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Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 00:34
von Helmut Lehr
Verglichen mit dem Forum noch vor ein paar Jahren scheinen mir die Regelfragen enorm zugenommen zu haben.
Bedeutet das: Ein Teil der Forumschreiber, nämlich die RF-Verfasser, sind manchen Spielen intellektuell nicht gewachsen? Von PISA wollen wir jetzt mal nicht anfangen.
Oder etwa: Die Spielregel-Verfasser sind immer öfter nicht in der Lage, eine durchgängig verständliche Spielregel zu formulieren?
Wäre es in diesen beiden Fällen nicht vielleicht notwendig, neben den Mitspieler- und Altersangaben den Bildungsstand für das Verstehen der Spielregel auf dem Karton mit anzugeben: z.B. "Für 2-4 Spieler ab 10 J., zum Regelverständnis am besten ein Mitspieler mit Hochschulabschluß in Germanistik"?
SG
Helmut
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 08:40
von Nicolai
Lol, da das musste ich echt einmal lachen. Hmm, also ich denke auch, dass viele hier einfach nur Nachfragen um sicher zu gehen und viele Fragen auch in der Regel eigentlich abgedeckt werden. Siehe unter ..., steht doch klar dort usw. Liest man ja recht häufig.
Es ist einfach die Hemmschwelle hier nachzufragen die gesunken ist. Die Fragen, ob wirklich die Regeln schlechter werden oder die Leute verblöden, lasse ich für andere offen ;-).
Vielleicht liegt es auch einfach an der Anzahl der Spieler, die sich an schwerere Kost wagen und hier online sind.
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 10:07
von Dieter Niehoff
Vielleicht nehmen nicht die Regelfragen ZU, sondern andere Beiträge AB!
Dieter Niehoff
RE: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 10:25
von Jost Schwider
"Helmut Lehr" hat am 30.01.2005 geschrieben:
> Verglichen mit dem Forum noch vor ein paar Jahren scheinen
> mir die Regelfragen enorm zugenommen zu haben.
Es sind eben mehr "normale" Spieler im Forum zu finden und nicht nur - wie früher - "Hardcore-Gamer".
> Bedeutet das: Ein Teil der Forumschreiber, nämlich die
> RF-Verfasser, sind manchen Spielen intellektuell nicht
> gewachsen?
Nein.
> Die Spielregel-Verfasser sind immer öfter nicht
> in der Lage, eine durchgängig verständliche Spielregel zu
> formulieren?
Nein.
> Wäre es in diesen beiden Fällen nicht vielleicht notwendig,
> neben den Mitspieler- und Altersangaben den Bildungsstand
> für das Verstehen der Spielregel auf dem Karton mit
> anzugeben: z.B. "Für 2-4 Spieler ab 10 J., zum
> Regelverständnis am besten ein Mitspieler mit
> Hochschulabschluß in Germanistik"?
Hier hättest du unbedingt einen Smiley setzen müssen!
Sonst könnte man noch denken, du meinst diesen Unsinn wirklich ernst!? ;-)
Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i]Besser (Brett)Spielen[/i]
RE: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 10:58
von Helmut Lehr
Du hast meinen "Unsinn" (danke für die Qualifizierung) auch ohne Smiley verstanden. Super!
Bist Du Dir bei Deinen "Neins" wirklich so sicher?
Hier das geforderte Smiley! ;-)
SG
Helmut
RE: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 11:31
von Marc W.
Jost Schwider schrieb:
> "Helmut Lehr" hat am 30.01.2005 geschrieben:
> > Verglichen mit dem Forum noch vor ein paar Jahren scheinen
> > mir die Regelfragen enorm zugenommen zu haben.
> Es sind eben mehr "normale" Spieler im Forum zu finden und
> nicht nur - wie früher - "Hardcore-Gamer".
