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Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 5. März 2007, 10:52
von heino
hi alle,
"besser spielen" war immer einer meiner lieblingsrubriken in der früheren spielbox.
inzwischen sind spiele aber teilweise derart komplex geworden, das ich für viele keine spielpartnerinnen mehr zusammenkriege.
la citta, endlich als schnäppchen erworben, ist so ein produkt.
mir selbst gefällt es total gut (siedler für anspruchsvolle)
für die meisten ist es arbeit, zu anstrengend...
schade drum.
el grande habe ich auch, ebenfalls vendetta.
letzteres ein "einfaches el grande"
hm... warum nicht ein vereifachtes la citta???
es gab mal diese "junior-regeln"
ist es wirklich so abwegig, diesen komplexen spielen eine "dummie-regel" beizulegen?
den spielen und denen, die damit spass statt arbeit haben wollen, täte es gut.
es geht mir nicht darum, spiele derart zu vereinfachen, dass es für freaks nicht mehr "spielbar" ist, sondern um eine "familiengerechtere" version.
die wünsch ich mir von la citta auch.
habt ihr ideen, wie das spiel so netrümpelt werden könnte, (karten reduzieren, regeln weglassen etc.) dass es trotzdem la citta bleibt?
grüsse
heino
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 5. März 2007, 11:22
von Braz
Hallo Heino,
selber denke ich, dass viele Spiele sehr einfach sind und die Regeln wirklich den Einstieg stark erschweren. Mir selber -als Vielspieler- macht dies zwar nicht so viel aus, gehöre ich zu den "Gestörten", welche Regeln wirklich sehr gerne lesen, kann es aber verstehen, dass viele Familien manches Spiel einfach ungespielt in die Ecke legen, weil die Regel einfach eine Nummer "zu groß" war UND DAS obwohl sie vielleicht das Spiel im Grunde hätten spielen können.
Eine super Idee fand ich da die Einführung des "Prof. Easy" von Kosmos. Gerade Kosmos ist sowieso da mE ein Vorbildreiter. Beim Manila hatte ich neben meiner "normalen" Einleitung auch noch eine Multmedia-CD dabei, welche die Regeln Schritt für Schritt erklärte.
Was ich sagen will: Ich würde ein Spiel nicht "verhunzen" und Regeln einfach so weglassen, um das Spiel familientauglicher zu bekommen, denn viele Spiele sind familientauglich - die Regel aber nicht. Beim Prof. Easy wird die Regel Schritt für Schritt spielerisch erklärt, d.h. Prof.Easy führt einen die ersten spielrunden "bei der Hand", erklärt mögliche Spielzüge, mögliche taktische Überlegungen etc. Dies tut er Runde für Runde, läßt aber immer mehr Punkte weg und gibt dir Runde für Runde immer mehr Freiheit, bis man am Ende alleine spielt.
Ein super Beispiel fand ich hier: Sternenschiff v Catan: An sich ein rel. schwer zu erlernendes Spiel, da es viele Optionen beinhaltet. Mit Prof.Easy war das Regelstudium aber ein Kinderspiel!
Kosmos bietet da oft die Möglichkeit zwischen beiden Regeln zu wählen: Es hat eine "normale Regel" in der Schachtel, aber auch die Prof.Easy -Anleitung ist oft mit von der Partie! Ich würde darin eine Möglichkeit sehen, Familienspiele einfacher zu gestalten. Die Regeln an sich und solches "abzuspecken" halte ich für einen falschen Weg.
Besten Gruß
Braz
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 5. März 2007, 11:27
von Christian Weiss
Wir testen die meisten Spiele erst zu zweit an (um regelfester zu werden), bevor wir sie in großen Gruppen spielen.
Lösung 1:
Jeder Spieler hat 2 Farben:
- wir spielen abwechselnd (A1 B1 A2 B2)
- jede Farbe spielt streng für sich
- kein Handel mit eigenen Farben
- die Siegpunkte der schwächeren Farbe sind ausschlaggebend (Knizia-Prinzip) oder alternativ die Summe beider Farben
Lösung 2:
Abwechselnd spielen beide Spieler den Dummy (A DA B, A DB B)
Reine Versteigerungsspiele sind trotzdem schwer zu zweit zu spielen, bei den anderen Spielen klappts ganz gut.
