immer die Spielzeit abgeschreckt (siehe mein Bericht gleich von anderen Spielen). Selbst zu zweit dauert es ja zwei Stunden. Und schade, dass Euch Unlock nicht gefallen hat. Ich selbst habe es nicht gespielt, aber vor allem Alice und Oz reizen mich sehr.

@Yeti MZ: Ebenfalls danke. „Call to Adventure“ klingt interessant, aber bis zu einem Testspiel würde ich auf eine deutsche Version warten. Für mich spielen sich solche Art von Rollenspielen leichter, wenn ich die Sprache beherrsche. Im Englischen geht immer mal wieder ein Wort durch die Lappen, was viel von der Stimmung nimmt.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 29. Juli 2019, 20:23

Gestern war wieder ein langer Spieletag. Und obwohl der Tag so lang war (von 10 bis 23 Uhr ca.), wurden es am Ende gar nicht so viele Spiele, die wir Spielen konnten. Vor allem hatte ich Panamax und CO² ganz oben auf den Zu-Spielen-Stapel gelegt und wir sind wieder nicht dazu gekommen bzw. wollte es keiner mit mir spielen. :( Um auf die gleiche Textmenge wie sonst zu kommen, schreibe ich dafür ausführlicher über jedes Spiel. ;)

Star Wars: Outer Rim zu zweit: In „Star Wars: Outer Rim“ stehen die Spieler nicht direkt auf der Seite des Imperiums oder der Rebellen, sondern wir sind Schmuggler, Diebe oder Kopfgeldjäger. Wir fliegen von einem Ende der Galaxie zum anderen und erfüllen dabei Aufträge, liefern Waren ab, jagen Köpfe für Geld oder erfüllen sonstige kleine Gefallen. Im Laufe der Zeit kann man sich durch das verdiente Geld bessere Schiffe leisten, Crew anheuern und mehr Ausrüstung kaufen.

„Star Wars: Outer Rim“ lebt von seinem Thema. Die Planetennamen sind alle bekannt, jeden Charakter hat man bereits in einem Film oder Buch angetroffen und auch die Personen, die man unterwegs trifft oder anheuern kann, hat man schon gehört … wenn man eingefleischter Star-Wars-Fan ist. Wenn man, so wie ich, nur die Filme gesehen hat – und das vor langer, langer Zeit – dann könnten die Charaktere auch Hugo und Peter oder Picard und Data heißen und wir könnten von Planet Blah auf Planet Blub fliegen, es würde rein gar nichts am Spielgefühl ändern. Teilweise ist es sogar hinderlich, wenn auf „bekannte“ Symbolik gesetzt wird. Die Logos von Imperium und Rebellen kann ich dank X-Wing gerade noch so auseinanderhalten. Aber Syndikat und Hutts? Ich bin froh, wenn mir überhaupt nur ein Hutt einfällt. Und so sucht man mitunter auf dem Plan oder dem Tableau das richtige Symbol. Das passiert auch bei den Namen: So muss man sehr oft Dinge von irgendwo nach Planet XY bringen. Dadurch, dass das Universum bei jedem Spiel neu zusammengesetzt wird (und ich mich frage, wie das wissenschaftlich geht), muss man jedes Mal von vorne suchen, wo jetzt der Planet XY liegt. Und da mir die Namen auch nichts sagen, hab ich es meist zwei Runden später wieder vergessen.

Und so negativ das klingt, das Thema „Kopfgeldjagd und Aufträge erfüllen im Weltraum“ schwingt dennoch mit. So jagte ich einen Typen, konnte ihn auch im Bodenkampf überwältigen (durch einen simplen Würfelwurf) und konnte wählen, ihn direkt vor Ort zu lynchen oder auszuliefern. Da der Auslieferungsort aber so weit weg war und ich keine Lust auf den Umweg hatte, machte ich kurzen Prozess mit ihm. Als ich dann aber eines meiner Schiffsziele erfüllen wollte, hieß es: „Wenn du einen Gefangenen auslieferst …“. Von lebendig stand da aber nichts. Wir stellten uns beide bildlich vor, wie ich dann mit dem Kopf in der einen und dem Körper in der anderen Hand bei der Auslieferung stehe und die Schultern zucke und sage, dass das bestimmt wieder genäht werden kann. Das war einer der lustigen und erinnerungswürdigen Momente im Spiel.

