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2011-ein schwacher Jahrgang?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Helmut
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2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Helmut » 12. Februar 2011, 19:18

Unter der Überschrift: "Ein sehr schwacher Jahrgang" schreibt Arno Miller auf seiner "Spielwiesen"-Seite folgendes:
"Gestern Abend rekapulierten ein Kollege und ich nochmals das, was in Nürnberg vorgestellt worden war. Die Stände waren besucht, fertige Spiele und Prototyp in Augenschein genommen, inzwischen alle Kataloge und zentnerweise Informationen auf Papier und CDs gesichtet. Wir beide hatten Mühe, gemeinsam auch nur ein halbes Dutzend Spiele zusammenzubringen, die durch eine gute Idee oder ein anderes Detail als Highlight zu bezeichnen wären.

Das ist beschämend für eine Branche, die sich selbst gerne als innovativ beschreibt."

Und weiter:
"Kaufmännisch ist nichts dagegen einzuwenden, wenn auf Erfolgswellen gesurft wird, und zum Bestseller X noch die Ergänzungen X, Y und Z nachgereicht werden. Aber das allein kann es nicht sein. Der Zeitpunkt rückt näher, an dem das Letzte aus den Grundspielen gepresst und die Konsumenten der fünften Variante überdrüssig sein werden. Die Konsumenten wollen kontinuierlich Neues, das sich vom Hergebrachten unterscheidet.

Dieses Grundbedürfnis erfüllen die Spieleverlage derzeit nicht."

Sehen das diejenigen, die die Messe besucht und uns hier mit ersten Berichten und Bildern versorgt haben, genauso?

MfG
Helmut

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Carsten Pinnow
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Carsten Pinnow » 12. Februar 2011, 20:20

nein :)

oder mit anderen Worten: **** (Zitat von Mario Barth, freiwillig zensiert)

Also ich freue mich u.a. auf:
Civilization
Troyes
K2
Uluru
Korsaren der Karibik
Draco
Airlines Europe
Gold
Reiche Ernte
Pergamon
Monte Christo
BITS
Schlag den Raab 2
Burgen von Burgund
König Artus
Sorry bahn frei Cars 2
German Railways
Paris Connection
Ausgerechnet Honolulu
Mondo
Crossboule
Blockers
Coco Schnipp
Piratten

und viele, viele mehr. (Und ja, ich habe mir die Freiheit genommen, auch deutschsprachige Neuauflagen von in letztem Jahr nur auf englisch erschienenen Neuheiten aufzuzählen. Im Zweifelsfrall verzichte ich nämlich auch gern aufs Übersetzen.)

Fazit: Schwacher Jahrgang? Häh? Knick anner Optik? ;) Sieht besser aus als letztes Jahr... und das meiste kommt doch erst in Essen.


cheers,
Carsten
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achim

Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon achim » 12. Februar 2011, 20:29

Die Neuvorstellungen in Nürnberg als einen gesamten Jahrgang betrachten zu wollen halte ich für falsch. Es zeigt sich, dass von Jahr zu Jahr eine stärkere Verschiebung der Neuheiten vom Frühjahr auf den Herbst erfolgt. Während früher fast ausschließlich in Nürnberg präsendiert wurde, erscheinen nun weit über die Hälfte der Spiele im Oktober.

Größere Verlage hatten schon immer die Verlagspolitik, einen produzierten "Hit" als Cashcow über viele Jahre zu pflegen. Schmidt = MÄDN, Hasbro = Risiko, Ravensburger = Memory, Kosmos = Siedler von Catan usw. Die Spiele erbringen nach wie vor und in verblüffender Weise, so hohe Umsätze, dass diese Verlage auch von ihren Klassikern leben können. Normalerweise flacht die Verkaufskurve für neue Spiele schon nach kürzester Zeit ab, hat ein Spiel aber erst mal den Status "Klassiker" erreicht, befinden wir uns in einem ganz anderen Niveau. Jetzt gilt es nur noch zu pflegen und so wenig Geld wie möglich zu investieren. Ein Teil der erzielten Umsätze wird in neue Spielideen investiert, es könnte sich ja durchaus ein neuer Klassiker entwickeln. So bekommen die Spieler jedes Jahr aufs Neue, alte Spiele in neuem Gewand vorgesetzt.