Nachtrag...
Verfasst: 5. März 2007, 12:14
von Braz
sry...hatte den Link vergessen:
Wollte dir ja noch eine spielehilfe zukommen lassen.
http://www.attila-products.de/modules.php?name=Downloads&d_op=search&query=La%20Citta
Oft ist es gut, die spielregel selber durchzulesen und dann beim Erklären der Familie auf die Spielhilfe, welche man jedem austeilt zurückzugreifen.
-> dann braucht man oft gar keine Vereinfachung des Spiels an sich (was ich eigetnlich auch mit meinem initialen Posting zum Ausdruck bringen wollte ;) (
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 5. März 2007, 12:17
von Andreas Last
Moin Heino,
du stellst da eine sehr interessante Frage gerade für Spieelautoren wie mich. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, die an sich einfachen Regeln auch einfach zu beschreiben. Vor solchen Nüssen hab ich auch schon einige Male gesessen und mir das Hirn zermartert, wie ich das jetzt mit möglichst einfachen Worten erklären soll, ohne dabei etwas wichtiges auszulassen. Zugegebenermaßen tendiere ich dann dazu, der Genauigkeit und Vollständigkeit die größere Proirität zu geben. Der Grund ist ganz einfach:
Ein vollständiges, dafür aber kompliziertes Regelwerk kann man sich mit genügend Anstrengung so weit erarbeiten, dass man das Spiel korrekt spielen kann.
Ein leicht verständliches, dafür unvollständiges Regelwerk macht es unmöglich, das Spiel nach den korrekten Regeln zu spielen.
Das soll natürlich keine Entschuldigung für gesetzestextähnliche Regelwerke sein. Ich möchte nur zeigen, dass das richtige Verhältnis zwischen Einfachheit und Korrektheit nicht immer leicht zu finden ist.
Auf jeden Fall geb ich Braz recht. Prof. Easy mit seinen "Schritt für Schritt"-Regelerklärungen ist da ein echt großer Wurf auf diesem Gebiet. Davon können sich einige andere Verlage, bzw. Autoren wirklich eien Scheibe abschneiden.
Andreas (der vielleicht auch durch seinen Werdegang vor allem eigene komplexe Satzkonstruktionen als weniger komplex empfindet, als andere)
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 5. März 2007, 17:35
von heino
Andreas Last schrieb:
> du stellst da eine sehr interessante Frage gerade für
> Spieelautoren wie mich. Aus eigener Erfahrung kann ich dir
> sagen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, die an sich
> einfachen Regeln auch einfach zu beschreiben.
hallo andreas,
einfache regeln sind das eine, sie zu beschreiben das andere.
nur...
was sind einfache regeln???
> Zugegebenermaßen tendiere ich dann dazu, der Genauigkeit und
> Vollständigkeit die größere Proirität zu geben. Der Grund ist
> ganz einfach:
eben nicht ;-)
> Ein vollständiges, dafür aber kompliziertes Regelwerk kann
> man sich mit genügend Anstrengung so weit erarbeiten, dass
> man das Spiel korrekt spielen kann.
und da liegt das problem.
wenn ein sppiel anstrengend ist, ist es keins mehr!!!
> Ein leicht verständliches, dafür unvollständiges Regelwerk
> macht es unmöglich, das Spiel nach den korrekten Regeln zu
> spielen.
...zu erarbeiten
> Das soll natürlich keine Entschuldigung für
> gesetzestextähnliche Regelwerke sein. Ich möchte nur zeigen,
> dass das richtige Verhältnis zwischen Einfachheit und
> Korrektheit nicht immer leicht zu finden ist.
die essener feder wird ja immer noch verleihen...
