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Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 12:45
von lufukatze
Hab da mal ne Frage! Wie kommt ihr am besten mit mit so einer komplexen Spielregel wie bei Caylus klar? Liest sich die einer durch und "erklärt" sie den Mitspielern? Oder fangt ihr mit der Spielregel daneben einfach an zu spielen? Wie geht ihr vor, bin dankbar für alle guten Tipps!
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 12:53
von Jürgen W.
Das kann man eigentlich so pauschal nicht sagen. Bei einfachen Spielen wird einfach drauflos gespielt und dabei die Regel erklärt.
Bei komplexen Spielen, wie z.B. Caylus, erklärt einer die Regel. Ich gehe Punkt für Punkt durch und frage immer wieder nach ob noch Fragen offen sind.
Das mache ich, weil man sollte schon wissen was alles wie im Spiel wirkt und welche Konsequenzen bestimmte Aktionen nach sich ziehen. Denn sonst spielt man drauf los und merkt schnell was man für einen Mist gemacht hat, weil man nicht wusste was man hätte alles machen können.
Aber sicher kann man das Spiel auch einfach mal anfangen, um zu sehen wie die Mechanismen sind und welche Möglichkeiten man hat. Hin und wieder machen wir es auch mal so und brechen das Spiel dann nach kurzer Zeit ab, wenn jeder weiß worum es geht. Dann erst beginnen wir mit dem richtigen Spiel, weil dann für jeden die gleichen Chancen sind.
Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen.
Mache es einfach so, wie Du damit am Besten klar kommst.
Grüße
Jürgen
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 13:36
von Doris Kuehn
Ich spiele neue Spiele erstmal eine Runde gegen mich selbst, um den Mechanismus zu begreifen und um evt Regelunklarheiten rauszufinden, damit ich notfalls nachfragen kann, bevor wir schon alle zusammensitzen und dann nicht weiterkommen.
VG
Doris
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 13:47
von Andreas Resch
Wenn ich mich an ein komplexeres Spiel heranwage, lese ich meistens am Tag bevor ich das Spiel spiele die Regel mal komplett durch. Dabei kann es hilfreich sein, das Spielbrett bzw. die Komponenten aufzubauen oder sogar die Startsituation des Spieles herzustellen.
Natürlich bleiben dabei nicht alle Details hängen aber man hat dann schon mal einen guten Überblick über das Spiel und kann dann während man das Spiel gemeinsam spielt und die einzelnen Regelpunkte durchgeht etwas weiter ausholen, um die einzelnen Vorgänge in der Gesamtheit zu erklären. Solche Fragen wie "Und warum macht man das jetzt?" können einen dann nicht mehr so leicht aus der Bahn werfen.
Aber so richtig versteht man Regeln wie in Caylus erst nach dem ersten oder zweiten Spiel, wenn man auch die Regelunklarheiten zu großteil beseitigt hat.
Grüße ... Andreas.
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 13:51
von Mario Lampe
lufukatze schrieb:
> Liest sich die einer durch und "erklärt" sie den Mitspielern?
Das ist bei uns die bevorzugte, wahrscheinliche auch beste Variante"
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 14:13
von Braz
lufukatze schrieb:
>
> Liest sich die
> einer durch und "erklärt" sie den Mitspielern?
..davon bin aich abgekommen, da ich mal bei Schatten über Camelot einen kleinen Zusatz beim Erklären vergessen hatte...danach war ich der Buhmann ^^ (im ironischen Sinne).
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 14:15
von Joshua
Im Normalfall bin ich derjenige, der die Spielregel vor dem Spiel durchliest und sie den Mitspielern erklärt (dann entweder anhand einer Kurzspielregel, oder die Originialregel entlanggehend).
Ich kann allerdings nicht ganz nachvollziehen was an der Caylusregel komplex sein soll. Ich empfand sowohl die Regel, als auch das Spiel als gediegenes Mittelmaß was die Komplexität anging.
Was mir überhaupt nicht einleuchten will, ist wie man ein Spiel dessen REgeln man noch nicht kennt, einfach losspielen soll? Ich meine jedes Spiel lebt davon, daß alle Mitspieler versuchen es zu gewinnen indem sie alles im Rahmen der Regeln mögliche dafür tun. Wenn man nun ersteinmal die Hälfte des Spiels nach den Regeln sucht, weiß ich nicht wie das möglich sein sollte.
