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Echte Auswahl????

Verfasst: 4. Juli 2010, 12:25
von CKS04
Bei Durchforsten meines Spieleregals stelle ich immer wieder fest das eine Kategorie von Spielen vorherrscht die sich an meiner (Spiel)Vorliebe orientiert. Das ist zwar irgendwie normal, aber ich denke drüber nach ob das nicht auch eine Art geistige Inflexibilität darstellt?

Unter diesem Aspekt finde ich Spiele die nicht "Aufbauen", "Expandieren", "Optimieren" zum Thema haben interessant. Hier kommt dann eben ein Dixit, Tobago, Villa Paletti oder andere Spiele die "ganz anders" sind in den Fokus.

Wie überall im Leben sollte man eine Wahl haben. Wenn ich aber nur wählen kann ob ich ein indisches Herrscherhaus oder eine mittelalterliche Adelsfamilie zu Glanz und Ruhm führen kann (natüprlich mit allen spielerischen Nuancen) dann ist das doch eigentliche keine echte Auswahl.

Kann ich aber zwischen einem Dixit oder einem Vasco da Gama wählen, dann sieht das m.M. nach anders aus. Ob ich dann aber nicht trotzdem immer wieder zum Vasco da Gama greifen werde wird sich zeigen:)

Re: Überraschen lassen können

Verfasst: 4. Juli 2010, 13:17
von ravn
CKS04 schrieb:
>
> Bei Durchforsten meines Spieleregals stelle ich immer wieder
> fest das eine Kategorie von Spielen vorherrscht die sich an
> meiner (Spiel)Vorliebe orientiert. Das ist zwar irgendwie
> normal, aber ich denke drüber nach ob das nicht auch eine Art
> geistige Inflexibilität darstellt?

Warum Spiele kaufen, die einem selbst nicht gefallen vom Thema und/oder Mechanismus? Somit ist doch ganz klar, dass bestimmte Kategorien dominieren. Wer seine Vorlieben allerdings zu eng schnürt und sich ebenso scheut, über den Tellerrand zu schauen, wird auch selten wirklich neu überraschende Spiele kennenlernen.

Aktuelles Beispiel: Time's Up! Gibt es schon länger, kam bei uns aber nie auf den Tisch. Entweder weil es niemand hatte oder kaufen wollte oder weil es das Vorurteil "blödes Partyspiel" gab, ohne es überhaupt gespielt zu haben.

Zum Glück konnten wir es in geeigneter Runde dann doch noch spielen (auch wenn ich ebenso anfangs skeptisch war) und inzwischen hat es sich zum Spielspass-Geheimtipp auch bei unseren Hardcore-Taktikern entwickelt, die ansonsten eher banale Spiele ablehnen.

Im Zweifelsfall also einfach mal ein Spiel mitspielen und Vorurteile beiseite räumen. Wenn es dann allen doch keinen Spass macht, kann man notfalls verkürzen oder abbrechen, oder einfach tapfer weiterspielen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Weil ist ein Spiel erstmal als "blöd" verbrannt, ob zu recht oder unrecht, wird es kaum wieder auf den Spieltisch kommen in selber Runde.

Cu / Ralf

Re: Überraschen lassen können

Verfasst: 4. Juli 2010, 14:11
von CKS04
Ja. Time's Up ist genau dafür ein gutes Beispiel. Zuerst dachte ich auch "Was soll das?" Ist aber völlig falsche Einstellung gewesen. Ist nämlich echt gut.

CK

Re: Überraschen lassen können

Verfasst: 5. Juli 2010, 00:15
von Boudie
Jupp, in bin wirklich froh, dass ich da einigermaßen flexibel bin, sonst wäre "Kopf an Kopf" glatt an mir vorbeigegangen...
Nach einer mehr als enttäuschenden Partie "Change horses" hatte ich schon sämtliche (Pferde)Rennspiele aus meinem Repertoire gestrichen - und wurde gestern Abend auf einem Spieletreffen eines Besseren belehrt.

Wenn jemand ein mir unbekanntes oder noch nicht gespieltes Spiel vorschlägt, dann spiele ich aus Prinzip erst mal mit.
Das eröffnet völlig neue Horizonte, sei es, dass es erahntes bestätigt oder dass man Spiele einer bestimmten Art näher in Augenschein nimmt.

Unser Spieleschrank sieht daher auch sehr gemischt aus: Kinderspiele (okay, wir haben aber auch welche), Aufbau- Lege- und Geschicklichkeitsspiele, Ko-op-, Party- und Wissensspiele, Strategiespiele von einfach bis komplexer.

Ich habe auch für mich festgestellt, dass meine Vorlieben immer wieder wechseln, von daher ist ein breit gefächertes Angebot ein Luxus, den ich mir gerne gönne.

Gruß, Boudie