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Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 15:58
von peer
Hi,
also bei mir ist es so: Wenn ein neues Spiel ein Thema hat, was es in der Qualität noch nicht gegeben hat, dann bin ich interessiert. Dabei hab ich ganz wenig Lieblingsthemen sondern liebe mehr die Vielfalt, das Neue, die Abwechslung.
Mindestens ein Spieler aus meiner Spielrunde hat dagegen eine Affinität zum Mittelalter: Mittelalterspiele sind für ihn erstmal interessanter, als irgendwelche Randthemen... (Ganz konkret ging es da um einen Protoytpen mit dem Thema "Rennen zum Südpol", bei dem es hieß "Gutes Spiel, vielleicht abgesehen vom merkwüdigen Thema").
Wie ist das bei euch? Natürlich ist das Spiel selbst in der Regel wichtiger als diethematische Verpackung (bei abstrakten Spielen sowieso), aber: Habt ihr lieber eure Lieblingsthemen (Mitelalter, piraten, Cowboys + Indianer, wasauchimmer) oder seid ihr mehr für eine große Streuung der Spielethemen?
ciao
peer
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 16:06
von Christian Daus
Hi Peer,
gerade die Vielfalt an Themen macht doch das Spielen interessant. Immer nur ein Thema wäre langweilig. Genauso wie immer nur ein Mechanismus in hundert verschiedenmen Themen.
Gruß
Christian ("Rennen zu Südpol ist" habe ich aber trotz des guten Themas nie gewinnen können)
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 16:11
von Carsten Wesel | FAIRspielt.de
peer schrieb:
>
> Habt ihr lieber eure Lieblingsthemen
> (Mitelalter, piraten, Cowboys + Indianer, wasauchimmer) oder
> seid ihr mehr für eine große Streuung der Spielethemen?
[b]wasauchimmer[/b] klingt gut. Der erkenne ich meine Vorlieben. ;-)
Obwohl: Wenn das "Rennen zum Südpol" unter "Virenattacke auf den Zentralnerv" erscheinen würde, müsste ich schon überzeugt werden, daß hinter diesem Titel ein ordentliches Spiel steckt.
Gruß Carsten (der gestern wasauchimmer gespielt und verloren hat)
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 16:57
von Stefan/Norddt. Spielekultur
Hi,
das wichtigste ist aus meiner Sicht, dass das Thema auch zum Spiel passt. Und "aufgesetzt" sollte das Thema in keinem Fall wirken - dann lieber ein "ehrliches" abstraktes Spiel. In der Regel sind aber die Themen austauschbar (besser: veränderbar, übertragbar), so dass nichts gegen eine Themen-Vielfalt spricht.
Ob bspw. Capitol als Mehrheitenspiel reinsten Wassers ausgerechnet in Rom und nicht im Weltall spielen musste? Konnte um Reifenbreite nicht auch ein Hexenrennen sein? usw.
Wenn ein eher konservativer Mechanismus nur ein "spaciges" Thema bekommt, taugt das alles nicht, auch wenn der Mechanismus mit einem passigen Thema vielleicht noch Spaß bringen würde.
Stefan
sorry - Anmerkung gehört zum Haupt-Thread
Verfasst: 9. März 2006, 16:58
von Stefan/Norddt. Spielekultur
-
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 17:02
von Frank Schaubrenner
irgendwie
gehöre ich zu den Leuten denen das Thema ziemlich egal ist, sowohl beim Bastlen als auch beim Spielen,
zu erkennen an meiner Vorlibe zu Mü, Billabong Forum Romanum etc. eigentlich rein abstrackte Spiele :-)
wobei wenn ich ne Vorliebe nennen würde,
roboter
und Morbide, Fieses und Schwarhumoriges oder wie man das nennen soll (wenn es da dann auch die "guten" Spiele dazu gibt)
drum fände ich Angriff aufs ZNS interessanter als ein Rennen zum Südpol, (wobei dieses Thema auch unschöne Komponenten haben kann... :-) )
Gruss
Frank
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 17:10
von Heinrich Tegethoff
Hallo Stefan,
Stefan/Norddt. Spielekultur schrieb:
> Ob bspw. Capitol als Mehrheitenspiel reinsten Wassers
> ausgerechnet in Rom und nicht im Weltall spielen musste?
> Konnte um Reifenbreite nicht auch ein Hexenrennen sein? usw.
nein, konnte es nicht, da ein wesentliches Element des Spiels das
Fahren im Windschatten ist, was erst einmal wirklich nur zum Radfahren
passt. Klar, irgendwie findet sich auch ein anderes Thema zu dem
Mechanismus, aber so wirkte es passend.
