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Wie gut kann Carcassone sein?
Verfasst: 28. November 2002, 21:21
von Lol Margue
Hallo ihr im Netz
sitz ihr wieder vor der Kiste? anstatt vor dem Brett.
ich muss zugeben, wir sind keine immer nur Carcassone Spieler,
aber ein paar mal haben wirs schon gespielt.
Unsere Tochter (4 Jahre) hat vestanden wo und wie man Kärtchen anlegt.
Sie weiss auch wo und wie man die Spielfiguren hinstellen darf.
Sie ist aber zu jung um richtig entscheiden zu können was mehr Punkte einbringt.
Aber trotzdem hat sie beide Partien in denen sie mitgespielt hat ... gewonnen.
Wie gut kann ein Spiel sein in dem jeder sich anstrengt und dann doch nachher der Zufall gewinnt?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Vielleicht mit anderen Spielen? Unsere Tochter schneidet auch nicht schlecht bei Zapp-Zerapp ab obwohl sie sich meistens auch hier wahllos entscheidet.
Webartige Grüsse
LOL
Re: Wie gut kann Carcassone sein?
Verfasst: 28. November 2002, 21:36
von GünterCornett
Lol Margue schrieb:
> Unsere Tochter (4 Jahre) hat vestanden wo und wie man
> Kärtchen anlegt.
> Sie weiss auch wo und wie man die Spielfiguren hinstellen darf.
>
> Sie ist aber zu jung um richtig entscheiden zu können was
> mehr Punkte einbringt.
>
> Aber trotzdem hat sie beide Partien in denen sie mitgespielt
> hat ... gewonnen.
Die Wahrheit kann manchmal ganz schön hart sein ...
Woraus schliesst du, dass sie zu jung ist, die richtige Entscheidung zu treffen ?
> Wie gut kann ein Spiel sein in dem jeder sich anstrengt und
> dann doch nachher der Zufall gewinnt?
Das ist bei Spielen dieser Art immer so:
Gewinnt man, ist es das eigene taktische Geschick,
verliert man, ist es Zufall (was denn sonst?).
> Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Tja, wo Denken Glücksache ist, wird das Denkspiel eben zum Glückspiel. Hauptsache, es macht Spass.
> LOL
;-)
Gruß, Günter
Der Poker-Effekt
Verfasst: 28. November 2002, 21:37
von Gustav der Bär
Vielleicht ist deine Tochter ja eine begnadete Zockerin und wiegt dich nur in dem Glauben, sie wüßte nicht, wie man Punkte macht.
Man kennt das doch aus Western: "Oh, Sie spielen das was mit Karten? Das ist ja interessant. WIE heißt das? Nein, nie gehört. Darf ich´s auch mal probieren? Ja, danke. Aber ich hoffe, Sie sind mir nicht böse, weil ich manchmal leichtfertig mein Geld auf Spiel setze. Hmmm ... und ich darf die wirklich alle austauschen? Ja? Na ... ich glaube, ich tausche nur drei aus, drei ist nämlich meine Glückszahl, wissen Sie?" :-)
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)
Re: Wie gut kann Carcassone sein?
Verfasst: 28. November 2002, 21:42
von Lol Margue
Hallo Günter,
sie ist erst 4 und kann nur mit einem Würfel bis 6 zählen.
Gruss
LOL
Re: Wie gut kann Carcassone sein?
Verfasst: 28. November 2002, 22:16
von Dimi
Hi Lol!
> sie ist erst 4 und kann nur mit einem Würfel bis 6 zählen.
Na, dann wird es Zeit für ein Würfel-Upgrade... ich würde den 20-Seitigen vorschlagen :-)
Spaß bei Seite.
Eine meiner Nichten ist 5, und die zieht mich voll über den Tisch bei "Rummikub". Ich spiel schon micht mehr mit, schwächt mein Selbstgefühl :-)
Grüße aus dem Berg. Land!
Dimi
Re: Wie gut kann Carcassone sein?
Verfasst: 28. November 2002, 22:19
von Günter Cornett
Lol Margue schrieb:
>
> Hallo Günter,
>
> sie ist erst 4 und kann nur mit einem Würfel bis 6 zählen.
>
> Gruss
>
> LOL
Hallo Lol,
um Größen zu vergleichen, muss man nicht unbedingt zählen können. Carcassonne gehört zu den Spielen, bei denen man manches auch einfach sehen kann. Wenn einem die bunten Bildchen gefallen, schaut man auch besser hin (ein Grund weswegen Kinder beim Memory so gut sind).
Vielleicht hat sie sich - im Gegensatz zu euch - nicht angestrengt, sondern war einfach nur motiviert. Es gibt doch die Geschichte von dem Maler, der gegen den Mathematiker Go spielt und gewinnnt, weil er nicht versucht alles durchzurechnen, sondern einfach nur hinschaut.