> Auf jeden Fall geb ich Braz recht. Prof. Easy mit seinen
> "Schritt für Schritt"-Regelerklärungen ist da ein echt großer
> Wurf auf diesem Gebiet. Davon können sich einige andere
> Verlage, bzw. Autoren wirklich eien Scheibe abschneiden.
was das "regelerklären" betriifft ja, nur spiele, die du nihct intuitiv spielen kannst, sind das noch "spiele"?
okay, diese frage geht etwas vom thema ab.
aber ich denke immer noch, dass mit einem reduzierten regelwerk der zugang zum jeweiligen spiel leichter wird als mit einer seitenlangen korrekten spielregel.
denn es geht nicht darum, was du oder ich oder die ganzen milieugeschädigten ;-) hier im forum verständlich finden, sondern um die schon öfter zitierte "einstiegshürde", und die ist bei vielen heiutigen spielen zu hoch.
einfache spiele - nein.
denn die werden ja von "uns" meist abgelehnt.
komplexere spiele aber, die eine leichtere Einstiegsversion anbieten, haben chancen bei beiden zielgruppen und bieten ein gewwises "bildungspotential" in richtung spiele.
grüsse
heino
>
> Andreas (der vielleicht auch durch seinen Werdegang vor allem
> eigene komplexe Satzkonstruktionen als weniger komplex
> empfindet, als andere)
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 5. März 2007, 17:56
von Braz
heino schrieb:
> was das "regelerklären" betriifft ja, nur spiele, die du
> nihct intuitiv spielen kannst, sind das noch "spiele"?
Hallo Heino,
öhm....definitives und ganz klares "JA, natürlich sind das dann noch Spiele"!
Intuitiv bedeutet ja: Ich packe das Spiel aus, sehe das Material und kann sofort losspielen, quasi der Intuition (=Eingebung) folgend. Bei welchem Spiel geht denn das bitte?! Gut, es mag Spiele geben, bei denen das geht, aber in der Regel muß man schon ein Regellesen betreiben, damit man das Spiel im Sinne des Autors spielen kann.
..oder habe ich dich da eben falsch verstanden...?
Gruß
Braz
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 6. März 2007, 10:40
von heino
Braz schrieb:
>
> heino schrieb:
> > was das "regelerklären" betriifft ja, nur spiele, die du
> > nihct intuitiv spielen kannst, sind das noch "spiele"?
>
> Hallo Heino,
>
> öhm....definitives und ganz klares "JA, natürlich sind das
> dann noch Spiele"!
moin braz,
hatte ja spiele in gänsefüsschen gesetzt...
> Intuitiv bedeutet ja: Ich packe das Spiel aus, sehe das
> Material und kann sofort losspielen, quasi der Intuition
> (=Eingebung) folgend. Bei welchem Spiel geht denn das bitte?!
es ging mir mehr ums regelkonstrukt und deren augestetzte themen und umgekehrt.
> Gut, es mag Spiele geben, bei denen das geht, aber in der
> Regel muß man schon ein Regellesen betreiben, damit man das
> Spiel im Sinne des Autors spielen kann.
schon klar. und ich selber hab damit auch keine probs. es ist nur so, das sich viele gelegenheitsspielerinnen von der fülle des materials und daraus zu schliessenden regeln erschlagen fühlen.
und la citta ist vom regelwerk kein schwieriges spiel, denn in der einführung (eingabe - intuition) wird der ablauf sehr verständlich erklärt. deshalb find ich es schade, wenn es kaum auf den tisch kommt.
"nein heino, nicht schon wieder ein neues spiel"
ist der standardsatz vieler meiner gelegenheitsspielerinnen...
bei carcassonne z. b. lasse ich beim ersten mal alle erweiterungen und die bauernregel weg und schon kanns ohne grosses regelerklären losgehen.
thurn und taxis bietet ähnliche möglichkeiten eines einstiegsspieles.
ich sehe das als chance für spielerinnen und fürs mitienander und nicht als verhunzung und affront gegen die autorinnen des spiels.
grüsse
heino
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 6. März 2007, 11:30
von Braz
Hallo Heino,
ah...ok, dann hatte ich dich mit "intuitiv" i.d.T. falsch verstanden. ;)
heino schrieb:
> es ging mir mehr ums regelkonstrukt und deren augestetzte
> themen und umgekehrt.
