Seite 1 von 1

Aggression: Katharsisfunktion des Spiels?

Verfasst: 7. November 2003, 12:39
von Verena
Hallöchen,

Ihr habt mir hier schon einige Male sehr gut durch zahlreiche und ausführliche Antworten geholfen, also versuche ich es noch einmal :)

Was fällt Euch zum Stichwort "Katharsis" im bezug auf Spiele ein? Meint Ihr, daß man sich beim Spielen sehr gut abreagieren kann und so aggressives Verhalten eingedämmt wird? Fördern (manche) Spiele Aggression eher, weil der Spieler evtl. frustriert wird?

Mich interessiert Eure eigene Meinung und natürlich auch (neuere Fach-)literatur zum Thema, Links etc. also gebt mir alles! :)

Verena

Re: Aggression: Katharsisfunktion des Spiels?

Verfasst: 9. November 2003, 01:37
von cristinus
Hallo,

ich musste Katharsis erstmal im Lexikon nachschlagen...

Ich persönlich verwende Gesellschaftsspiele nicht dazu, mich abzureagieren, manchmal bauen sich da eher Aggressionen auf, die ich dann nach der Partie
innerhalb von 10-15 Minuten (bei Wettkampfschach auch schon mal länger)
mühsam wieder unter Kontrolle bringe. :-)

Bei mir gehört zum Aggressionsabbau eigentlich immer Bewegung dazu. Die
kriege ich am Spieletisch normalerweise nicht.

Spiele Gruesse
Christian

Re: Aggression: Katharsisfunktion des Spiels?

Verfasst: 10. November 2003, 21:53
von Marc W.
Hi,

bei Brettspielen sehe ich die Gefahr, dass ein Konflikt nicht im Feuer des Spiels vergeht, sondern ausserhalb mit anderen Mitteln fortgesetzt wird. Denn man erfährt doch so einiges über seine Mitspieler ("Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr!" - Plato) Es gibt Leute mit denen ich bestimmte Spiele nicht spielen würde, weil es dann nur Stress ist und nicht entspannend. Da ist von Katharsis nichts zu spüren.

Aber ansonsten ist Katharsis doch eher Thema bei Computerspielen, besonders den "Echtzeitshootern" wie Counterstrike & Co.

Im Spiegel-Online stand mal was. Aber der Link führt zu einem kostenpfichtigen Angebot des Spiegels:
Computerspiele: "Vergewaltigung verkauft sich nicht"
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,239600,00.html

Und dann findet sich noch was (umsonst) bei Bild der Wissenschaft:
Computerspiele schädigen jugendliche Gehirne
http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=152442

Und ein ehemaliger Soldat der US-Armee behauptet dass durch die Ego-Shooter die Tötungshemmung reduziert wird, da durch da entsprechende Computerspielen Anlegen, Zielen und Abdrücken geradezu "trainieren". Und die Bedingungen seinen ähnlich wie beim Schießtraining der Armee (war ein Beitrag im WDR)