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Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 4. September 2003, 18:00
von Ralf Rechmann
Hallo,

vor einigen Monaten hatte ich ja mal hier verkündet, dass ein Bekannter von mir immer mit dem schwarzen Fürstentum des Siedler Kartenspiels spielen wollte - nur damit koenne er gewinnen, war seine feste Meinung.

Zu den neuen Themensets habe ich mir nochmal das Grundspiel gekauft und da hat sich der Aberglaube wirklich bestätigt: Schwarz hat einfach keine Chance, weil in der Anfangsphase weniger 6er als 5er von den Würfelwerten her fallen.
Ohne ausreichend Lehm (bei Schwarz = 6, bei Weiss = 5) am Anfang kann man keine Strassen und Siedlungen bauen und gerät somit ins Hintertreffen, weil der Gegner schneller an neue Landschaften kommt.

Durch die Kartenspielreform, nach der im erweiterten Grundspiel bis zu gemeinsamen 7 Siegpunkten auch kein Alchemist oder eine Karawane gespielt werden darf, ist man somit fast ausschliesslich dem Würfelglück ausgeliefert und wenn das auch noch ungleich ausfällt, dann doppelt so übel!

Aber die Ursache der vielen 5er (sowie 2er - haengt das zusammen?) meine ich gefunden zu haben: Der beiliegende Würfel ist nicht genau gearbeitet: Auf der 5er Seite befindet sich bei meinem Exemplar eine kleine Kerbe - fast eine abgesplitterte Ecke. Deshalb nehme ich für die kommende Partei einen anderen Würfel sowie Würfelbecher. Wenn dann die 5er immer noch so häufig fallen... tja... was dann?

Bye/Ralf R

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 4. September 2003, 19:10
von Eric Humrich
Ich empfehle eine genaue Statistik mit diesem Würfel durchzuführen und dabei die Würfelergebnisse aufzuschreiben. Eine Stichproben von 50000 Würfen sollte dabei zumindest erste Anhaltpunkte für eine Ungleichverteilung bringen. Sollte sich diese bestätigen hilft da wohl nur eins: Das Spiel umzutauschen. ;-)

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 4. September 2003, 19:33
von Carsten Wesel
Eric Humrich schrieb:
>
> Sollte sich diese bestätigen hilft da wohl nur eins: Das
> Spiel umzutauschen. ;-)

Da ich auch recht häufig mit schwarz spiele, hätte ich durchaus Interesse an dem Würfel. Es scheint, als ob die Ungenauigkeit des Würfels gering genug ist, um aufzufallen und ... wie gesagt - ich spiele auch meist schwarz...

Gruß Carsten (hat nur 2 Augen, aber in dem Fall reicht das)

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 4. September 2003, 19:41
von Peter Gustav Bartschat
Es ist immer wieder interessant, die Entstehung irrationaler Überzeugungssysteme live mit erleben zu dürfen.

Ich persönlich kann mich mit einem Bekannten brüsten, der glaubt, seine Gewinnchancen bei allen Brettspielen zu erhöhen, wenn er eine bestimmte Baseballmütze trägt.

Völlig daneben, natürlich! Zweifelsfrei wahr ist hingegen, dass ICH häufiger gewinne, wenn ich beim Spiel ein paar Bärwurz trinke ... oder ob ich mich dann an die Niederlagen nicht mehr so gut erinnern kann? :-)

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 5. September 2003, 07:26
von Michael Andersch
Hallo Ralf,

ich muss zugeben dass ich echt verunsichert bin.

Meinst Du Deinen Beitrag ernst?
Ich habe leider keinerlei Anzeichen von Ironie oder ein kleines Augenzwinkern entdecken können - aber eigentlich müsste da doch irgendwo eines sein, oder?

Micha (spielt nicht mit Leuten, die ein schlechtes Karma haben)

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 5. September 2003, 10:55
von Markus F.
Hmmm....
was ich nicht verstehe, dass du einmal schreibst, dass dein Bekannter nur mit schwarz gewinnen kann. Im nächsten Satz heisst es dann aber, dass schwarz keine Chance hat??? Was denn nun, gewinnt schwarz immer oder verliert schwarz immer??

Ich schätze mal, dass bei gleicherfahrenen Spielern schwarz in etwa genau so oft gewinnt wie weiss. ;-)

Grüsse
Markus

[OT] Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 5. September 2003, 10:57
von Michael Andersch
Hmm...
...schwarz...weiss...

