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Augsburg 1520

Verfasst: 25. Mai 2006, 17:50
von Holger
Hallo

Ich wundere mich, dass noch nicht ein Beitrag zu diesem Spiel gepostet wurde.
Mal abgesehen ob es als 2er Spiel lohnt.
Ich habe mir dieses Spiel blind nach erscheinen gekauft und bisher 2x in einer 4 Personen- Formation spielen dürfen.
Fazit, mir gefällt´s, aber........
Meiner Meinung nach ist der Spannungsbogen sehr kurz, da die erste Stufe der Adelsbriefe und der Wappen fast uneinholbar ist und die letzte Versteigerung bei Maximilian schlecht austariert wirkt.
Gut, das Erreichen der Kirche und des Doms sollte man auch nicht vernachlässigen.

Ist euch ähnliches aufgefallen oder vielleicht sogar schon eine Verbesserung bzw. Modifikation eingefallen?

Und, kann das Spiel als 2er Spiel funktionieren?

MfG
Holger
(der den Mechanismus des Spiels zwar interessant findet, aber fürchtet, dass der Wiederspielreiz ausbleibt. Wäre schade)

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 25. Mai 2006, 18:13
von Jan Mirko Lüder
Hallo Holger,

da irrst du ein wenig, denn Peer hat vor kurzer Zeit schon ein PEEP zum Spiel verfasst. ;-)

Den Thread findest du hier: http://tinyurl.com/jeywk

Zum Spiel selbst kann ich leider nichts sagen - außer das es ganz hübsch aussieht - da ich es noch nicht gespielt habe. Allerdings habe ich es im Spielbrett (Spieleladen in Berlin) mal unter die Lupe genommen, um zu wissen, ob ich das Spiel haben möchte oder nicht. Die Entscheidung ist schon getroffen, denn Czarnès Grafik gefällt mir wie immer sehr gut und Sankt Petersburg wird in meinem Spielekreis sehr gerne und oft gespielt. Ich bin also schon sehr neugierig...

Spielerisch grüßt
Mirko

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 25. Mai 2006, 18:20
von Holger
Stimmt, den Thread habie ich überlesen, sorry!

aber die Reaktionen sind eher gering, verglichen mit anderen Spielen.

Holger

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 25. Mai 2006, 18:43
von St. Brück/alea
Holger schrieb:
.
.
.
> Meiner Meinung nach ist der Spannungsbogen sehr kurz, da die
> erste Stufe der Adelsbriefe und der Wappen fast uneinholbar
> ist

Wie meinst du das?
Der erste Adelsbrief ist 5 wert, der nächste immer noch 4 usw. Was daran ist "nicht mehr einholbar"?

> und die letzte Versteigerung bei Maximilian schlecht
> austariert wirkt.

Wie kann eine _Versteigerung_ schlecht austariert sein? Kannst du das mal konkretisieren?

> Und, kann das Spiel als 2er Spiel funktionieren?

Allerdings! Bestens sogar... ;o) Probier es doch einfach einmal aus...
Die Gebote haben zu 2t einen ganz anderen Charakter; die Wahl der Privileg-Karten, die Karten, die der andere neu erhält und so weiter...

vG
Stefan

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 25. Mai 2006, 19:09
von Holger
Hallo Stefan
> .
> .
> .
>
> Wie meinst du das?
> Der erste Adelsbrief ist 5 wert, der nächste immer noch 4
> usw. Was daran ist "nicht mehr einholbar"?

Bei 4 Spielern ist es uns passiert, dass der Führende die 12 Punkte Tafel + das erste Wappen und den teuersten Adelsbrief bekam. . Die 9 Punkte vom Wappen und dem Adelsbrief sind bei 6 Runden, wobei diese Rechte schon in der 2. Runde erworben wurden , m.E. nicht mehr einholbar.
>
>
>
> Wie kann eine _Versteigerung_ schlecht austariert sein?
> Kannst du das mal konkretisieren?
>
Ja, kann ich.
Als führender in der Endrunde, brauche ich meine Karten nur für die Maximillian -Versteigerung anfheben. So kann ich mir allein schon durch die Kartenmenge die Versteigerung gewinnen.
Ich brauche somit nur 1 hohe Karte oder die absolute Mehrheit, so dass die letzte Runde eigentlich überflüssig scheint.
Ist uns gestern so passiert. Der Führende bot 9 ! Karten und hat die ersten Versteigerungen so an sich vorbei ziehen lassen.


