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St.Petersburg-einfach zu durchschauen?
Verfasst: 19. Juni 2005, 12:28
von Achim Nieder-Vahrenholz
Hallo,
gestern habe ich das erste mal St.Petersburg gespielt und dabei ist mir zum allerersten mal passiert, dass ich während der Regelerklärung eines Spiels mir eine Strategie zurecht legte (die sich m.E. fast zwangsläufig aus den Kartenwerten ableitet), diese anwandte und haushoch gewann.
Nämlich: Nur teure Gebäude- und Personenkarten kaufen, da man für sein Geld hier die beste Rendite bekommt. Anfangs Karten mit viel Geldertrag nehmen, später langsam auf Sietgpunkte umsteigen- fertig. Man zuckelt zwar anfangs auf der Siegpunktleiste etwas hinterher, setzt sich aber später umso weiter ab.
Ist das Spiel wirklich so einfach zugewinnen?
Wäre ja traurig...
Achim N.-V.
Re: St.Petersburg-einfach zu durchschauen?
Verfasst: 19. Juni 2005, 12:44
von Matthias Prinz
Achim Nieder-Vahrenholz schrieb:
> Nämlich: Nur teure Gebäude- und Personenkarten kaufen, da man
> für sein Geld hier die beste Rendite bekommt. Anfangs Karten
> mit viel Geldertrag nehmen, später langsam auf Sietgpunkte
> umsteigen- fertig. Man zuckelt zwar anfangs auf der
> Siegpunktleiste etwas hinterher, setzt sich aber später umso
> weiter ab.
Und woher nimmst du das Geld für die teuren Gebäude? Eine ausreichende Zahl von Handwerkern ist IMHO auf jeden Fall notwendig. Und dann fehlt doch wieder das Geld vorne und hinten...
Nicht zu vergessen die Adligen-Endwertung. Wenn du dein Geld für Gebäude und Adlige ausgibst, hast du dann noch genug Geld für die Austauschkarten?
> Ist das Spiel wirklich so einfach zugewinnen?
Ich empfehle dir mal einige Partien mit dieser Stratigie in der Brettspielwelt zu machen (www.brettspielwelt.de) und garantiere dir, dass du in 8 von 10 Spielen damit keinen Erfolg haben wirst.
Natürlich hängt es mal wieder, wie üblich, mit einer Menge Glück zusammen wann welche Karten kommen, aber generell hatte ich mit einer solchen Taktik wenig Erfolg.
> Wäre ja traurig...
In der Tat.
Gruß
- Matthias
RE: St.Petersburg-einfach zu durchschauen?
Verfasst: 19. Juni 2005, 13:22
von Marten Holst
Moin Achim,
ich gebe Dir Recht - und wieder nicht. Die grundsätzliche(n) Strategie(n) erschließ(t/en) sich bei Sankt Petersburg recht schnell (ich bin nicht ganz sicher, ob ich Dich mit der Strategie richtig verstanden habe), das unterscheidet es sehr von anderen Spielen, die man erst ein- bis viermal spielen muss, um überhaupt ein Gefühl zu bekommen in welche Richtung man ziehen kann oder soll. Aber so wie dargelegt ist sie noch etwas schwammig, da muss noch eifrig getuned werden, bis man "immer abhängig vom Kartenglück" gewinnt. Beim Schach muss man ja auch nur seine Figuren in gute Positionen bringen, die gegnerischen abdrängen, und schließlich vernichtend zuschlagen.
Ich finde zwar, dass Sankt Petersburg kein wirklich überragendes Spiel ist, und wohl auch "einfacher" als viele andere Spiele im Erbasteln einer "wettbewerbsfähigen" Strategie (i.E. einer, mit der man auch mal gegen gute Gegner gewinnen kann, wenn man etwas Glück dazu bekommt), aber drei gedankliche Eckwerte machen die Strategie noch nicht aus. Nebenbei scheinen sie in der BSW zwei "grundsätzliche" Strategien zu kennen - und mit hinreichend Abstraktion haben selbst Fürsten und Puerto Rico dann nicht mehr mehr :-)
Tschüß
Marten
kleine Erläuterung
Verfasst: 19. Juni 2005, 18:41
von Achim Nieder-Vahrenholz
Hallo,
natürlich holt man sich am Anfang einige Handwerker, quasi als Startvoraussetzung.
