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Glücksfaktor bei "Thurn & Taxis"

Verfasst: 19. Juli 2006, 11:06
von jonTheDon
Hi,

hier wird immer von einem extremen Glücksfaktor bei Thurn & Taxis gesprochen. Ich sehe das nicht so. Auf einer Skala von 0 bis 5 würde ich Thurn & Taxis vielleicht zwei Sternchen beim Punkt Glück geben. Man kann doch eine Menge voraus planen und berücksichtigen. Und wenn ich z.B. Lodz baue ohne Pilsen auf der Hand zu haben bin ich halt ein Zocker. Das kann gut gehen oder ich habe verloren. Auf Dauer ist mit Zocken aber bei dem Spiel nichts zu holen. Im Gegenteil - ich kann sehr gut darauf eingehen, wo die anderen so bauen und mir evt. weniger umkämpfte Siegpunkte sichern. Ich kann lange Strecken mit entsprechenden Boni bauen oder versuchen, mit kurzen Strecken immer genau meine Häuschen loszuwerden. Ich kann zuerst Baiern bebauen (finde ich persönlich riskant) oder immer von den Rändern aus in die Mitte stoßen. Ich kann aus bis zu zwölf Karten auswählen und dabei in etwa berücksichtigen, was schon da war...

Abgesehen davon wird ebenfalls in diesem Forum immer wieder erwähnt, wie ärgerlich ein Spiel ohne Glücksfaktoren sein kann, da immer der Gleiche gewinnen würde. Ich denke, dass in diesem Spiel Glück, Taktik und sogar eine kleine Prise Strategie perfekt austariert sind. Ich - als Vielspieler - spiele es jedenfalls gern.

Fazit: Ich denke, dieses Spiel ist ein "typisches" Spiel des Jahres und erfüllt die Vorgaben, leicht spielbar und dennoch immer anders zu sein, sehr gut... warum spielen es sonst manche von euch in der BSW immer und immer wieder?

Gruß Jon

Re: Glücksfaktor bei "Thurn & Taxis"

Verfasst: 19. Juli 2006, 16:32
von Hendrik
Hallo Jon,
Du begründest die Geringfügigkeit (2 von 5) des Glücksfaktors mit der Anzahl möglicher Entscheidungen die ein Spieler treffen kann bzw. Taktiken, die man umsetzen kann.
Problem dabei: das sind zwei verschiedene Dinge!

Auch in Zug um Zug hat der Spieler eine grosse Entscheidungsfreiheit über das wo und wann er baut. Dennoch hängt der Erfolg direkt damit zusammen, ob man für die Umsetzung seiner Strategie die richtigen Karten (zum richtigen Zeitpunkt) bekommt.
Wenn nun mehrere Spieler optimal spielen (also ohne Fehler), so entscheidet nur das Kartenglück über den Sieger der Partie. Dies ist verständlicherweise für viele Spieler nur schwer akzeptierbar.
Dies gilt auch für TuT.

Cheers Hendrik

ot optimales Spiel

Verfasst: 19. Juli 2006, 18:15
von Frank Schaubrenner
bei Mehrpersonenspielen ohne Glücksfaktor, bestimmt bei optimalem Spiel von 2 Spielern der, der mehr von den Fehlern des Dritten/Vierten profitiert,... finde ich entschieden unbefriedigender *g* und führt durchaus bei bestimmten Personengruppen zu unschönen Diskussionen *pfui* .-)

Frank
der auch der Meinung ist das TuT viiiiiel zu glücksabhängig ist, weil sonst würde er ja als sooooo toller Spieler, hin und wieder mal gewinnen ;-))

Re: Glücksfaktor bei "Thurn & Taxis"

Verfasst: 19. Juli 2006, 23:29
von achim
Hendrik schrieb:

> Wenn nun mehrere Spieler optimal spielen (also ohne Fehler),
> so entscheidet nur das Kartenglück über den Sieger der
> Partie. Dies ist verständlicherweise für viele Spieler nur
> schwer akzeptierbar.

Diese Aussage gilt in der Theorie für alle Spiele, die Glück zulassen, und sei es in noch so geringer Dosis. Bei manchen reicht schon die zufällige Ermittlung des Startspielers.

Übrigens müssen theoretisch glückunabhängige Spiele mit gleichen Siegchancen für alle Spieler immer unentschieden ausgehen, wenn alle Spieler optimal spielen.

Gruß
achim

Re: Glücksfaktor bei "Thurn & Taxis"

Verfasst: 20. Juli 2006, 01:53
von Steffen S.
Hi,

optimales Spiel ist eine hypothetische Aussage. Zum einen bezieht sich "optimal" nicht auf das Gesamtspiel, sondern muss auf die jeweils gewählte Strategie/Taktik (die je nach Situation geeigneter oder ungeeigneter sein kann) angewendet werden, zum anderen entscheidet die Wechselwirkung mit den Mitspielern erheblich über den Spielverlauf. In beiden Fällen heißt die Königsdisziplin "Flexibilität" - gestalte dein Spiel so, dass du gegenüber allen nicht direkt beeinfluss- bzw. berechenbaren Faktoren möglichst unangreifbar wirst. Wie weiter unten schon geschrieben: Das nennt man (gekonntes) Risikomanagement. Der beste Spieler idabei nicht der, der gerade gute Katen bekommt, sondern der, der auch aus mäßigen Momenten noch gutes herausholen kann - und dasgeht nur mit flexibler Spielweise.

Grüße,
Steffen (der bezüglich T&T feststellen muss, dass man 6 Karten (Auslage) + 6 Karten (Austausch) + 1 Karte (verdeckt) + gehörtete Handkarten, macht ca. 15-16 Karten pro Spielzug zur Verfügung hat. Wer so unflexibel spielt, dass er unter einer Auswahl von 16 Karten nichts findet, was ihm irgendwie weiterhilft/Zeit verschafft, der spielt einfach schlecht)

Re: ot soooooo toller spieler

Verfasst: 20. Juli 2006, 08:20
von Klaus Knechtskern
hüstel ...

Klaus der damit alles dazu gesagt hat :-)

Re: Glücksfaktor bei "Thurn & Taxis"

Verfasst: 20. Juli 2006, 12:02
von Attila
Hendrik schrieb:

> Wenn nun mehrere Spieler optimal spielen (also ohne Fehler),
> so entscheidet nur das Kartenglück über den Sieger der
> Partie. Dies ist verständlicherweise für viele Spieler nur
> schwer akzeptierbar.

Also wenn man es so einfach sieht, dann sind Spiele ohne Glück für "Spieler" ja vollig sinnlos, da dann ja jeder Spieler optimal Spielt und dann ja schon zu beginn der Spielausgang feststeht. - Das hat dann übrigens imo nichts mehr mit Strategie zu tun.

Das der Sieger ja nur Glück hatte ist eine sowas von billige und uralte Ausrede das ich sie nicht mehr lesen oder hören kann.

Atti

Re: Glücksfaktor bei "Thurn & Taxis"

Verfasst: 20. Juli 2006, 16:11
von wolfgang
Die Karten sind ein Zufallsfaktor und können auch im Einzelfall ein Spiel entscheiden. TuT kompensiert das über genügend Entscheidungsmöglichkeiten, wie z. B. dem Amtmann und den diversen Streckenbauten. Es ist halt einfacher eine passende Karte für Stuttgart als für Lodz zu bekommen.

Wäre der Zufallsanteil unberechenbarer oder höher gäbe es wohl kaum Spieler in der BSW, die bei über 50 oder noch mehr Spielen Quoten von über 80% erreichten.