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Angkor - schon gespielt?

Verfasst: 26. September 2005, 15:21
von Michael Schlepphorst "Suko"
Hallo!
Aufgrund der vielen Spielregeln von Spielen, die ich auf meiner Essen-Interessiert-Liste habe, die ich mittlerweile schon im Netz gefunden habe, konnte ich meine Liste schon erheblich differenzieren und auch sogar etwas verkürzen ;-)
Einer der Kandidaten die ich für mich persönlich nach dem Lesen der Regeln eher als weniger interessant eingestuft habe ist das Spiel Angkor.
Da es ja aber schon einige Tage auf dem Markt ist, hoffe ich mal darauf das hier jemand dieses Spiel schon mal gespielt hat und mir einen kurzen Eindruck geben kann.
Wie sind so die ersten Eindrücke? Ganz nett? Super? Oder doch eher Durchschnitt?
Bin über jede Antwort dankbar.

Gruß

Michael, bei dem Beowulf erst mal nach unten (weniger interessant) in der Liste gerutscht ist ...

Re: Angkor - schon gespielt?

Verfasst: 26. September 2005, 19:53
von Sönke Weidemann
Hi,

ich habe es gestern in einer 4er Runde spielen können. Unser Fazit (nach eben nur einer Partie): Zum Aufwärmen oder Absacken ganz nett (die 30 Minuten auf der Schachtel stellen wohl schon die Obergrenze der Spieldauer dar), mehr aber auch nicht.

Das Spielmaterial ist einigermaßen erschütternd: Die Plättchen, mit denen die Tempel gebaut werden, sind ja noch okay, die vier einzelnen Spielpläne bestehen jedoch aus billigstem Plastik. Dazu kommt für jeden Spielplan noch eine dünne Auflage, auf denen die Plättchen abgelegt werden.

Aus einer Auswahl von 5 verdeckt gehaltenen Plättchen versucht jeder Spieler, möglichst wertvolle Plättchen auf seinem Plan abzulegen, ohne daß diese von den lieben Mitspielern mit Dschungelplättchen wieder zugedeckt werden. Je Runde kann der Spieler 2 Plättchen aus seinem Vorrat bei sich oder - wenn es Dschungel-Plättchen sind - bei den Mitspielern ablegen. Statt eines Plättchens kann ich auch noch eine von kleinen Holzfiguren auf den eigenen Plan stellen, um so anbei liegenden Plättchen wertvoller zu gestalten. So kann man auch feindlich gelegte Dschungel-Plättchen noch für sich werten.

Die Spielregel ist schnell erklärt, es gibt aber auch nicht wirklich viel zu tun. Der in den Punkten führende Spieler ist jederzeit erkennbar, so daß locker gegen diesen gespielt werden kann. Einflußmöglichkeiten bestehen durch das Setzen der Holzfiguren, da diese - wie auch die Wasserplättchen - nicht überbaut werden können.

Das alles nach nur einer Partie, aber ob es noch mehr zu entdecken gibt...? Ich würde mich freuen, denn als absoluter Kambodscha-Fan hatte ich mehr erwartet. Vielleicht bin gehöre ich aber auch nur zur falschen Zielgruppe.

Gruß Sönke

Re: Angkor - schon gespielt?

Verfasst: 27. September 2005, 10:05
von Heinrich Tegethoff
Hallo Michael,

ähnlich wie Sönke beantworte ich "schon gespielt" mit "ja", sprich: 1x.
Ergo Vorsicht mit meinem persönlichen Eindruck!

Sönke hat als >>Kambadscha-Fan<< vielleicht mehr 3-D und Thema erwartet.
Tatsächlich hat jeder einen Spielplan, und man legt darauf Kartonage-Plättchen
ab. Der erste Eindruck (Auspacken) von "Plastik" ist erschütternd, im Spiel ist
aber halt eine bessere Atmosphäre als schlichtes "Plättchen auf Plan".
Stimmungsvolles Thema? Nun, Dschungel mit Wasser und Tigern kommt noch
gut rüber, aber der Angkor-Palast nicht wirklich.

Bei vier geübten Vielspielern ist niemanden so recht aufgefallen, wie man
hart taktiert. Einen Gegenspieler erwischte es: er mußte seinen Palast vor
den üppig vorhanden Dschungelfeldern zweier Gegner verteidigen, während die
letzte Spielerin ihre üppig vorhandenen Palastteile zu Siegpunkten machte.
Durch frühe Wasserteile war der Palast auch gut geschützt - zu teuer für die
Mitspieler, hier einzugreifen, da einem eigene Punkte dann auch fehlen. Ergo
ist dies mit dem Angriff auf den führenden Spieler so eine Sache.

