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Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 6. November 2003, 20:19
von Michael Andersch
Erlebnis #1 (eher traurig):

Mutter mit Sohn (ca. 9 Jahre) schleppt ein Spiel an (Taschengeld Spiel von Jumbo oder so) mit der Frage, ob wir es ihr erklären könnten. Sie hätten das Spiel zu Hause, und der Sohn würde es nicht verstehen, obwohl er sich die Anleitung schon mehrmals durchgelesen habe.

Wäre es eine unverschämte Frage gewesen, nachzuhaken ob die Mutter selbst nicht lesen kann oder wieso sie ihrem Kind nicht hilft???


Erlebnis #2 (eher lustig):

Kunde fragt, welches denn das SdJ 2003 sei und bekommt daraufhin Alhambra gezeigt. Enttäuschte Nachfrage: "Gibt's kein größeres Spiel des Jahres?"


Um einige Erfahrungen reicher,
Micha

Re: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 6. November 2003, 22:30
von christiane f.
hi micha,

2 anmerkungen zu deinen erlebnissen:

kannst du dir vorstellen, dass eltern, die selber nicht viel spielen, schwierigkeiten haben, eine spielregel zu lesen, selbst fuer ein kinderspiel?
das faellt ja selbst vielen spielern schwer.

und zum anderen: naja, stell dir vor, dieser kunde ist ein onkel oder opa.
ein grossformatiges spiel (z.b. 'wir baun uns ein atomkraftwerk' ;) )macht schon deutlich mehr eindruck unterm weihnachtsbaum als so ein kleines alhambra!

anmerkende gruesse,

christiane

(muss jetzt erstmal ins ot-forum).

RE: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 07:14
von Michael Andersch
Hallo Christiane,

> kannst du dir vorstellen, dass eltern, die selber nicht
> viel spielen, schwierigkeiten haben, eine spielregel zu
> lesen, selbst fuer ein kinderspiel?

Nö, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Ich möchte natürlich beispielsweise nicht ausschliessen, dass die Regel einfach nur grottenschlecht und in der Tat unverstehbar ist. Worauf ich raus wollte war eher: Die Mutter kriegt mit, dass der Sohn das Spiel nicht kapiert aber hält es nicht für nötig, ihm zu helfen und die Regel selbst mal durchzulesen. Stattdessen lässt sie ihn selber wursteln und wenn er's nicht hinbekommt hat er eben Pech gehabt...

> das faellt ja selbst vielen spielern schwer.

Naja. Das würde ich jetzt nicht unterschreiben. Zumindest nicht bei den mir bekannten Kinderspielen.

> und zum anderen: naja, stell dir vor, dieser kunde ist ein
> onkel oder opa.
> ein grossformatiges spiel (z.b. 'wir baun uns ein
> atomkraftwerk' ;) )macht schon deutlich mehr eindruck
> unterm weihnachtsbaum als so ein kleines alhambra!

Natürlich - schon klar, dass das der Hintergedanke war ;-) !
Witzig fand ich's trotzdem!

Micha

Re: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 07:30
von ulla
Hallole,

zu 1. :
Also ich bin auch jemand - der mit einer Spieleanleitung sich schwer tut. Wir sind so eine kl. Gruppe - da hat jeder das gleiche Problem. Drum gehen wir auch auf die Spielemesse um uns spiele erklären zu lassen :-))
Irgendwie bekommen wir das immer nicht gebacken. z.B. wir würden liebend gerne mal den fliegenden Holländer spielen, der lieg seit jahren ungespielt im Schrank... aber....

Gut bei einem Kinderspiel - aber vielleicht ist das ja auch etwas schlecht beschrieben...

So ein ultivmativer Spieleerklärer wäre super...am Tisch.. den suchen wir noch :-)

Grüssle
Ulla

Darmstadt Spielt

Verfasst: 7. November 2003, 08:25
von Frank Jaeger (AMIGO)
Komm doch da hin, dann erklaere ich dir den Fliegenden Hollaender. Ist zwar schon eine Weile her, aber mit der Spielregel als kleine Gedaechtnisstuetze kriege ich das wieder zusammen.

Frank.

(Infos: www.darmstadt-spielt.de)

RE: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 08:44
von Heinrich Glumpler
Hi,

die Sache kann auch viel einfacher sein - wenn die Mutter versucht hat, die Regel zu lesen und sie nicht verstanden hat (woraus man ihr unter Umstaenden keinen Vorwurf machen kann - schlieszlich gibt es selbst hier im Forum genug RF-Postings) dann war es vielleicht einfach ein sehr menschliches Problem, naemlich... dass sie sich schaemte, es zuzugeben.

Es gibt mehr Dinge im Kopf unseres Gegenueber, als wir uns je ertraeumen lassen koennten.

