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1829 Mainline: Falsch gespielt?
Verfasst: 26. Februar 2006, 02:14
von Ralf Rechmann
Hallo,
wir haben heute (also gestern) 1829 Mainline in einer Zweierrunde angespielt und nach knapp 4 Stunden Spiel die Partie abgebrochen, weil mein Mitspieler so viel Geld pro Runde mehr erwirtschaftet hat, dass ich keine Chance mehr hatte da mitzuhalten.
Trotz dieser 4 Stunden bei der ersten Partie (Kennenlern-Faktor) ging das Spiel doch arg schleppend...
Mit dem wenigen privaten Startkapital kann man gerade eben eine Gesellschaft eröffnen. Die erwirschaftet in den ersten Runden ab so weit Einnahmen, dass die Gewinnausschüttungen noch weniger sind, weil ja noch nicht alle Aktion in Spielerhand. Im Gegenzug wächst das Betriebskapital der Gesellschaft immens, ohne dass man es vernünftig ausgeben könnte bei Bahnen, die eh nur neben dem Startbahnhof nur einen einzigen weiteren besitzen - und das sind nicht wenige bei 1829 Mainline.
Dann die Problematik, dass trotz der Patience-Auslage meist nicht die Aktien verfügbar sind, die sich gerade lohnen. Weil die erste Aktie auf gut Glück kaufen und dann hoffen, dass noch zwei weitere davon auftauchen und das Timing so ist, dass ich (oder der Mitspieler) die kaufen kann (sofern ausrechend Privatkapital vorhanden ist), ist pure Zockerei. Und wenn man da falsch spekuliert, liegt man ganz schnell hinten, während der Mitspieler Gesellschaften eröffnen und Gewinne einfährt. Also werden fleissig Aktien umsortiert zusammengelegt und weitere Betriebsrunden vergehen, bis man ausreichen Privatkapital zusammenhat, um die in einem Zug oder nach und nach zu kaufen - das dauert und bremst das Spiel arg aus!
Dann die Züge. Was bringen mir bessere Züge als 2er, wenn ich eh nur 2 Bahnhofsmarken inklusive Startfeld habe, also eh nur vom Startbahnhof den anderen Bahnhof anfahren kann? Bei der Gesellschaft mit Start in Manchester ist es sogar so, dass die nächste Stadt Preston genau ein Feld entfernt liegt und kein Weg dran vorbeiführt, so dass diese Gesellschaft seinen einen verbliebenden Marken zwangsläufig in Preston legen muss. Hat man dann noch die Marker aufgewertet, gibt es nicht mehr und nicht weniger als 100 Pfund pro Betriebsfahrt und bis die 2+2er Locks ins Spiel kommen, dauert es. Es dauert noch länger, weil es eigentlich keinen Grund gibt, die ganzen Locks vor den 2+2er zu kaufen, weil die nur ungenutzt auf Halde liegen.
Stimmt es wirklich, dass ich pro gelegtes Strecken-Hexfeld nichts zahle, ausser es sind Berge bzw. Flüsse auf dem Feld? Also quasi die Strecke grösstenteils kostenlos ist? Das hat teilweise dazu geführt, dass versucht wurde, in einer Betriebsphase möglichst viele gelbe Hexfelder zu legen, um bis zur nächsten Stadt möglichst viele kleine Bahnhofe mitzunehmen (ok, sind nur 10, aber besser als nichts, und in der Summe macht es sich dann bezahlt). Die Folge war, dass die gelben Hexfelder arg schnell zu neige gingen und die gerade benötigten eh nicht mehr da waren (besonders extrem bei leichten Kurven mit kleinem Bahnhof) und so neue Gesellschaften arge Probleme mit der Streckenführung hatten. Und gelbe Hexfelder kamen kaum wieder zurück ins Spiel, da es den Vorteil der Hexfeldaufwertug seltenst gab bzw. keine passenden grünen gegeben waren.
