Seite 1 von 1

Glückwunsch an den Zoch-Verlag, aber...

Verfasst: 27. Juni 2005, 14:53
von Helmut Lehr
Zunächst einmal Glückwunsch an den Zoch-Verlag, der in den letzten Jahren oftmals den "richtigen Riecher" hatte. Das wird erneut honoriert!
Aber: ich persönlich schließe mich der Meinung von Arno Miller, Bregenz an, der in seinem heutigen "Spielwiese"-E-Mail folgenden Kommentar veröffentlichte:

"Man wird sehen, ob es dem neuen Spiel des Jahres Niagara gelingt, mit seinen Qualitäten am Markt zu überzeugen. Ich bin dazu geteilter Meinung: Auf der einen Seite sehe ich, wie es Spielern beim ersten, zweiten Mal Spaß macht. Auf der anderen ist es ein Spiel, dessen "Schiebetechnik" bei früheren Versuchen kein großes Echo gefunden hat. Vielen Erwachsenen, habe ich festgstellt, ist es außerdem zu banal."

Bei unseren Spielrunden hat es ein "Gleich nochmal" nicht gegeben....

SG
Helmut

Re: Glückwunsch an den Zoch-Verlag, aber...

Verfasst: 27. Juni 2005, 14:56
von Gerhard Koch
Für mich ist das eine Überraschung. Neben dem "Kinderspiel des Jahres" haben wir nun ein zweites Kinderspiel, das sogar für das "Spiel des Jahres" nominiert wurde.

Zum Glück gibt es mit dem Deutschen Spielepreis, die Auszeichnung der Spieler.

RE: Glückwunsch an den Zoch-Verlag, aber...

Verfasst: 27. Juni 2005, 15:48
von Hartmut
"Gerhard Koch" hat am 27.06.2005 geschrieben:
> Für mich ist das eine Überraschung. Neben dem "Kinderspiel
> des Jahres" haben wir nun ein zweites Kinderspiel, das
> sogar für das "Spiel des Jahres" nominiert wurde.

sehe ich nicht so, mein Rat: spielen! Die Kinderspiele erkennt man bei Zoch an den (auf Dauer begrenzt lustigen) Titeln a la "Zicke Zacke Hühnerkacke". Nur gut, dass "Niagara" nicht auch noch "Mit dem Schiff über's Riff" oder "Paddelqual am Wasserfall" heißt, oder so - dann wär's Sense gewesen mit dem Titel ;-) Übrigens macht uns Niagara ebenso wie "Heckmeck am Bratwurmeck" auch in reinen Erwachsenenrunden viel Spaß.

> Zum Glück gibt es mit dem Deutschen Spielepreis, die
> Auszeichnung der Spieler.

Ein weiterer Preis, der aufgrund seiner Grundlage eine weitere gute Orientierung im Spielemarkt darstellt. Für mein "Glück" oder als "SDJ-Ersatz" brauche ich den allerdings nicht.

Hartmut

Re: Glückwunsch an den Zoch-Verlag, aber...

Verfasst: 27. Juni 2005, 15:55
von peer
Hi,
Gerhard Koch schrieb:
>
> Für mich ist das eine Überraschung. Neben dem "Kinderspiel
> des Jahres" haben wir nun ein zweites Kinderspiel, das sogar
> für das "Spiel des Jahres" nominiert wurde.

Ganz so krass sehe ich es nicht (obwohl meine Kritik in eine ähnliche Richtung schlägt)

> Zum Glück gibt es mit dem Deutschen Spielepreis, die
> Auszeichnung der Spieler.

Naja, die Frage ist nur: Brauchen wir eine Auszeichnung die uns sagt "Ja, ich finde das Spiel XY zu recht gut?"
ciao
peer

Re: DSP

Verfasst: 27. Juni 2005, 16:00
von Carsten Wesel | FAIRspielt.de
peer schrieb:
>
> Hi,
> Gerhard Koch schrieb:
> > Zum Glück gibt es mit dem Deutschen Spielepreis, die
> > Auszeichnung der Spieler.
>
> Naja, die Frage ist nur: Brauchen wir eine Auszeichnung die
> uns sagt "Ja, ich finde das Spiel XY zu recht gut?"

Und die andere Frage ist: [i]"Wird irgendwer die Auszeichnung [b]DSP[/b] im Kaufhaus sehen oder darauf aufmerksam gemacht werden?"[/i]
Ich denke nicht, so daß der Preis eh' nur für die ist, die mitgewählt haben.

Gruß Carsten (der bei diesen Temperaturen gar nicht weiß, ob er schon gewählt hat, oder nicht)

Re: DSP

Verfasst: 27. Juni 2005, 17:15
von Droegi
Ich denke, daß ist nicht ganz richtig. HiG hat letztes Jahr auf seinen SP-Packungen den Würfel abgebildet. Ich glaube, daß hatte auch für Kaufhaus-Kunden eine gewisse Wirkung. Nur den Unterschied zwischen SdJ und DSP kennen sie nicht.

Re: DSP

Verfasst: 27. Juni 2005, 17:57
von Zwerg Auge
... dann geh mal in eine beliebige Spiele-Abteilung eines Kaufhauses oder Vedes oder ähnlicher Ketten und frag die Verkäufer(innen), ob einer ihrer Kunden nach dem "DSP" fragt.

Und sie werden alle sagen: Nein.

