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Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 11:17
von achim
Hallo,

da weiter unten ein Thread zum Thema Spielmaterial von Cyclades existiert, hier mal meine langjährigen Erfahrungen mit diesem Verlag:

Khronos (2006): Gekauft in Essen - Das Holz-Spielmaterial war verschimmelt wurde vom Verlag nach einiger Zeit ersetzt.

TOMAHAWK (2006): Gekauft in Essen; hier hat die Spielregel gefehlt; würde ersetzt.

Khronos (2007): Neuauflage; Gekauft bei Erscheinen von den Heidelbergern. Wird inzwischen für kleines Geld verramscht.

Utopia (2007): Gekauft in Essen; Alles in Ordnung

Giants (2008): Gekauft in Essen; diesmal passten die Hüte nicht; wurden vom Verlag ersetzt.

Nofretete (2008): gekauft bei Erscheinen; hier war mal alles in Ordnung;

Dice Town (2009) gekauft bei Erscheinen; auch hier war das Material vollständig und in Ordnung;

Promo-Material zu Dice Town (2009): Mir wurde erklärt, das könne ich erhalten, wenn ich ein Spiel kaufen würde. Das Material wäre ja schließlich ziemlich teuer und das könne man nicht einfach so verteilen.

Mit dieser Politik kann man langjährige Kunden auch dazu bewegen, zukünftig keine Spiele mehr bei Erscheinen zu kaufen. Mein Geld werde ich zukünftig auch nicht mehr einfach so für Matagot-Spiele verteilen. Als ich dann noch hörte, dass bei Cyclades auch wieder Materialprobleme bestehen sollen, habe ich mich endgültig dazu entschlossen diesem Verlag den Rücken zu kehren. Übrigens: Give-Aways sind ein Instrument der Verkaufsförderung, man kann sie aber auch bei unsachgemäßer Handhabung dazu mißbrauchen, Kunden zu vertreiben.

Gruß
achim

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 11:36
von CarstenB
Aber wenn ich das richtig verstehe hast Du bisher immer das Material zu Deiner Zufriedenheit ohne weiteres Bezahlen ersetzt bekommen, oder?

Grüße,
Carsten

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 11:45
von Smuker
Das mit dem Dice Town würfel ist uns auf der Messe so nicht passiert... komisch

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 12:02
von Markus LP
+ Wir haben den Dice Town Würfel so bekommen.
- Dafür fehlten bei sämtlichen Nofretete Erweiterungen die Anleitung und das Holzmaterial. Wurde zurückgenommen und nicht weiter verkauft.

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 12:07
von achim
CarstenB schrieb:
>
> Aber wenn ich das richtig verstehe hast Du bisher immer das
> Material zu Deiner Zufriedenheit ohne weiteres Bezahlen
> ersetzt bekommen, oder?

Hallo Carsten,
ja das ist richtig. Habe ich ja extra notiert, da ich keinen Verlag schlechter machen will, als er tatsächlich ist. Nach nochmaliger Rechereche, hatte ich sogar vergessen gehabt, dass auch das Nofretete-Holzspielmaterial von den Heidelbergern ausgetauscht werden mußte.

Nur, warum soll ich die Spiele bei Erscheinen kaufen, wenn sie nicht einwandfrei sind. Zumal hier der Preis um einiges höher ist, als einige Zeit später. Wenn ich dann auch noch "schlechter gestellt" werde, und nicht einmal Streuartikel im Cent-Bereich bekomme, da ich als Sofortkäufer ja bereits alle Spiele besitze und bestimmt kein weiteres Mal mehr diese kaufen werde, dann stimmt da etwas nicht. Das ist doch eine verkehrte Welt, wir betteln um "bunte Glaskugeln =(Promo-Artikel)" und tauschen dafür unser "Gold und Silber".