Das denke ich auch. Auch im Midgard-Forum tauchen auch viele Regelfragen auf. 1986 haben wir das in der Gruppe pragmatisch gelöst, jetzt stellt man eine Auslegung erstmal zur Diskussion. Weil es geht. "Dank" des inzwischen weit verbreiteten Internets ist ein spontaner Austausch jetzt für viele möglich. "Früher" hat man eine Hausregel gemacht bzw. einen Hausinterpretation gemacht und ist mit der auch zurecht gekommen. Und da Menschen ja Angst vor Verantwortung haben ;-) , wird dank der inzwischen gegebenen Möglichkeit im Forum nachgefragt.
Marc
Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 30. Januar 2005, 11:41
von Franz-Benno Delonge
Hallo Helmut, liebe Regelfüchse,
dieser Beitrag spricht mir aus tiefster Seele. Ich stimme allen bisherigen Lösungsansätzen im Prinzip zu - also im Gegensatz zu Josts Meinung.
a) Manche Regelfragen sind wirklich überflüssig. Es werden manchmal Fragen gestellt, die zwar vielleicht wirklich in der Regel nicht ausdrücklich angesprochen sind, die sich aber von selbst erklären, wenn man über Sinn und Zweck des Spiels vernünftig nachdenkt.
Und manche andere "RF" ist wohl überhaupt keine echte "Frage", sondern eher ein Triumphschrei: "Höhö, ich habe eine Ungenauigkeit gefunden!"
b) Aber auch die Regelqualität hat nachgelassen - in dem Sinn, daß m.E. immer häufiger die Regeln auf den erfahrenen Vielspieler zugeschnitten werden, sodaß der Gelegenheitsspieler ("Tante Erna") zwangsweise Schiffbruch erleidet. Ich spreche aus Erfahrung, weil ich in Diskussionen mit Verlagen über die Abfassung der Regel immer wieder die gleichen Streitgespräche führe. Aus irgendwelchen Gründen schreibt z.B. niemand mehr:
"Wer am Zug ist, macht der Reihe nach Folgendes: 1. (...) 2. (...) 3. (...)"
sondern stets:
"Jeder Spielzug eines jeden Spielers unterteilt sich in folgende drei Phasen:
1. (...) 2. (...) 3. (...)"
c) Und hier im Forum hat sich wirklich eine starke Entwicklung hin zu eher "technischen" Fragen ergeben (RF/Spiel X schon im Handel?/Wer kennt Spiel X?etc.); die früher häufigeren Grundsatzfragen, allgemeinen Betrachtungen, Scherze, Rätsel etc. kommen immer seltener vor. Ich persönlich bedauere das; andere sehen das sicher anders.
Schönen Gruß
Benno
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 11:43
von RedPiranha
Ich bearbeite ja auch díe Regelfragen an die Encyclopaedia Catanica und sichte diverse Foren bzgl. Regelfragen aus dem Bereich und da ist mir schon aufgefallen, dass viele Fragen aus folgenden Gründen gestellt werden:
- man "verweigert" das Nachdenken mit dem man sich die Frage auch selber beantworten könnte,
- man hat die entsprechende Passage in der Spielregel überlesen,
- man war nur zu "faul" die Suchfunktion der FAQ zu benutzen,
- man hat Regeln anderer Spiele irgendwie im Hinterkopf und denkt weil es etwas ähnliches in dem Spiel gibt müßte es hier auch so sein,
- man "hängt" sich an einzelnen Worten auf.
Hinzu kommen natürlich Regelfragen, die sich aus der Kombination von Grundspiel und Erweiterungen ergeben, die äußerst selten auftreten, für den Ausgang des Spieles evtl. keine Bedeutung haben, die man aber aus Prinzip gerne geklärt haben möchte, z.B. die Frage ob man beim Catan-Kartenspiel 2 Hexen auf ein Gebäude legen darf.
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 12:59
von VolkiDU
Nicolai schrieb:
> Es ist einfach die Hemmschwelle hier nachzufragen die
> gesunken ist.
