Seite 1 von 1

Antike

Verfasst: 11. Dezember 2005, 12:54
von Dieter Niehoff
Scheinbar ist es ja wieder erhältlich.

Und zur Ergänzung meiner Vorfreude auf "mein" Exemplar, die Frage an Wissende:
Ist es wirklich so, dass diejenigen, die in der Mitte des Spielplans starten müssen (bei vier oder fünf Spielern) wirklich kaum Gewinnchancen hätten, da sie auf jeden Fall "eingekesselt" werden, und somit sich nicht annähernd so gut schützen können, wie die, die rechts oder links von sich statt Gegner nur den schützenden Spielfeldrand haben ....?

In zwei bisherigen Partien hatten "der Italiener" und "der Grieche" (meiner Erinnerung nach) nix zu lachen.

Kurzum: Wie spielt man vom "Mittelteil" des Spielplans her?

fragt
Dieter Niehoff

Re: Antike

Verfasst: 11. Dezember 2005, 13:21
von Heinrich Tegethoff
Hallo Dieter,

es gibt sicher noch viele hier, die mehr Erfahrung mit Antike haben als ich.
Aber nach bisherigem Stand: nein. Die mittleren Plätze spielen sich anders,
und haben auch ihre Vorteile gegenüber den anderen.

Als Grieche sollte man mE viel zur See fahren, aber nicht zu aggressiv gegen
andere auftreten. Denn zwei aktive Gegner zeitgleich werden jedem lästig.
Aber als Grieche bin ich sehr flexibel! Andere bauen zwar leichter einen Tempel
im Hinterland, aber gegen Spielende sind diese mit Strassenbau und Navigation
genauso gefährdet, während der Grieche o.ä. diese konzentrierter verteidigt.
Es ist somit zB leichter, als Spieler im Zentrum 2 Seefahrer zu bekommen und
als Feldheer zu punkten - viele am Rand haben weite Wege zu fremden Tempeln.
Fortschritt ist mE auch leichter, aber 2 Bürger sind wohl keine Option bei 4-5
Spielern.

Servus,
Heinz (nächstes Antike spätestens Dienstag)

Re: Antike

Verfasst: 12. Dezember 2005, 08:10
von Martin Beiwerk
Hallo Dieter!

> Ist es wirklich so, dass diejenigen, die in der Mitte des
> Spielplans starten müssen (bei vier oder fünf Spielern)
> wirklich kaum Gewinnchancen hätten, da sie auf jeden Fall
> "eingekesselt" werden, und somit sich nicht annähernd so gut
> schützen können, wie die, die rechts oder links von sich
> statt Gegner nur den schützenden Spielfeldrand haben ....?

Leider ja. Befanden sich alle Mitspieler auf gleichem Erfahrungslevel, dann konnte ich in der Mitte nur mit einem Bündnis überleben. Ein echter Minuspunkt. Ein Angriff aus der Mitte raus war eigentlich völlig unmöglich.

Leider gibt es einen noch viel schlimmeren Mangel: Langeweile! 75% der Spielzeit passiert erst mal gar nix. Jeder versucht so schnell wie möglich und so viel wie möglich Tempel zu bekommen. Und danach ist das Spiel gelaufen: Keine Tempel = keine Chance. Tempel sind viel (!) zu mächtig. Eigentlich spielt jeder für sich selbst, selten gibt es Konflikte. Wer denn doch einen Konflikt wagt, verliert zu viele Ressourcen (Eisen, Einheiten usw.) und liegt im Rennen um Siegpunkte zurück. Und als Belohnung wird man dann von seinen anderen Nachbarn erledigt. Kampf lohnt sich fast gar nicht. Da bringen es eigentlich nur noch Bündnisse.

Mein Fazit: Sorry, aber für mich ein echter Langweiler. Für ein Konfliktspiel viel zu wenig Aktion und Kampf. Für ein Zivilisationsspiel viel zu wenig Möglichkeiten. (Da ist Vinci besser.) Als Mischung beider Spieltypen keine Offenbahrung.

Schade, denn die Qualität der Komponenten ist wirklich toll, das Material schön.

Ich muss es so hart sagen: Nach fünf Partien kommt das Spiel nun endgültig nicht mehr auf den Tisch. "Einfach langweilig" war das allgemeine Fazit bei 5 und 6 Spielern. Bei über 2,5 Stunden Spielzeit pro Partie einfach nur verlorene Zeit.

Gruß
Martin Beiwerk (der jetzt wegen der harten Kritik sicherlich Gegenwind bekommt, aber wegen der vergeudeten Spielzeit immer noch etwas beleidigt ist...)

Re: Antike

Verfasst: 12. Dezember 2005, 11:24
von Michael Schlepphorst
Martin Beiwerk schrieb:
>
> Martin Beiwerk (der jetzt wegen der harten Kritik sicherlich
> Gegenwind bekommt, aber wegen der vergeudeten Spielzeit immer
> noch etwas beleidigt ist...)