Beim Pegasus-Stand hatte ich auch ein tolles Erlebnis:
Gekauft habe ich ein Munchkin-Quest und noch ein Domino-Spiel. Auf meine Nachfrage hin, ob ich denn einen Promo-Munchkinwürfel für meinen Sohn bekommen könne, so wie in der Pegasusreklamezeitung angeboten, wurde mir erklärt, es gäbe keine. Zufällig konnte ich aber beobachten, wie einer jungen Dame ein Würfel versteckt zugereicht wurde. Ich habe das am Stand angesprochen, worauf ich mit einer abgeneigten Grimasse des Pegasusmitarbeiters einen Würfel mit den Worten überreicht bekam: "Ebay lässt grüßen".
Solch ein Verhalten ist imo höchst geschäftsschädigend.
Als Unternehmer würde ich solches Personal sofort aus meinem Verkauf entfernen.

Auch wenn ich den Würfel auf Ebay nicht verkaufen werde, was ich mit diesen Promotionsartikeln anfange ist zunächst mal meine Sache. Sie sollen dazu dienen, dem Kunden einen Mehrwert zu geben und dadurch Verkäufe positiv unterstützen und für Nachhaltigkeit sorgen. Ich bin mir sicher, dass dies meine letzten Spiele an einem Pegasusstand bleiben werden, für so eine abfällige Art möchte ich mein Geld nicht ausgeben.

Gruß
achim

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 12:09
von Braz
Markus LP schrieb:

> - Dafür fehlten bei sämtlichen Nofretete Erweiterungen die
> Anleitung und das Holzmaterial. Wurde zurückgenommen und
> nicht weiter verkauft.

kann ich nicht bestätigen: Habe Anleitung und Holzmaterial

Am Donnerstag hatten die das noch nicht in der Schachtel, aber am Freitag war dann die Erweiterung vollständig....zumindest meine...

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 12:22
von rolf
Hallo,

wie bereits erwähnt, die (den) Würfel habe ich - nach Erwerb eines Spieles bekommen, aber die Spielkarte für Dice Town gab es Donnerstagmittag nicht mehr.

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 17:33
von Steverino
... von der Anleitung für die Dice Town Erweiterung ganz zu schweigen :-( Die habe ich noch immer nicht und der Verlag reagiert leider auch nicht auf meine Email-Anfrage. Ich hoffe nicht, dass ich meine Anfrage besser auf französisch anstatt auf englisch hätte stellen müssen. In Frankreich weiss man ja nie ;-)

Falls also jemand eine Anleitung zu der Erweiterung haben sollte, wäre ich ihm sehr verbunden, wenn er mir diese per Mail zukommen lassen könnte :-)

Steverino...

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 20:10
von Guido Heinecke - Asmodee
Hi, ich kann das klären: Die Dice Town-Erweiterung gab es nur zusammen mit dem Erwerb eines Spiels. Begründet ist dies damit, dass das Ding in der kleinen Produktion teuer war und nicht einfach verschenkt wird. Ist ja nicht so, dass dem Spiel ohne dieses "Zuckerle" etwa fehlen würde. Und wie achim selbst sagt, ist dies vielleicht auch ein Kaufanreiz ("Verkäufe positiv unterstützen").
Leider haben die Jungs von Matagot irgendwie mehr Würfel als Indianderkarten dabei gehabt. Deswegen waren die Karten am Donnerstagabend schon weg, den Würfel gab es weiterhin.

Ein Recht auf ein Goodie hat allerdings niemand und jeder Verlag darf sie so verteilen, wie er es für richtig hält. Ein Anspruchsdenken auf Goodies habe ich oft erlebt und es ist auch nicht Sinn der Sache, wenn die Leute mit Goodielisten die Stände abgrasen. Beides halte ich für deplatziert, denn das hat nichts mit dem Spaß am Spielen mehr zu tun.