-> Grau ist alle Theorie ;-) ...

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 5. September 2003, 12:39
von Hartmut
> Aber die Ursache der vielen 5er (sowie 2er - haengt das
> zusammen?) meine ich gefunden zu haben: Der beiliegende
> Würfel ist nicht genau gearbeitet: Auf der 5er Seite befindet
> sich bei meinem Exemplar eine kleine Kerbe - fast eine
> abgesplitterte Ecke

Die Würfel sind vermutlich aus Holz. Holzwürfel haben schon aufgrund der Materialbeschaffenheit (Gewichtsverteilung) fast immer Unregelmäßigkeiten aufzuweisen. Die Kerbe dürfte eher unbedeutend sein, ist lediglich ein Indiz für die Unregelmäßigkeiten, die hier offenbar vorliegen. Ähnliches habe ich auch schon im Siedler-Kartenspiel erlebt, als die Mühle in jedem dritten Wurf fiel und auch eine rasche Testserie von über 100 Würfen das Ergebnis bestätigte. Seit dieser Erfahrung spiele ich zwar immer noch mit Holzwürfeln (liegen oft bei, sehen schöner aus), kann aber bei allzu starken Ausreißern nur zu Kunststoffwürfeln raten.

Hartmut

Phänomen Gelb

Verfasst: 5. September 2003, 14:51
von Franz-Benno Delonge
Hallo Ralf,
ich meinerseits habe bei fast allen Spielen folgendes Phänomen beobachtet: Spiele ich mit Gelb, dann verliere ich. Ist das nicht der Fall, dann gewinnt jemand anderes.
Ratlose Grüße
Benno

Re: Phänomen Gelb

Verfasst: 5. September 2003, 15:19
von Dirk Piesker
Hallo,

ohje... wie mag da wohl eine Partie Magna Grecia bei euch aussehen ?

:-)


Dirk

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 5. September 2003, 15:31
von Ralf R
> Hmmm....
> was ich nicht verstehe, dass du einmal schreibst, dass dein
> Bekannter nur mit schwarz gewinnen kann. Im nächsten Satz
> heisst es dann aber, dass schwarz keine Chance hat??? Was
> denn nun, gewinnt schwarz immer oder verliert schwarz immer??
>
> Ich schätze mal, dass bei gleicherfahrenen Spielern schwarz
> in etwa genau so oft gewinnt wie weiss. ;-)

Sorry, der erste Satz muss natürlich heissen "...ein Bekannter von mir immer mit dem weissen Fürstentum des Siedler Kartenspiels spielen wollte - nur damit koenne er gewinnen..." - sonst macht das ganze wirklich keinen Sinn und ist nur purer Aberglaube! :-)

Zuerst hab ich seine Meinung ("ich kann nur mit weiss gewinnen") genauso wenig ernst genommen wie ihr. Dann kamen erste Zweifel, ob das Würfelglück nicht doch ungleichmässig zuschlägt. Dann der ungleiche Holzwürfel mit der Kerbe im neugekauften Siedler Kartenspiel...

Und ja, jetzt meine ich es ernst: Meine Holzwürfel des Siedler Kartenspiels würfeln falsch!

Bleibt nur noch die Frage, ob man mit Würfelbecher alleine diesem Problem begegnen kann?

Bye/Ralf R

Re: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 5. September 2003, 16:45
von Peter Gustav Bartschat
Sagen wir mal so: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Falls dein Bekannter in der Nähe von Augsburg wohnen sollte, darf er mich gern mal zu einer Testreihe von beliebig vielen Spielen herausfordern - und ich verspreche, dass er immer weiß nehmen darf. (Und dir mache ich natürlich gern das selbe Angebot.)

Ich persönlich glaube, dass speziell in der Turnier-Version des Spiels
- Strategie und Taktik einen hohen Einfluss auf das Spiel haben.
- Das Würfelglück einen mäßigen Einfluss auf das Spiel hat.
- Die Farbe der Kartenrückseiten keinen Einfluss auf das Spiel hat.

Vielleicht können wir unsere unterschiedlichen Glaubensrichtungen ja mal in einem "Gottesurteil" erproben. (Allerdings werde ich mir bei dem Test einen Bärwurz bereit stellen ... nur, um ganz sicher zu gehen :-) ).

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

Re: Keine Chance fuer Schwarz : Sind die Siedler Wuerfel schuld?