Nun ist der Markt für Brettspiele zwar gewachsen, jedoch nicht so stark wie neue Spiele auf den Markt drängen. Ich denke, das sehen einige Verlage ähnlich und haben ihre neuen Listungen etwas ausgedünnt oder zumindest nicht noch einmal erhöht.

Bevor wir allerdings für 2011 ein Resümee ziehen wollen, sollten wir nicht schon im Januar darüber lamentieren, sondern zumindest den November abwarten.

Eines aber habe ich auch festgestellt, Nürnberg erzeugt nicht unbedingt Jubelstürme unter den Spielern.
Aber etwas anders betrachtet, ich habe noch viele unausgepackte Spiele aus 2010. Die wollen auch gespielt werden.

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Harald

Definition Jahrgang

Beitragvon Harald » 12. Februar 2011, 20:53

Der Spielejahrgang wird zumeist nicht mit dem Kalenderjahr gleichgesetzt, sondern beginnt im Oktober (plus ein paar wenige Vor-Essen-Neuheiten) und endet Anfang April (plus einige Nachzügler).
Nahezu alle deutschsprachigen Spielauszeichnungen vom Spiel des Jahres bis hin zum a-la-carte-Kartenspielpreis beruhen auf dieser Jahrgangsdefinition.

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Golbin
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Golbin » 12. Februar 2011, 21:33

Hallo Helmut,

das sehe ich deutlich anders. Gerade diese Jahr gab es viele interesaante Neuheiten. So unterschiedlich sind die Einschätzungen. Wirklich wissen werden wir das erst, wenn wir die Spiele gespielt haben.

Wolfgang

http://www.poeppelkiste.de/messe/2011/nuernberg/index.php
Es gibt zwei Gruppen von Menschen, denen die Welt gehört. Den Liebenden und den Spielenden.

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fohlenwolle
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon fohlenwolle » 12. Februar 2011, 21:44


"Ein sehr schwacher Jahrgang" schreibt Arno Miller auf seiner "Spielwiesen"


Der Mann hat nicht Recht! Zum Polarisieren und um Leser uzu gewinnen reicht es - scheinbar - aber.

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chrisli
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon chrisli » 12. Februar 2011, 23:37

Was ist mit der TipToi Konsole von Ravensburger?
Ist die ein Hit?

Super innovatives ist selten ja, aber aleas Tafelrunde ist doch mal was anderes zum Beispiel oder?

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peer

Re: Definition Jahrgang

Beitragvon peer » 13. Februar 2011, 08:34

Hi,

Harald schrieb:
>
> Der Spielejahrgang wird zumeist nicht mit dem Kalenderjahr
> gleichgesetzt, sondern beginnt im Oktober (plus ein paar
> wenige Vor-Essen-Neuheiten) und endet Anfang April (plus
> einige Nachzügler).
> Nahezu alle deutschsprachigen Spielauszeichnungen vom Spiel
> des Jahres bis hin zum a-la-carte-Kartenspielpreis beruhen
> auf dieser Jahrgangsdefinition.

Dann ist Aussage definitiv unsinn! Gerade in Essen 2010 war so viel überragendes dabei wie selten.

Aber die Beschwerden über Nürnberg haben wir auch fast jedes Jahr...

ciao
peer

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michael Schacht
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der komplette kommentar

Beitragvon michael Schacht » 13. Februar 2011, 10:00

hier der komplette kommentar.
das wichtigste wort ist das erste: "Meinung" (sogar groß geschrieben). ansonsten bezieht sich Arno auch auf Essen 2010.


MEINUNG. Ich kann mich nicht daran erinnern, in den vergangenen 25 Jahren jemals so unbefriedigt von der Präsentation der neuen Spiele nach Hause zurückgekehrt zu sein. 2011 ist ein sehr, sehr schwacher Spielejahrgang.