Zur Nofretete-Erweiterung: Die kam ohne Holzteile und Regeln, die später nachgeliefert wurden. Matagot hat die Spiele per Hand nachbestückt - jedes Exemplar ist also ein handgefertigtes Unikat :-)
Jetzt, nach der Messe, wird das Ganze nachkonfektioniert. Wem also die Regel oder ein Holzteil fehlt, darf sich bei mir melden; ich versuche dann, das fehlende Material nachzusenden.

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 20:21
von ToXicated
Hallo Guido,

ich habe am Donnerstagabend leider "nur noch" den Würfel ohne Karte und Anleitung bekommen, obwohl ich Nofretete + Erweiterung bei Euch gekauft habe.

Sind denn die Karten noch vorhanden und es wurde einfach vergessen, Sie auf die Messe mitzunehmen?

Ich vermute jetzt einfach mal, dass dieselbe Anzahl Karten wie Würfel hergestellt wurde, oder?!? Wenn das so ist, wie komme ich an die Karte und vor allem an die Anleitung?

Beste Grüsse,

ToX

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 29. Oktober 2009, 21:36
von achim
Guido Heinecke - Asmodee schrieb:
> Ein Recht auf ein Goodie hat allerdings niemand und jeder
> Verlag darf sie so verteilen, wie er es für richtig hält. Ein
> Anspruchsdenken auf Goodies habe ich oft erlebt und es ist
> auch nicht Sinn der Sache, wenn die Leute mit Goodielisten
> die Stände abgrasen. Beides halte ich für deplatziert, denn
> das hat nichts mit dem Spaß am Spielen mehr zu tun.

Hallo Guido,

ich will mich ganz kurz fassen, obwohl dieses Thema ein sehr schwieriges ist, und man meist mehr falsch als richtig macht und dabei auch noch Geld ausgibt.

Selbstverständlich gibt es kein Anspruchsrecht auf Streuartikel beim Kunden. Ebenso verbleibt bei jedem einzelnen Unternehmen die Entscheidung wie es ihre Resourcen für Verkaufsförderung einsetzt. Ziel sollte dabei immer sein, Verkäufe zu unterstützen und wenn möglich nachhaltige Kaufinteressen zu schüren. Bei diesen Aktionen ist peinlichst darauf zu achten, weder Geschäftspartner auszusperren noch potentielle Kunden zu verärgern. Bei all diesen Überlegungen darf man nie die Bedürfnisse des Kunden aus den Augen verlieren, denn dessen Kaufentscheidung soll mit derartigen Verkaufsaktionen schließlich beeinflusst werden.

Zum Thema: Wir reden hier definitiv nicht von wertigen Promotionartikeln, da ergibt sich natürlich eine etwas andere Sachlage. Diese üblichen Giveaways ein paar Kärtchen, vielleicht noch ein Würfelchen, das ist nicht besonders wertig. Das sind klassische branchenübliche Streuartikel. Wahrscheinlich haben die Stofftüten und Pfefferminzbonbons bei Hans im Glück mehr gekostet. Viele Unternehmen haben imo ihre Hausaufgaben "noch" nicht richtig gemacht. Bei Kunden, die gezielt nach diesem Zeugs fragen (soviele dürften das nicht sein) und denen das Gefühl des Bettelns vermittelt wird oder wenn diese dann eventuell auch noch abgewiesen werden, werden mit diesen Artikeln nicht positiv gestimmt, sondern diesem Klientel, das häufig auch noch den Opinion Leadern zurechenbar ist, wird ein negatives Erlebnis beschert, das diese dann nachhaltig mit der Unternehmensphilosophie verknüpfen. Der Spaß am Spielen, zumindest mit Produkten eines solchen Unternehmens ist dann tatsächlich nicht mehr vorhanden. Bei Asmodee war ich beileibe nicht der einzige, der kopfschüttelnd den Stand verließ. Und mich interessiert es als Kunde tatsächlich nicht, was ihr für deplaziert haltet und was nicht. Asmodee hat Bedürfnisse geweckt und wollte diese bewußt nicht befriedigen, und das aus meiner (kaufmännischen) Sicht mit nicht nachvollziehbaren Gründen. So einen Quatsch, von wegen Listen und Anspruchsdenken. Hier kamen doch Euere treuesten Kunden an den Stand. Diese nicht zu hofieren, das sind ganz schlimme Vertriebsfehler. Was soll das Gerede vom Spaß am Spielen. Hier geht's zunächst um Euer Geschäft und nicht um Spaß. Ich rate Euch, lasst die Finger von solchen Sachen, wenn ihr sie nicht handhaben könnt. Ihr gebt noch Geld aus um Kunden zu vertreiben. Bei fast 600 Herbst-Neuheiten und x-Verlagen sollte man ganz genau überlegen, wie man Marktanteile als kleinerer Verlag erreichen oder halten will. Erfahrungsgemäß reicht dazu eine gute Spielidee leider nicht aus, da muß das gesamte Unternehmen wirken. So viele Möglichkeiten hat ein Verlag leider nicht, sich der Öffentlichkeit zu stellen und sich positiv zu präsentieren. Warum nutzen manche davon diese große Chance in Essen nicht optimal?