Verfasst: 5. September 2003, 17:58
von Volker L.
Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Sagen wir mal so: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
>
> Falls dein Bekannter in der Nähe von Augsburg wohnen sollte,
> darf er mich gern mal zu einer Testreihe von beliebig vielen
> Spielen herausfordern - und ich verspreche, dass er immer
> weiß nehmen darf. (Und dir mache ich natürlich gern das selbe
> Angebot.)

Gustav, Du bist ja bekannt dafuer, auf ernsthafte Fragen gern
mal humoristisch zu antworten, und meistens ist das auch ok,
aber hier frage ich mich, ob Du den Kern des Problems nicht
begriffen bzw. schlichtweg uebersehen hast?
Letztlich geht es doch um den Verdacht eines unkorrekten,
quasi "gezinkten" Wuerfels.

> Ich persönlich glaube, dass speziell in der Turnier-Version
> des Spiels
> - Strategie und Taktik einen hohen Einfluss auf das Spiel
> haben.

Ja

> - Das Würfelglück einen mäßigen Einfluss auf das Spiel hat.

Bei ordnungsgemaessem Wuerfel ja

> - Die Farbe der Kartenrückseiten keinen Einfluss auf das
> Spiel hat.

siehe Punkt 2

Sollte jedoch der Wuerfel tatsaechlich [i]deutlich[/i] von der
symmetrischen Sollform abweichen (minimal tut das jeder
Wuerfel), dann kann das durchaus Einfluss auf die Siegchancen
haben. Das hat nichts mit der Kartenfarbe per se zu tun, sondern
mit den Zahlen auf den Landschaften in den beiden Sets.
Denn wenn der Wuerfel wirklich deutlich asymmetrisch ist,
dann werden eben bestimmte Zahlen besonders haeufig oder
besonders selten geworfen, und je nachdem, welche Zahlen das
sind, [b]kann[/b] das auf die Siegchancen des einen oder anderen
Spielers in der Tat Einfluss haben.

Und zwei Dinge an Ralf:
[ol]
[*]Ihr koennt ja mal eine Versuchsserie machen. Statt der von
Eric scherzhaft vorgeschlagenen 50.000 Wuerfe schlage ich
ernsthaft eine Versuchsserie mit 600 oder 1200 Wuerfen vor.
Sowas ist durchaus noch im Bereich des Machbaren und sollte
zumindest eine gewisse Tendenz aufzeigen. Fragt vorher mal
einen der hier im Forum nicht gerade wenigen Mathematiker,
mit welcher Standardabweichung zu rechnen ist (nicht, dass Ihr
bei 600 Versuchen 97 1en und 103 5en schon als signifikant
anseht ;-) ).
[*]Unabhaengig von der Durchfuehrung einer Testserie und erst
Recht von deren Ergebnis gibt es aber noch eine ganz einfache
Loesung: [b][i]Nehmt einen anderen Wuerfel![/i][/b] :lol:
[/ol]

Gruss, Volker

Re: Spielstrategien Siedler Kartenspiel (war: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?)

Verfasst: 5. September 2003, 18:05
von Ralf R
Peter Gustav Bartschat schrieb:

> Falls dein Bekannter in der Nähe von Augsburg wohnen sollte,
> darf er mich gern mal zu einer Testreihe von beliebig vielen
> Spielen herausfordern - und ich verspreche, dass er immer
> weiß nehmen darf. (Und dir mache ich natürlich gern das selbe
> Angebot.)

Augsburg ist ein wenig weit weg von Hagen in Westfalen - sonst wäre ich gerne drauf zurückgekommen! :-)

> Ich persönlich glaube, dass speziell in der Turnier-Version
> des Spiels
> - Strategie und Taktik einen hohen Einfluss auf das Spiel
> haben.
> - Das Würfelglück einen mäßigen Einfluss auf das Spiel hat.
> - Die Farbe der Kartenrückseiten keinen Einfluss auf das
> Spiel hat.

Ok, die echte Turnierversion ist eine Sache für sich. Da spielt das eigene Kartendeck und die darauf angepasste Strategie / Taktik eine grosse Rolle. Im erweiterten Grundspiel (die Vorbereitungen des eigenen Decks beim Turnierspiel sind uns zu aufwändig, deshalb spielen wir das nicht mehr) sieht das dann schon ganz anders aus:

Wenn der Rohstoff Lehm am Anfang nicht fallen will, dann kann die eigene Strategie noch so gut sein. Ok, ich kann versuchen, direkt eine Stadt zu bauen aus der Anfangsaufstellung und durch Handelsflotten mir die benötigten Rohstoffe eintauschen. Aber bis dahin hat mein Gegner (der mit Würfelglück und deshalb ausreichend Lehm) schon zwei weitere Siedlungen gebaut und wird mit neuen Rohstoffen nur so zugeschüttet, während ich immer noch meine 4 Landschaften habe...