Warum sollte denn eine Hemmschwelle sinken? Da kann ich mir nichts Konkretes drunter vorstellen.
> Vielleicht liegt es auch einfach an der Anzahl der Spieler,
> die sich an schwerere Kost wagen und hier online sind.
Das halte ich für sehr gut möglich. Meiner Auffassung nach haben viele "Endverbraucher" Lust auf mehr. Mehr Brettspiele, mehr Kartenspiele nachdem sie auf den Geschmack gekommen sind. Insbesondere denke ich da an den Renner, Einsteiger und Selbstläufer DSvC. Nach dem Motto: Tolles Spiel, was gibt der Spielmarkt noch her? Und sind somit auf den Geschmack nach Mehr gekommen.
Und immer mehr Spieler können z. B. hier im Forum posten, denn immer mehr haben jetzt durch einen eigenen internetfähigen PC die Möglichkeit dazu. Das war vor noch vor wenigen Jahren für Viele ausgeschlossen.
Sonntägliche Grüße
Volker
Re: Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 30. Januar 2005, 13:08
von VolkiDU
Franz-Benno Delonge schrieb:
> c) Und hier im Forum hat sich wirklich eine starke
> Entwicklung hin zu eher "technischen" Fragen ergeben
> (RF/Spiel X schon im Handel?/Wer kennt Spiel X?etc.); die
> früher häufigeren Grundsatzfragen, allgemeinen Betrachtungen,
> Scherze, Rätsel etc. kommen immer seltener vor.
Ja, das letzte Rätsel liegt in der Tat schon länger zurück. Ich werd' mir mal eins überlegen.
Re: Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 30. Januar 2005, 13:34
von VolkiDU
Franz-Benno Delonge schrieb:
> die
> früher häufigeren Grundsatzfragen, allgemeinen Betrachtungen,
> Scherze, Rätsel etc. kommen immer seltener vor. Ich
> persönlich bedauere das; andere sehen das sicher anders.
Rätsel? Ein Anfang ist gemacht.
:-)
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 15:32
von Bernd Schlüter
Hallo Helmut,
ich glaube, dass die wachsende Anzahl von RF mit folgenden Punkten zu tun hat:
1. Die Anzahl anderer Postings hat abgenommen. Es gibt in letzter Zeit viel weniger PEEPs oder Diskussionen über bestimmte Spiele als früher.
2. Zu der Vielzahl deutscher Spiele sind inzwischen etliche Spiele aus dem Ausland hinzugekommen. Durch ungenaue Regelübersetzungen bzw. Originalregeln, fehlende Sprachkenntnisse kommt es halt zu mehr RF - oder zu folgenden Postings "Ich habe das Spiel xy in englischer Sprache gekauft, kann aber dummerweise gar kein Englisch".
3. Die Spiele werden komplexer bzw. bieten mehr Möglichkeiten, und erfahrene Spieler reizen diese Möglichkeiten bis zur Grenze aus.
4. Es gibt halt Leute, die wider den gesunden Menschenverstand aus einer Regel etwas herauslesen. Dann ist es schon ganz praktisch, wenn hier jemand "offiziell" Klarheit schafft.
5. Es ganz einfach eine wachsende Vielzahl ungenauer, unvollständiger und falscher Regeln, die durch schlampige Arbeit (z.B. 1:1 Übersetzungen, obwohl schon FAQs in der Originalsprache existieren) der Redakteure entstehen. Frei nach dem Motto "Es gibt ja das Internet..."
Bernd
(wird jetzt ein zweites Leben in WoW starten)
Re: Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 30. Januar 2005, 16:13
von Franz-Benno Delonge
Lieber Volki,
das ist ja vorbildlich! Nur leider: a) hätte ich es nicht gewußt und b) war schon wieder umgehend so ein Profi mit der Lösung zur Stelle. Vielleicht macht deshalb niemand mehr solche Rätsel...?
