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Varianten/Hausregeln

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ralf

Varianten/Hausregeln

Beitragvon Ralf » 18. Dezember 2002, 10:03

dieses Thema taucht ja immer wieder mal auf. Wollrte mal ein paar Meinungen von euch hören. Ich stelle jetzt mal einfach so fest : Ein Spiel wird vom Designer/Spielemacher erfunden, inach Gutbefund in Abstimmung mit dem Verlag( Preisvorgabe/Kosten etc) herausgebracht und landet dann vielleicht auf unserem Tisch. Ich unterstelle jetzt mal einfach, dass der Designer mit seiner Idee einen Kompromiss finden muß zwischen zuviel Taktik/Strategie und Glückseinfluss auf der anderen Seite. Darüberhinaus natürlich der persönliche Geschmack des Designers.
Jetzt ist doch logisch, daß wiederum je nach Geschmack ein Spiel unterschiedlich aufgenommen wird. Auch wenn alle es mögen, wird es immer Unterschiede in der Beurteilung der Vor-/Nachteile geben. Als Beispiele möchte ich anfügen:
Löwenherz ist ein Spiel, daß wir unveraendert spielen, da es uns optimal gefällt.
RISK 2210 A.D. haben wir ein bisschen geändert.
Hellas haben wir geändert mit einem zweiten Hellas. Haben Verstärkungsaktion auf eine aktion beschränkt : Also entweder einen Griechen oder ein Schiff oder eine Karte. Darüberhinaus darf man höchstens eine Karte jedes Gottes auf der Hand halten und auch nur die Karten nachziehen von deren Gottheit man keine hat. Um das spielen zu können haben wir von den Goetterkarten jene herausgenommen die sich auf Karten beziehen und die Stapel durch andere Karten des Spiel ersetzt.
Zuguterletzt haben wir noch folgende regel als sehr gut befunden : Angriffe über das Wasser sind ausschließlich mit der Karte : ""Greife ein nicht angrenzendes Land an"
möglich. Wir haben, um dies öfter zu ermöglichen, aus dem zweiten Spiel alle diese Karten hinzugefügt.( Inseln sind so sicherer und strategisch interessanter).
Das Spiel spielt sich flüssiger( immer unsere Meinung) und der Kartenoverkill
ist etwas zurückgenommen. Ist noch genügend Kartenunwägbarkeit drin, aber halt auch nicht immer eine Annulierungskarte.
Soviel als Beispiel für eine Variante/Hausregel Welche Meinungen habt Ihr.

Ralf

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Michael Andersch

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Michael Andersch » 18. Dezember 2002, 10:22

Hallo Ralf,

ich spiele so gut wie nie mit Hausregeln, weil:

1) Wollen die erdacht werden, was Zeit kostet die ich lieber in's Spiel investiere
2) Wenn mir das Spiel so wie's gekauft wurde nicht gefällt ärgere ich mich zwar, andererseits habe ich genügend andere gute Spiele, so dass ich nicht darauf angewiesen bin, genau dieses eine Spiel zu optimieren
3) Spiele ich die meisten Spiele nicht so oft, dass sich der Aufwand lohnen würde
4) Ich ein Spiel, das mir nicht gefällt lieber wieder verkaufe als groß Aufwand hinein zu stecken.

Aus den genannten Gründen bin ich zwar, nun ja - nicht gerade ein Gegner, aber doch kein Freund von Hausregeln.


Das einzige Spiel, das ich regelmässig mit Hausregel spiele ist Carcassonne (2 Karten auf der Hand, 1 davon spielen, neue Karte nachziehen, so dass für den nächsten Zug wieder 2 Karten zur Auswahl sind). Das hat folgende Gründe:
1) War schnell ausgedacht
2) Geht auch schnell zu erklären
3) Verbessert das Spiel deutlich (Planbarkeit)
4) Kein zus. Material nötig

Viele Grüße,
Micha

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Das Wiesel
Brettspieler
Beiträge: 84

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Das Wiesel » 18. Dezember 2002, 10:35

Hallo Ralf,

Spielen an sich ist ein sehr persönliches Hobby. Jeder Spieler hat seine eigene Spielweise und seine eigenen Vorlieben. Genau so ist es natürlich bei Spieleautoren und Verlagen, bzw. ihren Produktmanagern.