>
> Allerdings! Bestens sogar... ;o) Probier es doch einfach
> einmal aus...
> Die Gebote haben zu 2t einen ganz anderen Charakter; die Wahl
> der Privileg-Karten, die Karten, die der andere neu erhält
> und so weiter...
>
Werde ich mal versuchen. aber Versteigerungen und 2 Personen, paßt das? Oder kann man vielleicht eine "Krücke" einbauen wie bei "Fifth Avenue"?

Trotzdem ist Augsburg ein für mich schönes Spiel, wobei für mich noch eine weitere Ebene fehlt

Verspielete Grüße
Holger

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 25. Mai 2006, 19:58
von Michael Schlepphorst
Holger schrieb:
>
> Bei 4 Spielern ist es uns passiert, dass der Führende die 12
> Punkte Tafel + das erste Wappen und den teuersten Adelsbrief
> bekam. . Die 9 Punkte vom Wappen und dem Adelsbrief sind bei
> 6 Runden, wobei diese Rechte schon in der 2. Runde erworben
> wurden , m.E. nicht mehr einholbar.

Verstehe ich irgendwie nicht. Die anderen könne ja auch Adelsbriefe und Wappen erbeuten. Wenn auch nicht mehr ganz so wertvolle. Aber dieser Punktunterschied ist doch nicht so groß.
Und das 12 Punkte-Plättchen sollte er als Führender ja nun auch nicht all zu lange behalten. Schließlich kann man in diesem Spiel ja auch sehr gut gegen den Führenden spielen. Wenn man dies natürlich nicht tut, kann es schwer sein einen wieder einzuholen. Aber dann hätten die anderen Spieler eben einen Fehler gemacht.

Wo ich Dir Recht gebe ist bei der letzten Runde. Ein wenig schade finde ich, dass weder Geld noch übrigbehaltene Schuldscheine am Ende nix mehr zählen. So kauft sich jeder in der letzten Runde für das ganze Geld möglichst viele Schuldscheine und kann dann bei Maximilian alle übrigen bieten. Allerdings kann es ja auch sinnvoll schon in den vorherigen Auktionen zuzuschlagen, wenn es das Adels-Privileg eben nicht auf jeder Privilegien-Karte gibt. Dann macht das Warten auf die Maximilian-Versteigerung ja keinen Sinn mehr ...

Grüße

Michael, dessen bisherige zwei Partien sehr verheißungsvoll waren ...

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 00:36
von Kathrin Nos
Hallo Holger,

Holger schrieb:
> Ich wundere mich, dass noch nicht ein Beitrag zu diesem Spiel
> gepostet wurde.

Nun ja, sooo lange ist es noch nicht verfügbar...

> Meiner Meinung nach ist der Spannungsbogen sehr kurz, da die
> erste Stufe der Adelsbriefe und der Wappen fast uneinholbar
> ist und die letzte Versteigerung bei Maximilian schlecht
> austariert wirkt.

Beide Bemerkungen verstehe ich nicht ganz bzw. bin anderer Ansicht. Zum einen ist es so, dass wer sich früh stark im Bereich Adel engagiert, es schwer haben wird, die Kirche rechtzeitig zu errichten. In meinen beiden bisherigen Partien hat jeweils jemand gewonnen, der in den ersten Runden eher unscheinbar war. Frühes Engagement im Adel war im einen Fall ganz hart an der 25 Punktemarke gescheitert (hatte den entsprechenden Spieler 11 Siegpunkte gekostet), und auch den Dom konnte dieser Spieler nicht errichten.

Die letzte Versteigerung bei Maximilian ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar hat es jemand mit sehr vielen Karten natürlich leichter, diese zu gewinnen. Andererseits hat dieser bei den Privilegienkarten keine Auswahl mehr und muss nehmen, was er kriegen kann. Ok, die 4. Ausbaustufe kann er nicht mehr weggenommen bekommen, falls er sie in einer oder zwei Sparten zu diesem Zeitpunkt bekommt. Aber darauf bauen, dass die benötigten Privilegien noch da sind, kann er nicht. Ich finde dieses Element gut austariert.