Ausnahmen bestätigen wie so häufig auch hier die Regel, denn Civilization spiele ich mit Neulingen eigentlich fast immer ohne Erklärung, da hier die ersten 2-3 Züge (mit Ausnahme des armen Kreters) nicht sosehr von spielentscheidender Bedeutung sind, und man Dinge wie die Handelsphase in Civi eigentlich nur kapiert, wenn man sie erlebt hat, das wilde Geschacher und Gekeife lässt sich einfach nicht erklären ;)
Gruß Joshua
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 14:27
von Ralf Rechmann
lufukatze schrieb:
>
> Hab da mal ne Frage! Wie kommt ihr am besten mit mit so einer
> komplexen Spielregel wie bei Caylus klar?
Caylus wird wohl dadurch komplexer auf dem ersten Blick, da es viele Aktionsmöglichkeiten gibt (einmal direkt auf dem Plan und dann durch ins Spiel gebrachte Plättchen). Allerdings ist die verwendete Symbolik durchgehend eindeutig - wenn man die verstanden hat, dann kann man auch die vielen Aktionsmöglichkeiten besser zuordnen. Ich empfehle allerdings eine gute Beleuchtung, da die diversen Farbtöne ansonsten zu leicht aus Entfernung vertauscht werden können.
Ich lese mir die Regel alleine durch am Vortag des geplanten Spieltages, baue das Spiel auf und spiele es kurz selbst an. Da merkt man dann schnell, was wichtig ist und was eher nicht. Oft fallen dann auch solche Regelmonster in sich zusammen und minimieren sich auf wenige entscheidende Abläufe.
Den Mitspielern erkläre ich das Spiel dann anhand der Spielregel, aber mit eigenen zusammenfassenden Worten. Allerdings die Mitspieler immer mit einbeziehen und das Material aufbauen und zuordnen lassen, dann wird es auch kein eintöniger Monolog. (Habe die Erfahrung gemacht, dass mir beim Erklären nicht langweilig wird und das kann gefährlich enden, wenn Keiner mehr so richtig zuhöhrt - soll ja kein Selbstzweck sein!)
Die Feinheiten des Spiels erfasst man sowieso erst im Laufe der ersten Partie - und dann ist die Freude auf die nächste Partie umso grösser, wenn man dieses Wissen dann auch umsetzen will! Wenn Einige zu viele Anfängerfehler gemacht haben bei komplexen langen Spielen, dann ist auch durchaus mal ein Neuanfang drin, damit das Spielen nicht zur Frust wird. Meist kann man da aber mit ein paar Tipps (welche Auswirkung hat was) abhelfen und gegensteuern... :)
Cu/Ralf
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 14:31
von Roman Pelek
Hi lufukatze,
lufukatze schrieb:
>
> Hab da mal ne Frage! Wie kommt ihr am besten mit mit so einer
> komplexen Spielregel wie bei Caylus klar? Liest sich die
> einer durch und "erklärt" sie den Mitspielern?
In den meisten Fällen machen wir's in unseren Runden so, so auch z. B. bei Caylus. Ggf. spielen wir nach dem Erklären das Spiel kurz an, um Regeldetailszu klären und starten, wenn alle Regeln und Grundprinzip verstanden haben, nochmal von vorne.
Bei Spielen, die auch zu zweit funktionieren, kommt es auch häufiger vor, dass ich es zuerst mit meiner Frau spiele, um Fragen zu klären, bevor wir's in größerer Besetzung angehen. Alleine oder zu zweit etwas anspielen, dass für mehr Spieler ausgelegt ist, mache ich aber eigentlich nur, wenn's darum geht, eine eigene Idee/Variante o.ä. auszuprobieren und fast nie bei fertigen Spielen.
> Oder fangt ihr mit der Spielregel daneben einfach an zu spielen?
