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Der SDJ Pöppel und die Gelegenheitsspieler
Verfasst: 10. Mai 2005, 19:02
von Ralph Obkircher
Hallo mit einer Frage:
Vielleicht ist euch das auch schon aufgefallen, aber Gelegenheitsspieler scheinen beim Spielkauf garnicht so genau auf den schicken Pöppel des SDJ Preises zu gucken. Des öfteren wurde mir bei Spieletreffen und Festen enthusiastisch vom Gefallen des letzten SDJ erzählt, wobei das eigentlich garnicht das SDJ war, sondern ein Titel aus der Auswahlliste oder nun Nominierungs- bzw. Empfehlungsliste.
Es scheint also allein schon der Aufdruck des Pöppels zu genügen, um beim Gelegenheitsspieler den Preis des SDJ in Erinnerung zu rufen. Dass da dann klein gedruckt "auf der Auswahlliste" oder "nominiert für" draufsteht, fällt oft garnicht auf.
So denke ich, dass sowieso alle Spiele, die diesesmal gelistet sind, gern gekauft, verschenkt und schließlich auch gespielt werden werden. Der Pöppel machts halt möglich!
Könnt ihr vielleicht von ähnlichen Verwechslungen berichten?
Gruß vom
Ralph.
Re: Der SDJ Pöppel und die Gelegenheitsspieler
Verfasst: 10. Mai 2005, 20:16
von Gerhard Passler
Ralph Obkircher schrieb:
> Könnt ihr vielleicht von ähnlichen Verwechslungen berichten?
Hallo Ralph!
Ja, ich stimme Dir vollkommen zu. Auch ich habe es schon sehr oft erlebt, dass der Aufdruck des Pöppels genügt. Ob da noch "Auswahlliste" oder "nominiert" dabeisteht, wird erst gar nicht wahrgenommen. Wenn doch, dann wissen die betreffenden Personen nicht, was der zusätzliche Aufdruck "Auswahlliste" oder "nominiert" überhaupt bedeuten soll. :sad:
Eigentlich ist das aber auch nicht wichtig, Hauptsache die Leute kaufen Spiele, Spiele und nochmal Spiele. :smile:
Gruß
Gerhard
Re: Der SDJ Pöppel und die Gelegenheitsspieler
Verfasst: 10. Mai 2005, 20:17
von Spielratz
Hallo Ralph,
das habe ich auch schon einige Male erlebt, auch im Laden, dass die Leute sagen: guck mal, das ist das Spiel des Jahres ... aber es ist "nur" auf der Liste gewesen.
Apropos Liste.
Weiss jemand, ob die diesjaehrige Empfehlungsliste zum Abdruck eines Poeppels gereicht? Oder Aufdruck nur fuer die 5 Nominierten?
Greets vom Spielratz!!!
Re: Der SDJ Pöppel und die Gelegenheitsspieler
Verfasst: 10. Mai 2005, 20:34
von Lorion
Hab ich auch schon oft erlebt. Legendär ist auch der Ausspuch: "Welches Spiel ist eigendlich nicht Spiel des Jahres", der gefallen ist, nachdem ich "Durch die Wüste" gekauft habe und auf den Spieltisch bringen wollte...
50.000 - 100.000 Stück ?
Verfasst: 10. Mai 2005, 20:46
von Peter S.
Hallo,
wenn es jetzt so wäre, dass sich diese Spiele 50.000 -100.000 mal verkaufen, wäre endlich etwas ereicht mit der Auswahlliste. Der große Batzen bleibt beim SDJ, weil dieses Spiel im Herbst in den Focus der Ladenketten gerückt wird.
Das mit den Verwechselungen kenne ich aber auch, aber leider sind das keine tausende.
So, ich muss jetzt wieder mein "El Grande" polieren gehen!!
cu Peter
Re: Der SDJ Pöppel und die Gelegenheitsspieler
Verfasst: 10. Mai 2005, 21:09
von Cwali
> Weiss jemand, ob die diesjaehrige Empfehlungsliste zum
> Abdruck eines Poeppels gereicht?
Not, I think. See SdJ-site.
Groeten,
Corné
Der SDJ Pöppel und die Empfehlungsliste
Verfasst: 10. Mai 2005, 22:44
von Knut Happel
Die "Empfohlenen" dürfen - glaube ich - ein weißes (!) Spiel-des-Jahres-Logo auf der SchachtelRÜCKseite anbringen.