Was Sönke nicht erwähnte: das Spiel ist beim Aufdecken des letzten der
5 Spielende-Plättchen sofort beendet. Der Zufall wollte es: 4 davon waren
sehr früh (~25% aufgedeckt) offen - jeder mußte sehen, dass er die Siegpunkte
über seine Holzfiguren noch macht. Stehen sie früh, dann ärgern die Mitspieler,
sonst macht man aber schnell gar keine Punkte. Im Gegensatz zu Palazzo
ist das Spiel vielleicht schon nach 10% oder aber erst bei 100% zu Ende - eine
langfristige Planung bröckelt da.

Fazit (Vorsicht: nur ein Spiel!!): ein zweites Mal probieren, aber nicht zu
viel erwarten. Als Aufwärmer geeignet, als Absacker weniger. Mit etwas
Erfahrung kann man wohl mehr herausholen. Auf der anderen Seite sehe
ich aber nicht, wie man bei 3 Gegnern viel mehr dabei harausholt, ihnen
Dschungelplättchen um die Ohren zu hauen statt selbst zu bauen - sofern
man mit Ziehglück denn überhaupt kann.
Wird aber nicht aggressiv gespielt, so kommt ein langweiliges
Plättchen-ziehen-und-auf-gute-Werte-hoffen-Spiel dabei heraus.
@Sönke: Vielspieler sind wohl nicht Zielgruppe, Wenigspieler profitieren
vom Spiel, wenn sie denn aggressiv spielen. Das kann aber der Mitspieler
auch persönlich nehmen...

Servus,
Heinz

Re: Angkor - schon gespielt?

Verfasst: 27. September 2005, 10:27
von Michael Schlepphorst "Suko"
Schon mal schönen Dank an Euch zwei!
Klar bin ich mit Eindrücken nach einem 1. Spiel recht vorsichtig. Ich gehöre auch nicht zu denjenigen die ein Spiel nach einmaligen Spielen bewerten oder gar nur nach dem Durchlesen der Regel. Aber die hier von Euch geschilderten Eindrücke geben schon recht gut das wieder was ich nach dem Lesen der Regel vermutet hatte.
Aber da bis zur Messe ja noch etwas Zeit ist, können ja evtl. noch geänderte Eindrücke noch ein bischen gesammelt werden. Vielleicht verlaufen die nächsten Partien ja unverhofft anders ;-)

Grüße

Michael, der mit Blick auf seinen Geldbeutel fast schon froh ist wenn neue Titel weniger interessant klingen ;-)

RE: Angkor - schon gespielt?

Verfasst: 27. September 2005, 11:07
von Marten Holst
Moin,

die so genannten "Vielspieler" sind sicherlich nicht Zielgruppe dieses Spiels, aber auch denen kann es Spaß machen. Meines Erachtens spielt es sich flott runter und hat einen hohen Mitspieler-ärger-Faktor, der je nach Spielrunde ja auch mal ganz erfrischend sein kann. Viel Strategie sehe ich auch nicht, das Glück kann grausam sein, aber als Aufwärmer, auch um den Rest des Spieleabends schon mal mit einem Grundthema des Spielerischen Grummelns ist es meiner Meinung nach sehr wohl geeignet - wenn die Runde allgemein mit bissel "Hau drauf" keine Probleme hat.

Zum "Gegner schaden" erfordert dies eine konzertierte Aktion mehrerer, damit das ernsthaft klappen soll, dann kann es sich aber für die beteiligten sehr wohl lohnen - mit dem üblichen Effekt, dass ein Trittbrettfahren bei fremden Streits möglich ist. Das klingt jetzt aber auch schon wieder strategischer, als das Spiel an sich ist. Ich kann nur sagen, dass ich es mag, sollte allerdings der Vollständigkeit halber erwähnen, dass ich es im Entwicklungsprozess mehrfach auf dem Tisch hatte und daher vielleicht voreingenommen bin (mochte es allerdings auch von Anfang an).

Tschüß
Marten

RE: Angkor - schon gespielt?

Verfasst: 27. September 2005, 15:47
von Malte Kiesel
Ich kann Marten nur zustimmen, kein absoluter Überflieger, aber ein gutes Spiel. Auch bei Vielspielern ist es gut angekommen, die wirklichen Möglichkeiten erkennt man aber auch erst beim 2./3. Spiel. Hat uns gestern Abend einen vergnüglichen Abschluss des Spieleabends geliefert...
Schnelles Spiel mit kurzen Regeln, leicht zu erfassen und gerne mehrmals hintereinander gespielt. In meinen Augen sogar ein Kandidat für die Auswahlliste...