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Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 11:13
von Tom
Hallo,

ich hatte am Wochenende eine lange Diskussion mit einem Freund.
Wir fanden keinen gemeinsamen Nenner.
Am Ende habe ich an meinem Verstand gezweifelt - habe ich so eine verschobene Wahrnehmung von Gerechtigkeit? Bin ich nur Eifersüchitg?
Da mich das Thema nicht mehr loslässt, würde ich gerne noch andere Meinungen hören.

Hier die Fakten:
Mein Freund schreibt ab und zu für ein Internetforum Rezensionen über Spiele.
Deshalb steht er bei fast allen Verlagen im Presseverteiler und bekommt regelmäßig alle Neuheiten.

Am Wochenende hat er sich riesig aufgeregt. Ein großer Verlag hat ihn in seinem Presseverteiler gesperrt.

Die Begründung:
Er habe in den letzten 3 Jahren keine Rezension über ihre Spiele veröffentlicht. Deshalb bekommt er nicht mehr automatisch alle Spielemuster zugeschickt.

Ihr Angebot:
Sollte er an einem ihrer Spiele Interesse haben, solle er es seperat anfordern. Aber nur dann, wenn tatsächlich eine Rezension erscheint.

Ich verstand seine Aufregung nicht, da ich das Verhalten des Verlages nachvollziehen konnte. Seine Meinung war eine ganz andere. Es störte ihn, das der Verlag ihm vorschreiben will über was er schreiben soll. Er möchte die Spiele zuerst testen und dann entscheiden ob das Spiel eine Rezension wert ist oder nicht.

Wie beurteilt ihr das Verhalten des Verlages?

Gruß

Tom

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 11:38
von Andreas Keirat
Tom schrieb:
>
> Hallo,
>
> Die Begründung:
> Er habe in den letzten 3 Jahren keine Rezension über ihre
> Spiele veröffentlicht. Deshalb bekommt er nicht mehr
> automatisch alle Spielemuster zugeschickt.
>
> Ihr Angebot:
> Sollte er an einem ihrer Spiele Interesse haben, solle er es
> seperat anfordern. Aber nur dann, wenn tatsächlich eine
> Rezension erscheint.
>
> Ich verstand seine Aufregung nicht, da ich das Verhalten des
> Verlages nachvollziehen konnte. Seine Meinung war eine ganz
> andere. Es störte ihn, das der Verlag ihm vorschreiben will
> über was er schreiben soll. Er möchte die Spiele zuerst
> testen und dann entscheiden ob das Spiel eine Rezension wert
> ist oder nicht.
>
> Wie beurteilt ihr das Verhalten des Verlages?
>
> Gruß
>
> Tom

Hallo!

Ich kann die Haltung des Verlags mehr als nachvollziehen. Wenn man Spiele verschickt und kein Feedback erhält, macht das für den Verlag keinen Sinn, weiterhin Exemplare zu verschicken. Und gerade bei einem großen Verlag dürften dann ja in 3 Jahren ca. 30 Spiele bei deinem Freund eingetroffen sein, die er alle für nicht gut genug empfunden hat. Da stellt sich dann wirklich mal der Verdacht, daß man die Spiele "nur" für lau haben will...
Das Angebot, nur dann Spiele anzufordern, wenn auch wirklich was erscheint (der Tester es also für gut genug befindet), gilt ja weiterhin. So kann der Tester ja in Essen oder auf Spieletreffen schauen, ob was gutes dabei ist und dann eine Anforderung schreiben.
Bei Tests, die in Print-Medien laufen, verstehe ich einen eventuellen Unmut des Testers schon eher, weil er eben nur begrenzten Speicherplatz hat und gute Spiele dort eher beschrieben werden. Aber bei einem Internet-Medium ist das nicht nachvollziehbar. Außerdem kann man durchaus auch mal einen schlechten Bericht veröffentlichen... In meiner Tätigkeit als Spieletester hat mir das bislang nur einmal eine heftige Reaktion seitens eines Kleinverlags eingebracht und auch das ist schnell verraucht.

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de
(testet alle zur Verfügung stehenden Spiele, auch wenn sie mal schlecht sind)

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 11:44
von Marko
Tom schrieb:

> Wie beurteilt ihr das Verhalten des Verlages?

