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Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 10. Mai 2004, 20:11
von Dirk
Hallo,
wir haben mittlerweile einige Partien hinter uns, aber leider erschliesst sich und die in einem anderen Thread gelobte Spieltiefe von Einfach Genial nicht.
Es erscheint mir doch alles sehr zufällig. Ich habe das Spiel blind gekauft, da die 2 letzten Knizia Spiele, welche ich mir zugelegt habe (Der Herr der Ringe und Blue Moon), mittlerweile zu meinen Lieblingsspielen zählen.
Vielleicht sind wir aber auch nur blind?
Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen.
Gruß Dirk
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 10. Mai 2004, 20:21
von Helmut Lehr
Vielleicht liegt es daran, dass, gemessen an den doch dem Fantasy-Bereich zuzuordnenden beiden Lieblingsspielen, "Einfach Genial" zu nüchtern für dich ist...
VG
Helmut
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 01:21
von hannes
Hi
Bis jetzt habe ich auch noch keine Tiefe entdeckt. Einfach genial ist schön, für Leute die Spass an geometrischen Mustern haben und die Glücksspiele mögen, bei denen man sich ein bisschen konzentrieren muss um aus seinen Steinen das Optimum herauszuholen. Mehr ist da meiner Meinung nach nicht in diesem Spiel.
Wirklich planbar ist es nicht, weder zu zweit noch zu viert.
Trotzdem gefällt das Spiel für den kleinen Hunger zwischendurch. Bloss den Spielnamen finde ich genial daneben.
hannes
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 07:23
von Andreas Keirat
Dirk schrieb:
>
> Hallo,
> wir haben mittlerweile einige Partien hinter uns, aber leider
> erschliesst sich und die in einem anderen Thread gelobte
> Spieltiefe von Einfach Genial nicht.
> Es erscheint mir doch alles sehr zufällig. Ich habe das Spiel
> blind gekauft, da die 2 letzten Knizia Spiele, welche ich mir
> zugelegt habe (Der Herr der Ringe und Blue Moon),
> mittlerweile zu meinen Lieblingsspielen zählen.
> Vielleicht sind wir aber auch nur blind?
> Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen.
>
>
> Gruß Dirk
Die "Spieltiefe" ergibt sich aus dem Abgraben von Flächen, bei denen man selbst mehr Punkte besitzt als der Gegner. Es ist eine Kunst, diese gekonnt zu verstellen, um eine Farbe beim Mitspieler dadurch auszuschließen und diesen am Sieg zu hindern. Gleichzeitig muß man sich bemühen, diesem Schicksal selbst zu entgehen und ggf. neue farbige Flächen aufbauen. Im Endspiel ist dies nicht mehr möglich, weil der Gegner dann zu stark darauf achtet, aber wenn es Dir im Mittelspiel noch gelingt, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, dann sieht es gut aus.
Ciao,
Andreas Keirat
www.spielphase.de
Der "Blue Moon" als zu langweilig empfindet, weil es stark an die bekannten Sammelkartenspiele erinnert.
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 07:52
von hannes
> Gleichzeitig muß man sich bemühen, diesem Schicksal
> selbst zu entgehen und ggf. neue farbige Flächen aufbauen. Im
> Endspiel ist dies nicht mehr möglich, weil der Gegner dann zu
> stark darauf achtet, aber wenn es Dir im Mittelspiel noch
> gelingt, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, dann sieht es
> gut aus.
Das ist meines Erachtens gerade die Krux : Im Mittelspiel sind die Flächen meistens zu offen, so dass wenn ich auf einer Seite abriegle, die Farbe auf einer andern immer noch weiter wachsen kann. Und dann muss ich ja auch auf meine schwachen Farben achten, von denen ich wo möglich lange Zeit gar nie ein Plättchen ziehe.
Für mich ist Einfach genial eines der typischen Spiele, das den Anschein erweckt, planbar zu sein, de facto aber bei einigermassen gleich starken Spielern ein reines Glücksspiel ist.
hannes
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 11:42
von Gabi Goldschmidt
hannes schrieb:
>
und dann muss ich ja auch auf meine
> schwachen Farben achten, von denen ich wo möglich lange Zeit
> gar nie ein Plättchen ziehe.
Hallo Hannes,
dafür gibt es doch die Austauschregel, wenn Du nach dem Legen eines Plättchens in deiner schwächsten Farbe (deinen schwächsten Farben) kein Plättchen besitzt, so darfst Du Deine 5 Steine zur Seite legen, 6 neue ziehen und die alten 5 Plättchen wieder in den Beutel zurücklegen.
Damit kann man das Pech beim Nachziehen doch weitest gehend ausschließen.
Ciao Gabi
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 13:38
von hannes
Hi Gabi
Ja, das stimmt. Beim Austauschen verliert man aber einen Zug und mit Absperren einer schlechten Farbe der Nachspielenden ist dann vorerst nichts.
Aber warum 5 Steine weglegen ?
> .... kein Plättchen besitzt, so darfst Du
> Deine 5 Steine zur Seite legen, 6 neue ziehen und die alten 5
> Plättchen wieder in den Beutel zurücklegen
Ich habe ja 6 Steine und muss die vollständig austauschen, oder ?
hannes
PS. Ich habe noch nie zu dritt gespielt, erst zu zweit und zu viert. Vielleicht ist das Spiel zu dritt ja ganz anders ...
Und die Solitärvariante muss ich auch noch ausprobieren. Die wird mir bestimmt gefallen.
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 13:42
von Brigitte
Hallo Hannes,
> Beim Austauschen verliert man aber einen Zug
> und mit Absperren einer schlechten Farbe der Nachspielenden
> ist dann vorerst nichts.