Jup, manche Spiele wirken wie aufgesetzt. ...oder wie Heinrich Glumpler mal gesagt hat :"...Bei Uhrmacherspielen steht - im Gegensatz zu "Erzählerspiel" - der Mechanismus im Vordergrund."
> schon klar. und ich selber hab damit auch keine probs. es ist
> nur so, das sich viele gelegenheitsspielerinnen von der fülle
> des materials und daraus zu schliessenden regeln erschlagen
> fühlen.
Hmmm...denkst du echt, dass die Fülle des Materials einen erschlagen kann?! Ich denke eher nicht, denn wenn ich mir Heroscape anschaue, dann ist da eine Menge Material drin, aber man wird mE in keinster Weise erschlagen....
Ich -für meinen Teil- habe eher oft Probleme mit Spielen mit wenig Spielmaterial und knackiger zackiger Anleitung, denn dann kommt es im Regelwerk oft wirklich auf jedes hunderdste im Satz an....
> und la citta ist vom regelwerk kein schwieriges spiel, denn
> in der einführung (eingabe - intuition) wird der ablauf sehr
> verständlich erklärt. deshalb find ich es schade, wenn es
> kaum auf den tisch kommt.
Jup, kann ich verstehen. La Citta finde ich auch wirklich klasse, denke aber auch, dass es kein aufgrund des Umfangs und der Komplexität nicht oft bei vielen auf den Tisch kommt.....
Aber insgeheim ist La Citta -so finde ich zumindest- nicht das leichteste Spiel und für eine Durchschnittsfamilie mit 1-2 kleineren Kindern (sagen wir mal so um die 8 Jahre) rel. schwer zu verstehen....Da bieten sich dann doch mE andere Spiele besser an, wie z.B. Carcassonne o.ä.
> "nein heino, nicht schon wieder ein neues spiel"
>
> ist der standardsatz vieler meiner gelegenheitsspielerinnen...
*hehe -> kenne ich nur zu gut. "Nein, nicht schon wieder ein neues Spiel...Wollen wir nicht erstmal das alte öfters spielen, um Strategien auszuarbeiten/verfeinern?!" ...und selber hat man ein neues Spiel und brennt geradezu darauf, in das Spiel einzutauchen ;)
> bei carcassonne z. b. lasse ich beim ersten mal alle
> erweiterungen und die bauernregel weg und schon kanns ohne
> grosses regelerklären losgehen.
Sinnvoll, denn Carcassonne als Basisspiel ist sehr leicht verständlich. Aber gerade die Zusatzregeln der Erweiterungen sind teilweise uferlos und für einen Anfänger überaus schwer zu merken/verstehen.
> ich sehe das als chance für spielerinnen und fürs mitienander
> und nicht als verhunzung und affront gegen die autorinnen des
> spiels.
Prinzipiell ist es mE schon oft eine Sache des Regelerklärens. Viele Spiele -wie du schon mE richtig angemerkt hattest, sind -auf die Basis herabgebrochen- wirklich sehr einfach zu verstehen. Zum Glück habe ich da einen Spielkreis mit einem sehr sehr guten Regelerklärer, welcher mir so manches Einstieg in diverse Spiele super vereinfacht hat. Zudem liebe ich eh das Regelstudium und es macht mir wirklich Spaß mir im Geiste das Spiel vorzustellen, wie es denn funktioniert. Nur ist das leider nicht bei jedem so, und so ist ein guter Regelerklärer oft die halbe Miete ;)
...und zu deinem initialen Posting nochmal: Ich würde in einer vereinfachteren Regel für Einsteiger da einen Schritt in die falsche Richtung sehen. denn der Shuß kann nach hinten für das Spiel losgehen. So kann z.B. ein sehr gutes Spiel vollkommen durch das Weglassen diverser regelpassagen einfach zu einem "langweiligen Larifari" werden, negative Kritik bekommen und sogar andere dazu anregen, gerade dieses Spiel nun nicht zu kaufen, da es ja langweilig ist. Nähme man nun aber alle Regelpassagen hinzu ist das Spiel vielleicht interessanter und spannender, da taktischer und entwickelt gerade erst danach seinen vollen Reiz.....
nochmal: Ich würde eher Prioritäten in Bezug auf "Regel erklären" und nicht auf "Regel vereinfachen" setzen.
