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Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 19. Juli 2006, 23:09
von Marcel Kaul
Also zunächst mal halte ich T&T für eines der spannendsten, gelungensten und genialsten Spiele der letzten Jahre. Hat echt, wie auch von der Jury erwähnt, das Zeug zum Klassiker. Zum andern hasse ich es ,mir optionale Hausregeln' bei Spielen auszudenken. Die gehen doch eher nach hinten los.
ABER: Warum hat Baiern in T&T nur 5 Punkte bekommen? Das beschränkt die Taktik doch recht stark. Ich hab jetzt unzählige Spiele gespielt und Baiern ist und bleibt nur ein 'Goodie'. Kein Spieler wird ernsthaft auf Baiern spielen. Anfangs machts nun überhaupt keinen Sinn, man nimmt halt bei den Reisen durch alle Länder immer mal wieder eine Stadt in Baiern mit, zum Ende und nur wenn sichs anbietet setzt man dann voll. Und es bietet sich selten an. Vielleicht auch nur weils keiner (mehr!) versucht? 7 Punkte würden das evtl. ausgleichen. Oder wäre dann Baiern zu stark, eben weil man dann potentiell die Boni für lange Strecke bekommt UND viele Häuser setzen kann? Denke ich nicht, da man, sollte man wirklich 7 Häuser nach Baiern setzen und schell alle Boni abstauben - eben Baiern + lange Strecke, man im restlichen Spiel eben immer wieder sinnlos nach Baiern ausbaut ohne ein Haus setzen zu können. Bleibt noch eine Strategie - ausserhalb Baierns anfangen und das Land nach und nach füllen. Und komplett nehmen wenn sichs absolut anbietet. Was eben selten genug der Fall ist. Was denkt ihr?
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 19. Juli 2006, 23:12
von Marcel Kaul
Ergänzung: Wenn sichs im Endspiel doch noch anbietet Baiern zu nehmen ists meist VIEL lukrativer, zu diesem Zeitpunkt, nicht mehr auf die eine(oder zwei) fehlende Stadt zu warten sondern mit der 7er Kutsch (evtl. unter Zuhilfenahmen Wagner) auszumachen.
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 19. Juli 2006, 23:44
von Heinrich Tegethoff
Hallo Marcel,
auch wenn ich, wie viele andere, meist erst einmal auf Nicht-Baiern spiele,
so ist es recht interessant, zu Anfang viel in Baiern zu machen. Ich habe
diese Strategie einmal bei einem Mitspieler gesehen, und sie ist vielversprechend.
Denn wer bei T&T gegen den Strom schwimmt, der hat den Vorteil, dass einem
die Karten nicht weggeschnappt werden. Man sollte vielleicht nicht gleich
den alle-8-Baiern probieren, aber es bleibt anfangs viel grau liegen, während
am Ende die Kartenauslage fast nur bunt ist. In Summe gibt es zwar ein
paar Punkte weniger, da man im Außengebiet weniger erhält, aber man ist
insgesamt schneller, da man gegen-den-Strom weniger vom Kartenglück
abhängt.
Servus,
Heinz
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 20. Juli 2006, 10:30
von Ralf Arnemann
> Kein Spieler wird ernsthaft auf Baiern spielen.
Ja warum denn nicht?
Nur in Baiern kann man doch die Option "alle Städte in einem Land werten" voll nutzen.
Eine ordentliche Strecke in Baiern, und die Lücken kann man leicht füllen, weil Baiern fast immer als Zwischenstation nützlich ist.
Die 5 Punkte sollte man sich schon holen, wenn das möglich ist.
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 20. Juli 2006, 11:26
von Matthias Prinz
Ralf Arnemann schrieb:
> Nur in Baiern kann man doch die Option "alle Städte in einem
> Land werten" voll nutzen.
Und was ist mit Baden? Kein anderes Land ist so schnell zu "erobern" wie dieses.
> Eine ordentliche Strecke in Baiern, und die Lücken kann man
> leicht füllen, weil Baiern fast immer als Zwischenstation
> nützlich ist.
> Die 5 Punkte sollte man sich schon holen, wenn das möglich ist.
Du sagst es selbst: Wenn das möglich ist. Aber direkt absichtlich auf Baiern zu spielen, wird wenig Sinn machen, da man dann
1. die anderen Länder vernachlässigt
2. Redundanzen aufbaut, da man im späteren Spiel sowieso durch Baiern bauen wird
Von daher wird eine Baiern-Strategie nicht belohnt, da sie "nur" 5 Punkte für den Ersten bringt.