Servus,
Heinz
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 17:27
von Olivier Boss
Hallo Peer
Ich habe ein Liebingsthema: Alles was mit Aufbau einer Zivilisation zu tun hat, fasziniert mich. Dabei spielt es keine Rolle, inwelchem Zeitalter das Spiel angesiedelt ist: Ob Antike, Mitterlalter, Neuzeit, Gegenwart oder Zunkunft.
Neulich stellte ich fest, dass alles was mit Rennen zu tun, ich auch gerne spiele. Dabei kann es sich von verschiedene Arten von Rennen handeln: Hase&Igel, Roborally, Finstere Flure, Um Reifenbreite, Ben Hur, Billabong, ....
Das heisst jetzt nicht, alle anderen Themen interessieren mich nicht. Besonders ausgefallene Themen wie dein "Rennen zum Suedpol", das Buerokratiespiel vom Bewitched Verlag oder auch haeufig Themen, die FF verlegt, wecken mein Interesse.
Tschuess
Olivier
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 18:01
von Arby
Heinrich Tegethoff schrieb:
> > Konnte um Reifenbreite nicht auch ein Hexenrennen sein? usw.
>
> nein, konnte es nicht, da ein wesentliches Element des Spiels
> das Fahren im Windschatten ist, ...
Naja, Hexen können sicherlich auch für's Fliegen den Windschatten ausnutzen. Aber es gibt ja noch andere Mechanismen in "Um Reifenbreite", die sich auf Rennbesen nicht übertragen ließen, wie z.B. Kopfsteinpflaster, bergauf oder -ab fahren.
Und um selbst was zum Thema beizutragen: Ich habe selbst nichts gegen Themenvielfalt, aber es gibt ein paar wenige Themen, die stoßen mich von vorneherein ab (Eroberung a la Risiko, Dippy) und ein paar wenige, die ziehen mich magisch an (Eisenbahn, Weltraum) und bin - gerade was meine Vorlieben angeht - mit Sicherheit nicht alleine.
Es soll beim Thema Eisenbahn zuweilen Spiele geben, da ist die komplette Erstauflage schon vorbestellt ergo vergriffen, bevor es überhaupt auf dem Markt erschienen ist (bei Railroad Dice war das z.B. annähernd so).
Gruß,
Ralf "Arby" Brostedt (der extra einen neuen - größeren - Küchentisch angeschafft hat, um endlich RRT spielen zu können, wegen Umzugs bisher aber trotzdem noch nicht dazu gekommen ist)
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 9. März 2006, 19:46
von Andreas Kwasniak
Hallo Peer,
ich bin auch ein sehr neugieriger Mensch, da kann es einem schon mal passieren das man spielerisch zum Rüstungsfabrikanten, Kriegstreiber, Massenmörder, Sklavendhändler, fieser Freibeuter oder Rinderzüchter mutiert und wenn das Spiel gar richtig gut gemacht ist, zum Wiederholungstäter wird. Dabei helfen einem die Spiele natürlich mit irgendeiner gearteten Form von Distanz. Wie schnell wird da mal ein Pöppelvolk ausgelöscht, was für sonst friedliebende Menschen natürlich irgendwie merkwürdig ist, aber vielleicht ja gerade darum. Als Vegetarier sind Rinderfarmen für mich überflüssig , aber wenn einer mit mir gerne Rinder züchten will, warum nicht auch das. Nun arbeite ich gerade an einer brandneuen Spielidee, die mich im echten Leben eher so gar nicht anspricht oder vielleicht doch? Soweit, Andreas
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 10. März 2006, 00:18
von Roman Pelek
Hi Peer,
peer schrieb:
> also bei mir ist es so: Wenn ein neues Spiel ein Thema hat,
> was es in der Qualität noch nicht gegeben hat, dann bin ich
> interessiert.
Genau - und davon lebt doch auch u. a. Friedemann recht gut, oder? ;-)
> Dabei hab ich ganz wenig Lieblingsthemen
> sondern liebe mehr die Vielfalt, das Neue, die Abwechslung.