Noch was in dem Zusammenhang: Mit der Kartenspielreform konzentriert sich in der Anfangsphase alles auf den siebten gemeinsamen Siegpunkt. Wer den in der eigenen Runde erreicht und mindestens ein Spion auf der Hand hat, der zieht den Gegner gnadenlos die Aktionskarten und Einheiten ab. War da als Gegner einen eigenen Spion auf der Hand hat und sogar noch ein Händler, der ist selbst Schuld - weil diese Karten mittels Spion direkt gegen einen selbst gespielt werden.

Gibt es dazu schon neue Regelungen? Nur x Aktionskarten pro Runde spielen dürfen oder so?

> Vielleicht können wir unsere unterschiedlichen
> Glaubensrichtungen ja mal in einem "Gottesurteil" erproben.
> (Allerdings werde ich mir bei dem Test einen Bärwurz bereit
> stellen ... nur, um ganz sicher zu gehen :-) ).

Aber nur, wenn ich meinen Würfel und das weisse Fürstentum nehmen darf! ;-)

Bye
Ralf R

Re: Spielstrategien Siedler Kartenspiel (war: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?)

Verfasst: 5. September 2003, 18:41
von Eric Humrich
Ich halte es ja für eine gute Strategie, keine Aktionskarten und Einheiten zu diesem Zeitpunkt auf der Hand zu haben. Dass da noch niemand anderes drauf gekommen ist...? *Wunder*

Der Barbarenstützpunkt aus B&H erlaubt eine leichte Einschränkung des gegnerischen Aktionsfeuerwerks. Dann kostet den Gegner das Ausspielen von Aktionskarten nach der 1. Karte (also ab der 2.) jeweils 1 Gold.

Re: Spielstrategien Siedler Kartenspiel (war: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?)

Verfasst: 5. September 2003, 20:08
von Ralf R
Eric Humrich schrieb:
>
> Ich halte es ja für eine gute Strategie, keine Aktionskarten
> und Einheiten zu diesem Zeitpunkt auf der Hand zu haben. Dass
> da noch niemand anderes drauf gekommen ist...? *Wunder*

Auf das Timing der Siegpunkte kommt es an. Wenn Du selbst die 7 Aktionspunkte in Deinem Zug erreichst, dann sind Aktionskarten Gold (oder im Siedlerslang "Lehm und Erz") wert.

Das kann manchmal auch gewaltig daneben gehen... Erinnere mich noch an die vorletzte Partie, als ich meinen Gegner mit zwei Händlern und dem Raubzug auf der Hand überraschte. Dumm, dass ich selbst nur ein Spion hatte und deshalb genau wusste, was mir in seinem Zug an zwei Aktionskarten um die Ohren fliegen werden.

Habe dann einen Händler genommen und schnell die Schutzkarte gegen den Raubzug gesucht...

Aber auf diese 7 Aktionspunkte spitzt sich das Spiel doch irgendwie zu.

Bye
Ralf R

Re: Spielstrategien Siedler Kartenspiel (war: Keine Chance für Schwarz : Sind die Siedler Würfel schuld?)

Verfasst: 5. September 2003, 22:41
von Eric Humrich
Ein paar Gedanken dazu:

Man spielt sowieso als erstes einen Feuerteufel auf die Große Mauer, dann eine Inquisition und dann erst einen Spion. Es ist dann sowieso egal, welche Karten man zu dem 7-Siegpunkt-Zeitpunkt auf der Hand hält, oder?

Als Zauber hab ich in der gegnerischen Runde NIE brauchbare Karten auf der Hand, und in meiner Runde immer. Wenn das mal anders sein sollte, ist bei mir etwas falsch gelaufen oder obiger Spielzug eingetreten...

Ich finde die neue Regel sehr viel angenehmer, weil sie die Angriffs-Aktionskartenfreie Startphase um einen Siegpunkt verlängert.

