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gute Spiele /PERSÖNLICHER Spielreiz gegen 0

Verfasst: 10. April 2006, 17:10
von Frank Schaubrenner
Huhu,
(Bin mir nicht sicher ob die Überschrift richtig passt, aber irgendwie ist mir nichts passendes Eingefallen, was den Überschriftentext nicht noch mehr aufgeblasen hätte.)

hier geht es mir um eine persönliche Beobachtung, die mir bei mir immer öfter auffällt.

Es geht dabei nicht um Spiele die hoch bewertet werden, mir aber noch nie zugesagt haben (z.B. Funkenschlag, Game of Thornes), oder um Spiele an denen ich mich ganz klar überspielt habe (z.B. Puerto Rico, Siedler und Carcassonne), oder auch Spiele die ich in einer ganz bestimmten Konstellation geliebt habe (z.B. Sticheln, Grand Prix) .

Es geht mir um Spiele die ich teilweise 1 mal teilweise auch 10 oder 20 mal gespielt habe, bei denen ich oft mit anderen Meinungen konform gehe und ich sage, "Wow, dass ist ein tolles/Top/sehr gutes" Spiel, das muss ich noch mal ausprobieren/spielen" ,
ich aber tiefste Abneigung empfinde es aus dem Regal zu ziehen, wenn es um die Auswahl für das nächste Spieletreffen, oder Spielerunde geht.

Es sind teilweise Spiele die ich auch heute noch zu meinen Top 10-20 zähle, bei denen ich mich wenn ich es kritisch betrachte teilweise seit Jahren streube sie wieder anzutesten und dennoch von alten Runden schwärme *grübel*(<--- fällt mir gerade so auf.)
Beispiele gefällig?
Euphrat und Tigris
Ursuppe
Cosmic Encounter (seit neustem wieder im Regal)
Fürsten v F.
Händler und H. von Genua
El Grande
Löwenherz
Caylus
Antike
Byzantinum
Niagara
Frisch Fisch
einige Kartenspiele

Ich kann bei fast keinem der Spiele explizit sagen woran es genau liegt...


Andere Spiele denen es ähnlich erging, sind heute wieder bei jedem Spieletreffen dabei (z.B. Medici, Merchant of Venus, Capone und seit dem letzen Treffen wohl auch Modern Art)

Ich bin mir sicher es geht nicht um die Spieldauer oder darum, dass sie zu regellastig oder zu komplex sind.
Ich Spiele zwar inzwischen hauptsächlich Mittelgewichte bis Leichtgewichte, wie (ZuZ, Transamerica, Tadsch Mahal, Cartagena, Alhambra, Tichu...) mit mittlerer Spieldauer.
Freue mich aber auch immer wieder über eine Partie Wallenstein, Kreml, Zepter/Outpost, seit nicht allzu langer Zeit - Titan,... (Macher würde ich mich auch freuen komme, aber irgendwie nicht dazu)

Irgendwie ergibt das für mich keinen Sinn,
kennt ihr sowas auch, oder habt ihr ne Idee woran das liegen kann *g*, oder ob das sogar heilbar ist :-)) ?
Habt ihr auch so merkwürdig Macken, die teilweise die Spielauswahl, gelinde gesagt erschwehren?

(Spielepsychologen an die Front :-), vorneweg kann ich sagen, es liegt nicht an irgendwelchen schlimmen "frühspielerischen" Erfahrungen mit diesen Spielen ;-) .)

grübelnde Grüsse
Frank

Re: gute Spiele /PERSÖNLICHER Spielreiz gegen 0

Verfasst: 10. April 2006, 17:44
von Mike
Hallo Frank,

wenn ich jetzt Folgendes schreibe, dann zieh ich mir wieder den Unmut von ein paar Hardcore-Sammlern zu, aber ich sag's mal wie es ist: Du hast zuviele Spiele! Das ist wie mit den Männern, die den Schrank voll Hemden hängen haben und nicht wissen, welches sie anziehen sollen oder wie mit den Frauen, die den Schuhschrank voll toller Gamaschen haben und auch keines zum Anziehen finden.
Das sind alles Ableger der Überflussgesellschaft.