Bei komplexen Spielregeln nur sehr selten, und wenn, endet es meist damit, dass wir das Spiel abbrechen und jemand als "Hausaufgabe" die Regeln in Ruhe durchlesen "muss", bevor wir's erneut angehen ;-)
Ciao,
Roman
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 15:26
von Ilona BL
Hallo,
hier gibt es auch eine Kurzspielregel (spielbar.com) zum download.
MfG
Ilona, die sich schon freut, nächstes Jahr auch Caylus zu spielen!:-)
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 17:23
von Bernd Eisen
Joshua schrieb:
> Was mir überhaupt nicht einleuchten will, ist wie man ein
> Spiel dessen REgeln man noch nicht kennt, einfach losspielen
> soll? Ich meine jedes Spiel lebt davon, daß alle Mitspieler
> versuchen es zu gewinnen indem sie alles im Rahmen der Regeln
> mögliche dafür tun. Wenn man nun ersteinmal die Hälfte des
> Spiels nach den Regeln sucht, weiß ich nicht wie das möglich
> sein sollte.
Hi Joshua!
Was mir überhaupt nicht einleuchten will ist deine Aussage.
Ich meine: Hallo? Ist jeder Spieleabend eine Brettspielmeisterschaft??
Kann man nicht einmal beim Kennenlernen eines neuen Spiels einfach aus dem Bauch heraus Aktionen machen und schauen was passiert?
Sicher, möglicherweise gewinne ich dann nicht, aber ist das beim ersten Testspiel wichtig??
Hauptsache ich bekomme das richtige Gefühl für das Spiel und kann dann in der nächsten Runde voll darin aufgehen.
In einer meiner Spielerunden haben wir einen Kameraden, der will alles erdenklich bei jedem Zug ausloten und optimieren, fragt zig mal jedes Detail nach, bevor er sich entscheidet. Dadurch braucht er alleine mehr Spielzeit als die restlichen Mitspieler zusammen. Sicher, er ist meist auf den ersten Plätzen zu finden, aber kann er man sich deshalb die Goldmedaille umhängen? Ich finde so ein Verhalten sehr unfair den anderen gegenüber und kollossal nervig.
Ich mache jedes mal drei Kreuze, wenn dieser Herr NICHT bei mir am Tisch sitzt.
Bauchspielerische Grüße
Bernd
www.irongames.de
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 17:42
von Gerhard Gronau
Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich habe in 2 Spielkreisen Mitspieler die neue Spiele spielen als wären sie auf einer Meisterschaft. Kennen die Regeln kaum müssen aber unbedingt gewinnen. Fragen zig mal das gleiche. Überlegen Strategien und Taktiken obwohl sie den Ablauf noch gar nicht kennen, und den anderen vergeht die Lust am spielen. So kann ein 60min. Spiel locker 2 Stunden und mehr dauern. Unfair gegenüber den anderen. Ich versuche immer nicht mit denen zu spielen.
Wenn ich ein neues Spiel zum ersten mal spiele lese ich mir die Regeln vorher komplett durch und erkläre dann meinen Mitspielern den Spielablauf. Beim ersten mal geht es mir absolut nicht ums gewinnen. Ich möchte den Spielablauf kennenlernen und sehen was passiert wenn ich das oder das mache. Bei der zweiten oder dritten Runde kann man beginnen sich Siegstrategien zu überlegen.
Gerhard G.
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 18:14
von Roman Pelek
Hi Bernd,
Bernd Eisen schrieb:
> In einer meiner Spielerunden haben wir einen Kameraden, der
> will alles erdenklich bei jedem Zug ausloten und optimieren,
> fragt zig mal jedes Detail nach, bevor er sich entscheidet.
> Dadurch braucht er alleine mehr Spielzeit als die restlichen
> Mitspieler zusammen. Sicher, er ist meist auf den ersten
> Plätzen zu finden, aber kann er man sich deshalb die
> Goldmedaille umhängen? Ich finde so ein Verhalten sehr unfair
> den anderen gegenüber und kollossal nervig.
Volle Zustimmung, wobei das mit den vorderen Plätzen auch daran liegen kann, dass solche Naturen ihre Mitspieler zermürben. Zumindest geht's mir so, dass ich bei allzu zäher Warterei an einem normalen Spieleabend die Lust verliere, und infolge dessen entsprechend unzukonzentriert agiere.
