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Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 16:07
von Bernd
Hallo,
ich stelle mir gerade ernsthaft die Frage, ob ich überhaupt noch ein Spiel in
Essen kaufen soll.
Es ist doch wirklich zum Mäuse melken, fast jedes Spiel das ich in Essen gekauft habe, finde ich zur Zeit im Internet (inkl. Porto) günstiger.
Es ärgert mich umso mehr, weil es sich auch um Titel von Kleinstverlagen und limitierten Ausgaben handelt. Bei einigen Spielen gibt es einen Preisunterschied von über 10 Euro.
Ich werde wohl in Zukunft sehr genau überlegen welche Spiele ich in Essen überhaupt kaufen werde. Wahrscheinlich nur noch Spiele, die es nach der Messe wahrscheinlich nicht mehr geben wird.
Wie seht ihr die Sache ...
Bernd
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 16:16
von TRH
Moin!
Hast du teilweise recht, aber insbesondere Spiele, die es nach Essen nicht mehr gibt bzw. schwierig zu bekommen sind, kaufe ich weiterhin direkt dort.
Also die Frage der Verfügbarkeit in den Wochen nach der Messe ist schon nicht ganz unwichtig.
Ansonsten kaufe ich auch nur Spiele, von denen man annehmen kann, dass sie nach der Messe nicht preislich runtergehen.
Das erhöht auch den Tragekomfort ;-)
Gruß Tom
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 16:16
von Ulrich-Peter Weiand
Hallo!
Dieses Jahr mußte Essen zwar ohne mich stattfinden, Deinen Eindruck kann ich allerdings auch schon vom letzten Jahr bestätigen. Die Zeiten, wo man nach Essen fuhr, um in erster Linie Spiele zu kaufen, sind wohl vorbei. Dafür gibts im Internet genügend günstige Anbieter.
Gruß, Uli
(dem es in Essen zum Spielen eigentlich immer zu laut und hektisch ist)
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 16:16
von Christian Preuss
Ich habe "7 Ages" für 50 Euro bekommen (aktueller Preis ~65 Euro) und Ur für 10 Euro (aktueller Preis ~25 Euro). das japanische Siedler von Catan habe ich bisher noch gar nicht bei einem deutschen Anbieter gesehen. Von daher hat es sich zumindest für mich gelohnt in Essen zu kaufen :)
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 16:40
von Robert Vötter
Bernd schrieb:
>
> Hallo,
>
> ich stelle mir gerade ernsthaft die Frage, ob ich überhaupt
> noch ein Spiel in
> Essen kaufen soll.
>
> Es ist doch wirklich zum Mäuse melken, fast jedes Spiel das
> ich in Essen gekauft habe, finde ich zur Zeit im Internet
> (inkl. Porto) günstiger.
> Es ärgert mich umso mehr, weil es sich auch um Titel von
> Kleinstverlagen und limitierten Ausgaben handelt. Bei einigen
> Spielen gibt es einen Preisunterschied von über 10 Euro.
>
> Ich werde wohl in Zukunft sehr genau überlegen welche Spiele
> ich in Essen überhaupt kaufen werde. Wahrscheinlich nur noch
> Spiele, die es nach der Messe wahrscheinlich nicht mehr geben
> wird.
>
> Wie seht ihr die Sache ...
>
> Bernd
Wir sind in die Stadt Essen gegangen und in einem Spielwarengeschäft gab es "zug um Zug" um 24 Euro.
Am schlimmsten finde ich ,das ein Spiel beim Verleger oft mehr kostet,als bei den Händlern,die runterherum verkauft haben. Zug um Zug z.b. war Euro 30,woanders bekam man es oft um 25-27 Euro.
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 16:55
von Jochen Schwinghammer
Hallo Robert,
als Verleger muss man praktisch einen teureren Preis anbieten, da sonst die Händler sauer sind und dem Verleger die Spiele in Zukunft nicht mehr abkaufen, wenn der die Preise kaputtmacht.