Sehr positiv fand ich die Gesinnung bzw. Zugehörigkeit der Charaktere. So startet man zwar mit einer gewissen Vorliebe für eine der vier Fraktionen Rebellen, Imperium, Syndikat und Hutts. Im Laufe des Spiels kann man aber für die einen oder gegen die anderen Aufträge erfüllen und steigt bzw. sinkt so in der Gunst. Ich war am Ende des Spiels mit allen Fraktionen außer den Rebellen BFF („Best Friends Forever“, wer kein Jugendslang kann), was mein Leben etwas einfacher machte, denn so stoppten mich die umherfliegenden Schiffe auf dem Spielplan nicht mehr. Auch positiv ist, dass man bei Kämpfen nicht sterben bzw. das eigenen Raumschiff nicht zerstört werden kann. Wenn die Schadensmarker die Grenze erreichen, muss man sich nur am Spielanfang des nächsten Zuges regenerieren, was bedeutet, dass man sich nicht bewegen darf. Ansonsten kann man den Zug ganz normal ausführen. Es stört also ein klein bisschen, sodass man es nicht drauf anlegt, zu sterben, aber es bringt einen auch nicht um … (Nach dem Wortwitz musste ich selbst erstmal 'ne Weile nachdenken …)

Ein Punkt, auf den ich zuletzt verstärkt bei Spielen achte, ist die Spannungskurve. Sprich, wie entwickelt sich das Spiel im Laufe der Zeit. Baue ich eine Engine auf, die immer mehr Fahrt aufnimmt? Werde ich immer stärker, damit es nicht eintönig wird? Werden die Gegner immer stärker, damit es nicht zu einfach wird? „Star Wars: Outer Rim“ würde ich mit einer relativen flach steigenden Spannungskurve beschreiben. Im Laufe der Zeit bekomme ich bessere Schiffe, Crewmitglieder und Ausrüstung, sodass mir einige Aufträge leichter fallen. Aber im Prinzip mache ich in der ersten Runde das gleiche wie in der letzten: Ich suche Aufträge und fliegen von A nach B, um diese zu erfüllen. Eigentlich flacht die Kurve sogar etwas ab, da am Anfang noch viele Begegnungsmarker verdeckt auf dem Plan liegen. Diese werden nach und nach aufgedeckt, sodass dieses Überraschungselement im Laufe des Spiels wegfällt. Mit den Begegnungskarten auf den Planeten bleibt immerhin noch etwas Überraschung. Das trägt die lange Spielzeit aber nicht. Wie saßen ca. zwei Stunden am Spiel, brachen aber bei 6/10-tel des Spiels ab (der Führende hatte 6 von 10 Siegpunkten erreicht), weil neue Spieler zur Gruppe kamen. Es hätte also ggf. nochmal eine Stunde gedauert. Für das Gebotene sind mir aber drei Stunden echt zu viel.

Alles in allem: „Star Wars: Outer Rim“ war für mich ein ganz gutes Spiel. Ich würde es vermutlich noch einmal mitspielen, wäre aber nicht traurig, wenn mich keiner mehr zu einer Partie einlädt. Star-Wars-Fans können vermutlich wesentlich mehr mit dem Thema und dem Spiel anfangen. (Wertung: 6,5)
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TIME Stories: Madame zu viert: Die erste Reihe von TIME Stories ist mit dem letzten Teil „Madame“ vorbei. Und Mensch, was war das für ein Abschluss? … Ich spoiler hier nichts über die Story, von der Mechanik muss ich aber ein bisschen etwas erzählen, damit man mir folgen kann. Wer nicht zu viel erfahren will, bitte Augen zu machen und bis zum nächsten Spiel vorscrollen … wobei Ihr nicht seht, wie weit Ihr scrollen müsst, wenn Ihr die Augen zugemacht habt … Hm, Ihr findet sicherlich selbst eine Lösung!

Zwei Mechaniken sind wichtig in „Madame“: Zum einen gibt es „aus Gründen“ sehr wenig Zeit pro Durchlauf. Das deutete sich in der Einleitung schon an und wir setzten den Zeitmarker spaßeshalber auf 5. Mensch, was waren wir überrascht, als wir ihn noch niedriger setzten mussten – und sich das im Laufe des Spiels auch nur minimal änderte. Das führte dazu, dass wir pro Zeitsprung nur maximal zwei Orte sinnvoll erkunden konnten, was tierisch frustrierend, weil zeitaufwändig war.

Die zweite Mechanik waren die neuen Wirte, die man wie bei „Hinter der Maske“ findet. Das hat mir wieder sehr gut gefallen und ist auch der Grund, wieso „Hinter der Maske“ mit zu meinen Lieblingsszenarien zählt. Das Problem bei „Madame“ ist aber, dass man auf diese nicht ewig Zugriff hat. Und benutzte/abgelegte Wirte kommen zurück in den Stapel. Und so mussten wir ständig die Charaktere wechseln und hin– und herlaufen, weil wir doch wieder die falschen dabei hatten. Auch das war nervig, denn eigentlich wollte ich nur eine gute Geschichte erleben.

