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Greentown Erfahrungen ?

Verfasst: 27. Oktober 2006, 10:10
von Olaf Leonhardt
Hallo !!

Wie sind denn Eure Erfahrungenund Meinungen zu dem Spiel Greentown ??

Mit freundlichen und spielerischen Grüssen ! :-)

Olaf

RE: Greentown Erfahrungen ?

Verfasst: 27. Oktober 2006, 12:53
von Marten Holst
Moin,

ich hoffe, ich erinnere jetzt das korrekte Spiel (das vom Bambusverlag), bin mir beim Titel nicht mehr so sicher:

Man sieht vor sich eine Art Stadtplan aus 10 Hexfeldern in drei Reihen zu drei, vier und drei Plättchen. Jedes Plättchen zeigt dabei zwei bis sechs nach außen gehende Straßenverbindungen (alle sind jeweis miteinander verbunden, und jede Kombination liegt bei, die Startaufstellung ist erst mal vorgegeben). Auf den beiden äußeren Feldern der Viererreihe befindet sich je ein Hotel, die sechs Felder der Dreiherreihen sind jeweils bewaldet (da steht ein Baum aufm Feld, jaja, ein Baum aufm Feld, dochdoch, ein Baum aufm Feld, der ist so naaaaaadlig). Ein verschlafenes Dorf. Unser Ziel ist es nun, den Ort etwas auszubauen, für Touristen interessanter zu machen, und den Touristen den Ort nachher auch zu zeigen.

Jeder Spieler hat vier Aktionsplättchen, für eines davon entscheidet er sich (im Spiel zu zweit für zwei), dreht es danach weg, und kann erst wieder darauf zurück greifen, wenn alle Aktionen einmal durchgeführt sind. Alle Aktionen (Bauen, Reisen, Bauen oder Reisen, Bauen und Reisen) lassen sich dabei auf zwei grundsätzliche Aktionstypen zurückführen.

(I) Bauen: Hier gibt es zunächst mal zwei "Plättchenaufwert"-Aktionen. Das kann sein: das anbauen eines neuen Plättchens am Stadtrand oder das "Aufwerten" eines Wegeplättchens in bester 18xx-Manier, allerdings sind hier immer alle Straßenausgänge von allen Eingängen erreichbar. Obendrein darf auf unbebauten Plättchen bis zu eine Verbindung verschwinden, das Plättchen muss aber dennoch "höheren Typs" sein, müssen also woanders zwei neue Ausgänge entstehen. Als zweites baut man dann eine "Touristenattraktion" in den Ort, Einkaufszentrum, Sportstätte oder Kulturtempel, indem man ihn auf ein freies Plättchen oder eines mit Wald legt. Der wird dann abgeholzt, dafür muss woanders ein neuer aufgeforstet werden.

(II) Reisen: Nun schicken wir eine Reisegruppe durch den Ort. Diese liegt vor uns in Form einer Auftragskarte, die mehreres enthält: die Tourdauer, die genau einzuhalten ist (man will möglichst viel vom Ort sehen, aber um 16:30h zum Kaffee zurück im Hotel sein), und das Interesse an den vier Attraktionstypen Natur (das sind die Wälder), Kultur, Shopping, Sport (das sind die von uns gebauten), wobei es ein "Mindestinteresse" an bis zu fünf Sehenswürdigkeiten gibt, das wollen die unbedingt sehen, und ein "potenzielles Interesse", das wäre auch noch ganz nett. Zeigt die Karte zum Beispiel einen gefüllten und danach zwei leere Bäume, so will der Touri unbedingt einmal Natur sehen, sonst ist der Trip doof, und bis zu zwei weitere fände er noch erholsam, der vierte wäre dann langweilig. Die Auswertung des Trips bedeutet nun, dass man eine Strecke findet, die genau die gewünschte Länge hat. Dabei dürfen Plättchen zwei Mal benutzt werden, Wege aber nicht, und Attraktionen zählen egal wie oft das Plättchen genutzt wurde nur einmal. Man macht eine Liste der Attraktionen. Ist alles, was der Touri zu sehen wünschte, gezeigt worden, so gibt es einen "Greenie" (Siegpunkt) für den Besitzer der jeweiligen Attraktion (Wälder "gehören" dem jeweiligen Reiseveranstalter). Sollte ein Bedarf übererfüllt sein, so entscheidet auch dieser, wo der Bus anhielt, dass Geld ausgegeben werden konnte. Sollten hingene "Pflichtanlaufstellen" gefehlt haben, so kostet ihn jede fehlende Anlaufstelle einen Greenie (die angelaufenen bringen dennoch noch Ertrag).

Am Ende Greenies haben ist dann voll toll.

