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Stiftung Warentest: Familienspiele
Verfasst: 15. Dezember 2006, 19:59
von VolkiDU
Hallo Spielergemeinde,
die Stiftung Warentest hat in ihrer Januar-Ausgabe von "test" einige Familienspiele auf fünf Seiten unter die Lupe genommen.
Die insgesamt 20 Spiele sind in vier Kategorien eingeteilt und von der Stiftung als gelungene Spiele klassifiziert.
Für die Kleinsten
Nacht der Magier
Los Mampfos
Der schwarze Pirat
Piratissimo
Von 0 auf 100
Giro Galappo
Spaß für die ganze Familie
Chincinnati
Thurn und Taxis
Packeis am Pol
Just4 Fun
Nottingham
Um Ru(h)m und Ehre
Celtica
Seeräuber
Aqua Romana
Für Taktiker und Tüftler
Aton
Blue Moon City
Timbuktu
Spezial
Looping Louie
Und weil Günter mitliest, ein kurzer Auszug aus dem Kommentar zu 'Packeis am Pool':
"Bei diesem kleinen Spiel stimmt alles"
Leider vermisse ich das eine oder andere Spiel im Bericht :-/
Gelesene Grüße
Volker
(dessen letzte Spielbestellung beim Versender heute als "In Bearbeitung" gekennzeichnet wurde, und somit erwarte ich die Sendung noch rechtzeitig. Und morgen gehts noch mal zum Spieleeinkaufen :-) )
Re: Stiftung Warentest: Familienspiele
Verfasst: 15. Dezember 2006, 20:18
von Hendrik
Ich warte ungeduldig auf eine "Bestechungsskandal bei Stiftung Wartentest aufgedeckt" Schlagzeile in einer uns allen bekannten Tageszeitung, anders kann ich mir die magere Ausbeute bei "Für Taktiker und Tüftler" nicht erklären... oder eben leider doch: die Jungs dort hatten keinen Bock auf richtige Strategie- und Taktikspiele, haben sich nicht richtig auf dem Markt umgeschaut und offensichtlich nur Spiele grosser Verlage getestet.
Hendrik
(wenn man nur Audi und BMW testet, kann Porsche nicht Testsieger werden)
Re: Stiftung Warentest: Familienspiele
Verfasst: 15. Dezember 2006, 22:31
von Droegi
Ich glaube, Testsieger gibt es im Bereich Spiele nicht. Den Schuh wollen sie sich dann wohl doch nicht anziehen.
Kategorie: Spaß für die ganze Familie (Korrektur)
Verfasst: 15. Dezember 2006, 22:57
von VolkiDU
Ein unterlaufender Flüchtigkeitsfehler --> Bei der Aufzählung habe ich ein Spiel vergessen. So, jetzt sind sie vollständig.
> Spaß für die ganze Familie
> Chincinnati
> Thurn und Taxis
> Packeis am Pol
> Just4 Fun
> Nottingham
> Um Ru(h)m und Ehre
> Celtica
> Seeräuber
> Aqua Romana
[b]Hart an der Grenze[/b]
Re: Stiftung Warentest: Familienspiele
Verfasst: 16. Dezember 2006, 11:37
von Hendrik
Mich stört vor allem das Ignorieren von kleineren Verlagen wie bspw.
Huch and Friends
Eggertspiele
Pro Ludo
welche durchaus auch empfehlenswerte Spiele verlegen.
Aber auch Days of Wonder oder Winning Moves mussten ohne Empfehlung auskommen. Keine Ahnung ob von diesen denn nun Spiele getestet wurden oder eben nicht.
Hendrik
Re: Stiftung Warentest: Familienspiele
Verfasst: 16. Dezember 2006, 15:17
von VolkiDU
Hendrik schrieb:
> Keine Ahnung ob von diesen denn nun Spiele getestet wurden oder eben nicht.
Mehr dazu in einem Antwortschreiben, die sich auf meine Anfrage von 2004 bezog.
http://www.spielbox-online.de/phorum4/read.php4?f=1&i=101746&t=101746
RE: Stiftung Warentest: Familienspiele
Verfasst: 16. Dezember 2006, 17:40
von Marten Holst
Moin,
> Mich stört vor allem das Ignorieren von kleineren Verlagen
> wie bspw.
> Huch and Friends
> Eggertspiele
> Pro Ludo
> welche durchaus auch empfehlenswerte Spiele verlegen.