Schönen Gruß
Benno
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 16:14
von Peter Hoyer
Hallo Forum,
ich denke, dass Bernd unter Punkt 3 einen wichtigen Aspekt genannt hat.
Die Spiele wurden in den letzten Jahren komplexer, vielleicht haben da die Regeln nicht ganz Schritt gehalten.
Gruß
Peter
Re: Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 30. Januar 2005, 16:40
von VolkiDU
Franz-Benno Delonge schrieb:
> das ist ja vorbildlich! Nur leider: a) hätte ich es nicht
> gewußt und b) war schon wieder umgehend so ein Profi mit der
> Lösung zur Stelle. Vielleicht macht deshalb niemand mehr
> solche Rätsel...?
zu a) Das macht doch nix. Ein Zweites ist in Vorbereitung. (ha, und das wird nicht so einfach werden ;-) )
zu b) Tja, vielleicht gibt es dafür eine spezielle Suchmaschine? :-))
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 16:40
von Gerhard Passler
Hallo Helmut!
> Verglichen mit dem Forum noch vor ein paar Jahren scheinen
> mir die Regelfragen enorm zugenommen zu haben.
> Bedeutet das: Ein Teil der Forumschreiber, nämlich die
> RF-Verfasser, sind manchen Spielen intellektuell nicht
> gewachsen? Von PISA wollen wir jetzt mal nicht anfangen.
Da ist sicherlich was Wahres dran. Ganz viele, vielleicht sogar die große Mehrzahl der Regelfragen kann man getrost unter dem Motto "Wer lesen kann ist klar im Vorteil" abhaken.
> Oder etwa: Die Spielregel-Verfasser sind immer öfter nicht in
> der Lage, eine durchgängig verständliche Spielregel zu
> formulieren?
Das kann schon mal vorkommen, ist aber meiner Meinung nach doch die Ausnahme.
> Wäre es in diesen beiden Fällen nicht vielleicht notwendig,
> neben den Mitspieler- und Altersangaben den Bildungsstand für
> das Verstehen der Spielregel auf dem Karton mit anzugeben:
> z.B. "Für 2-4 Spieler ab 10 J., zum Regelverständnis am
> besten ein Mitspieler mit Hochschulabschluß in Germanistik"?
:grins:
Das hast Du jetzt aber nicht ernst gemeint? Ich nehme an, Du hast sicher nur den Smilie vergessen.
Verspielte Grüße
Gerhard (der mit den Spielregeln in den seltesten Fällen Probleme hat)
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 17:40
von Bernd
Hallo Helmut,
mir sind die häufigen Regelfragen auch schon aufgefallen.
Ich denke aber, dass es eine Aufgabe des Forums ist, genau solche Art der Fragen zu beantworten.
Der Grund der häufigeren Fragen liegt meiner Meinung nach an folgenden Punkten:
1. Die Hemmschwelle Fragen zu stellen ist sehr gesunken. Hat man am Anfang bestimmte Fragen einfach nicht gestellt aus Angst sich zu blamieren (beginnt jetzt rot oder blau?) werden solche Art der Fragen jetzt öfters gestellt. Auch davor noch ein- oder zweimal nachzufragen, wenn man die Antwort nicht kappiert hat, hat man keine Angst mehr.
2. Die Regeln sind meiner Meinung nach nicht schlechter geworden - da ich gerade immer wieder alte Spiele in meinen Spielrunden vorbereite, habe ich gute Vergleichsmöglichkeiten. Auffalend ist die gesunkene Altersangabe (Spiele die damals ab 12 Jahren waren, würden heute als Kinderspiele durchgehen).
Das zeigt aber auch, dass die Spiele damals bei weitem nicht so komplex waren wie heute - auch daraus resultieren viele Fragen.