Und dass sich alles auf den 7. Siegpunkt zuspitzt mag zwar richtig sein, aber wenn beide Spieler dann mit einem Spion auf der Hand dasitzen hat wohl mindestens einer davon richtig gepennt.

Ehrlich gesagt ist die von dir beschriebene Spielsituation eher ein Anfängerfehler und mir in den letzten 3 Jahren (auch mit der "jeder 3 Siegpunkte"-Regel) nicht mehr untergekommen. Wer zum Zeitpunkt ab dem Aktionskarten gespielt werden können auch noch jede Menge Rohstoffe gehortet hat UND auch noch klaubare Aktionskarten oder Einheiten auf der Hand hat, der ist eh selber Schuld.

Statt sich über diesen Zeitpunkt, der ja irgendwann sowieso kommen muss, zu beschweren, sollte man sich eben eher spieltechnisch darauf einstellen. Nur meine Meinung...

Eine allgemeine Aussage a la "Wer den 7. Siegpunkt macht gewinnt das Spiel, weil er zuerst Aktionskarten spielen darf" läßt sich bei erfahrenen Spielern definitiv nicht treffen. Dass dieser Spieler einen leichten Vorteil hat ist allerdings unbestritten.

Die Sache mit dem 7. Siegpunkt

Verfasst: 5. September 2003, 23:32
von Peter Gustav Bartschat
Ich halte es grundsätzlich für keine besonders gute Idee (aber letztlich muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden), sich in seinen Überlegungen auf einzelne Faktoren zu konzentrieren, statt besser auf ein in seiner Gesamtheit flüssig spielbares und erfolgreiches Deck zu achten. Das gilt ähnlich auch für Grundspiel und Erweitertes Grundspiel, wobei ich gern zustimme, dass der Glücksfaktor dort merklich höher ist als beim Turnierspiel.

Früher konnte man Aktionskarten spielen, wenn jeder der Spieler 3 Siegpunkte hatte: Es spielte also der zuerst Aktionskarten, der als zweiter den 3. Punkt erreichte.

Jetzt spielt der als erster, der den insgesamt 7. Punkt erreicht.

Egal, wie man an dieser Regel herumdoktort: Irgendwann wird es immer einen Zeitpunkt geben, an dem einer der beiden Spieler die erste Aktionskarte ausspielen darf. Ich empfehle, das so zur Kenntnis zu nehmen, und sein Verhalten danach einzurichten.

Natürlich wird jeder einigermaßen routinierte Spieler zu diesem kritischen Zeitpunkt keine Aktionskarten oder Einheiten auf der Hand halten, deren Verlust ihm Schaden zufügen kann; natürlich ist der Spion eine der reizvollsten ersten Aktionskarten. (Das wird vermutlich deshalb selten erwähnt, weil es unter erfahrenen Spielern als Selbstverständlichkeit gilt.)

Das ist ja nun kein Geheimnis und man kann sich damit arrangieren. Dazu gibt es ja Gebäude wie die Große Mauer, den Wachturm und die Schreibstube, Zauberbücher wie Inspiration und Magisches Auge, dazu gibt es ja die Möglichkeit, durch Bezahlung von Rostoffen beim Nachziehen gezielt die richtigen Karten auszusuchen.

Wer nun als erster seinen Spion, seinen Raubzug oder was auch immer einsetzt, ist letztlich nebensächlich: Den schlimmsten Schaden fügen Spieler sich immer selbst zu, wenn sie unkonzentriert spielen und die Schuld hinterher - bitte nicht böse sein! - beim Würfel oder einer einzelnen Regelpassage suchen und sich damit selbst die Möglichkeit nehmen, aus strategisch/taktischen Fehlern zu lernen.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

Re: Die Sache mit dem 7. Siegpunkt

Verfasst: 6. September 2003, 00:07
von Ralf R
Peter Gustav Bartschat schrieb:

[...]

> Das ist ja nun kein Geheimnis und man kann sich damit
> arrangieren. Dazu gibt es ja Gebäude wie die Große Mauer, den
> Wachturm und die Schreibstube, Zauberbücher wie Inspiration
> und Magisches Auge, dazu gibt es ja die Möglichkeit, durch
> Bezahlung von Rostoffen beim Nachziehen gezielt die richtigen
> Karten auszusuchen.

Nur sind diese Karten nicht bei jeder Zusammenstellung des erweiterten Grundspiels dabei - kommt eben immer drauf an, welche Erweiterungen man dazu nimmt. Aber für jede Strategie und Kartenzusammensetzung gibt es beim Siedler Kartenspiel eine immer noch bessere Gegenstrategie - das macht für mich das Spiel auch seit Jahren so faszinierend, dass es immer auf den Spieltisch kommt.