Übrigens, ich spreche hier nicht nur als enttäuschter Kunde, den ihr zunächst mal mit dieser Aktion vertrieben habt, sondern auch als jemand, der sich mit solchen Dingen beruflich beschäftigt und nur den Kopf schütteln kann.

Gruß
achim

(OT) Handbuch

Verfasst: 29. Oktober 2009, 23:03
von Thomas Reh
Hallo Achim,

da hat aber jemand sein Marketing-Handbuch gut gelesen. Irgendwie kommen mir da Erinnerungen an meine Vorlesungen. :-)

Gruss
Thomas

Re: (OT) Handbuch

Verfasst: 29. Oktober 2009, 23:31
von achim
Hallo Thomas,

ja, es fängt zunächst mit dem für das jeweilige Geschäft geeigneten Theorieansatz an, dann folgt die praktische Erprobungsphase, das eine oder andere Feintuning ist auch noch von Nöten und ein Quäntchen Glück braucht es auch noch und schon sind alle mehr oder weniger zufrieden. Je mehr umso besser. Fängt beim Kunden an und füllt fast zwangsläufig die Taschen des Unternehmers, sofern der gewillt ist, Augen und Ohren offen zu halten und mit wachem Geist zuzuhören. Ist eigentlich so schwer nicht zu begreifen aber umso schwieriger konsequent umzusetzen. Jede weitere Diskussion ist da überflüssig, außerdem müsste ich dann meinen Stundensatz zur Sprache bringen. :wink:

Gruß
achim

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 30. Oktober 2009, 07:59
von Andreas Keirat
achim schrieb:
>
> Guido Heinecke - Asmodee schrieb:
> > Ein Recht auf ein Goodie hat allerdings niemand und jeder
> > Verlag darf sie so verteilen, wie er es für richtig hält. Ein
> > Anspruchsdenken auf Goodies habe ich oft erlebt und es ist
> > auch nicht Sinn der Sache, wenn die Leute mit Goodielisten
> > die Stände abgrasen. Beides halte ich für deplatziert, denn
> > das hat nichts mit dem Spaß am Spielen mehr zu tun.
>

(...)

>
> Übrigens, ich spreche hier nicht nur als enttäuschter Kunde,
> den ihr zunächst mal mit dieser Aktion vertrieben habt,
> sondern auch als jemand, der sich mit solchen Dingen
> beruflich beschäftigt und nur den Kopf schütteln kann.
>
> Gruß
> achim

Moin Achim, moin Guido!

Achim, ich kann dir als ehem. WiWi-Student da nur beipflichten.