Viele Grüße, Jochen Schwinghammer
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 17:03
von Günter Cornett
Robert Vötter schrieb:
>
> Wir sind in die Stadt Essen gegangen und in einem
> Spielwarengeschäft gab es "zug um Zug" um 24 Euro.
> Am schlimmsten finde ich ,das ein Spiel beim Verleger oft
> mehr kostet,als bei den Händlern,die runterherum verkauft
> haben. Zug um Zug z.b. war Euro 30,woanders bekam man es oft
> um 25-27 Euro.
Es gibt keine Spiele-Preisbindung. Wenn die Verlage sich bei ihrer eigenen Preisgestaltung an den Kampfpreisen einzelner Händler orientierten, würden die anderen Händler die Spiele logischerweise nicht mehr kaufen.
In der Vergangenheit war es oft so, dass der Fachhändler das SdJ im Kaufhaus billiger bekam als bei seinem Großhändler oder Verlag. Gerade DOW bemüht sich darum, dass dieses SdJ nicht in Supermärkten und Kaufhäusern verramscht wird, verzichtet dadurch auf einige sichere Einnahmen und ermöglicht so auch dem Fachhandel das Spiel zu ordern.
Dass ein Händler die empfohlenen Verlagspreise um ca. 10% unterbietet, kann man nicht dem Verlag anlasten. Und verglichen mit Schrott wie Halo2 (50,- Euro - siehe andere Diskussion) sind Brettspiele noch verdammt preiswert.
Gruß, Günter
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 17:08
von christoph
nicht zu vergessen mein heroscape für 50 EUR und die limitierte Anno 1503-Holzbox ebenfalls für 50 EUR :)
und natürlich die gimmicks, die man sonst nicht kriegt: der amigo bohnentaler, die orangen railroad dice-kreuzungswürfel, die blue moon promo-karte, und do weiter
tschau,
christoph
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 17:10
von Jochen Schwinghammer
Hallo Bernd,
ich kaufe in Essen die Spiele, die ich nur dort bekomme oder Spiele, die ich unbedingt sofort haben muss (z.B. Die dunklen Lande für 5,50 Euro).
Die teuren Spiele der gängigen Verlage kaufe ich im Internet und lasse sie mir bequem bis an die Wohnungstüre liefern. Die Erfahrung zeigt, dass bei teuren Spielen die Preise sehr schnell und sehr stark reduziert werden.
Das Warten zahlt sich dann meistens aus. A Game of Thrones hat vor einem Jahr auf der Messe noch 45 Euro gekostet. Jetzt bekommt man die deutsche Version für 29 Euro.
Ich warte auch gerne erst mal die ersten Kritiken ab, bevor ich bestelle. In Essen müsste ich viele Sachen blind kaufen, die dann wertvollen Platz im Regal blockieren.
Viele Grüße, Jochen Schwinghammer
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 18:14
von Holger Fassbender
Hallo,
naja, vielleicht deswegen:
Goldbräu 22,-
Die dkl. Lande 5,50
Die beiden Prinzspiele (Jenseits von Theben und Zauberzeit)
Die beiden ersten habe ich noch nicht günstiger gesehen und bei den beiden letzten war nicht klar, ob es die nach der Messe gibt...
Aber es ist in der Tat recht schwierig beruhigt in Essen einzukaufen und zwar güstiger als nach der Messe online.
Ein anderer Punkt ist, dass man so seine Spiele auch signiert bekommt ohne, dass man seine Kartons durch die halbe Welt tragen muss. So ein bischen Sammler und Jäger bin ich ja dann doch ;-)
Gruß
Holger
[OT] Preisbindung
Verfasst: 10. November 2004, 18:19
von Matthias Prinz
Wo wir grade beim Thema sind:
Wieso keine Preisbindung für Spiele? Natürlich muss man dies auch erst mal als "Kulturgut Spiel" anpreisen, aber im Prinzip täte das der Branche doch gut.
Aber natürlich leichter gesagt, als getan. Vor allem, weil man diesen Gedanken dann auch alle Brachen übertragen könnte.
