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neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 9. Juli 2004, 14:17
von Michi
Hallo,
wenn ein Spiel zum ersten Mal auf den Tisch kommt, stellt sich mir regelmäßig die Frage, ob man das Spiel zunächst mal anspielen sollte, bevor man in ein komplettes Spiel einsteigt.
Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: um bei Goa den Ablauf kennenzulernen und auch die Regelerklärungen nochmals durchzugehen, könnte man ein "Proberunde" (einmal Plättchen versteigern + Aktionen durchführen) dem eigenlichen Spiel vorausschicken.
Bei kurzen und einfachen Spielen macht das sicherlich keinen Sinn. Wenn man bei langen, komplexen Spielen jedoch 1,2 oder 3 Stunden seinen anfänglichen Fehlern hinterher rennt und sie nicht mehr ausbügeln kann, finde ich das schon schade. Vor allem, wenn es dann wieder Monate dauert, bis man nochmals die Chance bekommt, dieses Spiel erneut zu spielen.
Es stellt sich natürlich auch die Frage, wie viele Details beim Anspielen rüberkommen. Bei la Citta z. B. kann es u. U. eine Weile dauern, bis es zur Abwanderung kommt.
Wenn alle Mitspieler das Spiel nicht kennen, ist die Ausgangssituation ja immerhin für alle gleich (naja, vielleicht hat der Regelerklärer einen kleinen Vorteil ;-) ). Drastischer ist es sicherlich, wenn ein Teil der Mitspieler das Spiel schon kennt. Vielleicht kann man dies durch das Anspielen etwas relativieren!?
Wie handhabt ihr das? Werden bei euch Neuheiten zunächst angespielt, bevor's richtig los geht? Wenn ja, bei welcher Art von Spielen?
Tschö,
Michi
Re: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 9. Juli 2004, 14:48
von Braz
Michi schrieb:
> Wie handhabt ihr das? Werden bei euch Neuheiten zunächst
> angespielt, bevor's richtig los geht? Wenn ja, bei welcher
> Art von Spielen?
Nix da ! Die Mitspieler werden manchmal ebenso ins kalte Wasser geworfen :))
Manchmal schaffe ich es nicht Spiele vorher anzuspielen oder manchmal sind Spiele sowieso erst ab 3 Personen oder machen erst ab dieser Anzahl richtig Spaß -> Zug um Zug sei da ein Beispiel: Dieses Spiel spielt sich einfach bei mehreren Mitspielern spannender, obwohl es ebenso für 2 Personen geht...... hätte ich es demnach zu zweit angetestet wäre mir sicherlich bald schon die Lust auf eine weitere Partie vergangen ;)
So spielte ich es mit mehreren Leuten und wir hatten dermaßen Spaß, daß es noch mehrmals auf den Tisch kam und noch kommen wird ;)
Was ich aber vorher auf jeden Fall mache ist die Spielregel mir zu verinnerlichen und das dann den Leuten an Spielbeispielen zu erklären -> damit der Einstieg leichter und schneller fällt !
Und jetzt nochmal die konkrete Antwort auf deine Frage "neue Spiele zunächst "anspielen?!?" :
Nein, i.d.R. eher nicht ! Wieso auch ?!
Gruß
Braz
Re: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 9. Juli 2004, 15:56
von Gabi Goldschmidt
Hallo Michi,
bei komplexeren Spielen halte ich es häufig so, dass ich erst die Regel lese, dann eine Probe-3-er-Runde mit mir selbst spiele, anschließend noch einmal die Regel studiere und dann für das erste Spiel mit Mitspielern gewappnet bin. Wir sagen zwar häufiger, lasst es uns anspielen, haben dann aber meistens keine Lust, noch einmal neu zu beginnen.
Kommt ein Spiel auf den Tisch, das nur einer nicht kennt, erhält er oft von den Mitspielern während des Spiels taktische Hinweise, falls er gerade ins " offene Messer rennt". So kann auch der Spielspaß für den neuen Mitspieler gewahrt bleiben, wenn er in der ersten Runde gegen die "Cracks" nicht völlig untergeht.
Ciao Gabi
Re: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 9. Juli 2004, 15:58
von Carsten Wesel
Braz schrieb:
>
> Michi schrieb:
> > Wie handhabt ihr das? Werden bei euch Neuheiten zunächst
> > angespielt, bevor's richtig los geht? Wenn ja, bei welcher
> > Art von Spielen?
>
> Nix da ! Die Mitspieler werden manchmal ebenso ins kalte
> Wasser geworfen :))
Genau so ist es.
Und wer eine weitere Chance braucht: "Heute ist nicht alle Tage ..."
Gruß Carsten (der kommt immer wieder - keine Frage)
[OT] der kommt immer wieder
Verfasst: 9. Juli 2004, 16:52
von Thomas Rosanski
Carsten Wesel schrieb:
> Gruß Carsten (der kommt immer wieder - keine Frage)
Das wird deine Frau sicher beruhigen.
Fröhlichen Gruß,
Thomas (der noch nie vom Zigarettenholen zurückgekommen ist).
