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Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 10:08
von Robert Vötter
Ich lese meistens eine Einteilung von 1-10

Wobei 10 der Spitzenwert sein soll.
Kann mir jemand jede einzelnen Wert sagen,was er bedeutet ?

Wie ist z.b. die Zahl 3 einzuschätzen ?

Gruß
Robert

Re: Bewertung 1-10 (hier 1 und 10)

Verfasst: 18. Juni 2006, 10:21
von B.Marck
Ich denke, da gibt es keine einheitliche Wertung, sondern nur mehr oder weniger persönliche Auffassungen.
Die 10 wäre für mich beispielsweise ein Spitzenspiel, dass man "unbedingt haben" muss und "nie wieder abgeben" wird. Wahrscheinlich habe ich es deshalb dann auch. ;)
Die 1, denke ich, wäre ein Spiel, "für das selbst in der Mülltonne kein Platz mehr" ist und das höchstens noch als Spielmaterial-Sammlung dienen könnte.

RE: Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 10:24
von Lars Hoffmann
"Robert Vötter" hat am 18.06.2006 geschrieben:
> Ich lese meistens eine Einteilung von 1-10
>
> Wobei 10 der Spitzenwert sein soll.
> Kann mir jemand jede einzelnen Wert sagen,was er bedeutet ?
>
> Wie ist z.b. die Zahl 3 einzuschätzen ?
>
> Gruß
> Robert


Ich sehe da analog der Berechnung der Schulnoten:
* 92 % bis 100 % = Note 1
* 81 % bis 91 % = Note 2
* 67 % bis 80 % = Note 3
* 50 % bis 66 % = Note 4
* 30 % bis 49 % = Note 5
* 0 % bis 29 % = Note 6

Ciao Lars

Re: Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 11:44
von Attila
Hihio,

Gute Frage! - ich versuche mich seit einiger Zeit an die Aufteilung von BGG zu halten, da ich sie gut finde:

10 - Outstanding. Always want to play and expect this will never change.
9 - Excellent game. Always want to play it.
8 - Very good game. I like to play. Probably I\'ll suggest it and will never turn down a game.
7 - Good game, usually willing to play.
6 - Ok game, some fun or challenge at least, will play sporadically if in the right mood.
5 - Average game, slightly boring, take it or leave it.
4 - Not so good, it doesn't get me but could be talked into it on occasion.
3 - Likely won't play this again although could be convinced. Bad.
2 - Extremely annoying game, won't play this ever again.
1 - Defies description of a game. You won't catch me dead playing this. Clearly broken.

Atti

Re: Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 12:54
von KMW
Am 04.12.2001 hatte ich dazu mal Folgendes im Forum gepostet:

ich habe eine Formel aufgestellt, mit der sich Schulnoten in die 10er Wertung umrechnen lassen. Diese Formel habe ich auch verwendet für meine Spiele-Treff-Umfrage im Sauerland.
Die Ausgangspunkte:
Schulnote 1 = spielbox-Note 10 (Bestnote),
Schulnote 6 = spielbox-Note 1 (schlechteste Note).
Zwischennoten werden wie folgt umgesetzt:
2- = 2,25,
2-3 = 2,5
3+ = 2,75
1+ oder 6- gibt es (bei mir) nicht.
Die Formel lautet:
spielbox-Note = 10 - ((Schulnote-1) x 9/5)

Was die Interpretation betrifft:
In der englischen Spiele-Zeitschrift "Counter" gab dazu ein Leser folgende persönliche Auslegung:

Wertung / Spielreiz / Kaufreiz:
9-10 / werde ich jederzeit wieder spielen / muss ich kaufen;
7-8 / spiele ich, wenn's auf den Tisch kommt / kaufe ich wahrscheinlich;
5-6 / spiele ich, wenn's unbedingt sein muss / kaufe ich wahrscheinlich nicht (es sei denn, es hat außergewöhnliches Spielmaterial, dann vielleicht);
4 und weniger / spiele ich nie wieder / kaufe ich auf keinen Fall (und bedaure alle, die es gekauft haben).

Diese Lesart der Noten trifft meine persönliche Auslegung recht genau.