Aus Sicht des Autors kann ich nur sagen, dass ein Spiel ein bestimmtes Spielgefühl oder eine Eigenheit haben soll. Diese Ziele können von Autor zu Autor sehr unterschiedlich sein. Verlage wollen natürlich Spiele in erster Linie verkaufen. So kann es durchaus sein, dass ein fertiger Prototyp mit dem Verlag zusammen noch abgeändert muss. Diese Zusammenarbeit kann sogar dazu führen, dass ein Spiel noch verbessert wird (die Testspieler unter uns kennen diese Veränderungen von Testversion zu Testversion).

Irgendwann hast Du dann ein fertiges Produkt. Ob die Intention des Autors aber mit Deiner Spielweise übereinstimmt ist dann eine ganz andere Frage. Eine "Denkspieler", der darauf steht, ohne Zufälle sein Spiel zu spielen, wird bei reinen Spaßspielen (z.B. Kings & Things) nicht glücklich werden.

Risiko und Monopoly und Doppelkopf sind z.B. typische Vertreter von Spielen, die mündlich erklärt werden und bei denen sich die Regeln von Spielrunde zu Spielrunde ändern (als ich mit ca. 25 Jahren das erste Mal die Monopoly-Regel gelesen habe, hatte ich sehr viele Aha-Erlebnisse).

Ich denke, dass es durchaus sinnvoll ist ein Spiel seinen Spielgewohnheiten anzupassen. Man sollte aber bei Korrekturen nicht zu schnell sein, denn oft stellen sich Unausgewogenheiten im Nachhinein als vom Autor richtig Durchdacht heraus. Für mich persönlich gibt es keine schlimmere Spieler-Sorte, die bereits bei den ersten Regelerklärungen, ohne das Spiel ein einziges Mal gespielt zu haben, ein Spiel verändern wollen. Aber das ist natürlich die Sicht eines Autors.

Gruß
Das Wiesel

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Heinrich Glumpler

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Heinrich Glumpler » 18. Dezember 2002, 10:46

Hi,

als kleinen (und etwas überspitzen) Einwurf nebenbei:
80% aller Spiele werden mit Hausregeln gespielt - nämlich falsch, sofern man "falsch" gleichsetzt mit "nicht so, wie vom Autor vorgesehen".

Interessanterweise erleichtern diese "Hausregeln" manchmal das Spiel, nehmen aber viel von dem Zwang weg, der ein Spiel erst interessant macht.

Ich selbst spiele lieber ohne Hausregeln - aus ähnlichen wie den schon beschriebenen Gründen (es sei denn, das Thema des Spieles fasziniert mich und ich möchte den Mechanismus verbessern).

Gruesze
Heinrich

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Ralf

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Ralf » 18. Dezember 2002, 11:43

Hi Wiesel,

stimmt. Man muss ein Spiel schon verdammt gut kennen bevor man etwas ändert.
Wie ich ja sagte, es gibt viele Spiele die ich und meine Freunde perfekt finden.
Die Änderungen ergeben sich meistens beim Spielen, dass der eine oder andere die Anmerkung macht " Hört mal was haltet Ihr davon...). Ohne groessere Erfahrung
mit einem Spiel kann man daß nicht.

Ralf

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Bernd Menzel

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Bernd Menzel » 18. Dezember 2002, 12:35

Also wir besitzen eine ganze Sammlung von Hausregeln/Regelvarianten/Regelerläuterungen.

Viele davon sind nicht von uns (die Zeit hätten wir gar nicht), sondern aus dem Internet zusammengetragen und soweit möglich mit Autorenangaben versehen.

Meistens handelt es sich um einfache Ergänzungen wie z.B. eine in der Originalregel nicht vorgesehener Startspielerwechsel. Andere Beispiele sind:

Morgenland: "Wer in der Karawanserei der Stärkste ist, wird nicht automatisch Startspieler, sondern darf den nächsten Startspieler bestimmen."

