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Das Geheimnis von Mont Saint Michel
Verfasst: 3. April 2007, 17:36
von Peter
Hallo,
das obige Spiel müsste ja inzwischen - mehr als ein Jahr nach der ersten Ankündigung - erhältlich sein. Ich finde das Thema schön, und auch die Illustrationen, die man bei www.dreimagier.de sehen kann. Allerdings war die Resonanz auf den Prototyp in Essen ja vernichtend, so dass ich das Spiel nicht ohne weiteres kaufen werde. Aber vielleicht gibt es schon Erfahrungen? Hat sich viel geändert im Vergleich zum Prototyp? Und ist es nur ein augemotztes Kinderspiel, oder hat es etwas mehr Anspruch?
Freue mich auf Berichte.
Viele Grüße
Peter
Re: Das Geheimnis von Mont Saint Michel
Verfasst: 4. April 2007, 09:36
von MartinaS
Hallo Peter,
ich hatte vor 2 Wochen die Gelegenheit das Spiel auszuprobieren. Dabei handelte es sich noch um einen Prototypen, aber soweit ich informiert bin, wurde letzte Woche produziert. Also sollte doch ganz bald das Spiel im Handel sein und auch gekauft werden.
Wer ein leicht eingängiges Kinderspiel erwartet (was die Grafik unter Umständen suggerieren kann) wird sicherlich enttäuscht sein, aber Familien, die aus "Geistertreppe" und "Nacht der Magier" herausgewachsen sind bestimmt begeistert.
Das Spiel hat unglaublich viel Taktik und Bluff und ist super kommunikativ. Denn anfangs weiß ja keiner, wer welche Spielfigur besitzt. Also reizt man die anderen Spieler, in dem man ihnen Minus-Karten zuspielt, sie auf die unmöglichsten Plätze bugsiert und abwartet, wer sich dann mit einer merkwürdigen Argumentation aufmacht, um die Figur wieder in eine gute Position zu bringen. Jeder Spieler darf im Verlauf 3 Figuren öffnen und den darin befindlichen Zettel lesen. Damit weiß man natürlich erstmal mehr als die Mitspieler, kann sich Verbündete suchen (die die selbe Figur geöffnet haben) oder die anderen verunsichern.
Ich werde mir das Spiel auf jeden Fall kaufen, denn die Regeln sind super einfach, das Material, die Geschichte und die Grafik wie immer stimmig und ich sehe es schon kommen, der nächste Urlaub findet in Frankreich statt.
Schöne Grüße,
MartinaS
Re: Das Geheimnis von Mont Saint Michel
Verfasst: 4. April 2007, 12:56
von Olav Müller
MartinaS schrieb:
> Das Spiel hat unglaublich viel Taktik und Bluff und ist super
> kommunikativ. Denn anfangs weiß ja keiner, wer welche
> Spielfigur besitzt. Also reizt man die anderen Spieler, in
> dem man ihnen Minus-Karten zuspielt, sie auf die
> unmöglichsten Plätze bugsiert und abwartet, wer sich dann mit
> einer merkwürdigen Argumentation aufmacht, um die Figur
> wieder in eine gute Position zu bringen. Jeder Spieler darf
> im Verlauf 3 Figuren öffnen und den darin befindlichen Zettel
> lesen. Damit weiß man natürlich erstmal mehr als die
> Mitspieler, kann sich Verbündete suchen (die die selbe Figur
> geöffnet haben) oder die anderen verunsichern.
Hm ... jetzt bin ich unsicher. Ich hatte das Spiel auf der Spielemesse in Essen 2006 auch schon einmal gespielt, aber nach ca. zwei Dritteln abgebrochen. Holger fasste es dann hier im Forum für mich relativ passend zusammen:
Am Anfang, wenn keiner der Spieler irgendwelche Information hat, werden den verschieden Farben wahllos Punkte zugeschanzt, später kann jeder Spieler maximal von drei Mönchen die Identität herausbekommen. Also weiter wahlfrei den anderen Farben Punkte zuschachern, wenn man nicht seinen 50/50 Treffer gelandet hat und sich selber kennt.
Hat sich an dieser Einschätzung noch was geändert? Kann ich gezielter spielen, wenn ich nicht weiß, welche Figur ich habe? Oder reduziert es sich darauf, die Figuren die ich nicht habe, möglichst in die Pfanne zu hauen, um nicht letzter zu werden?
CU,
Olav
Re: Das Geheimnis von Mont Saint Michel
Verfasst: 4. April 2007, 13:27
von Michael Schlepphorst
Olav Müller schrieb:
>
> Am Anfang, wenn keiner der Spieler irgendwelche Information
> hat, werden den verschieden Farben wahllos Punkte
> zugeschanzt, später kann jeder Spieler maximal von drei
> Mönchen die Identität herausbekommen. Also weiter wahlfrei
> den anderen Farben Punkte zuschachern, wenn man nicht seinen
> 50/50 Treffer gelandet hat und sich selber kennt.
So ging es uns damals auch, obwohl mich das Spiel von der Idee her sehr gereizt hat. Also wäre auch ich über ein Info dankbar ob sich an den Grundregeln noch etwas elementares geändert hat.