Re: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 9. Juli 2004, 19:58
von Gerhard Passler
Hallo Michi!
> wenn ein Spiel zum ersten Mal auf den Tisch kommt, stellt
> sich mir regelmäßig die Frage, ob man das Spiel zunächst mal
> anspielen sollte, bevor man in ein komplettes Spiel einsteigt.
>
> Wie handhabt ihr das? Werden bei euch Neuheiten zunächst
> angespielt, bevor's richtig los geht? Wenn ja, bei welcher
> Art von Spielen?
Bei einem neuen Spiel studiere meistens ich - wer denn sonst :grin: - schon ein oder zwei Tage vorher die Regeln und bin dann am Spieleabend gut vorbereitet. Eine Spielregel richtig einzustudieren und zu kapieren schaffe ich persönlich sowieso nur, wenn ich dies ganz alleine und in aller Ruhe machen kann. Zu zweit oder womöglich sogar in einer Gruppe will es bei mir einfach nicht klappen.
Sollte es sich um ein relativ komplexes Spiel handeln, so machen wir das am Spieleabend dann meistens so, dass ich zunächst nur ganz kurz (10 bis 15 Minuten) die Grundprinzipien des Spieles erkläre. Danach tragen wir ein "Probespiel" (so nennen wir das immer) aus, während dem ich zu jedem Spielzug und zu jeder Spielsituation die weiteren erforderlichen Erklärungen abgebe. Nach ein paar Runden - je nach Komplexität des Spiels - brechen wir das Probespiel ab, jeder der noch irgendwelche Fragen hat, meldet sich und dann beginnt das "richtige" Spiel.
Eventuell auftretende Regelfragen erkläre ich selbstverständlich auch im "richtigen" Spiel jederzeit gerne.
Mit diesem System sind wir bis jetzt immer hervorragend gefahren.
Ich muss da aber auch mal meine Mitspieler loben (auch wenn sie diese Zeilen jetzt nicht lesen :sad: ), denn diese sind eigentlich immer 100 %ig konzentriert bei der Sache.
Sollte es sich um ein einfaches Spiel handeln, entfällt selbstverständlich das Probespiel und wir legen gleich richtig los. :-)
Gruß
Gerhard
(der nicht nur wegen der vorbildlichen Regeln am liebsten Alea-Spiele erlernt und erklärt)
Re: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 9. Juli 2004, 23:28
von Oliver
Hallo zusammen!
Auch in meiner - leider fiel zu selten zustanden kommenden Spielegruppe - fällt mir kein anderer neben mir ein, der die Zeit und Lust mitbringt, sich um die Regeln zu kümmern. Ich aber tue dies immer besonders gerne...
... und akribisch. Dies wird mir aber von einigen meinen Mitspielern oftmals als Vorteilnahme vorgeworfen. Sollte ich dann noch eine Regel vergessen haben und diese erst im weiteren Spielverlauf wieder in meinem Gedächtnis auftauchen, so ist das Geschrei ("unlauterer Wettbewerb") groß. :)
Eine bessere Variante, als die Regeln von einem Interessierten erläutert zu bekommen, fällt mir beim besten Willen nicht ein. Man stelle sich nur vor, 10 Seiten Regeln den Mitspielern anzutun. Dann lieber doch, die eine oder andere Regel erst im Laufe des Spiels "auspacken". Anderseits müsste ich sie doch mal ins offene Messer laufen lassen und bei einer der nächsten Neuerwerbungen, die Regeln vorlesen ;). Aber ich fürchte, dann kommt erst gar kein Spiel zustande.
Auch mir geht es da wie Dir, Gerhard, Regeln wollen gelesen werden, um verstanden zu werden. Ein Zuhören reicht mir oftmals nicht.
Jetzt aber noch einmal kurz zum eigentlichen Thema: Anspielen ist bei uns oftmals kein Thema. Wenn wir schon anfangen, dann müssen sich alle auch gemeinsam durch die erste Partie beißen. Und das klappt in der Regel auch ganz gut.
Gerne verwende ich mit einigen Freunden (alles Männer, die sind in meinem Freundeskreis deutlich spielbereiter und enthusiastischer) das Wort "Probepartie", die dann gerne 3- 4 Stunden dauern darf. Und dieser Begriff, dient für jeden als Ausrede, wenn es mal nicht so gut läuft, "Ist ja nur eine Probepartie". In besagter Männerrunde stellt es dann auch kein großes Problem da, nachts um 2h oder 3h, noch eine weitere Partie "Goa" oder "A Game of Thrones" dran zuhängen. Es wird immer viel gelacht, wenn wir um diese Uhrzeit behaupten wir hätten ja gerade erst eine Probepartie gespielt, jetzt aber kann es richtig zur Sache gehen. (Wenn ich das dann meiner Frau am nächsten Morgen oder Mittag erzähle, hätte ich für Sie nicht mehr alles Tassen im Schrank.) Der anschließende neuerliche Aufbau kostet zwar ein wenig Anstrengung, aber nach wenigen Minuten bzw. den ersten Spielzügen, sind alle wieder gebannt dabei und wollen das gesammelte Wissen, in neue Strategien umsetzen. Dann allerdings gilt, die Ausrede "Probespiel" nicht mehr!