Alle Siedlervarianten: "Wer in der ersten Runde eine 7 würfelt, würfelt nochmal"

Größere Regelveränderungen gibt es aber wenige, weil das zuviel Zeit kosten würde - wie weiter oben und auch in anderen Beiträgen schon bemerkt wurde.

Bernd

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Biberle

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Biberle » 18. Dezember 2002, 13:05

In der Regel (hach...) halte ich wenig davon, manchmal schreit´s aber auch geradezu danach, zumindest mal was auszuprobieren. Formula Dé etwa, das mit tolem Spielmaterial daherkommt, aber mir spielerisch teilweise gar nicht taugt. Da kann man wunderbar eigene Regeln einführen oder gar das ganze Spielkonzept umwerfen...

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Juliane

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Juliane » 18. Dezember 2002, 13:49

Im Prinzip habe ich nichts gegen Hausregeln einzuwenden. Schwierig wird es nur, wenn man ein Spiel mit unterschiedlichen Leuten spielt und jeder andere Regeln kennt. Dann muss man vorher immer lang und breit über alle Varianten diskutieren. Bei mir führt es dann manchmal auch dazu, dass ich auf ein Spiel keine Lust mehr habe, weil ich nicht mehr durhblicke, mit wem ich welche Regeln spiele...
Gruß Juliane

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Franz-Benno Delonge
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Beiträge: 277

Re: Hellas-Variante

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 18. Dezember 2002, 22:54

Lieber Ralf,
ich weiß nicht recht, was ich von deiner "Hellas"-Abänderung halten soll. Einerseits greifst du ja schon sehr stark in mein Regelwerk ein. Aber andererseits - wenn man sich dazu dann ein zweites Exemplar kaufen muß...
Schönen Gruß
Benno

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Arne Hoffmann
Kennerspieler
Beiträge: 497

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. Dezember 2002, 23:29

Moin moin!

Ich greife mal Michas Posting auf, da ich (mal wieder) mit ihm auf einer Linie liege.

Michael Andersch schrieb:
>
> Hallo Ralf,
>
> ich spiele so gut wie nie mit Hausregeln, weil:
>
> 1) Wollen die erdacht werden, was Zeit kostet die ich lieber
> in's Spiel investiere

Stimmt.

> 2) Wenn mir das Spiel so wie's gekauft wurde nicht gefällt
> ärgere ich mich zwar, andererseits habe ich genügend andere
> gute Spiele, so dass ich nicht darauf angewiesen bin, genau
> dieses eine Spiel zu optimieren

Stimmt fast: Es kommt jetzt darauf an, was mir an dem Spiel nicht gefällt. Wenn es eine Kleinigkeit ist, die sich schnell beheben läßt, und ich in dem Spiel Potential sehe, so wird schon mal die eine oder andere kleine Hausregel benutzt. Darauf gehe ich unten aber noch einmal ein.

> 3) Spiele ich die meisten Spiele nicht so oft, dass sich der
> Aufwand lohnen würde

Wie wahr, wie wahr. Eigentlich schade, oder?

Ferner stimme ich den anderen Beiträgen hier zu, die schreiben, daß sich der Autor und die Redaktion sich bei der Entwicklung der Regeln schon etwas unter diesen vorgestellt haben werden (in den meisten Fällen zumindest :-P ). Und deshalb versuche ich lieber erst einmal, das Spiel mit seinem Regelwerk zu ergründen und auszuloten, bevor ich mich direkt an das Entwickeln von Hausregeln mache. Meist entdeckt man in Spielen nach ein paar Partien ja doch Nuancen, die einem anfangs verborgen geblieben sind - und die durch eine Regeländerung womöglich verlohren gingen.