Gestern Abend rekapulierten ein Kollege und ich nochmals das, was in Nürnberg vorgestellt worden war. Die Stände waren besucht, fertige Spiele und Prototyp in Augenschein genommen, inzwischen alle Kataloge und zentnerweise Informationen auf Papier und CDs gesichtet. Wir beide hatten Mühe, gemeinsam auch nur ein halbes Dutzend Spiele zusammenzubringen, die durch eine gute Idee oder ein anderes Detail als Highlight zu bezeichnen wären.

Das ist beschämend für eine Branche, die sich selbst gerne als innovativ beschreibt. An Essen, wohin mehr und mehr Neuheitenpräsentationen in die Nähe des Weihnachtsgeschäfts verschoben werden, liegt die magere Ausbeute nicht. Denn schon Essen 2010 war nicht von absoluten Brüllern gekennzeichnet.

Leider bewahrheitet sich der erste Eindruck, den ich am Vorabend der Messeeröffnung wiedergegeben habe: Es gibt immer mehr vom Alten. Noch eine Erweiterung da, noch ein Ableger hier. Und wenn sich die Verlage schon nicht selbst derart kopieren, dann machen es die Kollegen. Weil, nur als Beispiel, Ravensburger schon ein paar Jahre ganz gut mit der Make'N'Break-Schiene unterwegs ist, findet man heute bei fast allen Mitbewerbern ähnliche Spiele. Oder: Spielerisch ist Ägypten in den vergangenen Jahren regelrecht abgegrast worden, im Moment sind Hanse- und andere Küstenregionen an der Reihe.

Die äußere Verpackung der Spiele und die Gestaltung von Spielplänen und Material werden zwar immer professioneller und ansprechender, doch die Spielmechanismen und Spielideen dahinter bleiben vielfach austauschbar.

Kaufmännisch ist nichts dagegen einzuwenden, wenn auf Erfolgswellen gesurft wird, und zum Bestseller X noch die Ergänzungen X, Y und Z nachgereicht werden. Aber das allein kann es nicht sein. Der Zeitpunkt rückt näher, an dem das Letzte aus den Grundspielen gepresst und die Konsumenten der fünften Variante überdrüßig sein werden. Die Konsumenten wollen kontinuierlich Neues, das sich vom Hergebrachten unterscheidet.

Dieses Grundbedürfnis erfüllen die Spieleverlage derzeit nicht.

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f-p-p-m
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon f-p-p-m » 13. Februar 2011, 11:25

Also wenn schon "Schlag den Raab 2" sehnsüchtig erwartet wird, kann es ja wirklich nicht so dolle sein :-D

Von der Liste sind für mich nur genau 3 (drei) Spiele interessant, von denen ich 2 (zwei) schon in der englischen Version habe, dann bleibt nur noch Troyes übrig und der Rest der Liste macht mich absolut nicht an.

Aber das ist nur meine Meinung, nicht wertend gemeint und kein Grund eine Diskussion zu starten oder mich überzeugen zu wollen das die anderen Spiele doch auch gut sind !

Gruß
Frank

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Flori
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Flori » 13. Februar 2011, 11:29

Ich gebe Arno Miller recht.

Wahrscheinlich liegt das einfach daran, dass die Spieleverlage hauptsächlich die Vielspieler als Kunden im Visier haben, denn da können sie sich sicher sein, dass sie zumindest einen Teil der Auflage schnell verkaufen werden.
Die Vielspieler kaufen die Spiele auch aus Liebe zu den Spieleverlagen, zur Spieleszene, zum Spielmaterial oder für ihre Sammlung, unabhängig davon, ob die Spiele so reizvoll sind, dass man sie auch ein drittes oder viertes Mal gerne spielt.

Spiele, die aus dem Schema der bei den Vielspielern beliebten Spiele fallen zu machen, ist mit Sicherheit riskanter für die Verlage.
Den Erfolg von Die Siedler hatte ja wahrscheinlich niemand voraus geahnt.