> Ist euch ähnliches aufgefallen oder vielleicht sogar schon
> eine Verbesserung bzw. Modifikation eingefallen?

Ich halte Augsburg für eine ausserordentlich gute Veröffentlichung. Da gibt es für mich keinen Anlass, zu verbessern oder zu modifizieren.

Einzig die Lektüre der Spielregel bildet eine gewisse Hürde. Sie ist - wie ich es von alea gewohnt bin - absolut präzise und vollständig, aber ich habe dennoch drei vollständige Male des Lesens gebraucht, um sie so zu verstehen, dass ich sie einigermassen gut frei erklären konnte. Wenn man ganz genau liest, lassen sich aber alle Fragen klären.

> (der den Mechanismus des Spiels zwar interessant findet, aber
> fürchtet, dass der Wiederspielreiz ausbleibt. Wäre schade)

Ich habe jetzt zwei Partien gespielt (zu viert und zu fünft) und freue mich sehr auf die nächsten - die Planung muss sehr geschickt erfolgen, um den richtigen Rhythmus für die Versteigerungen und des Sparens auf Kirche und Dom zu finden. Eine meiner Meinung nach sehr reizvolle Aufgabe, gepaart mit einem innovativen Versteigerungsmechanismus.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 08:44
von Patrick JI
Ich habe Augsburg bislang 4mal gespiel, 2x zu zweit, 1x zu dritt und zu viert. Hier sind meine bisherigen Erkenntnisse:

1.
Ein PEEP nach der ersten Partie kann mE dem Spiel nicht gerecht werden. Insbesondere die Siegstrategie hat es in sich. Z.B die Überlegung, sich erstmal mehr auf die Faktoreien (Geld) und die Ämter (Schuldscheine) zu konzentrieren, um dann später bei den Punkten (Adelsstand) oben auf zu sein, klappt schon mal nicht. Klappt deshalb nicht, weil die 3. und 4. Stufe nie sicher ist. Es kommt also darauf an, im richtigen Moment zuzuschlagen. Dies überhaupt zu erkennen und dann im Spiel den richtigen Moment zu finden, ist gar nicht so einfach...

2.
Dem Adelsstandkommt mE, insoweit teile ich Holger`s Feststellung, die zentrale Bedeutung zu. Die Kunst, Graf oder Fürst zu werden, Wappen und Adelsbrief zu bekommen, zum Ende einer Runde noch Fürst zu sein, zu verhindern, dass die lieben Mitspieler mit Fürst, Wappen und Adelsbrief die 21 Punkte bekommen, die Punktegrenzen mit Kirche und Dom überschreiten zu können..., machen jedoch gerade den Reiz aus! Besonders, wenn alle Spieler von Anfang an den Adelsstand gezielt im Auge behalten!
Einer meiner Mitspieler hat dies bereits bei seiner ersten Partie geblickt und seine beiden Partien gewonnen. Beim nächsten mal halte ich jedoch richtig gegen!

3.
Den Versteigerungsmechanismus finde ich absolut klasse. Bei uns war ein ständiges gefieber, wer die Auktion gewonnen hat. Emotion pur!

Die Auktion hat es aber auch in sich: Welche Privilegienkarten liegen in dieser Runde aus? Kann ich es in dieser Runde zB schaffen, Fürst zu werden und zu bleiben? Was liegt bei Maximilian wohl noch aus? Soll ich meine 17 nicht doch besser in der nächsten Runde einsetzten?...

Dazu jedoch eine Regelfrage: Was ist, wenn 2 Spieler den gleichen Höchstwert gespielt haben, zB eine 17? Wenn mehrere Karten gespielt wurden, haben wir den 2.höchsten Wert gewinnen lassen. Aber wenn nur eine Karte geboten wurde und jeder hat eine 17?

4.
Fazit: Die ersten beiden Zweier-Partien waren für mich zum kennenlernen. Die 3. u 4. Partie waren absolut klasse und das Spiel kam sehr gut in unserer Runde an, selbst bei denen, die gegen die Fürst-Wappen-Adelsbrief-im-richtigen-Moment-Strategie verloren haben. Denn die werden wir beim nächsten Mal selbst anwenden!