In meinen regelmäßigen Runden gibt's zum Glück keine Obergrübler dieser Sorte (mehr) - vermutlich haben wir solche Mitspieler durch Kommentare a la "Das Spiel lebt unter anderem von seinem Spielfluss" oder "Strategieanalysen: sehr gerne. Aber nach dem Spiel." schon vor Jahren vergrault ;-)
Ciao,
Roman
RE: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 18:53
von Marten Holst
Moin,
natürlich sollte jedem klar sein, dass das erste Spiel, und oft auch noch das zweite, weit davon entfernt sind, dass man es aufgrund seines "Verstehens" und "Nachdenkens" gewinnen kann, und eine gewisse Bäuchlichkeit eh angemessen ist. Und gerade in den ersten Spielen ist es oft auch sehr hilfreich, wenn jemand einfach mal "aus Bock" etwas probiert - meist rennt man damit elegant gegen das Stadttor, aber oft merkt man auch, wie einseitig man das Spiel betrachtet hat, und welch tiefere Varianten in ihm stecken. Und "gewinnen wollen" kann erst hinter der Experimentierfreude stehen, sonst wird man auf Dauer weniger gewinnen, als die Experimentatoren :-)
Dennoch, "einfach zufällig legale Züge" generieren würde mir auch keinen Spaß machen - ich wüsste vorher schon gerne die Regeln worauf es ankommt theoretisch. Klar ist Caylus nach einer Runde "im Prinzip komplett" begriffen, und vor der ersten Schlosswertung weiß man eben noch nicht wirklich, was einen erwartet, dennoch wäre ein abarbeiten "So, jetzt setzt mal jeder zwei Pöppel auf beliebige Gebäude, und dann schauen wir, was passiert" eher Lötzinn.
Was die Spielregeln betrifft: abgesehen von dem Idealfall "ein guter Erklärer kennt das Spiel in- und auswendig" ist eine Methode, die sich in meinen Augen bewährt hat, wirklich das gemeinsame Lesen und Erarbeiten der Regel. Es ist eben Geschmackssache. Ein "ich hab gestern mal schnell die Regeln gelesen, aber das Spiel nie gespielt"-Erklärer ist oft konfus, vergisst wichtige Details und so weiter. 8 Augen und 8 Ohren lesen und hören eben mehr als 2. Dennoch wäre es gut, wenn es den "am Vorabend gelesen und aufgebaut"-Haber gibt, der ein paar vorgreifende Fragen beantworten kann, oder zumindest weiß, dass die Antwort "Was ist eingentlich ein Hnefatafl" in zwei Seiten kommt.
Tschüß
Marten
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 19:28
von Ernst-Jürgen Ridder
Hallo,
bei uns läuft das fast immer so, dass ich das Spiel "vorbereiten" muss. Will sagen: Regel lesen, "eigenverantwortlich" Zweifelsfragen klären, erklären, auf "tausend" Fragen gefasst sein usw. Ganz ganz selten sieht mal ein anderer selbst in die Regel, weil er einfach nicht glauben kann, dass eine bestimmte Regel "so blöd" sein soll. In unserem Kreis kommt es sogar vor, dass einer, der ein Spiel gekauft hat, mit dem Spielen wartet, bis ich es erklären kann.
Da beschränken sich dann die Regeldiskussionen auf die gängigen Fälle, z.B.: das hast du aber nicht gesagt (selbst wenn es mehrfach gesagt worden ist), oder auch: diese Regel finde ich blöde, das müsste so und so sein (selbst beim ersten Spielversuch).
Im Grundsatz aber hat unsere Methode für unseren Kreis den Vorteil, dass einer die volle "Verantwortung" trägt und "quasi" als Schiedsrichter auch Streitfragen zur Regelauslegung entscheidet. Seit rund 25 Jahren geht das jetzt so und funktioniert immer -na ja, fast immer-.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 20:21
von Klaus Knechtskern
Doris Kuehn schrieb:
>
> Ich spiele neue Spiele erstmal eine Runde gegen mich selbst,
> um den Mechanismus zu begreifen und um evt Regelunklarheiten
> rauszufinden,
was aber nciht immer heißt daß unser Ungeheuerchen alle Regeln immer erklärt BEVOR das Spiel angefangen hat ;-P
Babylonische Grüße
Klaus
Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 20:42
von Joshua
Bernd Eisen schrieb:
> Hi Joshua!
