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Spielen im "Tatort"
Verfasst: 28. Dezember 2009, 18:24
von Helmut
Gestern im "Tatort-Altlasten" aus Stuttgart wurde tatsächlich mal gespielt, Oma mit Enkelin und Schwiersohn: Mädn. Dramaturgisch so zubereitet, dass die Schwiegermutter den Kripo-Kommissar kurz vor seinem Sieg mit einer "1" hinausgeworfen hat. Sein Handy klingelte, so dass er sofort den Spieletisch verließ. Wer teilt den Drehbuch-Autoren oder den Asservaten-Kammern mal mit, dass es auch neue aktuelle Spiele gibt, die Oma mit der Enkelin spielen kann?
Re: Spielen im "Tatort"
Verfasst: 28. Dezember 2009, 21:24
von Duchamp
Helmut schrieb:
> Wer teilt den Drehbuch-Autoren oder
> den Asservaten-Kammern mal mit, dass es auch neue aktuelle
> Spiele gibt, die Oma mit der Enkelin spielen kann?
Das ist die falsche Frage.
Ich nehme an, dass die Drehbuchautorin sehr wohl von mehr Spielen weiß. Welche Funktion aber hat dieses Spiel in diesem Film?
1. Zur Musik von Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod") wird ein Duell ausgetragen - auf dem Spielbrett: Kommissar gegen Schwiegermutter. Ohne Worte und SOFORT spannend. Dazu muss das Spiel und die Situation JEDEM Zuschauer bekannt sein. OHNE extra Regelerklärungen!
2. Eltern, Kinder und Oma gemeinsam beim Spielen. Zu fünft. Schach (ähnlich bekannt und noch duell-artiger) fällt also aus, denn Papa sollte ja mit Cowboyhut als Papa am Familienabend teilnehmen.
Leider is es so, dass im Grunde kein anderes Spiel in Frage kommt, so bedauerlich das auch sein mag. Wir befinden uns in einem Krimi, nicht in einem Feature darüber, welche Spiele es sonst noch so gibt.
Welche Spiele hättest du für möglich, bzw. besser gehalten - im dramaturgischen Rahmen? Jetzt mal, außer Monopoly ... ;-)
Bei "Türkisch für Anfänger" hat die Familie übrigens über mehrere Folgen hinweg gerne "gesiedelt" - das waren schöne Szenen - aber eben auch eine völlig andere Zielgruppe und eine andere "typische" Familie, insofern passend.
Re: Spielen im "Tatort"
Verfasst: 28. Dezember 2009, 23:33
von Peter Gustav Bartschat
Helmut schrieb:
> Wer teilt den Drehbuch-Autoren oder
> den Asservaten-Kammern mal mit, dass es auch
> neue aktuelle Spiele gibt, die Oma mit der
> Enkelin spielen kann?
Im Film wird doch gar nicht behauptet, dass es keine anderen Spiele gäbe; es wird halt nur dieses eine gespielt.
Ich denke wie Duchamp, dass Drehbuchautoren durchaus wissen, dass es andere Spiele gibt. Sicherlich wusste Alfred Hitchcock auch, dass nicht alle Mütter neurotische Kontrollfreaks sind; Sergio Leone wusste, dass im historischen Wilden Westen kein einziger Zweikampf dadurch entschieden wurde, dass jemand seine Waffe schneller aus dem Holster zog als sein Kontrahent; und vermutlich weiß Roland Emmerich sogar, dass der Maya-Kalender keineswegs am 21.12.2012 endet.
Macht aber nix: Im Film geht es darum, die genretypischen Erwartungen der Zuschauer zu bedienen (vorausgesetzt, man möchte hinterher noch einmal einen Produzenten finden, der einen weiter arbeiten lässt), nicht um die 1:1-Abbildung der Realität.
Mit einem lieben Gruß
Gustav
Re: Spielen im "Tatort"
Verfasst: 29. Dezember 2009, 00:00
von Helmut
Ich bleibe dabei: Wenn "Spiel" im Film auftaucht, dann kennt man im Drehbuch nur "Mädn", unabhängig davon, ob hier nun unbedingt "Mädn" nötig gewesen wäre, um eine Konfrontation zwischen Schwiegersohn und Schwiegermutter aufzuzeigen.
Re: Spielen im "Tatort"
Verfasst: 29. Dezember 2009, 09:30
von Peter Gustav Bartschat
Lieber Helmut,
tatsächlich sind Schach, Black Jack und Poker in Filmen erheblich häufiger zu sehen als Mensch ärgere dich nicht.
