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Carcasonne - die Burg
Verfasst: 3. November 2003, 21:38
von Peter Alledan
Hallo, hat jemand das o.g. Spiel schon gespielt und kann mal seine Meinung posten? Danke im Voraus.
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 00:37
von Kemal Yun
Habe es gekauft und mehrfach gespielt. Hat so einige Probleme: 1. Der vorne liegende bekommt noch mehr Vorteile weil er die Plättchen auf der Punkteleiste abräumen kann. 2. Durch nur 2 Spieler ist automatisch jeder Zug des einen Spielers für den anderen schlecht, d.h. man spielt sehr stark gegeneinander, beim normalen Spiel gleicht sich das etwas mehr aus. 3. Der Glücksfaktor ist sehr hoch, weil man für unfertige Wege etc. keine Punkte bekommt, ausser man hat ein entsprechendes Plättchen von der Punkteleiste. D.h. zieht man keine passende Legeplatte, nützt auch das taktische Aufbauen nichts.
Als Variante haben wir so gespielt, dass jeder drei Legeplättchen zieht und immer eins davon anlegt, d.h. danach eins nachzieht. So ist der Glücksfaktor etwas niedriger, aber die angesprochenen Probleme bleiben.
Soweit meine Meinung. Macht Spass, ist aber teilweise sehr frustrierend. Und wie immer viel zu große Packung. Mogel, mogel, mogel.
Schachtel> Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 00:44
von Cäsar
Kemal Yun schrieb:
> Und wie immer viel zu große Packung. Mogel,
> mogel, mogel.
Tja, und wieder stellt sich die uralte Frage:
Was war zuerst da, die Schachtel oder das Spiel......... ;-)
Grüsse
Cäsar
RE: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 00:55
von Christian Hildenbrand
So, nachdem Du eine etwas negativere Meinung hattest, hier meine bedeutend positivere:
Ich spiele CC sowieso in allen Varianten schon lange nur noch als 2er, da mir das Glückselement beim Mehrpersonenspiel einfach zu groß war. Es war bei uns einfach meist so, daß der, der hinter dem schlechtesten Spieler saß, gewonnen hatte, weil er 1. mehr Fehler vor sich hatte, die er ausnutzen konnte, und 2. nicht so viele "gemeine" Teile vor die Nase gelegt bekommen hat. Beim 2er-Spiel bin ich wenigstens selbst schuld ...
CC-Die Burg bringt mit den neuen Legeregeln zunächst viel Verwirrung ins Spiel, weil es einfach nicht mehr so funktioniert wie zuvor. Das gibt sich aber nach 1-2 Partien, dann kann man auch wieder anfangen, gezielt auf bestimmte Sachen hinzuspielen, weil man verstanden hat, wie das geht.
Ich kann Kemals Meinung nicht nachvollziehen, daß man bei CC-Die Burg mehr gegeneinander baut als beim normalen CC. Ich will ihm diesen Eindruck aber nicht absprechen, ich habe ihn selbst nur nie erhalten, egal gegen wen ich CC-Die Burg gespielt habe.
Und zum Thema "Mogelpackung":
Es ist die gleiche Schachtelgröße wie schon zuvor bei CC und CC-JuS. Enthalten sind neben 60 Plättchen, 18 Zusatzplättchen (die meiner Meinung nach eine gewisse Würze ins Spiel bringen, da man sich schon ein bißchen anstrengen muß, um sie zu bekommen) und 16 Holzfiguren ein Rahmen, der gleichzeitig als Zählleiste fungiert. Dieser Rahmen gibt genau vor, wo sich die Burg im Laufe des Spiels errichtet. Aber: es sind weniger Plättchen als im Rahmen Platz hätten ... somit wird jedes Spiel ein bißchen anderes als die anderen ... ;-)
Und vom Preis her liegt es im Bereich der sonstigen gängigen 2er-Spiele von Kosmos & Co. Mithalten kann es mit denen m.E. auf jeden Fall !!!
Viele Grüße !
Ciao, Christian (... kommt eben vom HiG-Spieleabend heim ...)
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 07:54
von Dirk Piesker
Hallo Kemal,
ja - der führende Spieler hat alle Möglichkeiten, die Plättchen
abzuräumen.
nein - das führt nicht automatisch zum Gewinn. Ich habe schon diverse
Spiele mit einer grossen Mehrheit an Plättchen grandios verloren.
Die "keine Punkte für unfertige Strassen/Gebäude" Regel finde ich
ok, weil es für Häuser und Türme fast immer möglich ist, diese zu beenden,
man ist oft nur zu gierig.