Zu Preisleistungsverhältnis Brettspiel/Computerspiel:
Einerseits steht der Langzeitaspekt bei Brettspielen klar im Vordergrund, daher empfinde ich auch Brettspiele als preisgünstig.
Andererseits sind bei einem PC-Spiel auch mind. 10mal so viele Leute involviert, die natürlich auch bezahlt werden wollen.
Alles eine Sache der Ansichtssache.
Gruß
Matthias
Komische Frage ???
Verfasst: 10. November 2004, 18:24
von Sven
Ich frage mich, warum Du in Essen die günsigten Preise erwartest ?
Du kannst doch nicht ernsthaft den Versuch vorwerfen, das eigene Produkt
möglichst erfolgreich zu veräußern, das gilt auch für Kleinverlage !
Zudem wäre auch das Handeln erlaubt gewesen !
Gruss
Sven
Re: Komische Frage ???
Verfasst: 10. November 2004, 18:32
von Volker L.
Sven schrieb:
>
> Ich frage mich, warum Du in Essen die günsigten Preise
> erwartest ?
Vielleicht wegen der Erfahrungen der Vergangenheit?
Bei meinem ersten Essen-Besuch 1998 jedenfalls gab es
überall auf der Messe Kampfpreise, teilweise knapp,
teilweise auch deutlich unter den günstigsten Versendern
und erst recht sehr deutlich unter den normalen (günstigen)
Ladenpreisen.
Das hat sich in den letzten Jahren geändert :-/
Gruß, Volker (kauft auch aus Transport-Gründen auf der
Messe nur Kleinigkeiten und Importspiele)
Re:...mit Schrott...
Verfasst: 10. November 2004, 18:32
von Thomas Molnos
...wie blumig noch gesprochen! :lol:
Gruß
Thomas
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 19:07
von Bernd Lutz
Günter Cornett schrieb:
> Dass ein Händler die empfohlenen Verlagspreise um ca. 10%
> unterbietet, kann man nicht dem Verlag anlasten. Und
> verglichen mit Schrott wie Halo2 (50,- Euro - siehe andere
> Diskussion) sind Brettspiele noch verdammt preiswert.
>
> Gruß, Günter
Mal die Qualität von Computerspielen ausser acht gelassen:
Die Entwicklung von dem "Schrott" kostet zweistellige Millionenbeträge. Zwar sind die Produktionskosten günstiger als bei Brettspielen, aber das Geld muss irgendwie ja wieder rein kommen. (dazu kommen meist auch noch Serverkosten für Multiplayer, Weiterentwicklung,...)
Ciao
Bernd (der am Computer und am Brett spielt)
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 19:39
von Heinrich Glumpler
Hi,
dein Posting hat mir klar gemacht, dass ich nochmal laut Danke sagen sollte an all jene, die mein Spiel in Essen gekauft haben - denn mit diesem Geld konnte Erlkönig seinen Messestand bezahlen: also -
VIELEN DANK :-)
Dank eurer Unterstützung werden wir uns auch nächstes Jahr wieder mit einem neuen Spiel nach Essen wagen (können).
Ich schätze mal, dass es anderen Verlagen - und nicht nur Kleinverlagen - wohl ebenso geht.
Welchen Nutzen hat ein Käufer davon?
Er bekommt das Spiel fachkundig erläutert - bei den Kleinverlagen meist sogar noch vom Autor selbst - und kann sich ein sehr genaues Bild davon machen, ob es für ihn das richtige Spiel ist.
Er fördert die Verlage direkt, wenn er deren Spiel für gut hält und fördert damit auch die Entwicklung weiterer guter Spiele.
Und manche Spiele sind eventuell eben nur auf der Messe zu bekommen - aber dieses Argument dürfte ja eher nur die Sammler interessieren.
Grüße
Heinrich
erlkoenig.net(t)
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 20:32
von Andrea Harbke
Hallo Spieleeinkäufer!
Ich halte es so, dass ich Spiele von Kleinverlagen (möglichst) direkt auf der Messe kaufe, denn dann kommt mein Geld zu 100% bei den Autoren an.