> Aber auch Days of Wonder oder Winning Moves mussten ohne
> Empfehlung auskommen. Keine Ahnung ob von diesen denn nun
> Spiele getestet wurden oder eben nicht.
Stiftung Warentest testet allgemein meist nur leicht vom Durchschnittskonsumenten (im jeweiligen Bereich) erhältliche Produkte. Ich denke einfach, dass der Anspruch gar nicht ist, einen vollständigen Marktüberblick zu geben, sondern den sozusagen gegebenen Überblick im örtlichen Handel entsprechend zu bewerten (hier nur durch Positivempfehlungen).
Tschüß
Marten
Re: Stiftung Warentest: Kinderspielzeug
Verfasst: 16. Dezember 2006, 17:48
von Hendrik
Danke Volker,
Die Beschreibung des Testprozederes führte zu unfreiwilliger Erheiterung meinerseits :smile:
Da ist mal folgende Aussage der Stiftung Wartentest:
"die Spiele werden unter Aufsicht von Spielpädagogen gespielt, und zwar so, wie das die Altersangabe auf den Spielen vorsieht."
Ich stelle mir da also eine Gruppe 8 /10 /12jähriger Kinder vor und ein paar unrasierte in ungefärbten Baumwollpullover und Cordhose auftretende "Spielpädagogen".
Kann man überhaupt diesen Beruf gezielt erlernen, "Spielpädagoge"? Was zeichnet einen solchen aus? Hilft es, wenn man Päderast ist? :oops:
Ich stelle also fest: Die Stiftung WT erachtet Brettspiele als Kinderspielzeug, denn es gibt keine Erwachsenen, die diese testen würden. Das erklärt auch, warum beispielsweise kein Imperial oder Perikles getestet wird, da sind Kinder einfach keine Zielgruppe 'für.
Die Altersangaben sind dann auch das grosse Problem, es gibt irgendwie nur 4/6/8/10/12 Jahre als Mindestalter. In selten Fällen 14 und noch seltener 18, aber diese "Spiele" findet man dann eh nur im Erotik-Store :wink:
Während es bei Familienspielen, bzw. Spiel des Jahres sicher OK ist, zu überprüfen ob auch Kinder im Mindestalter das Spiel begreifen und spielen können, fehlt mir der Aspekt der spielenden Erwachsenen.
Und dies obwohl die Stifung weiter aussagt: "Die Beschreibung - welches Spiel für wen und unter welchen Umständen - ist für uns auch das wichtigste."
Gerade anspruchsvolle Spiele wie Age of Steam, Antike/Imperial, Die Fürsten von Florenz, Der eiserne Thron, Power Struggle usw. werden trotz jugendlicher Mindestalterangaben meistens von und für Erwachsene gekauft. Dieser Punkt wird von den Testern offensichtlich nicht berücksichtigt.
Aber dies betrifft nicht nur die anspruchsvollen, es gibt bei den Gelegenheitsspielern auch reine Erwachsenenrunden, welche Carcassonne und Zug um Zug spielen. Deshalb sollte die Stiftung ebenfalls auch den Erwachsenen-Standpunkt miteinbeziehen.
So seriös sich die Stiftung auch gibt, sitzt sie doch demselben alten Kliche auf, dass Brettspiele Kinderspielzeug darstellen. Schade.
Cheers Hendrik
(der in den Testergebnissen nur beschränkte Aussagekraft sieht)
Re: Stiftung Warentest: Kinderspielzeug
Verfasst: 16. Dezember 2006, 18:16
von VolkiDU
Hendrik schrieb:
> Danke Volker,
Bitteschöööööönnn :-)
> Die Beschreibung des Testprozederes führte zu unfreiwilliger
> Erheiterung meinerseits :smile:
> Da ist mal folgende Aussage der Stiftung Wartentest:
> "die Spiele werden unter Aufsicht von Spielpädagogen
> gespielt, und zwar so, wie das die Altersangabe auf den
> Spielen vorsieht."
> Ich stelle mir da also eine Gruppe 8 /10 /12jähriger Kinder
> vor und ein paar unrasierte in ungefärbten Baumwollpullover
> und Cordhose auftretende "Spielpädagogen".
