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Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 21:05
von Heinrich Tegethoff
Hallo Piratenfreunde,

der Pattfrage-Thread weiter unten erinnerte mich an unsere letzte "Karibik"-Partie
zu dritt, die leider desaströs endete:
- Alle drei Spieler brauchten nur noch einen großen Coup, um zu gewinnen.
- Nur ein Schiff war in der Ecke von Havanna, wo die letzten beiden Kisten
lagen, alle anderen faktisch in der anderen Ecke.
- Dieses Schiff wurde natürlich von jedem mit 5 und dann als Pattbrecher mit 4
gewählt - und blieb stehen. Das war für jeden zwingend.
- Alle anderen Schiffe wurden davon abgehalten, dort hinzufahren, da dies nur
einem (mit dem naheliegensten Piratennest) geholfen hätte.

Ergo: Patt, Spiel bleibt stehen. Abbruch. Und kein Sieger, da sonst bei
"meistes Gold" wir zäh Runde um Runde verschiedene Schiffe etwas näher
herangebracht hätten, aber... es gab noch mehr Spiele im Schrank.

Habt Ihr bereits ähnliche Erfahrungen gemacht, und dabei womöglich eine
bessere Lösung als den Abbruch gefunden?
Kann man bei einem Versteigerungsspiel dieser Art den Dauer-Patt verhindern?

Servus,
Heinz

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 21:25
von Steffen S.
Hi Heinz,

hatten wir noch nicht, schon gar nicht zu dritt. Man sollte die Option nicht vernachlässigen, dass man auch den Schatz klauen kann - will heißen: Anderes Schiff heranführen, Schatz stibizen. Es müssen ja Bewegungspunkte für die anderen Schiffe abgefallen sein - warum also nicht Risiko, und eines davon heranführen? Dann löst sich dieser gordische Knoten schon auf (wenn auch ein Duselsieg rausspringen könnte. Man kann ja ggf. den Weg zum Schlupfwinkel eines Spielers mit anderen Schiffen blockieren.
Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass diese Situation häufig auftritt: Es sind 16 Schätze im Wert von insgesamt 96.000 Dublonen im Spiel, dazu kommt die Aufnahmeprämie von 2.000 Dublonen, macht nochmals 32.000 Dublonen. Es werden also 128.000 Dublonen auf drei Spieler verteilt, Siegbedingung sind 41.000.
Wenn in der Havanna-Ecke 2 Kisten lagen (ich nehme dann an, es war in Havanna und in Matanzas), so befinden sich die Schlupfwinkel gelb, grün und blau jeweils 3 bzw. 4 Felder entfernt von diesen Städten, lediglich rot ist mit 4 und 5 Feldern um eines weiter weg. Ich sehe also nicht ganz, wo der klare Vorteil für einen einzelnen gewesen sein soll, von dem du als "dem mit dem naheliegendsten Piratendest" sprichst. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr die Möglichkeiten des Übertrages von Schätzen und der Blockade durch bereits vorher bewegte Schiffe unterschätzt habt.

Gruß,
Steffen

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 21:42
von Heinrich Tegethoff
Hallo Steffen,

das Klauen vom Nachbarschiff ist (und war in dem Spiel) der interessanteste Teil
des Spiels, also sicher nicht unterschätzt.

Aber es gab halt nur ein Schiff in der Nähe der letzten Kisten. Das Risiko ist aber
genau das Problem: statistisch war grün eins näher dran, eine Farbe fehlt ja (ich
glaube es war gelb), und entsprechnend gab es eine sichbare Unsymmetrie. Die
Nicht-grün-Spieler hielten alle anderen Schiffe fern. Das IST destruktives Spiel, aber
relativ zwingend, oder?

Die Aufrechnung mit 128.000 auf 3 Spieler habe ich nicht verstanden: bei
ausgewogenem Spiel ist ja genau das mittlere Ende bei 42.000+x. Wenn
eine Kiste fehlt (8,000+2,000 Aufnahme) und alle drei recht gleichauf liegen,
dann gibt es das Problem auch an anderen Stellen:
(128.000-8.000-2.000)/3 = 39.000+x < 41.000, aber jeder mit >= 31.000 gewinnt.

Servus,
Heinz

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 21:48
von Heinrich Tegethoff
> (128.000-8.000-2.000)/3 = 39.000+x < 41.000, aber jeder mit >= 31.000 gewinnt.

Soll übrigens heissen: Drei ausgeglichene Spieler mit 31.000 bis 39.000 Gold
sind ja gar nicht so selten (hoffentlich!), zudem mit dem etwas abgelegenen
Havanna-Eck.

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 21:55
von Steffen S.
Hi Heinz,

Warum hat Grün nicht seinen 5er auf ein abgelegenes Schiff gelegt, wenn ihm das Heranziehen eines Schiffes den Sieg gebracht hätte? Es hätte dann doch genügt, wenn sich die anderen beiden ausgepattet hätten...? Wäre es nicht Wert gewesen, das zu riskieren, wenn es wirklich nur Grün etwas gebracht hätte?