> Das einzige Spiel, das ich regelmässig mit Hausregel spiele
> ist Carcassonne (2 Karten auf der Hand, 1 davon spielen, neue
> Karte nachziehen, so dass für den nächsten Zug wieder 2
> Karten zur Auswahl sind). Das hat folgende Gründe:
> 1) War schnell ausgedacht
> 2) Geht auch schnell zu erklären
> 3) Verbessert das Spiel deutlich (Planbarkeit)
> 4) Kein zus. Material nötig

Dies sind generell Gründe, die bei mir für das Erdenken von Hausregeln sprechen. Wenn 1)-3) erfüllt werden und evtl. etwas Zusatzmaterial benötigt wird, dann knobel ich auch schon mal an einer Regeländerung (dauert nach 1) ja nicht allzu lange ;-) ) oder übernehme eine Hausregel von anderen.

Mein beliebtestes Beispiel für Hausregeln ist Serenissima, das wir nur noch mit der Regel spielen, daß in der Punktwertung auch die Seeleute und die Galleeren Punkte bringen, um eine heilloses Verheizen dieser in der letzten Runde zu vermeiden.

Tschö,

- Arne - (hat hier im Haus auch die eine oder andere Regel zu beachten. ;-) )

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Arne Hoffmann
Kennerspieler
Beiträge: 497

[OT] Varianten/Hausregeln

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. Dezember 2002, 23:37

Arne Hoffmann schrieb:

> und die durch eine
> Regeländerung womöglich verl[b]ohr[/b]en gingen.

Da sollte ich mir wohl mal die [b]Ohr[/b]en für langziehen. :-))

Tschö,

- Arne - ([i]Ohne Ohren ortet man gelobte Ohrwürmer wohl kaum.[/i] :-P )

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RoGo

Re: Carcassone

Beitragvon RoGo » 19. Dezember 2002, 10:01

Hallo Michael,
wie ich in der letzten Fairplay erkennen mußte, spielt wohl beinahe jeder Carcassone nach einer Hausregel. Dank der vierten offiziellen Bauernregelversion muß man sich vor Beginn erstmal auf eine Variante einigen.
Gruß
Roland

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RoGo

Re: Hellas-Variante

Beitragvon RoGo » 19. Dezember 2002, 10:06

Hallo Franz-Benno,
endlich habe auch ich Dein schönes Hellas gespielt und gleich kam die Variantendiskussion auf: Die Schiffe wirken auf mich im Verhältnis zu Material- und Handhabungsaufwand recht schwach. Bleibt die Farge, ob sie in einer früheren Version eine stärkere Rolle hatten und wenn welche? Würde ich gerne testen.
Insbesondere da die Boote nicht bei jeder Berührung umfallen.
Gruß
Roland

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Stephan Zimmermann

Re: Carcassone

Beitragvon Stephan Zimmermann » 19. Dezember 2002, 10:06

RoGo schrieb:

> wie ich in der letzten Fairplay erkennen mußte, spielt wohl
> beinahe jeder Carcassone nach einer Hausregel. Dank der
> vierten offiziellen Bauernregelversion muß man sich vor
> Beginn erstmal auf eine Variante einigen.

Hilfe hab ich auch schon bemerkt :-)
Das nervt wie Hölle!

Welche vier gibt's denn da inzwischen schon alles?
Ich sag da immer nur "Spiel des Jahres"-Regelversion.
(das ist die mit 3 pro Stadt für den Mehrheitsbaueren der Wiese.
Jede Stadt zählt nur einmal pro Wiese).

Wobei ich ja nicht verstehen kann wieso Leute diese
Wertung nicht verstehen können und sie "so kompliziert"
finden können...

Grüße, Stephan

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Michael Andersch

Re: Carcassone

Beitragvon Michael Andersch » 19. Dezember 2002, 11:00

Hallo Roland,

RoGo schrieb:
>
> wie ich in der letzten Fairplay erkennen mußte

Welche? Die die gestern oder vorgestern kam? Die hab ich leider noch nicht gelesen...

> Dank der
> vierten offiziellen Bauernregelversion muß man sich vor
> Beginn erstmal auf eine Variante einigen.

:-? 4. offizielle Version :-? :eek: ???
Welche 4 sind das denn? Da ist wohl einiges an mir vorbeigegangen, ich kenne nur 2 Versionen (4 Punkte pro Stadt - Mehrheit der Bauern aller angrenzenden Wiesen zählt und 3 Punkte pro Stadt und Wiese).
Kannst Du die 2 anderen mal kurz umreissen?