> Kann man überhaupt diesen Beruf gezielt erlernen,
> "Spielpädagoge"? Was zeichnet einen solchen aus? Hilft es,
> wenn man Päderast ist? :oops:
Der Spielpädagoge wird wohl eine Weiterqualifizierung sein. Meine Freundin ist Dipl.-Pädagogin und hat sich nach dem Studium weiterqualifiziert. Die potentiellen Spielpädagogen werden sich wohl einer Abschlußprüfung unterziehen werden. Für mich ist das eine Qualifikation. :-)
Spielpädagoge: http://www.ams.or.at/b_info/ychoice/B1060.htm (spontaner Link aus Österreich)
> Ich stelle also fest: Die Stiftung WT erachtet Brettspiele
> als Kinderspielzeug, denn es gibt keine Erwachsenen, die
> diese testen würden. Das erklärt auch, warum beispielsweise
> kein Imperial oder Perikles getestet wird, da sind Kinder
> einfach keine Zielgruppe 'für.
Warum "nur" als Kinderspielzeug? Wo steht das denn? Hab' ich das etwa überlesen? :-?
In der Vergangenheit wurden auch veröffentlicht (eine Auswahl): Puerto Rico, San Juan, Louis XIV.....also auch anspruchsvollere. Alle weitere wäre reine Spekulation.
> So seriös sich die Stiftung auch gibt, sitzt sie doch
> demselben alten Kliche auf, dass Brettspiele Kinderspielzeug
> darstellen. Schade.
> (der in den Testergebnissen nur beschränkte Aussagekraft sieht)
Das habe ich so in der "test"-Antwort nicht herausgelesen. Trotz alledem vermisse ich das eine oder andere Spiel in der aktuellen Ausgabe. Darum hat mich der Bericht etwas enttäuscht. Wohingegen den meisten Normalo-Spieler - und das sind die eigentlichen Adressaten der Stiftung - weitergeholfen werden wird.
Spielegrüße
Volker
Re: Stiftung Warentest: Kinderspielzeug
Verfasst: 16. Dezember 2006, 20:02
von Hendrik
VolkiDU schrieb:
> Warum "nur" als Kinderspielzeug? Wo steht das denn? Hab' ich > das etwa überlesen? :-?
>
Die Stiftung schreibt (um sich abzugrenzen):
"[i]Die Untersuchung beruht nicht auf einem oder mehreren Spielekritikern.[/i]"
Es testen also keine "normalen" Leute (Erwachsene), von welchen man sonst üblicherweise Spieletests erwartet.
weiter:
"[i]die Spiele werden unter Aufsicht von Spielpädagogen gespielt,[/i]"
Wenn Erwachsene spielen würden, müssten diese nicht "unter Aufsicht" spielen. Fragebogen ausfüllen würde reichen.
Dass ausschliesslich Kinder spielen, darauf deutet auch folgende Betonung: "[i]und zwar so, wie das die Altersangabe auf den Spielen vorsieht.[/i]"
Wenn Erwachsene spielen würden, wäre die Altersangabe egal.
Dieser Satz lässt also auf eine Prüfung der Eignung der Mindestaltersangabe schliessen, was natürlich mit dementsprechend alten Kindern zu erfolgen hat (welche wiederum von den Spielepädagogen überwacht werden).
Es gibt keinen Hinweis darüber, dass zusätzlich zu Kindern auch noch Erwachsene die Spiele testen würden. Aus diesem Grund schliesse ich gänzlich aus, dass Erwachsene die Spiele benoten.
Aufgrund der Abwesenheit der Beurteilung der Spiele durch Erwachsene muss ich wiederum schliessen, dass die Stiftung es für nicht nötig hält.
Das "Warum" erkläre ich mir am wahrscheinlichsten damit, dass die Stiftung Brettspiele mit Kinderspielzeug gleichsetzt, welches gar nicht durch Erwachsene getestet zu werden braucht.
Die Zielgruppe "Kinder" testet ihre eigenen Produkte, das macht Sinn.
Natürlich gibt es eine Empfehlung für "Familienspiele", welches auch die Teilnahme von Erwachsenen beinhaltet. Diese Teilnahme wird aber als "den Kindern zuliebe" interpretiert.
Dies ist, wie ich den Text der Stiftung WT auffasse und interpretiere.
Darum kam ich zur Schlussfolgerung, "dass mir der Erwachsenen-Blickwinkel fehlt".
Cheers Hendrik
(der gerne mal wissen würde, wieviele % Kinder so ein "Spiel des Jahres" spielen und wieviele % Erwachsene.)
> In der Vergangenheit wurden auch veröffentlicht (eine
> Auswahl): Puerto Rico, San Juan, Louis XIV.....also auch
> anspruchsvollere. Alle weitere wäre reine Spekulation.
>
> > So seriös sich die Stiftung auch gibt, sitzt sie doch
> > demselben alten Kliche auf, dass Brettspiele Kinderspielzeug
> > darstellen. Schade.