Das alles führte dazu, dass wir nach ca. 15 Durchläufen und drei Stunden Spielzeit absolut keinen Bock mehr auf das Spiel hatten. Wir strichen also den Zeitmarker aus der Gleichung heraus, schafften jede Probe automatisch und hangelten uns so bis zum Ende der Story vor – was uns immer noch einen weitere Stunde kostete. Wenn die Story dann aber wenigstens spannend gewesen wäre … Aber leider traf das nicht zu. Von der Idee ist ist sie sicherlich ganz okay, nur gab es für uns leider wenig Hinweise, was wir eigentlich machen müssen, um die Mission erfolgreich abzuschließen. Im Nachhinein haben wir dann Hinweise erkannt, die uns im Spiel leider nichts sagten. Das kann man als eigene Dummheit abstempeln, ich fand es nur enttäuschend.

Und zum Ende, d.h. der letzten „Karte“, die uns das Spiel präsentiere, sag ich nur so viel: Das Spiel streckt einem den Mittelfinger entgegen und sagt laut „F... You“. Ich habe keine Ahnung, ob die Macher diese Reaktion bei den Spielern hervorrufen wollten, aber was zum Teufel haben die sich dabei gedacht?

TIME Stories ist mit „Madame“ zu Ende. Und das meine ich für mich bezogen wörtlich. Der letzte Fall hat mir das echt tolle Spielprinzip so verleidet, dass ich die neue Reihe „Revolution“ nicht anfassen werde. Sollte meine Spielgruppe es spielen wollen, habe ich bereits dankend abgelehnt. Ich habe aber das Gefühl, dass aber auch die von TIME Stories erst einmal genug haben. Es ist echt nicht zu fassen, wie man die Reihe eines prämierten Systems (immerhin war es zum Kennerspiel des Jahres 2016 nominiert) so enden lassen kann. Angeblich war es ähnlich wie das Staffelfinale von „Game of Thrones“, aber das hab ich nicht gesehen … (Wertung für „Madame“: 3,5)

PS: Wer mit mir (oder anderen) über das Spiel diskutieren will (sehr gerne im Übrigen!), es gibt dazu einen TIME Stories Thread.

Kitchen Rush: Burger Edition zu viert: Über die Live-Echtzeit-Erweiterung schreibe ich ggf. ein anderes Mal ausführlich. Auf alle Fälle haben wir gewonnen und konnten neun Burger und sogar etwas Salat an die vier hungrigen Gäste ausliefern. Bereit für das nächste Spiel …

Das Streben nach Glück zu viert: Dieses Mal inkl. der Kickstarter-Promo Extraleben. Und das erste – und vermutlich letzte – Mal in voller Besetzung. Die Downtime zwischen zwei Zügen war mitunter sehr hoch. Das Problem ist vermutlich, dass man sich zwar einen Plan für seine Aktionen zurechtlegen kann, aber dadurch, dass Projekte, Aktivitäten etc. weggekauft werden, muss man ggf. spontan neu taktieren, was Zeit kostet. Ich denke aber auch, dass wenn man das Spiel besser kennt, es etwas schneller von der Hand geht.

Ansonsten hat es mir wieder sehr gut gefallen. Mein Leben verlief ganz anders als im ersten Spiel zu zweit. Diesmal sucht ich mir sehr schnell einen Job als Video-Assistent, um Geld zu haben, was ich dann in HD-Fernseher und Stereoanlage investieren konnte. Passend dazu habe ich natürlich Amateurfilme gedreht. Es hat aber echt 'ne Weile (drei oder vier Jahrzehnte) gedauert, ehe ich groß im Kino mit meinem Meisterwerk herausgekommen bin. Zum Ausgleich des ganzen Stresses machte ich Yoga und kaufte mir ein Pferd. Für eine Beziehung blieb bis kurz vorm Rentenalter irgendwie keine Zeit. Eine nette Dame, die ich auf einem Filmfestival kennenlernte und mir ganze viele Freunde und eine Katze einbrachte, gesellte sich schlussendlich doch noch zu mir. Nur eine Familie konnten wir in der Zeit nicht mehr Gründen, aber ihre Kinder aus erster Ehe waren sicherlich eh schon groß. Zum Spielsieg hat es im Übrigen knapp nicht gereicht, mein Kontrahent war etwas glücklicher als ich. Aber das ist ja eigentlich auch egal, wenn man das ganze Leben lang Spaß hatte. :)

Ich will noch kurz auf die einzelnen Module der Erweiterung eingehen:
Events: Mit den Events deckt man am Rundenanfang eine Karte auf, die einen für die nächste Runde einen Bonus oder Malus gibt, wenn man eine Bedingung erfüllt/nicht erfüllt, die am Rundenende bzw. nächsten Rundenanfang geprüft wird. Dadurch liegen immer zwei Event-Karten da und ich fand es einfach zu unübersichtlich, welche Karte gerade gilt bzw. wie in der Schluss-/Aufbauphase was geprüft wird und wirkt. Eine neue Rundenübersichtskarte hätte da schon geholfen. Aber auch so fand ich das zu chaotisch.