Ich finde das auch alles traurig, weil man meiner Meinung nach mit dem Großteil der Spiele, die so veröffentlicht werden, überhaupt keine Neukunden gewinnen kann, sondern im Gegenteil, sie eher abschreckt.

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peer

Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon peer » 13. Februar 2011, 11:44

Hi,
Wenn überhaupt gebe ich ihm nur insofern recht, qas die großen Verlage betrifft:
http://www.spielbar.com/wordpress/2011/02/05/2044
(außer MN natürlich)
Hinzu kommen aus 2011 noch Puzzle strike und Geschenke des Radschas, die beide recht ordentlich sind ;-)
Nürnberg haut mich tatsächlich nicht so um - da freue ich mich vor allem auf den Brunhofer und den Keyjeartes (oder wie der Autor auch heißt), hab aber gegen eine Pause nichts einzuwenden... (Und dann sind noch Antics, Offerings, Great Fire, Vinhos, Troyes,Show Business... ungespielt und 1830, Jab und Crude angekündigt...)

Ich hatte jedenfalls selten einen so guten Essen-Schnitt wie 2010...

ciao
peer

Thygra
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Thygra » 13. Februar 2011, 11:49

> Wahrscheinlich liegt das einfach daran, dass die
> Spieleverlage hauptsächlich die Vielspieler als Kunden im
> Visier haben, denn da können sie sich sicher sein, dass sie
> zumindest einen Teil der Auflage schnell verkaufen werden.

Äh ... nein! Im Gegenteil, von den Vielspielern können die meisten Verlage nicht leben.


> Spiele, die aus dem Schema der bei den Vielspielern beliebten
> Spiele fallen zu machen, ist mit Sicherheit riskanter für die
> Verlage.

Nein. Gerade weil in den letzten Jahren besonders viele gute Spiele für Vielspieler auf den Markt kommen, wird das Risiko immer größer, aus dieser Masse vielleicht nicht herausragen zu können.


> Ich finde das auch alles traurig, weil man meiner Meinung
> nach mit dem Großteil der Spiele, die so veröffentlicht
> werden, überhaupt keine Neukunden gewinnen kann, sondern im
> Gegenteil, sie eher abschreckt.

Es ist genau anders herum: Wenn man immer dieselbe Art von Vielspielerspiel macht, dann bedient man immer dieselben Kunden, gewinnt aber keine Neukunden.
André Zottmann (geb. Bronswijk)
Thygra Spiele
(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

Thygra
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Thygra » 13. Februar 2011, 11:53

Ich finde es generell recht traurig, dass nach einem Messerundgang ein ganzer Spielejahrgang beurteilt wird, ohne zumindest eine angemessen große Anzahl der Spiele gespielt zu haben.
André Zottmann (geb. Bronswijk)
Thygra Spiele
(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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Attila
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Attila » 13. Februar 2011, 12:34

Hiho,

In Nürnberg muss man die Spieleverlage mit der Lupe suchen, wenn man sich für Gesellschaftsspiele interessiert, sollte man vieleicht auf eine entsprechende Messe gehen und nicht dahin wo sie eine Randerscheinung sind.

Herne ist imo weitaus interessanter für den gemeinen Brettspieler als Nürnberg.

Nürnberg ist für mich die Resterampe der vorherigen Spiel - alles was nicht zur Spiel fertig gewesen ist, wird in Nürnberg nochmal aufgewärmt und (meisten) als fertiges Produkt präsentiert.

Also für mich beginnt der Spielejahrgang 2011 so richtig erst im Oktober. Alles vorher sind für mich die Nachzügler der letzten Essen-Messe. Kann man aber sehen wie man will.

Sehr seltsam finde ich aber: Mitte Februar wird der aktuelle Spielejahrgang bewertet. Nicht übel. Angesichts das noch 10 1/2 Monate anstehen ... Arno Miller muss eine riesengrosse Glaskugel zuhause stehen haben. :-)

Atti

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citizenofatlantis
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2011 - Aufstieg des Snobismus?