Ich kann den Verlag gut verstehen. Die Spiele werden ja als *Rezensionsexemplare* abgegeben und nicht als *Spenden* an Spielesammler. Und wenn keine Rezensionen folgen besteht doch wohl auch kein Bedarf, oder?

Viele Grüße
Marko

[ot]Testen

Verfasst: 20. Januar 2006, 11:46
von Robert Vötter
Andreas Keirat schrieb:
> (testet alle zur Verfügung stehenden Spiele, auch wenn sie
> mal schlecht sind)


Ich bin gespannt,wie du diese Neuheit dann bewerten wirst:

Thurn und Taxis ist ein gemeinsames Werk von Karen und Andreas Seyfarth. Eine echte Herausforderung für Strategen: Der Aufbau eines neuen Postkutschenbetriebes. Doch wie sieht da die günstigste Verbindung aus? Plant man eine eher kurze dafür aber schwierige Strecke oder geht man lieber auf Nummer Sicher? Mit der richtigen Strategie baut hier jeder Spieler Strecken und neue Kutschen, belegt Städte mit Posten und erschließt neue Länder. Dabei heißt es, gewitzt die Funktionen der öffentlichen Ämter zu nutzen und eine glückliche Hand bei der Streckenplanung zu behalten.


Gruß
Robert
P.s.: Irgendwie klingt das gnaze nach Zug um Zug + einem anderen Spiel,welches mir gerade nicht einfällt

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 12:07
von Günter Cornett
Tom schrieb:
>
> Hallo,
>
> ich hatte am Wochenende eine lange Diskussion mit einem Freund.
> Wir fanden keinen gemeinsamen Nenner.
> Am Ende habe ich an meinem Verstand gezweifelt - habe ich so
> eine verschobene Wahrnehmung von Gerechtigkeit? Bin ich nur
> Eifersüchitg?
> Da mich das Thema nicht mehr loslässt, würde ich gerne noch
> andere Meinungen hören.
>
> Hier die Fakten:
> Mein Freund schreibt ab und zu für ein Internetforum
> Rezensionen über Spiele.
> Deshalb steht er bei fast allen Verlagen im Presseverteiler
> und bekommt regelmäßig alle Neuheiten.

Das finde ich ausgesprochen großzügig vom Verlag.
Vielleicht ist es ein Fehler, zu sehr mit Spielen um sich zu schmeißen, weil sich mancher dran gewöhnt.

Auf jeden Fall erschwert es die Arbeit für uns Kleinverlage, die sich das nicht leisten können und oftmals einen ermäßigten Preis für Rezensionsexemplare nehmen müssen. ;-)

> Am Wochenende hat er sich riesig aufgeregt. Ein großer Verlag
> hat ihn in seinem Presseverteiler gesperrt.
>
> Die Begründung:
> Er habe in den letzten 3 Jahren keine Rezension über ihre
> Spiele veröffentlicht. Deshalb bekommt er nicht mehr
> automatisch alle Spielemuster zugeschickt.

Wozu will er denn die Spiele haben?

> Ihr Angebot:
> Sollte er an einem ihrer Spiele Interesse haben, solle er es
> seperat anfordern. Aber nur dann, wenn tatsächlich eine
> Rezension erscheint.

Irgendwann muss man ja die Notbremse ziehen.
Als Rezensent sollte man eh nur die Spiele anfordern, an denen man aufgrund vorheriger Information (Messe, Verlagsinfo, anderere Rezies, schon gespielt ...) ein gesteigertes Interesse hat. Dann besteht auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es rezensiert wird und nicht zu Hause rumsteht. Pauschal alles anzufordern - das halte ich auch bei großen Verlagen nur für Rezensenten gerechtfertigt, die sehr viel schreiben (z.B. Andreas Keirat) bzw. sichten müssen (z.B. Jury)

> Ich verstand seine Aufregung nicht, da ich das Verhalten des
> Verlages nachvollziehen konnte. Seine Meinung war eine ganz
> andere. Es störte ihn, das der Verlag ihm vorschreiben will
> über was er schreiben soll. Er möchte die Spiele zuerst
> testen und dann entscheiden ob das Spiel eine Rezension wert
> ist oder nicht.