Trends geben vor, welche Art von Zielen (Kunst, Soziales, Politik etc.) am Ende des Spiels noch einmal extra Punkte bringen. Sprich, man hat ähnlich wie bei den Lebenswerken noch einmal etwas, wo alle Spieler darauf hinarbeiten und sich ggf. in die Quere kommen. So spannend fand ich das aber nicht, da ich lieber mein Leben thematisch spielen möchte. Die Lebenswerke sind mir Ziel genug, daher spiele ich zukünftig ohne Trends.

Haustiere: Die fand ich klasse. Sie altern automatisch und sagen irgendwann „Goodbye“ zu ihrem Besitzer. Dafür bringen sie in der Zeit dauerhaft Siegpunkte ein, müssen aber eben auch gefüttert werden (meistens mit Geld), damit sie nicht weglaufen. Jedenfalls fand ich das eine nette weitere Option für die Kategorie „Unnütze Dinge, die ich mir kaufen kann”.

Freiberufler: Im Gegensatz zu den regulären Jobs kann ich damit nicht aufsteigen. Dafür kann ich aber in jeder Einkommensphase freiwillig Überstunden machen (mehr Ressourcen zahlen), um ein bisschen mehr Geld zu bekommen. Das fand ich echt hilfreich, weil ich so jede Runde selbst neu entscheiden konnte, wie viel ich in den Job investieren will, je nachdem, ob ich das Geld brauchte oder nicht. Daher hat mir die Erweiterung auch sehr gut gefallen.

Alles in allem ist „Das Streben nach Glück” nach wie vor ein sehr gutes Spiel. Ich glaube aber, drei Spieler ist die Maximalbesetzung. Die Spielzeit zu viert mit ca. drei Stunden Spiel- bzw. Wartedauer ist mir einfach zu lang. (Wertung: 8,0)
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Glück auf: Das Kartenspiel zu zwei: Ich habe „Glück auf“ vor vielen Jahren gespielt und fand es ein sehr gutes Arbeitereinsetzspiel. Ich hätte es mir sogar fast gekauft, aber irgendwie sagte es mir dann doch nicht zu 100% zu. Das Kartenspiel hat mit dem Brettspiel aber gefühlt sehr wenig zu tun …

Im Kartenspiel hat jeder Spieler Arbeiterhandkarten mit den Werten 1-3 (im Zweipersonenspiel zumindest). Diese kann er einsetzen, um Loks, Waggons oder Loren zu kaufen. Diese muss er nach einer bestimmten Symbolik auf seinen drei Schienenfeldern anlegen. Die Kohle aus den Loren muss aber erst durch eine weitere Aktion auf die Waggons geladen werden. Danach kann man den Zug durch eine Aktion abfahren lassen, wenn man zuvor durch eine Aktion eine entsprechende Zielkarte genommen hat, deren Bedingungen man erfüllt. Eine Aktion kann nicht nur einmal genutzt werden. Ein nachfolgender Spieler muss aber mehr Arbeiter dafür ausgeben.

Und so spielt man für sieben Runden und zählt dann die Siegpunkte für Aufträge, Loren und Bonuskarten zusammen. Und der Spannungsbogen ist – wie fast vermutet, nicht vorhanden bzw. eine flache, eher nach unten gehende Linie. In Runde 1 baute ich meine Loren und Waggons auf. In Runde 2 suchte ich mir Loks und Aufträge und ließ alles abfahren. In Runde 3 hatte ich exakt das gleiche, nämlich leere Spielertableau wie in Runde 1 vor mir liegen und der Kreislauf fing von vorne an. Es ändert sich rein gar nichts im Spielablauf über die sieben Runden.

Zu zweit kommt man sich ein bisschen in die Quere, weil plötzlich Aktionen mehr Arbeiter brauchen oder mein Gegner mir doch die eine Lok wegschnappt, die ich haben wollte. (Es gibt sie in verschiedenen Farben und durch Bonuskarten gibt das Punkte.) Aber das hält sich arg in Grenzen. Zu viert stelle ich mir das Spiel dafür sehr interaktiv ggf. sogar frustrierend vor.