Gruss Patrick

[RF] Augsburg 1520: Gleiche Zahlen bei Maximilian

Verfasst: 26. Mai 2006, 09:19
von Kathrin Nos
Hallo Patrick,

"Patrick JI" hat am 26.05.2006 geschrieben:
> Dazu jedoch eine Regelfrage: Was ist, wenn 2 Spieler den
> gleichen Höchstwert gespielt haben, zB eine 17? Wenn
> mehrere Karten gespielt wurden, haben wir den 2.höchsten
> Wert gewinnen lassen. Aber wenn nur eine Karte geboten
> wurde und jeder hat eine 17?

Das ist in der Regel klar über die Reihenfolge der Adligen definiert: Die Karte von Maria (die Maximilian benachbart ist) ist bei Gleichstand über der der anderen Adligen. Insgesamt wird der Gleichstand ausgehend von Maximilian von Maria bis Philipp aufgelöst, zugunsten der Person, die näher bei Maximilian sitzt. Es löst sich also immer eindeutig auf.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

Re: [RF] Augsburg 1520: Gleiche Zahlen bei Maximilian

Verfasst: 26. Mai 2006, 10:02
von Patrick JI
Danke für die schnelle Antwort. Wollte dann eigemtlich fragen"ja und was ist, wenn zB bei Maria beide eine 17 bieten?" Habe ich mir jedoch verkniffen, da auch wir nur mit einem Augsburg spielen!

Gruss Patrick

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 10:35
von Jan Mirko Lüder
Hallo,

Patrick JI schrieb:
> ...
> 2.
> Dem Adelsstandkommt mE, insoweit teile ich Holger`s
> Feststellung, die zentrale Bedeutung zu. Die Kunst, Graf oder
> Fürst zu werden, Wappen und Adelsbrief zu bekommen, zum Ende
> einer Runde noch Fürst zu sein, zu verhindern, dass die
> lieben Mitspieler mit Fürst, Wappen und Adelsbrief die 21
> Punkte bekommen, die Punktegrenzen mit Kirche und Dom
> überschreiten zu können..., machen jedoch gerade den Reiz
> aus! Besonders, wenn alle Spieler von Anfang an den
> Adelsstand gezielt im Auge behalten!
> Einer meiner Mitspieler hat dies bereits bei seiner ersten
> Partie geblickt und seine beiden Partien gewonnen. Beim
> nächsten mal halte ich jedoch richtig gegen!

Na, das klingt aber gewaltig nach Snkt Petersburg!

Hoffen wir mal für Stefan Brück und alea, das es auch spielerisch mit dem Vorgänger mithalten kann. Das wär doch mal was!

Zuversichtliche Grüße
Mirko

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 10:54
von Michael Schlepphorst
Jan Mirko Lüder schrieb:
>
> Na, das klingt aber gewaltig nach Snkt Petersburg!
>

??? Hat eigentlich nichst gemeinsam, ausser das Wort Adel. Aber da kommen dann mehrere Spiele in Betracht ;-)
Nee, im Ernst. Die beiden Spiele haben eigentlich kaum Gemeinsamkeiten.

Grüße

Michael, der sich schon auf seine nächste Partie freut ...

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 10:59
von Jan Mirko Lüder
Hallo Michael,

für mich klingt es irgendwie schon danach. Der Adelsstand als unverzichtbare Komponente in einer erfolgreichen Siegstrategie, die Kombination aus Kartenspiel mit Spielbrett und die Tatsache, dass es sich bei beiden um Spielen um Versteigerungsspiele handelt, die "nicht ganz normal" sind, ließ bei mir sofort diesen Schluss folgen. Bin ich wirklich zu voreilig oder stimmt da nicht etwas dran?

Spielerische Grüße
Mirko (aber ein neues alea-Sankt Petersburg, das wär doch eine feine Sache, oder?)

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 13:14
von Heinrich Tegethoff
Hallo Mirko,

nein, selbst nach nur einer Partie kann ich über Augsburg 1520 sagen, dass
es nichts wesentliches mit Sankt Petersburg gemein hat.