Guido: Das ganze wäre auch weniger ärgerlich, wenn dies vorher bekannt gewesen wäre. Bei BoardGameNews steht genauso wie bei Spielbox-Online in der Messevorschau ja nur, daß es diese kleine Erweiterung kostenlos gibt. Eine Bedingung, die daran geknüpft ist, existiert nicht auf diesen Seiten.
Bei BoardGameGeek steht nach dem Überfliegen auch nur, wo die Minierweiterung im laufenden Jahr verteilt werden sollte.

Es ist sicherlich kein Beinbruch, diese Karte und den Würfel nicht zu besitzen und vielleicht gibt es 2010 wieder eine Möglichkeit. Vielleicht aber auch eine richtige Erweiterung, bei der diese Dinge enthalten sind.

Aber Matagot hat dieses Jahr leider wirklich den Preis für die schlechteste Messevorbereitung/Organisation (wohl eher unfreiwillig und nicht komplett selbstverschuldet) mit großem Abstand verdient. Ein großes Spiel mit falschen Materialangaben und Austauschfiguren, eine Erweiterung, die nicht rechtzeitig konfektioniert werden konnte, eine falsche Standnummer (Halle 9) laut Spielbox-Online und dazu noch das Goodie-Problemchen. Das Promotion anders geht, hätten sie sich doch vom deutschen Vertriebspartner und seinen Kollegen abschauen können:

"Die Gemeinde" wurde meines Erachtens hervorragend von der netten Dame in der Ecke (etwas fülliger und total freundlich und nett über alle Tage, wenn ich da vorbeigelaufen bin) erklärt. Der Erzähler bei der Gemeinde war auch immer motiviert und erzählte nicht immer die gleichen Witze und Annekdoten. Deine Identik-Foren-Runde soll ja auch gut gelaufen sein. Von den Repos-Sombreros gibt es ja auch nie was schlechtes zu berichten :-) Cedric und Konsorten sind eben ein wenig anders... Und da gab es Goodies zwar auch nur beim Kauf der Erweiterung, aber das war von vorne herein klar dargestellt bzw. ansonsten nicht in den Messevorschauen erwähnt.

Für alle Verlage, die solche Gratis-Zulagen verschenken wollen, hätte ich mal wieder einen tollen Tip, den ich mir vor 15 Jahren bereits direkt in Essen abgeschaut habe (am Eingang werden Eintrittskarten so gestanzt!). Vielleicht wäre das für Matagot in den kommenden Jahren etwas.

Gebt solche Gratis-Zulagen nur nach Vorlage einer Original-Spielregel heraus. Blättert diese bis zur letzten Seite durch und nehmt einen Deko-Stanzer (Sterne, Halbmonde, Kreise, Tiere, Symbole... was auch immer. Die Dinger gibt es in MASSEN in Bastelgeschäften und sie kosten so gut wie nix). Dann in der letzten Seite an exponierter Stelle einmal die Anleitung einstanzen und jeder Mitarbeiter weiss dann, daß dieser Kunde bereits einmal diese Aufmerksamkeit des Verlages erhalten hat. Der Zeitaufwand ist wirklich minimal größer beim entsprechenden Standpersonal. Die Anleitung bleibt benutzbar und ist auch nicht zu sehr verunstaltet. Das System erinnert ein wenig an die Nachkriegszeit, aber die haben die meisten von uns eh nicht erleben müssen und haben dementsprechend keine negativen Assoziationen.
Und wenn dann noch ein Sammler kommt und sein teures Spiel nicht verunstalten will, soll er eben ein zweites Exemplar kaufen und die Anleitung entsprechend entwerten lassen. Das Restmaterial kann er dann ja aufheben, falls seiner Perle irgendwann spieltechnisch etwas passiert. Man kann es eben nicht allen recht machen. :-)

Gibt es im folgenden Jahr wieder eine Gratis-Erweiterung, stanzt man einfach ein anderes Motiv in die Anleitung. Bei den meisten Spielen sollte das wohl für einige Jahre gut funktionieren. Ist die Spielanleitung sehr sehr eng bedruckt, nimmt man eben die erste Seite. Irgendwo ist immer Platz und wenn es direkt am Rand ist.