Vielen Dank,
Micha

PS: Ach ja, eine Hausregel haben wir bei Carcassonne auch noch eingeführt (hab ich ganz vergessen, weil's so trivial ist): Es werden zu Spielbeginn verdeckt soviele Plättchen entnommen, dass alle Spieler gleich oft am Zug sind.

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RoGo

Re: Carcassone

Beitragvon RoGo » 19. Dezember 2002, 11:20

Hallo Ihr Beiden,
es stand in der neusten Fairplay am Anfang des Artikels zu den Jägern und Sammlern. Ich hab sie jetzt nicht zu Hand. Vielleicht heute Abend.
Gruß
Roland

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Michael Andersch

Re: Carcassone

Beitragvon Michael Andersch » 19. Dezember 2002, 11:27

Hallo,

wenn die beiden mir fehlenden Varianten da drin stehen brauchst Du (wegen mir) diese hier nicht beschreiben. Die kann ich ja dann selber in der Fairplay nachlesen.

VG,
Micha

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Ralf

Re: Hellas-Variante

Beitragvon Ralf » 19. Dezember 2002, 12:45

Hallo Franz Benno,

wie ich bereits an anderer Stelle ausgeführt habe ist das nicht als Kritik am Erfinder zu verstehen. Du hast dir bestimmt etwas bei den regeln gedacht. Ein persönlicher Meinungsaustuasch mit dir wäre für mich sehr interessant. Wenn du Lust/Interesse hast lasse es mich wissen(brechtelr@yahoo.de).
In unserer Runde wurde die Meinung vertreten, das bei Hellas "weniger mehr ist".
Inseln z.B. sind schwerer angreifbar( nur durch Karten von denen nicht mehr soviele ins Spiel kommen). ir haben halt den Glücksfaktor ein klein wenig zurückgenommen.

Ralf

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Volker L.

Re: Hellas-Variante

Beitragvon Volker L. » 19. Dezember 2002, 15:31

Ralf schrieb:
>
> Hallo Franz Benno,
>
> wie ich bereits an anderer Stelle ausgeführt habe ist das
> nicht als Kritik am Erfinder zu verstehen. Du hast dir
> bestimmt etwas bei den regeln gedacht. Ein persönlicher
> Meinungsaustuasch mit dir wäre für mich sehr interessant.
> Wenn du Lust/Interesse hast lasse es mich
> wissen(brechtelr@yahoo.de).
> In unserer Runde wurde die Meinung vertreten, das bei Hellas
> "weniger mehr ist".
> Inseln z.B. sind schwerer angreifbar( nur durch Karten von
> denen nicht mehr soviele ins Spiel kommen). ir haben halt den
> Glücksfaktor ein klein wenig zurückgenommen.

Ich habe Hellas bislang noch nicht (ist schliesslich noch nicht
Weihnachten ;-) ), aber bei der Testpartie in Essen hatte ich
mir spontan gedacht, dass es schon ein wenig seltsam ist,
dass Schiffe fuer einen Abgriff ueber Wasser gar nicht
benoetigt werden, man also ueberall zuschlagen kann (eben nur
mit 1 Mann hoeheren Kosten).
Ich haette es logischer gefunden, wenn man dazu in den
entsprechenden Seegebieten die Schiffsmehrheit haben muesste,
aber konkret kann ich das ohne Vorlage der Regel natuerlich
jetzt nicht ausfuehren, wie das aussehen koennte.

Gruss, Volker

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Peter Uphoff

Re: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Peter Uphoff » 20. Dezember 2002, 06:39

Hallo liebe Brettspielgemeinde!

Des öfteren lesen wir hier von Varianten oder eigenen Hausregeln.
Hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht all diese verschiedenen Versionen irgendwo zu dokumentieren? Sicher wäre das auch für andere Spieler hilfreich.

Denn meistens verschwinden die Threads in der Versenkung und wenn man dann mal etwas ändern möchte, findet man es nicht.