Alles in allem hinterließ „Glück Auf: Das Kartenspiel“ bei mir eher einen Eindruck von „Egal“. Ich muss es also nicht noch einmal spielen, erleide aber auch keine Qualen, wenn ich müsste. (Wertung: 6,0)
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20190728_glueckauf.jpg (86.7 KiB) 786 mal betrachtet

War das jetzt ein erfolgreicher Spieletag? Wenn ich auf die reinen Wertungsnoten schaue, war es nur ganz okay. Vor allem das Spiel-/Zeitverhältnis war nicht gut. Normalerweise spielen wir in der Zeit die doppelte Anzahl an Spielen bzw. ist die Wartezeit bei anderen Spielen geringer. Aber zumindest saß ich mit Freunden zusammen, wir haben uns gut unterhalten und schön gemeinsam gegessen. Das ist ja auch etwas! Beim nächsten Mal darf aber niemand die Wohnung betreten, wenn er nicht Panamax oder CO² mitspielt.
Zuletzt geändert von Dee am 30. Juli 2019, 17:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 30. Juli 2019, 11:43

Dee hatte geschrieben: "... Für mich spielen sich solche Art von Rollenspielen leichter, wenn ich die Sprache beherrsche. Im Englischen geht immer mal wieder ein Wort durch die Lappen, was viel von der Stimmung nimmt. "

Das geht mir auch so. Deshalb hatte ich erwähnt, daß ich mit meinen mäßigen Englischkenntnissen zurecht gekommen bin. Einstweilen genügt es mir jemanden zu kennen, bei dem ich es gelegentlich nochmal spielen kann. Für mich hoffe ich, daß es irgendwo auch auf Deutsch rauskommt, aber wenn ich diese Hoffnung irgendwann aufgebe könnte ich auch die englische Version gebrauchen.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon SpieLama » 31. Juli 2019, 09:38

Yeti MZ hat geschrieben:Dee hatte geschrieben: "... Für mich spielen sich solche Art von Rollenspielen leichter, wenn ich die Sprache beherrsche. Im Englischen geht immer mal wieder ein Wort durch die Lappen, was viel von der Stimmung nimmt. "

@Yeti MZ: Falls Du möchtest, kannst Du Nutzer mit der Quote-Funktion zitieren. Das obige Zitat sieht dann so aus.

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[quote="Yeti MZ"]Dee hatte geschrieben: "... Für mich spielen sich solche Art von Rollenspielen leichter, wenn ich die Sprache beherrsche. Im Englischen geht immer mal wieder ein Wort durch die Lappen, was viel von der Stimmung nimmt. "[/quote]

Noch mehr Tipps zur Forumsnutzung findest Du unter viewtopic.php?f=63&t=386155&p=398663.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 31. Juli 2019, 14:15

SpieLama hat geschrieben:
Yeti MZ hat geschrieben:Dee hatte geschrieben: "... Für mich spielen sich solche Art von Rollenspielen leichter, wenn ich die Sprache beherrsche. Im Englischen geht immer mal wieder ein Wort durch die Lappen, was viel von der Stimmung nimmt. "

@Yeti MZ: Falls Du möchtest, kannst Du Nutzer mit der Quote-Funktion zitieren. Das obige Zitat sieht dann so aus.

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[quote="Yeti MZ"]Dee hatte geschrieben: "... Für mich spielen sich solche Art von Rollenspielen leichter, wenn ich die Sprache beherrsche. Im Englischen geht immer mal wieder ein Wort durch die Lappen, was viel von der Stimmung nimmt. "[/quote]

Noch mehr Tipps zur Forumsnutzung findest Du unter viewtopic.php?f=63&t=386155&p=398663.

Vielen Dank, das hatte ich auch versucht, wollte das Zitat dann noch etwas kürzen, habe dabei wohl zu viel gelöscht, und dann fand ich es einfacher das gekürzte Zitat in Anführungszeichen zu setzen.

Die Beiträge zu Call to Adventure & Tribe möchte ich noch mit dem Spiel verknüpfen, bei CtA habe ich die geforderten Daten eingegeben, bei Tribe habe ich sie nicht.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 31. Juli 2019, 17:20

Dee hat geschrieben:Danke Maery, für die Eindrücke. Bei „Underwater Cities“ hat mich bisher immer die Spielzeit abgeschreckt (siehe mein Bericht gleich von anderen Spielen). Selbst zu zweit dauert es ja zwei Stunden.


Also ich kann komplett nachvollziehen, dass du einige Spiele wegen der Spielzeit schlecht findest. Geht mir ja genauso.
Aber Underwater Cities hat bei uns selbst in der Erstpartie zu zweit keine 2 Stunden gebraucht. Also wir brauchen ca. 90 min zu zweit...