Nimm Dir ein Beispiel an den tausenden von Schachspielern (der vielen Schachclubs). Die stehen vor keinem Regal und müssen auch nichts aussuchen...und die haben ne Menge Spass an EINEM Spiel. Oder die Skatspieler oder die Schafkopfspieler...
Nur der allgemeine Brettspieler hat solche 'Macken', steht vor dem Wald und sieht die Bäume nicht. Das ist fast so wie bei Kindern, die das ganze Kinderzimmer voll mit tollen Spielsachen haben und dann zu Mutti rennen und klagen, dass sie sich langweilen. Ähnlich ist es auch mit Computer- und Videospielen, wo die Halbwertszeit ungefähr so groß ist, wie die Installationsroutine dauert.

Mal Spaß beiseite: Freilich hat man irgendwann mal ein Spiel über oder es passt nicht zur gegenwärtigen Stimmung. Da ist doch nichts Ungewöhnliches dabei. Spiele die Sachen, wonach Dir der Bauch ist und lass den Kopf Kopf sein. Lohnt nicht drüber nachzudenken. Nur wenn Deine Sammlung so groß ist, dass Du wirklich vor lauter Spiele DAS Spiel nicht siehst, welches Du gerne spielen möchtest, dann lass sie gesundschrumpfen (und üb mal Enthaltsamkeit in punkto Zuwachs). Denn weniger ist of mehr.

Viel Spaß beim Aussuchen Deines nächsten Spieles.
Mike

Re: gute Spiele /PERSÖNLICHER Spielreiz gegen 0

Verfasst: 10. April 2006, 17:48
von Matthias Prinz
Hallo Frank,
das kenne ich nur zu gut.

Bei mir ist es vor allem
Siedler - Städte und Ritter. Da hatte ich mich eigentlich alles andere als totgespielt, aber irgendwie gibt es soviele andere Spiele, die immer dann doch einem weiteren Siedler vorziehe.

Aber auch Krone & Schwert, das mir an sich gut gefällt, dennoch erst ein paar Mal gespielt, weils irgendwie...naja, halt doch immer was besseres gibt.

Ich würde aber auch noch zwei Kategorien ergänzen:
1. Spiele, die man nach längerer Zeit wieder "neu" entdeckt: In meiner Spielerunde ist jetzt wieder RA top aktuell.

2. Spiele, die man nicht ganz durchschaut hat, aber dennoch eine weitere Partie scheut: Ich kann z.B. keinem mehr Fifth Avenue andrehen, obwohl ich wirklich mal wieder gerne eine Partie riskieren würde. oder "Das Amulett", bei dem wir ein Spieletrauma haben, nachdem das Spiel nach 1 Stunde erklären nach 20 Minuten zu Ende war.

Viele Grüße
- Matthias

keine grosse Sammlung :-)

Verfasst: 10. April 2006, 17:57
von Frank Schaubrenner
huhu Mike
thnx für den Ansatz :-)

Hardcoresammeln mit Beginn des Studiums aufgegeben und auf deutlich unter hundert reduziert, bis auf einige Nostalgieperlen (wie eben das Cosmic, dass ich wieder "geschenkt" bekommen habe) besitze ich die meisten der Aufgezählten Spiele nicht mehr :-),
*sing* "beim ersten Mal (Spielerverkauf) tuts noch weh"

Das ändert natürlich nichts daran, dass ich die Spiele kenne und zumindest einmal mit grösstem Genuss gespielt habe :-).