Besten Gruß
Braz
>
> grüsse
> heino
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 6. März 2007, 13:06
von heino
Braz schrieb:
> Hmmm...denkst du echt, dass die Fülle des Materials einen
> erschlagen kann?! Ich denke eher nicht, denn wenn ich mir
> Heroscape anschaue, dann ist da eine Menge Material drin,
> aber man wird mE in keinster Weise erschlagen....
hi braz,
du bist kein massstab ;-)
und ich auch nicht.
> Ich -für meinen Teil- habe eher oft Probleme mit Spielen mit
> wenig Spielmaterial und knackiger zackiger Anleitung, denn
> dann kommt es im Regelwerk oft wirklich auf jedes hunderdste
> im Satz an....
denk immer dran: hobbyspielerinen sind ne spezielle rasse...
> Aber insgeheim ist La Citta -so finde ich zumindest- nicht
> das leichteste Spiel und für eine Durchschnittsfamilie mit
> 1-2 kleineren Kindern (sagen wir mal so um die 8 Jahre) rel.
> schwer zu verstehen....Da bieten sich dann doch mE andere
> Spiele besser an, wie z.B. Carcassonne o.ä.
nicht nur für 8jährige.. auch viele "erwachsene" checken`s nicht
> Sinnvoll, denn Carcassonne als Basisspiel ist sehr leicht
> verständlich. Aber gerade die Zusatzregeln der Erweiterungen
> sind teilweise uferlos und für einen Anfänger überaus schwer
> zu merken/verstehen.
genau da liegt aber doch der ansatz:
basisspiel = einfach
erweiterungen (bereits enthalten) = für uns hier
> Prinzipiell ist es mE schon oft eine Sache des
> Regelerklärens. Viele Spiele -wie du schon mE richtig
> angemerkt hattest, sind -auf die Basis herabgebrochen-
> wirklich sehr einfach zu verstehen.
heckmeck am bratwurmeck - erklären....
> Zum Glück habe ich da
> einen Spielkreis mit einem sehr sehr guten Regelerklärer,
> welcher mir so manches Einstieg in diverse Spiele super
> vereinfacht hat.
das ist viel wert. es kommt nämlich darauf an, allgemeinn nachvollziehbar den ablauf zu vermitteln: sinn/ziel des spiels, dann die regeln im kontext zum material und ablauf, und was auch wichtig is, und das gehört bei der la citta-spielregel auch auf die erste seite: strategische tipps.
> Zudem liebe ich eh das Regelstudium und es
> macht mir wirklich Spaß mir im Geiste das Spiel vorzustellen,
> wie es denn funktioniert. Nur ist das leider nicht bei jedem
> so, und so ist ein guter Regelerklärer oft die halbe Miete ;)
geht mir genau so.ich verzweifle nur an solche deppe, die nichgt mal das prinzip von "bauernschlau" schnallen ;-)
> ...und zu deinem initialen Posting nochmal: Ich würde in
> einer vereinfachteren Regel für Einsteiger da einen Schritt
> in die falsche Richtung sehen. denn der Shuß kann nach hinten
> für das Spiel losgehen. So kann z.B. ein sehr gutes Spiel
> vollkommen durch das Weglassen diverser regelpassagen einfach
> zu einem "langweiligen Larifari" werden,
nein, es soll ja nix grundsätz "aus den Karton" verbannt werden. bei carcassonnnes grosspackung wird es doch praktiziert,. jede/r kann das einfache grundspiel spielen, später, wenn das "sitzt" mit einer oder allen erweiterungen. dem grundspiel fehlte nämlich das element des "anderen einen reinwürgen" und die vielen zuätze machen das spiel halt "anspruchsvoller"
diese prinzip eines komplexen (mit beiliegenden erweiterungen" spiels, welchjes auch einfach gespielt werden kann, ist für mich der schlüssel.