>
> Was mir überhaupt nicht einleuchten will ist deine Aussage.
> Ich meine: Hallo? Ist jeder Spieleabend eine
> Brettspielmeisterschaft??
> Kann man nicht einmal beim Kennenlernen eines neuen Spiels
> einfach aus dem Bauch heraus Aktionen machen und schauen was
> passiert?
> Sicher, möglicherweise gewinne ich dann nicht, aber ist das
> beim ersten Testspiel wichtig??
> Hauptsache ich bekomme das richtige Gefühl für das Spiel und
> kann dann in der nächsten Runde voll darin aufgehen.
Hallo Bernd,
ich scheine mich ein wenig missverständlich ausgedrückt zu haben, oder wir sind vielleicht doch vollkommen unterschiedlicher Auffassung, was Grundlage von gemeinsamen Spielen sein sollte. Es ging mir mit dem was ich geschrieben habe nicht so sehr darum, dazustellen, das ich als Person der Sieger am Ende des Spiels sein muß, sondern daß für mich absolute Grundvorraussetzung eines jeden (vielleicht Kinderspiele ausgenommen) Spiels sein muß, daß alle Beteiligten gewinnen wollen (natürlich bei einem 2 STunden Puerto Rico mehr als bei einem 10 Minuten Geschenkt ist noch zu teuer).
Spiele haben doch für gewöhnlich eine Spielregel, die den jeweils Spiel-individuellen Weg zeigt, wie man zu dem Ziel des Gewinnens gelangt. Hierbei ist es wie gesagt nicht das wichtigste, dieses Ziel auch immer zu erreichen. Aber um dem eigentlichen Grund, weswegen ich zumindest spiele, nicht im Wege zu stehen, ist es entscheidend, daß alle Beteiligten ihr bestes geben zum das Ziel des gewinnens möglicherweise zu erreichen.
Je konfrontativer hierbei ein Spiel ist, umso wichtiger ist es. Nehmen wir z.B. ein Handelsspiel und zusätzlich noch einen der Klassiker, nämlich ein Pärchen das am Spieltisch ihre Konfliktscheue zum besten gibt, Ergebnis: Zwei Leute, die zu unmöglichen Konditionen miteinander handeln, auch wenn möglicherweise andere Mitspieler wesentlich bessere/attraktivere Angebote gemacht haben. Spielspaß? gleich null für mich, im Gegenteil, bei sowas könnte ich austicken.
Was hat das nun mit Regelkenntnis zu tun? Nun in diesem Extrem natürlich nichts, aber es zeigt vielleicht exemplarisch was ich meinte mit alle am Tisch müssen versuchen im Rahmen der Spielregeln das für sie beste rauszuholen.
Nochmal es geht nichtsosehr darum, wer am Schluß tatsächlich gewonnen hat, und es gibt auch eine Menge Spiele, bei denen nun wirklich egal ist wer gewinnt, aber der Spielspaß speist sich doch nicht zuletzt aus der Befriedigung die man aus einem besonders erfolgreichen/ertragreichen Zug ziehen kann oder der Freude/Bewunderung über einen solchen Zug bei einem der Mitspieler.
Ein anderes etwas harmloseres Beispiel fällt mir da auch gerade noch ein. Geschenkt ist noch zu teuer habe ich vor einiger Zeit mit jemandem gespielt, der der Meinung war, daß es doch egal sei, ob man nun eine der Karten sofort zu sich nimmt oder versucht vielleicht doch noch ein paar Chips zu ergattern wenn man schon eine Karte nehmen muß. Nun zählt das Spiel bei mir eindeutig zu den Spielen wo ich mir über Sieg und Niederlage relativ wenig Gedanken mache, weil es glaube ich nur selten auf eine überlegene Strategie oder unglaublichen Intellekt zurückzuführen ist, aber wenn ich nicht im Rahmen der Spielregeln versuche möglichst wenig Karten (hier natürlich Kartenwerte) und möglichst viele Chips zu ergattern, dann könnte man vor der Partie auch einfach jedem Spieler eine Karte austeilen und sagen der mit der höchsten hat gewonnen.