Zum einen gibt es den Hauptmechanismus von A1520, die besondere
Versteigerungsform, in keiner Weise bei StP, als dass dort nach dem
First-come-first-serve-Prinzip gekauft wird, und auch der Adel funktioniert
ja nicht wie bei StP nach der Dreiecksformel (Schluwertung 1-3-6-10...),
was bei StP ja eine wesentliche Siegstrategie ausmacht.

Einzig, dass Siegpunkte und Geld pro Runde immer wieder ausgeschüttet
werden, erinnert mich an StP. Aber bei StP behalte ich meine Errungenschaften,
bei A1520 ist so manches vakant, und dass ist ein wesentliches Element.

Wenn es aber um den Platz auf dem Spieltisch geht, was Spielerzahl, Material,
ggf. Thema und dann Anspruch angeht, so sehe ich Konkurrenz. Wieviel?
Werden meine nächsten Partien zeigen. San Juan und StP waren auch
Hauptkonkurrenten, und doch haben sie fast nichts miteinander gemein.

Servus,
Heinz

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 15:32
von St. Brück/alea
Holger schrieb:
.
.
.
> Bei 4 Spielern ist es uns passiert, dass der Führende die 12
> Punkte Tafel + das erste Wappen und den teuersten Adelsbrief
> bekam. . Die 9 Punkte vom Wappen und dem Adelsbrief sind bei
> 6 Runden, wobei diese Rechte schon in der 2. Runde erworben
> wurden , m.E. nicht mehr einholbar.

Nun, dieser Spieler dürfte/müsste eigentlich [i]massive[/i] Probleme haben, rechtzeitig eine Kirche (und später einen Dom) zu errichten, da ihm nicht nur das Geld dafür fehlen sollte, sondern er zudem dadurch dann auch für längere Zeit kaum noch Versteigerungen gewinnt (da er ja keine (guten = teuren) Schuldscheine mehr nachkaufen kann; er braucht das Geld ja für die Kirche). Der Verlust der Siegpunkte, wenn er ein-, gar zweimal fett an der 25 "anstößt", sollten seinen Vorteil allemal aufheben. Ist ja gerade eines der innovativen Elemente im Spiel, dass die Siegpunkt-Leiste beachtet werden muss...

Bei unseren Tests haben wir übrigens ganz gezielt diese "Prestigepunkte"-Strategie getestet - und [i]nie[/i] hat sie gewinnen können, so dass wir sogar erwogen haben, diese Strategie durch ein, zwei Regeln zu [i]verstärken[/i].
.
.
.
> Als führender in der Endrunde, brauche ich meine Karten nur
> für die Maximillian -Versteigerung anfheben. So kann ich mir
> allein schon durch die Kartenmenge die Versteigerung gewinnen.

Schön und gut, aber es bleibt dann doch nur eine einzige (wenn die Mitspieler aufpassen, mit Sicherheit recht unnütze) Privileg-Karte übrig!? Und normalerweise braucht man in der letzten Spielrunde dringend den Dom (und evtl. auch noch 500 oder zumind. 300 Gulden), also auch eine oder zwei ganz bestimmte Privilegkarten, nämlich [i]genau die[/i], die auch alle anderen wollen ...;o)

Und wenn überhaupt, gilt das alles nur für die [i]allerletzte[/i] (von bis zu 35!!) Versteigerung im ganzen Spiel! Und da muss man eben auch a) die meisten Karten oder b) die beste Karte (Maria 17) haben. Das alles hat doch ziemlich wenig mit "Unaustariertheit" zu tun...

> Ich brauche somit nur 1 hohe Karte oder die absolute
> Mehrheit, so dass die letzte Runde eigentlich überflüssig
> scheint.
> Ist uns gestern so passiert. Der Führende bot 9 ! Karten und
> hat die ersten Versteigerungen so an sich vorbei ziehen lassen.

Wie gesagt, gilt nur für die [i]allerletzte[/i] Auktion im ganzen Spiel. Und wenn der Spieler so gespielt hat, dass es ihm (anscheinend) völlig egal war, welche der Priv.-Karten er dadurch erhält, war er entweder vorher schon am gewinnen oder am verlieren ...;o)
.
.
.
> Werde ich mal versuchen. aber Versteigerungen und 2 Personen,
> paßt das? Oder kann man vielleicht eine "Krücke" einbauen wie
> bei "Fifth Avenue"?