Nähme man nun
> aber alle Regelpassagen hinzu ist das Spiel vielleicht
> interessanter und spannender, da taktischer und entwickelt
> gerade erst danach seinen vollen Reiz.....
muss aber nicht sein, viele "profis" spielen carca ohne erweiterungen...
> nochmal: Ich würde eher Prioritäten in Bezug auf "Regel
> erklären" und nicht auf "Regel vereinfachen" setzen.
beides, warum nicht?!
grüsse
heino
Re: Spiele/Regeln für "Dummies"
Verfasst: 7. März 2007, 20:00
von Peter Gustav Bartschat
heino schrieb:
> habt ihr ideen, wie das spiel so netrümpelt werden könnte,
> (karten reduzieren, regeln weglassen etc.) dass es trotzdem
> la citta bleibt?
Ach, weißt du, lieber Heino, ich fürchte, da würde diese Art von Ideen zusammen kommen, mit denen Filmproduzenten und -verleiher viel zu oft an 120-Minuten-Filme herangehen und sie auf 90 Minuten kürzen, damit die Kinos eine Vorstellung mehr pro Tag zeigen können ... oder mit denen das ZDF bei den alten Star Trek-Folgen immer die ersten 5 Minuten weggelassen hat, damit die Folgen ins Samstag-Nachmittag-Programm-Schema passten ...
Wenn ein Spiel fertig ist und gut funktioniert, dann gibt es darin nichts mehr, das man "entrümpeln" könnte. Ganz bestimmt kann man immer noch was weglassen, und die ersten beiden Opfer, die bei so einer "Entrümpelungsaktion" weggelassen werden, sind vermutlich die Ausgewogenheit und der Spielspaß.
Mein Ding ist das nicht, aber wer´s mag!
Mein Tipp ist: Ehe du ein gutes Spiel zu einem bestenfalls durchschnittlichen zusammenstreichst, spiele eins, das deinen Anforderungen entspricht, wie es ist. Es gibt auch eine ganze Menge sehr gute Spiele mit leicht erlernbaren Regeln und kurzer Spieldauer.
Vielleicht muss es gar nicht La Citta sein, wenn Alhambra oder Sankt Petersburg oder Ohne Furcht und Adel als Ausbau-Spiele mit weniger Regel-Umfang doch auch eine Menge Spaß machen können.
Mit einem lieben Gruß
Gustav
Spiel vs. Arbeit und einfache Regeln
Verfasst: 8. März 2007, 02:08
von Roman Pelek
Hi Heino,
heino schrieb:
> einfache regeln sind das eine, sie zu beschreiben das andere.
> nur...
> was sind einfache regeln???
Kurz, eingängig, präzise formuliert und möglichst lückenlos?
> und da liegt das problem.
> wenn ein sppiel anstrengend ist, ist es keins mehr!!!
Da gehen die Meinungen naturgemäß weit auseinander, denn was noch "Spiel" und was schon "Arbeit" ist, ist hochgradig subjektiv. Ich persönlich finde, die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt bleiben - ein Spiel, das mir viel "Arbeit" (beim Regelstudium, beim Nachdenken während des Spiels) zumutut, muss diesen Anspruch auch entlohnen (durch den Spielspaß, durch nachvollziehbare Spielverläufe und -ausgänge).
> > Ein leicht verständliches, dafür unvollständiges Regelwerk
> > macht es unmöglich, das Spiel nach den korrekten Regeln zu
> > spielen.
> ...zu erarbeiten
Da möchte ich dann doch widersprechen. Es gibt viele einfach erfassbare, eindeutige Regelwerke. Aber auch einige einfache, hochgradig lückenbeseelte Exemplare, denen mit der besten Erarbeitung nicht beizukommen wäre, ohne dass daraus ein erarbeitungswürdiges Spiel erwüchse.