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de
(hat viele Minierweiterungen aus Essen und wird wahrscheinlich eh nie die Zeit finden, die Dinger mal einzubauen)

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 30. Oktober 2009, 08:50
von rolf
Hallo Andreas,

tolle Tipps.

Die sollten sich wirklich viele Anbieter zu Herzen nehmen !!!

Gruß

Rolf (der Aufgrund fehlender Information, die Promokarten von Gift Trap nicht bekommen hat.)

Das Keirat-System

Verfasst: 30. Oktober 2009, 08:55
von Andreas Keirat
rolf schrieb:
>
> Hallo Andreas,
>
> tolle Tipps.
>
> Die sollten sich wirklich viele Anbieter zu Herzen nehmen !!!
>
> Gruß
>
> Rolf (der Aufgrund fehlender Information, die Promokarten von
> Gift Trap nicht bekommen hat.)

Ok, nennen wir es unbescheiden das "Keirat-System", analog zur Kramer-Leiste. ;-)

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

(MUTTI, ich bin berühmt...)

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 30. Oktober 2009, 10:31
von Guido Heinecke - Asmodee
Hallo achim, hallo Andreas,
danke auf jeden Fall für das Feedback. Sowas ist wichtig und wird von mir stets zu Herzen genommen, um die Arbeit zu verbessern.
Das Keirat-System ist auf jeden Fall einen Gedanken wert.
Ich hatte auf unserer Webseite die Infos zum Indianer im Voraus ausdrücklich erwähnt: http://de.asmodee.com/ressources/articles/die-indianer-haben-den-wurfel-ausgegraben.php
Und bei den Geschichten mit Fans hofieren und Opinion Leaders bedienen hast Du vollkommen Recht. Deine Einwände klingen logisch und nachvollziehbar. Wir haben bei allen anderen Goodies am Stand diese auch tatsächlich herausgegeben. Nur der Indianer für Dice Town war eben eine andere Geschichte.

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 30. Oktober 2009, 10:33
von Guido Heinecke - Asmodee
Hi Tox, schreib mir doch mal eine Mail, ich werde der Sache nachgehen.

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 31. Oktober 2009, 00:52
von ode
Also, mir ist es lieber, wenn solche Spiele entstehen, auch wenn sie vielleicht nicht ganz so professionell gefertigt sind, als wenn ich ganz auf Spiele solcher Verlage verzichten müsste. Deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen.

Willst du diese Spiele, dann freue dich, dass es diese Vielfalt gibt. Wenn du erst gar nicht möchtest, dass solche Spiele entstehen und lieber Malfiz, Monopoly oder MÄDN spielst, dann ist ja alles gut...

Damit will ich nicht sagen, dass die Kleinverlage nicht auch was ordentlich produzieren sollen. Toll, wie viele der nebenberuflich geführten Verlage für ihre Kunden reinhängen.

Toll, dass so geniale Spiele wie KHRONOS, GIANTS oder DICE TOWN überhaupt existieren, da es Menschen gibt, die so was für mich (uns) produzieren. Ich freue mich darüber und nehme kleine Probleme von Verlagsseite gerne in Kauf. Besonders, wenn dann auch noch so ein toller Kundenservice vorliegt!

LG...ode.

Lieber stempeln als stanzen

Verfasst: 31. Oktober 2009, 03:34
von Volker L.
Andreas Keirat schrieb:
>
> Gebt solche Gratis-Zulagen nur nach Vorlage einer
> Original-Spielregel heraus. Blättert diese bis zur
> letzten Seite durch und nehmt einen Deko-Stanzer
(...)
> Dann in der letzten Seite an exponierter Stelle einmal
> die Anleitung einstanzen und jeder Mitarbeiter weiss
> dann, daß dieser Kunde bereits einmal diese
> Aufmerksamkeit des Verlages erhalten hat.
(...)
> Die Anleitung bleibt
> benutzbar und ist auch nicht zu sehr verunstaltet.
(...)
> Gibt es im folgenden Jahr wieder eine Gratis-Erweiterung,
> stanzt man einfach ein anderes Motiv in die Anleitung.