Spiele von großen Verlagen kann ich mir später immer noch zulegen, zumal sie nach der Messe meist etwas billiger sind :roll:
Dieses Jahr habe ich es doch tatsächlich geschafft so gut wie keine Spiele bei einem großen Verlag zu spielen, sondern mich viel bei den Kleinverlagen aufgehalten. Eine Ausnahme war die Zeit, in der ich mit meinem 10jährigen Sohn unterwegs war, da haben wir dann doch mal Piranha Pedro und Niagara gespielt, aber auch Piratengold.
Und wenn ich schon Spiele in Essen direkt kaufe, dann muß natürlich auch das Autogramm des Autors auf die Schachtel :-D , das wird bei einem späteren Kauf "schwierig".
Und überhaupt, was ist denn schon ein Essenbesuch ohne viele volle Taschen mit neuen Spielen?
Viele Grüße
Andrea (deren Ehemann mit seinem Pfeffersack-Team gerade fleißig für Catan 24 übt)
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 10. November 2004, 20:38
von Bernd Schlüter
Hallo Namensvetter,
ich habe mir in Essen hauptsächlich Spiele von "Kleinverlagen" gekauft (z.B. Feudo, Neuland, Reef Encounter, Oltremare), da man die Spiele der "Großen" ja auch später noch kaufen kann.
Nun mag es einige Spiele dieser Kleinverlage auch bei Spieleversendern geben, aber gerade das weiß man ja auf der Messe nicht. Und ich habe lieber ein Feudo oder Neuland sicher in der Tasche, als nachher Zeit darauf zu verwenden, es irgendwo noch zu ergattern- und eventuell mehr zu bezahlen. Davon abgesehen fördert es mit Sicherheit die Motivation der Autoren bzw. Verleger, wenn man sich ein Spiel am Stand erklären lässt oder spielt, und es dann bei Gefallen auch direkt kauft.
Bernd
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 11. November 2004, 01:14
von Jeff Widderich
Einige Kleinverlage haben sicherlich ihr letzten Euro ausgegeben um ihre Spiele fertig zu haben um in Essen dabei zu sein. Die Spiele die direkt auf der Messe gekauft werden (Bargeld) wird benutzt um das Hotel zu bezahlen und wieder nach hause zu kommen. Wenn nichts verkauft wird, da kann man einfach nicht wieder kommen. 10 euro mehr bezahlen oder die Kreativität (das Lebensblut der Spiele)
der Kleinverlage verlieren ? Geiz ist nicht Geil.
Jeff
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 11. November 2004, 09:27
von Attila
Jeff Widderich schrieb:
> einfach nicht wieder kommen. 10 euro mehr bezahlen oder die
> Kreativität (das Lebensblut der Spiele) der Kleinverlage verlieren ?
Dann sollten die Kleinverlage vieleicht eine Spendenaktion auf der Messe starten! - "Bitte spendet 10 Euro, damit wir unser Abendessen bezahlen können" - aber aktionen das Spiel auf der Messe für 40 Euro zu verkaufen und im Versand bekommt man es dann für 32 Euro find ich schon sehr seltsam. Ich meine, ich komme darüber weg und es ist mir persönlich auch schnuppe ob ich jetzt 732 oder 740 Euro auf der Messe gelassen habe, aber ich kann schon verstehen das man darüber verärgert ist. z.B. ist Splotter eigentlich *immer* teuerer als im Versand (Ramschverkäufe alter Spiele ausgenommen).
> Geiz ist nicht Geil.
Natürlich ist es das! Wieso auch nicht?
Atti
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 11. November 2004, 09:47
von Timo Hochfeld
ganz verstehe ich das auch nicht.
Immerhin sind die günstigeren Preise ja bereits 14 Tage nach der Messe vorhanden.
Und da verdient ja noch einer mit !
Dann verdiene ich doch nochmal weniger als Spieleherausgeber.
Also müsste doch eine Annäheung an den Versandpreis machbar sein ?
Re: Marktwirtschaft
Verfasst: 11. November 2004, 10:18
von Haendler
Da hier anscheinenend etwas Unwissenheit herrscht, was die zugrundeliegenden Mechanismen angeht, möchte ich gerne mal für Aufklärung sorgen.