Ansonsten ist es endlich mal wieder ein Spiel welches ich nicht kaufen "muss" ;-)
Grüße
Michael
Re: Das Geheimnis von Mont Saint Michel
Verfasst: 7. April 2007, 01:09
von Andreas Keirat
Olav Müller schrieb:
>
> MartinaS schrieb:
> > Das Spiel hat unglaublich viel Taktik und Bluff und ist super
> > kommunikativ. Denn anfangs weiß ja keiner, wer welche
> > Spielfigur besitzt. Also reizt man die anderen Spieler, in
> > dem man ihnen Minus-Karten zuspielt, sie auf die
> > unmöglichsten Plätze bugsiert und abwartet, wer sich dann mit
> > einer merkwürdigen Argumentation aufmacht, um die Figur
> > wieder in eine gute Position zu bringen. Jeder Spieler darf
> > im Verlauf 3 Figuren öffnen und den darin befindlichen Zettel
> > lesen. Damit weiß man natürlich erstmal mehr als die
> > Mitspieler, kann sich Verbündete suchen (die die selbe Figur
> > geöffnet haben) oder die anderen verunsichern.
>
> Hm ... jetzt bin ich unsicher. Ich hatte das Spiel auf der
> Spielemesse in Essen 2006 auch schon einmal gespielt, aber
> nach ca. zwei Dritteln abgebrochen. Holger fasste es dann
> hier im Forum für mich relativ passend zusammen:
>
> Am Anfang, wenn keiner der Spieler irgendwelche Information
> hat, werden den verschieden Farben wahllos Punkte
> zugeschanzt, später kann jeder Spieler maximal von drei
> Mönchen die Identität herausbekommen. Also weiter wahlfrei
> den anderen Farben Punkte zuschachern, wenn man nicht seinen
> 50/50 Treffer gelandet hat und sich selber kennt.
>
>
> Hat sich an dieser Einschätzung noch was geändert? Kann ich
> gezielter spielen, wenn ich nicht weiß, welche Figur ich
> habe? Oder reduziert es sich darauf, die Figuren die ich
> nicht habe, möglichst in die Pfanne zu hauen, um nicht
> letzter zu werden?
>
> CU,
> Olav
Hallo Olav!
Ich habe das fertig produzierte Spiel heute das erste Mal spielen können. Leider hatte ich in Essen nicht die Gelegenheit, den Prototypen zu testen und weiß daher nicht, wie genau sich beide Versionen unterscheiden (wenn überhaupt).
Hier mein Eindruck bei einer Partie zu dritt:
Am Anfang wurden alle Figuren erst einmal aus dem Dorf gezogen und mehr oder weniger auf der Insel verteilt. Bis irgendwann einmal die erste Informationskarte kam, wurden die Karten nach Möglichkeit wirklich gleichmäßig verteilt. Jeder Spieler kann weiterhin nur dreimal in Spielfiguren schauen, wenn er eine dieser "Nachschau"-Karten gezogen hat. Ich hatte Glück und erwischte gleich meine Figur, später hatte ich dann noch zwei Dummies erwischt, was aber nichts ausmachte. Nachdem ich ja meine Figur herausbekommen hatte, wurden die Karten nach Möglichkeit auf die beiden Dummys und ein wenig auf meine Figur gelegt, um die beiden Mitspielerinnen zu verwirren.
Später im Spiel haben beide Damen ebenfalls ihre Figur entdeckt. Ich konnte durch das frühe Wissen allerdings schon effektiv ihre Sammelleidenschaften stören.
Das Ende war knapp und fiel 11/10/7 aus, wobei die letzte Karte eine -3 war, die zum dritten Platz der einen Dame geführt hat.
Das Spielgefühl war durchwachsen. Am Anfang gab es nur ein relativ planloses Laufen und erst nach gut 2/3 des Spiels konnte man etwas besser spielen. Wenn es beim Nachschauen für einen Spieler dumm läuft, erhält er beim Spiel zu dritt drei Dummies und kann gleich einpacken oder Königsmacher spielen. Das wirkte auf alle Beteiligten sehr störend.
Spielt man zu zweit, hat jeder viermal die Möglichkeit, eine Figur anzuschauen. Das ist wohl nicht ganz so frustrierend.
Bei mehr als drei Personen hat man zwar auch das Problem, seine Figur nicht zu finden, aber man hat zumindest EINE Information über einen Spieler und kann dann (aus Frust?) gegen ihn vorgehen und seine Figur ins Abseits stellen oder die Minuskarten einsacken lassen.
Was alle Spieler beeindruckt hat, war die schöne Schachtel (ohne den Tippfehler im Untertitel!) und der tolle Spielplan. Er sieht einfach schön aus. Auch bei der Illustration der Regel kann man nur staunen. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Spielregel etwas holprig geschrieben/strukturiert ist und schon bei der Spielvorbereitung beim Vorlesenden (also mir) mehrere Fragezeichen auftauchten, bis wir die Kartenstapel dann richtig sortiert hatten. Das geht eindeutig besser. Sehr befremdlich fand ich die verschiedenen Sprachen auf jeweils einer Regelseite. Jede Sprache besitzt eine Spalte auf der Seite. Es handelt sich also um ein richtiges RegelHEFT. Die Regeln selbst wären wahrscheinlich auf sechs Seiten zusammenfassbar (pro Sprache). Durch das ungewöhnliche System war auf jeder Doppelseite Platz für weitere schöne Illustrationen, aber irgendwie läßt sich die Regel durch das viele Umblättern nicht leichter lesen.
Das sind aber wie oben gesagt derzeit alles Empfindungen nach der ersten Partie zu dritt.
Ciao,
Andreas Keirat
www.spielphase.de
RE: Das Geheimnis von Mont Saint Michel
Verfasst: 7. April 2007, 12:10
von Olav Müller
"Andreas Keirat" hat am 07.04.2007 geschrieben:
> Das sind aber wie oben gesagt derzeit alles Empfindungen
> nach der ersten Partie zu dritt.
Vielen Dank Andreas, das hat mir sehr geholfen.
CU,
Olav