3. Jetzt wird häufig schon nachgefragt, bevor das Spiel überhaupt gespielt wird. Fragen wie "Ich bin bei der Regelstudie auf folgendes Problem gestoßen ... " werden immer häufiger. Dabei sind viele Fragen dabei, die sich beim spielen von selbst lösen.
4. Viele stellen die Regeln sehr schnell in Frage: "In der Regel steht ... müsste es nicht ...". Der Spieler denkt, er ist "schlauer" als die Spielregelschreiber und die Autoren und geht schon davon aus, das Fehler in den Regeln stecken - besonders toll finde ich die eigenen Regeländerungen noch bevor das Spiel in der beschriebenen Form überhaupt gespielt wurde "Wir haben aber ... gespielt, da es uns sinnvoller erschien. Jetzt stehen wir vor folgendem Problem ..."
Alles sehr überspizt formuliert, ich weiß ...
Gruß
Bernd
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 17:52
von Ernst-Jürgen Ridder
Hallo Helmut,
die Frage lässt sich wohl kaum so allgemein beantworten. Jeder wird aus seiner persönlichen Erfahrung eine Haltung dazu haben.
Ich denke, ein Grundproblem könnte darin liegen, dass der, der die Regel schreibt -hoffentlich- eine genaue Vorstellung von dem hat, was er sagen will, und meint, das auch so geschrieben zu haben. Ob die geschriebene Regel dann aber auch wirklich entsprechend verstanden wird, können wohl nur die beurteilen, die ein Spiel nicht kennen und es mittels der Regel lernen wollen. Um ein Verständnisproblem zu haben, muss man nicht gleich intellektuell minderbemittelt sein, es kann ja auch daran liegen, dass der Regelschreiber sich mehr um Klarheit hätte bemühen können. Generell meine ich, ist es zuerst am Regelschreiber, die Regel so zu verfassen, dass möglichst keine für das Spiel wesentlichen Fragen offen sind. Dann dürfte es auch unschwer möglich sein, durch aufmerksames Regel"lesen" zu verstehen, wie das Spiel ablaufen soll. Wird aber schon Regel"studium" -etwa weil der Aufbau der Regel Missverständisse gerade heraufbeschwört- erforderlich dafür, ist nach meiner Ansicht die Regel nicht in Ordnung.
Regelfragen sollte man hier unbeschwert stellen können. Es findet sich dann immer jemand, der "zart" darauf hinweist, dass man "Knöpfe auf den Augen" hatte, wie sich auch nahezu immer jemand findet, der Fragen nach dem Motto behandelt, es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur ...
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen (der hier schon die ein oder andere Regelfrage gestellt hat, es aber eher doch so hält, dass erst einmal beim Verlag/Autor angefragt wird)
Re: Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 30. Januar 2005, 18:24
von Helmut Lehr
Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> c) Und hier im Forum hat sich wirklich eine starke
> Entwicklung hin zu eher "technischen" Fragen ergeben
> (RF/Spiel X schon im Handel?/Wer kennt Spiel X?etc.); die
> früher häufigeren Grundsatzfragen, allgemeinen Betrachtungen,
> Scherze, Rätsel etc. kommen immer seltener vor. Ich
> persönlich bedauere das; andere sehen das sicher anders.
In der Tat ist es so, wie Du es bedauerst.
Seit vor Jahren die OT-Alberei hier im Hauptforum nicht mehr geduldet wurde, und KMW daraufhin zusätzliche Neben-Foren installiert hat, sind die abgehandelten Themen hier im Hauptforum brottrocken und spröde geworden.
Ich habe diese Verbannung von lustigen OT-Beiträgen in die Neben-Foren nie für gut befunden.
Ich will aber keine neue Forumsdiskussion starten, die hier sowieso nicht hingehören würde.