1.) Da es keine Preisbindung gibt (siehe oben), ist jeder Händler frei in seiner Preiskalkulation. Es kann ihm keiner vorschreiben (auch ein Verlag nicht) zu welchem Preis er ein Spiel verkaufen muss. Wenn er will kann er es sogar billiger verkaufen, als er es eingekauft hat. Wenn er das natürluc dauerhaft macht, ist er irgendwann pleite.
2.) Angebot und Nachfrage regeln den Preis.
Diese Gesetz funktioniert im Spielemarkt ziemlich gut. Übersetzt bedeutet dies: Wenn es mehr Internetshops gibt, als nötig wäre um den Spielemarkt zu bedienen, dann werden einige davon weniger verkaufen, als sie eigentlich wollen.
Die senken dann die Preise, und erreichen dadurch, dass sie mehr verkaufen. Das kann wirklich so weit gehen, dass nahe am Einkaufspreis verkauft wird.
Irgendwann regelt sich dann jedoch auch der Markt selbst und es verschwinden wieder Shops vom Markt, weil es sich für die nicht lohnt.
3.) Die Preise in Essen sind so wie immer. Warum sollten die Verlage und Haendler dort auf einmal Ihre Gewinnspannen reduzieren, obwohl sie auch so dort genug verkaufen? Damit würden Sie doch nur unnötig ihren Gewinn beschneiden.
Die Einkaufspreise für die Händler sind auch so wie immer, nur die Gewinnspannen sind besonders im Internet sehr viel kleiner geworden, weil die Konkurrenz größer geworden ist, verstanden?
Re: Warum in Essen Spiele kaufen???
Verfasst: 11. November 2004, 10:24
von Andrea Meyer
Hallo,
auch wenn es keine Preisbindung bei Spielen gibt, so gibt es doch so etwas wie eine "übliche" Kalkulation. Sobald sich ein Kleinverlag diese leisten kann, macht es Sinn, sich daran wenigstens einigermaßen zu halten. Das bedeutet auch, auf der Messe nicht viel billiger zu verkaufen, als der Einzelhandel später verkaufen wird, und damit meine ich weder den Versandhandel noch Toys R Us, sondern den kleinen Spieleladen, den wir alle so wichtig finden.
Konkret: "Der Einzelhandel" "braucht" i.d.R. einen Einkaufspreis, der bei etwa 50% des Verkaufspreises liegt. Aus dem gleichen Einkaufspreis macht "der Versandhandel" den günstigeren Preis, auf den sich viele hier beziehen. Das können die Versender tun, weil sie - wie übrigens viele Kleinverlage auch - mit wenigen, oft gering bezahlten Arbeitskräften arbeiten und Lager- meist billiger als Laden-Infrastruktur ist.
Also: Klar mache ich über größere Stückzahl mehr Geld, wenn ich auf der Messe zum erwarteten Versandhandel-Preis verkaufe. Ob mir dann aber noch viele Einzelhändler mein Spiel abnehmen, bleibt dahin gestellt. Und selbst wenn, ob ich mir damit Freunde mache, ist immer noch offen.
Ich habe viel Verständnis dafür, dass die meisten der hier Schreibenden die Spiele so günstig wie möglich haben möchten. Ich will auch nicht die Preisdiskussionen oder die Wertdiskussionen mit dem meines Erachtens sehr treffenden Vergleich zum Kinoabend mit vier Personen wiederholen.
Ich gebe nur zu bedenken, dass selbstverständlich Leute wie ich das Geld, das wir in Essen einnehmen, für die Messekosten selbst bzw., wenn's gut läuft, für die Anfinanzierung des Spiels bzw. des Kredits nutzen. Ob wir damit einen guten Schnitt machen oder zunächst auf Schulden sitzen bleiben, finden wir jedes Jahr aufs Neue raus. Und einige von uns bieten Euch - dennoch - jedes Jahr am eigenen Stand ein oder mehrere neue Spiele an. Dazu kommt, dass wir sie Euch - oft persönlich - erklären und selbstverständlich auf Wunsch auch gerne signieren.