Meine Meinung: C:DB kann man gerechtfertigt als eigenes Spiel bezeichnen
und macht mir aus der ganzen Reihe am meisten Spass.
Viele Grüße,
Dirk
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 09:21
von Stefan-spielbox
Moin,
ich habe CdB am vergangenen Wochenende zum ersten Mal gespielt und dann auch gleich zweimal. Zuerst mal hat mir CdB viel Spass gemacht, was sicher nicht zuletzt daran liegt, dass ich gerne bauspiele, aber auch daran, dass durch Kenntnisse der anderen Carcassonnen das Spiel flott losgehen konnte.
CdB spielt sich flüssig, auch wenn ich anfangs Schwierigkeiten damit hatte, dass Häuser und Türme nicht durch passende Randteile abgeschlossen werden, sondern oft doch recht unschön einfach am angrenzenden Plättchen aufhören.
Die andere Sache, in die man sich erst reindenken muss, ist die abschliessende Wertung der grössten Freifläche als Multiplikator für den Spieler mit dem dann grössten, fertigen Gebäude (nicht Turm). Sollte man immer im Auge behalten!
Zum Punkt "abräumen der Punkteplättchen durch den Führenden" möchte ich sagen, dass ich öfters kurz vor einem Sonderplättchen stand und versucht habe die richtige Punktzahl zu machen um auf dem Feld des Plättchens zu landen und es nicht geschafft habe. Irgendwann merkt man, dass sich das Warten auf die passende Punktzahl doch eher als Eigenblockade auswirkt und läuft dann einfach weiter (und gewinnt dann trotzdem :-)). Ich denke, das Zufallselement der zu ziehenden Plättchen ist ausreichend gross um zu verhindern, dass der führende Spieler immer das benötigte Plättchen erhält.
Ich werde mir CdB auf jeden Fall zulegen, aber auch sicher meine gewohnte Carcassonne Zusatzregel mit einem offenen Plättchenstapel spielen.
Fazit: Spass, flott zu lernen und zu spielen mit kleiner Gewöhnungsphase.
Ciao
Stefan
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 09:22
von Ina-spielbox
Carcassone - die Burg ist noch erheblich strategischer als ein "normales" Carcassone zu zweit. Durch die Plättchen, die man auf der Burgmauer sammeln kann, indem man geschickt auch mal wenig Siegpunkte bekommt, ergeben sich noch mehr Möglichkeiten. Da - außer den Wegen - fast alle Plättchen aneinander passen, ist es zuerst sehr ungewohnt zu spielen, aber das gibt sich schnell, wie Christian geschrieben hat. Dauch die Tatsache, daß innerhalb der Burgmauer freie Flächen bleiben, läßt sich strategisch einsetzen: wer nämlich das größte Haus mit den meisten Rittern besetzt hatte und selbst beenden konnte, bekommt nachher die Anzahl Felder der größten zusammenhängenden leeren Fläche als Punkte gutgeschrieben. Da heißt es schön aufpassen, daß der andere kein zu großes Haus baut und wenn er das doch getan hat, schön aufpassen, daß keine zu große leere Fläche entsteht.
Gegenüber dem normalen Carcassone ergeben sich eine Vielzahl taktischer Möglichkeiten und ich kann nur sagen: Unbedingt kaufen!
Gruß Ina
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 11:32
von Andreas Epplée
Hi,
CdB ist (wie zu erwarten war) das taktischste aller CC-Spiele. Man hat eine Unmenge von Möglichkeiten - wichtigste Änderung: man kann fast alle Plättchen an alle anderen anlegen - das reine Punktesammeln wird dabei gerichtet durch zufällig gezogene Bonus-Wertungs-Plättchen, man kann(!) sowohl kooperativ als auch aggressiv spielen, man kann (und sollte ;-)) eine Menge Dinge gleichzeitig im Auge behalten, man möchte immer mehr tun, als gerade geht, jedes neue Plättchen eröffnet wieder eine Fülle von Möglichkeiten, es gibt eigentlich keine "schlechten" Plättchen (beim "Original"-CC ist man ja oft schon froh, sein Plättchen überhaupt noch annähernd sinnvoll unterzubringen), es gibt keine Klöster, dafür einen stabilen Rahmen für die Auslage :-) Das - selbstverständlich vorhandene - Glückselement ist überhaupt kein Thema, weil man soviele Möglichkeiten hat, damit umzugehen. Einziger - leider deutlicher - Nachteil: Doris was not there... A must buy (in Preis-Leistung müssten CC und Konsorten ja wohl mindestens "Game of the Decade" werden).