> Wer nun als erster seinen Spion, seinen Raubzug oder was auch
> immer einsetzt, ist letztlich nebensächlich: Den schlimmsten
> Schaden fügen Spieler sich immer selbst zu, wenn sie
> unkonzentriert spielen und die Schuld hinterher - bitte nicht
> böse sein! - beim Würfel oder einer einzelnen Regelpassage
> suchen und sich damit selbst die Möglichkeit nehmen, aus
> strategisch/taktischen Fehlern zu lernen.

Jip, Konzentration ist notwendig. Wann man sich schlecht merken kann, was wo in den Ausbaustapeln versteckt ist, dann verballert man unnötig Rohstoffe. Aber mein Würfel läuft trotzdem unrund! ;-)

Bye/Ralf R, der doch eher das Spiel spielen sollte anstatt über Würfelglück und vermeintliche Taktikschwächen zu meckern! :-)

Nachtrag: Grundspiel mit mehreren Sets

Verfasst: 6. September 2003, 09:48
von Peter Gustav Bartschat
Hallo, lieber Ralf,

obwohl es etwas vom ursprünglichen Thema wegführt, möchte ich noch einen Punkt ansprechen:

Du hast weiter oben ja erzählt, dass ihr nur das erweiterte Grundspiel spielt und euch daher nicht alle Karten zur Verfügung stehen. In der Tat geht ja der Regeltext davon aus, dass beim Erweiterten Grundspiel jeweils nur ein Ergänzuns-Set eingesetzt wird.

Nun ist es aber kein großes Problem, zum erweiterten Grundspiel auch zwei oder mehr Sets heran zu ziehen, wodurch die Kartenauswahl ja ganz erheblich steigt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man das umsetzen kann. Den geringsten Regeleingriff erfordert es, wenn man für jedes zusätzliche Set zwei zusätzliche Kartenhäufchen hinlegt.Dadurch kommt zugleich eine höhrere strategische Komponente ins Spiel, da man ja gezielt seine Startkarten aus einem von mehreren Sets auswählen kann und somit seine Spielrichtung früh festlegt.

Das erfordert natürlich immer eine Menge Sortierarbeit vor dem Spiel. Ich persönlich sortiere nicht so besonders gern und habe daher die "Bärenvariante" konzipiert, die ebenfalls im Erweiterten Grundspiel den Zugriff auf alle Karten ermöglicht, aber mit weniger organisatorischem Aufwand. Sie ist im "Leinhaus" unter dieser Adresse zu finden:

http://www.das-leinhaus.de/siedler/varianten/frames.html

(zugegeben: Nicht ganz aktuell, weil die Einführung von "Barbaren&Handelsherren" da noch nicht berücksichtigt ist)

Vielleicht sagt euch ja diese oder eine andere Möglichkeit, mehr Karten ins Spiel zu bringen, zu.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

Nachtrag zum Nachtrag: Der Link

Verfasst: 6. September 2003, 09:51
von Peter Gustav Bartschat
Ich war wohl wieder mal zu dusselig, einen richtigen Link zu setzen.

Aber wenn man auf der Seite, die ich verlinkt habe, auf "sonstige Varianten" klickt, dann landet man da, wo es eigentlich direkt hingehen sollte.

Auf Xunheit!
Gustav der Bär

Re: Nachtrag: Grundspiel mit mehreren Sets

Verfasst: 6. September 2003, 12:10
von Ralf R
Peter Gustav Bartschat schrieb:

> Vielleicht sagt euch ja diese oder eine andere Möglichkeit,
> mehr Karten ins Spiel zu bringen, zu.

Danke für den Tipp - die Variante werde ich heute mal ausprobieren! :-)

Habe mir damals zur Erstveröffentlichung zusammen mit einem Kumpel das Turnierset gekauft. Unsere einhellige aber ganz subjektive Meinung: Erst langatmig - jeder für sich - sein eigenes Deck zusammenstellen, tolle Strategien planen und dabei fast mehr Zeit verbrauchen als fürs eigentliche anschliessende Spiel, dass kann es irgendwie nicht sein. Besonders nicht, wenn die ganze Planung nach den ersten Spielzuegen ins Nichts verpuft, weil die Strategie zu instabil gegenüber Zufallsfaktoren war...