Nach dieser langen Rede nochmal kurz gefasst. Ja Spielen ist für mich auch Wettbewerb, und dieser Wettbeweb unterliegt gewissen (Spiel-)Regeln. Und Ja, ich halte es für wichtig gewinnen zu wollen, und zwar nicht nur für einen selber, sondern für jeden der mit mir spielt. Aber nein, es geht mir nicht darum, daß Ich es sein muß der gewinnt, aber verflucht ich will am Ende sagen können mei hatten wir einen Spass weil wir es uns gegenseitig nicht leicht gemacht haben.
So ich hoffe das war ein klein wenig erhellend und ich habe bei aller Länge nicht allzuvielen Unsinn geschrieben
Gruß Joshau
Halb OT Re: Caylus
Verfasst: 14. Dezember 2005, 23:25
von Frank Schaubrenner
Huhu Joshua,
ich kann deinen Ausführungen insofern folgen, dass Spielen keinen Spass macht, wenn ein "achichspielhaltmalmitmirdochegalwasrauskommt" Spieler mitmacht.
Primärziel ist es auch für mich zu gewinnen und direkt darauf folgt ... nicht Letzter werden, aber nicht zu dem Preis, dass ein Spiel doppelt so lange geht wie in anderen Runden (2 Stunden Puerto Rico ist ne Horrorvorstellung für mich)
Aber was hat das mit dem zu tun was Eisen schrieb:
"Kann man nicht einmal beim KENNENLERNEN eines neuen Spiels
> einfach aus dem Bauch heraus Aktionen machen und schauen was
> passiert?
> Sicher, möglicherweise gewinne ich dann nicht, aber ist das
> beim ERSTEN Testspiel wichtig??
> Hauptsache ich bekomme das richtige Gefühl für das Spiel und
> kann dann in der NÄCHSTEN Runde voll darin aufgehen."
Deine Ausführungen gehen nur auf den ersten Satz ein, welcher für sich alleine aus dem Zusammenhang heraus gerissen ist.
Insbesondere Spiele wie dein angeführtes Puerto Rico oder auch das Threadauslösende Caylus sind für mich Spiele da entdecke ich jede Runde (in den ersten Spielen) im NACHHINEIN was ich evtl. falsch gemacht habe, was dann u.U. doch nicht falsch war, weil ..blabla.
Problem ist, dies kann man hier im Normalfall bei solchen Spielen im ersten Spiel nicht erkennen, dazu bringt auch kein überlanges Nachdenken etwas, da einfach keiner weis was später wirklich wichtig ist.
Ich denke mal dies ist die Aussage von Bernd, den ich auch als ergeizigen Spieler einschätze (wenn auch nur Online gespielt bisher). Das widerspricht aber nicht im geringsten seinen Aussagen.
Vielmehr ist es mir zu oft passiert, das Erst/Zweitspieloptimierer es geschafft haben, dass ich ein Spiel direkt von der Wishlist gestrichen habe weil es null Spielreiz ausgelöst hatte und überzeugungskräftige Mitspieler mich dann irgendwann nochmal dazu gebracht haben, betreffende Spiele zu spielen... und schwupps es waren in einer anderen Runde urplötzlich tolle Spiele.
Ok ich muss gestehen ich bin in 90% der Spielzüge Schnellspieler
und wenn ich es vor dem Spiel abschätzen kann und die Wahl habe, spiele ich lieber ein/ mittelmässiges Spiel mit schnelle Spielern, als ein geniales Spiel mit Optimierern, die im übelsten Falle bei jedem Spiel erst anfangen zu denken wenn sie an die Reihe kommen.
Gruss Frank
ps zum eigentlichen Toppic.
Idealfall war früher (heute spiele ich sowas nicht mehr so oft) bei komplexen Spielen mit langen Regeln, alle haben eine Regelkopie, man kommt zusammen und klärt noch kurz was strittig ist, fängt an und wenn es früh aus dem Ruder läuft startet man einfach noch mal.