Nein, braucht es nicht. Es funktioniert, wie wir meinen, wunderbar - und hat seinen ganz eigenen Spielreiz: "Biete ich nur 1 oder gleiche 2 Karten? Doch was, wenn der andere gar keine von diesem Adligen hat? Wieder eine Karte verschenkt, die ich bei Maximillian evtl. dringend brauche??" Usw. ...
Man muss ja auch bedenken, dass einem hier nur [i]4 Runden[/i] zur Verfügung stehen, über die 45 zu kommen ...

> Trotzdem ist Augsburg ein für mich schönes Spiel, wobei für
> mich noch eine weitere Ebene fehlt

Sicher, man macht nichts anderes als versteigern, versteigern, versteigern... Aber wann man sich was - für wie viele Karten/Joker? - schnappt, hat doch spielentscheidenden Charakter - und viel mit Planung und Übersicht zu tun.

vG
Stefan

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 26. Mai 2006, 17:12
von Michael Schlepphorst
Jan Mirko Lüder schrieb:
>
> für mich klingt es irgendwie schon danach. Der Adelsstand als
> unverzichtbare Komponente in einer erfolgreichen
> Siegstrategie, die Kombination aus Kartenspiel mit Spielbrett
> und die Tatsache, dass es sich bei beiden um Spielen um
> Versteigerungsspiele handelt, die "nicht ganz normal" sind,
> ließ bei mir sofort diesen Schluss folgen. Bin ich wirklich
> zu voreilig oder stimmt da nicht etwas dran?

Diese Meinung wirst Du sicherlich nach einer Test-Partie revidieren ;-) Zudem hat man ja bei St. Petersburg nur indirekt gegen einen Führenden spielen. Bei A1520 kann man jemandem aber relativ gezielt Siegpunkte wieder wegnehmen (zumindest die Anzahl die man in einer Runde bekommt).
Außerdem wußte ich gar nicht, dass bei St.Petersburg die Karten ersteigert wurden. Ist zwar schon etwas her seit meiner letzten Partie, aber wurden die Karten dort nicht einfach gekauft? Vielleicht liest Du Dir auch erst mal die Regeln auf der Alea-Seite durch. Schon dabei wirst Du feststellen, dass diese Spiele bis auf die Tatsache, dass es Karten und ein Brett gibt, nicht viel gemeinsam haben.
Also am besten mal irgendwo probespielen. Es könnte sich lohnen ;-)

Grüße

Michael

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 27. Mai 2006, 09:02
von Jan Mirko Lüder
Hallo Michael,

die Spielregeln habe ich schon im (oben genannten) Spieleladen studiert und war, wie schon gesagt, ob der ansprechenden Grafik von Frank Czarnetzki davon überzeugt, dass ich dieses Spiel auch besitzenmöchte. Die von dir angemahnte erste Partie wird dann hoffentlich in wenigen Tagen folgen (wobei mich zeitgleich ein John Silver und ein Gemblo, auf die ich schon länger gespannt war). :-)

Zum Versteigerungsmodus bei Sankt Petersburg: Ja, korrekt, du ersteigerst die Karten zu einem festgelegten Angebotspreis. Von einer Versteigerung kann aber trotzdem die Rede sein, da die Spielreihenfolge hochgradig entscheidend in Bezug auf die für dich jeweils noch möglichen "Gebote"/Einkäufe. Zudem wird das Angebot bei ausbleibender Nachfrage ja durch das Nachrücken in die untere Reihe den Markterfordernissen angepasst. Im wesentlichen ist St. Petersburg tatsächlich ein abgewandeltes [b]Versteigerungsspiel[/b]. ;-)

Spielerisch grüßt
Mirko

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 27. Mai 2006, 09:56
von Michael Schlepphorst
Jan Mirko Lüder schrieb:
>
> Im wesentlichen ist St. Petersburg tatsächlich ein
> abgewandeltes [b]Versteigerungsspiel[/b]. ;-)

Nun das mag jeder vielleicht anders sehen, aber von einer Versteigerung rede ich nur wenn man auch ein Gebot abgeben kann welches auch varieren kann. Wenn ich also wählen kann ob ich z.B. 10 oder 12 Gold biete. Bei St. Petersburg kaufe ich aber lediglich zu einem festen Preis. Klar hat es Einfluss wann ich dran bin, aber dort von einer Versteigerung zu sprechen? Wenn man jetzt vorher die Reihenfolge versteigern würde, ok. Aber so?
Nun gut, mal sehen wie Du es nach einer ersten Probe-Partie siehst ;-)
Bin mal gespannt auf Deinen Erfahrungsbericht!