Andreas
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 12:14
von Markus N.
Hallo,
Kemal Yun schrieb:
>
> Habe es gekauft und mehrfach gespielt. Hat so einige
> Probleme: 1. Der vorne liegende bekommt noch mehr Vorteile
> weil er die Plättchen auf der Punkteleiste abräumen kann.
das sehe ich genauso, wir haben es jetzt drei Mal gespielt, immer lag meine Frau vorne, weil sie zuerst eine größere Wertung gemacht hat. (Dabei hat sie das erste Plättchen auf der Siegpunktleiste übersprungen!) Danach hat sie genau auf den Punkt gebaut und alle Plättchen der Reihe nach abgeräumt. Ich hatte keine Chance mehr ran zu kommen, weil sie den Vorsprung hatte, und so mußte ich mich mit dem einen Plättchen begnügen, was sie übersprungen hatte. Dann habe ich mich darauf konzentriert meinen Palas auszubauen, um die freien Felder noch als Punkte zu bekommen, was mir auch eigentlich gelungen wäre, wenn der Palas meiner Frau durch die Plättchen nict nach Spielende einfach als 4 Felder größer abgerechnet wurde. Außerdem wurden unfertige Häuser, Türme und Wege bei ihr abgerechnet, so dass sie nachher über 35 Felder vor mir lag!
Wer hinten liegt verliert in 90% der Fälle, wenn er es nicht schafft ran zu kommen, um Plättchen einzusammeln!
Gruß
Markus
(der heute erneut CdB spielt und versucht, schnell eine große Wertung zu machen, um in Führung zu gehen!)
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 12:47
von Axel
Stefan schrieb:
> Die andere Sache, in die man sich erst reindenken muss, ist
> die abschliessende Wertung der grössten Freifläche als
> Multiplikator für den Spieler mit dem dann grössten, fertigen
> Gebäude (nicht Turm). Sollte man immer im Auge behalten!
Multiplikator????? Hab' ich was verpaßt???
Axel
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 12:52
von Axel
Hallo Peter,
tja, das meiste ist schon gesagt.
Vielleicht sollte man doch das Spiel nicht dem direkten Vergleich gegen CC ausliefern. Den verliert es m.E.. Aber ansonsten kann man tatsächlich einigen Spaß haben.
Das mit den Mauerplättchen sehe ich ebenfalls als zu schwergewichtiges Element, das Spiel zu entscheiden. An alle andere gewöhnt man sich nach wenigen Partien.
Axel
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 13:09
von Andreas Epplée
Markus schrieb:
> Wer hinten liegt verliert in 90% der Fälle, wenn er es nicht
> schafft ran zu kommen, um Plättchen einzusammeln!
Stimmt - und wer nicht genügend Elefanten hat, verliert bei Tadsch Mahal ;-)
Ich habe schon erlebt, dass ich zwar massig Plättchen eingesammelt habe, aber nur den geringsten Teil davon sinnvoll einsetzen konnte. Du kannst vielleicht mit dem einen von Deiner Frau übersprungenen Plättchen mehr Punkte machen als sie mit drei anderen. Und während sie Plättchen-Hopping betreibt, könntest Du an Groß-Projekten bauen... Andersrum - wenn Deine Frau z.B. ein Plättchen mit einer doppelten Turmwertung aufgedeckt hat, musst Du eben verhindern, dass sie einen großen Turm baut! Oder dich selbst an demselben beteiligen, denn um ihr Plättchen einzusetzen, braucht sie die Mehrheit. Denn genau wie beim Original gilt auch in der Burg: "Dabeisein oder verhindern"... Es gibt soviele Möglichkeiten - da einer nicht alles machen kann, sollte normalerweise immer genügend für den anderen bleiben.
Gruß und viel Spaß bei den nächsten zwanzig Partien!
Andreas
(wie lange habe ich "Lost Cities" gespielt um zu begreifen, wie man ein scheinbar so glücksabhängiges Spiel gewinnen kann ;-))
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 13:39
von Axel
Ich darf auch in aller Bescheidenheit ;-) auf meine Rezension im Spielearchiv aufmerksam machen, der Du ein paar ausführlichere Anmerkungen entnehmen kannst.
Re: Carcasonne - die Burg
Verfasst: 4. November 2003, 16:23
von Peter Alledan
Danke für die ausführlichen Hinweise, glaube kaufe es mir selbst und bild mir dann eine Meinung, scheint ja generell nicht schlecht zu sein.
PS: Danke Axel für deinen Hinweis, hätte ich auch eher schauen können