Ich gehe jetzt von meiner Erfahrung aus. Dabei hat nahezu jeder der auf Baiern gegangen ist, nicht um den Sieg mitspielen können.
Aber Ausnahmen bestätigen die Regel ;)
Viele Grüße
- Matthias
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 20. Juli 2006, 13:50
von achim
Ich habe bisher zweimal ganz bewußt frühzeitig auf Baiern gespielt. Das ich als Verlierer den Spieltisch verlassen werde, stand dabei jedesmal schon weit vor Beendigung der Spiele fest.
Gruß
achim
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 20. Juli 2006, 16:09
von wolfgang
Baiern darf "nur" 5 Punkte für die acht Städte bringen, da man oft noch einen Steckenboni bekommt. Gerade im 4-Personenspiel kann ein Spieler gut auf Baiern spielen, wenn die anderen 3 es nicht tun. Dann bekommt er die Karten fast nachgeschmissen und braucht den Amtmann seltener. Das kann er dann über den Wagner zu Kutschenvorteilen oder durch Streckboni, indem er lange Strecken baut, nutzen. Oftmals kann man dazu zusätzlich auf Lodz verzichten, weil man statt des alle-Länder-Bonus ja schon den Baiern-Bonus besitzt.
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 21. Juli 2006, 10:28
von Ralf Arnemann
> Und was ist mit Baden? Kein anderes Land ist so
> schnell zu "erobern" wie dieses.
Korrekt - auch Baden würde ich nicht liegenlassen, wenn ich als Erster Zugriff auf die passenden Kärtchen bekäme.
> Du sagst es selbst: Wenn das möglich ist. Aber
> direkt absichtlich auf Baiern zu spielen, wird wenig
> Sinn machen, ...
Grundsätzlich gilt bei allen Strategien, daß sie nicht immer möglich bzw. sinnvoll sind.
Ich werde mich nie an den Tisch setzen mit der festen Absicht, als erstes Baiern zu bereisen.
Aber wenn geeignete Stationen ausliegen (und sich nicht eine noch bessere Option aufdrängt), dann finde ich Baiern eine gute Möglichkeit.
Es ging ja ursprünglich um die Behauptung, Baiern wäre grundsätzlich schlecht - nur das will ich bestreiten.
> Von daher wird eine Baiern-Strategie nicht belohnt,
> da sie "nur" 5 Punkte für den Ersten bringt.
Das sind schon mal 15-20% vom Sieg - und gleichzeitig baut man ja wie gewohnt seine Kutschenlänge aus.
> Dabei hat nahezu jeder der auf Baiern gegangen
> ist, nicht um den Sieg mitspielen können.
> Aber Ausnahmen bestätigen die Regel
Da wird man schon einige Spiele brauchen, um Ausnahme und Regel unterscheiden zu können ...
Ich habe jetzt dreimal gespielt und zweimal mit Baiern gewonnen.
Grundsätzlich gilt wohl: Wer sich auf eine Strategie versteift, der wird untergehen, wenn er nicht sehr passendes Kartenglück hat.
Und wer lieber unzusammenhängenden Mist baut, nur weil er eine sich anbietende Baiern-Option meidet - der wird sicher verlieren.
Und prinzipiell empfiehlt es sich, anders zu spielen als die Mehrheit. Wenn sich die Mitspieler alle um irgendein Land kloppen, weil das angeblich so gut ist, dann wird man mit dem von diesen Mitspielern verschmähten Land gut fahren.
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 21. Juli 2006, 10:30
von Ralf Arnemann
> Oftmals kann man dazu zusätzlich auf Lodz verzichten,
> weil man statt des alle-Länder-Bonus ja schon den
> Baiern-Bonus besitzt.
Guter Punkt.
Man kann wohl sagen, daß man mindestens einen der beiden dicken Boni haben sollte. Entweder also "alle Länder" oder aber Baiern.
Nur mit den Klein-Boni (die ja auch schnell von Mitspielern gegrabscht werden) ist schlecht gewinnen.
Re: Thurn&Taxis-Baiern
Verfasst: 22. Juli 2006, 11:49
von wolfgang
ich denke, es trifft in 95% oder mehr zu. Die einzige Ausnahme, die ich in Erinnerung habe war ein 8:8 in einem 2er-Spiel, dass ich durch das Schlussmachplättchen gewonnen habe.