Gruesze
Heinrich

RE: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 08:59
von Janine
Dass die Mutter das Spiel für so wichtig hällt, es auf die Messe mitzunehmen, ist schon ein überdurchschnittlich hohes Engagement.
Ich habe auch Kinder und kann mir gut vorstellen, dass die Idee vielleicht die war, den Sohn für 20 Minuten beschäftigt zu wissen, um selbst ein wenig Zeit für sich zu haben?

Janine

Re: Darmstadt Spielt

Verfasst: 7. November 2003, 09:00
von ulla
Hallo Frank,

nettes Angebot, aber leider ist Darmstadt doch ne Ecke weg :-)


Grüssle aus dem Schwabenland
Ulla

RE: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 09:06
von Michael Andersch
"Janine" hat am 07.11.2003 geschrieben:
> Dass die Mutter das Spiel für so wichtig hällt, es auf die
> Messe mitzunehmen, ist schon ein überdurchschnittlich hohes
> Engagement.

Sie hat's nicht mitgebracht. Sie hat es an unserem Stand aus dem Regal gezogen.

> Ich habe auch Kinder und kann mir gut vorstellen, dass die
> Idee vielleicht die war, den Sohn für 20 Minuten
> beschäftigt zu wissen, um selbst ein wenig Zeit für sich zu
> haben?

Das könnte natürlich auch sein, ebenso wie Heinrichs Idee, dass sie nicht zugeben wollte es selber nicht kapiert zu haben.
Aber ihre Aussage war halt eine andere...

Micha

RE: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 09:08
von Ulrich Rheimann
...aber das auf Kosten der Kinder...

Uli (versteht einige Verteidigungen überhaupt nicht)

Re: Darmstadt Spielt

Verfasst: 7. November 2003, 10:17
von Ralf Arnemann
> aber leider ist Darmstadt doch ne Ecke weg
Nicht so weit - sonst würden hier nicht so massenhaft Schwaben rumlaufen ;-)

RE: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 11:18
von Guenter Cornett
Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Hi,
>
> die Sache kann auch viel einfacher sein - wenn die Mutter
> versucht hat, die Regel zu lesen und sie nicht verstanden hat
> (woraus man ihr unter Umstaenden keinen Vorwurf machen kann -
> schlieszlich gibt es selbst hier im Forum genug RF-Postings)
> dann war es vielleicht einfach ein sehr menschliches Problem,
> naemlich... dass sie sich schaemte, es zuzugeben.
>
> Es gibt mehr Dinge im Kopf unseres Gegenueber, als wir uns je
> ertraeumen lassen koennten.

Dem *Mein Sohn kommt mit der Regel nicht klar* folgte womöglich ein ungesagtes *Und ich kann nicht lesen*. Mir fällt dazu der Fernsehspot ein: *Was du kannst nicht lesen!* Es gibt soundsoviele Analphabeten im Land.
Von denen hat sich mir noch keiner als solcher vorgestellt, obwohl mir sicherlich schon einige begegnet sind.

Wie dem auch sei. Ich denke, es ist positiv, wenn der Fachhandel als solcher wahrgenommen wird. Regelfragen sind sicherlich ein Ausdruck davon.

Gruß, Günter

RE: Spielregel nicht lesen können

Verfasst: 7. November 2003, 12:13
von hannes
Hi Michael

> > kannst du dir vorstellen, dass eltern, die selber nicht
> > viel spielen, schwierigkeiten haben, eine spielregel zu
> > lesen, selbst fuer ein kinderspiel?
>
> Nö, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Hm.
Es gibt aber recht viele Leute, die auch einfachste Bedienungsanleitungen nicht lesen können. Was meinst du, warum die ganze Alltagswelt und viele Gebrauchsanleitungen voller Piktogramme und Graphiken sind ?

Es soll in Deutschland 4 Millionen funktionale Analphabeten geben. Siehe :
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,2009541_HOME,00.html

Dass dann so jemand nicht zugibt, dass er die Regel nicht selbst LESEN kann, ist ja durchaus verständlich.

hannes

RE: Spielemesse Stuttgart: Erlebnisse

Verfasst: 7. November 2003, 14:37
von Janine
Das sagt man auch nicht vor den Kindern, Mann!!

:-/

Janine

Re: Darmstadt Spielt

Verfasst: 10. November 2003, 09:42
von Immanuel
Hallo Ulla,

wo im Schwabenland?

Wir haben neulich den fliegenden Holländer gespielt und ich schätze, dass ich ihn - wie Frank mit Unterstützung der Spielregel - auch erklären könnte.

Wo spielt ihr denn so? Im Schwabenland bin ich gelegentlich am Wochenende.

Grüße,

Immanuel