Ich habe angefangen auf meiner Seite ein paar Hausregeln vorzustellen von Joachim Prauschke (MÄDN).
Wenn von Euch da interesse besteht könnte man das ganze ja auch ausweiten.

Schreibt mir einfach eine Mail mit Euren Änderungen oder postet es hier und ich werde es dann übernehmen.
(Sobald ich die Software auf meiner Seite upgedatet habe, könnt Ihr auch ohne Euch anzumelden, die Regeln selbsteinstellen.)

Frohe Feiertage und einen Guten Rutsch ins neue Jahr
wünscht mit verspielten Grüßen
Peter

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Jost Schwider

RE: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Jost Schwider » 20. Dezember 2002, 11:33

"Ralf" hat am 18.12.2002 geschrieben:

> Ein Spiel wird vom Designer/Spielemacher erfunden,
> nach Gutbefund in Abstimmung mit dem Verlag
> (Preisvorgabe/Kosten etc) herausgebracht und landet
> dann vielleicht auf unserem Tisch.

Vielleicht...

...wird so vorgegangen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es - abhängig vom Verlag, Autor, Designer, Regelschreiber, Testrunden, Jahreszeit, Programm, Material, Werbung, soziale Einflüße, etc. pp. - auch anders alufen kann. So kann etwa ein Verlag den Autoren unterschiedlich viel Freiheit bzgl. der Regelformulierung lassen.

> Auch wenn alle es mögen, wird es immer Unterschiede
> in der Beurteilung der Vor-/Nachteile geben.

1. Und das ist gut so!
2. Varianten erlauben mehr Vielfalt.

> [Hellas-Variante]

Hmmm, scheint mir schon mehr ein anderes Spiel als nur eine "einfache" Variante zu sein. Da ich das "normale" Hellas bisher noch nicht allzu oft gespielt habe,halte ich mich einer inhaltlichen Wertung aber erstmal zurück.

> Soviel als Beispiel für eine Variante/Hausregel
> Welche Meinungen habt Ihr.

Ich halte Varianten durchaus für legitim, sie [i]können[/i] ein Spiel (zumindest für eine bestimmte Spielgruppe) attraktiver und somit besser machen.

Beispielsweise bevorzuge ich Varianten, die ein Spiel "planbarer" machen. Siehe auch: "Spiele-Varianten gegen die Willkür" - http://www.schwider.de/spiele.htm

Man sollte aber schon darauf achten, dass das eigentliche Spielgefühl erhalten bleibt, was man i.A. nur durch [i]kleine[/i] Regel-Änderungen erreichen kann. Kleine Ändeurngen haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie sehr schnell erklärt werden können.

Viele Grüße
Jost aus Soest (wider der Willkür)

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Jost Schwider

RE: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Jost Schwider » 20. Dezember 2002, 11:33

"Ralf" hat am 18.12.2002 geschrieben:

> Man muss ein Spiel schon verdammt gut kennen bevor
> man etwas ändert.

90% ACK. Aber:

Wenn der Mechanismus etwa so einfach wie bei Carcassonne ist...
Dadurch, dass man ein zweites Plättchen zur Verfügung hat, wird offensichtlich das eigentliche Spiel gar nicht berührt, nur die Planbarkeit gesteigert.

> Die Änderungen ergeben sich meistens beim Spielen, dass der
> eine oder andere die Anmerkung macht " Hört mal was haltet
> Ihr davon...).

Deja vu! :-))

Viele Grüße
Jost aus Soest (Planbarkeitsvariantenplaner)

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Jost Schwider

RE: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Jost Schwider » 20. Dezember 2002, 11:33

"Michael Andersch" hat am 18.12.2002 geschrieben:

> Wollen die erdacht werden, was Zeit kostet die ich
> lieber in's Spiel investiere

So unterschiedlich können Spieler sein! :-))

Mir macht es unheimlich Spaß, Regeln zu lesen, zu analysieren, zu checken und auch zu "optimieren" - sowohl sprachlich (i.A. verkürzend), als auch inhaltlich (Planbarkeit erhöhen, Spielablauf flüssiger machen).