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 1. August 2019, 19:43

Yeti MZ hat geschrieben:Bei Tribe von Itten kommt es neben der Geschicklichkeit auf die taktische Auswahl von Farben, Formen & Positionierung an (ähnlich TokioHighway vom gleichen Verlag). 5 Holzgestalten stehen bereit, um mit bunten Bauteilen verschiedener Formen behängt zu werden. Zum Beispiel für das 3. (bzw. 5.) Teil der gleichen Form oder Farbe bekommt man 1 (bzw. 2) Punkte, ebenso für die 3. neue Form / Farbe. Und auch wenn durch den Zug die 3. (oder 5.) Figur mit einer bestimmten Form (oder Farbe) ausgestattet wurde, gibt es die entsprechenden Punkte.
Wichtig ist es zu erkennen, mit welchem Teil an welcher Gestalt die meisten Punkte zu holen sind. Es könnte vorkommen, daß man mit einem kniffligen Balanceakt einen Punkt erzielt, und dabei übersieht, daß eine andere Figur die einzige ist, die noch kein grünes Teil trägt, und auch als einzige keinen Stab hat. Mit dem grünen Stab wären dann dort 2+2 Punkte erreichbar gewesen. Da der Stab oft schwierig zu platzieren ist, könnte es sogar sinnvoll sein, das riskante Baumanöver den Mitspielern zu überlassen. Aber wenn man nicht entdeckt hat, daß man für das problemlose Aufhängen eines Ringes mehr Punkte bekommen hätte, ist das ärgerlich.
Die Auswahl des zu verbauenden Teiles wird durch einen Würfelwurf eingeschränkt, es könnte beispielsweise sein, daß man weder die gleiche Form, noch die gleiche Farbe wie der Vorgänger verwenden darf. Sowohl das Erkennen der Möglichkeiten Punkte zu ernten, als auch das Bauen werden im Spielverlauf schwieriger, man wächst an den Aufgaben. Leider ist einer der Mitspieler da gestern schneller gewachsen.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon SpieLama » 1. August 2019, 21:42

Yeti MZ hat geschrieben:Die Beiträge zu Call to Adventure & Tribe möchte ich noch mit dem Spiel verknüpfen, bei CtA habe ich die geforderten Daten eingegeben, bei Tribe habe ich sie nicht.

Ich habe Tribe angelegt. Den Call-to-Adventure-Beitrag von dir habe ich mit dem Spiel verknüpft, Tribe hast du ja schon selbst verknüpft. Danke dafür. Mehr zum Verknüpfen von Forumsbeiträgen findest du auch unter viewtopic.php?f=63&t=391291.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 3. August 2019, 19:23

Kingdom Builder zu viert: Das Spiel des Jahres 2012 spiele ich sehr selten, aber sage normalerweise zu einer Partie nicht nein. Wir spielten das Grundspiel ohne Erweiterungen. Als Startspieler hatte ich den enormen Vorteil, dass ich mir gleich die Bonusplättchen sichern konnte, die es nur zweimal auf dem Spielfeld gab. Mir kam das zwar unfair vor, wenn nicht alle die Chance auf so ein Plättchen haben, aber wenn das Spiel es so vorgibt, dann soll es wohl so sein. Zusammen mit einem anderen Bonusplättchen konnte ich pro Runde fünf statt drei Häuser auf das Spielfeld setzen. Es war damit klar, dass ich auch das Spielende einläuten würde.

Das bedeutet natürlich nicht automatisch den Spielsieg, aber auch im Spiel war mir das Glück hold und ich konnte mich sehr gut ausbreiten so, wie es die drei Ziele verlangten. Und so lag ich mit meinem 69 Punkten mit etwas Vorsprung vor dem Zweitplatzierten (mit 60, der das Spiel im Übrigen zum ersten Mal spielte). Die beiden Besitzer des Spiels landeten im Übrigen mit 30 und 25 Punkten sehr weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Es hilft sicherlich, wenn man „Kingdom Builder“ schon einmal gespielt hat. Wenn die Karten aber blöd kommen, kann auch ein erfahrener Spieler einem Neuling kaum etwas entgegensetzen. Ich mag so einen großen Zufall meist nicht, wenn er spielentscheidend ist, aber das Spiel ist so schnell vorbei, dass es mich weniger stört. (Wertung: 7,5)

Adventure Games: Die Monochrome AG zu viert: Das zweite Kapitel wartete auf uns. Und ich weiß wieder, wieso ich Point&Click-Adventure immer wieder verfluchte. Wenn man irgendwann auf dem Schlauch steht und nach endlosen Versuchen jeden Gegenstand stupide mit jedem anderen und zusätzlich noch mit jedem Ort kombiniert hat, ist es einfach frustrierend und man greift zum Lösungsheft. Das liegt dem Adventure Game aber nicht bei und auch online habe ich vergebens nach der der Lösung für ein spielentscheidendes Rätsel gesucht.