Die Spielepackung sagt was von 90 bis 180 Minuten, aber wir waren nach 4 Stunden gefühlsmässig immer noch in der Anfangsphase des Spiels: Die Aktionskurse konnten nicht mehr steigen, da nicht ausreichend Aktion der Gesellschaften in Spielerhand waren und so die Gewinnausschüttung nicht dem aktuellen Aktienwert entsprach. Dadurch lohnte es sich auch kaum Gesellschaften an die Bank zu verkaufen, da die so pro Betriebsrunde trotzdem noch mehr erwirtschaftet hatten als auf neue Gesellschaften zu setzen. Bahnenkauf war unnötig, da man die nicht einsetzen könnte, da mit zwei 2er Locks alle Strecken einer Gesellschaft befahrbar bei 3 Bahnhöfen. Warum dann eine 3er Lock kaufen? Also war auch da tote Hose angesagt!
Und eine Regellücke meine ich entdeckt zu haben: Was passiert mit dem Betriebskapital und den Locks, wenn ich Aktien an die Bank verkaufe und damit die Gesellschaft zu 100% in Besitz der Bank ist?
Trotzdem hat die Partie Lust nach mehr gemacht - aber wir müssen einfach irgendwas (oder eine ganze Menge) falsch gespielt haben, weil so schleppend darf sich ein Spiel einfach nicht spielen... bin da für jeden Tipp dankbar! :)
Thx/Bye
Ralf
PS: Habe mich mit der Original-Anleitung, der spielbox Errate und der Superfred-Rezenion, die schon fast eine Regelzusammenfassung ist, dem Spiel genähert. Teilweise werden da aber die Begriffe arg durcheinander geworfen, so dass es noch mehr verwirrt hat, als geholfen: Dorf, Haltestelle, kleiner Bahnhof, Stadt, grosser Bahnhof!?!
Re: 1829 Mainline: Falsch gespielt?
Verfasst: 26. Februar 2006, 10:35
von Ernst-Jürgen Ridder
Hallo Ralf,
so manche deiner Punkte sehe ich anders. Dabei muss ich zugeben, dass ich nur die Regel von 1829-Mainline betrachte und keine Kenntnisse aus anderen 18xx-Spielen verwerte:
Wieso sammelt eine Gesellschaft bei geringen Ausschüttungen an die Aktionäre ein immenses Betriebskapital an? Wird keine Dividende gezahlt, geht die ganze Einnahme an die Gesellschaft. Wird Dividende gezahlt, erhält jede Aktie 10% der Einnahme; da die nicht verkauften Aktien in der Bank sind, erhält in dem Fall die Gesellschaft selbst nichts, weil sie nicht die unverkauften eigenen Aktien hält.
Die Patience-Auslage finde ich eher spannend. Man muss ja keine Aktie einer Gesellschaft kaufen, die man nicht in Betrieb bringen kann. Bis zur nächsten Aktienrunde vergehen zwar 3 Betriebsrunden, die gehen aber doch schnell, wenn nur wenige Aktien verkauft sind.
Von den vier Gesellschaften, die außer dem Marker für die Basis nur noch einen Marker für einen weiteren Bahnhof haben, spielen im 2-er-Spiel nur zwei mit. So groß ist das Problem deshalb gar nicht. Zudem: Warum muss denn die L&Y mit Start in Manchester ihren einzigen freien Marker in die benachbarte Stadt Preston legen? Da gibt es keine Regel, die dazu zwingt. Preston kann mit Gelb 6 belegt und bis zu grau 51 aufgewertet werden. Den zweiten Marker kann die L&Y an geeignet erscheinender Stelle legen, solange diese eine nicht blockierte Verbindung zur Startbasis (weil einzige Basis vor Legen des zweiten Markers) hat; kein Zug der L&Y muss von der Startbasis aus diese Stelle auch erreichen können (letztere Beschränkung gilt nur beim Aufrüsten von Stationen).
Bessere Züge bringen erweiterte Fahrmöglichkeiten. Da auf der gesamten Strecke eines Zuges nur auf einer großen Station ein Marker liegen muss -kann auch irgendwo zwischendrin sein-, kann z.B. die L&Y mit einem 3-er Zug von Manchester über Preston nach Glasgow fahren, sofern zwischen Preston und Glasgow keine weitere große Station auf der Strecke liegt.