Und dann war da noch der Vierjährige - ich glaube Capablanca war es - der ohneregelkenntnis nur durch Zugucken einen regelwidrigen Zug beim Schachspiel bemerkte:der Springer wurde auf ein gleichfarbiges Feld gesetzt. Naja, es ist auch nur ne Legende und er wurde später mal Weltmeister, aber als Vierjähriger war er trotzdem erst 4 Jahre alt ;-)
Dass eure Tochter 2 von 2 Partien gewonnen hat, kann viele Gründe haben:
- Zufall
- Talent
- Motivation
- sehr schwache Mitspieler (habt ihr mal gegen andere gewonnen ?)
Wie dem auch sei. Ich mag auch keine Spiele, bei denen man viel Gehirnschmalz investieren muss und dann doch nur das Glück entscheidet. Carcassonne spiele ich aber sehr gern. Ich denke dabei nicht allzu angestrengt nach und halte auch den Glücksanteil für angemessen. Zwar ist es durchaus möglich, dass der Zufall in einer einzelnen Partie ungewöhnlich großen Einfluss hat, aber das ist IMHO nicht häufig so.
Weniger denken mehr spielen ...
... dürfte bei Carcassone angesagt sein.
Und das könnt ihr vielleicht auch von eurer Tochter lernen. ;-)
Gruß, Günter (spielt und spottet gern)
Re: Wie gut kann Carcassone sein?
Verfasst: 29. November 2002, 11:06
von Ralf Arnemann
Da hätte ich mehrere Antwortoptionen:
- Carcasonne hat in der Tat einen hohen Glücksfaktor, zwei Spiele sind da gar nichts. Erst wenn so in ein/zwei Dutzend Spielen jemand etwas häufiger gewinnt als andere, kann man vielleicht etwas mehr Durchblick vermuten.
- Wahrscheinlich spielt Ihr Grundversion. Da gibt es bei den meisten Zügen meist eine leicht erkennbare "beste" Variante. Erst mit der Erweiterung muß man ab und zu das Risiko von Wirtshäusern oder Kathedralen einschätzen können.
- Optionen lassen sich bei Carcasonne leicht bildlich vergleichen und einschätzen: Große Stadt ist besser als kleine Stadt, lange Straße besser als kurze Straße - da muß man überhaupt nicht Auszählen können.
- Auch wenn ihr eurer Tochter wohl nicht explizit helft, werdet ihr wohl auch nicht gezielt gegen sie spielen. D.h. die (selten möglichen) Schweinereien à la Mehrheiten wegnehmen spielt ihr wohl eher gegeneinander. Und wo zwei sich streiten, gewinnt die dritte ...
- Kinder sind bekanntlich gedächtnisstärker (Memory-Effekt).
Das hilft bei Carcasonne enorm.
Unser Kleiner hat ein/zwei Nachmittage mit den Kärtchen alleine gespielt. Alle möglichen Kombinationen ausprobiert, die größtmögliche Stadt gelegt, eine Karte mit möglichst vielen Städten gelegt usw.
In Konsequenz kennt er ALLE Teile auswendig und weiß im Spiel immer genau, wie oft ein benötigtes Teil noch im Stapel sein muß oder ob man mit einer Kombination gar keine Chance mehr hat.
Wenn er (inzwischen allerdings sechs Jahre alt) konzentriert dabei ist, kann man ihn nur mit viel Glück schlagen.
Re: Wie gut kann Carcassone sein?
Verfasst: 29. November 2002, 22:59
von Oli-spielbox
Günter Cornett schrieb:
>
> Und dann war da noch der Vierjährige - ich glaube Capablanca
> war es - der ohneregelkenntnis nur durch Zugucken einen
> regelwidrigen Zug beim Schachspiel bemerkte:der Springer
> wurde auf ein gleichfarbiges Feld gesetzt. Naja, es ist auch
> nur ne Legende und er wurde später mal Weltmeister, aber als
> Vierjähriger war er trotzdem erst 4 Jahre alt ;-)
Die Legende geht sogar noch weiter. Mit 4 Jahren soll er bereits seinen Vater im Schach geschlagen haben, woraufhin ihn dieser auf den Schultern über die Straße getragen haben soll, laut rufend:" Mein Sohn hat mich das erste Mal im Schach geschlagen!" Es ist aber nicht bekannt, wie gut Capablancas Vater wirklich war. ;)
Ciao, Oli
P. S. Legende oder nicht - zuzutrauen wäre es Capablanca schon, denn er hat in seiner Laufbahn nicht viel mehr als 30 Partien verloren.