Also die Turniersets mit der schönen Plastikfahne als Punktanzeiger (wer hat die wirklich je benutzt?) in die hinterste Ecke des Spieleschranks verbannt und lieber weiter und immer wieder das Siedler Kartenspiel in der Grundform gespielt. Mit unserem schlechten Urteil gegenüber dem Turnierset im Hinterkopf, kam es uns auch nie in den Sinn das später erdachte erweiterte Grundspiel mal auszuprobieren...

Vor ein paar Wochen als die neuen/alten 3er Sets in den Handel kamen, habe ich dem Spiel in der erweiterten Form nochmal eine Chance gegeben. Und zusammen mit dem einen oder anderen Erweiterungsset gewinnt es doch erheblich an Spielreiz dazu. Allerdings reichen die 13 Siegpunkte meistens kaum, um wirklich tief und viele der neuen Karten ins Spiel zu bringen. Ob unsere Strategien nach jahrelangen Siedler Grundspiel zu eingerostet sind?

Aber Spass macht es trotzdem - und irgendwann werd ich die Turniervariante auch mal wieder ausprobieren. Als zweite Chance...

Bye/ Ralf R, der sich jetzt auf das heutige Antesten der neuen "Fun for 2" Ravensburger Neuheiten sowie Subulata von Cwali freut! :-)

Deckkonstruktion und Siegpunktfahne

Verfasst: 6. September 2003, 13:17
von Peter Gustav Bartschat
Ralf R schrieb:

> (...) Unsere einhellige aber ganz
> subjektive Meinung: Erst langatmig - jeder für sich - sein
> eigenes Deck zusammenstellen, tolle Strategien planen und
> dabei fast mehr Zeit verbrauchen als fürs eigentliche
> anschliessende Spiel, dass kann es irgendwie nicht sein.
> Besonders nicht, wenn die ganze Planung nach den ersten
> Spielzuegen ins Nichts verpuft, weil die Strategie zu
> instabil gegenüber Zufallsfaktoren war...

Es ist in der Tat nicht ganz leicht - und einfach auch nicht jedemanns Sache - sich in die komplexe Welt der Turnier-Version einzfinden. Die Lehrzeit ist dabei sehr lang (nicht die Lehrzeit für die Regeln - das ist eine Sache von vielleicht 10 Minuten - sondern für die Vielfalt der strategischen Möglichkeiten - die muss man schon eher nach Monaten rechnen).

Wenn man das Turnierspiel häufiger spielt, dann muss man sich ja nicht vor jedem Spiel ein neues Deck überlgen: Man lernt im Laufe der Zeit, welche Decks funktionieren und setzt die halt öfter ein. Dazu kommt noch, dass es - sagen wir mal: "Kartengruppenkombinationsmodule" gibt; Gruppen von Karten also, die miteinander gut funktionieren und die man als komplette Gruppen in unterschiedliche Sets integriert. Zollstation, Handelsposten (beides auf der Starthand, den Handelsposten zwischen Gold und Lehm gebaut), dann noch Goldhandelsflotte und Leuchtturm im Deck, dazu Rathaus und Diplomat (um eine vom Gegner per Kaperflotte versenkte Goldhandelsflotte aus der Ablage zurückholen zu können) - das ist nur ein Beispiel von Hunderten, die man nennen könnte.

Aber man sollte nichts überstürzen: Lernt ruhig in aller Ruhe erst einmal die Möglichkeiten kennen, die in all den Karten aus den Sets stecken; ein neues Interesse am Turnierspiel mag dann später von ganz allein dazu kommen.

Falls ihr Lust habt, euch noch ein bisschen in das Thema "Deckbau" einzulesen, gebe ich euch hier mal zwei Links zu entsprechenden Beiträgen aus dem Forum der Catan Online Welt (hoffentlich setze ich sie diesmal richtig):

http://cow.t-online.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?board=Strategien;action=display;num=1040327857

http://cow.t-online.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?board=Strategien;action=display;num=1039893210

> Also die Turniersets mit der schönen Plastikfahne als
> Punktanzeiger (wer hat die wirklich je benutzt?) (...)

Oh ja: Ich! Allerdings zugegebenermaßen nicht besonders lange, da man beim Turnierspiel die Situation in den beiden Fürstentümern automatisch so intensiv verfolgt, dass man ohnehin zu jedem Zeitpunkt weiß, wer wie viele Siegpunkte hat.