Ansonsten je nachdem mit wem man am Tisch sitzt. Gibt es Leute die schnell erfassen und gut vermitteln können, werden sie missbraucht vorher zu lesen, sonst auch mal direkt an der Regel entlang gemeinsam oder oder ... kommt sehr auf die Leute an.
Re: Caylus
Verfasst: 15. Dezember 2005, 01:07
von Carsten Wesel | FAIRspielt.de
Klaus Knechtskern schrieb:
>
> was aber nciht immer heißt daß unser Ungeheuerchen alle
> Regeln immer erklärt BEVOR das Spiel angefangen hat ;-P
Das wäre ja auch etwas viel verlangt, schließlich ich Caylus doch ein wenig mehr, als nur eine Memory-Variante und ein paar Siegchancen möchte man sicher auch noch im Ärmel haben.
> Babylonische Grüße
Erwiedert!
Gruß Carsten (der heute noch nicht ein Spiel erklärt hat)
[OT] Re: Immer mehr OT
Verfasst: 15. Dezember 2005, 07:50
von Joshua
Einen schönen guten Morgen Frank,
Frank Schaubrenner schrieb:
> ich kann deinen Ausführungen insofern folgen, dass Spielen
> keinen Spass macht, wenn ein
> "achichspielhaltmalmitmirdochegalwasrauskommt" Spieler
> mitmacht.
Na dann scheine ich mit dieser Einstellung zumindest nich vollkommen allen ;)
> > Hauptsache ich bekomme das richtige Gefühl für das Spiel und
> > kann dann in der NÄCHSTEN Runde voll darin aufgehen."
>
> Deine Ausführungen gehen nur auf den ersten Satz ein, welcher
> für sich alleine aus dem Zusammenhang heraus gerissen ist.
Nun ja ich habe den ersten Satz als direkte Antwort auf mein erstes Posting aufgefasst und insofern auch diesen nochmal etwas klären wollen. Ich gebe aber zu, daß mir der Zusammenhang zwischen Langsamspielern und Gewinnen-wollen/Regel-nicht-kennen auch nicht wirklich aufgegangen ist. Klar ist, daß ein neues Spiel etwas länger dauert, als ein bekanntes. Aber, auch wenn ich da vielleicht nur für mich spreche, wie oft habe ich denn zeitnah die selben Spieler für das selbe Spiel am Tisch? Also bei mir kommt es vielleicht 1 mal in 10 Fällen vor, daß ich tatsächlich in gleicher Besetzung zeitnah ein Spiel wieder spiele, in den restlichen Fällen kommt zumindest ein neuer Spieler hinzu, oder es sind wieder ein paar Monate vergangen.
Die Langsamerspieler die ich kenne spielen für gewöhnlich nicht aus Regelunkenntniss langsam, sondern weil es ihr Naturell ist. Die Reaktion darauf kann entweder sein während des Spieles die Wände hochzugehen (sprich der Spielspass ist dahin), die Langsamspieler zu vergraulen, oder einfach zu versuchen die Spielauswahl darauf abzustimmen. Ich kenne etliche Personen mit denen ich sehr gerne Spiele, aber ein Tikal oder Java, selbst wenn diese Personen die Spielregeln zu diesen Spielen kennen sollten, kommt mir mit diesen nicht mehr auf den Tisch.
> Insbesondere Spiele wie dein angeführtes Puerto Rico oder
> auch das Threadauslösende Caylus sind für mich Spiele da
> entdecke ich jede Runde (in den ersten Spielen) im
> NACHHINEIN was ich evtl. falsch gemacht habe, was dann u.U.
> doch nicht falsch war, weil ..blabla.
> Problem ist, dies kann man hier im Normalfall bei solchen
> Spielen im ersten Spiel nicht erkennen, dazu bringt auch kein
> überlanges Nachdenken etwas, da einfach keiner weis was
> später wirklich wichtig ist.
Hier stimme ich dir absolut zu, wobei das Ringen um den richtigen Zug auch im ersten Spiel wichtig für den Lerneffekt ist. Was die Langatmigkeit angeht, wie gesagt kam es mir nur so vor, als ob Bernd eine Kausalität zwischen Gewinnenwollen bei erstmaligem Spielen und Langsamkeit des Spielens sah, und diese will mir nicht einleuchten.
