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Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 10:35
von ravn
Hallo,
bei der Vor-Essen-Durchsicht meiner Spielesammlung habe ich entdeckt, dass so ziemliches jedes Thema in irgendeiner Form als Brettspiel abgedeckt ist. Meist ist das Thema aber eher abstrahiert umgesetzt, viele Details werden im Sinne der Spielbarkeit und einer überschaubaren Spielzeit schlicht ignoriert. Ist ja auch meist gut so.
Gibt es hingegen Brettspiele aus dem Themenbereich Wirtschaft, die versuchen, das Thema möglichst nahe an der Realität abzubilden? Also schon in die Richtung einer Business-Simulation gehen? Oder ist der Verwaltungsaufwand per Brettspiel dazu einfach zu hoch?
Interessierte Grüsse
Ralf
PS: Nein, sowas wie "Welt der Biere" meine ich bei Wirtschaft nicht! ;)
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 11:03
von Olav Müller
ravn schrieb:
> Gibt es hingegen Brettspiele aus dem Themenbereich
> Wirtschaft, die versuchen, das Thema möglichst nahe an der
> Realität abzubilden? Also schon in die Richtung einer
> Business-Simulation gehen? Oder ist der Verwaltungsaufwand
> per Brettspiel dazu einfach zu hoch?
Auf Anhieb würden mir da "Playboss" und "Executive Decision" einfallen. Beide gefallen mir als Wirtschaftsspiele eigentlich ganz gut, jedoch ist speziell Playboss ein wenig langwierig ;-)
CU,
Olav
[[ http://brettspieler.blogspot.com/ - Brettspieler aus Leidenschaft ... ]]
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 11:40
von rolf
Mir fällt dazu noch Schoko & Co. ein.
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 11:54
von Frank -Riemi- Riemenschneider
Ein Kumpel von mir möchte seit Jahren sein heiß geliebtes "Vermögensbildung" von Ass mit mir spielen. Bisher konnte ich es abblocken ;-)
Interesse? :-)
Ich maile dir mal die Spielregel zu.
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 16:19
von Axel Bungart
HiRalf,
na, mit "Bier" liegst Du ja schon gar nicht schlecht. Schau Dir mal "Goldbräu" von Franz-Benno Delonge an (Zoch). Das hat zumindest was die Verstrickungen angeht schon was sehr Realitätsnahes.
Gruß
Axel
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 17:04
von Christian Schnabel
Hallo Ralf,
mir fallen da spontan "Funkenschlag" und "Die Macher" ein
(für mich die beiden besten Wirtschaftsspiele der letzten 20 Jahre).
Die Macher sind zwar vordergründig ein Politikspiel, aber eigentlich ist es ein knallhartes Wirtschaftsspiel.
Viele Grüße
Christian Schnabel
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 19:52
von Herbert
Hallo Ralf,
eines wurde hier noch vergessen: das gute alte "Trade".
"Schoko und Co" finde ich auch sehr gelungen, und natürlich "Funkenschlag". Und dann die ganzen "18xx", .....
Gruss aus dem Münsterland
Herbert
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 20:05
von Andreas Last
Moin ravn,
schau dir mal diesen kurzen Thread an: http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=3&i=4145&t=4145&
Du könntest dich an den Verantwortlichen wenden. Vielleicht kann er dir Informationen geben, wie sich das Projekt entwickelt hat.
Andreas
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 22:17
von VolkiDU
ravn schrieb:
> Gibt es hingegen Brettspiele aus dem Themenbereich
> Wirtschaft, die versuchen, das Thema möglichst nahe an der
> Realität abzubilden? Also schon in die Richtung einer
> Business-Simulation gehen?
Es musst geebayt werden: "Automobile für die Welt" (Ravensburger, 70er Jahre)
Spielegrüße
Volker
(hat eins)
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 22:45
von Ferdinand Köther
"Rollout" (Supremacy Games) ist ein ganz ausgezeichneter Vertreter dieser Gattung, finde ich.
Gut ausgerollte Grüße
Ferdi
RE: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 23:11
von Klaus Knechtskern
"VolkiDU" hat am 27.09.2007 geschrieben:
> ravn schrieb:
>> Gibt es hingegen Brettspiele aus dem Themenbereich
>> Wirtschaft, die versuchen, das Thema möglichst nahe an der
>> Realität abzubilden? Also schon in die Richtung einer
>> Business-Simulation gehen?
>
> Es musst geebayt werden: "Automobile für die Welt"
> (Ravensburger, 70er Jahre)
>
> Spielegrüße
> Volker
> (hat eins)
hm hab ich letztes Jahr am Flohmarkt gekauft und noch keines Blickes gewürdigt. Lohnt es sich??