Eine der besten Möglichkeiten überhaupt, um ein prinzipiell einfaches, nachgerade primitives Spiel in eine solch unüberschaubare Regelhölle umzuwandeln ist z. B. der massive Einsatz von zeitlich beliebig einsetzbaren, sich gegenseitig beeinflussenden Sonderkarten (Action, Counteraction etc. pp.).
> die essener feder wird ja immer noch verleihen...
Ja, aber zu Recht nicht nur an einfache Spiele.
> was das "regelerklären" betriifft ja, nur spiele, die du
> nihct intuitiv spielen kannst, sind das noch "spiele"?
M. E. ja. Aber es muss einen sehr guten Grund dafür geben, warum etwas nicht intuitiv ist. Denn, und da stimme ich Dir vorbehaltlos zu, sollte alles so intuitiv wie möglich sein.
> aber ich denke immer noch, dass mit einem reduzierten
> regelwerk der zugang zum jeweiligen spiel leichter wird als
> mit einer seitenlangen korrekten spielregel.
Damit rührst Du am Kern eines jeden Spiels: geht es einfacher, ohne merklich an Substanz zu verlieren - mach es einfacher. Geht es nicht, mach ein Freakspiel draus und finde Dich damit ab, dass Du keine breite Zielgruppe hast.
Von Larifari-Versionen komplexer Spiele halte ich nicht sonderlich viel. Die sind weder Fisch noch Fleisch und werden keiner Klientel gerecht. Auch von diversen Varianten in einer Regel (mal 'ne minimale Profivariante, okay, aber das war's dann auch) bin ich nicht sonderlich überzeugt. Denn letztlich verwirrt es nur, und keiner weiß mehr, was für ihn geeignet ist und was er mit wem spielen soll.
> denn es geht nicht darum, was du oder ich oder die ganzen
> milieugeschädigten ;-) hier im forum verständlich finden,
> sondern um die schon öfter zitierte "einstiegshürde", und die
> ist bei vielen heiutigen spielen zu hoch.
Es hilft aber nichts, komplexe Spiele, deren Komplexität gerechtfertigt ist, mutwillig herunterzubrechen, das führt zu nichts außer zu Qualitätsverlust. Außerdem sollte es ja auch weiterhin komplexe - nicht komplizierte - Spiele geben.
Es gibt schlicht kein Patentrezept dafür, es liegt im Aufgabenbereich der jeweiligen Autoren und Redakteure, abzuklopfen, wieweit sich ein Spiel reduzieren lässt. M. E. sollte man ein Spiel im Sinne aller immer maximal bis kurz vor den Punkt, wo es schädlich wird, reduzieren. Nur manche Spiele sind dann halt Kinderspiele, andere Familienspiele, wiederum andere aber auch Freakspiele. Man sollte dann aber auch akzeptieren, dass man unter ein gewisses Level mit dem vorliegenden Spiel nicht gehen kann, ohne es ad absurdum zu führen. Und im marketingtechnisch allerbesten Falle kommt dann auch mal ein Spiel raus, das zielgruppenübergreifend funktioniert.
> einfache spiele - nein.
> denn die werden ja von "uns" meist abgelehnt.
Ja, dieses hier mancherorten anzutreffende "Höher - schneller - weiter" hat der Spieleszene schon manch überladenes, vielbejubeltes Monster beschert. Aber bei weitem nicht alle hier denken so simpel über einfache respektive komplexe Spiele.
> komplexere spiele aber, die eine leichtere Einstiegsversion
> anbieten, haben chancen bei beiden zielgruppen und bieten ein
> gewwises "bildungspotential" in richtung spiele.
Komplexe Spiele, die leicht zugänglich sind, haben Chancen bei beiden Zielgruppen und besitzen dieses Potenzial. Aber das sind am schwierigsten zu entwickelnden Spiele überhaupt. Künstlich simplifizierte Einstiegsversionen zu Spielen, die dieses nicht leisten können, helfen da in meinen Augen allerdings nicht.
Ciao,
Roman