Zum Hintergrund: Normalerweise war es bisher bei jeder Kleinigkeit so, dass wir Dinge untersuchen/anschauen konnten und wenn wir damit hätten interagieren wollen, wir woanders weiterlesen müssen. Bis auf eine entscheidende Stelle! Der Charakter eines Spielers war daraufhin außer Gefecht und die anderen mussten ihm helfen. Und bis zum Ende des Kapitels fanden wir die Lösung für diese Hilfe nicht. Stattdessen stieg der Alarmzähler immer weiter. Und für den Mitspieler war es frustrierend, weil er neun Runden lang (und in Teil 3 dann vermutlich noch ein paar mehr) nicht mehr mitspielen durfte. Auch wenn es ein kooperatives Spiel ist, sinkt die Lust, wenn man die eigene Spielfigur nicht durch die Gegend bewegen und keine eigenen Entscheidungen mehr treffen darf.

Einen weiteren Nachteil merke ich bei dem Spielprinzip: Ein Spieler kann in seinem Zug sehr wenig machen: eine Bewegung und eine Aktion, wobei Aktion eben Ort untersuchen, Gegenstände kombinieren oder Gegenstand auf Ort anwenden sein kann. Wenn man wie wir oben aber etwas planlos ist und teils unsinnig Gegenstände kombiniert, geht extrem viel Zeit verloren. Eine einzelne Aktion, App-Antwort „Das geht nicht“, nächster Spieler. Es machte keinen Spaß, denn wir wollten doch etwas erreichen. Diese „Nullzüge“ (weil sie das Spiel Null voranbringen) ziehen das Spiel aber nur unnötig in die Länge. Hier führen wir sicherlich noch Hausregeln ein: Solange eine Aktion keine sinnvolle Reaktion (also wenn es die Nummer im Abenteuerbuch nicht gibt) erzeugt, darf man weitere Aktionen ausführen.

Und auch die Fahrstühle der Monochrome AG nutzen wir inzwischen nicht wie im Handbuch beschrieben. Wenn man von Ebene X aus Turm 1 zu Ebene Y in Turm 2 wechseln will, benötigt man dafür zwei Runden. Erst von Ebene X in die Lobby. Und dann im nächsten Durchgang mit dem anderen Fahrstuhl zu Ebene Y. Auch das kostet nur unnötig Zeit, bringt das Spiel dafür nicht schneller voran. Es erinnert auch hier an die teils langen Laufwege in Point&Click-Adventuren, wo man über zig Bildschirme immer nur direkt zum Ausgang (nächsten Bildschirm) gehetzt ist (Doppelklick sei manchmal Dank).

Ich bin gespannt, wie sich das in Teil 3 auflöst. Und auch, ob unser auf dem Schlauch stehen und einmal eine falsche Entscheidung treffen das ganze Spiel scheitern lässt. Das wäre in meinen Augen sehr schade. (Wertung: nur noch 7,0)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon AndreasB78 » 3. August 2019, 21:35

Dee hat geschrieben: Startspieler hatte ich den enormen Vorteil, dass ich mir gleich die Bonusplättchen sichern konnte, die es nur zweimal auf dem Spielfeld gab. Mir kam das zwar unfair vor, wenn nicht alle die Chance auf so ein Plättchen haben, aber wenn das Spiel es so vorgibt, dann soll es wohl so sein.


Hallo,

naja, zumindest einer Deiner Mitspieler hätte sich die gleichen Plättchen ja auch nehmen können. Oder meinst Du, Du hast beide Plättchen aus einem einzigen Ort genommen? Dann hättest Du gegen die Regeln verstoßen :-)

Viele Grüße,
Andreas

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 3. August 2019, 22:12

Nein nein, ein anderer Mitspieler hatte noch die Chance. Aber die anderen beiden fühlten sich benachteiligt, was ich sehr gut verstehen kann. Bei denen kamen die Karten nämlich nicht gut, sodass sie sich auch nicht an das andere Bonusplättchen, was es nur zweimal gibt, hätten setzen können. Im Gegensatz dazu konnte ich das auch noch ergattern.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon AndreasB78 » 3. August 2019, 22:25

Ah, ok, ist nachvollziehbar. Im Einzelfall kann es insbesondere in 4er-Runde tatsächlich mal richtig dumm laufen. Aber meiner Erfahrung nach sind solche Konstellationen erfreulich selten (und im 2er gibt es die eigentlich gar nicht).