Eine ganze Kollektion verschiedener Spiele in Filmen findest du hier:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=161644&t=161644&
Helmut schrieb:
> Ich bleibe dabei: Wenn "Spiel" im Film auftaucht,
> dann kennt man im Drehbuch nur "Mädn", [...]
Bleib' ruhig dabei: Du bist ja nicht verpflichtet, Recht zu haben.
Mit einem lieben Gruß
Gustav
Re: Spielen im "Tatort"
Verfasst: 29. Dezember 2009, 09:58
von Axel Bungart
Hey Gustav,
ich habe eine Beiträe lange vermisst. Du lebst ja noch!
Gruß
Axel
[OT] Ja, lebt denn der alte Bärengustav noch?
Verfasst: 29. Dezember 2009, 10:50
von Peter Gustav Bartschat
Axel Bungart schrieb:
> Du lebst ja noch!
Manchmal bin ich selbst nicht ganz sicher ... speziell, wenn ich früh morgens in den Spiegel schaue ...
... und beim "Zombies!"-spielen merke ich schon, wie sich meine Sympathien nach und nach verlagern.
Mit einem lieben Gruß
Gustav
Re: [OT] Ja, lebt denn der alte Bärengustav noch?
Verfasst: 29. Dezember 2009, 10:56
von Axel Bungart
Ich darf Dich beruhigen: solange Du meine rudimentären Wortkombinationen ("eine Beiträe" statt "Deine Beiträge") noch verstehst, arbeitet Dein Gehirn noch in beruhigendem Umfang.
Gruß
Axel
Re: [OT] Ja, lebt denn der alte Bärengustav noch?
Verfasst: 29. Dezember 2009, 11:15
von Peter Gustav Bartschat
Axel Bungart schrieb:
> Ich darf Dich beruhigen: solange Du meine rudimentären
> Wortkombinationen ("eine Beiträe" statt "Deine Beiträge")
> noch verstehst, arbeitet Dein Gehirn noch in beruhigendem
> Umfang.
Das ist doch jetzt genau MEINE Mundart, bevor ich morgens das Gebiss eingesetzt habe ...
Re: Spielen im "Tatort"
Verfasst: 29. Dezember 2009, 14:31
von Helmut
Peter Gustav Bartschat schrieb:
>> Bleib' ruhig dabei: Du bist ja nicht verpflichtet, Recht zu
> haben.
Schöner Satz, den ich mir merke!
Re: Spielen im "Tatort"
Verfasst: 29. Dezember 2009, 18:17
von King Kolrabi
Lieber Gustav,
bei Hitchcock und Emmerich bin ich mir da gar nicht so sicher.
Speziell Hitchcock...
Sagt Dir der Ausdruck "mysogene" etwas? ;-)
Lieber Gruss,
Hermann
Re: [OT] Ja, lebt denn der alte Bärengustav noch?
Verfasst: 31. Dezember 2009, 17:48
von Carsten Wesel | FAIRspielt.de
Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Axel Bungart schrieb:
> > Ich darf Dich beruhigen: solange Du meine rudimentären
> > Wortkombinationen ("eine Beiträe" statt "Deine Beiträge")
> > noch verstehst, arbeitet Dein Gehirn noch in beruhigendem
> > Umfang.
>
> Das ist doch jetzt genau MEINE Mundart, bevor ich morgens das
> Gebiss eingesetzt habe ...
Dann bin ich aber froh, daß sich dein Gebiss auch auf deinen Schreibstil auswirkt - eine Wirkung auf den Schreistil hätte ich z.B. durchaus erwartet.
Gruß Carsten (der nicht im Glashaus sitzt)
Re: [OT] Ja, lebt denn der alte Bärengustav noch?
Verfasst: 1. Januar 2010, 04:17
von Volker L.
Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Axel Bungart schrieb:
> > Ich darf Dich beruhigen: solange Du meine rudimentären
> > Wortkombinationen ("eine Beiträe" statt "Deine Beiträge")
> > noch verstehst, arbeitet Dein Gehirn noch in beruhigendem
> > Umfang.
>
> Das ist doch jetzt genau MEINE Mundart, bevor ich morgens das
> Gebiss eingesetzt habe ...
"Bib mir woforb mein Bebiff bieber"? :-D
Gruß, Volker (in desen Mund jeder Zahn noch ein Eigengewächs
ist, wenngleich einige nicht mehr zu 100%)