Schachspieler sind nur bedingt ein gutes Beispiel, wenn ich im Laden, in dem ich einmal im Jahr aushelfe an die Gespräch mit den Schachspielern denke die Schachfiguren "sammeln", dann ist das ne ganz neue Qualität,...
(50 Mal das gleiche Spiel ;-) ) insbesondere wenn man dann sieht, mit welcher Hingabe sie 40 weitere Spiele betrachten um sich dann für das 41te im Schaufenster zu nehmen,.. in diesem Sinne sind dies sicher auch Spieler und kein gutes Beispiel :))

Ich sehe dummerweise ja den Wald, das ist ja das was mich wundert, kann mich teilweise noch an die letzte Partie erinnern und wie spannend sie war (oder ähnliches), aber der Anreiz nochmal dieses oder jenes Spiel zu spielen ist (evtl mit der Spielpause ? ) absolut verflogen.

Thnx für die Antwort

Gruss
Frank

Schach/Skat usw. imho nicht vergleichbar

Verfasst: 10. April 2006, 18:38
von Tyrfing
Ich denke Schach ist ein denkbar ungünstiger Vergleich, ebenso Go oder ähnlich komplexe Spiele.
Dort ist das Spiel so komplex, dass man das ganze durchaus "nie" zuendespielt, wenn man regelmässig spielt.

Für Skat gilt das zwar in etwa auch, immerhin gibt es eine rechnerisch relativ viele Kombinationsmöglichkeiten, aber da sehe ich viele "ähnliche Spiele".
Ausserdem gehts (zumindest bei uns) bei den meisten Skatrunden doch eher um das miteinander, das Bierchen nebenher, den "Tratsch" drumherum usw.

Schach spielt man (zumindest ich) dann sehr in mich gekehrt.

Ich muss mich ganz klar zu der "zuviele Spiele"-Fraktion zählen, ich habe momentan mehrere Spiele, die ich noch nicht gespielt habe (mangels Gelegenheit).
Dennoch mag ich die Vielfalt ganz gerne.

Noch was persöhnliches:
Ich bin dir etwas "böse" (nicht zu wörtlich nehmen), wenn du "Tadsch Mahal" und "Zug um Zug" als "mittel bis leichtgewichtig" einordnest.
Beide finde ich sehr schön und auch Einsteigerfreundlich - zugegeben. Das trifft auf Niagara z.B aber auch zu.
Kurz: Da bin ich anderer Meinung - aber was wäre die Welt auch langweilig, wenn man immer derselben Meinung wäre ;)

finde ich auch schön :-)

Verfasst: 10. April 2006, 18:46
von Frank Schaubrenner
ich mochte Zuz nicht so, aber seit Europa kommt es immer wieder auf den Tisch,
für mich sind eben irgendwelche Strategiehämmer oder meist lang dauernde Spiele eher Schwergewichte,
Tadsch Mahal ZuZ Alhambra etc Mittelgewichte, was nichts über ihre spielerische Qualität an sich aussagen soll, sondern eher über die Kompexität (sorry finde grade keine einfach schlüssige andere Erklärung :-) )

Gruss
Frank
der diese Spiele ja aufgezählt hat weil er sie gut findet und auch noch gerne spielt :-)

Re: gute Spiele /PERSÖNLICHER Spielreiz gegen 0

Verfasst: 10. April 2006, 20:50
von Richard van Vugt | GAMEPACK.nl
...die 20 Minuten haben dann doch sicher Spaß gemacht, oder? ;-)
Aber mal ernst, wer braucht eine Stunde um so ein 'Spielchen' zu erklären? Da muß doch was schief gelaufen sein!

Mit freundlichen Grüßen,
Richard van Vugt
der aus der ersten Kategorie 'Vinci' wieder gerne spielt

www.gamepack.nl

Re: gute Spiele /PERSÖNLICHER Spielreiz gegen 0

Verfasst: 11. April 2006, 12:05
von Chris
Vermutlich scheust du dich vor den Mühen des Spiels... So eine Partie Löwenherz ist ja auch spannend, aber auch ganz schön anstrengend und konfliktreich. Da greift man halt dann doch lieber zu leichterer Kost um den Abend friedlicher zu gestalten, oder?
Vielleicht hast du aber auch die letzte Partie mühsam gewonnen und möchtest jetzt keine Niederlage einfahren...

psychoanalytische Grüße
Chris