Beitragvon citizenofatlantis » 13. Februar 2011, 13:14

Ich habe bei den in Nürnberg vorgestellten Sachen einiges gefunden, was ich durchaus reizvoll finde. Um sich eine Meinung zu bilden, sollte man die Spiele aber doch bitte gespielt haben ( was in den meisten Fällen mehr impliziert, als ein kurzes Antesten auf der Messe ) - so kann man doch erst feststellen, ob ein Spiel, welches toll aussah, vielleicht doch Macken hat die den Spielspaß stören oder ob ein Spiel einen vielleicht positiv überrascht und ein größeres Spielerlebnis bietet, als der erste Eindruck es vermittelte.
Der Kommentar klingt für mich ein wenig versnobt - natürlich ist es bei den meisten Spielen so, dass man Mechanismus A schon mal in ähnlicher Form in Spiel Y gesehen hat, aber wenn Verlag und Autor dem eigene Ideen und Kniffe und eine tolle thematische Einbindung hinzugefügt haben ist das für mich vollkommen in Ordnung. Es kann nicht jedes Jahr das Rad komplett neu erfunden werden und ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Verlage nur abkupfern und jegliches Risiko scheuen. Der Kommentar vermittelt den Eindruck, dass es in der Spieleszene so schlimm sei wie in unserem hiesigen
( Privat- )Fernsehprogramm, wo ja jede Idee, die nur annähernd so etwas wie erfolgreich ist, zehnfach auf allen Sendern widergekäut wird - dieses Problem sehe ich bei Brettspielen ( noch ) nicht.
Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber auch als Laie sehe ich es so, dass das Aufgreifen und Ausbauen erfolgreicher Marken wichtig für die Verlage sind, da bei diesen deutlich präziser mit einer gewissen Absatzzahl kalkuliert werden kann - diese wirtschaftliche Grundsicherheit macht es Verlagen dann doch erst möglich, für eine neue Idee oder für ein Vielspielerspiel ein wirtschaftliches Risiko einzugehen!
Ich hoffe, es wird nicht zum Trend, dass ein immer größerer Teil der Spielerszene bereits beim reinen Betrachten der Neuheiten die Nase rümpft - in meinen Augen wäre es traurig, wenn es Autoren und Verlagen irgendwann keinen Spaß ( und wirtschaftlich keinen Sinn ) mehr machen würde, Spiele für diese Zielgruppe zu entwickeln und sie sich wirklich nur noch auf die Gelegenheitsspieler konzentrieren!

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achim

Re: Definition Jahrgang

Beitragvon achim » 13. Februar 2011, 13:28

Das mag für die Vergabe von einigen Spielepreisen so einigermaßen richtig sein, für mich ist allerdings nicht nachvollziehbar, wieso die Herbstneuheiten zum Spielejahrgang des nächsten Jahres zählen sollten. Die Verfasser des Artikels grenzen übrigens Essen 2010 von ihrer Aussage ab.

"Das ist beschämend für eine Branche, die sich selbst gerne als innovativ beschreibt. An Essen, wohin mehr und mehr Neuheitenpräsentationen in die Nähe des Weihnachtsgeschäfts verschoben werden, liegt die magere Ausbeute nicht. Denn schon Essen 2010 war nicht von absoluten Brüllern gekennzeichnet."


Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass kein Verlag in Essen 2010 seine Spiele als "neu in 2011" beworben hat oder unter dem Slogan "Spielejahrgang 2011" verkaufen wollte, es sei denn die Spiele wurden nicht rechtzeitig fertig und konnten deshalb nicht sofort verkauft werden.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass Spiele normalerweise "entwickelt" werden und nicht "erfunden". Mit den gewünschten Innovationen ist daher schon dem Verfahren nach nicht in sehr kurzen Zeitabständen zu rechnen.

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Flori
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Flori » 13. Februar 2011, 13:42

Ich denke, dass man mit Vielspielerspielen allgemein keine Neukunden gewinnen kann oder nur sehr wenige. Nur welche, die durch Freunde zu den Vielspielerspielen heran geführt werden und die auch die nötige mathematische Begabung mitbringen, um bei den Spielen mithalten zu können.