Gruß,
Steffen

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 22:06
von Heinrich Tegethoff
Hallo Steffen,

nun, ich war grün - es wäre wohl gegangen. Aber dann würde es faktisch
zur offenen 2:1 Absprache kommen, und zum anderen braucht es etliche
Runden mit sonstigem Stillstand, bis ein anderes Schiff da ist (2x -1 dazu,
alle anderen werden zurückgeschoben). Letztendlich würden gerade einmal
zwei Schiffe in der Nähe sein, und ein Abweicher aus dreien entscheidet
das Spiel - wie war das noch einmal mit Schlange, Gift und Hufeisen ("Spion
und Spion")? Da verkommt aber doch der Spielspaß.

Eine Lösung aus dem Patt wäre es aber schon: darauf hoffen, daß sich die
anderen beiden immer Auspatten, auf zwei Schiffe mit wechselndem
Patt bauen und im richtigen Augenblick keinen zweiten Spieler dagegen haben.

Servus,
Heinz

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 22:15
von Steffen S.
Korrektur: es bewegt sich mindestens ein Schiff um 4 Felder - Grün braucht ja jetzt weder den 5er noch den 4er. Beider werden auf distanzierte Schiffe gelegt, mit den beiden -1ern der anderen Spieler bewegt sich ein Schiff um 4, und eines um 3 (oder im Extremfall 5+2). Spätestens nach 2-3 Zügen sind 2 weitere Schiffe in Reichweite. Die herangeführten Schiffe sind anzunehmenderweise auch nicht nah genug, um an den Schatz heranzufahren, den Schatz aufzunehmen UND im Schlupfwinkel auszuladen, was ja anscheinend zum Sieg nötig gewesen wäre. Da ist doch noch Spielraum...?

Gruß,
Steffen

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 22:49
von Heinrich Tegethoff
Hallo Steffen,

konkret hätte es noch gereicht, das einer der Nicht-Grünen nicht auf's
Patt eingeht, und sich der andere die Kiste schnappt, aber durch die
dann zwingende -1 nicht ins Ziel kommt. Spätestens dann kann Grün
nicht mehr darauf bauen, das der andere den Patt gegenhält, und das
Spiel stirbt eine Runde später. Läßt einer los, wird er Königsmacher.

Theorie, Theorie, leider ist das Spiel vorbei...

Danke und Servus,
Heinz

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 29. Dezember 2004, 22:55
von Steffen S.
... dann ist das Schiff nicht im Ziel. In der nächsten Runde wird es durch Patt (durch wen auch immer) "festgehalten", aber es bleibt offen, wie die anderen Schiffe sich bewegen. Unter Umständen nähern sich dann Schiffe, die in der Zugreihenfolge vorher dran sind und einen anderen Sieger ermöglichen. Klar, irgendwann ist das Spiel dann vorbei - aber das soll auch so sein. Und dass der Spielcharakter von Karibik manchmal an Pokern erinnert, ist Teil des Spiels. Muss man ja nicht mögen...

Gruß,
Steffen

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 30. Dezember 2004, 10:37
von Axel Bungart
... und da wundert Ihr Euch wirklich, dass Euch (oder zumindest Dir, Heinrich) das Spiel keine Spaß macht?! Das ist doch keine Matheaufgabe. Einfach SPIELEN, dann klappt's auch mit dem Spaß. ;-)

Gruß
Axel

PS: Bei uns war's auch immer knapp, aber wenigstens lustig.

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 30. Dezember 2004, 13:34
von Wolfgang
Hallo Heinrich,

du suchst für diese Situation eine bessere Lösung? Füge einfach zu den bestehenden Regeln folgende Regel hinzu:

"Wenn sich im Schatzkisten-Vorrat keine Schatzkisten mehr befinden und dann in einem Durchgang kein Spieler Dublonen erhalten hat, endet das Spiel wegen Passivität."

Abgerechnet wird nach dem bisher erhaltenen Geld.

Dann tritt die Blockadesituation höchstens eine Runde auf, denn sie führt zum Ende des Spiels.

Eine ähnliche Regel gibt es in unserem Nautilius, weil dort die Situation auch auftreten konnte. Ist beim Testen genau einmal passiert. Auch bei Karibik tritt diese Situation ganz selten auf, weswegen die obige zusätzliche Regel den sonstigen Spielablauf nicht ändert.

Wolfgang

Re: Karibik - Spielabbruch durch Pattstellung

Verfasst: 30. Dezember 2004, 22:00
von Heinrich Tegethoff
Hallo Wolfgang,

jau, Danke!, klingt vernünftig.

Zudem führt die neue Siegbedingung zu einer unsymmetrischen Reaktion.
Präziser würde ich noch sagen "kein Schiff einem Schatz näher gekommen ist",
um dem Zufall "alle Schiffe weit weg" entgegenzuwirken, aber dies ist nur eine
intuitive Regel (aber zu kompliziert als Formel). Den Spielabbruch bemerkt man
ja erst bei Passivität.

Servus,
Heinz