Natürlich versucht man beim Bauen Plättchen nahe des sich eventuell verschiebenden Ortszentrums einzurichten und beim Reisen bevorzugt eigene Attraktionen anzusteuern. Handlungsspielraum ist gegeben, und so leichte 18xx-Parallelen taten sich auf. Aber so gerne ich das Spiel dann mögen wollte, es gelang mir leider in dem Probespiel nicht so recht. Es schien mir vorzeitig "beendet" zu sein in dem Sinne, dass die letzten Aufträge die grundsätzlich gefallene topologische Entscheidung nicht mehr ausgleichen können (kann aber natürlich auch an Spielfehlern gelegen haben) und das permanente Zählen und "ich brauch noch nen Umweg, dazu muss ich Strecken bauen, was baue ich wo noch dazu" war ein bissel zu verkopft für das an sich schöne Thema und relativ ansprechende Material. Ob die Startspielerposition wichtig ist, da waren wir uns nicht sicher, aber eine "Vermutungstendenz" geht auch hier gen "ja".

Ist aber nur ein einziger Messeeindruck :-)

RE: Greentown Erfahrungen ?

Verfasst: 27. Oktober 2006, 14:26
von Volker L.
Ich hatte 2 Wochen vor der Messe Gelegenheit, den fast fertigen
Prototypen zu spielen - ich kann mich Martens Fazit weitgehend
anschließen: Ich würde mich nicht weigeren, mitzuspielen wenn
andere es spielen wollen, muss es aber nicht selbst haben.

grüne Grüße, Volker

RE: Greentown Erfahrungen ?

Verfasst: 27. Oktober 2006, 15:13
von Ralf Rechmann
Ich kann nur von einer vorzeitig abgebrochenen 2er-Spielpartie auf der Messe berichten:

Ausstattung und grafische Aufmachung und Thema liessen mich Greentown auf meine Favoriten-Liste setzen. Die Regelerklärung am Stand war dann leider etwas konfus und widersprüchlich zum ausliegenden Regelheft. Egal, trotzdem gespielt, aber der Funke wollte nicht so recht überspringen. Es fehlte der Spannungsbogen im Spiel, weil man immer ein wenig gebaut oder ausgetauscht hat und dann seinen Auftrag erfüllte, Belohnung kassierte und zeitgleich darauf achtete, dass man mit seinen Bauten keine Vorlage für den Mitspieler bot. Das war es dann auch schon. Einzig die Regel, dass der Wald immer weiter an den Rand gedrängt wird, fand ich optisch reizvoll...

Eines der Spiele, die man eigentlich noch einmal in Ruhe fern des Messetrubels anspielen müsste. Allerdings bot es mir zu wenig Neuerungen, als dass ich es spontan gekauft hätte. Werde es aber sicherlich gerne bei einem anderen Greentown-Besitzer mitspielen und mir dann ein abschliessendes Urteil bilden.

Cu/Ralf

[PEEP] RE: Greentown Erfahrungen ?

Verfasst: 28. Oktober 2006, 13:45
von Günter Cornett
Marten Holst schrieb:
> ...

Hi, danke für das PEEP.
Es ist soweit richtig, bis auf ein Punkt, der auf der Messe falsch erklärt wurde:

> Ist alles, was der Touri zu sehen wünschte,
> gezeigt worden, so gibt es einen "Greenie" (Siegpunkt) für
> den Besitzer der jeweiligen Attraktion (Wälder "gehören" dem
> jeweiligen Reiseveranstalter). Sollte ein Bedarf übererfüllt
> sein, so entscheidet auch dieser, wo der Bus anhielt, dass
> Geld ausgegeben werden konnte. Sollten hingene
> "Pflichtanlaufstellen" gefehlt haben, so kostet ihn jede
> fehlende Anlaufstelle einen Greenie (die angelaufenen bringen
> dennoch noch Ertrag).

Es gibt vier Kategorien (Natur, Kultur, Sport, Shopping).
Pro Kategorie gibt es Minimum und Maximum an zu besuchenden Stationen. Wird das Minimum einer Kategorie unter- oder das Maximum überschritten, so gibt es für keine Station dieser Kategorie Punkte. Zudem wird dem aktiven Spieler einen Greenie pro nicht erfüllter Kategorie abgezogen.

Die Greenies messen sozusagen den Erholungswert für den Besucher. 4x Natur ist auch für einen Naturfreak zu viel, das macht ihm den Spaß zunichte, den er mit 2x oder 3x Natur gehabt hätte.

Sorry, manche Erklärer haben das Spiel erst auf der Messe kennengelernt, manche hatten mehrere Versionen im Kopf, da sie verschiedene Fassungen getstet hatten.

> Am Ende Greenies haben ist dann voll toll.

Jo, es müssen nicht möglichst viele sein, es reicht mehr zu haben als die anderen.
Soll heißen: wenn man dafür sorgt, dass die anderen wenig Greenies haben, ist das auch sehr toll.

> Natürlich versucht man beim Bauen Plättchen nahe des sich
> eventuell verschiebenden Ortszentrums einzurichten und beim
> Reisen bevorzugt eigene Attraktionen anzusteuern.
> Handlungsspielraum ist gegeben, und so leichte
> 18xx-Parallelen taten sich auf. Aber so gerne ich das Spiel
> dann mögen wollte, es gelang mir leider in dem Probespiel
> nicht so recht. Es schien mir vorzeitig "beendet" zu sein in
> dem Sinne, dass die letzten Aufträge die grundsätzlich
> gefallene topologische Entscheidung nicht mehr ausgleichen
> können (kann aber natürlich auch an Spielfehlern gelegen
> haben)

Was ichaus deiner und Ralfs Kritik (und auch bei bgg) so raushöre ist, lässt mich zu dem Schluß kommen: es wird 'zu konstruktiv' gespielt.