Das ist grundsätzlich richtig. Aber wenn er in 3 Jahren nichts rezensierenswertes im Verlagsprogramm findet, warum will er das denn weiter zugeschickt bekommen?
Ein bisschen Arbeit im Vorfeld, auswählen, was man haben möchte, kann man doch schon erwarten.

> Wie beurteilt ihr das Verhalten des Verlages?

Zu großzügig. Ich hätte keine Lust, mich mit einem solchen Nicht-Rezensenten herumzuärgern.

Es ist nicht einfach, seriöse von unseriösen Anfragen zu trennen. Ich denke da nur an die div. Pressebüros, die vor zwei Jahren Spiele für Artikelserien anforderten, aber die Medien nicht nennen wollen, für die sie schreiben. Alle hatten gemein, dass sie in Norddeutschland ihren Sitz und entweder keine Webseite hatten oder eine bei Strato, auf der noch nicht einmal eine Telefonnummer stand. Unter einer der Adresse gab es kürzlich wieder eine Anfrage ...

Es ist schon wichtig, dass man ein bisschen das Auge drauf hat, wem man Spiele zu schickt.

Gruß, Günter

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 12:44
von Stefan-spielbox
Hi,



das duerfte ein mammutthread werden - aber das nur nebenbei.

> Er habe in den letzten 3 Jahren keine Rezension über ihre
> Spiele veröffentlicht. Deshalb bekommt er nicht mehr
> automatisch alle Spielemuster zugeschickt.
[...]
> Es störte ihn, das der Verlag ihm vorschreiben will
> über was er schreiben soll. Er möchte die Spiele zuerst
> testen und dann entscheiden ob das Spiel eine Rezension wert
> ist oder nicht.

mal ganz abgesehen vom neid (klar haette ich auch gerne neue spiele automatisch kostenlos)...

ganz offenbar hat er 3 jahre lang getestet und entschieden, dass die spiele keine rezension wert sind. also gehoert er offenbar nicht zur zielgruppe dieses verlages (und umgekehrt).

also ist die entscheidung vollkommen nachvollziehbar.



Tschau
Stefan

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 13:34
von Franz-Benno Delonge
Hallo Tom,
das eigentlich Erschütternde ist ja, dass du so eine Frage überhaupt stellen mußt - also, dass dein Freund seine Haltung allen Ernstes für diskussionsfähig hält. Da bricht bei mir so eine Art allgemeinpolitischer Verzweiflung aus... Unser ganzes Land leidet daran, dass immer mehr Menschen zwischen "subjektiv nützlich" und "objektiv richtig" keinen Unterschied mehr erkennen.
Kulturpessimistische Grüße
Benno

[oT] Subjektiv nützlich vs. objektiv richtig

Verfasst: 20. Januar 2006, 13:55
von Tim-spielbox
Hallo Franz-Benno,

> ganzes Land leidet daran, dass immer mehr Menschen zwischen
> "subjektiv nützlich" und "objektiv richtig" keinen Unterschied mehr erkennen.

Da sprichst Du mir aus der Seele! Besonders empörend wird es, wenn sich einzelne Interessengruppen so manchen Spaß von der Gemeinschaft bezahlen oder fördern lassen, man denke etwa an öffentliche Schwimmbäder, Konzerthäuser, Landwirtschaft, Häuslebauer, ARD & ZDF usw. Alles selbstverständlich unter dem breiten Denkmantel des allgemeinen Wohls!

Warum ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen, Brettspiele öffentlich fördern zu lassen? Daß sie kulturell und gesellschaftlich mindestens genauso wertvoll sind wie so manches öffentlich-rechtliche Dudelradio, wird ja niemand bestreiten. :-)


Tim

Re: [oT] Subjektiv nützlich vs. objektiv richtig

Verfasst: 20. Januar 2006, 14:55
von Maddin
Vorsichtig, Tim!