SG
Helmut
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 18:51
von Oli-spielbox
Neben all den schon genannten Punkten kann man auch noch zufuegen, dass die Zahl der jaehrlichen Neuerscheinungen geradezu explodiert ist. Wenn man sich die Listen von Essen und Nuernberg so ansieht, kommen momentan ca. 600-800 neue Spiele pro Jahr auf den Markt. Im Vergleich dazu ist die Anzahl der Regelfragen an sich nur eher geringfuegig gestiegen.
Ciao, Oli
RE: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 19:40
von Hartmut
"Helmut Lehr" hat am 30.01.2005 geschrieben:
> Verglichen mit dem Forum noch vor ein paar Jahren scheinen
> mir die Regelfragen enorm zugenommen zu haben.
> Bedeutet das: Ein Teil der Forumschreiber, nämlich die
> RF-Verfasser, sind manchen Spielen intellektuell nicht
> gewachsen? Von PISA wollen wir jetzt mal nicht anfangen.
> Oder etwa: Die Spielregel-Verfasser sind immer öfter nicht
> in der Lage, eine durchgängig verständliche Spielregel zu
> formulieren?
> Wäre es in diesen beiden Fällen nicht vielleicht notwendig,
> neben den Mitspieler- und Altersangaben den Bildungsstand
> für das Verstehen der Spielregel auf dem Karton mit
> anzugeben: z.B. "Für 2-4 Spieler ab 10 J., zum
> Regelverständnis am besten ein Mitspieler mit
> Hochschulabschluß in Germanistik"?
> SG
> Helmut
Kann es nicht einfach sein, dass das Internet eben für mehr und mehr (auch spielende) Menschen populär zur Klärung solcher Fragen wird? Spekulationen a la "PISA" als auch veränderte Qualität von Regeln im allgemeinern halte ich für weit hergeholt.
Hartmut
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 30. Januar 2005, 20:01
von Wolfram Püchert alias WeePee
Komplizierter bitte, nicht komplexer ......
Es gibt einfach mehr Regeln pro Spiel ..... komplexer müssen sie die Spiele - deswegen nicht werden.
Re: Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 30. Januar 2005, 20:10
von Brigitta Lindemann
Franz-Benno Delonge schrieb:
> c) Und hier im Forum hat sich wirklich eine starke
> Entwicklung hin zu eher "technischen" Fragen ergeben
> (RF/Spiel X schon im Handel?/Wer kennt Spiel X?etc.); die
> früher häufigeren Grundsatzfragen, allgemeinen Betrachtungen,
> Scherze, Rätsel etc. kommen immer seltener vor. Ich
> persönlich bedauere das; andere sehen das sicher anders.
Genau das ist auch der Grund, warum ich hier zwr noch etwas mitlese, aber mich kaum noch zu Wort melde
Brigitta
Re: Regelfragen, Regelqualität, Forumsentwicklung
Verfasst: 31. Januar 2005, 00:22
von Matthias Staber
>a) Manche Regelfragen sind wirklich überflüssig. Es werden manchmal Fragen gestellt, die zwar vielleicht wirklich in der Regel nicht ausdrücklich angesprochen sind, die sich aber von selbst erklären, wenn man über Sinn und Zweck des Spiels vernünftig nachdenkt.
Und manche andere "RF" ist wohl überhaupt keine echte "Frage", sondern eher ein Triumphschrei: "Höhö, ich habe eine Ungenauigkeit gefunden!"<
Ich finde keine einzige Regelfrage überflüssig, die tatsächlich auf Unklarheiten, beruht, auch die nicht, bei denen man sich vielleicht "ächz, eigentlich ist es mit gesundem Menschenverstand klar" oder "wann soll das eigentlich im faktischen Spielverlauf vorkommen" denkt: Dazu sind solche Foren schließlich da, und ich finde die Möglichkeit, per Internet Spielregeln in Rücksprache mit Autoren, Entwicklern und Spieltestern tatsächlich wasserdicht bis aufs kleinste I-Tüpfelchen hin in Stein zu meißeln, auf internationales Turnierniveau zu bringen, und sicherzustellen, dass in Australien, den USA, in Korea, Deutschland, in der Schweiz, in Italien und Kroatien usw. ein Brettspiel tatsächlich nach den gleichen Regeln gespielt wird, also auch die gleichen Bewertungsmaßstäbe vorliegen, prickelnd, aufregend, multikulturell anregend, spaßig, kurzum: Ich finde, das ist einer der Gründe, warum dieses Hobby durch das Internet so unglaublich viel gewinnt.