In den ersten Runden kauften alle soviele Handwerker wie möglich, das Einkommen dadurch war bei den Spielern fast identisch.
Wenn man dann einmal durch die Handwerkerrubel ein oder zwei teure Gebäude hat, kommt das Geld automatisch schön wiede rein (z.B. 17er Gebäude bringt 5 Rubel).
Mit den Adligenkarten identisch: Anfangs teure Köpfe kaufen, die Rubel reinbringen, später dann entsprechend mit Adligen überbauen/ergänzen, die Siegpunkte bringen.
Ach ja, das Warenkontor war genial.
Aber jetzt bin ich ruhig ;-)
Mal schauen, ob ich das nächste mal auf die Nase falle.
Hoffentlich. Das Spiel wolte ich mir ja eigentlich mal kaufen...
Achim
Re: kleine Erläuterung
Verfasst: 19. Juni 2005, 22:17
von Kudde
Hallo Achim,
kann es sein, dass Du was verwechselst? Das angesprochene Gebäude bringt 5 Siegpunkte und kein Geld (wie eigentlich alle Gebäude aus dem blauen Stapel).
Kudde
RE: St.Petersburg-einfach zu durchschauen?
Verfasst: 20. Juni 2005, 09:28
von ode
denke auch, dass die von dir (achim) angesprochene strategische marschrichtung sich aus dem spiel ergibt. und zwar jedem!!!! du brauchst kohle, und die gibts anfangs nur durch die handwerker. habe allerdings auch schon spiele erlebt, wo nachher die adligen mehr kohle abgeworfen haben, als die handwerker und so weiter. es gibt viele möglichkeiten und sie ergeben sich daraus, wie die karten kommen und welche deine mitspieler dir wegschnappen. wenn du erst nur geld hortest, hast du zum schluss keine zeit und gelegenheit mehr für die adligen, wenn du es immer komplett raushaust, wirst du sehen, dass geld in diesem spiel überaus knapp sein kann.
nebenbei: es ist eins der besten spiele ever!!! meine meinung...
RE: St.Petersburg-einfach zu durchschauen?
Verfasst: 20. Juni 2005, 10:33
von FredausderGazzetta
Marten Holst schrieb:
> Nebenbei scheinen sie in der BSW zwei "grundsätzliche"
> Strategien zu kennen
Der Schein als solcher doch häufig trügt - die Vorbereitung zur VSL-Saison scheint durchwachsen zu sein *notier*
Re: St.Petersburg-einfach zu durchschauen?
Verfasst: 20. Juni 2005, 14:54
von Bernd Eisen
Huhuu!
Wie es scheint haben deine Mitspieler das System von Sankt Petersburg wohl nur nicht ganz so fix erkannt wie du, weil gegen erfahrenere Spieler wirst du ganz schnell an deine Grenzen stoßen, denn du wirst kaum die Karten bekommen die du dir wünschst.
Grüße
Bernd
PS: schwer genug überhaupt einen "Handwerkervorteil" zu bekommen, da grundsätzlich niemand einen Handwerker liegen lässt sofern er das Geld über hat
Die böse Strategie der anderen
Verfasst: 20. Juni 2005, 15:41
von Martin Ebel
Stimmt! In der Frühphase bleibt kaum was liegen. Entweder wird es bezahlt und ausgelegt oder in der hand gebunkert. Zum ende aber wird man die Dandwerkerkarten liegenlassen, da man es sich an den drei Fingern abzählen kann, daß sie ihr geld nicht mehr einspielen werden.
Gemein ist der Trick der anderen Spieler, wenn man selbst Startspieler war und gleich ein teueres Gebäude gekauft hat, daß sie nur soviele blaue gebäude genommen werden (bei vier Spielern drei), daß in der orangen Phase und später in der nächsten Grünen Phase für mich nichts übrig bleibt. Dann dauert es endlos lange, bis ich mir wieder ein großes gebäude kaufen kann. Eindeutig ist die verwaltungshierachie die verheißungsvollste strategie, wenn die anderen eine blaue oder Mischstrategie fahren. Drängeln sich alle nach dem beamtenstatus, dann sollte man eine Alternative wählen.
Eigentlich schreit das Ganze nach einem Versteigerungsmechanismus, aber das macht das Spiel weniger elegant und langwieriger. so wie es ist ist es gut und durch die themenumsetzung sogar weniger trocken, als es der mechanismus vermuten lässt.