Was Euch das wert ist und ob Ihr dafür 2, 3, 5 oder 8 EUR mehr zu zahlen bereit seid, entscheidet Ihr selbstverständlich selbst.
Gruß
Andrea Meyer
PS: Marktwirtschaft
Verfasst: 11. November 2004, 10:29
von Haendler
Und noch eins:
Ihr Spieler seit für diese Mechanismen massgeblich mitverantwortlich. Denn die meissten von Euch sind (positiv gesagt) sehr sehr preisbewusst, und kaufen wirklich nur dort, wo es am Billigsten ist. Und dadurch werden die Billigsten immer wieder aufs Neue gefüttert.
Und ich finde es schon wirklich witzig, welche Anspruchshaltung auch noch dazukommt, unter dem Motto "Frechheit, dass es jetzt in Essen nicht mehr am Billigsten ist", die Tauben sollen gefälligst von selbst gebraten in den Mund fliegen.
Nein, nein, so läuft das nicht, schauen muss man schon noch selbst.
Und genau die, die immer alles am Billigsten haben wollen, die sind im Ergebnis dafür verantwortlich, wenn irgendwann der ganze Spielemarkt zusammenbricht, und die Verlage nicht mehr genug Geld verdienen, um neue Spiele zu machen.
Re: PS: Marktwirtschaft
Verfasst: 11. November 2004, 10:48
von TRH
Haendler schrieb:
>
> Und noch eins:
>
> Ihr Spieler seit für diese Mechanismen massgeblich
> mitverantwortlich. Denn die meissten von Euch sind (positiv
> gesagt) sehr sehr preisbewusst, und kaufen wirklich nur dort,
> wo es am Billigsten ist. Und dadurch werden die Billigsten
> immer wieder aufs Neue gefüttert.
Ist ja der Sinn einer Marktwirtschaft: Würde jeder einfach draufloskaufen (was natürlich auch vorkommt), würde das System ja nicht funktionieren...
> Und ich finde es schon wirklich witzig, welche
> Anspruchshaltung auch noch dazukommt, unter dem Motto
> "Frechheit, dass es jetzt in Essen nicht mehr am Billigsten
> ist", die Tauben sollen gefälligst von selbst gebraten in den
> Mund fliegen.
> Nein, nein, so läuft das nicht, schauen muss man schon noch
> selbst.
Da stimme ich zu
> Und genau die, die immer alles am Billigsten haben wollen,
> die sind im Ergebnis dafür verantwortlich, wenn irgendwann
> der ganze Spielemarkt zusammenbricht, und die Verlage nicht
> mehr genug Geld verdienen, um neue Spiele zu machen.
Das halte ich (mit Verlaub gesagt) für eine sehr gewagte These. Da gerade du uns ja in vorletzten deiner Beiträge die Prinzipien der Marktwirtschaft näher gebracht hast: Diejenigen, die immer alles am Billigsten haben wollen, kaufen mit ihrem Geld Gesellschaftsspiele und eben nicht andere Dinge, die es ja in unserer Konsumgesellschaft auch noch zu konsumieren gäbe (oder erhöhen unsere persönlich Sparquote). Damit wird der Spielemarkt eher gefördert denn dem Zusammenbruch näher gebracht. Möchte mal sehen, was passiert wenn "genau die" keine Spiele mehr kaufen.
Allein die Frage, ob Kleinverlage dabei zu kurz kommen, bleibt: Aber wie in diesem Thread gesagt wurde: Erklären, Kontakt mit dem Autor, Zeitfaktor u.a. sind auch denen Geld wert, die "alles am Billigsten haben wollen", denn diese Faktoren gibt es nur in Essen. Wieviel man bereit ist für diese "weichen Faktoren" zu bezahlen, das ist die Frage: 10% Prozent o.ä. vom Verkaufspreis lasse ich mir da noch gefallen, wenn allerdings Spiele auf der Messe 40 und kurz danach 30 Euro kosten, ist das schon was anderes.
Gruß Tom