Matthias
Re: Immer mehr Regelfragen?
Verfasst: 31. Januar 2005, 07:08
von Peter Gustav Bartschat
Wenn ein Spieler eine Unklarheit mit einer Regel hat, dann ist es selbstverständlich völlig in Ordnung, wenn er danach fragt: Was mir aufgrund meines Wissens, meiner Erfahrung und meiner Art zu Denken unmittelbar einleuchtend ist, kann einem Anderen dennoch fraglich erscheinen.
Manchmal allerdings ...
Sehen wir uns mal ein Beispiel an: Die Karte "Kanzler" aus dem Catan-Kartenspiel.
Der Text auf der Karte lautet: "Sie dürfen von einem Ausbaustapel 3 Karten ziehen". Ich persönlich finde, dass das eine klare Anweisung ist.
Dazu hatten wir bisher folgende Anfragen in den FAQ der Encyclopaedia Catanica:
- Darf ich die 3 Karten auch vom Ablagestapel ziehen?
(Nein: Ein Ausbaustapel ist ein Ausbaustapel und kein Ablagestapel.)
- Darf ich die 3 Karten auch von drei verschiedenen Stapeln ziehen?
(Nein: Ein Ausbaustapel ist ein Ausbaustapel und nicht drei Ausbaustapel.)
- Darf ich mir die 3 Karten aus allen Karten im Stapel aussuchen?
(Nein: Ziehen heißt ziehen und nicht aussuchen.)
Eins lässt sich auf jeden Fall daraus lernen: Es ist unmöglich, einen Text in deutscher Sprache so zu formulieren, dass er von allen Lesern gleichermaßen inhaltlich verstanden wird. Und daraus folgt: Die Frage, ob Regeln heute weniger verständlich formuliert sind als früher, lässt sich argumentativ nicht klären, da - zum Beispiel - mindestens drei Spieler der festen Überzeugung sein werden, dass der oben zitierte Satz unverständlich formuliert ist, und die (und vermutlich viele andere mit ihnen, die sich dieselben Fragen gestellt, sie nur nicht laut ausgesprochen haben) werden diese Meinung natürlich immer zu vertreten wissen.
Es sollte sich natürlich niemand scheuen, Regelfragen zu stellen: Der "Service" dieses Forums, Fragen zuverlässig zu beantworten, ist gradezu vorbildlich, und es gibt keinen Grund, ihn nicht zu nutzen. Außerdem kann auch der Klügste einfach mal "wie vernagelt" sein, auch wenn es nur um einen Satz, eine Floskel, ein mehrdeutiges Wort geht. (Gut, meine Antworten sind bisweilen etwas patzig ... aber ein BISSCHEN Spaß möchte ich ja auch dabei haben. :-) )
Übrigens apropos PISA-Studie: Aus der PISA-Studie lässt sich nicht folgern, dass deutsche Jugendliche dümmer wären als Jugendliche anderer Länder. Die Folgerung heißt nur: Das deutsche Bildungssystem ist praxisfern und die Bildungschancen sind abhängig vom sozialen Status. Die PISA-Studie beschreibt nur einen Status quo, der schon lange vor der Studie galt: Wir könnten daher vermutlich keinen Unterschied zwischen "früher" und "jetzt" feststellen, da nur die Studie relativ neu ist, nicht aber das Phänomen, das sie beschreibt.
Mit einem lieben Gruß
Gustav