Ergo: Spielregeln machen (mir) Spaß! :-))

> Wenn mir das Spiel so wie's gekauft wurde nicht gefällt
> ärgere ich mich zwar, andererseits habe ich genügend andere
> gute Spiele, so dass ich nicht darauf angewiesen bin, genau
> dieses eine Spiel zu optimieren

Meistens sieht es aber so aus, das mir ein Spiel "im Prinzip" gefällt, eben "bis auf diese eine Kleinigkeit..."

Außerdem: Wenn ich durch eine kleine Variante ein besseres Spiel (oder neue Möglichkeiten) bekomme, brauche ich nicht schon wieder ein neues Spiel kaufen. ;-)

(BTW: Ich bezeichne mich als Spieler und nicht als Sammler, daher habe ich gar nicht sooo viele Spiele für immer neuen Spielspaß.)


> Spiele ich die meisten Spiele nicht so oft, dass sich
> der Aufwand lohnen würde

Es ist tatsächlich auch eine Kosten/Nutzen-Frage: Bei Spielen wie Siedler und Carcassonne lohnt sich (fast) jeder Aufwand, bei "eher selten"-Spielen muss es schon eine "offensichtliche" Optimierungs-Möglichkeit sein.

Ansonsten: Spielregeln machen Spaß! :-))

> Ich ein Spiel, das mir nicht gefällt lieber wieder
> verkaufe als groß Aufwand hinein zu stecken.

Ein Spiel, das mir gar nicht gefällt, kaufe ich erst gar nicht! (s.o.)

> Das einzige Spiel, das ich regelmässig mit Hausregel spiele
> ist Carcassonne (2 Karten auf der Hand, 1 davon spielen,
> neue Karte nachziehen, so dass für den nächsten Zug wieder
> 2 Karten zur Auswahl sind). Das hat folgende Gründe:

Guckst du: http://www.schwider.de/carcssnn.htm :-D

> 1) War schnell ausgedacht
> 2) Geht auch schnell zu erklären
> 3) Verbessert das Spiel deutlich (Planbarkeit)
> 4) Kein zus. Material nötig

Genau "meine" Kriterien für eine gute und sinnvolle Variante! :-))

Viele Grüße
Jost aus Soest (Spielregelliebhaber)

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Michael Andersch

RE: Varianten/Hausregeln

Beitragvon Michael Andersch » 20. Dezember 2002, 12:09

Jost Schwider schrieb:
>
So unterschiedlich können Spieler sein! :-))
>
> Mir macht es unheimlich Spaß, Regeln zu lesen, zu
> analysieren, zu checken und auch zu "optimieren" - sowohl
> sprachlich (i.A. verkürzend), als auch inhaltlich
> (Planbarkeit erhöhen, Spielablauf flüssiger machen).

Mir auch. Mit einer Ausnahme: Das Spiel besser zu machen sehe ich nicht als meine Aufgabe an.
Ansonsten lese und schreibe bzw. überarbeite ich auch gerne Regeln. Letzteres aber im Sinne von logisch/inhaltlich, und rein auf die Regel, nicht auf das Spiel bezogen.


> Außerdem: Wenn ich durch eine kleine Variante ein besseres
> Spiel (oder neue Möglichkeiten) bekomme, brauche ich nicht
> schon wieder ein neues Spiel kaufen. ;-)

Ein neues Spiel würde ich sowieso kaufem wenn es mir gefällt - unabhängig davon, wieviele gute Spiele ich schon besitze. Die begrenzenden Faktoren sind eher Geld und Schrankplatz.

> Ein Spiel, das mir gar nicht gefällt, kaufe ich erst gar
> nicht! (s.o.)

Ich auch nicht. Aber wenn ich ein Spiel blind kaufe (was ich zugegebenermassen schon lange nicht mehr gemacht habe) kann es u.U. halt mal blöd laufen.

> Guckst du: http://www.schwider.de/carcssnn.htm :-D

Jo, aber da bilde ich mir ein, dass ich der erste war der diese Variante (die mittlerweile überall auftaucht) veröffentlicht hat, und zwar hier im Forum.

VG,
Micha


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