Das Logo fällt also erst ins Auge, wenn man das Spiel schon in der Hand hat.
Knut
SDJ Pöppel - auch für die Empfehlungslisten-Spiele?
Verfasst: 10. Mai 2005, 23:38
von Thomas Rosanski
Spielratz schrieb:
> Weiss jemand, ob die diesjaehrige Empfehlungsliste zum
> Abdruck eines Poeppels gereicht? Oder Aufdruck nur fuer die 5
> Nominierten?
Das ist unter dem Stichwort "Lizenzen" auf der SdJ-Webseite unter http://www.spiel-des-jahres.de/cms/front_content.php?idcatart=258&lang=1&client=1 erklärt: [i]Für Spiele auf der 2004 eingeführten „Empfehlungsliste“ darf ein schwarz-weißes Label „Auf der Empfehlungsliste“ kostenfrei, aber nur auf der Kartonrückseite verwendet werden.[/i]
Von zu geringen Verwechslungsgefahren
Verfasst: 12. Mai 2005, 13:34
von Roman Pelek
Hi Ralph,
Ralph Obkircher schrieb:
> Vielleicht ist euch das auch schon aufgefallen, aber
> Gelegenheitsspieler scheinen beim Spielkauf garnicht so genau
> auf den schicken Pöppel des SDJ Preises zu gucken. Des
> öfteren wurde mir bei Spieletreffen und Festen enthusiastisch
> vom Gefallen des letzten SDJ erzählt, wobei das eigentlich
> garnicht das SDJ war, sondern ein Titel aus der Auswahlliste
> oder nun Nominierungs- bzw. Empfehlungsliste.
Ja, sicherlich. Ich kann Dir aus dem Nähkästchen auch genug Beispiele nennen, die exakt genauso gelagert sind ;-)
> Es scheint also allein schon der Aufdruck des Pöppels zu
> genügen, um beim Gelegenheitsspieler den Preis des SDJ in
> Erinnerung zu rufen. Dass da dann klein gedruckt "auf der
> Auswahlliste" oder "nominiert für" draufsteht, fällt oft
> garnicht auf.
Wie Peter S. schon richtig gesagt hat: den Bock macht das leider nicht fett. Für die echte Focussierung auf das SdJ sorgen alleine schon die nachgelagerten Werbemaßnahmen des Handels. Der Käufer mag dann zwar nicht unterscheiden können, was SdJ ist und was nicht, wird aber zwangsweise - quasi wie im Viehtrieb - schon von außen in die "richtige" Richtung gelenkt.
> So denke ich, dass sowieso alle Spiele, die diesesmal
> gelistet sind, gern gekauft, verschenkt und schließlich auch
> gespielt werden werden. Der Pöppel machts halt möglich!
Leider gilt das nur sehr bedingt. Ist ein neuralgischer (ups, fast wäre mir "neurotisch" herausgerutscht ;-) ) Punkt, über den schon vielerorts sehr lange diskutiert wurde - nämlich dass es uns allen in der Spieleszene gut tun würde, von den Verkaufszahlen her "etwas mehr in die Breite zu streuen".
Leider konnte bislang noch niemand Harrison Ford verpflichten, um in der Rolle des "Indiana Jones" den Holzbecher eines berühmten Zimmermanns (namentlich: heiliger Gral) zu finden und dieses Wunschdenken notfalls mit Hilfe ebenjenes Utensils umzusetzen *seufz* Oder aus aktuellem Anlass: möge trotzdem sein die Macht mit uns :-))
Ciao,
Roman (dem aber im angesprochenen "Indiana Jones"-Film der Gedankengang, dass ein Becher eines Zimmermanns nicht unbedingt ein luxuriöses Erscheinungsbild aufweist, immerhin sehr gut gefallen hat - ziemlich subversiv und durchdacht eigentlich, wenn man das mal länger auf sich wirken lässt)
[OT] Subversiver Becher
Verfasst: 12. Mai 2005, 15:39
von Peter Gustav Bartschat
Roman Pelek schrieb:
> [...] (dem aber im angesprochenen "Indiana Jones"-Film der
> Gedankengang, dass ein Becher eines Zimmermanns nicht
> unbedingt ein luxuriöses Erscheinungsbild aufweist, immerhin
> sehr gut gefallen hat - ziemlich subversiv und durchdacht
> eigentlich, wenn man das mal länger auf sich wirken lässt)
Wenn ich einmal ganz neugierig sein darf, lieber Roman:
Was ist an der Feststellung, dass der Becher eines Zimmermanns (oder speziell eines Zimmermanns um die Zeitenwende in der römischen Provinz Syria) vermutlich nicht besonders luxuriös gewesen sein wird, subversiv?