Ich denke, der Franz-Benno hat seinen Beitrag durchaus ernst gemeint.
Mal ganz abgesehen davon, dass diverse Spieliotheken und Büchereien mit Spieleabteilung dankenswerterweise sehr wohl öffentlich gefördert oder gar (z.B. das STÄDTISCHE Spielezentrum Herne) betrieben werden, sind in Deiner Aufzählung m.M. nach sehr sinnvolle, wichtige und vergleichsweise billige Einrichtungen wie eben gerade der öffentliche Rundfunk (Gott oder unsere demokratischen Wahlgremien mögen uns vor einer einseitig-privatrechtlich betriebenen Meinungsmache a la USA bewahren) aufgeführt. Andere, sehr viel fragwürdigere und kostspieligere Institutionen wie etwa die Streitkräfte oder die internationale Luftverkehrslobby (über die Flugbenzinsteuerfreiheit) vermisse ich in der Aufzählung dagegen...

Du siehst - das Thema ist zu ernst und zu komplex für ein paar alberne Seitenhiebe.

Freundliche Wochenendgrüße,
Maddin = : - )

Re: [oT] Subjektiv nützlich vs. objektiv richtig

Verfasst: 20. Januar 2006, 15:14
von Tim-spielbox
> Du siehst - das Thema ist zu ernst und zu komplex für ein
> paar alberne Seitenhiebe.

Mein Beitrag +war+ ernst gemeint. Mich ärgert es zum Beispiel kolossal, wenn die Eintrittspreise bei Opernhäusern zu 80-90 % öffentlich bestritten werden, gleichzeitig aber der Musikunterricht an Schulen zusammengestrichen wird. Der Trick ist überall derselbe: Eine Interessengruppe begründet ihre Privilegien mit dem Allgemeinwohl.

Aber das ist nun wirklich sehr off-topic. :)


Tim

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 16:21
von Helmut Lehr
Also, wirklich, darüber bin ich auch sprachlos. Typisch deutsches Anspruchsdenken auf allerhöchstem Niveau.

SG
Helmut

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 20. Januar 2006, 17:12
von VolkiDU
Franz-Benno Delonge schrieb:
> das eigentlich Erschütternde ist ja, dass du so eine Frage
> überhaupt stellen mußt - also, dass dein Freund seine Haltung
> allen Ernstes für diskussionsfähig hält.

Hallo Franz-Benno,

ist das nach Jahren nicht ein Gewohnheitsrecht geworden? :lol:

Volker ;-)

RE: [oT] Subjektiv nützlich vs. objektiv richtig

Verfasst: 20. Januar 2006, 17:28
von Marten Holst
Moin,

> Mein Beitrag +war+ ernst gemeint. Mich ärgert es zum
> Beispiel kolossal, wenn die Eintrittspreise bei
> Opernhäusern zu 80-90 % öffentlich bestritten werden,
> gleichzeitig aber der Musikunterricht an Schulen
> zusammengestrichen wird. Der Trick ist überall derselbe:
> Eine Interessengruppe begründet ihre Privilegien mit dem
> Allgemeinwohl.
>
> Aber das ist nun wirklich sehr off-topic. :)

Jo, wird es. Aber schön ist, dass man gegen Deinen Beitrag jetzt anargumentieren könnte (und ich tue es mal, mit eventueller Ausnahme der Opernhäuser), dass Du "subjektiv unnütz" und "objektiv falsch" verwechselst. Argumentativ führt das allerdings zu Spiegelargumenten, und es auszuarbeiten wäre wirklich übertrieben. :-)

Tschüß
Marten

franjos machts richtig

Verfasst: 20. Januar 2006, 18:10
von Martin
Als jemand, der hin und wieder Rezensionen schreibt, habe ich mich kürzlich sehr über den Umgang von franjos mit dem Problem der Pressemuster-Schmarotzer gefreut:

Der Sendung mit dem Spiel "Friesentörn" lag die freundliche Aufforderung bei, den erschienenen Artikel binnen sechs Monaten zuzusenden. Sollte kein Artikel erscheinen, ist das Spiel zurückzugeben oder kann zum regulären Preis erworben werden.

Ich halte dieses Vorgehen für ausgesprochen fair.

Martin

RE: [oT] Subjektiv nützlich vs. objektiv richtig

Verfasst: 20. Januar 2006, 18:39
von Tim-spielbox
Hallo Marten,

> eventueller Ausnahme der Opernhäuser), dass Du "subjektiv
> unnütz" und "objektiv falsch" verwechselst.