> Vielmehr ist es mir zu oft passiert, das
> Erst/Zweitspieloptimierer es geschafft haben, dass ich ein
> Spiel direkt von der Wishlist gestrichen habe weil es null
> Spielreiz ausgelöst hatte und überzeugungskräftige Mitspieler
> mich dann irgendwann nochmal dazu gebracht haben, betreffende
> Spiele zu spielen... und schwupps es waren in einer anderen
> Runde urplötzlich tolle Spiele.
Nun ich selbst besitze gut 450 Spiele, das bedeutet halt auch, daß ein Spiel um häufiger als 2 mal gespielt zu werden schon etwas besonderes sein muß, insofern kann ich mir nicht vorstellen einem Spiel erstmal 3-5 Warmlaufpartien zu geben, bevor ich mir ein Urteil erlaube.
> Ok ich muss gestehen ich bin in 90% der Spielzüge
> Schnellspieler
> und wenn ich es vor dem Spiel abschätzen kann und die Wahl
> habe, spiele ich lieber ein/ mittelmässiges Spiel mit
> schnelle Spielern, als ein geniales Spiel mit Optimierern,
> die im übelsten Falle bei jedem Spiel erst anfangen zu denken
> wenn sie an die Reihe kommen.
Nun ich galt eine Zeitlang als langsamer Spieler, habe aber seit geraumer Zeit eigentlich keine Klagen mehr gehört, insofern habe ich mir die (ich möchte betonen TEILWEISE) aufgekommene Kritik wohl erfolgreich zu Herzen genommen. Mit deinem letzten Satz hast du dann aber auch das wirklich schlimmste direkt nach den "achichspielhaltmalmitmirdochegalwasrauskommt" Spielern gennant, nämlich denen die die gesamte Runde in einer seltsamen solipsistischen Traumwelt leben, um, sobald sie dran sind, erschreckt und hektisch ins Grübeln über ihren Zug verfallen. Ich frage mich da immer, was macht denn mein Mitspieler die ganze Zeit während die anderen dran sind?
Dieses Wochenende kommt erstmals Zauerstauber auf den Tisch, und ich habe eine gewisse Hofnung, daß es eines dieser Spiele ist, bei dem sich weder die Diskussion über Regelerklärung, noch über Langsamspieler aufdrängt.
Gruß Joshua
Re: [OT] Re: Immer mehr OT
Verfasst: 15. Dezember 2005, 12:06
von Bernd Eisen
Hi Joshua!
Wollte eigentlich gestern noch antworten, aber dann wars mir doch zu spät.
Richtig, is ging mir in meiner ersten Antwort darum dass es sich stets um eine ERSTE Partie handelt in der ich eben in den ersten Zügen einfach mal etwas mache, dass sich vielleicht später als albern herausstellt, aber mir weiterhilft ein komplexeres Spiel schneller zu verstehen.
Dir ging es weiterhin eher darum ob jemand grundsätzlich irgendwelche Quatschzüge macht und nur mitspielt damit eine Person mehr am Spiel teilnimmt.
Hier teile ich natürlich die Auffassung dass das absolut grauslig ist, besonders in Spielen in denen es wichig ist hinter wem man sitzt (Samurai, Medina, Meuterer...) aber das hatte ja bereits Frank treffend formuliert.
Grüße
Bernd
Re: [OT] Re: Immer mehr OT
Verfasst: 15. Dezember 2005, 13:01
von Joshua
Hallo Bernd,
Bernd Eisen schrieb:
> Hier teile ich natürlich die Auffassung dass das absolut
> grauslig ist, besonders in Spielen in denen es wichig ist
> hinter wem man sitzt (Samurai, Medina, Meuterer...) aber das
> hatte ja bereits Frank treffend formuliert.
Ojeoje, mit dem Thema Sitzordnung/Spielerreihenfolge machst du ein Faß ohne Boden auf ;) da halte ich mich lieber zurück und entschwinde in den Weihnachts-Kurzurlaub.
Gruß Joshua