Ich würde das schon als ziemlich heftige Verunstaltung/
Verstümmelung empfinden, von daher möchte ich anregen,
lieber einen nicht-abwaschbaren(!) Stempel auf die
letzte Seite zu setzen; ansonsten ist der Vorschlag gut.

Nur darf man dann nicht vergessen, rechtzeitig vor der
Messe entsprechendes bekanntzugeben, damit man auch
seine Anleitung von zuhause mitbringen kann.

Gruß, Volker

Re: Lieber stempeln als stanzen

Verfasst: 31. Oktober 2009, 09:37
von Andreas Keirat
Volker L. schrieb:
>
> Andreas Keirat schrieb:
> >
> > Gebt solche Gratis-Zulagen nur nach Vorlage einer
> > Original-Spielregel heraus. Blättert diese bis zur
> > letzten Seite durch und nehmt einen Deko-Stanzer
> (...)
> > Dann in der letzten Seite an exponierter Stelle einmal
> > die Anleitung einstanzen und jeder Mitarbeiter weiss
> > dann, daß dieser Kunde bereits einmal diese
> > Aufmerksamkeit des Verlages erhalten hat.
> (...)
> > Die Anleitung bleibt
> > benutzbar und ist auch nicht zu sehr verunstaltet.
> (...)
> > Gibt es im folgenden Jahr wieder eine Gratis-Erweiterung,
> > stanzt man einfach ein anderes Motiv in die Anleitung.
>
> Ich würde das schon als ziemlich heftige Verunstaltung/
> Verstümmelung empfinden, von daher möchte ich anregen,
> lieber einen nicht-abwaschbaren(!) Stempel auf die
> letzte Seite zu setzen; ansonsten ist der Vorschlag gut.
>
> Nur darf man dann nicht vergessen, rechtzeitig vor der
> Messe entsprechendes bekanntzugeben, damit man auch
> seine Anleitung von zuhause mitbringen kann.
>
> Gruß, Volker

Stempel haben das Problem, den Nutzer und seine Umgebung dreckig zu machen. Deswegen und wegen der unten angeführten Gründe habe ich das nicht erwähnt. Außerdem werden Stempel nicht immer sauber aufgesetzt und die Handhabung am Stand würde deutlich länger dauern.

Beim Stanzen dagegen entsteht nur ein kleines Loch (in der Größe von einem normalen Locher-Kreis). Das kann man als Standpersonal sogar schon fühlen, wenn man die Anleitung in die Hand nimmt. Außerdem ist es möglich, beim Stanzen in bedruckte Objekte zu gehen wie CREDITS, das Logo des Verlags oder eine Überschrift. Beim Stempeln brauchst Du eine kleine saubere freie unbedruckte Fläche, die der Verlag gegebenenfalls erst noch im Layout berücksichtigen muss. Abgesehen davon kleben beim Stempeln vielleicht sogar die Seiten zusammen, wenn die Leute die Anleitung nicht 10 Minuten trocknen oder verwischen den Stempel vielleicht sogar unglücklich, wodurch wichtiger Text unlesbar ist (bei Hochglanzpapier hält Stempelfarbe nicht gut).

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

Re: Meine Erfahrungen mit Matagot

Verfasst: 31. Oktober 2009, 12:37
von achim
ode schrieb:
>
> Also, mir ist es lieber, wenn solche Spiele entstehen, auch
> wenn sie vielleicht nicht ganz so professionell gefertigt
> sind, als wenn ich ganz auf Spiele solcher Verlage verzichten
> müsste. Deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen.