Wenn ich das zutreffend verstehe, behandelt ihr das Legen der gelben Schienenplättchen richtig. Mainline ist auf Fernstrecken angelegt, die Knappheit der Teile ist gewollt. Muss man halt sehen, wie man durch Aufwerten an schon liegende wieder dran kommt.
Der Kurs einer Aktie bei Zahlung einer Dividende hängt nicht von der Gewinnausschüttung auf in Spielerhand befindliche Aktien ab, sondern vom Einfahrergebnis der Gesellschaft. Wird Dividende gezahlt, steigt grundsätzlich der Kurs um eine Stufe, außer:
-das gesamte Einfahrergebnis ist niedriger als die Hälfte des aktuellen Kurses: Der Kurs bleibt unverändert,
-das gesamte Einfahrergebnis ist 2x, 3x oder 4x (oder mehr) so hoch wie der aktuelle Kurs, dann steigt der Kurs um 2, 3 oder 4 Stufen.
Beispiel: Eine Gesellschaft, von der sich nur 3 Aktien in Spielerhand befinden, der Rest sei noch unverkauft, hat einen aktuellen Kurs von 126 und ein Einfahrergebnis von 300. Es wird Dividende gezahlt. Auf jede der drei in Spielerhand befindliche Aktien werden 30, insgesamt also 90 und damit noch weniger als der aktuelle Kurs, ausgeschüttet. Die restlichen 210 des Einfahrergebnisses bleiben in der Bank. Da das Einfahrergebnis aber insgesamt 300 war, also mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs, steigt der Kurs um zwei Stufen auf 160.
Die vermeintliche Regellücke gibt es wohl eher nicht: Eine Gesellschaft, die in Betrieb gegangen ist, deren sämtliche Aktien sich dann aber in der Bank befinden, ruht; sie operiert nicht und ihr Kurs bleibt unverändert (s. Regelklarstellung aus der Spielbox). Betriebskapital und Loks behält sie, sie ruht ja nur, existiert aber noch mit ihrem Vermögen und Kurs. Die Leitung kann ja auch wieder in Spielerhand gelangen.
Ich hoffe, ein wenig geholfen zu haben.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Re: 1829 Mainline: Falsch gespielt?
Verfasst: 26. Februar 2006, 13:14
von Ralf Rechmann
Ernst-Jürgen Ridder schrieb:
> Wieso sammelt eine Gesellschaft bei geringen Ausschüttungen
> an die Aktionäre ein immenses Betriebskapital an? Wird keine
> Dividende gezahlt, geht die ganze Einnahme an die
> Gesellschaft. Wird Dividende gezahlt, erhält jede Aktie 10%
> der Einnahme; da die nicht verkauften Aktien in der Bank
> sind, erhält in dem Fall die Gesellschaft selbst nichts, weil
> sie nicht die unverkauften eigenen Aktien hält.
Dann haben wir hier klar falsch gespielt, da die Gesellschaften bei uns bei einer Ausschüttung immer den Rest von 100% der noch nicht in Spielerhand befindlichen Aktien erhalten hat, also auch bei einer Ausschüttung das Betriebskapital wuchs.
> Die Patience-Auslage finde ich eher spannend. Man muss ja
> keine Aktie einer Gesellschaft kaufen, die man nicht in
> Betrieb bringen kann. Bis zur nächsten Aktienrunde vergehen
> zwar 3 Betriebsrunden, die gehen aber doch schnell, wenn nur
> wenige Aktien verkauft sind.
Hier sollten wir wohl in Zukunft Einzelaktien vor der Gesellschaftseröffnung wohl lieber liegen lassen und warten, bis sich ein Stapel davon angesammelt hat.
> Bessere Züge bringen erweiterte Fahrmöglichkeiten. Da auf der
> gesamten Strecke eines Zuges nur auf einer großen Station ein
> Marker liegen muss -kann auch irgendwo zwischendrin sein-,
> kann z.B. die L&Y mit einem 3-er Zug von Manchester über
> Preston nach Glasgow fahren, sofern zwischen Preston und
> Glasgow keine weitere große Station auf der Strecke liegt.
Oh, dann markieren die Marker also nicht das Ende der Strecke, die man befahren kann? Deshalb hat das ganze Spiel mit unserer "Regel-Interpretation" nicht so recht funktioniert!