Die Jagd nach den Siegpunkten ist für die viele Leute, denen ich ein Strategiespiel näher bringen wollte, zu abstrakt, weil das Siegpunkte ergattern auch oft mit dem Thema des Spiels nicht ganz einhergeht. Und dass bei den meisten Spielen komplizierte Berechnungnen gefragt sind und das ist für viele Leute harte Arbeit.
Aber das ist doch auch alles nichts neues. Ich finde es nur schade, dass es nur so selten mal ein Spiel gibt, dass wirklich großen Spaß macht (zumindest mir).

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Teddybrumm
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Teddybrumm » 13. Februar 2011, 16:32

Troyes ist ein 2010er Spiel und erscheint nicht neu...

Korrigierende Grüße

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Dicemon
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Re: Definition Jahrgang

Beitragvon Dicemon » 13. Februar 2011, 17:54

Zitat von Dir:
Das mag für die Vergabe von einigen Spielepreisen so einigermaßen richtig sein, für mich ist allerdings nicht nachvollziehbar, wieso die Herbstneuheiten zum Spielejahrgang des nächsten Jahres zählen sollten. Die Verfasser des Artikels grenzen übrigens Essen 2010 von ihrer Aussage ab.

"Das ist beschämend für eine Branche, die sich selbst gerne als innovativ beschreibt. An Essen, wohin mehr und mehr Neuheitenpräsentationen in die Nähe des Weihnachtsgeschäfts verschoben werden, liegt die magere Ausbeute nicht. Denn schon Essen 2010 war nicht von absoluten Brüllern gekennzeichnet."

Erstens wie Du es siehst, ist, erlaube, unwichtig! Ebenso wie ich es sehe, es wird sich hier auf allgemeines Verständnis berufen. Wenn sich auf nichts berufen wird dann auf das Übliche. Wenn der Verfasser sagt das Essen 2010 an seiner Sichtweise/seinem Urteil nichts ändert heisst das dass er dieses Ereignis einbezieht.
3.-einfach genialster Spieler 2010
2.-einfach genialster Spieler 2012

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Shari-Faye
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OT Re: 2011 - Aufstieg des Snobismus?

Beitragvon Shari-Faye » 13. Februar 2011, 18:32



Zustimmung mit einer Ausnahme:

> Der Kommentar vermittelt den Eindruck, dass es in
> der Spieleszene so schlimm sei wie in unserem hiesigen
> ( Privat- )Fernsehprogramm, wo ja jede Idee, die nur
> annähernd so etwas wie erfolgreich ist, zehnfach auf allen
> Sendern widergekäut wird - dieses Problem sehe ich bei
> Brettspielen ( noch ) nicht.

Das Privat - ob in Klammern oder nicht - brauchts nicht, die Aussage gilt auch für die ö-r, zumindest die Hauptsender, arte, 3sat usw. nehme ich noch aus. Was ich mich über die Gebühren für diesen Mist ärgere, geht auf keine Kuhhaut mehr, dabei habe ich das vor höchstens 10 Jahren noch vehement verteidigt.

Was den "Spielejahrgang" anbelangt, kenne ich von den Nürnberg Neuheiten noch zuwenige gut genug, um mir ein Urteil zu erlauben :mad:

Grüße
Shari-Faye

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Golbin
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Golbin » 13. Februar 2011, 19:32

Hallo,
>
> In Nürnberg muss man die Spieleverlage mit der Lupe suchen,
> wenn man sich für Gesellschaftsspiele interessiert, sollte
> man vieleicht auf eine entsprechende Messe gehen und nicht
> dahin wo sie eine Randerscheinung sind.

Gesellschaftsspiele sind in Nürnberg weder eine Randerscheinung noch muss man sie mit der Lupe suchen. Der Kern ist immer die Halle 10, Kinderspiele auch in Halle 2/3 und bei Verlagen mit gemischten Programm Halle 12


> Herne ist imo weitaus interessanter für den gemeinen
> Brettspieler als Nürnberg.