Sagen wir's so: ich hatte mal Lieblingsthemen, die ich irgendwie aus der Kindheit 'rübergerettet hab. Das eine hieß Mittelalter, das andere Mare Mediterranum, das dritte Kosmos (nein, nicht der Verlag). Den Spaß an hochwohlgeborenen Rittern und edlen Burgfräulein sowie dem Swimmingpool zwischen Casablanca und Istanbul als Thema hat man mir erfolgreich ausgetrieben - jegliche Lieblingsmahlzeit kommt einem halt irgendwann zum Hals raus, wenn man sie jeden zweiten Tag serviert bekommt. Und das Weltall - naja, diese unendlichen Weiten sind wohl derzeit nicht so en vogue. Zumindest bis mal wieder jemand bemannte Harakiri-Unternehmen gen Mars schickt. Derzeit haben wir anscheinend die 60er/70er-Jahre-Romantik bzgl. dieses Themas hinter uns.
> Mindestens ein Spieler aus meiner Spielrunde hat dagegen eine
> Affinität zum Mittelalter: Mittelalterspiele sind für ihn
> erstmal interessanter, als irgendwelche Randthemen... (Ganz
> konkret ging es da um einen Protoytpen mit dem Thema "Rennen
> zum Südpol", bei dem es hieß "Gutes Spiel, vielleicht
> abgesehen vom merkwüdigen Thema").
Naja, dann haben die Verlage doch Recht, dass sie solche Themen wie z. B. Mittelalter lieber ausschlachten, oder? 8-)
> Wie ist das bei euch? Natürlich ist das Spiel selbst in der
> Regel wichtiger als diethematische Verpackung (bei abstrakten
> Spielen sowieso), aber: Habt ihr lieber eure Lieblingsthemen
> (Mitelalter, piraten, Cowboys + Indianer, wasauchimmer) oder
> seid ihr mehr für eine große Streuung der Spielethemen?
Ich persönlich liebe eine Themenvielfalt und bin ob Übersättigung sicher anfällig für schräge Themen. Ich begrüße jedes Exemplar dieser Gattung gerne mit Handschlag. Was allerdings nichts daran ändert, dass die meisten herausragenden Spiele m. E. sich in ein sehr biederes Gewand kleiden und viele thematisch schräge Spiele damit ihre Unzulänglichkeiten maximal innerhalb der Szene erfolgreich kaschieren.
Ciao,
Roman (was mich daran erinnert, dass ich mir eigentlich mal die "Reeperbahn" anschauen wollte - im spielerischen Sinne natürlich *hüstel*)
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 10. März 2006, 18:29
von Wolfram Püchert alias WeePee
Themen, die mich mehr interessieren:
- Fantasy
- Geschichte (Steinzeit, Römisches Reich, Mittelalter, Napoleonische Zeit, bis einschließlich 2. Weltkrieg)
Themen, die mich nicht interessieren:
- Reine Geldspiele
- Science Fiction (obwohl ich absoluter ScienceFiction-Filme Fan bin)
Spielemechaniken, die mich mehr interessieren:
- Konflikte
- Taktisches Wettrennen
- Aufbau
Schielemechaniken, die mich weniger interessieren:
- Reine Glücksspiele
- Abstrakte Kartenspiele mit dubiosen Regeln
Spieleoutfits, die mich mehr interessieren:
- Figurenintensive Spiele
- Schöne Kartenoptik
- Große Spielpläne mit Landkarten
Spieleoutfits, die mich weniger interessieren:
- Bauklötze
- Spiele mit Plastikelementen ungleich Figuren
- 3-dimensionale Spielfelder
- Abstrahierte Darstellungsformen
Re: Themen alt oder neu?
Verfasst: 13. März 2006, 10:02
von Martin L. Beiwerk
Hallo peer!
Es gibt schon Themen, die interessanter klingen, als andere. Aber grundsätzlich versuche ich hier neutral zu sein und auch gegenüber außergewöhnlichen Themen offen. Wäre ich das nicht, dann hätte ich schon einige gute Spiele aufgrund eines scheinbar langweiligen Themas nie kennengelernt: Funkenschlag (Stromnetze), Fürsten von Florenz (Kunstwerke erschaffen), Puerto Rico (Plantagen bewirtschaften) usw.
Normalerweise bevorzuge ich Spiele, bei denen sich Mechanik/Regeln und Thema die Waage halten.
Gute Mechanik/Regeln, wenig Thema ==> zu abstrakt für mich (Schach, Go, Dame usw.)
Viel Thema, schlechte Mechanik/Regeln ==> Wiederspielwert sinkt für mich sehr schnell ab (z.B. einige Days of Wonder Spiele wie Geheimnis der Abtei, Schatten über Camelot)
Martin L. Beiwerk (der gerne auch zugibt, dass er für Schach zu doof ist) :-)