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 27. September 2007, 23:25
von Braz
Also als Wirtschaftssimulationsspiel würde ich ein Roads`n Boats sehen....oder geht das eher in die Aufbaustrategieschiene? ....hmmm...grübel....
Spielregel Vermögensbildung
Verfasst: 28. September 2007, 08:44
von Maddin
Huhu Riemi -
darf ich die auch haben? Ich habe das Spiel nämlich von meinen Eltern geerbt, die Spielregel fehlt aber. So ganz schwach kann ich mich noch daran erinnern (aus der Zeit, als man auch noch MONOPOLY spielte, also vor grob 25 Jahren), anderes ergibt sich ganz logisch aus dem Spielmaterial; aber bei Feinheiten wäre ich bestimmt ratlos...
Danke und liebe Grüße,
Maddin = : - )
(weiß zwar nicht, ob ich das Spiel ersthaft nochmal anfassen werden, mag aber grundsätzlich nicht Unvollständiges)
18xx
Verfasst: 28. September 2007, 09:05
von MatthiasC
Ich bin zwar kein Wirtschaftswissenschaftler, aber ich denke, dass die 18xx-Reihe doch meilenweit an der Realität vorbei geht. Spätestens wenn eine Gesellschaft im Kurs steigt, weil sie Dividende ausgezaht hat - wie das bei allen mir bekannten 18xxern der Fall ist - sollten sich jedem WiWi die Fußnägel hochrollen.
Kennt jemand ein anderes Spiel, welches die Mechanismen am Aktienmarkt stimmungsvoll und halbwegs realitätsnah umsetzt?
Re: Spielregel Vermögensbildung
Verfasst: 28. September 2007, 10:47
von Frank -Riemi- Riemenschneider
Erledigt!
Sonst noch jemand? :-)
Nice Dice
Riemi
Händler von Genua
Verfasst: 28. September 2007, 10:58
von Ralf Arnemann
Es gibt einiges an Wirtschaftsspielen, in denen Themen aus der Wirtschaft umgesetzt wurden - da wurden hier schon viele Beispiele genannt.
Aber ich kenne nur ein Spiel, daß inhaltlich den Kern von "Wirtschaften" trifft, nämlich das freie Aushandeln, damit sich Angebot und Nachfrage treffen: Händler von Genua.
Es gibt auch viele Spieler, denen ist das zu chaotisch, die wollen in klaren Preisstrukturen spielen. Aber so ist Wirtschaft halt nicht.
Re: 18xx
Verfasst: 28. September 2007, 11:55
von Droegi
Ich kann mir sogar vorstellen, daß im frühen 19. Jahrhundert der Aktienmarkt so funktioniert hat. Damals waren die Unternehmen noch nicht so gläsern wie heute. Ein gutes Unternehmen hat man nach der Ausschüttung der Dividende beurteilt.
Re: Spielregel Vermögensbildung
Verfasst: 28. September 2007, 13:32
von Maddin
Dankeschön!
Hab's grad überflogen:
Das ist ja in der Tat so dürftig, wie ich es in Erinnerung hatte... = ; - )
Aber wieso hast Du etwas gegen das Design? Der freundliche Herr vom alten Deutschmark-Tausi ist doch köstlich! Und die Geld- und Aktienpapiere sind schön gestaltete, echte Spielkarten (naja, halt: Altenburg-Stralsunder). Das haben sie einigen der hier sonst genannten Spiele deutlich voraus...
Also:
nochmals Dank und liebe Grüße,
Maddin = : - )
Re: 18xx
Verfasst: 28. September 2007, 13:33
von MatthiasC
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mechanismen des Marktes vor 150 Jahren sehr unterschiedlich zu den heutigen waren. Der Kurs spiegelt nicht die gerade ausgezahlte Dividende, sondern die zukünftigen also zu erwartenden Auszahlungen. Übertragen auf z.B. 1830: Im Aktienkurs sollte sich eher Ausbau & Potential der Strecke plus Loks und Geld der Gesellschaft spiegeln. Und genau das tut es eben nicht, in einer durchschnittlichen Partie hast du die Gesellschaften der ersten Runde weit rechts und damit in den hohen Kursregionen. Eine Gesellschaft in 1830 ist aber nicht dadurch besser, dass es sie schon seit Anfang des Spieles gibt, im Gegenteil: sie musste ein paar sterbliche Loks kaufen und begnügt sich nun mit einer 5er. Ich halte das für einen Design-Fehler 8-) Trotz der Schwierigkeiten, die eine Diskussion über die sinnvollen Alternativen mit sich bringen würde. :lol:
Re: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 28. September 2007, 14:06
von Richard van Vugt | GAMEPACK.nl
Es kommt wieder darauf an, wie man ein Wirtschaftsspiel definieren möchte. Nach unseren heutigen Gesellschaft? Aber spontan fiel mir 'Die Macher' ein.