Mein Lieblingsfahne ist nach wie vor die mit den beiden blauen Enten und dem Catanischen Wahlspruch: SONO PAZZI QUESTI CATANI. Sie steht auch noch vor mir auf dem Schreibtisch, ist allerdings schon lange nicht mehr im "Fronteinsatz".

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

RE: Keine Chance für Schwarz: Sind die Siedler Würfel schuld?

Verfasst: 7. September 2003, 10:22
von Jost Schwider
"Ralf Rechmann" hat am 04.09.2003 geschrieben:

> vor einigen Monaten hatte ich ja mal hier verkündet, dass
> ein Bekannter von mir immer mit dem schwarzen Fürstentum
> des Siedler Kartenspiels spielen wollte - nur damit koenne
> er gewinnen, war seine feste Meinung.

Soweit - so schlecht.
Oft eine Spieler-Großstadtlegende.

> Schwarz hat einfach keine Chance, weil in der Anfangsphase
> weniger 6er als 5er von den Würfelwerten her fallen.

Allerdings würde ich auch dann nicht von "keine Chance" reden. :-?

Es ist tatsächlich möglich, dass Würfel ungleichmäßig fallen. Gerade bei Naturprodukten wie Holz kann dies eine Rolle spielen. Es gibt ja sogar gezinkte Würfel zu kaufen! :-O

> Deshalb nehme ich für die kommende Partei einen anderen
> Würfel

Gute Lösung. Dann gibt es [i]diese[/i] Ausrede nicht mehr! ;-)

> sowie Würfelbecher.

Na, wenn es beliebt.

> Wenn dann die 5er immer noch so häufig fallen... tja...
> was dann?

Typische "Lösung":
Würfel-Karten ("1" bis "6") ziehen. Wenn Stapel leer, neu mischen.

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

verwunderte Nachfrage

Verfasst: 8. September 2003, 14:37
von Volker L.
Also, ich habe mangels Gelegenheit keine grosse Erfahrung mit
dem Siedler Kartenspiel (irgendwas zwischen 5 und 10 Partien
(wenn Solo-Partien gegen sich selbst nicht zaehlen, da man
dabei ja nie durch unerwartete Aktionen des Gegners ueberrascht
wird ;-) )), aber ich war doch ziemlich erstaunt, dass hier
mehrere wie selbstverstaendlich geaeussert haben, es sei
schliesslich die eigene Schuld, wenn man diese und jene Karte
auf der Hand habe - und vor allem dass niemand widersprochen
hat. :-?

Also, am Anfang durchsucht jeder einen der 5 Stapel und sollte
in der Lage sein, 3 sinnvolle Karten herauszusuchen (obwohl
ich auch schon erlebt habe, dass ein solcher Stapel nur 1 oder
2 gute Startkarten und ansonsten nur Muell enthielt), also
3 billige (oder maximal 1 mittelteuren) Siedlungsausbauten
oder 2 davon plus entweder eine Handelsflotte oder ein
(billiger!) Ritter (die natuerlich vor dem kritischen
Augenblick ausgespielt sein sollte) oder 2 der zuvor genannten
plus einen Kundschafter. Mit etwas Glueck sind die obersten
2 Karten desselben Stapels auch noch brauchbar, so dass man
getrost von da ziehen kann. Spaetestens danach steht man
vor der Wahl, entweder blind von einem der 3 anderen Stapel
zu ziehen (man laesst natuerlich die Finger vom Startstapel
des Gegners) oder 2 Rohstoffe zu bezahlen und einen zu
durchsuchen.
Zieht man blind, dann kann es eben sein, dass man einen
sauteuren Stadtausbau oder eine noch nicht spielbare
Aktionskarte zieht, und los wird man die ja nur dann, wenn
man ansonsten keine Karte nachziehen muss.

Bei unseren Partien kam es durchschnittlich etwa 2mal pro
Spiel vor, dass jemand von der Zahlen&Suchen-Option Gebrauch
gemacht hat; gelegentlich wenn man hoffte, eine ganz
bestimmte Karte zu finden, meistens aber eher dann, wenn man
am Ende des Zuges noch Rohstoffe uebrig hatte, fuer die man
keine sinnvolle Verwendung sah.

Daher meine Frage an diejenigen mit deutlich mehr Erfahrung:
Wie exzessiv setzt Ihr denn diese Such-Moeglichkeit ein???

Gruss, Volker