Fröhliche Grüße
KMW
www.spielbox.de

Re: Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 13:31
von Heinrich Tegethoff
Hallo Robert,

im Februar gab es eine ähnliche Frage. Hier passt meine damalige Antwort
wieder gut hinein:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=130833&t=130597

Servus,
Heinz

Re: Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 14:12
von Sven75
Gerade die BGG-Skala finde ich etwas problematisch.
Wie soll ich ein Spiel bewerten, daß ich zwar als genial erachte, aber entweder nicht die Zeit/Mitspieler habe um es zu spielen oder es aber schon so oft gespielt habe, daß ich es nur noch dann und wann rauskrame?
Ich versuch mich bei BGG zwar an die Skala zu halten, aber unter meinen 9er und 8er Titeln sind ein paar Spiele, die ich seit über einem Jahr nicht mehr gespielt habe, die ich aber auf keinen Fall schlechter bewerten würde, weil ich die Spiele wirklich gut finde.

Re: Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 16:21
von Volker L.
KMW schrieb:
>
> Was die Interpretation betrifft:
> In der englischen Spiele-Zeitschrift "Counter" gab dazu ein
> Leser folgende persönliche Auslegung:
>
> Wertung / Spielreiz / Kaufreiz:
> 9-10 / werde ich jederzeit wieder spielen / muss ich kaufen;
> 7-8 / spiele ich, wenn's auf den Tisch kommt / kaufe ich
> wahrscheinlich;
> 5-6 / spiele ich, wenn's unbedingt sein muss / kaufe ich
> wahrscheinlich nicht (es sei denn, es hat außergewöhnliches
> Spielmaterial, dann vielleicht);
> 4 und weniger / spiele ich nie wieder / kaufe ich auf keinen
> Fall (und bedaure alle, die es gekauft haben).
>
> Diese Lesart der Noten trifft meine persönliche Auslegung
> recht genau.

Daran sieht man mal wieder, dass es [i]unverzichtbar[/i] ist, bei
einer Bewertung von Seite des Fragestellers anzugeben, wie die
Skala gelten soll (und die Teilnehmer müssen sich auch daran
halten ;-) ). Für meinen Geschmack ist eine lineare Skala
unsinnig. In der von Dir angegeben gibt es 4 Abstufungen für gute,
2 für mittelmäßige [i]und 4 für schlechte Spiele - wozu???[/i] :-?

Bei einer 10er Skala halte ich 2 Abstufungen für schlechte, 2 bis
3 für mittelprächtige und 5 bis 6 für gute Spiele für erheblich
sinnvoller.

abgestufte Grüße, Volker

Re: Bewertungen

Verfasst: 18. Juni 2006, 20:15
von Steffen S.
Hi Volker,

ich muss sagen, dass mir die "gefühlte Skala" von KMW gefällt. Ich sehe die Tatsache, dass es 4 Punkte für die Abstufung der Spiele unterster Kategorie gibt als (für mich persönlich) richtig an. Der Punkt ist nämlich: Bei Spielern, die eine größere Zahl Spiele besitzen, ist bereits ein mikttelmäßiges Spiel zum Staubfänger verdammt. Daher muss schon für solche Spiele gelten: Brauche ich eigentlich nicht zu kaufen, da ich im Zweifelsfall eh immer ein anderes Spiel vorziehe. KMW hat die Skala sicher nicht ohne Grund mit dem Aspekt "würde ich kaufen ja/nein" belegt. Und für ein Spiel, das mich nicht mal im Ansatz fesselt (sei es durch seine spielerische Qualität - oberste Kategorie, oder wenigstens noch durch "sekundäre Faktoren" wie Material - zweite Kategorie) werde ich kein Geld mehr investieren. Ergo: Nein danke (und darunter eben alles von sauschlecht bis graues Mittelmaß, was man der Gerechtigkeit halber aber differenzieren muss - daher die Abstufung).

Weiß nicht, ob das KMW ähnlich geht, könnte ich mir aber vorstellen.

Grüße,
Steffen (wertet nach Würfeln, aber nicht nach Zufall ;-))

Re: Bewertungen .... außergewöhnliches Spielmaterial

Verfasst: 18. Juni 2006, 20:55
von Niccolo
Steffen S. schrieb:

> KMW hat die Skala sicher nicht ohne Grund mit dem
> Aspekt "würde ich kaufen ja/nein" belegt.

Jau, wobei... bei einem häng ich noch rum....

> spiele ich, wenn's unbedingt sein muss

Klingt irgendwie....

> kaufe ich wahrscheinlich nicht

ziemlich ätzend, oder?

> es sei denn, es hat außergewöhnliches Spielmaterial

Hm - lässt "Kleopatra" ja in einem freundlicheren Licht erscheinen.

Aber ungeachtet dessen -- fällt irgendwem ein Spiel ein, dass er zwar recht übel findet, aber aufgrund des Spielmaterials gekauft werden muß... am besten mit Zweit-/Reservebox?