Durch die Aktionsplättchen ist man auch in der zweiten Spielhälfte gezwungen zu bauen. Grundlegende Veränderungen gibt es, wenn jemand auf seiner tollen Route mit einem Mal keine Bäume mehr hat oder drei Shopping-Center den Weg zur Kultur und Sport blockieren.

> und das permanente Zählen und "ich brauch noch nen
> Umweg, dazu muss ich Strecken bauen, was baue ich wo noch
> dazu" war ein bissel zu verkopft für das an sich schöne Thema
> und relativ ansprechende Material. Ob die
> Startspielerposition wichtig ist, da waren wir uns nicht
> sicher, aber eine "Vermutungstendenz" geht auch hier gen "ja".

Jo, das ist nicht ganz unwichtig. Im Spiel zu viert mit der vorgegebenen Startaufstellung, wo es vier in etwa gleichwertige besonders gute Felder für die erste Hütte gibt, hat der Startspieler einen leichten Nachteil, da er die schwerere Karte hat. Bei anderen Startaufstellungen verhält es sich anders.

Die dritte Startaufstellung (Bild rechts, letzte Seite der Regel) war lange Zeit die Standardaufstellung (bis Herne). Ich habe sie dann zweimal vereinfacht (Bild links und vorgegebene Startaufstellung Seite 2), weil ich das Feedback bekam, dass das Spiel zu schwierig war. Das destruktive Bauen ist mit dieser Aufstellung einfacher, weil schon viele Vierer und ein Fünfer liegen. Sind alle Fünfer verbaut, liegen die Vierer fest, so dass man manche Strecken durch geschicktes Bauen ganz gut blockieren kann. So still und friedlich vor sich hinbauen, ist dann nicht mehr. Die Kritik 'verkopft' ist dann aber auch nicht mehr so ganz von der Hand zu weisen. Wer gerne Strecken baut oder verbaut, sollte damit aber zurecht kommen.

Gruß, Günter

RE: Greentown Erfahrungen ?

Verfasst: 28. Oktober 2006, 13:51
von Günter Cornett
Ralf Rechmann schrieb:
>
> Ich kann nur von einer vorzeitig abgebrochenen
> 2er-Spielpartie auf der Messe berichten:
>
> Ausstattung und grafische Aufmachung und Thema liessen mich
> Greentown auf meine Favoriten-Liste setzen. Die
> Regelerklärung am Stand war dann leider etwas konfus und
> widersprüchlich zum ausliegenden Regelheft. Egal, trotzdem

Im Zweifelsfall gilt bei Bambus meistens(!) das Regelheft :)

> gespielt, aber der Funke wollte nicht so recht überspringen.
> Es fehlte der Spannungsbogen im Spiel, weil man immer ein
> wenig gebaut oder ausgetauscht hat und dann seinen Auftrag
> erfüllte, Belohnung kassierte und zeitgleich darauf achtete,
> dass man mit seinen Bauten keine Vorlage für den Mitspieler
> bot. Das war es dann auch schon.

gerade im Spiel zu zweit kann man nicht nur darauf achten, dem Mitspieler keine Vorlage zu liefern sondern ihn zwingen die Stationen zu nutzen. Man muss dann nicht so sehr darauf achten, dass man selbst eine optimale Route hat, sondern die des Gegenspielers kaputtbauen. Eine Hütte bauen, die man selbst selten nutzt, weil sie mehr im Gebiet des Gegenspielers liegt, ist mitunter ganz sinnvoll. Zudem kann man dabei einen baum ins eigene Gebiete holen oder in eine Sackgasse stellen.

> Einzig die Regel, dass der
> Wald immer weiter an den Rand gedrängt wird, fand ich optisch reizvoll...

Das ist nur zufällig nahe an der Realität. Vor allem ist es spieltechnisch von Bedeutung.

> Eines der Spiele, die man eigentlich noch einmal in Ruhe fern
> des Messetrubels anspielen müsste. Allerdings bot es mir zu

Ein löblicher Vorsatz, finde ich ;-)

Gruß, Günter

RE: [PEEP] RE: Greentown Erfahrungen ?

Verfasst: 28. Oktober 2006, 13:53
von Marten Holst
Moin,

> Es gibt vier Kategorien (Natur, Kultur, Sport, Shopping).
> Pro Kategorie gibt es Minimum und Maximum an zu besuchenden
> Stationen. Wird das Minimum einer Kategorie unter- oder
> das Maximum überschritten, so gibt es für keine Station
> dieser Kategorie Punkte.

das wäre tatsächlich auch insofern eine Änderung, weil jetzt auch erst das später von Dir angesprochene destruktive Spiel möglich wird. Vorher bestenfalls im "Waldbereich".

Tschüß
Marten