> Wenn ich das zutreffend verstehe, behandelt ihr das Legen der
> gelben Schienenplättchen richtig. Mainline ist auf
> Fernstrecken angelegt, die Knappheit der Teile ist gewollt.
> Muss man halt sehen, wie man durch Aufwerten an schon
> liegende wieder dran kommt.
Wobei ich eh zuerst eine arg unlukrative Strecke mit vielen kleinen Bahnhöfen gebaut hatte, um bei dieser falschen "nur von Marker zu Marker" Spielweise möglichst hohe Einnahmen zu bekommen.
> Der Kurs einer Aktie bei Zahlung einer Dividende hängt nicht
> von der Gewinnausschüttung auf in Spielerhand befindliche
> Aktien ab, sondern vom Einfahrergebnis der Gesellschaft. Wird
> Dividende gezahlt, steigt grundsätzlich der Kurs um eine
> Stufe, außer:
> -das gesamte Einfahrergebnis ist niedriger als die Hälfte des
> aktuellen Kurses: Der Kurs bleibt unverändert,
> -das gesamte Einfahrergebnis ist 2x, 3x oder 4x (oder mehr)
> so hoch wie der aktuelle Kurs, dann steigt der Kurs um 2, 3
> oder 4 Stufen.
> Beispiel: Eine Gesellschaft, von der sich nur 3 Aktien in
> Spielerhand befinden, der Rest sei noch unverkauft, hat einen
> aktuellen Kurs von 126 und ein Einfahrergebnis von 300. Es
> wird Dividende gezahlt. Auf jede der drei in Spielerhand
> befindliche Aktien werden 30, insgesamt also 90 und damit
> noch weniger als der aktuelle Kurs, ausgeschüttet. Die
> restlichen 210 des Einfahrergebnisses bleiben in der Bank. Da
> das Einfahrergebnis aber insgesamt 300 war, also mehr als
> doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs, steigt der Kurs um
> zwei Stufen auf 160.
Danke für das Beispiel. Jetzt ist klar: Wir haben es umgedreht und verdreht und damit völlig falsch gespielt!
> Die vermeintliche Regellücke gibt es wohl eher nicht: Eine
> Gesellschaft, die in Betrieb gegangen ist, deren sämtliche
> Aktien sich dann aber in der Bank befinden, ruht; sie
> operiert nicht und ihr Kurs bleibt unverändert (s.
> Regelklarstellung aus der Spielbox). Betriebskapital und Loks
> behält sie, sie ruht ja nur, existiert aber noch mit ihrem
> Vermögen und Kurs. Die Leitung kann ja auch wieder in
> Spielerhand gelangen.
Ok, auch das war dann bei uns falsch, weil wir die Züge "verschrottet" haben, also aus dem Spiel genommen und die Aktien der Bank zugeordnet hatten, getrennt von der Patience-Auslage, um die irgendwann mal (hätte wohl niemand gemacht!) zum aktuellen Kurswert wieder zurück zu kaufen! Das Betriebskapital haben wir direkt in die Bank eingeordnet...
> Ich hoffe, ein wenig geholfen zu haben.
Jip, ganz grosses Dankeschön. Jetzt ist etliches klarer. Besonders die Regelpassagen mit dem Bahnbetrieb muss ich mir nochmals ganz genau anschauen, weil da lief bei uns das Meiste daneben.
Aber ist schon erstaunlich, dass 1829 Mainline trotz dieser falschen Regelinterpretationen (Asche auf mein Haupt für unzureichende Vorbereitung, die ich durch "müsste so funktionieren" kompensiert habe!) seine Faszination noch entfalten konnte. Wie gut muss es erst sein, wenn ich es das nächste Mal dann richtig und regelkonform spiele? :)
Cu/Ralf
Re: 1829 Mainline: Falsch gespielt?
Verfasst: 26. Februar 2006, 19:15
von Ernst-Jürgen Ridder
Ralf Rechmann schrieb:
>
> Oh, dann markieren die Marker also nicht das Ende der Strecke, die man befahren kann?
Nein, siehe Regel 15 Abs. 2 Satz 2.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Re: 1829 Mainline: Falsch gespielt?