Die gesamte Gralsgeschichte gehört ja nicht zur katholischen Glaubenslehre, sondern ist eine reine Legende. In den kanonischen Evangelien wird Josef von Arimathea, der in einigen Versionen der Gralslegende und auch in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" erwähnt wird, nur als Besitzer des Grabes erwähnt, in das Jesu Leichnam gelegt wird; die Episode mit dem Auffanges des Blutes (und dazu noch in einem vorher beim letzten Abendmahl verwendeten Kelch) kommt dort nirgendwo vor. Auch das Aussehen des beim letzen Abendmahl verwendeten Kelches wird in den Evangelien nicht erwähnt.
Der Besitzer des Kelches wird in den Evangelien ebenfalls nicht benannt. Selbst WENN es sich beim Gral um den besagten Kelch gehandelt hätte, hätte dieser für das letzte Abendmahl von einem wohlhabenden Bürger Jerusalems ausgeliehen sein können (auf Sympathien der Wohlhabenden für Jesus wird in den Evangelien mehrfach angespielt) und somit durchaus luxuriös.
Gralslegenden gibt es zudem in unterschiedlichen Fassungen, und die Abendmahl-Blut-Kelch-Geschichte ist nur eine davon.
Es gibt also nach meinem Verständnis nichts, in Bezug auf das die Aussage, der Kelch eines Zimmermanns sei vermutlich nicht luxuriös, subversiv sein könnte.
Ich frage nur aus Neugierde, nicht weil ich deine Anmerkung kritisieren will: Vielleicht beziehst du dich ja auf die Aussage einer etablierten Autorität, die ich nicht kenne, und der durch diese Episode in dem Indiana Jones-Film widersprochen wird.
Mit einem lieben Gruß
Gustav
Re: [OT] Subversiver Becher
Verfasst: 14. Mai 2005, 01:05
von Roman Pelek
Hi Gustav,
Peter Gustav Bartschat schrieb:
> Ich frage nur aus Neugierde, nicht weil ich deine Anmerkung
> kritisieren will: Vielleicht beziehst du dich ja auf die
> Aussage einer etablierten Autorität, die ich nicht kenne, und
> der durch diese Episode in dem Indiana Jones-Film
> widersprochen wird.
Nein, was ich im Hinterkopf hatte, war eher vielmehr die Tatsache, dass in Mainstreamverfilmungen häufig ohne Rücksicht auf Verluste übertrieben wird - in diesem Sinne fällt ein Holzbecherchen als sagenumwobener Schatz doch relativ profan aus. Tiefgründiger war mein Kommentar deshalb nicht gemeint - letztlich reden wir ja von bestem "Popcornkino", bei dem man sich auch mal über Details freuen kann, die stimmig erscheinen. Sehr bald gibt's ja auch wieder ein Werk in den Kinos, in welchem wir das Wunder der Schallausbreitung im luftleeren Raum akustisch genießen dürfen - was mich allerdings nicht davon abhält, mir davon nichtsdestotrotz eine gewisse Menge Spaß für mich selbst zu erhoffen 8-)
Ciao,
Roman
Re: [OT] Subversiver Becher
Verfasst: 14. Mai 2005, 17:53
von Peter Gustav Bartschat
Jetzt verstehe ich, wie du das gemeint hast, lieber Roman. Ich hatte das Wort "subversiv" nur in einer anderen Bedeutung verstanden, als du es verwendet hattest.
Da bleibt mit nur noch der Hinweis, dass ich persönlich das Tacco-mit-Käsesoße-Kino dem Popcornkino vorziehe, wobei ich bereitwillig zugebe, dass das Popcornkino wohl den Vorteil hat, dass man nicht nach jeder Vorstellung seine Hose in die Reinigung bringen muss.
Mein nächster Eindruck vom einen oder anderen wird erstmal der von computeranimierten Rittern sein, die sich vor der Stadtmauer Jerusalems gegenseitig eins auf die Mütze geben. (Hoffentlich etwas dramatischer als in dem Film desselben Regisseurs, in dem Gladiatoren in schnell hintereinander montierten Standbildern den Eindruck erwecken sollten, sie kämpften gegeneinander.)
Mit einem lieben Gruß
Gustav