Re: Bewertungen .... außergewöhnliches Spielmaterial

Verfasst: 18. Juni 2006, 21:16
von Steffen S.
Hi Niccolo,

vielleicht ist die einseitige Betonung des "Materials" auch etwas fehlleitend. Besser wäre u.U. eine Aussage im Stile von "Elementen, die das Spiel einzigartig machen / aus der Masse in besonderem Maße hervorheben". Ein solches Spiel ist schon aus empirischen Gesichtspunkten für Vielspieler und Rezensenten interessant.

Abgesehen davon, und jetzt konzentriere ich mich bewusst auf das Material, spielt das Auge schon mit. Kleopatra ist ein gutes Beispiel für ein Spiel, dessen Reiz sich bei mir schon in Teilen auf die Optik beruft. Ein anderes Spiel, das neben seiner spielerischen Qualität eben auch Schmuckstückcharakter erfllen kann wäre Black Elephant. Da kann man, um wieder allgemein zu werden, eben auch mal zugreifen, wenn das Spielerische allein vielleicht im persönlichen Gusto nicht GANZ ausreichen würde (schlecht bleibt jedoch schlecht).

Grüße,
Steffen

Re: Bewertungen .... außergewöhnliches Spielmaterial

Verfasst: 18. Juni 2006, 21:20
von Steffen S.
Nochwas:

Beispiele für mittelmäßige Spiele, die man vielleicht trotzdem kauft, sind Spiele mit völlig abgedrehtem, außergewöhnlichem Thema und ggf. dementsprechend lustigen Karten (o.ä.). Dafür gibt´s eine ganze Reihe Beispiele (Liste bei Bedarf ;-)).

Ein anderer denkbarer Fall wären regional verankerte Spiele, die sich um bestimmte Städte oder Berufsgruppen drehen (oder diese persiflieren). Auch da greift man aus persönliche Affinität zu, wenn das Spielerische wenigstens das Niveau (gehobenes) Mittelmaß halten kann.

Grüße,
Steffen

Bedarf (ohne Text)

Verfasst: 19. Juni 2006, 09:30
von jon the don
.

Re: Bewertungen .... außergewöhnliches Spielmaterial

Verfasst: 19. Juni 2006, 10:33
von Niccolo
Steffen S. schrieb:

> Nochwas:

> außergewöhnlichem Thema

Oh ja - es gibt manche Themen, da kann Luft in der Schachtel sein, trotzdem juckt es in meinen Fingern.... zum Beispiel: Krieg der Sterne.
Hm, wobei jetzt dahingestellt sei, inwieweit Star Wars außergewöhnlich ist.


> Ein anderer denkbarer Fall wären regional verankerte Spiele,
> die sich um bestimmte Städte oder Berufsgruppen drehen

Auch ein schönes Beispiel.
:)

Re: Bewertungen - andere Umgebungen

Verfasst: 19. Juni 2006, 11:53
von Heinrich Tegethoff
Hallo Steffen et al,

ich glaube, hier manifestiert sich hinter den Bewertungsskalen auch eine
andere Nutzungssicht von Spielen. Würde ich meine Bewertungsskala
auch an der Kaufentscheidung festmachen, so würden erschreckend gute
Spiele durchfallen: ich kaufe um eine Größenordnung weniger Spiele als
ich Spiele spiele. Denn beim Kauf muß ich meinen recht eingeschränkten
Mitspielerkreis im Auge behalten, und dieser filtert meine Spielesammlung
und deren Bewertung deutlich. Umgekahrt spiele ich aber wohl 100 verschiedene
Spiele per anno durch meine Spieletreffs. Als Beispiel: "Manila" habe ich
gut und sehr gerne gespielt, aber es würde sicher verstauben.

Entsprechend fühle ich mich auch von Aaron's Top-100-Skala mehr angesprochen,
da diese vom Aufforderungscharakter eines Spieles ausgeht. Denn die Frage
"Was spielen wir jetzt?" - bei großer Auswahl - ist die entscheidene. Und ich
empfehle häufig Spiele - da ist meine eigene Skala im Hintergrund, die ich aber
noch an den Ratsuchenden anpasse.

Fazit: Bewertungsskalen sollte man erst nach "was kaufe/kauf-empfehle ich?"
oder "was spiele ich jetzt mit den anderen?" trennen. Da hat jeder andere
Prioritäten. Und bei der zweiten braucht's mE nicht sehr viele Stufen im
unteren Bereich.

Servus,
Heinz