Lieber ode,

natürlich darf ich nicht verlangen, dass jeder meiner Argumentation folgen kann oder gewillt ist, dieser zu folgen, aber ich will ganz kurz versuchen, Dir meine Gedanken etwas näher zu bringen. Seit Jahren habe ich Spiele von Matagot sofort bei Erscheinen erworben, natürlich aus dem Grund, ein gutes Spiel zu bekommen. Über die Materialprobleme habe ich bisher, wie aus meinem Beitrag erkennbar ist, hinweggesehen. Über den Service kann ich nicht klagen, da wurde alles zu meiner Zufriedenheit erledigt, aber Ziel sollte es sein, Service nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Die Erfahrung, die ich am Asmodee-Stand dann gemacht habe, in Verbindung mit der Nachricht, dass auch bei den diesjährigen Neuheiten gewisse Probleme existieren, hat mich nun aber dazu bewogen, mein Geld zunächst anderen Verlagen zu geben, die auch sehr gute Spiele produzieren, die wegen eines einfachen Promoartikels nicht Kunden verschrecken und außerdem noch in der Lage sind mängelfreie Spiele zur Verfügung zu stellen. Das ist doch nicht so schwer zu verstehen.
Als sensibler Kunde bin ich auch sehr lernfähig. Wenn ich diese Spiele erst zu einem späteren Zeitpunkt kaufe, also den Cash-Return für ein Unternehmen hinauszögere, dann bekomme ich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein einwandfreies Produkt und noch ein kleines Giveaway hinzu. Kaufe ich bei Erscheinen die Spiele sofort, dann werde ich wie eine "persona non grata" am Messestand behandelt, die sich einen Mehrwert erschleichen will, der ihm scheinbar in den Augen dieses Unternehmens nicht zusteht.

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn Du Dir Spiele kaufst, die Deinen Bedürfniskriterien entsprechen. Wenn ich das richtig verstanden habe, siehst Du die Spielidee über der "Ausfertigung". Da stehst Du sicherlich nicht alleine mit Deiner Einstellung. Ich, für meinen Teil, betrachte neben der Spielidee allerdings die Umsetzung mit allem was dazu gehört als wichtiger. Bei den doch vielen guten Spielen die alljährlich erscheinen, rückt dieses Entscheidungskriterium immer mehr in den Vordergrund. Die vielen "Prototypen", die ich noch vor vielen Jahren auf der Messe gekauft habe, würde ich heute liegen lassen. Eine Erscheinung, die allerdings nicht nur an meiner Person feststellbar ist.

Gruß
achim

Re: Lieber stempeln als stanzen

Verfasst: 31. Oktober 2009, 19:35
von Volker L.
Andreas Keirat schrieb:
>
> Stempel haben das Problem, den Nutzer und seine Umgebung
> dreckig zu machen.
(...)
> Beim Stempeln brauchst Du eine kleine
> saubere freie unbedruckte Fläche, die der Verlag
> gegebenenfalls erst noch im Layout berücksichtigen muss.
> Abgesehen davon kleben beim Stempeln vielleicht sogar die
> Seiten zusammen, wenn die Leute die Anleitung nicht 10
> Minuten trocknen oder verwischen den Stempel vielleicht sogar
> unglücklich, wodurch wichtiger Text unlesbar ist (bei
> Hochglanzpapier hält Stempelfarbe nicht gut).

Das meiste davon dürfte eine Frage der Art und Qualität
der Stempelfarbe sein.
Ich jedenfalls fühle mich als Spieler, nicht als Sammler -
trotzdem behandle ich meine Spiele pfleglich und erwarte
das auch von anderen.
Ein reingestantzes Loch würde mich ebenso sehr stören
wie wenn jemand die Regel mit schmutzigen Fingern
anfässt und Fett- oder Schokoflecke reinmacht :evil:

Gruß, Volker