Viele Grüße,
Andreas.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 4. August 2019, 17:28

Dee hat geschrieben:Kingdom Builder zu viert: [...] Es hilft sicherlich, wenn man „Kingdom Builder“ schon einmal gespielt hat. Wenn die Karten aber blöd kommen, kann auch ein erfahrener Spieler einem Neuling kaum etwas entgegensetzen. Ich mag so einen großen Zufall meist nicht, wenn er spielentscheidend ist, aber das Spiel ist so schnell vorbei, dass es mich weniger stört. (Wertung: 7,5)



Das sehe ich auch so. Als erfahrener Spieler kann man besser einschätzen, welche Plättchen am wichtigsten sind, und hoffen, daß die Neulinge andere nehmen. Aber wenn die Karte dazu so gar nicht passen will, dann ist man hinten dran, egal wieviel Erfahrung man hat. Das nervt mich auch etwas an dem Spiel. Letztlich entscheiden die ersten ein, zwei, maximal drei Runden schon sehr viel vom Ergebnis. In der Hinsicht gefällt mir Dokmus besser (allerdings ist da der Spannungsbogen nicht sehr groß).

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon hgzwopjp » 5. August 2019, 00:56

Über lange Zeit nicht auf den Tisch gekommen (weil von den Päderbörnern verschmäht wie nahezu alles, wo Key draufsteht), bedeutet anderer Ort, größeres Publikum auch, daß ich Key Market in letzter Zeit mehrfach spielen konnte. So hat die Wiese im Ort, den es nicht gibt, eben so seine Vorteile...

Auch wenn ich damals[tm] einen nahezu horrenden Preis für ein gebrauchtes Exemplar hingelegt habe, mag ich das Spiel immer noch sehr gerne. Durch die immer neue Kombination an Gilden hat man eine hinreichend gute Wiederspielbarkeit, meist bieten sich verschiedene Strategien an. Vorausgesetzt, man mischt die Gilden gut genug. Andererseits hat man immer auch einen starken Effizienzwettstreit, um in einer Gilde die höchste Position (Meister) zu erreichen (bei den meisten Gilden kann das nur einer werden), insbesondere bei den Gilden, die im Winter einen Produktionsvorteil bieten.Denn sonst hat man einen Hänger in der Mitte des Spiels - kaum bis keine Produktion, aber Kosten der Arbeiter. Und schmeißt man zu viele raus, kommt man bis Spielende nicht mehr zu genügend vielen Arbeitern, und die besten Plätze sind dann eh belegt.

produziermitmir.jpg
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Leider vergesse ich häufig, mitten im Spiel schon Photos zu machen (und meine Handyknipse ist nur recht mittelprächtig), denn am Ende ist ja alles abgeräumt. Das erste zeigt das Ergebnis, wenn man ungestört produzieren kann, weil man sowohl in der Gilde der quadratischen Produzierer... ähm... der Tuchhändler Meister ist, als auch in der Gilde der Lohnknauserer... ähm... der Marschälle. Wer nichts kostet, läuft auch nicht Gefahr, im Winter entlassen zu werden.. :cool: Irgendwie war am Spielende gefühlt die Hälfte aller Ressourcen hinter meinem Sichtschirm. Soviel Punkte hatte ich noch nie (ja, für die (meisten? alle?) Gegner war das das erste Spiel, aber die Punktedifferenz ist schon krass).

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Beim zweiten Bild habe ich zwischendurch ein Photo gemacht. Trotz Meister der Quadrate bin ich durch blau um zwei Punkte geschlagen worden (wurde aber bei den Marschällen im Wettrennen geschlagen von gelb - welches aber auch nicht genug produziert hat, um zu gewinnen). Blau hatte zwischendurch nur ein oder zwei Arbeiter auf dem Brett, aber immerhin zwei Sets an Ressourcen für die Arbeitergilde, und viele viele Punkte durch die Gilden selber (wegen Meister in der Gilde der Spieler).

blau.jpg
blau.jpg (311.05 KiB) 257 mal betrachtet


Von letzter Woche habe ich leider kein Bild, da hat ein anderer Spieler das Rennen um die Quadrate gemacht, und war Meister in der Arbeitergilde mit sogar drei Sets an Ressourcen. Allerdings hatte er zwischenzeitlich gewisse Probleme mit der Finanzkraft und mußte alle Arbeiter bis auf einen entlassen, so daß es dann doch nicht gereicht hatte zum Sieg. Wenn die Arbeiter auch alle auf runden Feldern stehen, hilft die Tuchhändler-Gilde nicht...
Zuletzt geändert von hgzwopjp am 5. August 2019, 22:40, insgesamt 3-mal geändert.


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