Verfasst: 27. Februar 2006, 10:04
von Ralf Arnemann
Ja tatsächlich: Falsch gespielt.
Und ich gebe zu, beim ersten Durchlesen dachte ich spontan: "Meine Güte, wie kann man nur SO viel falsch machen" ;-)
Aber kurzes Nachdenken zeigt schnell, daß diese Fehler sehr naheliegend sind, wenn man das Spielprinzip nicht kennt. Selbst als erfahrener 18xx-Freak wird man noch einige davon machen in der ersten Partie.
Es lohnt sich aber, sich durch diese Anfangsschwierigkeiten durchzubeißen, es ist wirklich ein gutes Spielsystem.
Die meisten Fragen hat Ernst-Jürgen schon beantwortet, nur noch einige Anmerkungen:
> Mit dem wenigen privaten Startkapital kann man
> gerade eben eine Gesellschaft eröffnen.
Man ist NICHT verpflichtet, alle Karten der Eröffnungshand zu kaufen. Und schon drei Aktien einer Gesellschaft (oder Direktor-Aktie plus eine weitere) reichen zur Eröffnung einer Gesellschaft.
Mit ein bißchen Glück kann man schon zu Spielstart zwei Gesellschaften eröffnen, ansonsten spätestens bei der zweiten Aktienrunde.
> Die erwirschaftet in den ersten Runden ab so weit
> Einnahmen, ...
Der Eindruck entstand wohl, weil Ihr nur zum Nachbarort gefahren seid. Für 18xx-Verhältnisse erwirtschaften die Gesellschaften schon sehr früh erfreulich hohe Beträge und lassen die Privatgesellschaften schnell hinter sich.
> Weil die erste Aktie auf gut Glück kaufen ...
Ist wohl schon klar geworden: Das sollte man nicht.
> Das hat teilweise dazu geführt, dass versucht
> wurde, in einer Betriebsphase möglichst viele
> gelbe Hexfelder zu legen, um bis zur nächsten
> Stadt möglichst viele kleine Bahnhofe mitzunehmen
Völlig richtig.
Das ist umgekehrt ein Schock für die "altgedienten" 18xx-Spieler: Hier kann eine Gesellschaft schon in der ersten Runde das halbe Brett bebauen und hohe Einnahmen erwirtschaften.
> Die Spielepackung sagt was von 90 bis 180
> Minuten ...
Das ist eine mutige Angabe. Ohne Computer-Unterstützung (und das ansonsten so hilfreiche Dirk-Clemens-Programm wird es für Mainline noch lange nicht geben, wenn überhaupt) halte ich das für nur schwer machbar.
Es hilft aber auf jeden Fall, wenn man nicht dauernd mit Bargeld rumfuddelt, sondern während der drei Betriebsphasen aufschreibt. Der Aktienbestand ändert sich ja während des Betriebs nicht, man kann dann vor der nächsten Aktienrunde kurz aufaddieren und mal Anzahl der Aktien nehmen, und schon hat man den neuen Barbestand.
Oft ändert sich auch das Einfahrergebnis einer Gesellschaft zwischen zwei Runden nicht - dann muß man nicht jedesmal neu auszählen, sondern nimmt einfach den notierten alten Wert.
Wer es noch einfacher haben will, bereitet sich ein Excel-Sheet vor und stellt den Laptop neben das Spielbrett, dann geht das Spiel deutlich flotter.
Re: 1829 Mainline: Falsch gespielt?
Verfasst: 27. Februar 2006, 11:57
von Ernst-Jürgen Ridder
Ralf Arnemann schrieb:
>
> Und schon drei Aktien einer Gesellschaft (oder
> Direktor-Aktie plus eine weitere) reichen zur Eröffnung einer
> Gesellschaft.
Hallo Ralf,
das würde ich jetzt aber nicht so sehen.
Laut Regel 5 Satz 1 müssen gekauft sein:
entweder: 3 Aktien (d.h. ganz normale Aktien)
oder: die Direktoren-Aktien (sind ja zwei "Aktien", wenn auch nur ein "Stück/Papier").