Das stimmt nicht , du machst erst deinen Zug, und darfst dann deine restlichen Steineablegen und 6 neue ziehen.
Brigitte
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 13:44
von Michael Heissing
Das Austauschen findet nach dem eigenen Zug statt, man verliert also keinen Zug. Das macht diese Option zu einem strategisch sehr bedutsamen Werkzeug!
Wie auch die Regel, durch "geniale" Züge doppelt zu punkten, bzw. doppelt zu verbauen....
miXa
Re: Blue Moon und Sammelkartenspiele
Verfasst: 11. Mai 2004, 14:22
von Dirk Piesker
Hallo Andreas,
> Der "Blue Moon" als zu langweilig empfindet, weil es stark an
> die bekannten Sammelkartenspiele erinnert.
Kannst Du das näher erklären? Der einzige Grund, z.B. mit Magic
aufzuhören, war für mich der finanzielle Aspekt.
Von der spielerischen Tiefe kommt Blue Moon doch nicht mal in
die Nähe von Magic.
Interessiert mich wirklich!
Dirk
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 15:45
von Heinrich Tegethoff
Hrmm,
nun, damit erklärt sich Dein Spieltiefenproblem recht gut, da ohne die
ungewöhnliche Nachziehregel Einfach Genial stark limitiert ist.
Zu diesem Regelmißverständnis siehe bitte auch
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=86966&t=86963
Auf der anderen Seite fehlt mir häufiger nicht die schlechteste Farbe
(dann könnte ich ja austauschen) oder die gerade "dickste" Farbe
sondern eine aus meinem Mittelfeld. Nach meiner Spielerfahrung
gewinne ich hier das Spiel, wenn ich diese pusche bzw. die
Mitspieler kurz halte. Natürlich muß ich noch mit den schlechtesten
Farben taktieren und ein Auge auf "Genial"-Möglichkeiten halten,
aber gerade das Mittelfeld gibt mir meine Spieltiefe!
Servus,
Heinz
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 16:18
von hannes
> nun, damit erklärt sich Dein Spieltiefenproblem recht gut, da
> ohne die
> ungewöhnliche Nachziehregel Einfach Genial stark limitiert ist.
Danke für Regelkorrektur. Dann ergibt sich ja ein ganz anderes Spiel. :-)
Allerdings ist diese Austauschregel so ungewöhnlich, dass KOSMOS bei der Spielregel dies speziell hätte hervorheben sollen, bzw absolut keine Missverständnisse bei der Regelinterpretation hätte aufkommen lassen dürfen.
Die Regel-Unachtsamkeit ist die : die Passage "am Ende jedes Zuges ..." steht nur bei
Bei steht das nicht mehr.
hannes
RE: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 11. Mai 2004, 16:33
von Hartmut
> Allerdings ist diese Austauschregel so ungewöhnlich...
Naja, doch nicht wirklich, nur sind viele von uns wohl Klassiker-geschädigt (hier: Scrabble) und assoziieren rasch mal austauschen = aussetzen.
RE: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 12. Mai 2004, 10:03
von Dirk
Ein Danke mal an alle, die geantwortet haben. Auch wir haben die das Austauschen falsch gespielt. Auch ist nach weiteren spielen das Taktieren grösser geworden. Auch den Bonuszügen haben wir wohl zu wenig Bedeutung beigemessen.
Gruss Dirk
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 12. Mai 2004, 14:31
von chris
Die Bandbreite der Aussagen reicht von „nett aber nicht tief genug“ bis „vielleicht für Liebhaber von Spielen wie Schach oder Go zu empfehlen“. Dann gibt es natürlich die Gruppe die es sehr mag und für die am Ende nur der Spieltitel als Fazit bleibt. Ingesamt ist der Tenor eher positiv, doch die Frage ist: wie taktisch ist es nun wirklich? Die beiden oberen Aussagen zeigen das es sehr unterschiedliche Ansichten gibt.
Vielleicht haben wirklich viele die ungewöhnlich Nachziehregel falsch gehandhabt und so wenig taktischen Spielraum gehabt. Es gibt ja einige Spiele bei denen die Meinungen über den taktischen und strategischen Anspruch auseinandergehen.
Denke auch Samurai vom gleichnamigen Autor wäre da so ein Fall.
Vielleicht kennt ihr noch weitere, die umstritten sind, da der Zufallsanteil das Spiel beeinflusst, oder auch einfach sehr schwer ist eine Taktik oder Strategie herauszufinden ist und man so doch in einer Weise zufällig spielt . Da fällt mir noch Tikal ein, denn höchstens mit dem Versteigern des nächsten Feldes kann der Glücksanteil vermindert werden. Das Spiel wird dann allerdings länger und insgesamt spiele dann doch lieber ohne versteigern.
Viele Grüße,
Chris
Re: Einfach genial - Spieltiefe
Verfasst: 22. Mai 2004, 20:30
von Markus Barnick
wenn das so planbar wäre.
Meistens zieht man halt nicht die richtigen Farben.
Pech, wenn man wie ich bis kurz vor schluss kein Orange bekommt...
RE: Einfach genial - Austauschregel
Verfasst: 24. Mai 2004, 10:19
von Kathrin Nos
Hallo Markus,
"Markus Barnick" hat am 22.05.2004 geschrieben:
> wenn das so planbar wäre.
> Meistens zieht man halt nicht die richtigen Farben.
> Pech, wenn man wie ich bis kurz vor schluss kein Orange
> bekommt...
Ja aber habt Ihr denn nicht die Austauschregel angewendet? Wenn Du am Ende Deines Zuges in Deiner schwächsten Farbe keinen Stein hast, darfst Du alle Steine austauschen.
Alles Gute wünscht
Kathrin.