> > (der in den Testergebnissen nur beschränkte Aussagekraft
> sieht)
>
> Das habe ich so in der "test"-Antwort nicht herausgelesen.
> Trotz alledem vermisse ich das eine oder andere Spiel in der
> aktuellen Ausgabe. Darum hat mich der Bericht etwas
> enttäuscht. Wohingegen den meisten Normalo-Spieler - und das
> sind die eigentlichen Adressaten der Stiftung -
> weitergeholfen werden wird.
>
> Spielegrüße
> Volker
Re: Stiftung Warentest: Kinderspielzeug
Verfasst: 16. Dezember 2006, 20:29
von VolkiDU
Hendrik schrieb:
> VolkiDU schrieb:
> > Warum "nur" als Kinderspielzeug? Wo steht das denn? Hab'
> ich > das etwa überlesen? :-?
> Die Stiftung schreibt (um sich abzugrenzen):
> "[i]Die Untersuchung beruht nicht auf einem oder mehreren
> Spielekritikern.[/i]"
Das ist doch auch vollkommen so in Ordnung.
> Es testen also keine "normalen" Leute (Erwachsene), von
> welchen man sonst üblicherweise Spieletests erwartet.
> weiter:
> "[i]die Spiele werden unter Aufsicht von Spielpädagogen
> gespielt,[/i]"
> Wenn Erwachsene spielen würden, müssten diese nicht "unter
> Aufsicht" spielen. Fragebogen ausfüllen würde reichen.
Spielpädagoge zu sein, ist doch ein wissenschaftlicher Job. Gerade dann wird auch bei Erwachsenen "unter Aufsicht" gespielt. Die Spielpädagogen werden wohl die Gesichtsausdrücke festhalten, gezeigtes Desinteresse, Wartezeiten in Sekunden notieren......nach dem Spiel mit Fragen die Spieler konfrontieren........praktische Wissenschaft :-)
> Dass ausschliesslich Kinder spielen, darauf deutet auch
> folgende Betonung: "[i]und zwar so, wie das die Altersangabe
> auf den Spielen vorsieht.[/i]"
Also so eine Angabe wie "10 bis 99". Die 10 habe ich schon längst überschritten, muß ich jetzt über 60 Jahre warten, um unter Aufsicht mal bei der Stiftung spielen darf? :lol:
> Wenn Erwachsene spielen würden, wäre die Altersangabe egal.
> Dieser Satz lässt also auf eine Prüfung der Eignung der
> Mindestaltersangabe schliessen, was natürlich mit
> dementsprechend alten Kindern zu erfolgen hat (welche
> wiederum von den Spielepädagogen überwacht werden).
Sicherlich wird die Angabe überprüft, ob wirklich ein 12jähriger (wie laut Verpackung) das spielen kann, was angegeben wird, oder doch erst ein 14jähriger, da die Anforderungen zu hoch sind. Ist doch auch ganz OK so.
Volker
Re: Stiftung Warentest: Familienspiele
Verfasst: 16. Dezember 2006, 20:52
von VolkiDU
Droegi schrieb:
> Ich glaube, Testsieger gibt es im Bereich Spiele nicht. Den
> Schuh wollen sie sich dann wohl doch nicht anziehen.
Ältere Schuhe gibt es hier: ;-)
http://www.stiftung-warentest.de/download/public.ashx/spiele.pdf?pool=online&type=file&id=spiele&lang=de&filetype=file&acctitle=spiele.pdf
Stiftung Warentest: ab in die Küche...
Verfasst: 19. Dezember 2006, 08:53
von Norman Bates
Machen wir uns doch nichts vor: Niemand kann überall und immer ein Experte sein, so sehr man sich auch bemüht.
Dementsprechend hat auch die Stiftung Warentest ihre Kompetenzschwächen, die nicht nur im Spielesektor offensichtlich ist, sondern z.B. vor allem im Elektronikbereich immer wieder auffällt.
Dies soll keine grundsätzliche Kritik sein an den Bewertungen in der aktuellen Ausgabe sein (schliesslich sind auch manche Meinungen in der Spielbox ab und zu etwas merkwürdig....hehe), doch scheinen mir die Kernkompetenzen der Stiftung im "Hausfrauen-Segment" zu liegen.
Will heissen: Brauchst Du Waschmaschine, gehst Du zu Lkw. Wenn gut haben, erst lesen Warentest, dann guckst Du guenstiger.de ;)
durchgetestete Gruesse,
NB