Das "SdJ" hat sich als Marke etabliert, und die Jury war in den vergangenen Jahren neben einigen Fehlschlägen immer wieder auch schlau genug, die passenden Titel zu wählen. Deswegen braucht kein Gelegenheitskäufer einen DSP, denn der Gelegenheitskäufer kauft eh nur ein bis zweimal im Jahr Spiele.

Re: DSP

Verfasst: 27. Juni 2005, 18:00
von peer
Hi,
Zwerg Auge schrieb:
> Das "SdJ" hat sich als Marke etabliert, und die Jury war in
> den vergangenen Jahren neben einigen Fehlschlägen immer
> wieder auch schlau genug, die passenden Titel zu wählen.

Nette Formulierung :-)
Aber im Ernst: Sicherlich war nicht jede Entscheidung der Jury glücklich - aber im Grossen und Ganzen haben sie ihre Arbeit recht gut hinbekommen (Sonst wäre die Marke kaum so etabliert).

> Deswegen braucht kein Gelegenheitskäufer einen DSP, denn der
> Gelegenheitskäufer kauft eh nur ein bis zweimal im Jahr Spiele.

Und der Gelegenheitskäufer ist ja auch nicht Zielgruppe des DSP, der oft komplexeres auszeichnet. Nein die Zielgruppe des DSP ist die Gruppe der Spieler, die genug spielt, um ihn zu wählen :D

ciao
peer

Re: DSP

Verfasst: 27. Juni 2005, 18:01
von Droegi
Krasse Antwort

Re: DSP

Verfasst: 27. Juni 2005, 18:20
von VolkiDU
Droegi schrieb:
> Ich denke, daß ist nicht ganz richtig. HiG hat letztes Jahr
> auf seinen SP-Packungen den Würfel abgebildet. Ich glaube,
> daß hatte auch für Kaufhaus-Kunden eine gewisse Wirkung. Nur
> den Unterschied zwischen SdJ und DSP kennen sie nicht.

Was aber auch viel mit dem Presse-Echo zu tun haben wird. Keine zwei Stunden nach Nennung des SdJ war es bereits im Newsticker von welt.de nachzulesen. Sozusagen in einem Atemzug mit den Nachrichten über den Schröderbesuch in Washington. Wenn die Presse genauso über den DSP berichten würde, wäre die Situation eine andere, und das Interesse für den DSP wäre um ein Vielfaches höher.

Warum gibt es den DSP? - Merz&Co

Verfasst: 28. Juni 2005, 11:54
von Heinrich Tegethoff
peer schrieb:
> Nette Formulierung :-)
> Aber im Ernst: Sicherlich war nicht jede Entscheidung der
> Jury glücklich - aber im Grossen und Ganzen haben sie ihre
> Arbeit recht gut hinbekommen (Sonst wäre die Marke kaum so
> etabliert).

Und aus einem Gespräch mit einem Jurymitglied kann ich bestättigen,
dass die Jury auch sehr wohl ihren guten Ruf in der Öffentlichkeit nicht
verlieren will - und da zählt nicht der harte Spielerkern sondern
die mögliche Enttäuschung zu Weihnachten, die das Logo schädigt.

> ... Nein die Zielgruppe des DSP ist die Gruppe der Spieler, die genug spielt,
> um ihn zu wählen :D

Wunderbarer Satz!

Vielleicht sollte man sich hier auch einmal in Erinnerung rufen, dass es für
den DSP einen [i]Veranstalter[/i] gibt. Manche klingen hier so, als wäre der
DSP eine reine Nabelschau und Selbstbestättigung "meine Spiele finden auch
andere gut". Der Friedhelm Merz (-Verlag) gibt das ganze Geld doch nicht nur
aus, um den Spielern eine Basis für ihr anonymes Urteil zu geben (oder wie
viele andere Wahlen eine Kundenbindung zu fördern). Es geht ebenfalls um
die Förderung des Spiels selbst, dem Lob für Autor und Verlag u.a., aber die
Zielgruppe ist eine andere als beim SdJ.

Die spielschädigenden Aufschreie der letzten 24 Stunden lese ich da nur
als "ich gehöre zur einzig wahren Zielgruppe"!

Welches Signal setzt der DSP eigentlich? Nur weil ein Spiel dort unter den
ersten 10 ist muß ich es wahrlich nicht gut finden. Manche sehe ich mit
Entsetzen dort, und der Zehntplazierte "Zoff im Zoff" kommt bei uns heute
noch wohl jede zweite Woche einmal auf den Tisch. Aber der DSP ist mir
ein klarer Hinweis, dass [i]ich[/i] mich mit einem mir noch unbekannten Spiel
einmal beschäftigen sollte - ob es zu mir passt etc. Andere, potenzielle
Mitspieler fanden es gut, "einmal ausprobieren".

Servus,
Heinz

Re: DSP

Verfasst: 28. Juni 2005, 16:54
von Frank Biesgen
Zwerg Auge schrieb:

> ... dann geh mal in eine beliebige Spiele-Abteilung eines
> Kaufhauses oder Vedes oder ähnlicher Ketten und frag die
> Verkäufer(innen), ob einer ihrer Kunden nach dem "DSP" fragt.
>
> Und sie werden alle sagen: Nein.

Nein, nicht alle. Die meisten werden wissen wollen, was "DSP" bedeutet.

Gruß FBI