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In Schweden kosten die Spiele!
Verfasst: 25. November 2002, 11:32
von Patrik Strömer
Ich will nur alle Deutsche Spieler/innen erzählen das Brettspiele (Und auch Kartenspiele) nicht sehr teuer ist. In Deutschland.
In Schweden kosten z.B. Ohne Furcht und Adel (Ubersetzung: Citadels) etwa 25€.
DSvC kostet 40€.
Wenn alle meine Freunde nicht Deutsch verstehen (Ich schaffe die Regeln mindestens) muss ich manchmal englische varianten kaufen oder Schwedische. Das kostet.
Was denkt Ihr? Wäre die Preise niedriger sollten mehrere Schweden Brettspiele spielen? Warum spielen deutsche Leute so viel? Warum ist German Games einen begriff in USA?
/Strömer
Re: In Schweden kosten die Spiele!
Verfasst: 25. November 2002, 11:39
von friedemann
>
> Was denkt Ihr? Wäre die Preise niedriger sollten mehrere
> Schweden Brettspiele spielen?
Wahrscheinlich ein bisschen, aber Schweden hat meines Wissen höhere Steuern (z.B. Mehrwertssteuer) und alles was man nicht direkt zum Leben braucht inst verhälnismäßig teurer, dafür soll man ja dort auch eine bessere soziale Absicherung haben.
Warum spielen deutsche Leute so
> viel?
Es gibt hier einfach eine Tradition des Familienspiels. Die Familien setzten sich zusammen und spielen gemeinsam, was in anderen Ländern nicht so stark verbreitet ist. Das führt hier in Deutschland zusätzlich dazu, daß Studentengruppen dann auch viel spielen usw.
Warum ist German Games einen begriff in USA?
Weil es in Amerika immer nur zwei große Strömungen gab: Der ganze Hasbro Plastikscheiß für Kinder mit ihrem Müttern und die große Vielfalt an Konfliktsimulationen für die (meist männlichen) Freaks. Es gab die ganze Avalon Hill Geschichte mit den vielen Pappcountern. Holzmaterial war doch eher selten. Über das Internet haben dann aber die Amerikaner entdeckt, daß da noch mehr ist und daß das hauptsächlich aus Deutschland kommt
Wenn auch nur aus dem hohlen Bauch geantwortet und nur als Gerücht verifiziert, sollten die Antworten in der Nähe der Wahrheit liegen. ;-)
friedemann
Fast überall kosten die Spiele ...
Verfasst: 25. November 2002, 11:47
von Ralf Arnemann
... mehr als in Deutschland - siehe dazu auch unten das Beispiel aus den Niederlanden.
Wobei man natürlich nur Originalversionen vergleichen sollte. Wenn durch Regelübersetzungen noch Zusatzkosten entstehen, ist ein höherer Preis logisch und angemessen.
Aber ziemlich generell gilt, daß der deutsche Einzelhandel durch beinharten Wettbewerb rationeller arbeitet und günstiger anbietet als in den meisten anderen europäischen Ländern. Die Handelsmargen sind in den meisten Branchen auch um Größenordnungen niedriger.
Das wird in den nächsten Jahren noch spannend, weil ja durch den Euro die Preise direkt vergleichbar werden und man immer leichter grenzüberschreitend kaufen kann.
Re: In Schweden kosten die Spiele!
Verfasst: 25. November 2002, 12:45
von peer
Hi,
die meisten Spiele werden in Deutschland produziert und ich denke dass dies auch ein Faktor ist - Import kostet im allgemeinen (Ich weiss nicht wie es bei schwedischen Spieleverlagen ist, aber da kenn ich eh nur einen - der in dem Svea Rike erschienen ist).
Wie schon von Friedemann angedeutet ist die Spieleszene in Deutschland schon was besonderes - in keinem anderen Land gibt es eine solche Szene. Das mag mit der Tradition zu tun haben oder mit mehr Freizeit oder mit anderen Gründen, die ich nicht kenne. Jedenfalls hat sich hier eine Brettspielszene entwickelt, die in anderen Ländern bestenfalls im Entstehen ist.
Das besondere an der "German games" ist dass sie mehr bieten als die reinen Partyspiele bzw. mehr als nur Variationen bekannter Themen (Jenag-Verschnitte, Vier gewinnt, Schiffe versenken etc.), aber auch für Nichtfreak erfassbar sind. Zudem sind sie qualitativ auch hochwertig.
Warum waren de Sammelkarten so beliebt? U.a. dswegen, weil man damit auch als Erwachsener anspruchsvoll spielen kann, ohne Scahchspieler zu werden. Dasselbe gilt auc für German Games...
ciao,
Peer
Re: Fast überall kosten die Spiele ...
Verfasst: 26. November 2002, 18:31
von Stephan Zimmermann
Ralf Arnemann schrieb:
> Wobei man natürlich nur Originalversionen vergleichen sollte.
> Wenn durch Regelübersetzungen noch Zusatzkosten entstehen,
> ist ein höherer Preis logisch und angemessen.
Naja, die Regeln werden nur einmal übersetzt und nicht für
jedes Spiel extra :-)
10 € oder mehr mehr rechtfertigt das nicht.
Stephan
Re: Fast überall kosten die Spiele ...
Verfasst: 27. November 2002, 11:08
von Ralf Arnemann
> Naja, die Regeln werden nur einmal übersetzt und nicht für jedes Spiel extra
Die Kosten für eine Regelübersetzung müssen aber auf die komplette Auflage umgelegt werden (und so groß wird die schwedische Auflage nicht sein).
Und es ist ein lästiger Mehraufwand, die gelieferten Spiele alle nachträglich noch mit einer zusätzlichen Regel zu versorgen.
> 10 € oder mehr mehr rechtfertigt das nicht.
Ohne Kenntnis der Auflagenhöhe und der genauen Kosten kann das keiner von uns Beiden beurteilen.
Insbesondere, da nur ein Teil der 10 Euro mit den Entstehungskosten zu tun hat, der übrige Teil sind Steuern und Handelsspanne.
Grundsätzlich halte ich "gerechtfertigt" für einen fragwürdigen Begriff.
Der Hersteller kalkuliert die Preise nach seinen Kriterien und Rahmenbedingungen, und der Kunde entscheidet dann, ob ihm das Produkt den geforderten Preis wert ist.