Davon, dass im Falle des Kaufs der Direktoren-Aktien noch eine weitere normale Aktie gekauft werden müsste, um die Gesellschaft in Betrieb zu bringen, ist da keine Rede. Das will doch klar sagen: Die Gesellschaft geht in Betrieb, wenn ihre Direktoren-Aktien gekauft sind; sie kann auch ohne gekaufte Direktoren-Aktien in Betrieb gehen, dann müssen aber drei normale Aktien gekauft sein.
Das ist, wie so manches bei Mainline, für "alte" 18xx-Spieler schon etwas gewöhnungsbedürftig. Das bedeutet ja aber auch, dass bis auf zwei keine Gesellschaft allein mit dem Kapital aus den Direktoren-Aktien aus eigener Kraft tatsächlich zum Fahren gebracht werden kann, weil sie sich keinen Zugkauf von der Bank leisten könnte. Das sieht natürlich schon wieder anders aus, wenn eine solche Gesellschaft von einer anderen, die schon in Betrieb ist, günstig einen Zug kaufen könnte, da ja bei dem Geschäft Preise bis runter zu 10 erlaubt sind. Für die abgebende Gesellschaft zwar kein Geschäft -für den Manager/Direktor aber vielleicht schon-, weil Züge nicht verschrottet werden und -gilt auch für 2-er Züge- für 180 an die Bank zurückverkauft werden können, man kann das ja aber aus strategischen Gründen trotzdem so wollen.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Re: 1829 Mainline: Nachfrage Züge-Verkauf
Verfasst: 27. Februar 2006, 14:06
von Ralf Rechmann
Ernst-Jürgen Ridder schrieb:
> Das sieht natürlich schon wieder
> anders aus, wenn eine solche Gesellschaft von einer anderen,
> die schon in Betrieb ist, günstig einen Zug kaufen könnte, da
> ja bei dem Geschäft Preise bis runter zu 10 erlaubt sind. Für
> die abgebende Gesellschaft zwar kein Geschäft -für den
> Manager/Direktor aber vielleicht schon-, weil Züge nicht
> verschrottet werden und -gilt auch für 2-er Züge- für 180 an
> die Bank zurückverkauft werden können, man kann das ja aber
> aus strategischen Gründen trotzdem so wollen.
Also kann ich mit einer wohlhabenden Gesellschaft Züge kaufen (gibt ja nur das 3er Limit pro Gesellschaft) und die dann billig an eine andere Gesellschaft verschachern und die kann den Zug für 180 dann wieder an die Bank verkaufen. Ist diese Art des Geldtransfers denn überhaupt vom Spiel gewollt oder hebelt es eher das Wirtschaftsgefüge aus?
Cu/Ralf
Re: 1829 Mainline: Nachfrage Züge-Verkauf
Verfasst: 27. Februar 2006, 14:41
von Ernst-Jürgen Ridder
Ralf Rechmann schrieb:
>
> Also kann ich mit einer wohlhabenden Gesellschaft Züge kaufen
> (gibt ja nur das 3er Limit pro Gesellschaft) und die dann
> billig an eine andere Gesellschaft verschachern und die kann
> den Zug für 180 dann wieder an die Bank verkaufen. Ist diese
> Art des Geldtransfers denn überhaupt vom Spiel gewollt oder
> hebelt es eher das Wirtschaftsgefüge aus?
>
Hallo Ralf,
regeltechnisch erlaubt ist das. Fraglich nur, wann es spieltaktisch sinnvoll ist. Für die abgebende Gesellschaft ist es jedenfalls ein Verlustgeschäft, wenn sie einen Zug für unter 180 verkauft.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Re: 1829 Mainline: Falsch gespielt?
Verfasst: 27. Februar 2006, 17:26
von Ralf Arnemann
> Davon, dass im Falle des Kaufs der Direktoren-Aktien
> noch eine weitere normale Aktie gekauft werden
> müsste, um die Gesellschaft in Betrieb zu bringen, ist
> da keine Rede.
Du hast völlig recht.
Ich hatte das nur so als "sinnvoll" in Erinnerung, weil die meisten Gesellschaften zu Spielstart (davon war ja die Rede) erst ab der dritten Aktie Geld für einen Lokkauf haben.