Grüße aus Frankfurt/ Main
Oliver
Re: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 10. Juli 2004, 15:58
von günter-spielbox
Hallo,
ich bin auch einer von denen, die vor der Erprobung neuer Spiele immer die Regeln lesen und sie den anderen ( die in der Regel nicht gerade Vielspieler sind) dann möglichst strukturiert vortragen darf/muss.
Erster Schritt ist immer eine gründliche Sichtung des Materials und seiner Funktionen. Bei Spielmechanismen, die auf dem Papier abstrakt und komplex wirken im Prinzip aber sehr organisch sind, kann ein Anspielen außerordentlich hilfreich sein. Ein Beispiel dafür war bei uns vor einiger Zeit "Giganten", was nach ein,zwei Proberunden voll verstanden war. Ähnliches würde ich auch z.B.für "Mexica" sagen. Oder, aus jüngerer Zeit, "Tongiaki": das läst sich mit einem kurzen Anspiel weitaus besser erklären als mit vielen Worten.
Richtige hartgesottene Freaks brauchen das natürlich alles nicht ! (?)
Gruß
Günter
Re: [OT] der kommt immer wieder
Verfasst: 10. Juli 2004, 17:51
von Gregor Breckle
:oops:
Selten nützlich
Verfasst: 12. Juli 2004, 09:57
von Ralf Arnemann
Normalerweise spielen wir schon die erste Partie durch - das Ergebnis ist natürlich dann zweitrangig.
Ein "Anspielen" nützt m. E. bei den wenigsten Spielen etwas, da selten die reine Mechanik das Problem ist (z. b. das Versteigern bei GOA), sondern eher die merkwürdigen Konsequenzen, die Entscheidungen einige Zeit später haben können.
Bei GOA merkt man ja eigentlich erst in der zweiten Hälfte was es wirklich heißt, einem Mitspieler ein rotes Plättchen zu billig überlassen zu haben, oder selber viele Gimmicks zu haben, aber keine normale Produktion.
Grundsätzlich (also auch bei altbekannten) Spielen haben wir aber kein Problem damit, ein Spiel auch mal vorzeitig abzubrechen, wenn es durch grundlegende Fehler oder extreme Glücksereignisse so gekippt ist, daß man noch lange Zeit weitermachen müßte, obwohl das Ergebnis schon feststeht.
Re: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 12. Juli 2004, 18:29
von Immanuel
Günter schrieb:
> Richtige hartgesottene Freaks brauchen das natürlich alles
> nicht ! (?)
Die beklagen sich dann lieber hinterher (z.B. hier im Forum), dass das Spiel xy nicht funktioniert, wo sich dann bei genauem Nachfragen herausstellt, dass einfach ein bestimmter Regelteil völlig übersehen wurde.
Hierbei fasse ich mir - als bekennender Nicht-Anspieler, nicht als hartgesottener Freak - durchaus an die eigene Nase. :oops:
Grüßle,
Immanuel
RE: neue Spiele zunächst "anspielen"?!?
Verfasst: 13. Juli 2004, 08:13
von Jost Schwider
"Michi" hat am 09.07.2004 geschrieben:
> wenn ein Spiel zum ersten Mal auf den Tisch kommt, stellt
> sich mir regelmäßig die Frage, ob man das Spiel zunächst
> mal anspielen sollte, bevor man in ein komplettes Spiel
> einsteigt.
Obwohl bei gänzlich unbekannten Spielen manchmal sinnvoll, wird es selten in die Realität umgesetzt:
Eine angekündigte Proberunde wird dann doch eben zum kompletten Spiel ausgeweitet, bei einem so deklarierten Probespiel kommt dann doch der Ehrgeiz, es gewinnen zu wollen. :-))
> Bei kurzen und einfachen Spielen macht das sicherlich
> keinen Sinn.
Auch manchen "Kurzspielen" steht eine Proberunde gut zu Gesicht, etwa Mamma Mia: Die Auswertung ist schnell erklärt, aber zum Begreifen muss man m.E. das Ganze mal selbst gesehen haben.
> Wenn man bei langen, komplexen Spielen jedoch
> 1,2 oder 3 Stunden seinen anfänglichen Fehlern hinterher
> rennt und sie nicht mehr ausbügeln kann, finde ich das
> schon schade.
Die Frage ist, ob man dann noch überhaupt den Nerv für einen kompletten Neuanfang hat.
> Drastischer ist es sicherlich, wenn ein Teil der
> Mitspieler das Spiel schon kennt. Vielleicht kann man dies
> durch das Anspielen etwas relativieren!?
Bei einem guten, funktionierenden Spiel soll (muss!) der Erfahrene doch einen gewissen Vorteil haben. Neulinge werden allerdings von groben Fehlern abgehalten - eine Taktik oder gar Strategie wird aber auf keinen Fall vorgegeben!
Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/jas.htm - [i][b]JaS[/b] - Spielepreis für Brücken in die Welt der Spiele[/i]