Ja, denn dort kann er eine Eintrittskarte kaufen. In Nürnberg stände er vor verschlossenen Türen


> Nürnberg ist für mich die Resterampe der vorherigen Spiel -
> alles was nicht zur Spiel fertig gewesen ist, wird in
> Nürnberg nochmal aufgewärmt und (meisten) als fertiges
> Produkt präsentiert.

Diese Aussage wirkt auf mich überheblich und arrogant. Gleichzeitig empfinde ich sie als Verunglimpfung von Verlagen und Autoren, die in Nürnberg ihre Spiele vorgestellt haben. Für mich war es sogar so, dass keines der dort präsentierten Spiele auf der Spiel ’10 angekündigt worden war, es hingegen einige Ankündigungen für die Spiel ’11 gab.


> Also für mich beginnt der Spielejahrgang 2011 so richtig erst
> im Oktober. Alles vorher sind für mich die Nachzügler der
> letzten Essen-Messe. Kann man aber sehen wie man will.

Dann warte auf Oktober 2011. Ich werde unterdessen sicherlich viel Spaß mit den Spielen haben, die auf der Spielwarenmesse 2011 vorgestellt wurden und sicher ebenso mit Spielen der Spiel ’10.


> Sehr seltsam finde ich aber: Mitte Februar wird der aktuelle
> Spielejahrgang bewertet. Nicht übel. Angesichts das noch 10
> 1/2 Monate anstehen ... Arno Miller muss eine riesengrosse
> Glaskugel zuhause stehen haben. :-)

Ausgelöst durch diverse Spielepreise werden Spielejahrgänge vom Herbst des letzten bis zum Herbst des aktuellen Jahrganges gezählt. Insoweit ist die Hälfte der Spiele bereits bekannt und die andere Hälfte wurde einem Fachpublikum präsentiert.


Was mich aber viel mehr erschreckt ist folgendes: Wir (als Gruppe) der viel spielenden Menschen reden immer davon, anderen Menschen an unser Hobby heranführen zu wollen. Das wird mit solchen Aussagen wie die von Arno Miller und Attila nicht gelingen, denn der unbedarfte Leser wird sich denken „Da war nur Schrott, das lass ich lieber die Finger von.“
Der Grund liegt nicht an der Kritik in sich. Die ist und muss erlaubt sein, sondern in der Pauschalierung, alle Spiele einer Messepräsentation abzuwerten.

Wolfgang
Es gibt zwei Gruppen von Menschen, denen die Welt gehört. Den Liebenden und den Spielenden.

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Carsten Pinnow
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Re: 2011-ein schwacher Jahrgang?

Beitragvon Carsten Pinnow » 13. Februar 2011, 20:31

Teddybrumm schrieb:
>
> Troyes ist ein 2010er Spiel und erscheint nicht neu...
>
> Korrigierende Grüße

Im März erscheint eine Neuauflage mit überarbeiteter deutscher Regel :)

cheers,
Carsten

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Jerry

2011- eine schwachsinnige Aussage

Beitragvon Jerry » 13. Februar 2011, 21:45

:eek:

Wer zum Henker ist Arno Miller? Ich möchte ihn mieten! Angesichts der geradezu prophetischen Kühnheit, einen ganzen Jahrgang bereits in der zweiten Februarwoche abzukanzeln, sind die Fähigkeiten dieses Herrn im Börsengeschäft oder Lottospielen sicher besser eingesetzt, denn da gibt es definitiv mehr Pulver abzugreifen als in der hemdsärmeligen Spielebranche.

J.

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myzy
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Re: 2011- eine schicksalhafte Aussage

Beitragvon myzy » 14. Februar 2011, 00:23

Kinder des Zorns!

Ich weiß, wo Arno Miller in Österreich wohnt und habe bereits den perfekten Plan ausgearbeitet, wie man ihn am besten nach Feierabend in seiner Garageneinfahrt... nun ja, alles Weitere besser per PN.

Metallische Grüße,

Kermit der Kopfschlachter


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