7 Wonders - wie spielt man Grün am besten?
Verfasst: 19. Mai 2011, 18:29
Werte Spielegemeinde,
um das Warten auf die "Leaders" Erweiterung zu überbrücken ;-) möchte ich eine kleine Diskussion über die grünen Karten in "7 Wonders" vom Zaun brechen. Da sich die Diskussion an Spieler richtet, die 7 Wonders schon kennen, erspare ich uns eine Erläuterung wie die grünen Karten funktionieren.
Die Fragen die ich stellen möchte sind:
- Sind die grünen Karten angemessen balanciert?
bzw. (etwas abgeschwächt):
- Wie spielt man die grünen Karten am geschicktesten?
Ich hatte schon kurz nach Beginn unseres 7 Wonders Fiebers das Gefühl, dass es relativ schwierig und riskant ist, auf grüne Karten zu spielen. Mittlerweile stehen über 30 Spiele auf unserem 7 Wonders Konto und da ich die meisten Wertungszettel aufbewahrt habe, konnte ich eine kleine Auswertung machen. Zur Auswertung gekommen sind unsere Spiele die größtenteils 4er und 5er Besetzung stattgefunden haben. Ich habe alle Spiele betrachtet, in denen ein Spieler mindestens 10 Punkte mit grünen Karten gemacht hat; insgesamt waren das 29 partien. Das Ergebnis ist recht durchwachsen: Nur in 4/29 Fällen reichte es zum Sieg während in 21/29 Fällen nicht mehr als Platz 3 heraussprang. Der mittlere Punktestand waren 44 Punkte.
Mir ist bewusst das diese Auswertung nicht repräsentativ sein kann und dass sich aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung unserer Spielerunde sich wiederholende Spielweisen einschleifen aber darum geht es mir auch nicht sondern - wie oben schon geschrieben - um einen Erklärungsversuch für dieses Ergebnis.
Nach meiner Spielerfahrung braucht man für einen Sieg bei 7 Wonders in aller Regeln mehr als 50 Punkte. Die Grünstrategie scheint (bei uns) nicht geeignet, dies zu erreichen. Ich frage mich also: haben die "Grünspieler" in unseren Runden nicht klug genug gespielt, oder gibt es andere Gründe?
Natürlich haben die grünen Karten ein paar Vorteile: sie bilden gute Ketten und sind dadurch relativ leicht nachzulegen. Aber sie haben auch einen massiven Nachteil: sie sind extrem einfach zu sabotieren - und dies wird auch gern von allen Seiten getan. Grünspieler werden am Anfang meist belächelt und ignoriert, aber spätestens wenn man im zweiten Zeitalter 5 grüne Karten aufliegen hat, ist die Gefahr groß, dass die anderen mal eben 2-3 grüne Karten für ihren Wunderbau versenken. Und während rote Karten meist nur von meinem Nachbar blockiert werden, werden grüne Karten auch gerne mal quer über den Tisch verweigert. Das Problem was ich hier sehe ist die hohe Sichtbarkeit: jeder kann auf einen Blick erkennen: der Kollege da drüben steuert auf viele Punkte zu. Also schnell mal eine Wunderstufe mit 'ner grünen Karte bauen. Wenn aber eine grüne Baukette im 2. Zeitalter erstmal durchbrochen ist, wird es ziemlich teuer sie im 3. Zeitalter wieder aufzunehmen.
Ein weiterer Punkt ist das Kosten-Nutzen Verhältnis:
Nehmen wir mal die Karten "Apotheke" (grün) und "Altar" (blau). Beide starten eine 3er Kette. Baue ich die grüne 3er Kette (Apotheke-Arzneiausgabe-Loge) dann bringt mir das 9 Punkte, wobei die Apotheke ein Tuch kostet. Die Kette Altar-Tempel-Pantheon besteht auch aus 3 Karten, ist aber 12 Punkte wert und der Altar kann umsonst gelegt werden. Die 3er Kette in Grün ist also teurer und weniger wert, muss also durch andere grüne Karten ergänzt werden, wobei wir wieder bei der Angreifbarkeit sind.
Alles in allem scheint mir bei einer Grünstrategie das Risiko recht hoch im Vergleich zum Nutzen. Aber vielleicht übersehe ich nur etwas. Ich würde mich freuen, wenn andere 7 Wonders Enthusiasten vielleicht ihre Erfahrungen schreiben könnten und/oder Tipps, wie man Grün am besten/risikoärmsten spielen sollte. Für unsere Runde werde ich in den nächsten Spielen auf jeden Fall mal die Regeln modifizieren, Grün punktetechnisch etwas aufwerten und schauen was dann passiert. Ich weiss nur noch nicht, in welchem Maße die Aufwertung stattfinden wird :-)
Wunderliche Grüße,
Jerry
um das Warten auf die "Leaders" Erweiterung zu überbrücken ;-) möchte ich eine kleine Diskussion über die grünen Karten in "7 Wonders" vom Zaun brechen. Da sich die Diskussion an Spieler richtet, die 7 Wonders schon kennen, erspare ich uns eine Erläuterung wie die grünen Karten funktionieren.