'Ursuppe' ist vielleicht zu primitiv, als Wirtschaftsspiel? ;-)
Mit freundlichen Grüßen,
Richard van Vugt
www.gamepack.eu
Re: 18xx
Verfasst: 28. September 2007, 16:50
von peer
Hi,
MatthiasC schrieb:
>> Kennt jemand ein anderes Spiel, welches die Mechanismen am
> Aktienmarkt stimmungsvoll und halbwegs realitätsnah umsetzt?
Stocks & Bonds denke ich. Alerdings auch mit den entsprechenden Nachteilen: Glücksfaktor und 0 Interaktivität.
ciao
peer
RE: 18xx
Verfasst: 28. September 2007, 17:13
von Marten Holst
Moin,
> Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mechanismen des
> Marktes vor 150 Jahren sehr unterschiedlich zu den heutigen
> waren.
Es war schon einiges anders früher. Aktien hatte man noch zu hause (oder auf der Bank), nicht virtuell, man nahm sie als Geldanlage, nicht als Spekulationsobjekt. Entsprechend war der entscheidende Aspekt die Verzinsung. Wenn man mehr Ahnung hatte, dann konnte man vielleicht die Lokomotiven und deren Qualität in Erfahrung bringen, aber woher sollte denn diese Ahnung kommen? Die Gesetzgebung bezüglich der Transparenz war nicht gegeben, Nachrichten über Wirtschaft gab es nicht wie heute, die Wirtschaftswissenschaften sind mit der heutigen Zeit nicht vergleichbar, es gab zwar schon die Arbeiten von Adam Smith, aber systematisch war das alles noch nicht, Keynes, Friedman und andere zentrale Entdecker heutigen Wissens waren noch Suppe, man rechnete für sich da auch anders, und die Bekanntheit gewisser Informationen fehlte eh. Verlässlich war eh fast keine Information, Werbung war lange Zeit nicht in der Verwendung von objektiv falschen Informationen kontrolliert.
Sprich: eine Gesellschaft, die seit 20 Jahren brav Dividende auszahlt ist nach allem, was man als Nicht-Insider weiß, eine gute Anlage, eine neue Gesellschaft ist unsicher. Die Investitionen für die neue Bahnstrecke kann ich nicht beurteilen, ich habe weder genaue Informationen noch Ahnung von der Materie.
Sicherlich wird auch Größe per se ein Wert gewesen sein damals, und viele Aktienhändler auch mehr Ahnung gehabt haben, von daher greift das Modell von 18xx zu kurz. Aber dieser Automatismus über Dividenden, der war damals sicher erheblich anders als heute.
Tschüß
Marten
RE: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 28. September 2007, 22:21
von VolkiDU
Klaus Knechtskern schrieb:
> hm hab ich letztes Jahr am Flohmarkt gekauft und noch keines
> Blickes gewürdigt. Lohnt es sich??
Kurze Frage, kurze Antwort: Ja, es lohnt sich wirklich.
Zwar gibt es nur eine Rezension die ich kenne, aber die kann ich so unterschreiben.
Freitagabendgrüsse
Volker
(BWLer)
RE: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 29. September 2007, 15:16
von Klaus Knechtskern
"VolkiDU" hat am 28.09.2007 geschrieben:
> Klaus Knechtskern schrieb:
>> hm hab ich letztes Jahr am Flohmarkt gekauft und noch keines
>> Blickes gewürdigt. Lohnt es sich??
>
> Kurze Frage, kurze Antwort: Ja, es lohnt sich wirklich.
>
> Zwar gibt es nur eine Rezension die ich kenne, aber die
> kann ich so unterschreiben.
>
> Freitagabendgrüsse
> Volker
> (BWLer)
Danke
RE: Realitätsnahe Wirtschaftssimulationen?
Verfasst: 29. September 2007, 23:08
von Niccolo
Klaus Knechtskern schrieb:
> > > > Es musst geebayt werden: "Automobile für die Welt"
> > > > (Ravensburger, 70er Jahre)
> > > hm hab ich letztes Jahr am Flohmarkt gekauft
> > > und noch keines Blickes gewürdigt. Lohnt es sich??
> > Kurze Frage, kurze Antwort: Ja, es lohnt sich wirklich.
> Danke
Freu mich schon auf dein anschließendes PEEP!!
Im Ernst, damals - in den 70ern - hab ich meinen Cousin um dieses Spiel beneidet, weil es mir wirklich unheimlich taugte - er aber nur nach erniedrigenster Bettelei zu einer Partie zu überreden war, ich es also nicht wirklich oft gespielt habe.
Apropos spielen....