Nein, da ist nichts verwechselt - wahrscheinlich vertreten wir bloß verschiedene Ansichten. Das ist ein Thema, über das ich schon (viel zu) oft diskutiert habe und das nun wirklich nicht hierher gehört. Andererseits ... So eine knackige volkswirtschaftliche Diskussion gehört zu den ganz wenigen Off-Topics, die unser schönes Spielerforum noch nicht vernebelt haben. :)


Tim

Re: Grundrecht Pressemuster ???

Verfasst: 21. Januar 2006, 02:53
von Roman Pelek
Hi Tom,

Tom schrieb:

> Ich verstand seine Aufregung nicht, da ich das Verhalten des
> Verlages nachvollziehen konnte. Seine Meinung war eine ganz
> andere. Es störte ihn, das der Verlag ihm vorschreiben will
> über was er schreiben soll.

Naja, da verwechselt wohl Dein Freund ein "Vorschreiben" mit einer "ungerechtfertigten Bemusterung jenseits der Zielgruppe". Lass es mich mal bewusst salopp sagen: würde jeder Verlag jeden bemustern, der nicht über die eigenen Veröffentlichungen schreibt, würde das die Auflage mancher Spiele kurzfristig beeindruckend anwachsen lassen - aber die Pleiten der betroffenen Verlage ebenso. Der Spruch mit dem "Any news is good news" ist zwar uralt, aber dass Verlage erwarten, auf Zusendungen zumindest eine Reaktion zu bekommen, und sei sie auch negativ, halte ich für vollkommen nachvollziehbar.

> Er möchte die Spiele zuerst
> testen und dann entscheiden ob das Spiel eine Rezension wert
> ist oder nicht.

Um mal sarkastisch zu werden: Ich würde im Leben auch gerne mal testen, wie sich ein Segeltörn in der Karibik anfühlt und danach darüber urteilen, ob es mir hinsichtlich der eigenen Endorphinausschüttung was bringt oder mich eher zu Tode langweilt. Aber woher nehme ich das Recht, wo finde ich einen "Dummen", von dem ich die betreffenden Ressourcen einfordern kann? (Sachdienliche Hinweise in dieser Sache bitte persönlich an mich und an niemand anderen ;-) )

> Wie beurteilt ihr das Verhalten des Verlages?

Das Verhalten des Verlages übertrifft meine Auffassung von korrektem Verhalten, er hat weitaus mehr gegeben, als er erwidert bekam. Respekt.

Der negative Effekt, der allerdings dabei durchschlägt, und der zu bedauern ist, wäre, dass die naturgemäß daraus erwachsende Paranoia in der Presseabteilung zynischerweise dann genau die Leute trifft, die wirklich berechtigt und mit einem konkreten Ziel und unter exakter Angabe des Mediums Rezensionsexemplare anfordern.

Naja, was soll's: ein berühmtes schwedisches Möbelhaus bietet weichholzige Tische, in die man seine Zähne vergrabenen kann, ohne dass das die eigene Kaufähigkeit darunter merklich leidet, in Massen an. Und selbige sind nicht wirklich teuer. Dafür taugt der Lack auch überhaupt nix, aber das ist ja egal. Hauptsache ist, dass die spärliche Oberflächenvergütung nicht irgendwann beschließt, aus Frust ob der Bisse besonders toxisch zu werden, denn das könnte die Gesundheit einiger veritabler Zeitgenossen in der Spieleszene deutlich beeinträchtigen :-))

Ciao,
Roman

Gewohnheitsrecht?

Verfasst: 23. Januar 2006, 10:28
von Franz-Benno Delonge
VolkiDU schrieb:
> ist das nach Jahren nicht ein Gewohnheitsrecht geworden? :lol:

Hallo VolkiDU,
nein! Das würde nämlich voraussetzen, dass der betreffende Anspruchsteller Arbeitnehmer, Mieter oder Frau ist.
Rechtspflegende Grüße
Benno

OT

Verfasst: 2. Februar 2006, 12:46
von Axel Bungart
Will nur ma' was testen....

Ein [b] Test [/b]