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Bolide - innovativ?

Verfasst: 27. November 2006, 16:37
von Flix
Zwar konnte ich Bolide noch nicht spielen (es steht auf der Weihnachtswunschliste), aber ein paar Beschreibungen, Rezis, Artikel usw. lassen sich im Netz schon finden. Hierbei lese ich immer wieder, wie "innovativ" der Mechanismus sei, wie "clever und ungewohnt" das Fahren der Fahrzeuge umgesetzt werde.

Wenn ich jetzt aber nichts übersehe (korrigieren, bitte!), ist das doch ein uraltes Bleistift-und-Papier-Spiel, das schon vor über 20 Jahren in einem dtv-Büchlein ("Das große Spielevergnügen") beschrieben war. Damals hatte ich das gern gespielt, aber warum heute so ein Wirbel gemacht wird wundert mich: Ist Bolide wirklich neuartig, oder hat nur noch niemand gemerkt, daß die Autoren da Ideenrecycling betrieben haben?

Das soll kein Vorwurf sein, ich freue mich, daß das Spiel ein elegantes Kleid verpaßt bekommen hat, aber die Hintergründe würden mich schon interessieren...

Grüße, Flix

Re: Bolide - innovativ?

Verfasst: 27. November 2006, 17:12
von Attila
Hiho,

Ich weiss nicht wo du gelesen hast das Bolide "innovativ" sei - ich kann damit auch nicht wirklich was anfangen.

Aber im Grunde hast du recht: Es ist dem "uralten" Pen&Paper von "vor über 20 Jahren" recht ähnlich. Tacara benutzt übrigens nahezu den gleichen Mechanismus, ist Spieltechnisch allerdings anders umgesetzt.

Hat aber absolut nichts mit Ideerecycling zu tun.

Atti

RE: Bolide - innovativ?

Verfasst: 27. November 2006, 17:28
von Flix
> Hat aber absolut nichts mit Ideerecycling zu tun.

Wieso nicht?
Nochmal zur Verdeutlichung - das im Buch beschriebene Spiel "Grand Prix" (1984, ohne Autorenangabe) liest sich /exakt/ so, wie die Beschreibungen von Bolide, die mir zugänglich waren.
Vielleicht sind heute ein paar Randdetails dazugekommen (Windschatten, Damages, o.ä.), aber das Fahren per se ist 100% identisch.

RE: Bolide - innovativ?

Verfasst: 28. November 2006, 13:26
von Dietrich
Moin, moin,
ich fand das 'Pen & Paper'-Spiel es sehr gut beschrieben in dem Buch 'Die schönsten Spiele mit Bleistift und Papier', Eugen Oker, Knaur 1980, Seite 98 ff.
Wie haben es häufig gespielt und ich hab es im Unterricht (Mathematik) oft zur Auflockerung und zur Übung geometrischen Denkens (Translation) eingesetzt.
Es ist doch bemerkenswert, wie mit einfachen Regeln ein 'Pen & Paper'-Spiel das Renngeschehen gut abbilden kann. Wir haben allerdings auch noch Schikanen eingebaut, z. B. ein Fahrbahnteiler, eine 'Verkehrsinsel' oder Ölflecken, auf denen eine Richtungs- und Geschwindigkeitsänderung nicht möglich ist usw.
Dieses 'Pen & Paper'-Spiel wurde schon einmal als 'Brettspiel' benutzt, allerdings nicht auf einem Quadrat-, sondern auf einem Sechseckgitter: 'Perry Rhodan' von Ass-Spiele. Schon aus diesem Grunde kann der Zugmechanismus von 'Bolide' für ein Brettspiel nicht innovativ sein.

Mit freundlichem Gruß
Dietrich