Neugierige Grüße

Michael

Re: Sankt Petersburg vs. Versteigerungsspiel

Verfasst: 27. Mai 2006, 10:42
von Jan Mirko Lüder
Hi Michael,

naja, bei St. Petersburg kostet doch auch nicht jede Karte für jeden das gleiche.
Du hast also durchaus (z.B. bei Handwerkern oder bei der Gebäudestrategie, die nicht funktioniert) die Möglichkeit, den Preis einer Karte nach unten zu korrigieren.
Da ich meine Entscheidung, welche Karte gerade meinen Zuschlag erhält, immer von der Spielsituation und vor Allem dem Bedarf meiner *lieben* Mitspieler abhängig mache und gerne das eine oder andere Kärtchen sozusagen aus reiner Missgunst stibitze, fühlt sich das Ganze auch ganz ordentlich wie eine ebenfalls sehr direkte Versteigerung an.

Hmmm... vielleicht lassen wir auch lieber diese OT-Diskussion, denn natürlich hast du Recht: St. Petersburg ist kein "echtes" Versteigerungsspiel. :-)

Aber um meinen Vergleich zwischen den beiden Spielen noch einmal abzuschließen:
Ich denke, dass "St. Petersburg" nicht nur ein klasse HiG-Spiel ist, sondern eben auch ein super [b]alea[/b]-Spiel gewesen wäre. Insofern hielte ich es für nachvollziehbar, wenn Stefan Brück es zumindest nicht unversucht ließe, sich von diesem großartigen [b]und[/b] erfolgreichen Werk eine Scheibe abzuschneiden.
Auf jeden Fall denke ich, dass ein "berechtigter", ebenso hochqualitativer Nachfolger schnell einige Abnehmer und Liebhaber fände.

Spielerische Grüße
Mirko (der sich freuen würde, wenn sich zum Dauerbrenner St. Petersburg in seinem Spielekreis durchbringbare Alternativen auftäten) :-)

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 27. Mai 2006, 11:25
von Braz
Patrick JI schrieb:
> Fazit: Die ersten beiden Zweier-Partien waren für mich zum
> kennenlernen. Die 3. u 4. Partie waren absolut klasse

Einspruch: Habe das Spiel gestern zum ersten mal in einer vierer Runde gespielt und fand es schon nach der ersten Partie absolut klasse! ;)

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 27. Mai 2006, 14:22
von Andreas Odendahl
Hallo,

eine Partie haben wir jetzt gespielt. Und waren recht positiv überrascht, dass ein Versteigerungsspiel zu zweit so gut funktionieren kann.

Es ist echt schön zu spielen und macht Spaß. Allerdings glaube ich, dass sich, sobald man eingespielt ist und die Abläufe verinnerlicht hat, das Spiel sehr kurz werden kann. Aber das steht ja auch auf der Schachtel....

ode.

Re: Augsburg 1520

Verfasst: 28. Mai 2006, 14:46
von Ina-spielbox
Hallöchen,

ich habe Augsburg in den letzten Tagen 3mal spielen können: zu dritt, zu viert und zu fünft. Außer dass wir im ersten Spiel einige Regelfeinheiten übersehen haben, bin ich von dem Spiel absolut begeistert und kann mir auch gut vorstellen, dass es zu zweit funktioniert.

Als Vergleich wurde übrigens bei uns "Fürsten von Florenz" herangezogen und das fand ich vom Spielgefühl treffend.

Der Spannungsbogen erstreckt sich meines Erachtens über das ganze Spiel und wenn man den Anfang nicht völlig verschläft, kann man zu Anfang fehlende Prestigepunkte noch gut aufholen. Vor allem der Münzmeister und der Bürgermeister mit den kostenlosen Schuldscheinen sind doch ein gutes und kostenloses "Zubrot".

Meiner Meinung nach ist Alea damit ein ganz tolles Spiel gelungen.

Gruß Ina