Warum? Jeder darf doch seine Meinung haben. Ich habe Antike jetzt fünf mal gespielt und mir und meinen Mitspielern hat es bisher ausnahmlos sehr gut gefallen. Ausser die Sache mit der Ausgangsposition in der Mitte des Spielfeldes. In den bisherigen Partien hat immer ein Spieler mit einem Randvolk gewonnen.
Ich glaube aber das es auch sehr stark am Verhalten der Spieler liegt wie sich das Spiel entwickelt. Bei der letzten Partie zu viert auf dem englischen Plan hat es z.B. der Spieler in der Mitte versäumt sich früh nach Süden auszubreiten. Das führte dann dazu das er sehr schnell umzingekt war und seine Tempel natürlich sehr "begehrt" waren. Allerdings hatte auch er trotz augenscheinlichem Nachteil nachher 8 SP und es hat ihm somit nur 1 Punkt zum Sieg gefehlt. Daher glaube ich dass das Spielgefühl für einen Spieler in der Mitte einfach nur ein anderes ist. Man ist territorial und militärisch vielleicht nicht so mächtig, aber in die Zeit in der sich die anderen um die regionale Ausbreitung kümmern, holt der sich mit Fortschritten und Tempeln die nötigen Siegpunkte. Endgültig beschreiben kann ich es wohl erst dann wenn ich selbst mal ein Volk in der Mitte gespielt habe.
Trotzdem kann ich nur wiederholen das bei uns bisher ohne Ausnahmen sehr gut ankam.

Gruß

Michael, der einem möglichen Gegenwind gelassen entgegen sieht ...

Re: Antike

Verfasst: 12. Dezember 2005, 13:07
von Dieter Niehoff
Eine vielleicht eher dumme Frage zu den Startpositionen: Kann man den Spielern nicht einfach die "ferie Wahl" des Startplatzes auf dem Spielplan lassen?

Ich glaube, eine ähnliche Idee versteckt sich hinter der Variante "Längeres Spiel" auf der vorletzten Seite der Spielregel, oder?

Dieter

Re: Antike

Verfasst: 12. Dezember 2005, 14:18
von Heinrich Tegethoff
Hallo Michael,

wer das Spiel schon etwas kennt und ausprobieren möchte, der kann doch
ein Volk nach Wahl nehmen, dass vielleicht eh keiner will. Der Rest wird
verlost. Billige Zustimmung der anderen ist doch da.

Wer mit mehreren Erstlingen spielt, der wird das vermeiden wollen, da im Falle
eines Sieges der Kommentar der anderen zur Siegursache klar auf die
Wunschposition geht
Wir haben bisher anfangs auch Plätze getauscht, damit man zu sechst nicht
meist quer über den Plan greifen muß. Solange sich keiner benachteiligt
fühlt ist eine Zuordnung doch sogar in der Regel erlaubt.

Servus,
Heinz

Re: Antike

Verfasst: 12. Dezember 2005, 18:37
von Ralf Rechmann
Dieter Niehoff schrieb:

> Kurzum: Wie spielt man vom "Mittelteil" des Spielplans her?


Hier gab es die Antwort direkt vom Autor: http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=122910&t=122152

Meine Erfahrungen als "Mittelteil-Spieler": Es kommt auf die Nachbarn an, wie effektiv auch auf deren Verhalten ausgerichtet man sei eigenes Volk spielt. Je mehr Nachbarn, desto sorgsamer sollte man deren Aktionen beobachten, während man als "Randspieler" eher nur mit einem Nachbar zu tun hat. Für Einsteiger scheinen deshalb wohl die "Randspieler" bevorzugt, aber im "Mittelteil-Spieler" kann man mehr Taktiken - auch verschiedene zu verschiedenen Seiten - fahren. Als Randspieler kommt man schnell an den Punkt, wo man durch einen Nachbar eingekesselt ist. Wenn Du aber "Mittelteil-Spieler" bist und Alles nach Innen zu Dir drängt, dann hast Du allerdings auch einige Probleme... wobei man durch kriegerische Mänover nicht so gut gewinnen kann, wie durch geschickte Diplomatie und regionalgebundene Absprachen ("Wenn Du mir die Provinz überlässt, dann halte ich Dir da den Rücken frei!" - "Ehrlich?" - "Ja, klar!" - "Aber warum hast Du dann eben so viele Einheiten da gerüstet!" - "Zur Verteidigung!" - "Ach so!")

Kurgesagt: Mir gefällt Antike immer noch, gerade auch weil es ein Regelleichtgewicht ist und sich flink erklären und erfassen lässt, aber dennoch etliche taktische Freiheiten bietet... :)

Cu/Ralf

Re: Antike

Verfasst: 14. Dezember 2005, 12:17
von 18xx
Kann obigen Beiträgen zustimmen. Wer in der Mitte ist, hat es schwer. Stell dir Risiko vor, einer muss Asien Verteidigen, der andere N-Amerika. Asien ist einfach viel schwerer, da viele Nachbarn. Ok, am Anfang kann man sich mit Bündnissen absichern. Wenn es aber Nahe ans Gewinnen geht, ist es aus. Bin ich in der Mitte, werde ich von allen Nachbarn angegriffen. Bin ich am Rand, habe ich nur von einem etwas zu befürchten. Sich seine Position auszusuchen finde ich eine nette Idee. Noch nie probiert, könnte aber was bringen.