Die Fragen die ich stellen möchte sind:
- Sind die grünen Karten angemessen balanciert?
bzw. (etwas abgeschwächt):
- Wie spielt man die grünen Karten am geschicktesten?
Ich hatte schon kurz nach Beginn unseres 7 Wonders Fiebers das Gefühl, dass es relativ schwierig und riskant ist, auf grüne Karten zu spielen. Mittlerweile stehen über 30 Spiele auf unserem 7 Wonders Konto und da ich die meisten Wertungszettel aufbewahrt habe, konnte ich eine kleine Auswertung machen. Zur Auswertung gekommen sind unsere Spiele die größtenteils 4er und 5er Besetzung stattgefunden haben. Ich habe alle Spiele betrachtet, in denen ein Spieler mindestens 10 Punkte mit grünen Karten gemacht hat; insgesamt waren das 29 partien. Das Ergebnis ist recht durchwachsen: Nur in 4/29 Fällen reichte es zum Sieg während in 21/29 Fällen nicht mehr als Platz 3 heraussprang. Der mittlere Punktestand waren 44 Punkte.
Mir ist bewusst das diese Auswertung nicht repräsentativ sein kann und dass sich aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung unserer Spielerunde sich wiederholende Spielweisen einschleifen aber darum geht es mir auch nicht sondern - wie oben schon geschrieben - um einen Erklärungsversuch für dieses Ergebnis.
Nach meiner Spielerfahrung braucht man für einen Sieg bei 7 Wonders in aller Regeln mehr als 50 Punkte. Die Grünstrategie scheint (bei uns) nicht geeignet, dies zu erreichen. Ich frage mich also: haben die "Grünspieler" in unseren Runden nicht klug genug gespielt, oder gibt es andere Gründe?
Natürlich haben die grünen Karten ein paar Vorteile: sie bilden gute Ketten und sind dadurch relativ leicht nachzulegen. Aber sie haben auch einen massiven Nachteil: sie sind extrem einfach zu sabotieren - und dies wird auch gern von allen Seiten getan. Grünspieler werden am Anfang meist belächelt und ignoriert, aber spätestens wenn man im zweiten Zeitalter 5 grüne Karten aufliegen hat, ist die Gefahr groß, dass die anderen mal eben 2-3 grüne Karten für ihren Wunderbau versenken. Und während rote Karten meist nur von meinem Nachbar blockiert werden, werden grüne Karten auch gerne mal quer über den Tisch verweigert. Das Problem was ich hier sehe ist die hohe Sichtbarkeit: jeder kann auf einen Blick erkennen: der Kollege da drüben steuert auf viele Punkte zu. Also schnell mal eine Wunderstufe mit 'ner grünen Karte bauen. Wenn aber eine grüne Baukette im 2. Zeitalter erstmal durchbrochen ist, wird es ziemlich teuer sie im 3. Zeitalter wieder aufzunehmen.
Ein weiterer Punkt ist das Kosten-Nutzen Verhältnis:
Nehmen wir mal die Karten "Apotheke" (grün) und "Altar" (blau). Beide starten eine 3er Kette. Baue ich die grüne 3er Kette (Apotheke-Arzneiausgabe-Loge) dann bringt mir das 9 Punkte, wobei die Apotheke ein Tuch kostet. Die Kette Altar-Tempel-Pantheon besteht auch aus 3 Karten, ist aber 12 Punkte wert und der Altar kann umsonst gelegt werden. Die 3er Kette in Grün ist also teurer und weniger wert, muss also durch andere grüne Karten ergänzt werden, wobei wir wieder bei der Angreifbarkeit sind.
Alles in allem scheint mir bei einer Grünstrategie das Risiko recht hoch im Vergleich zum Nutzen. Aber vielleicht übersehe ich nur etwas. Ich würde mich freuen, wenn andere 7 Wonders Enthusiasten vielleicht ihre Erfahrungen schreiben könnten und/oder Tipps, wie man Grün am besten/risikoärmsten spielen sollte. Für unsere Runde werde ich in den nächsten Spielen auf jeden Fall mal die Regeln modifizieren, Grün punktetechnisch etwas aufwerten und schauen was dann passiert. Ich weiss nur noch nicht, in welchem Maße die Aufwertung stattfinden wird :-)
Wunderliche Grüße,
Jerry